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November 2016

DAS STADTTEILMAGAZIN DER ZEITUNG AM SAMSTAG

Ausgabe Mittel- und Oberwiehre

Michael Hofer & Philip Klingel

Zwei Meister des Eingeweckten Pro Familia

Empfehlungen fürs Lorettobad Christian Beiersdorf

Spielen ist kein Kinderkram

Mehr Farbe wagen!

Maureen Winterhager, die seit 35 Jahren ihren Laden Etcetera führt, will Lust auf bunten Schmuck wecken


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Träumen Hier sprüht es vor Ideen: Eine Quelle der Inspiration für die Gestaltung von Räumen, gepaart mit Fachwissen und echter Handwerkskunst sowie jahrzehntelanger Erfahrung bietet der Raumausstatter Deco-Point Mayer in Gutach-Bleibach im Gewerbegebiet Stollen.

Deco-Point Mayer bietet eine riesige Auswahl an Wohnstoffen, Accessoires und Teppichen sowie dauerhaft eine beeindruckende Parkettausstellung. Viele Parkettflächen kann man hier großformatig am Boden liegen sehen und sich hier inspirieren und von den Profis fachkundig beraten lassen. „Es gibt so unglaublich schöne Stoffe“, schwärmt Gerlinde Mayer. Täglich hat sie mit Vorhang- und Polstersstoffen, mit Teppichen und Kissen zu tun und ist immer wieder über die geschmackvolle Farbenflut und hohe Qualität der Waren, die neu auf den Markt kommen, begeistert. „Viele Menschen sind stoffmüde“, weiß sie, doch gerade die offenen Räume mit den großen Fenstern in Neubauten verlangen nach Stoff. Viele Bewohner leiden unter Schallproblemen, die sich erst beheben lassen, wenn Vorhänge und Teppiche ins neue Heim kommen. „Sonst hallt es. Von solchen Problemen höre ich oft“, bestätigt die Expertin auf dem Gebiet der Raumgestaltung, die zusammen mit ihrem Mann, dem Parkett- und Raumausstatter-Meister Meinrad Mayer in Gutach-Bleibach Deco-Point Mayer führt. Vorhänge dienen also nicht nur dem guten Aussehen, sondern erfüllen eine wichtige Funktion. Eine moderne Aussage für den eigenen Wohnraum beginnt bereits bei der Vorhangstange, die so individuell ausgewählt werden kann wie der Stoff selbst. Ob verspielt oder technisch wirkend – Gardinenstangen werden selbst schon zu Einrichtungsgegenständen. „Derzeit ist der geradlinige, puristische Stil sehr gefragt“, so Gerlinde Mayer, „sachlich und reduziert“. Gleichzeitig bieten sich Teppiche oder Accessoires wie Kissen und Decken als bunte Hingucker an. „Da gibt es vom Design her superschöne Sachen“, begeistert sich Gerlinde Mayer. Und die neuen Materialien beispielsweise der Teppiche, die individuell maßgenau angefertigt werden, verfügen über eine unvergleichliche Haptik. bb

n DECO-POINT Mayer Raumausstattung, Am Stollen 10, Gutach/Bleibach, Tel. 07685 / 91 05 80; Mo. – Fr. 9.30 - 18.30 Uhr, Sa. 9.30 - 16 Uhr, So. 14 - 17 Uhr (o. Beratung) www.deco-point-mayer.de

Experten für Innenausstattung: Meinrad und Gerlinde Mayer wissen, wie man ein Zuhause geschmackvoll mit Qualität gestaltet.

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H E R E I N S PA Z I E R T

Dick

aufgetragen

G

ibt es ein Zuviel an Toleranz? Fördert man Parallelstrukturen und womöglich sogar die Unterdrückung der Frau, wenn man zulässt, dass Frauen Extrarechte zugestanden bekommen, beispielsweise in Form eigener Schwimmbäder? Das Freiburger Loretto-Damenbad, das es bereits seit 1886 gibt, ist eine Institution. In all den Jahren haben – unterschiedlich emanzipierte – Frauen dieses Bad sehr geschätzt. Wie viele von ihnen ja auch separate Saunatage bevorzugen. Warum sollte muslimischen Frauen nicht der gleiche Wunsch zugestanden werden? Vielleicht würden eine zusätzliche muslimische Bademeisterin und klare Regeln viel heiße Luft aus diesem Streit herausnehmen. Dagegen: ein bisschen dicker auftragen, ein bisschen mehr bunte Show – das könnten Frauen ab 60 schon vertragen, davon ist Maureen Winterhager überzeugt. Die gebürtige Australierin, die vor 35 Jahren aus der Not heraus in Freiburg ihren Laden Etcetera aufgemacht hat, will nicht akzeptieren, wie Menschen irgendwann in der Menge verschwinden und „unsichtbar“ werden. Ihr Appell: Entdecke die Diva in dir! Wir widmen der lebensbejahenden Dame ein Porträt. Mit feinem Strich hat die 13-jährige Elena Lukanow exklusiv für unser Magazin einen Comic gezeichnet und unsere Kinderseite gestaltet. Darauf sind wir mächtig stolz. Und hoffen, dass große und kleine Leserinnen und Leser den gleichen Spaß daran haben wie wir. Gewaltig ins Zeug gelegt hat sich auch Töpfermeister Andreas Rührnschopf. Ein Jahr lang hat er die Kapelle des ehemaligen Franziskanerklosters in der Günterstalstraße neu gestaltet und dabei all sein Wissen um Mystik und Religionen mit eingebracht. Wir werfen hier einen Blick in die Kapelle. Eine anregende Lektüre wünscht Barbara Breitsprecher Chefredakteurin

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U(h)rwaldpfad und Naturfreundehaus Seite 40

In der Wiehre wurden Fußwege geprüft. Seite 23

Lorettobad:

Franziskaner-Kloster:

Handlungsempfehlungen von Profamilia Seite 24

Töpfermeister Andreas Rührnschopf hat das Kloster innen renoviert Seite 42

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Portrait:

Maureen Winterhager eröffnete vor 35 Jahren ihren ersten Etcetera-Laden. Seite 13

Veranstaltungen & Termine Seite 44

Portrait:

Abdruck:

Der Spieleentwickler Christian Beiersdorf lebt in der Wiehre Seite 29

Hakuna Matata – Mach dir keine Sorgen – ist das Motto von Philip Klingel und Michael Hofer, Die Jungunternehmer sind Experten für Eingewecktes in Gläsern.

Thore D. Hansen, „China Dawn“ Seite 46

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Chefredakteurin: Barbara Breitsprecher (visdp) Tel. 0174-16 37 446 e-mail: redaktion@zas-freiburg.de

©Foto: Dietrich von Heymann

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Inhaltsverzeichnis

©Foto: Barbara Breitsprecher

• Familienurlaub mit Kultur- und Erlebnisprogramm für Jung und Alt • Studiosus-Reiseleiter, die Sehenswürdigkeiten kindgerecht erläutern können und immer ein offenes Ohr für die Fragen und Wünsche der Kinder haben • Familienfreundliche Hotels • Spezielle Unterhaltungsprogramme und kleine Überraschungen • Gesellschaftsspiele, Malutensilien, Bälle etc. werden gestellt

Titelfoto: Barbara Breitsprecher

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©Foto: Felix Groteloh

Verkaufsleitung: Michael Metzger, Tel. 07665-93 458-21 e-mail: m.metzger@zas-freiburg.de

Seit mehr als acht Jahren betreibt das Ehepaar Andy Schumacher und Silke Bergemann das Musikwerk im Alten Wiehrebahnhof, wo professioneller Musikunterricht geboten wird.

Von Bäumen und Menschen sowie über eigene Erfahrungen in der Wiehre schreibt der Theologe und Heilpraktiker Dietrich von Heymann einen Beitrag.


PORTRAIT

©Foto: Hakuna Matata

©Foto: Hakuna Matata

©Foto: Hakuna Matata

Und ab ins Glas Hakuna Matata ist Swahili und heißt übersetzt „Keine Sorgen/keine Probleme“. Was das Motto des Warzenschweins aus dem Musical „Der König der Löwen“ ist, wurde zum Betriebsmotto für Michael Hofer und Philip Klingel. Die beiden jungen Köche packen in ihrem gleichnamigen Unternehmen alles in Einmachgläser, was ihnen gefällt und schmeckt.

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©Foto: Barbara Breitsprecher

PORTRAIT

Philip Klinkel (links) und Michael Hofer (rechts) haben zusammen das Unternehmen Hakuna Matata gegründet.

Kennengelernt haben sich der 27-jährige Michael Hofer und der 34-jährige Philip Klingel bei ihrer Ausbildung zu Köchen. Nach Abschluss der Lehre ging Philip erst einmal für einige Zeit nach England, um dort als Koch zu arbeiten, während es Michael als Koch nach Australien zog. Irgendwann kamen dann beide wieder zurück nach Freiburg und Philip war hier drei Jahre lang Küchenchef beim Restaurant „Chez Fine“. Aus den Augen verloren haben sich die beiden nie – und ihre Idee, sich eines Tages selbstständig zu machen, auch nicht. Im

der Metzgerei Frey, hin auf dem Markt zum Verkaufsstand und von dort in die Lagerhalle auf dem Ganter-Areal. Denn hier, in der ehemaligen KFZ-Schmierhalle der Brauerei, ist das Hakuna Matata-Lager. Die Gläser bekommen noch ihre Etiketten und ein schmückendes Häubchen aus Packpapier, das mit einer Schnur festgezurrt wird, bevor sie in eine der unzähligen Kisten und Kartons wandern. Vergleichsweise wenig Gläser sind mit einfachen Marmeladen gefüllt. Die meisten bergen einen viel aufregenderen Inhalt, wie herzhafte Fruchtaufstriche, Rote Beete Senf, Chutneys oder Schwarze Röstzwetschge. LetzDie alte Schmierhalle auf dem Ganter-Areal wird als Lager tere ist der „absolute Renner“, für die Hakuna Matata-Produkte genutzt. Hier werden erklärt Michael („Michi“) Hofer. auch die Etiketten auf Gläser geklebt und diese verpackt. Für alle Senfmischungen werden die Senfkörner zunächst in der eigenen Steinmühle selbst gemahFreitag Nachmittag auf dem Herdemer len, bevor sie exotisch verfeinert werden: Markt und deutschlandweit in ausgewählten Bärlauch Senf oder Mediterraner Senf mit Feinkostläden. Und natürlich kann man die Knoblauch sind beim Freiburger Publikum Produkte auch online bestellen. überaus begehrt. So sind die beiden eigentlich permanent Alles was an nicht-heimischen Früchten am Pendeln: Von der Produktionsküche in der Oberau, in den ehemaligen Räumen gebraucht wird, kaufen Michael und Philip September 2012 war es dann soweit: Sie meldeten ihr Gewerbe Hakuna Matata an und im März des Folgejahres verkauften sie die ersten selbst hergestellten Produkte auf dem Münstermarkt. Inzwischen gibt es Hakuna Matata-Waren auch noch jeden

©Foto: Barbara Breitsprecher

©Foto: Barbara Breitsprecher

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Mit Senfspezialitäten, Früchten und scharfem Gemüse sind die Schraubgläser gefüllt, die auf dem Münstermarkt verkauft werden.

©Foto: Hakuna Matata

ausschließlich bei persönlich bekannten, kleinen Familienbetrieben oder Landwirtschaftsprojekten mit sozialem Charakter. So stammen die Zitronen, die nach einem marokkanischem Rezept mit Salz eingelegt werden, von einer sizilianischen Großfamilie, mit der sie befreundet sind. Die Mangos wiederum kommen von einer Erzeugergemeinschaft in Afrika, die einen Teil der Einnahmen direkt in afrikanische Solarprojekte investiert. Nur wirklich reifes Obst wird von dort exportiert, was aus Sicht der beiden Köche geschmacklich einen riesigen Unterschied macht. Aber auch dazu führen kann, dass

©Foto: Hakuna Matata

PORTRAIT

hin und wieder eine ganze Schiffsladung solcher reifer Früchte beschlagnahmt und vernichtet wird – sie genügen den Standards der Lebensmittelprüfer nicht mehr. Darüber können Philip und Michael nur die Köpfe schütteln. Alte Gemüse- und Obstsorten sind für die beiden eine weitere Leidenschaft. So haben sie einen Mispel-Aufstrich kreiert und aus Löhrpflaumen ein Chutney gekocht.

Diese Früchte, manchen auch als „Jiddische Kirschen“ bekannt, lassen sich nur äußerst schwer vom Stein lösen. Drei Tage lang waren die beiden mit Pulen beschäftigt. „Acht Stunden jeden Tag Steine von Hand heraus bohren, das reicht echt“, stöhnt Michael. Ob sie sich das nächstes Jahr nochmal antun wollen, ist deshalb fraglich. Sogenannte „Schwarze Nüsse“ sind eine andere aufwändige Spezialität, auf die sie stolz sind. Bereits

im Juni werden dafür die noch grünen Walnüsse geerntet und in Gewürz-Läuterzucker eingelegt. Vorab müssen sie mit einer Nadel von allen Seiten von Hand eingestochen werden. „Das ist eine der mühseligsten Arbeiten, die man sich vorstellen kann.“ Doch das Ergebnis ist eine absolute Spezialität und Rarität. Wenn die Nüsse im Glas gereift und schwarz geworden sind, können sie in feine Streifen geschnitten zu Käse, Feldsalat und Wildgerichten genossen werden. Bei all der Arbeit, trotzdem: Alles ist Hakuna Matata, kein Problem. Denn Michael und Philip sind von ihrem Betriebsmotto zutiefst überzeugt: „Alle Lebensmittel sollten gut, fair, direkt und ohne Zusätze hergestellt und dann ohne Probleme genossen werden“. Weniger zu tun haben sie nicht, seit sie sich selbstständig gemacht haben, im Gegenteil. Aber sie können sich ihre Arbeit freier einteilen. „Ich würde das nicht wieder zurück tauschen wollen mit einem Restaurant“, erklärt Philip entschlossen. „Es ist ein deutlich selbstbestimmteres Arbeiten so.“ Und Michi freut sich, dass er oft für seine kleine Tochter da sein kann, „das wäre als voll in der

Ergebnis eines ginreichen Abends: CassisGurken-Marmelade Gastronomie tätiger Koch kaum machbar“. Zuhause kochen beide nach wie vor gerne für sich und ihre Familien oder Freunde. „Da wird dann in den Kühlschrank geschaut, was da ist. Das ist kein Stressthema“. Und solche verrückten Ideen wie Cassis-Gurken-Marmelade entstehen entweder unter der Dusche oder an einem ginreichen Abend. Barbara Breitsprecher

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MUSIKSCHULE

Mutig auf die Bühne

K

ennen und lieben gelernt haben sie sich in Berlin-Kreuzberg, die Studentin und der Schlagzeuger, die aus Niedersachsen stammende Silke Bergemann und Andy Schumacher, der in Freiburg aufgewachsen war. Als ihr gemeinsamer Sohn drei Jahre alt war, ergab sich die Möglichkeit eine Vision wahr zu machen: Im Alten Wiehrebahnhof wurden Räume frei und das Paar konnte dort eine eigene Musikschule eröffnen.

Klavier, Keyboard, Gitarre, Schlagzeug, Bass, Saxophon und Gesang kann hier erlernt werden. Alle Dozenten und Dozentinnen, die hier unterrichten, sind leidenschaftliche Musiker und Profimusiker. Vom Bundesverband der Freien Musikschulen wurde dem Musikwerk als Garant für qualitätsvolle Musikausbildung das Gütesiegel verliehen. Andy Schumacher, der auch selbst unterrichtet, ist auch nach wie vor viel unterwegs als Schlagzeuger, häufig auch in Berlin. Derzeit tourt er gerade mit einem Abba-Revival-Projekt durch die Lande. Solche Verbindungen zur Musikszene kommen dem Musikwerk unmittelbar zugute. Ein authentischer Input ist damit gewährleistet, der Schulleiter hat so immer ein Ohr am bei der aktuellen Musikentwicklung. Silke Bergemann managt derweil das Musikwerk und ist für die ganze Verwaltung zuständig. Sie organisiert den Unterricht, ©Foto:Felix Groteloh

„Da mussten wir einfach zugreifen“, erinnert sich Silke Bergemann, „das ist ein solcher Super-Standort“. Auch für Ihren kleinen Sohn schien ihnen das Freiburger Umfeld viel besser geeignet zum Aufwachsen als die Großstadt Berlin. Das war vor gut acht Jahren. Seitdem gibt es im Alten Wiehrebahnhof das Musikwerk, eine private Musikschule für Pop und Rock.

©Foto:Felix Groteloh

Seit acht Jahren gibt es im Alten Wiehrebahnhof das „Musikwerk“.

Bandprojekte fördern das Zusammenspiel und machen einfach viel mehr Spaß.

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MUSIKSCHULE

die Öffentlichkeitsarbeit und alle praktischen Dinge. „Ich halte hier den Laden zusammen“, lacht sie fröhlich. „Uns ist das Zusammenspiel der Schülerinnen und Schüler ganz wichtig“, betont sie weiter. Deshalb gibt es diverse Bandprojekte und eine Bandcoaching-Woche sowie ein jährliches, großes Schulkonzert. „Da bekomme ich immer Gänsehaut“, gesteht Silke Bergemann. „Wenn man sieht, wie die Schüler groß geworden sind und dann so mutig da oben auf der Bühne stehen…“ Solche Erlebnisse seien „so richtig schöne Momente“, schwärmt die lebhafte Musikschul-Leiterin, die eigentlich Germanistik und Ethnologie studiert hat. Trotz der rund 200 Schülerinnen Profimusiker unterrichten die Schülerinnen und Schüler in speziellen Proberäumen im Alten Wiehrebahnhof.

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©Foto:Felix Groteloh

Familienurlaub mit Kultur- und Erlebnisprogramm für Erwachsene mit Kindern zwischen 6 und 14 Jahren.

und Schüler – Kinder, Jugendliche und zunehmend auch Erwachsene – und den 15 Dozenten und Dozentinnen ist das Musikwerk eine sehr persönliche Musikschule geblieben. Seit kurzem wird hier, Dank der großen Nachfrage, auch klassischer Klavierunterricht angeboten. Seit 2013 gibt es einen weiteren Standort des Musikwerks in Herdern in der Münchhofstraße, der dort von Timo Ernst und Andreas Fuchs geleitet wird. Den Namen „Musikwerk“ erklärt Andy Schumacher so: „Der Begriff ‚Musikwerk‘ soll vermitteln, wie an unseren Schulen mit Spaß und Freude die richtigen Tricks und Kniffe angewendet werden, um das Handwerk Musik zu erlernen. Jede Schülerin und jeder Schüler erlernt im Laufe der Zeit, musikalische Werkzeuge so einzusetzen, dass sie oder er sich mit dem Instrument künstlerisch ausdrücken kann.“ In der Wiehre fühlt sich das Geschäftsführer-Paar des Musikwerks „total wohl“ – längst wohnen sie auch privat hier. Und Silke Bergemann sprüht vor guter Laune: „Uns macht das hier einfach total Spaß! Wir haben ein super kompetentes Team, ein schönes Arbeitsumfeld und fühlen uns alle sehr wohl miteinander“. Barbara Breitsprecher

Jeder kann hier lernen, musikalische Werkzeuge so einzusetzen, dass man sich mit dem Instrument künstlerisch ausdrücken kann.

• Familienurlaub mit Kultur- und Erlebnisprogramm für Jung und Alt • Studiosus-Reiseleiter, die Sehenswürdigkeiten kindgerecht erläutern können und immer ein offenes Ohr für die Fragen und Wünsche der Kinder haben • Familienfreundliche Hotels • Spezielle Unterhaltungsprogramme und kleine Überraschungen • Gesellschaftsspiele, Malutensilien, Bälle etc. werden gestellt

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UNTERNEHMENS-PORTRAIT

Schwerelos

behandeln bei Kniearthrose Schwerelostraining, Vibrationsmassagen und weitere physiotherapeutische Verfahren wirken schmerzhaften Muskelverhärtungen und Muskelschwund gezielt entgegen – und sichern so bei Knie-Arthrose Schmerzfreiheit und Beweglichkeit.

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Mit fortschreitender Arthrose steigt der Leidensdruck: Immer öfter werden Treppensteigen, Bergabgehen sowie das Aufrichten aus der Hocke sowie andere starke Belastungen im Kniegelenk zur Tortur. Dabei sind die Beschwerden im Kniegelenk vielfach nur das kleinere Übel. Die Schmerzen in der Muskulatur oberhalb des Kniegelenks sind häufig noch viel schmerzhafter als die Arthrose selbst. Sie werden ausgelöst durch Muskelverkrampfung als Reaktion auf die Arthrose und Bewegungsmangel. „Der Muskelschwund sowie die Verkürzung und zunehmende Verhärtung des Gewebes führen zu krampfartigen Schmerzen im Oberschenkel“, bringt Martina Wetzel die Problematik auf den Punkt. Diese „Begleiterscheinungen“ erfordern vom Physiotherapeuten eine umfassende Behandlung: „Nur wenn auch die verhärtete und daher schmerzhafte Muskulatur in die Therapie der Kniearthrose mit einbezogen wird, kann ein optimales Ergebnis erzielt werden“, betont die erfahrene Physiotherapeutin.

Promotion

In der physiotherapeutischen Reha der Gelenk-Klinik Gundelfingen setzt man deshalb bei Patienten mit Knie-Arthrose zunächst auf eine systematische und langfristig erhöhte Vitalität des Muskelgewebes: Biomechanische Muskelstimulation - eine Art Vibrationsmassage - und Wärmetherapie verbessern den Stoffwechsel der häufig verhärteten und verkürzten Oberschenkelmuskulatur. „Diese Maßnahmen bilden

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die Grundlage für eine weitere auf Kräftigung und Verbesserung der auf Beweglichkeit abzielenden Krankengymnastik“, betont die Leiterin der Gelenkreha Gundelfingen. „Denn ohne vorausgehende Revitalisierung des Gewebes ist eine Kräftigungstherapie nicht sinnvoll.” Erst im nächsten Schritt empfiehlt Martina Wetzel eine aktivierende Bewegungstherapie. „Sehr wichtig sind normale, vollständige Bewegungsabläufe ohne Ausweichmöglichkeiten oder Schonhinken“. Optimale Unterstützung und neuartigen Auftrieb bietet dabei ein Antigravitations-Laufband. Dieses erlaubt das Joggen nahezu ohne Schwerkraft - das heißt: mit einer Entlastung von bis zu 80 Prozent des eigenen Körpergewichts. Ermöglicht wird das durch eine Kammer auf dem Laufband, in der Luftdruck das Körpergewicht aufhebt. Patienten mit Kniearthrose fühlen sich dadurch beim Laufen entlastet, ähnlich wie beim Aquajogging.

Martina Wetzel

chmerzen bei Kniearthrose sind einer der häufigsten Gründe für Behandlungen beim Krankengymnasten. Sehr oft beginnt das Leiden mit den sogenannten „Anlaufschmerzen“: „Am Morgen nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen sind die ersten Schritte mit dem steifen Knie oft qualvoll“, erklärt die Inhaberin der Gelenkreha Gundelfingen, Physiotherapeutin Martina Wetzel. „Meistens treten die Schmerzen in der Gelenkspalte des Kniegelenks oder rund um das Kniegelenk auf“, erläutert die erfahrene Physiotherapeutin. Hat sich das Knie „warm gelaufen“, so verschwinden die Beschwerden wieder.

n Martina Wetzel Inhaberin Gelenkreha Gundelfingen Alte Bundesstrasse 58, 79194 Gundelfingen Tel: 0761 55 77 58 66 info@gelenkreha.de www.gelenkreha.de


PORTRAIT

Maureen Winterhager

©Foto: privat

Vor 35 Jahren eröffnete Maureen Winterhager ihren ersten Etcetera-Laden, in der Scheffelstraße in der Wiehre. Nach vielen Umzügen ist sie mit ihrem extravaganten Geschäft in der Fischerau in der Innenstadt gelandet. Ihr Motto: Entdecke die Diva in dir!

©Foto: Barbara Breitsprecher

Auffallen?! Die Freiheit nehme ich mir

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lles fing 1981 mit einem Trödel- und Antikgeschäft in der Wiehre an. Maureen Winterhager stammt aus Australien und ist eigentlich Lehrerin für Sprachen. Heute ist sie mit ihrem Schmuckund Hut-Geschäft Etcetera in der Fischerau, wohnt aber nach wie vor in der Wiehre. „Ein Freiburger hat mich in Melbourne geangelt und mich 1970 hierher gebracht“, erzählt sie lachend. Mit großen, orangfarbenen Rucksäcken sind sie damals zu Fuß, mit Zug und Bus über Singapur, Afghanistan und Iran bis nach Europa gekommen. „Mein Lieblingsland war Afghanistan, die Menschen waren dort alle so freundlich.“ In Freiburg angekommen jobbte sie an einer Sprachschule und unterrichtete Erwachsene. Doch die Ehe ging auseinander und sie musste ihr Leben mit kleinem Kind neu überdenken. So kam ihr die Idee, mit einer Freundin einen Antiquitätenladen aufzumachen. Sie kauften im Elsass Trödel ein und verkauften ihn dann wieder – zunächst in ihrer Privatwohnung, dann in

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einem Geschäft in der Scheffelstraße, „das wir ganz blauäugig eröffnet haben“. Mit dem ersten laden war auch der Name geboren: Etcetera. Nach einigen jahren stieg die Freundin aus und Maureen Winterhager zog mit ihrem Laden in die Zasiusstraße um. „Ein alter Handwerksbetrieb im Hinterhof, ganz wunderbar, aber zu versteckt.“ Es folgte ein neuerlicher Umzug, diesmal in die Lorettostraße, Ecke Günterstalstraße. Hier blieb sie mit ihrem Geschäft neun Jahre lang.

©Foto: Barbara Breitsprecher

PORTRAIT

alter Schmuck, Beteck, Bilderrahmen oder kleine Schränke. Dabei entdeckte sie auch ihre Leidenschaft für großen Hollywood-Schmuck, wertvollen, alten Strass-Modeschmuck. Dann kam die Liebe zu Kunststoffschmuck hinzu: Bakelit, Galelit, Zelluloid – aus all diesen Stoffen lässt sich wunderbar Schmuck produzieren. „Modeschmuck wurde in Deutschland immer sehr stiefmütterlich behandelt, in der Nazizeit wurde das dann ganz extrem abgelehnt.“ Viele der von ihr gesammelten

Eine Zeitlang arbeitet sie vormittags an der Sprachschule und nachmittags stand sie in ihrem Laden, doch dann kam das zweite Kind und sie gab das Unterrichten auf. Als sie von einer freien Ladenfläche in der Dietler-Passage hörte, packte sie die Lust, in die Innenstadt umzuziehen. Auch dort blieb sie neun Jahre lang. Die Nachbargeschäfte änderten sich und Maureen Winterhager beschloss in die Grünwälderstraße zu wechseln. Nach weiteren fünf Jahren dort, wurde ihr eines Tages Räume in der Fischerau angeboten. „Ich sah mir den Laden an und alles in mir hat sofort gelächelt“, erinnert sie sich. Seit einem Jahr ist sie mit Etcetera nun in dem beschaulichen Sträßchen Zuhause und fühlt sich hier in dem alten Häuschen mit kleinem Hinterhof sehr wohl. Mit ihrem Geschäft und ihrem leben steht sie für Farben und Formen. „Freiburger Frauen könnten ruhig wagen, ein wenig femininer zu sein“, ermuntert sie fröhlich. Beunruhigend findet sie, wie Frauen über 60 sich oftmals aufgeben und in der Menge zu verschwinden scheinen. „Beige macht unsichtbar. Farben dagegen strahlen etwas aus. Das überträgt sich auch auf die Stimmung.“ Und ganz energisch fordert sie die Erkenntnis ein: „Wir leben jetzt! Das ist keine Generalprobe!“ Vom Trödelladen hat sie sich mit ihrem Geschäft Etcetera nach und nach weg entwickelt. In den USA kaufte sie zunächst noch Antikes ein, wie

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©Foto: Barbara Breitsprecher

©Foto: privat

Maureen Winterhager

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Freiburger Frauen könnten ruhig wagen, ein wenig femininer zu sein. Beige macht unsichtbar. Farben dagegen strahlen etwas aus. Maureen Winterhager liebt Freiburg über alles: „Das ist meine Stadt!“

Mode-Schmuckstücke stammen von emigrierten jüdischen Designern. Schmuck tragen, sich schmücken, das macht Spaß. Aber: „es muss kein echter sein“, ist Maureen Winterhager überzeugt. „Man braucht nicht sein Scheckheft um den Hals zu tragen, wie Coco Chanel es mal formuliert hat.“ In ihrem Laden hat Maureen Winterhager etliche wertvolle Originalstücke, darunter beispielsweise auch einen Armreif, den die legendäre Tänzerin und Sängerin Josephine Baker in den 1930er Jahren für eine Freundin herstellen ließ. Darin versteckt ist ein Puderdöschen mit Quaste und kleinem Spiegel. Modeschmuck steckt voller Überraschungen und Ideen. Da kann man sich Pralinen um den Hals hängen, kleine Comicfiguren an die Ohren stecken und mit breiten, bunten Armreifen klimpern. „Modeschmuck ist unglaublich kreativ, da werden auch schon mal Gartenschläuche und Topfputzer verwendet.“ Viele dieser Werke sind echte Unikate. Maureen Winterhager ist es wichtig, junge deutsche Schmuck-Designer zu


PORTRAIT

fördern, von Produktionen aus sogenannten Billiglohnländern hält sie nichts. Seit den späten 1990ern verkauft sie auch Hüte und kleine originelle Fascinator – kleine, flippige Gestecke fürs Haar, quasi eine Mischung aus Spange und Hütchen – macht sie auch selbst. Den Hummer beispielsweise auf ihrem Kopf auf dem Foto der Titelseite, hat sie selbst kreiert. Zu ihrem Bedauern tragen die Frauen hierzulande nur recht selten Hüte, ganz anders als in England. Hier werden sie vor allem zu Hochzeiten oder Motto-Parties gesucht. Wenn die lebendige Maureen Winterhager ins Erzählen kommt, bricht sich die ganze Leidenschaft und ihr ganze

©Foto: Barbara Breitsprecher

Ein GRUND zur Freude! Gerade Zähne in kurzer Zeit.

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Die legendäre Tänzerin und Sängerin Josephine Baker ließ diesen Armreif herstellen, in dem Puderquaste und Spiegel versteckt sind.

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Man sollte entweder selbst ein Kunstwerk sein oder ein Kunstwerk tragen.  O W

©Foto: Barbara Breitsprecher

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Medizinische Notwendigkeit oder sinnlose Quälerei?

Tierversuche

Häufig hört man, Tierversuche seien notwendig, um Produkte sicher zu machen und neue Behandlungsmethoden für kranke Menschen zu finden.

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Silke Strittmatter

©Foto: privat

a menschliche Krankheiten bei Tieren nicht vorkommen, werden die Symptome künstlich nachgeahmt. Um Parkinson auszulösen, wird bei Affen ein Nervengift in das Gehirn injiziert. Krebs wird bei Mäusen durch Genmanipulation oder Injektion von Krebszellen hervorgerufen. Einen Schlaganfall versucht man durch das Einfädeln eines Fadens in eine Hirnarterie bei Mäusen zu simulieren. Die Zuckerkrankheit wird durch Injektion eines Giftes in Ratten erzeugt, ein Herzinfarkt bei Hunden durch Zuziehen einer von außen bedienbaren Schlinge um ein Herzkranzgefäß. Die menschliche Depression wird an genveränderten Mäusen erforscht, so auch in Freiburg. Unter anderem wird eine Maus mit Klebeband am Schwanz an einer Stange festgeklebt. Wenn sie aufhört zu zappeln und sich hängen lässt, gilt das als depressives Verhalten. Tiere werden zu Messinstrumenten degradiert und Tierversuche spielen eine Verbrauchersicherheit vor, die nicht gegeben ist. Abgesehen von der Realitätsferne, erlaubt das Tierexperiment keine zuverlässige Aussage darüber, inwieweit sich der menschliche und der tierische Organismus vergleichbar verhalten. Arsen ist giftig für Menschen, dagegen gut verträglich für Schafe. Cortison ist verträglich für Menschen, führt aber bei Mäusen zu Missbildungen. Paracetamol wird von Menschen gut vertragen, für Katzen ist es Gift. Eine Folge des tierexperimentellen Systems sind die aufgrund von Tierversuchen für sicher gehaltenen Medikamente, welche wieder vom Markt genommen werden müssen, weil sie beim Menschen schwerwiegende oder gar tödliche Nebenwirkungen hervorrufen wie das Diabetesmedikament Avandia, das Schmerzmittel Vioxx oder das Herzmedika-

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ment Trasylol. In Deutschland sterben jährlich rund 60.000 Menschen an aufgrund von Tierversuchen für sicher und wirksam erachteten Medikamenten. 92 bis 95 Prozent aller im Tierversuch erfolgreich getesteten Arzneien versagen in den nachfolgenden klinischen Studien am Menschen. Selbst nach Marktzulassung müssen bis zu 50 Prozent der Medikamente mit Warnhinweisen versehen oder ganz zurückgezogen werden. Gleichzeitig bleiben uns Therapien vorenthalten, da nützliche Arzneimittel fälschlicherweise im Tierversuch aussortiert werden. Das ist unvereinbar mit einer modernen Humanmedizin. Eine Abkehr vom alterherkömmlichen tierexperimentellen System zu Gunsten zeitgemäßer tierversuchsfreier Forschung ist notwendig, um die Basis zu schaffen für den best möglichen Schutz des Menschen vor unerwünschten Nebenwirkungen und zur Entwicklung von patientenspezifischen Therapiemöglichkeiten. Durch groß angelegte epidemiologische Studien konnte gezeigt werden, dass die heutigen Zivilisationskrankheiten vor allem durch Faktoren wie Rauchen, Alkoholmissbrauch, fleisch- und fettreiche Ernährung, Stress und mangelnde Bewegung bedingt sind. Potentielle Wirkstoffe können mit Zellsystemen oder ausgeklügelten Computersimulationen, die auf menschlichen Daten basieren und die Verstoffwechslung einer Substanz im menschlichen Körper detailliert darstellen, getestet werden. Mit Organchips werden wie in einem künstlichen Mini-Menschen Auswirkungen auf Leber, Darm, Herz oder Niere erforscht. Die Kombination solcher Verfahren liefert für den Menschen aussagekräftige Ergebnisse. Dipl. Biologin Silke Strittmatter, Pressesprecherin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. besteht seit 1979 und ist ein bundesweiter Zusammenschluss aus Ärzten, Tierärzten und Naturwissenschaftlern, die Tierversuche aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen ablehnen. www.aerzte-gegen-tierversuche.de


G A S T R OT I P P

Augustiner im Bankepeter

Deftig Traditionell & festliche Abende Jetzt beginnt die richtige Jahreszeit für deftige Gerichte. Das Augustiner im Bankepeter in der Schwarzwaldstraße bietet in seiner gemütlichen, offenen und unkomplizierten Gaststätte eine traditionelle badische Karte an, auf der unter anderem Flädlesuppe und Leberle zu finden sind. Bodo Zink, der das Augustiner seit über zwölf Jahren erfolgreich betreibt, und sein Küchenchef Christian Hörster lieben es einfallsreich, und dazu gehören auch pfiffige Ideen, um Tradition und Moderne auf dem Teller zu vereinen. Diese gelungene Mischung zeigt sich auch im Augustiner selbst: Neben dem gemütlichen Gastraum und dem hellen Wintergarten gibt es eine lässige Lounge, die jeden Freitag und Samstag bis zwei Uhr nachts geöffnet hat. Hier schüttelt und rührt der bekannte Barmixer Franky Le Shaker seine legendären Cocktails. Er bietet übrigens auch eine Cocktailschulung an, eine extravagante

Geschenkidee oder Tipp für einen Firmenausflug. Im Augustiner ist alles möglich: Nur auf ein Bier mit Häppchen vorbei kommen oder aber gut essen, beispielsweise ein saftiges Steak mit frei wählbaren

Silvestermenü am 31. 12. Dreierlei Fisch Hausgebeizter Lachs, ­geräucherte Forelle & Makrele, Meerrettichcreme, Rucolasalat *** Geflügel-Kokossuppe Hähnchencroutons , Sesam, leichte Chillinote *** Roastbeef „Augustiner-Art“ Eingelegt in Orangen und Kräutern, leichte Malz & Hopfennote,

Speckbohnenröllchen, römische Nocken *** Pollo Fino Involtini Vanillekarotten im Lauchmantel, Kürbis-Kartoffelpüree *** Dessert „surprise“ Im Anschluss gibt es Tanz und Musik in der Cocktaillounge. 5-Gang-Menü inklusive Aperitif 59,00 Euro (nur mit Reservierung)

Beilagen. Kein Wunder, dass sich hier Menschen aller Altersgruppen wohlfühlen. Jeden Sonntag ist von 11.30 bis 22 Uhr großer Schnitzeltag im Augustiner. Bei den günstigen Preisen ist dieser Tag schon beinahe so etwas wie ein etablierter Familientag an dem gerne auch mal drei Generationen an einem Tisch sitzen. Und bevor es einem der Kinder langweilig werden kann, kommt eines der vielen vorrätigen Brettspiele auf den Tisch. Am 25. und 26. Dezember bietet das Augustiner zwischen 11.30 und 24 Uhr exklusive Einzelgerichte an, die wunderbar zu einem individuellen Menü kombiniert werden können. Am 24. 12. ist das Augustiner geschlossen, ebenso vom 27. bis 30. 12. und vom 1. bis 4. 1. 2017.

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©Foto: WEG

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er Freiburger Schüler Fabio Debus hat den Ersten Platz beim Gründerwettbewerb Startup Teens in Berlin gewonnen. Der 17-jährige Schüler des Walter-EuckenGymnasiums hat den mit 10.000 Euro dotierten ersten Platz für eine von ihm entwickelte App bekommen.

Fabio Debus hat damit sein unternehmerisches Potenzial und gleichzeitig soziales Engagement bewiesen. Der 17-jährige hat eine App entwickelt, welche die Kommunikation zwischen Flüchtlingen, Helfern und der lokalen Wirtschaft durch ein Anfrage-Antwortsystem erleichtern soll. Die App „Refascent“ (auf www.refascent.org kann die App heruntegeladen und kostenfrei getestet werden) – die für den gesellschaftlichen Aufstieg (ascent) und die soziale Integration von Flüchtlingen (refugee) steht – soll

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Flüchtlinge und Helfer zusammenbringen und Sprachbarrieren überbrücken. Hierbei hilft eine Übersetzungsmöglichkeit in 28 Sprachen. Fabio Debus hat schon weitere unternehmerische Ideen, zum Beispiel die Gründung einer GmbH, die er mit der Anschubfinanzierung durch das Preisgeld umsetzen möchte. „Ich wollte schon immer mein eigenes Ding machen“, so Fabio Debus, dem die Idee zur App tatsächlich kam, als er eine Reinigungs-Werbung sah. Der Schüler des Wirtschaftsgymnasiums


©Foto: WEG

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Preisverleihung in Berlin im vergangenen Juni: Preisträger Fabio Debus wird zu

der von ihm entwickelten App von Journalisten befragt.

freut sich, dass die Resonanz auf seine Organisations- und Kommunikationsplattform bei Helfern und Organisationen, wie beispielsweise dem Deutschen Roten Kreuz, groß ist. Im Prinzip funktioniert die App wie eine digitale Kleinanzeige. Beispielsweise kann ein Flüchtling, der bestimmte Behördengänge erledigen muss, über diese App nach ehrenamtlichen Helfern suchen, die mit ihm zum Amt gehen. Umgekehrt kann ein Bürger oder 10 Jahre Schuhwerk eine über die App zum Beispiel nach Unterstützung 10Bürgerin % bis Ende März

bei der Gartenarbeit suchen und hier Flüchtlingen einen Job anbieten. Fabio Debus hat die Erfahrung gemacht, dass die meisten Flüchtlinge gerne arbeiten und sich einbringen würden, statt passiv zu sein. Unterstützung hat Fabio Debus bei der Entwicklung seiner App von einer Schweizer Firma bekommen. Mit seiner Seite refascent.org verfolgt der Schüler eine echte Mission: „Seit Mitte 2015 gibt es leider eine große Anzahl an Menschen die aus ihrer Heimat flüchten müssen, aber nicht die Möglichkeit bekommen sich in dem neuen Land zu integrieren. Wir wollen genau diesen Schritt der Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt erleichtern.“ Dafür sucht er noch Mitstreiter. Doch jetzt steht für den Schüler dann erst einmal im kommenden Jahr das Abitur an und danach will er wahrscheinlich „International Management“ studieren. bb

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B ÄU M E

Erfahrungen in der Wiehre

©Foto: Shutterstock, tharathep lomchid

Von Bäumen und Menschen Eine hundertjährige Buche produziert pro Stunde etwa 1,7 Kilogramm Sauerstoff. Das ist die Menge, die etwa 50 Menschen in der Stunde benötigen. Ein Gastbeitrag von einem Baumfreund aus der Wiehre.

Baumreihen in der Hildastraße (oben) und in der Scheffelstraße (unten). Fotos: Dietrich von Heymann

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Was passiert, wenn man vor seinem Schlafzimmerfenster einen Baum haben möchte? Dietrich von Heymann hat da seine Erfahrungen gemacht. Bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Evangelische Theologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und verfasste wegweisende Schriften zum kirchlichen Management. Er beschäftigte sich darüber hinaus mit Fragen der Philosophie, Humanität und Ethik und betreibt eine eigene Praxis als Heilpraktiker in der Erwinstraße. Hier schreibt er über seine Erfahrungen mit Bäumen in der Wiehre. Nehmen wir an: Der Mensch wächst vom Kopf aus. Somit entsprechen die Haare den Wurzeln der Bäume. Arme und Beine sind wie ausladende Äste. Bildlich gesprochen laufen die Menschen also auf ihren dünnen höchsten Ästen. Vor Jahren war die Scheffelstraße „baumfrei“, und ich hätte so gern einen Baum vor meinem Schlafzimmer-Fenster gehabt. Bäume verändern das Mikro-Klima zu unserem Vorteil, denn sie geben zum Beispiel Sauerstoff ab, besonders dann wenn die Stadt schläft. Eine 100-jährige Buche produziert pro Stunde etwa 1,7 Kilogramm Sauerstoff. Das ist die Menge,

die etwa 50 Menschen in der Stunde zum Atmen benötigen. Außerdem spenden sie Schatten, vermindern Lärm, filtern Staub, schaffen Lebensraum für Vögel und Käfer und verschönern – besonders jetzt im Herbst - in bunten Farben unsere Stadt. Und trotzdem: Kürzlich sagte mir ein Wiehre-Mitbürger: „Ich möchte von meiner Wohnung aus nicht auf einen Baum sehen.“ Dafür lassen manche lieber die Rollläden herunter oder stellen lächerliche Sonnenschirme auf den Balkon. Warum stört der Baum? Bäume haben den Menschen voraus, dass sie oft über einen weiten Überblick verfügen. Das zeigt manchen Bewohnern ihren engen Horizont. Man kann sich aber vor einem Baum auch ehrfürchtig verneigen oder ihn umarmen, wie es einst Bismarck tat, wenn er in großen Nöten war, denn ein Baum besitzt viel Energie. Vor Jahren wollte ich also vor mein Schlafzimmer einen Baum pflanzen. Als ordentlicher Bürger ging ich zum Gartenamt. „Wir können Ihnen die Genehmigung nicht geben, denn wir wissen nicht, ob dort Gasleitungen liegen. Das entscheidet die Badenova.“ Also zur Badenova: „Das können wir nicht genehmigen, denn wir wissen nicht, ob da Telefonleitungen liegen. Das kann nur


B ÄU M E

die Telekom.“ Also zur Telekom. „Das ble beschreibt im Fachblatt Journal of können wir Ihnen nicht genehmigen, the Royal Society Interface, dass Uldenn wir wissen nicht, ob da Zu- oder traschall-Sensoren erfassen können, Abwasserleitungen liegen; das kann wie sehr Bäume unter Wassermangel nur das städtische Bauamt.“ Also leiden. zum Bauamt. „So etwas genehmigen Ein Ahorn hatte neben sich einen wir nicht, das macht das StadtplaBruder, zu dem beugte er sich immer nungsamt.“ Also dahin. „Nein, nein, weiter hinüber. Über die Jahre war wir machen das nicht; das muss das dieser ebenso ansehnlich und groß Gartenamt prüfen.“ Zum Schluss habe geworden. Aber ihre Zuneigung zuich alle (!) möglichen Ämter mit einem einander wurde ihnen zum VerhängBrief versehen: „Ich möchte doch nur nis, denn sie machten die Sicht für einen Baum pflanzen; ich bezahle ihn manche Menschen klein. Dabei hätte Damit Handwerker besser arbeiten konnten, musste dieser auch.“ Schließlich kam die Antwort der Baum gern vor der aggressiven Baum in der Scheffelstraße weichen. nach eineinhalb Jahren: „Das machen Sonne geschützt und hübschen Vö Foto: Dietrich von Heymann wir – und zwar gleich für die ganze geln Lebensraum geboten. Er durfte Scheffelstrasse.“ Und weil nicht jeder nicht weiter wachsen. Eine Nachbarin gern auf einen Baum schaut (s.o.), sind wenn sie zu vertrocknen drohen. Sie erzählt, dass sie bei seinem Tod zu weibis heute Baumlücken in dieser Straße. „schreien“ also nach Wasser. Menschen nen anfing. Manche Bilder sind zum Weinen. Handkönnen die hohe Frequenz (zwischen Eine etwa 100 Jahre alte Buche ist etwa werker in der Scheffelstraße wollten 50 und 500 Kilohertz) allerdings nicht 20 Meter hoch und trägt eine Krone mit besser arbeiten können, also musste ein hören. Nur der Borkenkäfer vernimmt rund zwölf Metern Durchmesser. Mit gesunder Baum weichen – und sterben. die Todesmelodie und stürzt sich sofort mehr als 600.000 Blättern verzehnfacht Können Bäume weinen? Amerikanische gefräßig auf den Baum. Ein Team um Alsie ihre etwa 1200 Quadratmeter BlattWissenschaftler fanden heraus, dass Bäuexandre Ponomarenko vom Laboratoire fläche. Durch die Lufträume des Blattgeme tatsächlich Töne von sich geben, Interdisciplinaire de Physique in Grenowebes entsteht eine Gesamt-Oberfläche

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Freiburg Wiehre Stadtteilmagazin | 21


Dieser Mammutbaum in der Wiehre überragt die Häuser und sprengt Betonmauern – er scheint vor Kraft zu strotzen.

für den Gasaustausch von etwa 15.000 Quadratmetern – also zwei Fußballfelder. 9400 Liter, die 18 Kilogramm Kohlendioxid entsprechen, verarbeitet solch ein Baum an einem Sonnentag. Bei einem Gehalt von 0,03 Prozent Kohlendioxid in der Luft strömen etwa 36.000 Kubikmeter Luft durch diese Blätter. Die in der Luft schwebenden Bakterien, Pilzsporen, Staub und andere schädliche Stoffe werden dabei ausgefiltert. Gleichzeitig wird die Luft angefeuchtet, denn etwa 400 Dietrich von Heymann

Theologe und Heilpraktiker Geboren 1935, Studium der Kirchenmusik, Philosophie und Evangelische Theologie, Gymnasiallehrer, Leitung einer Internatsschule, danach Forschung und Promotion. Von 1974 bis zur Emeritierung 2000 Professor für Evangelische Theologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Seit 1998 Heilpraktiker mit eigener Naturheilpraxis. Zahlreiche Veröffentlichungen in Rundfunk und Fachzeitschriften zu Bildungsfragen, Theologie und Management.

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Liter Wasser verbraucht und verdunstet der Baum am Tag. Die 13 Kilogramm Sauerstoff, die dabei vom Baum durch die Fotosynthese gebildet werden, decken den Bedarf von etwa zehn Menschen. Außerdem produziert der Baum an diesem Tag zwölf Kilogramm Zucker, aus dem er alle seine organischen Stoffe aufbaut. Einen Teil speichert er als Stärke, aus einem anderen entsteht das Holz. Wenn nun dieser Baum gefällt wird, weil eine neue Straße oder ein Carport gebaut wird oder weil jemand sich beschwert, so müsste man etwa 2000 junge Bäume als Ersatz dafür pflanzen. Vor unserem Haus steht ein mächtiger, majestätischer Mammutbaum, nicht der einzige in der Wiehre. Er wurde wohl vor über 100 Jahren gepflanzt und überragt längst das Haus. Am Boden schiebt er eine Betonwand zur Seite. Wer hat so viel Kraft? Jemand sagte kürzlich über ihn: „So ein Baum gehört nicht hierher.“ Aber: Welche Menschen „gehören“ denn in die Wiehre? Dem Mammutbaum gegenüber befindet sich ein kleiner Vorgarten. Dort stand vor Jahren eine hohe Tanne, deren Geschichte auch mit dem Tod endet. Es gab in der Wiehre früher kleine Läden. Jeden Morgen ganz früh machte sich Herr M. mit Fahrrad und Anhänger auf, um im Großmarkt das einzukaufen, was es später bei ihm zu kaufen gab: frisches Obst, Gemüse, Salat. Aus einem Urlaub im Schwarzwald brachten er und seine Frau einst eine kleine Tanne mit, die sie in den Vorgarten pflanzten. Diese wuchs und wurde jedes Jahr zu Weihnachten mit elektrischen Kerzen erleuchtet, so dass ein von Jahr zu Jahr größerer Baum festlich erstrahlte. Doch dann zogen andere Menschen ins Haus ein, die sagten: „Dieser Baum muss weg, er gehört nicht hierher.“ Als das Ehepaar gestorben war, wurde der Baum um des lieben Friedens willen gefällt. Johann Wolfgang von Goethe nimmt in seinem Alterswerk Faust II im letzten Akt die Legende des Ovid von Philemon und Baucis auf: Zwei als Wanderer verkleidete Götter, Jupiter und sein Sohn Hermes, sind auf Erden unterwegs und suchen verzweifelt nach einer Unterkunft und werden allenthalben abgewiesen. Nur ein altes Ehepaar nimmt sie trotz eigener bitterer Armut auf und bewirtet sie. Als die Fremden gehen, offenbaren sie sich

©Foto: Dietrich von Heymann

©Foto: Dietrich von Hheymann

B ÄU M E

Ginkgo-Bäume waren die ersten Pflanzen, die nach der Atombombe auf Hirsohima wieder in der verseuchten Erde wuchsen.

als Götter. Die beiden Alten äußern ihren sehnlichen Wunsch, gemeinsam zu sterben und für immer zusammen bleiben zu dürfen. Das in Liebe vereinte Paar erfährt seine Belohnung für die Gastfreundschaft am Ende des Lebens, denn da erfüllen die Götter ihren Wunsch. Als die letzten Lebensgeister das Paar verlassen, verwandeln Zeus und Hermes die beiden in zwei Bäume: Philemon wird eine Eiche und Baucis eine Linde. Und so stehen und bleiben sie beieinander. Nachdem am 9. August 1945 eine Atombombe Hiroshima dem Erdboden gleich gemacht und alles Leben zerstört hatte, war nach einigen Wochen der Ginkgo-Baum das erste Lebewesen, das aus dem verseuchten Boden heraus erneut spross: So stark ist das Leben der Bäume. Bäume sind kleine Welten, in denen jeden Tag Millionen einzigartiger Geschichten passieren. Sie ähneln uns Menschen. So haben sie ihre eigenen Familien, verständigen sich untereinander und graben einem unliebsamen Nachbarn auch mal das Wasser ab. Sie können Gefühle wie Trauer oder „Zuneigung“ zeigen und können krank werden. Anders als wir Menschen zerstören sie aber niemals die Umwelt. So ganz verstanden haben wir die Bäume noch lange nicht. Nur so viel ist klar: Ohne Bäume wäre das Leben der Menschen zu Ende.  Dietrich von Heymann


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Zu Fuß durch die Fahrradstadt Freiburg: „Fußverkehrs-­Check“ im Stadtteil Wiehre. Am 30. November findet ein Abschluss-Workshop statt.

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ie Fußgängerfreundlichkeit des Stadtteils Wiehre wird geprüft. Die Wiehre ist Teil eines Projekts, das in acht baden-württembergischen Kommunen das Zufußgehen wieder als eigenständige Form der Mobilität bei Politik und Verwaltung ins Bewusstsein rücken und fördern soll. „Wir wollen mit diesem Projekt herausfinden, wie wir das Zufußgehen in einem typischen gründerzeitlich geprägten und innenstadtnahen Stadtteil wie der Wiehre attraktiver gestalten und fördern können,“ erklärt Baubürgermeister Martin Haag. Bei diesem „Fußverkehrs-Check“ bewerten Bürgerinnen und Bürger, Politik und Verwaltung die Situation der Fußgängerinnen und Fußgänger vor Ort. Die zwei Begehungen des Stadtteils sollten Schwächen ermitteln und mögliche Lösungsansätze aufzeigen. Bei den Begehungen in der Wiehre haben zwischen zehn und 20 Personen teilgenommen. Es gab Anregungen, etwa, dass es immer wieder Probleme mit Radfahrern gibt, die auf Gehwegen fahren würden, dass Gehwege zu schmal seien, oder dass Bereiche für Geh- und Sehbehinderte nicht optimal gestaltet seien. Darüber hinaus gab es Anregungen zu konkreten Verkehrssituationen, wie zum Beispiel der teilweise schwierige Zugang der Stadtbahnhaltestelle „Brauerei Ganter“, die unübersichtlichen Fußgängerquerungen an der Kreuzung am Alten Wiehrebahnhof (besonders an Markttagen), oder die Gesamtsituation für Zu-Fuß-Gehende am Gerwigplatz. Ein öffentlicher Abschluss-Workshop findet am 30. November statt. Dort werden die Erkenntnisse aus den Begehungen zu einem zusammenfassenden Abschlussbericht erstellt. Zu den acht für 2016 ausgewählten Kommunen, die einen solchen Fußverkehrs-Check machen, gehören neben Freiburg auch Bad Säckingen, Heilbronn, Herrenberg, Karlsbad, Lahr, Ludwigsburg und Rangendingen. Auf eigene Kosten beteiligt sich zusätzlich Singen. Die Checks sollen dazu beitragen, den Fußverkehr stärker in das Bewusstsein von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft zu rücken und eine neue Geh-Kultur im Land zu entwickeln. Die Maßnahme wird vom Ministerium für Verkehr finanziert. Die Landesregierung hat sich vorgenommen, bis 2030 den Anteil des Fußverkehrs auf allen Wegen auf landesweit 30 Prozent zu erhöhen. Die Auswahl der Kommunen nahm eine Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern des Städtetags, der Universität Stuttgart, des Fachverbands FUSS e. V., der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie des Ministeriums für Verkehr vor. bb

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Lorettobad

EISZEIT IM LORETTO DAMENBAD V

ergangene Sommersaison kam es im Loretto-Frauenbad immer wieder zu Spannungen zwischen weiblichen Stammgästen und muslimischen Frauen, die teilweise von weit her anreisen, um die Freiheiten, die ihnen dieses Bad gewährt, zu nutzen. Einmal kam es vergangenen Sommer sogar zu einem handfesten Streit, den die schließlich Polizei auflösen musste. Die Stadtverwaltung will deshalb für die nächste Saison neue Regeln fürs „Lollo“ festlegen. Dazu hat sich jetzt auch Pro Familia eingebracht und eigene Handlungsempfehlungen vorgelegt.

Die Hoffnung der Pro Familia-Mitarbeiterinnen ist, auf diesem Weg ein fried- und verständnisvolles Miteinander in dem beliebten Frauenbad zu erreichen. Die zunehmende Zahl der muslimischen Besucherinnen, die teilweise aus dem Elsass kommen und sogar mehrere hundert Kilometer Fahrweg auf sich nehmen, für einen Besuch im Loretto-Frauenbad, suchen nach einem passenden Schutzraum für ihren Badeaufenthalt. Doch die Liegefläche und das Schwimmbecken sind relativ klein und die Bedürfnisse der Besucherinnen insgesamt sehr unterschiedlich. Viele wollen einfach nur ihre Ruhe finden, abseits von männlichen Blicken,

Frauenbad im „Lollo“

Warum gehen Frauen in diesen Bereich?

Unter Frauen

Keine Männerblicke

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Oben ohne (sonnen)baden

Freundinnen treffen

Als Muslima geschützt

Gute Atmosphäre

Ruhe/ Entspannung


©Foto: Regio Bäder GmbH

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wollen mit Freundinnen plaudern oder ein Buch lesen. Andere – und das sind meist die „neuen“ Badegäste – kommen mit vielen Kindern und in großen Gruppen, sie wollen picknicken und sich ausbreiten. Das Lorettobad hat jedoch keine adäquate Ausstattung für Kinder, weder gibt es Spielmöglichkeiten noch einen Sonnenschutz. Von städtischer Seite gibt es von daher nun die Überlegungen, nur noch Kinder unter drei Jahren und nur noch eine begrenzte Zahl an Besucherinnen ins Bad hinein zu lassen. Außerdem gibt es Pläne, künftig männliche Bademeister und zusätzlich Sicherheitspersonal einzusetzen. Pro Familia hält nicht alle dieser Vorschläge für gut, da sie teilweise „ausgrenzend und nicht integrativ“ seien. Der Verband hatte noch vergangenen Sommer deshalb eine Umfrage unter den Badbesucherinnen gestartet. Annette Joggerst, die Leiterin des interkulturellen Projekts „Elele ileriye“,

das sich zum Ziel gesetzt hat, sich mit der jetzigen und künftigen Elterngeneration der islamischen Bevölkerung über Themen wie Familienplanung, Schwangerschaft, sexuelle Bildung etc. auseinander zu setzen, hat die Umfrageergebnisse ausgewertet (siehe Statistik-Auszug unten). Sie ist überzeugt, dass durch einen männlichen Bademeister viele muslimische Frauen und Mädchen ausgegrenzt würden, da sie das Bad dann nicht mehr besuchen könnten. Ebenso würden Mütter ausgegrenzt, wenn nur noch Kinder unter drei Jahren ins Bad dürften. Und auch muslimischen Teenagermädchen mit muslimischem Hintergrund bliebe ohne das Loretto-Frauenbad keine Alternative, denn nur hier in diesem Bad können sie ihre Kopftücher ablegen und im Bikini Sonne und Schwimmbad genießen. „Es gehört zu ihrer Lebenswelt im Sommer sich mit Freundinnen zu treffen und dort schwimmen gehen zu dürfen. Gerade Mädchen mit Migrationshintergrund, die selten in Sportvereinsstrukturen aufzufinden sind, haben somit auch die Möglichkeit, hier eine Form der sportlichen Betätigung zu finden“, bestätigt auch Susanne Güntner vom Jugendzentrum Stühlinger. Annette Joggerst hat sich inzwischen mit Oberbürgermeister Dieter Salomon getroffen, und ihm das Umfrageergebnis sowie die Handlungsempfehlungen von Pro Familia vorgelegt. Im Ergebnis will der OB nun doch von einem männlichen Bademeister absehen. Auch die muslimischen Mädchen sollen in die weiteren Überlegungen mit einbezogen werden. Nach wie vor plant er eine zahlenmäßige Begrenzung der Besucherinnen. Auf die Empfehlung, die Liegefläche des Bads zu vergrößern, gab es bislang keine abschließende Antwort, ebenso wenig auf den Vorschlag, eine kulturelle Mittlerin statt Sicherheitspersonal einzustellen. Gerne hätte Annette Joggerst ihre anschauliche Präsentation auch dem Bürgerverein Mittel- und Unterwiehre vorgestellt, der sich energisch dafür ausgesprochen hat, dass künftig per Ausweiskontrolle dafür gesorgt werden soll, dass nur noch Freiburgerinnen das Damenbad benutzen dürfen. Bislang hat sie von dort aber noch keine Antwort erhalten. Barbara Breitsprecher

Einen männlichen Bademeister soll es im Frauenbad nun doch nicht geben. Vielleicht wäre eine kulturelle Mittlerin hilfreich.

Annette Joggerst

©Foto: Regio Bäder GmbH

Sozialarbeiterin und Lorettobad-Fan Annette Joggerst ist Diplomsozialarbeiterin, studiert hat sie an der Katholischen Hochschule Freiburg, außerdem ist sie Kunsttherapeutin. Seit 25 Jahren lebt sie in Freiburg und ist ebenfalls eine Lorettobad-Frauenbadbesucherin. Acht Jahre lang leitete sie das Mehrgenerationenhaus Rotes Haus in Waldkirch, seit fünf Jahren arbeitet sie bei Pro Familia Freiburg. Dort leitete sie zunächst die Außenstelle in Freiburg-Haslach, seit April 2016 ist sie Leiterin des Interkulturellen Projekts „elele ileriye“ – was türkisch für „Hand in Hand“ ist. Das Projekt gestaltet sie zusammen mit ihrer muslimisch geprägten Kollegin Sare Sagdic-Begas.

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KINDER- UND JUGENDSEITE

DER „HUNDESCHWIMMBAD“-COMIC

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KINDER- UND JUGENDSEITE

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Theaterstück nach J. K. Rowling. Eine Buchkritik.

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ach einem so großen Erfolg, wie bei Joanne K. Rowling sind natürlich alle Harry Potter-Fans total begeistert, dass es nach den sieben Romanen nun eine weitere Fortsetzung gibt. Doch der achte Band ist nicht als normales Buch geschrieben, sondern als Theaterstück (Drama). Das Buch basiert auf der Geschichte von J. K. Rowling und dem Drehbuch von John Tiffany. Jack Throne hat das Theaterstück dann geschrieben. In der gleichen aufregenden Zauberwelt, in der auch Harry aufgewachsen ist, erlebt nun sein Sohn Albus Severus Potter 19 Jahre später eine nicht gerade einfache Jugend. Im „Hogwarts Express“, der die Schüler immer zur Zauberschule fährt, lernt Albus den Sohn von Draco Malfoy, Scorpius, kennen und freundet sich mit ihm an. Zu Harrys Enttäuschung kommt Albus nach Slytherin, das Haus in dem auch Tom Riddle (Lord Voldemort) einst war. Natürlich ist es für den Jungen auch nicht leicht einen so berühmten Vater wie Harry Potter zu haben und selbst nicht im Geringsten an dessen heldenhafte Taten heranzukommen. Doch als Albus versucht, zu zeigen, dass auch er sehr mutig ist, richtet er mit Scorpius großes Unheil an, das nicht so leicht wieder gut zu machen ist… Mit spannenden Zeitreisen und tollen Charakteren tauchen Leserin und Leser in eine neue fesselnde Welt ein. Ich finde das Buch sehr gut geschrieben und nicht im geringsten langweilig, weil es noch einmal eine neue Seite der ganzen Harry-Potter-Geschichte zeigt, und kann es jedem nur empfehlen. Aber man sollte davor vielleicht doch die ersten sieben Harry-Potter-Bücher gelesen haben, sonst wäre das Buch wahrscheinlich unverständlich und nur halb so lustig, spannend und interessant. Elena Lukanow, 13 Jahre

Harry Potter und das verwunschene Kind, Carlsen Verlag, ISBN 978-3-551-55900-5, Seiten 336, 19,99 €

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Schreib etwas über Dein Lieblingsbuch Habt Ihr auch ein Lieblingsbuch, das Ihr gerne vorstellen wollt und über das Ihr eine Rezension schreiben möchtet, damit andere Lust bekommen, es auch zu lesen? Dann schickt uns Euren Text mit allen Infos zum Buch, schreibt dazu, wie Ihr heißt und wie alt Ihr seid, und wir veröffentlichen Euer Werk auf einer unseren Kinder- und Jugendseiten. Schickt uns Euren Text an redaktion@zas-freiburg, unter dem Stichwort „Kinderseite“. Wir freuen uns auf Eure Einsendungen!

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UNTERNEHMENS-PORTRAIT

Sichere Fenster und Türen

MECHANISCH ODER PER FERNWARTUNG Sicherheitsausstellung bei Götz+Moriz Service und Dienstleistungen gehören für Götz + Moriz – größter Baustoffhändler Südbadens und Zentrum für Bauen und Modernisieren mit über 75 Jahren Unternehmens-Erfahrung – fest zum Angebot. Auch das Thema Haussicherheit wird bei Götz+Moriz groß geschrieben. Hier finden die Kunden alles, was nötig ist, um Fenster und Türen vor Einbrechern zu schützen.

Nie mehr den Schlüssel vergessen: Haustüren lassen sich per Fingerprint öffnen

Alle drei Minuten wird in Deutschland in ein Haus eingebrochen. Nicht nur wertvolle Erbstücke, teure Hightechanlagen oder das Notebook ist dann verschwunden, sondern auch das Gefühl der Sicherheit im eigenen Heim. Die meisten Einbrecher knacken ungesicherte Fenster und Terrassentüren mit einem gewöhnlichen Schraubenzieher. Ein Einbrecher will in der Regel schnell, einfach und leise vorgehen können. Um dies zu verhindern, gilt es, Fenster und Türen sicherer zu machen. Wie das geht, zeigen die Mitarbeiter von Götz+Moriz gerne. „Am meisten Sinn macht es, pro Geschoss alle Fenster gleichzeitig anzugehen“, weiß Thomas Bunk, zuständig für Bauelemente Fenster, Türen, Tore bei Götz+Moriz. „Auch nachträglich kann man hier sehr viel machen.“ So können beispielsweise Blockschlösser und Panzerriegel aufgesetzt und abschließbare Fenstergriffe eingebaut sowie Sicherheitsglas eingesetzt werden. Oder aber man tauscht die ungesicherten Fenster und Türen komplett aus – eine Maßnahme, die von der KfW mit Zuschüssen oder vergünstigten Krediten gefördert wird. Ein solcher Austausch kann auch gleichzeitig mit sinnvollen energetischen Maßnahmen verbunden werden. Inzwischen kann man auch per App mit Fernwartung die Schließsysteme steuern. So lässt sich dann auch aus der Ferne, beispielsweise vom Büro aus, überprüfen, ob Zuhause alle Fenster geschlossen sind. Zunehmend gefragt sind auch die sogenannten Fingerprint-Systeme für Haustüren. Der gespeicherte Fingerabdruck ersetzt hierbei den Schlüssel. Um die Kunden in Südbaden umfassend über diese und andere Bauthemen informieren und sie mit Bauelementen versorgen zu können, hat Götz+Moriz in großem Maß investiert: In Lörrach wurde das Götz+Moriz Zentrum, für Bauen und Modernisieren in der Wiesentalstraße 74 um 6000 Quadratmeter erweitert. Dort wird es künftig überdachte Be- und Entladezonen, größere Lagerhallen und eine größere Freilagerfläche geben. In Titisee-Neustadt wurde der alte Standort von Götz+Moriz geschlossen und stattdessen ein neues Zentrum für Bauen und Moderniseren in der Gewerbestraße 24 eröffnet. bb

HAUSSICHERHEIT Ein Haus hat diverse „Knackpunkte“, die es vor Einbrechern zu schützen gilt: • Eingangstüre • Flachdächer • Terrassentüren • Fenster • Kellereingang

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Foto: Shutterstock, Frank Oppermann

Fotos: Achim Keller


PORTRAIT

Christian Beiersdorf

SPIELEN IST KEIN KINDERKRAM

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©Foto: Annette Christine Hoch

no, Lotti Karotti oder Codenames: Für Christian Beiersdorf ist Spielen nicht einfach entspannender Zeitvertreib, sondern Hauptbeschäftigung. Er ist Spieleautor und Geschäftsführer der deutschen Spiele-Autoren-Zunft und vermarktet daneben noch die Erfindungen von Kollegen und Kolleginnen. Ein Bürobesuch in der Zasiusstraße eröffnet ein Universum, das jeden Spielzeugkarton sprengt.

„Kommen Sie ruhig rein und schauen sich um“, heißt es einladend zur Begrüßung – wahrscheinlich kennt Christian Beiersdorf die neugierigen „Was-macht-eigentlich-ein-Spieleerfinder?“-Blicke schon. Im Regal hinter dem hochgewachsenen Mann mit den klugen Augen stapeln sich geschätzte sechs Kubikmeter Spiele bis knapp unter die Decke: Gelb, grün und rot leuchten die Schachteln, die das Alphabet spielerisch von Auf Achse über Max Mäuseschreck bis hin zu ZaLogo durchnehmen. Christian Beiersdorfs Arbeitszimmer ist ein Dorado für jeden Spielefreak – aber mit den drei baugleichen Telefonen auf dem großen Schreibtisch kommt es weniger spielerisch als ausgesprochen geschäftig und gut organisiert daher. „Das eine ist für die Agentur, das andere für die Spiele-Autoren-Zunft, das dritte

privat“, lacht Christian Beiersdorf, „So kann ich mich überall korrekt melden und komme selbst nicht durcheinander.“ Gute Organisation ist alles, vermittelt der freundliche Tüftler, der aus einem nicht allzu intensiv betriebenen Hobby seinen Beruf gemacht hat. Dabei war er als Kind gar kein ausgesprochener Spielefreak: „Das war eher normal – Ich hab Mensch ärgere dich nicht oder Mühle und solche Dinge gespielt. Zum beruflichen Spielen kam ich dann wie die Jungfrau zum Kind.“ Als gelernter Drucker heuerte Christian Beiersdorf nach drei Jahren in Italien bei einem Südtiroler Verlag an und war dort für die Produktion zuständig. „Nach und nach habe ich redaktionelle Arbeiten übernommen – so hat sich das langsam entwickelt.“ Dreimal ergatterte er als Produktmanager mit dem Verlag die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ – die prämierten

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PORTRAIT

Spiele Adel verpflichtet, Auf Achse und Bluff im Regal zeugen davon –, bevor die Freude am eigenständigen Entwickeln gegen den Vertrieb von Spielen Anderer gewann. Heute nimmt Christian Beiersdorf als selbständiger Spieleentwickler vor allem Auftragsarbeiten für Unternehmen an. Er denkt sich „Promotion- und Schulungsspiele“ aus – ein Tätigkeitszweig, der einem beim Wort „Spieleentwicklung“ zwar nicht unmittelbar in den Sinn kommt, der dem Erfinderprofi aber besonders am Herzen liegt: „Weil man auf diese Weise ganz leicht Inhalte vermitteln kann. Es kommt alles nicht so schulmäßig rüber, sondern eher nebenbei. Und Spielen ist ganz und gar kein Kinderkram.“ So erdachte er für eine Hörbehindertenorganisation ein Spiel, bei dem es darum geht, als Nichthörender mit anderen Nichthörenden zu kommunizieren. „Das spielerisch aufzubereiten und zu lernen, bestimmte Hilfsmittel wie Zeichensprache, einfache Ausdrucksweise oder Lippenlesen zu benutzen, hat mir Spaß gemacht.“ Auf Spaß legt er auch bei der Ausarbeitung Wert: Der ehemalige Drucker ist begeisterter Tüftler, wie der Rundblick im Arbeitszimmer vermuten lässt. „Das ist eine Kartenecken-Abrund-Maschine, mit der man bei den ausgedruckten und geschnittenen Karten schön die Ecken abrunden kann, damit sie besser geschützt sind“, erklärt Christian Beiersdorf. Auch eine Bohrmaschine steht in Griffweite, und in einem halbhohen Schubladenschrank, der problemlos als Kinderzimmerutensil durchgehen würde, tummeln sich Hunderte – ach was, Tausende – von Würfeln, Holzchips, Tieren und Spielfiguren. Die er sowohl für eigene Projekte als auch für die von Kollegen und Kolleginnen nutzt: „Mit meiner Lizenzagentur vertrete ich andere Spieleautoren und versuche, deren Spiele weltweit an den Verlag zu bringen. Da bekomme ich häufig Prototypen, die noch nicht so präsentationsfähig oder in der Funktion noch nicht toll sind. Die zu optimieren, macht mir ausgesprochen Freude.“ Und das sind dann die Momente, in denen er zu Schaumstoff, Holz oder Kunststoff, zum Bohrer oder zur Kartenecken-Abrund-Maschine greift und die materielle Umsetzung von Ideen formal perfektioniert. Selbst im Auftrag der deutschen Regierung war Christian Beiersdorf schon tätig: Eines Tages, „Renate Künast war damals Verbraucherministerin“, klingelte das Spieleentwicklungs-Telefon, erzählt er. Der Auftrag lautete, „ökologischen Landbau in

Regalwände voller Spiele türmen sich im Arbeitszimmer von Christian ­B eiersdorf auf

©Fotos:Annette Christine Hoch

irgendeiner Form in Kindergärten verständlich zu machen. Das habe ich dann in Zusammenarbeit mit einem Verlag und einer Öko-Organisation entwickelt – und mit einer Autorin, die schon einiges für Kindergärten geschrieben hatte.“ Herausgekommen ist Kater Krümels Bauernhof inklusive einem Spielplan, „der ein großes Bodenpuzzle ergibt, mit dem die Kinder schön auf dem Boden spielen konnten, und mit einer Broschüre für die Erzieherinnen, die es ihnen ermöglichte, ein Kindergartenjahr als Projektjahr zu gestalten.“ Noch heute freut sich Christian Beiersdorf über „eine der größten Spielekisten, die es zu der Zeit gab“. 26.000 Mal wurde Kater Krümels Bauernhof damals verschickt, an alle Kindergärten der Republik. Christian Beiersdorf grinst vergnügt, als er von dem denkwürdigen Auftritt des damaligen Bundestagsabgeordneten Guido Westerwelle erzählt: „Der hat sich sehr über die Kosten aufgeregt – wie Frau Künast da das Geld zum Fenster rausschmeißen würde! Um seine Worte zu unterstreichen, klopfte er mit Kater Krümel – einer großen Holzfigur – energisch aufs Rednerpult.“ Ganz klar: Da liebt einer seinen Beruf. Die Ideen kämen ihm, erzählt der passionierte Entwickler, gern mal im Alltag („Gerade

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PORTRAIT

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Als begeisterter Spieleentwickler war Christian Beiersdorf schon an der Entste-

hung vieler bekannter Spiele beteiligt.

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Die Zukunft ist weiß

Keramik-Versorgung ohne Metall: Das biologische ZISS-Konzept (Zahnentfernung-Implantation-Sofortversorgung-Sofortbelastung) vereint moderne Implantationstechniken für Keramikimplantate mit speziellen Techniken für die schonende Zahnentfernung. Schon die Zahnentfernung wird mit speziellen Techniken und Instrumenten vorgenommen. Das Ziel ist eine schonende Zahnentfernung mit Erhalt der feinsten Kieferstrukturen (Kieferaufbauten sind nur noch selten notwendig!). Dies ist nur mit speziellen Instrumenten, z.B. der Piezochirurgie-Therapie möglich. Hier wird schon über die Möglichkeiten und den Erfolg des weiteren Vorgehens entschieden. Schonung des Immunsystems: Das Zahnfach wird sorgfältigst gereinigt, auch die kleinsten Kieferentzündungen werden entfernt. Zusätzlich wird mit der Ozon-Therapie desinfiziert. Dies sind die unbedingten Vorraussetzungen, dann erst kann die Sofortimplantation mit Keramikimplantate erfolgen. Vor, während und nach der Operation wird das Immunsystem entlastet – beispielsweise durch Metallentfernung, Amalgam­entgfitung, Symbioselenkung, Ernährungstherapie, sowie durch Mikronährstoffe, biologische Präparate und naturheilkundliche Medikamenten unterstützt. Sofortimplantation – In einer Stunde feste Zähne: Für die Zeit der Einheilung kann auf die Implantate ein Sofortprovisorium angepasst werden. Die Provisorien werden im eigenen Dentallabor, das im Hause von einem erfahrenen Zahntechnikermeister geführt wird, vorbereitet. Die Sofortbelastung wird nach bestimmten statischen Grundsätzen gestaltet. n „Praxistag der offenen Tür“, Dr. Wolfgang Poloczek referiert zum Thema „Die Zukunft ist weiß“, 24. Januar, 18 bis 21 Uhr , um Reservierung wird gebeten, Tel. 0761 / 409 8998, Praxis für Implantologie, Parodontologie, ästhetische Zahnheilkunde, Hexentalstr. 7, 79249 Merzhausen

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©Foto: Ravensburger Verlag

sitze ich an einer Geschichte, bei der ein inhaltliches Thema mit Sport vermischt werden soll. Anfangs konnte ich gar nichts damit anfangen, aber irgendwann stand ich unter der Dusche und es machte Klick!“) oder auch beim wöchentlichen Spieleabend mit Gleichgesinnten. Etwa vier Wochen dauert es von der Auftragsannahme bis zum Basiskonzept, danach folgen die Abstimmungen mit dem Auftraggeber und die Feinentwicklung. Zum Abschluss: das Probespiel mit den Auftraggebern. Im Fall der Medizintechnik-Firma, die ihrem Vertriebsteam den Umgang mit einem neu entwickelten Beatmungschlauch anders als per Vortrag nahebringen wollte, wurde das Spiel mehrsprachig beim Sales-Meeting auf Malta eingesetzt. „Die wenigsten können voll und ganz davon leben“, erzählt Christian Beiersdorf von seinem wenig alltäglichen Beruf. Auf „20 bis 30 Leute“ schätzt er die Zahl der hauptberuflichen Spieleautoren in Deutschland. Netzwerkarbeit ist nötig, um all diejenigen zusammenzubringen, die vom und fürs Spielen leben; deshalb engagiert sich der gebürtige Berliner und begeisterte Wiehremer seit kurzem auch als Geschäftsführer der deutschen Spieleautoren-Zunft e. V. (SAZ) mit weltweit 420 Mitgliedern. Sein Verein, erzählt Christian Beiersdorf, kümmert sich um das Mühsame hinter all der Spielerei: Lobbyarbeit und Urheberrechtsfragen sowie um Probleme ausländischer Autoren oder mit Verlagen. „Es heißt immer: ‚ein Spiel aus dem Verlag XY‘ – aber das stimmt gar nicht. Es ist ein Spiel von Autor XY, verlegt bei Verlag YZ“. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist es, mit dem Christian Beiersdorf für sich und seine Kollegen eintritt. A propos Kollegen – gibt es denn auch KollegINNEN? Bedauern macht sich breit: „Leider ist mein Beruf eine sehr männerdominierte Zunft. Es gibt zwar durchaus einige sehr gute Spieleautorinnen. Aber vielleicht ist grundsätzlich dieses Tüfteln eher männerdominiert. Wir würden uns jedenfalls mehr Frauen wünschen“, betont Christian Beiersdorf und schaut ein wenig bedröppelt. Und hat gleich den guten Tipp für den Autorennachwuchs, ob nun männlich oder weiblich, parat: „Konzentrier dich darauf, wirklich neu zu denken und nicht in alten, ausgetretenen Bahnen. Denk auch dreidimensional. Versuche, innovativ zu sein.“ Und was fürs Spiel gilt, gilt bekanntlich auch im ganz normalen Leben. Annette Christine Hoch

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REISEN

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Die Rampe der Oper bietet Platz für Flaneure, Genießer und Turnerinnen

©Alle Fotos: Barbara Breitsprecher

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©Foto: Barbara Breitsprecher

Oslos Opernhaus ist viel mehr als Oper und Ballett. Es ist eine Art begehbare Rampe, ein raumbietendes, sich ins Wasser schiebendes Gebäude, ein begehbares Dach, ein Schaufenster zur Kultur, vor allem aber ein identitätsstiftender Treffpunkt für die Bevölkerung. Faszinierend, wie ein Konzerthaus so fern allen elitären Dünkels sein kann. Hier trifft Kunst auf tägliches Leben. Die Menschen nehmen diesen Ort an, kommen um zu flanieren und dabei einen Blick durch die großen Scheiben auf Orchesterproben zu werfen. Im Innern öffnen sich lichtdurchflutete hohe Räume, das Licht fällt auf edles Eichenholz. Draußen turnen Kinder auf den hellen, schräg verlaufenden Steinen, ihre Eltern sitzen unten am blitzenden Fjord und schauen übers Wasser. Oslos Bürgerinnen und Bürger haben eine Beziehung zu ihrer Oper. Was für eine wundervolle, beneidenswerte Errungenschaft! Zu verdanken ist sie dem norwegischen Architekturbüro Snøhetta. Das preisgekrönte Bauwerk wurde 2008 fertig gestellt. Ziel des renommierten internationalen Architektenteams war es einmal mehr, einen Bezug entstehen zu lassen, dem Platz einen Sinn zu geben. Das Gebäude gleicht einem sich ins Wasser neigendem Schiff, einer zugängliche Skulptur und ist doch noch viel mehr: ein soziales Monument. Hierher kommen auch Menschen, die sonst gar nichts mit Opern am Hut haben. Sie genießen den Ausblick, den Freiraum, das Licht und atmen dabei – so ganz lässig nebenher – Kultur.  Barbara Breitsprecher

©Alle Fotos: Barbara Breitsprecher

ann man das machen, eine Stadt auf eine Sehenswürdigkeit reduzieren, derentwegen man diesen Ort unbedingt besuchen sollte? Umgekehrt gefragt: Ist nicht jeder Reiseführer eine solche Ansammlung von Attraktionen? Und ist da nicht viel mehr, was eine Stadt darüber hinaus zu bieten hat? Deshalb wollen wir es also wagen. Diese Rubrik gehört der einen Einmaligkeit, derentwegen man unbedingt reisen sollte.


STRASSENNAMEN

Zentrale Kriterien der Prüfung waren unter anderem die Förderung des Nationalsozialismus, Antisemitismus, Rassismus sowie Frauenfeindlichkeit und Militarismus. Die Zasiusstraße soll auf Empfehlung der Kommission ein Erläuterungsschild bekommen.

Erläuterung für eine Straße Nach vier Jahren liegt der Bericht der Kommission vor, die 1300 Freiburger Straßennamen überprüft hat, ob sie aus heutiger Sicht noch tragbar erscheinen. Für die Zasiusstraße in der Wiehre wird ein Ergänzungsschild empfohlen.

Ulrich Zasius (1461 – 1535): Der aus Konstanz stammende Jurist und Humanist hatte seit 1494 mehrere Ämter in Freiburg inne. Zunächst als Stadtschreiber und Rektor der Lateinschule, nach seiner Promotion 1502 als Gerichtschreiber und Rechtskonsulent der Stadt. Ab 1505 wurde er Professor der Rechte. Er verfasste im Auftrag des Stadtrates das ‚Neue Stadtrecht‘ (1520), in dem das römische Recht mit traditionellen Rechtsauffassungen verbunden wurde. Das seinerzeit als fortschrittlich geltende Freiburger Stadtrecht, das rund 300 Jahre lang das Rechtsleben Freiburgs prägen sollte, hatte überregionale Bedeutung. So beeinflusste es das Württembergische Landrecht und Rechtsreformen in Städten wie Bern, Basel und Solothurn. Doch in einem Punkt ließ sein Stadtrecht humanistische Gedanken vermissen: Ulrich Zasius verankerte darin scharfe Bestimmungen gegen Juden. Unter Androhung von harten Strafen wurde der Handel mit Juden und deren Beherbergung sowie letztlich jegliche Kontaktaufnahme verboten. 1508 sprach er sich für die gerade auch unter Theologen umstrittenen Zwangstaufen von jüdischen Kindern aus. In seinen Schriften wandte Ulrich Zasius für Juden die Grundsätze des Römischen Sklavenrechts an und sprach ihnen jegliche Bürgerrechte ab. Die Kommission empfiehlt deshalb als Ergänzung folgenden Text am Straßenschild anzubringen: Ulrich Zasius (1461-1535), Jurist und Humanist. Schöpfer des Freiburger Stadtrechtes mit judenfeindlichen Bestimmungen.

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Aus dem Markgräflerland

Brotauflauf mit Wirsing und Apfel Streuobstwiesen und Weinberge, bunte Bauerngärten und alte Gaststätten: Die Markgräflerin Elisabeth Zumkehr zeigt vegetarische Rezepte aus ihrer Heimat Einem Genuss-Streifzug durchs schöne Markgräflerland gleicht das neu erschienene Kochbuch mit vegetarischen Rezepten von Elisabeth Zumkehr aus Kandern. Darin stellt sie auch Straußen und traditionelle Gaststätten vor. Hier das Rezept für einen winterlichen Brotauflauf mit Wirsing und Apfel: Zubereitung: 1. Den Wirsing waschen, vierteln und den Stunk entfernen, dann in dünne Streifen schneiden. 2 Die Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und fein würfeln. Die Chilischote waschen, Kerngehäuse entfernen und ebenfalls fein würfeln. 3 Die Äpfel waschen, mit der Schale vierteln, Kerngehäuse entfernen und in Scheiben schneiden. Damit sie nicht braun werden mit dem Zitronensaft vermengen. 4 Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze oder 165 °C Umluft vorheizen. 5 In einer großen Pfanne das Rapsöl erhitzen, darin die Zwiebel-, Knoblauch- und Chiliwürfel leicht andünsten. Den Wirsing dazugeben und in ca. 3–5 Minuten scharf anbraten. 6 Die Rosmarin- und Thymianzweige waschen, trocknen und die Blättchen abzupfen. Mit den Apfelscheiben zum Wirsing geben und vermischen. 7 Das Baguette in dünne Scheiben schneiden und ziegelartig in die gebutterte Auflaufform schichten. Das Wirsing-Apfelgemisch darüber verteilen. 8 Die Sahne mit der Gemüsebrühe, den Eiern und den Gewürzen gut verquirlen. Den Guss über den Auflauf geben und Bergkäse darüber reiben. 9 Im vorgeheizten Backofen zugedeckt 20 Minuten backen, abdecken und weitere 10 Minuten fertigbacken. Backzeit 30 Minuten bei 180 °C Ober- und Unterhitze oder 165 °C Umluft

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Zutaten 1 kleines Baguette 500 g Wirsing 2 Zwiebeln 2 Knoblauchzehen 1 Chilischote 2 säuerliche Äpfel 2 EL Zitronensaft 2 EL Rapsöl 1 Zweig Rosmarin 2 Zweige Thymian etwas Butter 200 ml Sahne 200 ml Gemüsebrühe 3 Eier Salz Pfeffer Paprika 150 g Bergkäse

Die vegetarische Köchin Elisabeth Zumkehr macht sich die regionale Küche kreativ zu eigen und stellt in ihrem neuen Kochbuch Markgräfler Rezepte mit passenden Weinempfehlungen vor. Elisabeth Zumkehr, Vegetarisch unterwegs im Markgräflerland, Narayana Verlag Kandern 2016, 24,80 Euro

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er U(h)rwaldpfad ist ein Genießerpfad für alle Sinne im Naturschutzgebiet Rohrhardsberg. Der Rohrhardsberg ist die höchste Erhebung im Mittleren Schwarzwald. Die rund neun Kilometer lange Strecke führt über 374 Höhenmeter. Am Wegesrand sind Kuckucksuhren in allen Formen und Farben zu finden, die von Vögeln gerne als Nistplätze genutzt werden. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten im Mittleren Schwarzwald kommen nur im Gebiet des Rohrhardsberges vor: vom Aussterben bedrohte Schmetterlinge, Heuschrecken und Vögel ebenso wie das Auerwild. Die voralpine Moor- und Hügellandschaft ist ein Naturschutzgebiet und zählt zur ‚Natura 2000‘. Diese fasst ein Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union zusammen. Ziel ist es, gefährdete, wildlebende heimische Pflanzen- und Tierarten und ihre natürlichen Lebensräume zu schützen. Neben großen Schwarzwaldhöfen mit tiefgezogenen Walmdächern, Wiesen und Wäldern sind auf der Wandertour verschiedene Schanzenanlagen zu sehen. Etwa eine aus dem spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714), die jedoch nie militärische Bedeutung erlangte, wo das Gasthaus „Schwedenschanze“ steht, „Schänzle“ genannt, auf 1130 Höhenmetern.

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ie Ortsgruppe der Naturfreunde Freiburg hat das fast einhundert Jahre alte Haus auf dem Fahrenberg brandschutztechnisch auf einen modernen Stand gebracht. Anstrengende Jahre der Planung, der Mittelbeschaffung und der Bauarbeiten gehen damit zu Ende. Das zweieinhalbgeschossige Gebäude erhielt Brandschutztüren, eine automatische Löschanlage für die Küche, eine außen angebaute Fluchttreppe, einen größeren Löschwasservorrat und Aufstellplätze für die Feuerwehrfahrzeuge. Außerdem wurden zusätzliche Außentüren sowie feuerfeste Innentüren eingebaut. Die Elektroverteiler wurden modernisiert und eine Notbeleuchtung sorgt jetzt für Licht im Unglücksfall. Installiert wurde außerdem eine Brandmeldeanlage mit Direktverbindung zur Integrierten Feuerwehrleitstelle Freiburg-Breisgau-Hochschwarzwald. Die Herde der Selbstkocherküche erhielten Sensoren, die einen Herd abstellen, wenn alle Personen den Raum verlassen. Bei alledem gelang es, den Charakter des Hauses, das in Holzbauweise und im Schwarzwaldstil errichtet wurde, zu erhalten. Die Gesamtkosten der Arbeiten belaufen sich auf 220.000 Euro. Für die Ortsgruppe Freiburg mit 200 Mitgliedern war diese große Investition nur möglich dank eines Zuschusses in Höhe von 110.000 Euro durch das Land Baden-Württemberg. Hinzu kommen 10.000 Euro von der Stadt Freiburg, eine Spende in Höhe von 5.000 Euro von der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau sowie privater Spenden. Das Naturfreundehaus liegt nahe des Schwarzwalddorfs Breitnau in über 1000 Metern Höhe abseits der Hauptstraßen. Die Freiburger Naturfreunde haben es im Laufe vieler Jahrzehnte von einer einfachen Hütte zu einem 60-Betten-Haus umgebaut. Es bietet für Wanderer, Familien und Gruppen Unterkunft in Einzel- und Mehrbettzimmern. Wer sich selbst verpflegen möchte, kann eine Selbstkocherküche nutzen. Infos: www.naturfreundehaus-breitnau.de


D R AU S S E N

Samstag, 26. November, ganztägig Mit der Axt im Wald: Handholzerkurs An diesem Tag haben Väter und Töchter, Mütter und Söhne, Großväter und Enkel und alle anderen, denen die körperliche Arbeit im Wald Spaß macht, Gelegenheit,

E N I M R E T auf traditionelle Weise gemeinsam einen Baum zu fällen. Axel Steiert, Schreinermeister und Technischer Fachwirt, vermittelt den Teilnehmenden einen Einblick in das uralte Handwerk der Holzgewinnung mit Axt und Zweimann-Handsäge. Einen hiebsreifen Baum auswählen, ihn zielgenau, sicher und schonend zu Fall bringen und fachgerecht aufzubereiten ist eine echte Herausforderung. Teilnahmebeitrag: 45 Euro, Kinder ab 10

In wenigen Minuten ist man von Freiburgs Altstadt mitten in der Natur. Der Rother Wanderführer »Rund um Freiburg« enthält 65 Vorschläge für die Erkundung der abwechslungsreichen Region. Das Spektrum reicht von einfachen Spaziergängen durch die städtischen Wälder bis zu sportlichen Aufstiegen auf Schauinsland und Rosskopf. Auch Ortskundige werden bekannte Ziele hier neu entdecken können. Aufstiege zum Feldberg und zum Herzogenhorn zählen zu den Highlights, ebenso Routen durch ungeordnete Bann-

Jahren 25 Euro, ab 14 Jahren ohne Begleitung möglich. Sonntag, 27. November, 18 - 19.30 Uhr (Anmelden bis 22. November) Fackelwanderung zu den „Waldmenschen“ Bei einem stimmungsvollen Spaziergang durch den dunklen Wald entführt der Holzkünstler Thomas Rees in die Märchen- und Mythenwelt seiner Holzskulpturen. Im Schein der Fackeln erzählt er auch etwas über seine Arbeitsweise und die Entstehung der 17 Figuren, wie dem apokalyptischen Reiter, dem Drachen oder dem Einhorn. Teilnehmer-Beitrag inkl. Fackel: 7 Euro, Kinder ab 6 Jahren 5 Euro. Das Waldhaus öffnet dienstags bis freitags, 10 bis 16.30 Uhr sowie sonn- und feiertags von 12 bis 17 Uhr. Infos unter Tel. 0761/89647710 oder www.Waldhaus-freiburg.de

in Freiburg und haben für diesen Rother Wanderführer die schönsten Touren zusammengestellt. Nahezu alle Touren sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Stadtzentrum aus zu erreichen. Für alle Touren stehen GPS-Daten zum Download bereit. Für die dritte Auflage wurde der Rother Wanderführer »Rund um Freiburg« sorgfältig aktualisiert und um fünf Touren erweitert. Es gibt 65 Wan-

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©Foto: Alf Ulrich

K A P E L L E V I A N O VA - S C H U L E

NEUER GLANZ FÜR DIE KAPELLE DES FRÜHEREN KLOSTERS Die Kapelle des ehemaligen Franziskaner-Klosters, in der alten Villa in der Günterstalstraße, in der heute die Vianova-Schule untergebracht ist, wurde gerade aufwändig renoviert. Töpfermeister Andreas Rührnschopf hat viel Herzblut in die Gestaltung gesteckt.

A

ls die letzten Franziskanerbrüder aus der alten, denkmalgeschützten Villa an der Günterstalstraße auszogen, hatten sie die gesamte Inneneinrichtung sowie alle Verzierungen in der angebauten Kapelle herausreißen lassen. Völlig leer und mit Löchern an den Wänden präsentierte sich der sakrale Anbau, als das Ehepaar Dold-Jacobi vor knapp zwei Jahren das Gebäude kaufte, um hier eine private Schule unterzubringen.

©Foto: Alf Ulrich

Ostern angeht, zeigten sich die Unterschiede besonders deutlich, ist Andreas Rührnschopf überzeugt. „Für die Christen hier ist der Karfreitag besonders wichtig, wo es um den Tod geht, das Leid und das Böse, das wir Menschen Jesus angetan haben. In der orthodoxen Kirche geht es hauptsächlich um die Auferstehung, das Weiterleben in einer geistigen Welt.“ Die Sünde, erklärt Andreas Rührnschopf, sei dort nicht das große Thema. Als zentrale Elemente bei der Renovierung der Kapelle, hat er deshalb zum einen das Abendmahl inspiriert durch Leonardo da Vincis Gemälde gewählt, zum anderen einen Lebens- oder Weltenbaum, der die Ahnen symbolisieren soll, die hinter jedem einzelnen von uns stehen. Zudem hat er Nischen für Ikonen geschaffen, die er extra für diesen Zweck ersteigert hat. Unter anderem ist auch eine Nachbildung der Schwarzen Maria von Czenstochowa zu sehen - eine ukrainisches Meisterwerk, das heute in Polen hängt. „Wir möchten die Ausrichtung der Kapelle sehr offen halten, damit sich alle Religionen dort gut aufgehoben fühlen“, erklärt Petra Jacobi, die zusammen mit ihrem Mann Georg Dold-Jacobi, die freie Vianova-Schule gegründet hat. Barbara Breitsprecher

©Foto: Alf Ulrich

Sie zeigten die Kapelle einem guten Freund, dem Töpfermeister Andreas Rührnschopf, und fragten ihn: „Kannst du dir vorstellen, da was draus zu machen?“ Und der antwortete spontan: „Ja!“. Was dieses „Ja“ an Arbeit mit sich bringen würde, ahnte er damals noch nicht. Jetzt, ein Jahr später, zeigt sich die kleine Kapelle nun in ganz neuem Glanz. Andreas Rührnschopf, der in der Vianova-Schule auch Töpferkurse in Flüchtlingsklassen anbietet, ist in seinem Leben häufig in Russland gewesen und hat dort die orthodoxen Kirchen studiert. Besonders fasziniert ihn die Ausrichtung dieser Kirchengemeinschaft. Gerade was

Töpfermeister Andreas Rührnschopf (rechts) – hier mit seinem Mitarbeiter Ivo Schneider – weiß unglaublich viel über Mystik und Religionen.

Das Abendmahl: Jesus trägt als Zeichen den Mond, denn er ist der 13.. Schon Leonardo da Vinci versteckte viel Wissen in seinem Gemälde.

Die Ostrobramskaja, „die Barmherzigkeit“. Das Original ist in Vilnus in Litauen zu sehen, von wo Andreas Rührnschopfs Großeltern stammen.

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Havariertes Segelboot Boot von Anhänger gefallen

Am 5.November, gegen kurz vor halb sechs Uhr morgens meldeten mehrere Notrufteilnehmer, dass ein Boot auf der Schillerstraße in Freiburg von einem Pkw-Anhänger gefallen sei und nun auf einem geparkten Pkw liege. Wie die Polizei feststellte, war aus noch bislang unbekannter Ursache während der Fahrt ein Defekt bei einem Bootsanhänger aufgetreten, der an einen Pkw gehängt war. Das 9,5 Meter lange und 2,5 Tonnen schwere Boot löste sich und beschädigte mehrere geparkte Fahrzeuge, bevor es auf einem der geparkten Auto liegen blieb. Zur Bergung des Segelbootes musste die Schillerstraße (B 31) in Freiburg den Morgen über gesperrt werden. Dazu wurde eine innerörtliche Umleitung eingerichtet. Insgesamt entstand Sachschaden in Höhe von rund 70.000 Euro.

Tel. 0761 - 7 55 37 Fax 0761 - 70 00 51 Tel. 0761 - 7&55 37 Fax 0761 - 70 00 51 Schneider Lämmlin GmbH E-Mail schneider-laemmlin@t-online.de www.schneider-laemmlin.de

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Zeugenaufruf

Körperverletzung mit Todesfolge Am 12. Oktober kam es zwischen 15 Uhr und 16 Uhr im Bereich der Telefonzelle bei der Johanneskirche in Freiburg zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Ein 51-jähriger Mann wurde beim Urinieren von drei bislang unbekannten Männern zunächst beleidigt und nachfolgend körperlich angegangen. Der Mann erlag in der Folge seinen inneren Verletzungen. Die Täter wurden folgendermaßen beschrieben: Zwei Männer sollen etwa 30 Jahre alt, schlank und groß, der dritte Mann soll Anfang bis Mitte 50 und leicht untersetzt gewesen sein. Es soll sich um südländisch aussehende Personen gehandelt haben. Zeugen, die Angaben zu möglichen Tatverdächtigen oder dem Geschehen vom 12. Oktober im Bereich der Johanneskirche machen können, werden gebeten, sich unter Tel. 0761/8825777 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen.

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TIPPS

Lesung & Film

Ken Bugul „Personne n‘en veut“ Ken Bugul wird als eine der herausragendsten senegalesischen Schriftstellerinnen der französischsprachigen Literatur der vergangenen Jahrzehnte betrachtet. Ihre Romane sind ein wichtiger und radikaler Bezugspunkt, da Ken Bugul es versteht, auf meisterhafte Weise und in einem ganz eigenwilligen Stil, eine hochliterarische französische Sprache mit den Rhythmen, den Ausdrucksweisen und den gedanklichen Grundstrukturen des Wolof, ihrer Muttersprache, dicht zu verweben. „Was Ihr auf französisch in meinen Romanen lest, ist die Art, wie man in meinem Dorf in unserer Sprache Wolof denkt und spricht.“ Seit mehr als 30 Jahren komponiert Ken Bugul mit ihren Romanen ein Bild ihres Lebens als Frau. Dabei verbinden sich ihre Liebesgeschichten immer mit den sozialen und politischen Beziehungen zwischen ihrem Kontinent und dem Westen, die sie messerscharf analysiert. Obwohl sie zahlreiche internationale literarische Preise gewonnen hat, ist sie im deutschsprachigen Raum nur durch ihr Debüt „Die Nacht des Baobab“ bekannt, der einzige ihrer zehn Romane, der bislang in Übersetzung vorliegt. Die Schriftstellerin wird in Freiburg aus ihrem Roman „Riwan oder der Sonderweg“ (1999, Grand Prix Littéraire de l’Afrique Noire und Teil der „100 Best African Books of the 20th Century“) lesen. Die persönliche Geschichte der Autorin Ken Bugul ist durch die historischen Ereignisse Afrikas geprägt. Sie kommt 1947 in einem isolierten Dorf in Senegal, das noch französische Kolonie ist, zur Welt. Ihr Vater ist bei ihrer Geburt 85 Jahre alt. Als Ken Bugul fünfjährig ist, verlässt die Mutter den Haushalt. Diese Erfahrung des Verlassenwerdens ist grundlegend. Sie fühlt sich nicht geliebt, ist aber voller trotziger Entschlossenheit und strebt nach Freiheit. Als erstes Mädchen ihrer Familie geht sie zur Schule und hat ausgezeichnete Noten. 1971 fliegt sie nach Europa, um weiter zu studieren. Die Filmemacherin Silvia Voser zeigt mit Feingefühl das bewegte Leben der Senegalesin. Sie lässt eine mutige und verletzliche Ken Bugul zu Wort kommen und evoziert das Leben einer Künstlerin, deren Werk uns zu einem neuen Blick auf eine Welt voller komplexer Beziehungen verhilft.

n Film „Ken Bugul – personne n‘en veut“, Senegal 2015, 61 Minuten, 23. November, 19.30 Uhr sowie im Anschluss gegen 21 Uhr Lesung mit Ken Bugul Anz_Fischer Küchen_Layout 1 28.01.16 10:29 Seite 1

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Film & Diskussion

Waffen aus einer kleinen Stadt Freiburger Friedenswochen 2016 Wie kann eine Stadt vom Töten leben, eine Stadt, in der viele ihrer Bewohner seit Generationen Kriegswaffen herstellen? Um eine Antwort zu finden, besuchte Filmemacher Wolfgang Landgraeber erneut die schwäbische Kleinstadt Oberndorf am Ostrand des Schwarzwaldes, wo er bereits vor 30 Jahren – auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung – den Dokumentarfilm „Fern vom Krieg“ gedreht hatte. Was hat sich seither geändert? Er suchte Bürger und Bürgerinnen der Stadt, Friedensaktivisten sowie Gewerkschafter auf und versucht mit Beschäftigten des Rüstungskonzerns Heckler & Koch (H&K) ins Gespräch zu kommen, dort, wo die von Militärs und Terroristen gleichermaßen geschätzten Sturmgewehre G3 und G36 hergestellt werden. Sein neuer Film zeigt Kriegsschauplätze im Nahen Osten, in Afrika und auf dem Balkan, wo mit H&K-Waffen gekämpft wurde und immer noch wird. Millionen von Menschen haben durch H&K-Waffen ihr Leben verloren – durchschnittlich alle 14 Minuten stirbt ein Mensch, weil er mit einer Heckler & Koch-Waffer getötet wird. Argumente, die die meisten in der Waffenindustrie arbeitenden Menschen nicht gelten lassen. Sie pochen auf angeblich friedenserhaltende Effekte der Rüstungsproduktion. Die Gemeinde Oberndorf sieht sich an den Pranger gestellt. Der Film ist eine Koproduktion der EIKON Südwest mit dem Westdeutschen Rundfunk.

n „Das Oberndorf-Syndrom: Der Tod, die Waffen, das Schweigen“, Film von Wolfgang Landgraeber, anschließend Diskussion mit Jürgen Grässlin, 25. November, 19.30 Uhr, Kommunales Kino, Urachstr. 40, Eintritt: 7/5 Euro, Tickets unter: Tel. 0761/45 98 00 22


TIPPS

Kunstausstellung

Theater

„Draußenseiter“

Pinguine können keinen Käsekuchen ­backen

Werke junger Obdachloser

Eindrucksvolle Bilder und Skulpturen machen obdachlose Jugendliche als „Draußenseiter“ der Gesellschaft sichtbar. Die Freiburger Straßenschule e.V. präsentiert vom 2. bis 16. Dezember die Kunstaustellung „Draußenseiter“ im Kulturaggregat, Hildastr. 5. Die Künstlerinnen und Künstler sind junge Obdachlose, die sich in Gemälden und Skulpturen mit ihrem Leben auf der Straße auseinandersetzen. Die Ausstellung wird am 2. Dezember mit einer Vernissage eröffnet – mit Maskenperformance, Installation eines selbstgedrehten Videos und einem CD-Release-Konzert der Straßenschul-Band „Tunnelblick“. Zu sehen sind rund 25 Werke von Jugendlichen, die in Freiburg auf der Straße leben: Großformatige Acryl-Bilder dunkle Stadtlandschaften, zarte Bleistiftzeichnungen und grelle Collagen geben Einblicke in das Leben von Menschen, die im Alltag oft ungesehen bleiben.. Die Werke sind im Rahmen eines Kunstprojekts der Freiburger Straßenschule entstanden, das gefördert wird vom Kulturamt der Stadt Freiburg, der Renate-und-WaltrautSick-Stiftung und der LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e.V.. Die jungen Obdachlosen, die regelmäßig den Kreativraum der Freiburger StraßenSchule in der Schwarzwaldstraße 101 aufsuchen, sind zwischen 15 und 27 Jahren alt. Im Kreativraum, der täglich geöffnet ist, können sie sich künstlerisch austoben – sprayen, malen, zeichnen, mit Linol- oder Siebdruck arbeiten. In ihren Werken verarbeiten sie, was sie bewegt, was sie erlebt haben und was es für sie bedeutet, „draußen“ zu sein.

Im SpielRaum gibt es eine Premiere von Ulrich Hub Ein Theaterstück für fünf SpielerInnen: zwei süße Pinguine, ein vorwitziges Huhn, einen leibhaftigen Staubsauger und ein extrem kurzsichtiger Maulwurf. Ein Theatervergnügen nicht nur für Kinder ab 7 Jahren, sondern auch für alle anderen Leichtverführbaren, die das Leben nicht ganz so ernst nehmen.

n „Pinguine können keinen Käsekuchen backen“ Vorstellungen: Fr., 25. November, 20 Uhr Sa., 26. November, 20 Uhr So., 27. November, 16 Uhr (Familienvorstellung) Fr., 16. Dezember, 20 Uhr Sa., 17. Dezember, 20 Uhr So., 18. Dezember, 12.30 Uhr (Familienvorstellung) Dauer: ca. 70 Minuten Eintritt: 13 /9 Euro (für alle

PINGUEINNE

KONN N KEINE CHEN KASEKU BACKEN

Premiere: Fr, 11. Nov. 20 Uhr SpielleiterInnen & StudenSa, 12. Nov. 20 Uhr ten) / 6 Euro (für Kinder bis So, 13. Nov. 16 Uhr zwölf Jahren) Fr, 25. Nov. 20 Uhr Sa, 26. Nov. 20 Uhr So, 27. Nov. 16 Uhr Fr, 16. Dez. 20 Uhr Karten zu allen VorstelSa, 17. Dez. 20 Uhr So, 18. Dez. 12.30 Uhr lungen können ab sofort

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reserviert werden unter: spielraumtheater@ t-online.de oder unter Tel.: 0761/ 286305

n Ausstellung „Draußenseiter“, 2. bis 16. Dezember, montags, dienstags und samstags, 13 bis 18 Uhr, Kulturaggregat, Hildastr. 5; www.kultur-aggregat.de

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China Dawn Thore D. Hansen zeigt in seinem neuen Politthriller den korrupten Machtkampf zwischen China und Amerika. Ein Auszug aus dem Buch:

L

LONDON, SALTWELL STREET, 22. FEBRUAR, 7.45 UHR. Rebecca fuhr im Bett hoch. Hatte sie gerade Schüsse gehört? War es so weit? Würde aus den Demonstrationen nun ein Bürgerkrieg werden? Sie rieb ihre Augen, reckte sich und hörte aus der Ferne Sprechchöre, Geschrei und Polizeisirenen. Ihre Wohnung in der Saltwell Street lag nur einige Hundert Meter von Londons Finanzzentrum Canary Wharf entfernt. Seit Wochen kam es nach einem verheerenden Hackerangriff auf die Weltbörsen und dem daraus resultierenden drohenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft zu immer stärkeren Protesten breiter Bevölkerungsschichten. Das Epizentrum der Unruhen waren jene Orte, an denen sich schon beim letzten Crash 2008 die ausgemachten Schuldigen befunden hatten: Banker, Zocker, Großkonzerne, Hedgefonds und Politiker. Rebecca stand auf, streckte ihren Kopf nach hinten und atmete einmal laut aus. Auf dem Weg zur Küche vernahm sie ein grollendes Geräusch, das sich zu einem fast ohrenbetäubenden Lärm steigerte. Das Gemisch aus Motorenbrummen und Sirenengeheul vor ihrer Wohnung ließ sie im Flur erstarren, die Blaulichter drangen durch das kleine Fenster der Eingangstür und reflektierten sich im Flurspiegel. Der Boden unter ihren Füßen zitterte, im Schrank klapperte das Geschirr, und das Wasser in dem Aquarium ihrer beiden Goldfische schlug kreisrunde Wellen.

Rebecca ging an die Tür, öffnete sie nur einen Spalt weit und sah einen Armeewagen nach dem anderen vorbeifahren. Sie erhaschte einen Blick auf die besorgten Mienen schwer bewaffneter Soldaten. Schnell schloss sie die Tür, rannte in ihr Schlafzimmer, zog sich Strümpfe, eine graue Stoffhose und einen weiten, bunt gemusterten Wollpullover über, fuhr sich einmal durch die dunkle Lockenmähne, ging zu ihrem Schreibtisch und klickte ihren Rechner aus dem Schlafmodus. Die Schlagzeilen konnten sie nur kurz beruhigen. Das Innenministerium brachte die Armee in London nur wegen der Überlastung der Polizei zum Einsatz, um das Finanzzentrum vor weiteren Attacken der aufgebrachten Menge zu schützen. Was jetzt wirklich geschehen würde, wie es weitergehen würde, war für Rebecca ein seit Wochen im Geiste durchgespieltes Szenario, denn als Inspector des Serious Fraud Office, einer Sonderabteilung für schwere Wirtschaftsverbrechen bei Scotland Yard, war sie an den Ermittlungen gegen die Attentäter auf die Börsen direkt beteiligt gewesen. Die bedrohliche Kulisse dieses Morgens im Nacken, musste sie mit den Händen am Türrahmen gestützt mehrmals tief durchatmen. In das Gefühl von Angst mischten sich Schuldgefühle, denn sie war an den Tätern so nah dran gewesen, dass sie den Anschlag zumindest für den Moment vielleicht hätte aufhalten können – und genau das war das Problem gewesen. In einem Augenblick

Erpressbare Politik Thore D. Hansen ist Politikwissenschaftler und Soziologe und arbeitet als Wirtschaftsjournalist. Er hat sich auf internationale Politik und Geheimdienstarbeit spezialisiert und verarbeitet seine Erkenntnisse nicht nur journalistisch sondern auch belletristisch. Von ihm bereits erschienen sind „Silent Control“ (2012) und Quantum Dawn“ (2015).

©Oliver Becker

Thore D. Hansen

» Das Innenministerium

brachte die Armee wegen

der Überlastung der Polizei

zum Einsatz, um das Finanz­ zentrum zu schützen.“

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ihrer Karriere, nur einmal, war sie nicht mehr nur die Polizistin, sondern auch der Mensch Rebecca Winter, mit eigenen Überzeugungen, gewesen. Nur ein Moment des Zögerns – und der Lohn dafür waren Nachforschungen des britischen Geheimdienstes, der dem Verdacht nachging, dass Rebecca nicht entschieden genug gehandelt hatte. Und nur ihr Vorgesetzter, Superintendent Robert Allington, wusste, dass es noch weitaus schlimmer gewesen war. Offiziell war sie beurlaubt. Leseprobe aus: Thore D. Hansen, China Dawn, Europa Verlag München, ISBN 978-3-95890-045-5


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