Yangla Magazin No. 1

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Mai 2016

O N L I N E

M A G A Z I N



Inhalt Vorwort............................................................................................................................................................................................4 Yangla-Geschichte.......................................................................................................................................................................6 Reisezielvorstellung: Bikaner...................................................................................................................................................8 Bikaner begegnen..................................................................................................................................................................... 10 Rezept: Suji Halwa.................................................................................................................................................................... 12 Fotostrecke: Bikaner................................................................................................................................................................. 14 Geschichte: Rinchen Skarma ............................................................................................................................................... 28 Rezension: Der zerbrochene Mond .................................................................................................................................. 38 Trekvorstellung: Chalungdo-Niddar ................................................................................................................................. 39 Mitarbeitervorstellung: Sanjeev Tamang......................................................................................................................... 42 Foto mit Geschichte................................................................................................................................................................. 46 Mitmachen Willkommen........................................................................................................................................................ 47 Lieblingsorte............................................................................................................................................................................... 48 Tipps............................................................................................................................................................................................... 49 Neues von den Kamerakidz.................................................................................................................................................. 50

Impressum

Yangla e.K. Nana Ziesche Innerlohener Str. 8 D - 83324 Ruhpolding Tel. 08663-38 60 633 Mail: info@yangla.de Web: www.yangla.de

© Text und Fotos: Nana Ziesche außer S. 28-37: Rinchen Skarma S. 42, 44, 47: privat S. 50-51: Kinder der Dubdi Mönchsschule/Sikkim

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Vorwort J

ullay, Namaste und Guten Tag!

Yangla möchte neue Wege gehen. Nein, Yangla geht einen neuen Weg. Die Tendenz in unseren Leben neigt zu immer kürzeren Einheiten. Reisen werden verkürzt und dafür mehr hineingepackt, so dass für die einzelnen Reiseelemente weniger Zeit und Muße bleibt. Twitter, Facebook, Internetnachrichten neigen zu kleinen Happen, die sich leicht konsumieren lassen. Nicht dass wir uns dem nicht ebenfalls anschließen. Aber wir möchten gleichzeitig andere Formen anbieten. Und so gibt es neben den knappen Facebook-Infos und dem Newsletter das Yangla Magazin. Warum? Das Yangla-Magazin bietet uns die Möglichkeit, sich für bestimmte Aspekte Zeit zu nehmen. Wir nehmen uns die Zeit, ausführlicher zu berichten, in Fotostrecken Themen intensiver vorzustellen - Sie nehmen sich die Zeit, einen umfassenderen Einblick in die Yangla-Welt zu nehmen. Entweder indem Sie das Magazin in mehreren Etappen durchblättern/lesen oder es sich damit richtig gemütlich machen. Vielleicht bei einem leckeren Becher Chai und entsprechender Musik im Hintergrund. Es wird auch eine neue Webseite mit einer umfassenderen Yangla-Welt entstehen. Es geht um Indien, Himalaya, Reisen, Bilder, Worte usw. Und es geht um Menschen. In jeder Ausgabe des Yangla Magazins lernen Sie Menschen kennen, Orte, touristische Ideen, Bücher, Filme, Rezepte, Fotos - es sind keine Grenzen gesetzt. Aber auch hier merke ich deutlich, dass Dinge Weile haben wollen. Zuerst kann es einem nicht schnell genug gehen und später merkt man, wie sich ein Prozess in Gange setzte, sich Inhalte und Formen verändern und üblicherweise besser werden. Dies ist die erste Ausgabe – ich werde sehen, wie oft das Yangla Magazin erscheint. Mindestens, wenn genügend beisammen ist. Super wäre, wenn das Magazin auch etwas lebt, d.h. ich bin sehr offen für Beiträge von Anderen, veröffentliche gerne Informationen, die die LeserInnen verbreitet haben möchten, horche auf Wünsche und Verbesserungsvorschläge. Ich wünsche einen schönen Frühling, Vorfreude bei Reisevorbereitungen, wunderbare Erlebnisse auf Reisen, angenehme Nachwirkungen von Reisen - und kleine „Indienerlebnisse“ im Alltag: ob es nun ein Curry, ein Bollywood-Film, ein spannender Schmöker, eine tolle Fotostrecke oder unser kleines Magazin ist. Es grüßt

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Yangla-Geschichte D

er Firmenname hat eine Geschichte zu der man etwas ausholen muss.

Ich, Nana Ziesche, die Firmengründerin, reiste 1992 das erste Mal nach Indien und 1993 nach Ladakh. Dort gefiel es mir ausgesprochen gut und ich entdeckte mein Faible für trockene Berglandschaften. So kam eines zum anderen, ich machte Reiseleitungen, gründete meine Firma und nannte sie Ladakh Travel. Da Ladakh aber nur ca. 4 Monate Saison hat und auch keine Touristenmassen, verdiente ich zuerst anderweitig weiteres Geld. Später überlegte ich mir, mich auf den ganzen großen Subkontinent Indien auszudehnen. Den fand ich nämlich mit der Zeit auch immer spannender und als Reiseziel lohnend. Allerdings passte der Name Ladakh Travel nicht so gut und ich dachte mir einen zweiten aus: Ganesh Travel. Ich hatte zwar immer (zufriedene) Reisende, aber es waren zu wenige und ein erfahrener Kollege lag mir immer wieder in den Ohren, ich möge doch auf seinen Rat hören und einen gemeinsamen Namen für beide Firmen auswählen. Dann würde es bestimmt besser klappen. Ich war halbwegs willig. Nur: mir fiel kein Name ein.... Einer, der Indien und Ladakh vereinigte, sympathisch und einprägsam klingt - kurz gesagt: einer, wo man sofort sagt: ja, der ist es! Immer wieder ploppte ein Name in meinem Kopf auf - und wurde wieder verworfen. Bis ich eines Tages neben der Rezeptionistin Urgain des ladakhischen Partnerbüros saß und sie fragte: Wie heißt eigentlich deine Tochter? Yangla Das ist ja kein häufiger Name. Bedeutet er etwas? Es ist ein tibetischer Mädchenname und heißt soviel wie „Kerze, Licht“. Das war‘s, der Name war geboren! Und er passte mir nicht nur für Reisen in ganz Indien, er schien mir auch ausbaufähig, wenn ich weitere Felder dazu nehmen würde. Z.B. einen Verlag, den es jetzt als Yangla Press gibt. Meine Fotografie, die seit vielen Jahren schwerpunktmäßig auf Indien liegt, taufe ich in Yangla Photo um. Die Idee eines Yangla Shops existiert, ist aber teuer und zeitaufwendig zu programmieren und die Logistik dahinter zu organisieren. Das dauert noch. Dafür gibt es jetzt auch das Yangla Magazin. Nur die Kamerakidz werden weiterhin Kamerakidz heißen – auch wenn sie ebenfalls in die Yangla Welt gehören. Natürlich wollte ich die kleine Namensgeberin auch noch persönlich kennenlernen und besuchte Urgain daheim. Die kleine Yangla war damals 2,5 Jahre alt und ganz nach meinem Geschmack. Mit lustigen Ohren, einem eigenwilligen Gang, ein bisschen eigensinnig und prinzipiell freundlich und lieb. Nur ihre große Vorliebe für die Farbe pink teile ich nicht. Und wie sieht unsere Namensgeberin Yangla aus? Schauen Sie noch einmal auf das Titelbild! Und natürlich auf die Bilder links und rechts.

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Reisezielvorstellung: Bikaner B

ikaner ist eine 650.000-EinwohnerInnen-Stadt im Norden Rajasthans an der Wüste Thar. Sie bietet alles, was rajasthanische Städte bieten: ein beeindruckendes Fort, eine quirlige Altstadt mit vielen kleinen Manufakturen, Kamele auf der Straße und einige Sehenswürdigkeiten. Nichtsdestotrotz hat sie relativ geringe Besucherzahlen und damit erlebt man hier viel ursprüngliches rajasthanisches Leben. Außerdem beheimatet sie Bhawani Singh und seine Großfamilie. Bhawani betreibt eine unserer Partnerreiseagenturen, ist aber über die Jahre zu einem persönlich sehr guten Freund geworden. Warmherzig und unkompliziert heißen er, seine Familie und seine Freunde die Reisenden willkommen und bieten ihnen einen einmaligen Einblick in die klassischen Sehenswürdigkeiten sowie in alles abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Hier lohnt es sich, einen etwas intensiveren Blick in die Gesellschaft zu werfen. Die Leute sind wesentlich weniger aufdringlich als in anderen Orten, sondern meistens erfreut-erstaunt, wenn sie westliche Gesichter abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten sehen. Auch dient Bikaner als gute Basis für Ausflüge in der Umgebung - ob es zu dem schicken Heritage-Hotel in Gajner ist, wo man auf Fahrrädern die Gegend erkunden kann, ob man mit lokalen Verkehrsmitteln (Bus oder Bahn) in die kleine Stadt Kolayat mit den für Hindus heiligen See aufbricht, ob man über den kuriosen Rattentempel Karni Mata in Deshnoke staunt oder seinen Aufenthalt mit einem Dorfaufenthalt in Siana abrundet. Auch sind die von hier gestarteten Kameltouren wesentlich touristenärmer als in de Jaisalmer-Gegend. Wochenlang kann man durch die karge Landschaft ziehen ohne weitere westliche Gesichter zu sehen. Eine wunderbare Gelegenheit, Rajasthan mit allen seinen Facetten näherzukommen!

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Bikaner begegnen Junagarh Fort

Ein großes Fort, gegründet im 16. Jhdt. und seitdem stets erweitert und aufgestückt. Es gibt vielerlei architektonisches Schmuckwerk zu sehen und einige Kuriositäten wie ein Flugzeug aus dem 1. Weltkrieg.

Kamelforschungszentrum

Das größte Kamelforschungszentrum Asiens bietet einen Rundgang zu den verschiedenen Kamelarten und Informationen dazu. Wer Glück hat, bekommt ein niedliches Neugeborenes zu Gesicht. Hier wird gezüchtet und geforscht, was sich noch alles an Positivem entdecken lässt – wie z.B. der Umstand, dass Kamelmilch gut gegen Diabetes schützt. Es gibt kleine Souvenirshops mit Kamelprodukten und als großes Geschmackserlebnis Kamelmilcheiscreme zu probieren.

Geführter Altstadtbummel

In der Altstadt gibt es viel zu entdecken: verschnörkelte Havelis, kleine Manufakturen, verschwiegene Plätze mit der sich treffenden Nachbarschaft, Lädchen, Gässchen, ein großer Gemüsemarkt … Um sich nicht zu verirren, ist es gut, entweder eine Visitenkarte der Unterkunft mitzunehmen oder einen Führer.

Jain Tempel Bhandasar

Die beiden Tempelchen aus dem 14. Jhdt. gehören zu den ältesten Bauwerken der Stadt. In Rajasthan nicht sehr geläufig ist deren teilweise bunte Bemalung innen.

Miniaturmaler

In Indien gab es verschiedene Malschulen und -stile. Die Bikaner-Schule erwuchs aus den engen Verbindungen zu den Moghulen. Heute gibt es einige Miniaturmaler, die einem zeigen, wie sie malen und ihre Werke zum Verkauf anbieten. Bei großem Interesse kann man auch Unterricht nehmen.

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Besuch eines Fotostudios mit vorheriger Einkleidung in lokaler Tracht

Ein lustiges kommunikatives Erlebnis ist, sich in traditioneller Festkleidung anzuziehen und zurechtzumachen. Die Familie öffnet gerne ihren Kleiderschrank mit Teilen in unterschiedlichen Größen und macht einen zurecht. Dabei ergeben sich meistens interessante Gespräche und man kommt dem rajasthanischen Leben näher. Danach muss das Werk in einem Fotostudio festgehalten werden – genau wie es die Rajasthanis machen würden.

Beauty Parlour für Frauen/Friseur mit Rasur für Herren

Eine Alltäglichkeit der Rajasthanis ist auch ein Besuch beim Friseur mit Rasur für den Herrn oder im Beauty Parlour mit verschiedenen Behandlungen – von Augenbrauenzupfen bis ausgiebiger Gesichtspflegebehandlung. Eine gute Möglichkeit, weitere Einsichten in das Rajasthanileben zu gewinnen

Tanzstunde mit der Familie

Fast alle Rajasthanis tanzen gerne. Sie lernen schon früh die traditionellen Tänze und neuerdings werden sich auch Bollywoodschritte von Youtube-Videos abgeschaut. Man tanzt gerne zusammen – und die Fremden werden gerne anleitend mit in den Kreis aufgenommen. Suman ist eine nette Anleiterin und gestaltet die Tanzstunde zusammen mit den anderen immer sehr nett.


Turbanbinden

Wie wird aus einem meterlangen Stoffstück ein Turban? Für diese Fertigkeiten gibt es regelrechte Experten, die einen gerne in die Turbanwickelkunst einweihen.

Mehndi

Mehndis sind die kunstvollen Malereien aus Henna auf Händen und Armen, bei Bräuten auch auf Beinen und Füßen. Sie hält wenige Wochen und verblasst dann wieder. Es bringt Spaß zuzuschauen, mit welcher Leichtigkeit vielfältigste Muster entstehen.

Besichtigung des Laxmi Niwas Palace

Das Laxmi Niwas Palace ist die edelste Unterkunft in Bikaner. Selbst wenn man dort nicht nächtigt, lohnt ein Getränk verbunden mit einer Besichtigung des Hauses. Hier gibt es viel alte Pracht zu sehen.

Kochkurs

Suman ist eine hervorragende Köchin. Gerne bringt sie einem jedes Gericht bei, was man kochen lernen möchte. In ihre Küche passen allerdings eher nur bis zu 2 weitere Personen. Dafür wird es sehr persönlich. Für größere Gruppen kann woanders ein Kochkurs arrangiert werden.

Tempelbesuch während der täglichen Zeremonie

Ganga Singh Museum

Das Museum hat eine große Auswahl an Bildern, Teppichen, Keramik, Münzen, Kunsthandwerk, alte Rajput-Waffen und Terrakotta. Es gibt auch viele archäologische Fundstücke bis zurück zum Gupta Zeitraum.

Einkaufsbummel

Einkaufen wo auch die Einheimischen einkaufen... Um sich im Gewimmel der Geschäfte zurecht zu finden, kommt gerne jemand mit, der sich mit auf die Suche nach dem Gewünschten macht.

Frauentag

Frauen alleine oder zu mehreren verbringen einen Tag mit den Frauen der Familie von Bhawani Singh – mit Programm und Gesprächen wie gewünscht. Die Herren werden sich außerhalb halten und somit die Atmosphäre nicht behelligen. Mehr kann frau auf einer Reise sich kaum der Frauenwelt nähern. Wenn Frau mit einem Herrn zusammen reist, wird diesem an dem Tag ein anderweitiges Programm geboten. Neben Bikaner selber bieten sich auch Ausflüge in die Umgebung an und ein Homestayaufenthalt in Siana auf dem Lande ist ebenfalls ein Highlight – näher vorgestellt werden diese Specials in einer der weiteren Ausgaben. Außerdem erscheint unser Baustein „Basis Bikaner“ demnächst auf der neuen Webseite. Wer vorab Informationen wünscht - einfach eine Mail an: info@yangla-tours.de

Manche Rajasthanis gehen regelmäßig in ihren Tempel zur Puja, die immer zur ungefähr gleichen Zeit statt findet. Es gibt mehrere kleine Tempel in der Stadt, wo westliche Gäste sehr seltener aber gerne gesehener Besuch sind.

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Rezept: Suji Halwa Zutaten (4 Personen): 3 EL Ghee 1 Tasse Gries 1 Tasse Zucker 2-3 grüne Kardamom (oder etwas Kardamompulver) 1 Tasse Milch Mandeln Pistazien Zubereitung 1. Ghee erhitzen, bis es flüssig ist 2. Gries und gemörsertes Kardamom einstreuen. Ca. 10 min auf mittlerer Flamme kochen, bis es fester und brauner geworden ist 3. Milch dazu und mit warmem Wasser auffüllen. Dabei kräftig rühren gegen Klümpchenbildung 4. Wenn die Masse fester geworden ist, Zucker dazu geben. Unter rühren auflösen. Fertig! 5. Kleingeschnittene Mandeln und Pistazien als Dekoration darüber streuen Anmerkungen Bei manchen Leuten gilt das Halwa als besonders gut, wenn man mehr Ghee nimmt und es damit sehr fettig ist Man kann auch andere Dekoration verwenden/weitere Zutaten unterrühren Halwa wird oft zusammen mit dem Hauptgericht gereicht, auf unserem Foto einem Kartoffelcurry Ghee Ghee ist geklärte Butter. Man kann sie selber herstellen, indem man Butter erhitzt und den Schaum abschöpft. Der klare Rest ist Ghee.

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Fotostrecke: Bikaner

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Geschichte: Rinchen Skarma

Die unglaubliche Geschichte wie aus einem kleinen Zanskarjungen der lokale Dalai-Lama-Fotograf wurde

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karma Rinchen wurde 1963 als Drittes von zwölf Kindern in dem kleinen Dorf Youlang auf 3.600 m in der Region Zanskar im indischen Himalaya geboren. Das tibetisch-buddhistische Zanskar hatte bis 1987 keinen Straßenanschluss und galt als eine der abgeschiedensten Regionen Indiens. Wenn der Dalai Lama heute Zanskar oder Ladakh besucht, ist Skarma Rinchen sein lokaler Erstfotograf. Wie es dazu kam, erzählt er mir bei mehreren Tassen Milchtee im Studio über seinem Fotoladen. Ein Interview. Der Gasofen bullert und trotzt den ladakhischen Wintertemperaturen von -10°C. Skarma Rinchen hat seine langen Beine davor ausgestreckt. Neben ihm auf dem Schreibtisch prunkt der Apple-Bildschirm, daneben herrscht das Chaos diverser Filmkassetten, Festplatten und Fotoschnipsel. Er seufzt: „Ordnung ist nicht meine Stärke. Ich habe so viel Material, welches alles archiviert werden müsste. 100.000ende von Negativen aus den 80ern sind noch ungescannt. 2% habe ich vielleicht digitalisiert. Guck mal hier.“ Ich werfe einen Blick auf Portraitaufnahmen, die in den 1940ern oder auch vor 200 Jahren hätten entstanden sein können. Ladakhis und Zanskaris haben sich in ihre schönste Tracht gekleidet und sind zum örtlichen Fotografen gegangen, haben sich in den Schatten vor seinem kleinen Fotoladen vor eine Stoffbahn gesetzt, eine feierliche Miene aufgesetzt und wurden auf Mittelformat abgelichtet. Einige tragen abgetragene Alltagskleidung - sie brauchten nur ein Passbild. Auch sie schauen genauso ernst in die Kamera. „Das war mein Studio“, lacht Skarma. „Wir hatten ja kaum Strom für Lampen. Tagsüber gab es keinen Strom, abends auch nur manchmal. Aber das Schattenlicht war sehr angenehm für die Portraits. Wir haben dann die Filme gesammelt und bei Kerzenschein in der Dunkelkammer entwickelt. Alles nach Gefühl. Der Vergrößerer brauchte Strom, aber sonst haben wir alles ohne gemacht und improvisiert. Den Film haben wir in einer Wanne entwickelt, die Temperatur mit dem Finger gemessen, die Zeit abgezählt, je nach Alter und Typ der Chemikalie. Ich hatte eine Yashica Box für die Passfotos und manchmal habe ich damit auch Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Einweihungen fotografiert.“ Der kleine Fotoladen ist inzwischen voll digitalisiert. Durch eine Nebentür die Treppe hinauf gelangt man in das Studio von Skarma Rinchen, ein Raum voller Softboxen und anderer moderner Fototechnik. Hier sitzen wir und unterhalten uns. Ich frage: „Skarma, wie bist du überhaupt Fotograf geworden?“ Er entgegnet: „Hast du Zeit? Es ist eine lange Geschichte.“ „Wir haben ja Winter, das ist eine gute Zeit für Geschichten. Erzähl bitte!“ Er gießt den zweiten Milchtee ein und legt los:

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„Ich wurde 1963 als drittes von zwölf Kindern in Youlang in Zanskar geboren. Meine Mutter war eine starke Bauersfrau, mein Vater als Amchi (Arzt der tibetischen Medizin) ein angesehener Mann. Im Nebenort Karsha gab es eine staatliche Schule, auf die ging ich von Klasse 1-5. Mein Vater war unterdessen in der Hauptstadt Ladakhs, Leh, wo er hörte, dass sich Kinder aus entlegenen Gebieten für ein Stipendium beim Central Institute for Buddhist Studies (CIBS) bewerben konnten. Er füllte den Antrag für mich aus und ich wurde genommen. So machte ich mich mit befreundeten Händlern auf den langen Fußmarsch auf. Die Straße nach Zanskar wurde erst 1987 gebaut, davor mussten wir immer viele Tage zu Fuß gehen. Die Regierung gab mir damals 60 Rupies (heute 90 Cents), 50 Rs. musste ich für das Internat zahlen, 10 Rs. waren mein Taschengeld. Zu meiner Familie hatte ich keinen richtigen Kontakt, es gab keine Telefone, und in den langen Winterferien war Zanskar eingeschneit. Als ich größer wurde, wurde es mit dem Geld ein wenig schwieriger, und ich wollte gerne in den Winterferien arbeiten. Ein Freund besorgte mir dann einen Job in einem Fotoladen in Leh. Ich hatte zwar keine verantwortungsvollen Aufgaben, aber ich mochte die Arbeit. Eines Tages kam unser damaliger politischer zanskarischer Führer, der König von Zangla, in den Laden, um ein Foto machen zu lassen. Er entdeckte mich und war erfreut, einen Zanskari zu treffen. Er fragte mich, ob mich die Fotografie interessiere, und ob ich mehr lernen wolle. Das bejahte ich natürlich, und er stellte mir in Delhi einen Fotoladen in Aussicht, wo er mich unterbringen könne. Ich müsste nur noch dahin kommen.


„Wie alt warst du denn da eigentlich?“ Skarma überlegt hin und her, wirft Jahreszahlen in den Raum, Altersangaben, aber nichts passt so recht zusammen. Bei seinem Geburtsjahr ist er sich ganz sicher, alles andere bringt er durcheinander. In Zanskar legte man keinen Wert auf akkurate Jahresaufzeichnungen, selbst der Geburtstag ist von wenigen registriert worden. Er erzählt weiter: „Nach einigen Tagen hatte ich den König gefunden und er brachte mich zu dem Fotoladen in Lajpat Nagar im Süden Delhis. Allerdings brauchten sie eher einen Jungen für alles, als dass sie mir Fotografie beibringen wollten. Ich musste um 5:00 Uhr aufstehen, sauber machen, Tee kochen, in der Küche helfen und bis Mitternacht arbeiten. Nach sechs Monaten durfte ich dann endlich in den Laden, wo ich Abzüge beschnitt. Und nach einem weiteren halben Jahr bekam ich Handlangerarbeiten in der Dunkelkammer. Da ich mich in der Dunkelkammer geschickt anstellte, durfte ich da bald eigenständig arbeiten und auch einige Portraits im Studio erstellen. Ich blieb drei Jahre.

Ich war begeistert! Was für eine Chance! Vom König! Allerdings war das, was heute so einfach klingt, eine immense Herausforderung für einen jungen unwissenden Burschen wie mich. Es gab damals keine zivile Flugverbindung; man musste sich beim Militär um einen Sitzplatz bemühen und das kostete auch nicht wenig Geld: 250 Rs.! Die hatte ich nicht, dafür ein bisschen Glück. Ich traf einen Händler aus unserem Dorf, der bereit war, mir 300 Rs. zu leihen mit der Zusage, es entweder von mir selbst oder meinem respektierten Vater zurückzubekommen. Der König war schon nach Delhi aufgebrochen, und ich ging ständig zum Flughafen, um mich für einen Sitz zu bewerben. Endlich klappte es! Ich hörte mit der Schule auf, zog meine beste Goncha (das traditionelle Gewand) an und flog los. Wir landeten in Ambala (bei Chandigarh, 200 km von Delhi entfernt). Ich hatte keine Ahnung wo das ist. Und wo Delhi ist. Aber freundliche Leute brachten mich zum Bushof und dort rief auch schon ein Fahrer Delhi aus. Ich stieg ein und als er hielt, stieg ich mit allen Leuten aus. Es waren so viele große Häuser zu sehen, ich dachte ich sei in Delhi und wollte loslaufen. Aber die anderen Leute lachten, es war nur ein Essensstopp. Ich habe mich aber nicht getraut, Essen nicht so teuer war. Ich war so hungrig, dass ich gleich zwei Portionen Nudeln verdrückt habe!“

Mit ca. 20 Jahren ging ich zurück nach Ladakh. Eine Kamera hatte ich nicht und wusste auch sonst nicht genau weiter. Ich fuhr erst einmal zu meinen Eltern nach Zanskar. Da waren gerade zwei Touristen, die Träger für einen Trek nach Lamayuru suchten. Ich meldete mich, hob das zugedachte Gepäck an und meinte ich würde es schaffen. 60 Rs - pro Tag! - wollten sie zahlen. Aber ich hatte mich überschätzt, die 50 kg schleppte ich nur bis Pishu, danach heuerten sie einen Zusatzmann an, mit dem ich das Gewicht und den Lohn teilte. Es gab noch weitere Gelegenheiten, mit Trekking gutes Geld zu verdienen, und im Winter arbeitete ich zusätzlich für 300 Rs/Monat im Fotoladen. Nun konnte ich Geld zur Seite legen. 1986 hatte ich 20.000 Rs. zusammen und sprang ins kalte Wasser. Ich kaufte die Yashica Box und mietete einen Laden in einer Hintergasse. Ich machte Portraitaufnahmen, fotografierte bei Veranstaltungen, entwickelte und belichtete die Bilder. Nach zwei Jahren konnte ich mir eine Kleinbildkamera leisten, eine Nikon F2, damit wurde die Fotografie etwas günstiger. Papier und Chemie musste ich in Delhi bestellen. Bilder aus der Zeit hast du ja gesehen. Ich liebe die alten Bilder. Ich sammel auch welche. Guck mal hier.“ Auf seinem Monitor erscheinen Bilder von Hannah Price aus dem Jahre 1932 und Scans von Paul Fleurys Kaschmir Album von 1908. „Wie kommst du denn an die? Das ist ja unglaubliches Material!“ rufe ich begeistert. Skarma grinst: „Ich habe sie eingetauscht. Aber ich darf sie nicht veröffentlichen, nur Drucke in mein Schaufenster hängen. Oder die Leute müssen sich zu mir an den Computer setzen und gucken – so wie du jetzt.“

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Meine Blicke wandern durch sein Studio über großformatige Ausdrucke von Landschaften in dramatischem Licht, Szenen von Leuten bei der Feldarbeit, unterschiedlichste Gesichter und farbenfrohe Zeremonien. „Hast du eigentlich nur geschäftlich fotografiert oder auch eine private Leidenschaft entwickelt?“ „Ich mag gerne die Zeit festhalten; Zeitdokumente herstellen. Ich bekam von der Regierung einen Job zugeteilt, die ganzen Monumente, Malereien, Zeichnungen usw. aufzunehmen, damit uns visuell nichts verloren geht. Das kam meinem privaten Interesse sehr entgegen. Und ich liebe Gesichter und Menschen. Ich möchte die alten Traditionen aufzeichnen. Eine optische Erinnerung für Ladakh und Zanskar entwickeln. Aber da gibt es jetzt nicht mehr so viele Menschen, die sich traditionell kleiden. In den letzten Jahren habe ich mehr Interesse für die Natur- und Tierfotografie entwickelt. Aber Tiere sind schwierig, sie halten ja nicht still, sondern verstecken sich lieber.“ Ein verschmitztes Lachen erhellt sein Gesicht. „Am Anfang war die Fotografie nur eine gute Art, Geld zu verdienen. Aber ich unterhielt mich öfters mit meinen Kollegen wie Ali Shah oder diskutierte mit Europäern. Dadurch bildete ich mein Auge und meine Technik weiter aus. Ich verstand die Zusammenhänge von Licht, Standpunkt und Bildausschnitt. Es kamen auch manchmal indische Fotografen oder andere Fotogruppen, die nach speziellen Örtlichkeiten fragten. Mit denen besprach ich mich ebenfalls gerne. Und dann gab es einmal einen Deutschen. Ich glaube, er war ein Profi, er wusste sehr viel. Er blieb länger in Ladakh und nutzte einen Monat meine Dunkelkammer. Er hat mir Papier und Chemie gebracht und schenkte mir einen ganzen Sack voller Kodak 32 ASA Filme! Auch die anderen waren nett zu mir und schenkten mir Material, gaben mir gebrauchte Kameras.“ „Und so ging das dann immer weiter?“ frage ich interessiert. „Ja, außer dass ich immer ein wenig Mühe hatte, genügend Geld zu verdienen. Mitte der 1980er fragte mich jemand, ob ich ein Zimmer für eine ältere deutsche Dame arrangieren könne. Das tat ich und auf ihrem Rückweg in Leh lernte ich sie kennen und wir befreundeten uns. Das war Marianne Athenstaedt, eine bewundernswerte Frau, die vor Ideen sprühte und uns Zanskaris helfen wollte. Wir befreundeten uns, schrieben Briefe, besuchten gemeinsam Zanskar und sie sponsorte meine beiden Kinder. Für mich hatte sie die Idee, dass ich, da ich auch ein guter Koch bin, doch auf der Hinterseite meines Fotoladens ein Restaurant eröffnen solle. Ich tat, wie sie es sich dachte, aber gut kochen und ein erfolgreiches Restaurant betreiben sind dann doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich stellte den Betrieb schnell wieder ein. Ich bin sehr technikinteressiert und wenn ich etwas Geld in der Tasche habe, gebe ich es schnell wieder für neue Ausrüstung aus. 2007 bin ich auf die Digitalfotografie umgestiegen. Ich bekam eine Nikon D70 von einem Freund aus Großbritanni-

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en geschenkt. 2010 rüstete ich mit einer gebrauchten Canon D5 auf und durch meinen Archivierungsfotojob hatte ich so viel Geld, dass ich mir 2011 eine Canon D5 Mark II leisten konnte. Heute verdiene ich mein Geld hauptsächlich mit dem Fotoladen, wo wir den Leuten Passbilder, Abzüge und ein bisschen Material verkaufen. Aber ich verkaufe auch meine Fotos für Broschüren, Kalender, Webseiten usw. Mit den Jahren stieg nicht nur mein Ausrüstungsanspruch, sondern auch mein Anspruch an meine Bilder. Ich bin nie ganz zufrieden mit meinen Ergebnissen und sehr selbstkritisch. Es gibt noch kein Foto, welches ich als „mein Bestes“ bezeichnen würde – ich bemühe mich bei jedem Fototermin, ein solches zu fotografieren.“ „Im Schaufenster hängt ja ganz groß ein Bild vom Dalai Lama mit Autogramm, hast du das auch gemacht?“ „Ja, immer wenn der Dalai Lama in Zanskar oder Ladakh ist, fotografiere ich ihn. Das fing 1988 an, als er die Kalachakra-Zeremonie in Zanskar abhielt. Ich war der einzige lokale Fotograf dort und ganz dicht bei ihm. Da kommen mein Glaube, meine Verehrung und meine Leidenschaft zusammen. Anders als in dieser Funktion wäre ich seiner Heiligkeit nicht so nah gekommen. Ich war gleichzeitig geehrt, überwältigt und wahnsinnig aufgeregt. Aber diese Bilder waren nicht für die Langlebigkeit bestimmt. Die Negative sind verschwunden....“ Skarma lächelt zerknirscht: „Meine Lektion in Vergänglichkeit. Man kann versuchen, etwas festzuhalten, aber es ist alles der Vergänglichkeit unterworfen. Auch die Fotografie.“ Anmerkungen: Paul Fleurys Kaschmir Album wird diskutiert im Buch Photography‘s Orientalism: „New Essays on Colonial Representation“, herausgegeben von Ali Behdad und Luke Sartian Skarma Rinchen erinnert sich nicht mehr an den Namen des deutschen Fotografen, der ca. 1989 einen Monat seine Dunkelkammer mit benutzte. Wahrscheinlich lebt er nicht mehr. Seiner Schätzung nach war er damals um die 70 Jahre alt. Aber vielleicht liest das jemand und weiß, um wen es sich handeln könnte? Wir bitten um Kontaktaufnahme. Marianne Athenstaedt gründete die Athenstaedt-Stiftung, die eine Schule und ein Handwerksausbildungszentrum in der Nähe von Karsha unterstützt (www.athenstaedt-stiftung. de). Ihr Gedanke, die Zanskaris in ihrer eigenen Region zu Ausbildung und höherem Lebensstandard zu verhelfen, wird auch nach ihrem Tod 2004 weitergeführt.


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Rezension: Der zerbrochene Mond

Der zerbrochene Mond - Wie weit würdest du gehen, um dein Volk zu retten? Dokumentation von Marcos Negrão und André Rangel von 2010 Enigma Films Ein älterer Ladakhi wandert über die Changthang-Hochebene. Langsam entfaltet sich seine Geschichte: er ist Nomade mit einer großen Tierherde. Sein Sohn ist traditionell in seine Fußstapfen getreten und hat bereits seine eigene Herde. Aber er sieht Probleme in der Zukunft der Nomaden. Durch Klimaveränderungen sind die Weidegebiete eingeschränkt und bieten nicht genügend Nahrung für alle Herden. Er denkt, dass er besser in die Hauptstadt Leh gehen und dort sein Glück versuchen sollte. Beim Vater stößt er jedoch auf absolutes Unverständnis. Dieser befürchtet, dass durch die Abwanderungen (sein Sohn wäre nicht der Einzige) Nomadentraditionen und Nomadenwissen aussterben würden. Sie streiten sich heftig. Ich schaue den Film mit der Fotogruppe der Kamerakidz in Zanskar und frage die Kinder, wie sich der Sohn entscheiden soll: in die Stadt gehen oder seinem Vater folgen und Nomade trotz der Schwierigkeiten bleiben. Die Kinder sprechen sich einstimmig für das Nomadentum aus. Welche Lösung Vater und Sohn finden und wie sie dahin kommen, davon erzählt der preisgekrönte Film in langsamen bedächtigen Worten und ruhigen Einstellungen. Die Kamera fängt die Schönheit und die Härte des Changthangs in großartigen Einstellungen ein. Es werden viele Traditionen der Nomaden vorgestellt und die Herausforderungen der modernen Zeit benannt. Fazit: in seiner langsamen und einfachen Erzählweise ein besonders eindringlicher Film, der einen sehr guten Einblick in das moderne Nomadenleben gibt und lange nachwirkt.

Reisetipp: Ein Reinschnuppern in die Nomadenregion Changthang neben den Jeepsafaris zu Tsomoriri- und Tsokar-See bietet der 3-tägige Trek Chalungdo nach Niddar

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Trekvorstellung: Chalungdo-Niddar

Länge: 3 Tage Jahreszeit: Juni – September Schwierigkeit: mittel Höhenprofil: Tag 1: 4.200 m – 4.770 m (570 m bergauf) Tag 2: 4.770 m – 5.390 m – 4.820 m (620 m bergauf, 570 m bergab) Tag 3: 4.820 m – 4.250 m (570 m bergab)

Dieser Trek ist im Chanthang-Gebiet, dem ladakhischen Teil des tibetischen Hochplateaus, östlich von Leh. Es gibt diverse Optionen für diesen Trek. Einzeltrek (3 Tage): Als Einzeltrek kann diese Tour ohne An- und Abreise in 3 Tagen gegangen werden. Er ist eine gute Einführung in das Höhentrekking im Changthang, wo man seine Höhentauglichkeit ausprobieren und die weite Landschaft in kurzer Zeit erleben kann. Gut akklimatisieren muss man sich natürlich trotzdem. Yayatso-Erweiterung (4 Tage): Wenn man am Yayatso startet wird der Trek zu einer 4-Tagestour ausgedehnt. Der Yayatso ist 4.700 m und kann mit dem Auto angefahren werden. Ein kleiner Ort am Flussufer ist jedoch nur temporär bewohnt. Von Leh fährt man in 5 Std. über Mahe zum See. Ein 3-4 Std. Trek führt an der Norwestseite des Sees entlang und über einen Pass (4.790 m) hinunter auf die Hauptstraße. Entweder läßt man sich für die 8 km nach Chalungdo mit dem Auto fahren oder geht diese - leider - an der Straße entlang. Eine andere Möglichkeit ist die Südostseite des Sees, eine kleine Passüberquerung, ein Stopp beim Nonnenkloster und 5 km Straße bis Chalungdo.

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Chalungdo-Niddar Chumathang-Yayatso-Erweiterung (8 Tage): Der anderweitig beschriebene Trek Chumathang-Yayatso (bitte per Mail an info@yangla-tours.de anfordern) kann mit dem Chalungdo-Niddar durch die Yayatso-Erweiterung kombiniert werden und so hat man ohne An- und Abreise einen 8-Tage-Trek. Tag 0 Fahrt Leh – Chalungdo Die schöne 4-stündige Fahrt führt entlang des Indus. Man kann einen Stopp in Chumathang, bekannt für seine heißen Quellen, einlegen. 3 km nach dem Abzweig an der Mahe Bridge befinden sich mehrere Campingmöglichkeiten am Fluss Paldong.

Tag 1 Trek Chalungdo – Doksa, 3 Std. Um nicht zu hoch zu schlafen, ist die Trekkingstrecke recht kurz. Zuerst ist die Landschaft buschreich, höher wird die Vegetation immer karger. Man folgt einem schmalen Fluss mit vielen Campingmöglichkeiten. Bei einem Hirtenlager auf 4.775 m ist ein schöner Fleck auf der rechten Seite des Tals zum Camping, von wo sich weitere Streifzüge unternehmen lassen.

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Tag 2 Trek Doksa – Lungmar-la – Camping, 7 Std. Man folgt dem Fluss höher und höher. Das Tal weitet sich zur typischen Changthang-Landschaft. Auf dem Weg zum Pass passiert man die Flussquelle und steigt dann auf den 5.390 m hohen Lungmar-la. Von hier ist der Ausblick atemberaubend. Zur rechten sind die Schneeriesen Chalung, Changser Kangri und Lungser Kangri, in der weiten Ferne glitzert der Kyun Tso See und man schaut in das für Touristen verbotene Gebiet des Changthangs Richtung Tibet. Der Abstieg ist recht steil und manchmal durch losen Sand. Man kann teilweise Spaß haben und hinab springen hin zu einer schmalen Schlucht. In deren oberen Teil ist der einzige Platz mit etwas Wasser, den man zum Camping nutzen muss. Darauf achten, dass man nicht zu weit läuft!

Tag 3 Trek Camping – Niddar, 4 Std. Ein angenehmer Bergab-Pfad teilweise durch eine Schlucht, teilweise über das Plateau linkerhand führt zu dem großen Tal auf 4.390 m. Auf der gegenüberliegenden Seite ist eine Straßenpiste zu sehen. Bis zum ca. 15-Häuser Dorf Tsongkar Karu bleibt man aber auf der linken Talseite. Das Dorf hat eine kleine Schule und Busanschluss 1 x/Woche. Eine weitere halbe Stunde Gehzeit dauert es bis Niddar, einem etwas größeren Dorf mit Mittelschule und Kloster. Kurz vor Dorfeingang ist eine schöne Campingwiese. Die Straße geht südlich Chunur, ist aber für Touristen verboten. Nördlich trifft sie in wenigen Kilometern auf die Hauptstraße bei der Distrikthauptstadt Nyoma mit großem Kloster auf einem steilen Felsen. Man fährt entweder zurück direkt nach Leh oder macht eine ausgiebigere Besichtigungstour zu den Seen Tsomoriri und Tsokar.

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Mitarbeitervorstellung: Sanjeev Tamang Name: Sanjeev Tamang Alter: 30 Jahre Wohnort: Mirik bei Darjeeling Beruf: Seit 13 Jahren Trekking und Kulturführer in Ladakh, Nepal, Bhutan und Indien mit Haupteinsatzgebiet Sikkim und Darjeeling “Es gibt keinen besseren Lehrer als zu Reisen, und die erste Regel für eine Expedition ist, dass alle zusammen halten müssen” - Sanjeev Tamang, Sikkim Sanjeev war im April 2013 mein Guide auf dem Goecha-la Trek. Er ist der Hauptguide von unserer Sikkim-Agentur, da er mit Umsicht, sonnigem Gemüt, Engagement und urkomischen Geschichten immer ein gutes Feedback bekommt. Wie kamst du zum Tourismus und wie hat sich deine Geschichte da entwickelt? Ich glaube dass Tour- oder Trekkingführer nicht nur eine Leidenschaft ist, sondern auch ein Traum, den ich schon immer gehegt habe. Auf dieser langen erinnerungsreichen Reise habe ich viele Einzelreisende, Paare und Gruppen durch die verschiedensten abenteuerlichen Gegenden Sikkims, Darjeelings und Ladakhs in Indien sowie Nepal und Bhutan zu Diensten gestanden. In der Schule war ich 6 Jahre bei den Pfadfindern unter dem National Cadet Corps (NCC). Es half mir Qualitäten wie Mut, Kameradschaft, Disziplin, Abenteuer- und Sportsgeist sowie uneigennützige Aufgaben für die Verbesserung der Menschen zu entwickeln. Seitdem bin ich Camping und Outdoor-Aktivitäten gewöhnt, weiß, wie ich mit der Natur umgehe und lerne auch immer mehr über die Naturschönheiten. Ich bin ja im Schoße des Kangchenjunga, dem dritthöchsten Berg der Welt, umgeben von wundervollen Bergen, Blumen und natürlichen Quellen, aufgewachsen. Eines Tages bekam ich die Gelegenheit als Sherpa für ausländische Touristen zu arbeiten. Ich musste mich um die Zelte kümmern. Die Agentur gehörte einem Freund meines Vaters und war in Darjeeling beheimatet. Meine erste Tour war der Sandakphu-Trek über 6 Tage mit 7 Touristen. Das hat mich motiviert, im Tourismus zu arbeiten und ich habe Bergsteigerkurse belegt, Buddhismus studiert und mehr über unsere Kulturen, Traditionen usw. gelernt. Was ist deine Spezialität? Ich bin seit über einer Dekade in der Reisebranche tätig und möchte jede Tour für alle meine Reisenden zu einem erfreulichen, erinnerungsreichen, genussvollen und unterhaltsamen Erlebnis wird, wobei ich Informationen über das kulturelle Erbe des unglaublichen Sikkims mitteile.

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Ich bin besonders interessiert in Trekking, Kulturtouren und Buddhismus, aber ich glaube, dass touristische Aktivitäten auf allen Ebenen meinen Reisenden die besten Aspekte unseres Lebens zeigen wie z.B. ein wunderschöner Sonnenaufgang über dem mächtigen Kangchenjunga. Ich lasse sie sich an über hundert Jahre alten tibetisch-buddhistschen Klöstern erfreuen und sie verstehen und bringe ihnen danach den Geschmack des berühmten Darjeeling Tees und des Temi-Tees von Sikkim nah. Wir erfreuen uns an den großartigen Ausblicken beim Trekkimg durch das Land der hohen Pässe – Ladakh in Nordindien. Und auf jeden Fall zeige ich gerne die verschiedenen Facetten des majestätischen Indiens mit seinen aufregenden Kulturen, Traditionen und Glaubensrichtungen. Es gibt eine gute Redeweisheit, dass “es keinen besseren Lehrer gibt als das Reisen” und somit bemühe ich mich, wo auch immer ich mit meinen Reisenden und Gruppen bin, sie mit allen Details des Ortes, der kulturellen Geschichte und der Traditionen zu versorgen. Wie man weiß bin ich im Land des Buddhas geboren und unser Land wurde gesegnet von Padmasambhava, dem großen buddhistischen Heiligen und dem Bewahrer des Buddhismus in Sikkim, Bhutan und Tibet. Unzweifelhaft möchte ich ein spezieller Führer für Trekking, Kultur und Buddhismus sein!


Was magst du besonders am Tourismus? Sikkim ist ein Paradies für Trekker, diese wunderschöne Himalayaregion ist faszinierend, exotisch, aufregend und lebendig. Reisen und Trekken ist sehr sicher in Sikkim, die Region ist eine der atemberaubendsten Reiseziele wenn man nach alten Klöstern und Tempeln, ursprünglicher Natur und aufregenden Abenteuern sucht – Sikkim hat alles und hört nie auf, einen zu bezaubern. Es gibt einige Sachen, die ich besonders mag – Orte mit historischer Bedeutung, natürlichem oder kulturellem Wert, Freizeitangebote, Abenteuer, Monumente, alte Tempel, Zoos, Amüsement, Museen und Kunstgalerien, Karneval, ethnische Gemeinschaften, historische und kulturelle Ereignisse, kreatives Handwerk und Manufakturen. Daneben schätze ich natürliche Schönheiten wie Berge, tropische Wälder, Korallenriffe, Wandern und Camping in Nationalparks. Manchmal übernachtet man in Homestays, genießt urtümliches Essen, kulturelle Gewohnheiten und traditionelle Tänze in Verbindung mit Atithi Devo Bhava (Gäste sind wie Götter). Atithi Devo Bhava und Swachh Bharat Abhiyan (Säuberungskampagne für Indien) gefällt mir besonders gut am Tourismus. Was würdest du gerne im Tourismus oder bei den Touristen ändern? Ich glaube, Tourismus ist eine der weltweit am stärksten wachsenden Industriezweige, wobei der Abenteuertourismus die Führungsrolle hat. Die Natur hat Sikkim mit einzigartiger Schönheit ausgestattet, herrlich üppig grünen und ungestörten Tälern, fünf Klimazonen, umweltfreundlichen, gastfreundlichen und lachenden Bewohnern und einem reichen Kulturerbe. Sikkim ist ein “Land des Friedens & der Ruhe”, ein friedvoller und kriminalitätsfreier Staat im Schoße des Kangchenjunga.

Tourismus ist ein wichtiger Faktor für den Wohlstand von Nation und Staat. Obwohl Tourismus seine Vorteile hat, kann es auch ernste Auswirkungen auf die Umwelt, die Leute, die dort leben und die lokale Ökonomie haben. Da mehr und mehr Menschen die Berge besuchen, ob sie sie besteigen möchten oder nur durch die Täler trekken, werden die Chancen größer, dass die Umwelt permanent geschädigt wird. Da die meisten Aktivitäten im Abenteuertourismus direkt mit der Bergregion verbunden sind und großen Stress für biologische Lebensräume und eingeborene Kulturen verursachen, ist es unerlässlich, sie zu schützen sowie den Artenreichtum und die kulturellen Ideale der Bergregionen zu erhalten. Nach meiner Meinung muss eine natürliche Beziehung zwischen Tourismus und Kultur, Tradition, Bauwerken, Erbe, natürlichen Quellen, Umwelt, Wäldern, Tierleben und Ökologie voll anerkannt werden, und es muss sich um Verbesserung, Bereicherung und Steigerung gekümmert werden, da das eine Schlüsselrolle in der Tourismusindustrie ist. Damit einhergehend zu der allgemeinen Tourismusentwicklung sollte eine einzelne Knotenabteilung für effektive Verbindungen sorgen und mit anderen Abteilungen zusammen arbeiten. Einfache medizinische Versorgungsstationen sollten an einigen Stellen eingerichtet werden, um in Trekkinggebieten bessere Hilfe leisten zu können. Zu einem verantwortungsbewussten Tourismus gehört, dass man mehr Wert legt auf Ökotourismus als auf bloßen Naturtourismus. Man sollte sich konzentrieren auf Armutsbekämpfung, Schaffung von Arbeitsplätzen, Entwicklung von neuen Aufgaben, Bewahrung von kulurellem Erbe, Unterstützung von lokalen kulturellen Aktivitäten, Förderung von lokalem und ethnischem Handwerk und die Verbesserung der gesamten Umwelt. Speziellen Wert sollte man legen auf Dorf/ländlichem Tourismus, Homestay und Tourismus der kleinen Segmente, wo ein hoher Wert unseres kulturellen und natürlichen Vermögens existiert. Wenn man lokale Künstler und Handwerker weiterbildet, unterstützt man die lokale Wirtschaft, da die so produzierten Güter und Produkte den Touristen angeboten werden können. Das wird eine große Änderung im Tourismus mit sich bringen. Zu der Frage “Was ich an den Touristen ändern wollen würde” habe ich keine Anmerkung, aber ich möchte an einen berühmten Spruch vom legendären Bergsteiger Sir Edmund Hillary erinnern: “Gute Planung ist wichtig. Ich sehe aber auch eine gute Portion Humor bei einer großen Expedition als enorm wichtig an. Wenn man in eine sehr schwierige oder gefährliche Situation gerät oder wenn man deprimiert ist bezüglich der Erfolgsaussichten, verringert es den Druck wenn einer da ist, der einen zum Lachen bringt.” Seit also in allen Situationen humorvoll.

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Hast du eine schöne Geschichte zu erzählen? Eine Geschichte passierte mir mit 5 schottischen Ladys bei dem 14tägigen Shangri-la-Trek an der nepalesischen Grenze. Der Trek beginnt in Uttarey in West-Sikkim in der Nähe von Nepal. Am frühen Morgen nach dem Frühstück starteten wir unseren Trek mit den 5 Ladys, 13 Yaks, 5 Trägern, 1 Koch, 1 Helfer und mir.

Das Schlimmste war, dass die Lady die indischen Toiletten wegen ihrem gebrochenen Knöchel nicht nutzen konnte. Wir hatten keine andere Wahl als in einen Stuhl ein Loch zu brechen so dass sie ihn wie eine europäische Toilette nutzen konnte. So ein Stuhl kostet weniger als eine ganze Toilette – haha. Sie war so hilflos, dass sie nicht einmal ihre Hosen alleine hochziehen konnte und wir ihr helfen mussten.

Während des Treks brach sich eine der Trekkerinnen leider den Knöchel in Para Magu auf 4.200 m an der nepalesischen Grenze so dass wir sie nach Uttarey zurück schaffen mussten.

Wegen dem schlechten Wetter und da der Helikopter eher einer für touristische Rundflüge in Gangtok war, hatte der Pilot Schwierigkeiten, ihn zu landen. Erst am nächsten Morgen konnte der Helikopter in Chiwabanjang landen, und ich konnte die Lady in das Manipal Referal Hospital in Gangtok bringen. Sie blieb dort 3 Wochen.

Wir schnitten Äste ab um eine Trage zu bauen, wofür wir eine Stunde brauchten. Außerdem bauten wir ein Zelt auf damit sie sich hinlegen konnte. Wir waren noch etwas durcheinander und wussten nicht ganz genau, wie wir mit der Situation umgehen sollten. Ich versuchte die Agentur anzurufen, aber es gab kein Signal. Ich war etwas verzweifelt und musste erst 8 km weit laufen bis ich das Vodafone Signal hatte. Ich rief meine Agentur an, informierte sie über den Unfall, man fragte alle Details ab, und ich verlangte nach einem Hubschrauber für den Abtransport. Einige der Angestellten der Agentur gingen sofort zum Hubschrauberrettungsservice der Tourismusbehörde, wo sie eine harte Zeit hatten, die Verantwortlichen von der Notwendigkeit zu überzeugen, da Hubschraubereinsätze in Sikkim selten sind. Die Verantwortlichen schlugen mir vor, von Para Magu abzusteigen, da dieses an der nepalesischen Grenze liegt und man somit zusätzlich zum Wetter Probleme hat. So rief ich einen Kollegen in Uttarey an damit er wenigstens 6-7 Träger hochschicken möge um mir beim Abtransport der Lady mit dem gebrochenen Knöchel zu helfen. Das alles passierte während der Diwali-Feierlichkeiten. Wir haben sie dann am nächsten Tag ab 6:00 Uhr für ca. 10 Std. über 30 km im Wind und kalten nebligem Novemberwetter getragen. Wir waren 5 Leute incl. mir, die die Lady auf der Trage trugen. Sie war eine riesige Lady von ca. 90 kg. Und wir waren alles eher kleine Leute unterschiedlicher Größe, was die Balance recht schwierig machte, insbesondere bergab. Uns war kalt, wir waren hungrig und durstig und unsere ganze Kleidung war nass. Ziemlich verzweifelt trafen wir nach 25 km einen Freund, der leider nur 3 Helfer organisiert hatte, da niemand in diesem kalten Wetter in die Berge wollte zusätzlich dass ja die Feiertage waren, die niemand verpassen wollte. Endlich erreichten wir Chiwabanjang in West-Sikkim, wo es ein SSB-Camp mit einem Helikopterlandeplatz gibt. Wegen technischer Probleme dachten wir zuerst, wir müssten das SSB-Gatter niederreißen, um den Helikopter landen zu lassen, was ziemlich verboten gewesen wäre, obwohl wir sie überzeugen konnten, dass wir es hinterher wieder reparieren würden.

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Ich ging sofort zurück nach Para Magu zu unserer Expedition, die dort auf mich wartete. Ich habe ihnen einen anderen Guide angeboten, aber sie haben auf mich bestanden. Aus Angst, dass die Gruppe sonst den Trek abbrechen würde, was ein großer Verlust für den Yakmann und die Agentur wäre, hatte ich keine andere Wahl. Meine Schulter tat so weh, dass ich nicht einmal meine Tasche tragen konnte. Der Schmerz hielt sich 8 Tage, aber glücklicherweise halfen sie mir am Abend mit Ölmassagen. Später als wir nach unserer Tour wieder nach Gangtok kamen, wurde die Geschichte in den Zeitungen veröffentlicht. Leider wurde mein Name gar nicht genannt sondern mein Freund wurde als der Held der Geschichte gefeiert. Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass ich meinen Reisenden helfen konnte als sie mich brauchten.


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Foto mit Geschichte

Ende März 2013 in Gangtok/Sikkim Der Dalai Lama soll eine große Statue von Buddha Padmasambhava in Ravangla, 3 Std. entfernt, einweihen. 5:00 Uhr – Der Wecker klingelt. Ich grummel und frage mich, ob es wirklich eine gute Idee ist, bei diesem Massenevent dabei zu sein. 5:15 Uhr – Ich laufe zum vereinbarten Treffpunkt, wo mich einige sikkimesische Reiseagenten aufgabeln sollen. Sie hatten eigentlich meinen Kollegen Gopal eingeladen, aber er hat seinen Platz an mich abgetreten, da er zuviel zu tun hat. Es ist dunkel und die Stadt schläft. Ich muss manchmal die Taschenlampe anmachen. 5:25 Uhr – Ich komme am Treffpunkt am Ende der Fußgängerzone an. Kein Mensch, kein Tier, kein Auto, Dunkelheit bis auf die Straßenlampen. 5:30 Uhr – Unsere Treffpunktzeit. Natürlich ist niemand da. Ich komme mir sehr unindisch in meiner Pünktlichkeit vor. Langsam schleicht sich Licht in die Dunkelheit. 5:35 Uhr – Ein Müllwagen kommt an, zwei Männer springen runter, sammeln Müll ein und fahren wieder fort. Gangtok ist eine bemerkenswert saubere indische Stadt. Jedenfalls in der Fußgängerzone. 5:45 Uhr – Der Himmel wird deutlich heller. Die Müllmänner sind fort, ein Hund streunt herum. Ich zieh die Kamera raus und mache ein Bild. Ich ziehe das Handy heraus und mache einen Anruf: ich solle mich gedulden. 5:50 Uhr – Ich gedulde mich. 5:55 Uhr – Der Hund ist fort, das Licht wird heller, einige Leute laufen herum, einige Autos fahren vorbei. 6:00 Uhr – Ein Auto hält. Ich setze mich rein, wir machen uns bekannt und warten weiter. 6:10 Uhr – Das Handy des Kollegen klingelt. Wir sollen den anderen Kollegen woanders abholen. Wir fahren los. 6:15 Uhr – Wir holen den Kollegen ab und starten nach Ravangla. Die anderen kommen in einem anderen Auto hinterher. Die Menschenmassen in Ravangla sind überschaubar. Der Dalai Lama ist allerdings leider sehr weitläufig abgeschirmt. Und ich bin um einige Erfahrungen und Fotos reicher. 46


Mitmachen willkommen!

Dankeschöns winken! Sie schreiben oder notieren gerne? Sie füllen Speicherkarten mit tollen Fotos? Ein Skizzenbuch oder Malblock ist auch auf der Reise dabei? Wäre es nicht schön, wenn Sie dafür ein bisschen mehr Publikum bekämen? Wir freuen uns über Beiträge. Schicken Sie uns: - Fotostrecken - Reiseberichte - Beobachtungen - Erlebnisse - Tipps - Zeichnungen/Cartoons/Comics - Rezensionen von Buch/Film/Musik

Und erhalten Sie ein Dankeschön! Zwei Kamerakidz-Postkartensets nach Wahl für 1/2 - 1-seitige Beiträge 1 Buch aus dem Yangla-Press-Verlag für mehrseitige Beiträge

Außerdem

nehmen wir natürlich gerne ihre Veranstaltungen (Vorträge, Ausstellungen ...) in unseren Tipps nicht nur im Magazin sondern auch auf der Webseite und im Newsletter auf!

Auch freuen wir uns immer über Tipps in Form von Webseiten, Literatur, Fernsehsendungen, Radiobeiträgen, Zeitungsartikeln.... Inzwischen ist die Verbreitung von Infos über Indien in den Medien weit fortgeschritten und so kann einem immer mal etwas durchschrutschen, obwohl wir uns bemühen, so gut wie möglich auf dem neusten Stand zu sein. Passend sind solche Infos natürlich auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/Yanglawelt/

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Lieblingsorte Lernen Sie die Lieblingsorte der Einheimischen kennen! Vielleicht ist auch ein Tipp für die nächste Reise dabei? Wir starten mit einem absoluten Geheimtipp in Ladakh. Mein Tipp

Nubu Dolma

Der Tea-Shop in Kiari auf dem Highway zwischen Upshi und Mahe Bridge kurz vor dem Ortsausgang.

Studentin in Jammu und Guide in Ladakh 24 Jahre

Meine Mutter hat ein Herz aus Gold und kocht den besten Tee! „Mein Lieblingsort ist ganz klar bei meiner Mutter Tashi Chonzom! Ich bin so oft so weit weg von ihr, da genieße ich jede Minute, die ich mit ihr verbringen kann. Sie wohnt in Kiari, einem kleinen Dorf im Changthang. Es ist in der Nähe eines Militärlagers direkt an der Hauptstraße von Leh Richtung Tsomoriri-See. Sie betreibt einen kleinen Laden und verkauft Kekse, Seife, Kugelschreiber, Gebetsfahnen, Shampoo, Gewürze - alles was die Soldaten und die Vorbeifahrenden brauchen können.“

„Außerdem kocht sie Tee und Kaffee und Mittags einfache Mahlzeiten. Es gibt einige Sitzgelegenheiten vor dem Shop und einen kleinen Raum innen. Da ist es sehr gemütlich. Ich liebe es dort zu sitzen, ihren leckeren Tee zu trinken, die ganzen Einkäufer zu beobachten und kleine Schwätzchen zu halten. Meine Mutter ist sehr freundlich und die Leute wechseln immer gerne ein paar Worte mit ihr. Dadurch weiß sie immer, was überall passiert, obwohl sie sich nicht vom Fleck bewegt. Ich liebe und bewundere Mama wie sie sich als Geschäftsfrau macht ohne je in einer Schule gewesen zu sein.“

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Tipps Veranstaltungen

Die langen Winterabende mit Bildervorträgen sind vorbei, im Sommer sieht es von daher etwas mau aus. Es gibt aber schon einen Termin im November zum vormerken: 17.11.16 19:00 Uhr „Rajasthan - Leben wischen den Extremen“ - Bildervortrag von Nana Ziesche - VHS Kaltenkirchen, Am Kretelmoor 20, Kaltenkir- chen

Mithai

Mithais nennen sich die unzähligen Varianten an süßen Kalorienbömbchen, die die Vitrinen der Süßwarenhändler zieren. Sie werden oft noch per Hand individuell hergestellt - bei vielen Lädchen kann man bei der Produktion zuschauen. Unser Tipp: Tun Sie sich mit mehren zusammen, nehmen Sie ein Messerchen mit und kaufen in einem Laden von jeder Sorte eines. Suchen Sie sich einen gemütlichen Platz, zerteilen die Teilchen und probieren Sie so die verschiedensten Sorten. Guten Appetit!

Facebook

Werden Sie Facebook-Fan! Aktuelle Infos, interessante Neuigkeiten und alles mögliche rund um Indien, Ladakh und den Himalaya befinden sich jetzt auf Facebook: https://www.facebook.com/Yanglawelt. Natürlich freuen wir uns über Fans, aber man muss sich nicht bei Facebook anmelden, um sich die Seite anzuschauen.

Siddharth Jain

Siddharth ist ein Fotograf aus Delhi. Sein abwechslungsreiches Portfolio mit vielfältigen Fotos mit einer eigenen Bildersprache ist ein Genuss für die Augen. Besonders sehenswert ist seine umfangreiche Sammlung von Bildern aus Rajasthan - einem Projekt, welches ihn schon jahrelang begleitet. Hier ist seine Webseite: http://www.siddharthjain.co.in/ Und auch bei Instagram finden sich viele Fotos: https://www.instagram.com/ dispatches.by.siddharth/

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Neues von den Kamerakidz W

er wollte nicht schon immer mal wissen, wie der Lebensalltag von kleinen buddhistischen Mönchen aussieht? Im Oktober 2015 war ich in Sikkim, genauer gesagt in der Dubdi Monastic School, einer Mönchsschule in Yuksom. 18 kleine Mönchen zwischen 7 und 15 Jahre bekamen dort die Aufgabe ihren Lebensalltag fotografisch zu dokumentieren. Herausgekommen sind faszinierende Bilder, die viel erzählen von dieser speziellen Mönchsschule hoch oben im abgelegenen Bergdschungel und ihrer kleinen Bewohnergemeinschaft. Passang Wongyal Subba, Tashi Dawa Tamang, Dawa Norbu Sherpa, Pema Tshering Lepcha und all die anderen kann man schon ein bisschen kennenlernen auf unserer Webseite www.kamerakidz.com. Mit den Webseiten-Infos und den kleinen Bildern hier wollen wir schon ein wenig Appetit machen auf das Buch, an welchem wir mit Hochdruck arbeiten! Wer den Newsletter von Yangla abooniert hat, erhält automatisch sofort Bescheid. Wir können schon jetzt versprechen: Es wird ein interessantes Buch mit einem Einblick, wie er bisher nirgendwo geboten wurde!

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Vielen Dank für‘s Durchblättern, Lesen, Gucken!