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Der Weideochse vom Limpurger Rind Ein kulinarisches Portrait


Âť Weideochsen vom Limpurger Rind im Jagsttal


Willkommen im Land der Limpurger Rinder Tief eingegrabene Flusstäler, durchschnittenes Hügelland mit weiten Wiesen und Höhen bis über 500 Meter bestimmen die Landschaft um die Flüsse Lein, Rems, Kocher und Jagst. In der wald- und wiesenreichen, steilhügeligen Landschaft mit ihren rutschenden Knollenmergelböden entstand für die kleinbäuerlichen Verhältnisse eine besondere Rinderrasse: das Limpurger Rind. Die Limpurger Rasse ist die älteste noch lebende Rinderrasse Württembergs. Das einfarbig hell- bis rotgelbe Rind ist auch als „Leintäler Rind“ bekannt. Benannt nach dem Fluss Lein, der durch den Welzheimer Wald und bei Abtsgmünd in den Kocher fließt.

Blick auf die Jagst bei Buchenbach


Geschichte eines Rindes Entstanden ist das Limpurger Rind nach dem 30-jährigen Krieg aus Kreuzungen des Roten Landviehs mit dem Allgäuer Vieh. Seit dieser Zeit wurde keine fremde Rasse eingekreuzt, somit spricht man davon, dass sich die Rasse Limpurger Rind bis heute „rein gehalten“ hat. Die Ochsen wurden schon im 18. Jahrhundert des Fleisches wegen vor allem im angrenzenden Hohenlohe gemästet und brachten den Bauern dort einen gewissen Wohlstand. Das Fleisch der Tiere war hochgeschätzt – bis nach Frankreich und in die Schweiz. In der Literatur wird im 19. Jahrhundert berichtet, dass insbesondere die Limpurger Ochsen ein „ganz vorzüglich zartes, saftiges und wohlschmeckendes Fleisch“ liefern, für das schon damals „auch ein entsprechend höherer Preis bezahlt“ wurde.

Kuh vom Limpurger Rind


» Region der Züchtung und der Mast des Weideochsens vom Limpurger Rind

Baden Württemberg

Schwäbisch Hall Karlsruhe

50 km

Aalen Stuttgart

Freiburg


» Die Stammheimat der Limpurger Rinder

Tauberbischofsheim Hohenlohe-Kreis

Tauber-Kreis Bad Mergentheim

Hohenloher Ebene

Rothenburg ob der Tauber Künzelsau

Jagst

Kocher

Heilbronn

Schwäbisch Hall Murr

Neckar

Crailsheim Limpurger Berge

Gaildorf

Welzheimer Wald

Ostalb-Vorland Abtsgmünd Lein

Aalen Stuttgart

Rems

Schwäbisch Gmünd

20 km


Klein, aber vielseitig Das Limpurger Rind gehört zu den mittelgroßen Rinderrassen. Bezeichnend für die Tiere ist, dass sie auf den lehmig-rutschigen Böden der Landschaft und an den teils steilen Hängen gut zurecht kommen. Die Kühe der Rasse geben gute Milch und sind sanftmütige, sorgende Mütter. Die Bullen sind kräftig und Lieferanten für wohlschmeckendes Fleisch. Da die Tiere auch willig im Geschirr gingen, waren die Limpurger Rinder eine typische Drei-Nutzen-Rasse. In einer Gegend, in der viele kleine bis winzige Höfe mit oft nur 3-4 Kühen existierten, war die Vielseitigkeit der Rasse und ihr umgängliches, arbeitswilliges Temperament sehr geschätzt.

8 Als Drei-Nutzen-Rasse bezeichnet man Rinder, die neben der Fleisch- und Milcherzeugung auch zur Feldarbeit zu nutzen sind. Die heute üblichen hochspezialisierten Rinderrassen sind meist nur noch für einen Zweck zu nutzen: Milch zu geben oder Fleisch zu produzieren.

Am Hang grasender Weideochse


» Zwei Kühe vom Limpurger Rind mit ihren Kälbern


Niedergang und Renaissance Im Jahr 1897 wurden noch 56.000 Limpurger Rinder gezählt. Als viele landwirtschaftliche Betriebe nach der Jahrhundertwende auf Rinderrassen umstellten, die größere Fleisch- und Milcherträge versprachen, begann der Niedergang der Limpurger Rinder. Im Jahr 1963 standen nur noch ein Bulle und 17 Kühe im Herdbuch. Anfang der 1980er Jahre galt das Limpurger Rind dann als nahezu ausgestorben. 1986 wurden die letzten Tiere aufgespürt und ein Jahr später ein Zuchtverein gegründet. Heute werden an diese Tradition anknüpfend, im Stammgebiet um die Flüsse Lein, Rems, Kocher und Jagst sowie dem angrenzenden Hohenlohe wieder Limpurger Rinder gezüchtet. Es werden auch wieder Ochsen gemästet und geschlachtet. Mittlerweile verzeichnet das Herdbuch der „Züchtervereinigung Limpurger Rind e.V.“ wieder knapp 500 Kühe. ›

Gasthäuser „zum Ochsen“ finden sich viele in der Region und deuten auf die lange Tradition hin


Gewicht der Limpurger Rinder Gewicht eines ausgewachsenen Bullen: bis 1100 kg Gewicht einer ausgewachsenen Kuh: 600 - 650 kg Lebendgewicht eines schlachtreifen Weideochsens: 700 - 850 kg

Kreuzbeinhöhe Bulle 143 - 149 cm Kuh 134 - 138 cm

RinderBenennung Stier / Bulle: männliches, nicht kastriertes Rind Ochse: männliches, kastriertes Rind Weideochse: Ochse, der auf der Weide gehalten wird und hauptsächlich Gräser und Wiesenkräuter frisst Färse: junges weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat Kuh: älteres weibliches Rind, das bereits gekalbt hat


Gut gebaut und genügsam Charakteristisch für Limpurger Rinder ist ihr umgängliches Temperament, die gute Fruchtbarkeit, ihre Genügsamkeit, Ausdauer und Behändigkeit. Im Körperbau zeichnet sich die Rasse durch eine tiefe Brust und einen feinen Knochenbau aus. Die Tiere sind gut bemuskelt und haben harte Klauen. Vergleichsweise schwer werden die Ochsen, die sich durch gute Mastfähigkeit, Härte und ein besonders wohlschmeckendes Fleisch auszeichnen. Bullenkälber, die als Weideochsen gehalten werden sollen, werden unter örtlicher Betäubung kastriert. Ihr Fleisch wächst in der Folge langsamer, bleibt dadurch feinfaseriger und wird zarter und üppiger marmoriert als das Fleisch eines Bullen.

8 Als Weideochsen leben nur kastrierte und nicht gekörte, also für Vererbung und Zucht nicht benötigte Bullenkälber


Âť Weideochsen vom Limpurger Rind grasen auf der Wiese im Mai


Gutes Futter heißt gutes Fleisch Als Weidetiere leben die Ochsen während der Vegetationsperiode (April bis Oktober) auf den Wiesen der traditionellen Ursprungsgebiete. Dort finden sie ein großes Nahrungsangebot an Gräsern und Kräutern. Den Winter verbringen die Tiere in Stallhaltung auf Stroh. In den Laufställen haben die Tiere ausreichend Lauf- und mit Stroh eingestreute Liegeflächen sowie einen befestigten Fressplatz. Gefüttert werden die Tiere dann mit Heu und Grassilage. Nur bei der Endmast wird mit hofeigenem Getreide und Mineralfutter ein zusätzliches Nahrungsangebot geschaffen.

8 Gentechnisch veränderte Futtermittel sowie Maissilage und Soja sind in der Haltung und bei der Mast von Weideochsen vom Limpurger Rind ausdrücklich verboten!

Weideochse mit „frisch gepflücktem“ Gras im Maul


Kräuter der Wiese Auf den Wiesen, auf denen die Ochsen weiden, wachsen die verschiedensten Gräser, Blumen und Kräuter von der Margerite bis zum Hornklee, vom Wiesenbocksbart bis zur Scabiose – wer zählt die Vielfalt dieser Weidegründe. Diese Gräser und Kräuter mit ihren Inhaltsstoffe sind nicht nur artgerechtes und natürliches Futter für die Tiere, sondern später auch für den einzigartigen Geschmack des Fleisches vom Weideochsen verantwortlich. Die Wiesen an den steilen Hängen sind mit technischem Gerät nur schwer zu bewirtschaften, gleiches gilt für die vielen Streuobstwiesen mit ihren alten Obstbäumen. Rinder als „natürliche Rasenmäher“ sind daher zusammen mit Ziegen und Schafen die wichtigsten und natürlichsten Landschaftsschützer für die Region. Durch ihr Verhalten sorgen die Ochsenherden dafür, dass die Wiesen erhalten und gleichzeitig gedüngt werden.

Blühende Maiwiese mit Margerite, Wiesenbocksbart und doldigem Habichtskraut u.a.


Kultur- und Landschaftsschützer Es sind überzeugte Frauen und Männer, die sich um den Erhalt der Limpurger Rinder bemühen. Dabei treibt viele Züchter und Halter der Rinder eine Mischung aus Liebhaberei und Überzeugung an. Sie sehen die Rinder mit ihrer langen Tradition und Geschichte als Teil der Kultur dieser Region, die es zu erhalten gilt. Für sie gehören die Limpurger Rinder einfach zum Landschaftsbild der Region. Limpurger Rinder sind an die Region angepasst und tragen auf natürliche Weise zum Schutz der Landschaft bei. Darüber hinaus sind sie hübsche und genügsame Tiere. Dafür werden die Rinder von ihren Haltern geliebt und geschätzt. Ohne diese überzeugten Menschen hätten die Limpurger Rinder als lebendiges Kulturgut der Region keine Zukunft.

Züchterin mit einem Zuchtbullen


Aus Überzeugung für mehr Geschmack Die Zucht und die Mast der Weideochsen von der Limpurger Rasse ist im Vergleich zur konventionellen Bullenmast langwieriger, aufwändiger und auch kostenintensiver. Die Weideochsen wachsen langsamer und leben länger als Mastbullen, was auch einer längeren und aufwändigeren Fütterung, Pflege und Betreuung bedarf. Züchter und Halter wissen aber, dass erst das Fleisch von Tieren ab einem Alter von 30 Monaten und mehr von einer einzigartigen Qualität ist, für die sich der Aufwand lohnt. Für die Züchter und Mäster ist es daher wichtig, dass sowohl in der Gastronomie als auch in den Metzgereien und nicht zuletzt beim Verbraucher eine Preisakzeptanz herrscht und das äußerst hochwertige Fleisch entsprechend geschätzt wird.

Zuchtleiter und Züchter der Limpurger Rinder


FleischGenuss Zerlegung FleischReifung mind. 3 Wochen bei 0-1°

Schlachtung

frühestens im 31. Monat

Endmast

Beginn 28. Monat

Weidehaltung

Körung (Zur Zucht ausgewählte Tiere leben weiter als Zuchtbulle)

Kastrierung ca. 4. Lebensmonat

Geburt

» Von der Geburt zum Steak


Endmast und Schlachtreife Zwischen sechs bis acht Wochen bevor Weideochsen geschlachtet werden beginnt die Endmast. In dieser Zeit werden die Tiere neben dem normalen Futter zusätzlich mit hofeigenem Getreide und Mineralfutter gemästet. Während der Zeit der Endmast bekommen die Ochsen die gewünschte Fettabdeckung und die damit einhergehende Marmorierung im Fleisch. Die Endmast kann im Stall, aber auch während der Vegetationsperiode durch Zufütterung auf der Weide erfolgen. Weideochsen werden frühestens im 31. Lebensmonat geschlachtet. Fleisch von Ochsen, die noch älter werden und nach 35 und mehr Monaten geschlachtet werden, sind im Geschmacksbild noch besser. Ziel ist es daher das Mindestlebensalter der Ochsen langfristig zu erhöhen.


Stressfrei geschlachtet Beim Transport der Weideochsen zum Schlachthaus und der anschließenden Schlachtung wird sehr darauf geachtet, dass diese Vorgänge möglichst ohne Stress für die Tiere ablaufen. Stress bedeutet nicht nur eine unnötige Belastung für die Tiere, sondern kann später auch zu einer minderen Fleischqualität führen. Die Weideochsen vom Limpurger Rind werden in kleinen Schlachtbetrieben in der Region geschlachtet und meist von den Landwirten selbst zum Schlachthof transportiert. Zumeist handelt es sich dabei um ein oder zwei Tiere, die möglichst stressfrei verladen werden. Auch die Transportdauer wird so kurz wie möglich gehalten und liegt bei einer halben bis maximal zwei Stunden. Stress vor oder bei der Schlachtung führt zu Fleisch, das beim Erhitzen viel Wasser verliert. Das Fleisch wird dadurch trocken und verliert deutlich an Zartheit.


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Rinderhals / Nacken / Kamm Das kräftige durchwachsene Muskelfleisch eignet sich als Suppenfleisch, zum Schmoren, für Gulasch und Rollbraten.

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Spannrippe / Querrippe Das Fleisch aus den vorderen Rippen ist mäßig durchwachsen und typisches Kochfleisch für Eintöpfe, Suppen und kräftige Brühen.

3

Rinderbrust Die Brustspitze ist knochenarm und fleischig. Der Brustkern/ die Mittelbrust ist stärker durchwachsen und von Fett überzogen. Die Nachbrust ist dünner, dafür breiter als die anderen Teile. Rinderbrust eignet sich gut zum Kochen und bleibt auch nach langem Garen sehr saftig.


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Fehlrippe Das sehr saftige Stück eignet sich gut zum Kochen, Schmoren und Braten. Es eignet sich gut für Sauerbraten, Eintöpfe und Gulaschgerichte.

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Hochrippe / Hohes Roastbeef Das Fleisch zwischen der 6. und 12. Rippe ist sehr saftig und eignet sich gut zum Grillen oder Braten. Aus der Hochrippe schneidet man Rib-Eye Steaks.

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Rostbraten / flaches Roastbeef Sehr saftiges Fleisch, das zu klassischen Steaks geschnitten wird. Aus dem flachen Roastbeef schneidet man die Rumpsteaks. Das folgende Zwischenrippenstück wird als Entrecôte bezeichnet.


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Filet Das Filet liegt unter dem Roastbeef. Aus dem Filet werden Steaks wie das Filetsteak, das Chateaubriand, Tournedo, Mignon und Medaillons geschnitten.

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Knochendünnung

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Fleischdünnung / Flanke Das Fleisch des Bauchlappens (Dünnung) wird als Kochfleisch und zur Wurstherstellung genutzt. Die Flanke ist der hintere Teil der Dünnung

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Schulter / Bug / Schaufel Aus der Schulter werden Bratenstücke geschnitten wie Dicker Bug, Schaufel- und Mittelbugstück und das falsche Filet. Neben Braten lassen sich daraus auch Ragouts, Eintöpfe und Suppen zubereiten.


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Oberschale Das Fleisch der Oberschale ist mager, zart und kurzfaserig. Es wird vor allem für Braten und Rouladen verwendet. Das Fleisch eignet sich außerdem für Fondue, Tatar und Beefsteaks.

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Unterschale & Nuss Das Fleisch der Unterschale ist nicht so feinfaserig, wie das Fleisch der Oberschale. Es eignet sich zum Schmoren und Braten. Die Nuss ist ein besonders mageres Teil der Rinderkeule und wird zum Dünsten, Braten und für Ragouts verwendet.


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Hüfte / Schwanzstück Das Fleisch der Hüfte ist zart und saftig. Es eignet sich gut zum Schmoren und Braten. Aus der Hüfte schneidet man Hüftsteaks, Rouladen und aus dem Schwanzstück den Tafelspitz.

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OchsenSchwanz Der Ochsenschwanz bietet kerniges Fleisch ähnlich dem der Beinscheiben (15). Durch hohen Gelatinegehalt im Bindegewebe sorgt das Fleisch für gute Bindung in Saucen. Der Ochsenschwanz eignet sich weiterhin zum Schmoren und Kochen.

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Vorder- & HinterHesse Aus den Beinscheiben lassen sich kräftige Saucen und Brühen zubereiten.


Guter Geschmack muss reifen Das Fleisch der Weideochsen wird nicht sofort nach der Schlachtung zerlegt, sondern muss zunächst in Hälften oder Vierteln, unvakuumiert für mindestens drei Wochen bei 0-1°C am Knochen reifen. Dies gilt besonders für Keule und Rücken. Durch die Verdunstung von Wasser während der Reifung und den Abschnitt von Teilen, die durch Luftkontakt ihren Geschmack verändert haben oder zu trocken geworden sind entsteht durch die sogenannte Trockenreifung fast 20 Prozent Gewichtsverlust. Bei dieser natürlichen Reifung an der Luft, dem sogenannten „Abhängen“ des Fleisches, bilden sich die feinen Aromen aus, die nachher den besonderen Geschmack des Fleisches ausmachen. Zudem lässt diese Reifung das Fleisch zarter werden.

8 Diese Art der Fleischreifung ist aufgrund der Langwierigkeit und des Gewichtsverlustes heute nicht mehr weit verbreitet. Heute reift Rindfleisch meist vakuumisiert und vor allem viel zu kurz. Dies führt allerdings zu geschmacksarmen Fleisch und verhindert eine entsprechende Aromaentfaltung.

Ein Rinderrücken reift trocken in der Reifekammer


Das besondere Fleisch Im Fleisch des Weideochsen sind große Teile des Fettes eingelagert und im Fleisch verteilt. Diese feine Marmorierung des Fleisches sorgt bei der Zubereitung für eine hohe Saftigkeit und den besonderen Geschmack und Biss des Fleisches. Diese besondere Fettabdeckung und Marmorierung des Fleisches vom Weideochsen sind ein Zeichen für hohe Qualität. Roh, als Tatar oder Carpaccio genossen, schmeckt das Fleisch rund, cremig und gleichzeitig komplex mit würzig-fruchtigen Noten. Der reine Geschmack von frischem Rindfleisch wird ergänzt durch Aromen von Wiesenkräutern wie Heu, Huflattich und Gänseblümchen. Das rohe Fleisch des Weideochsens zeichnet zudem ein langer, nachhaltiger Abgang aus.

Entrecôte vom Weideochsen mit typischer Fleischmaserung


Der Geschmack der Wiese Gebratenes Fleisch vom Weideochsen hat einen klaren, kraftvollen, hocharomatischen und nachhaltigen Rindfleischgeruch mit karamellig-würzigen Noten. Der Geschmack des zubereiteten Ochsenfleisches lässt sich als ein saftiger, reiner und sehr runder, geradezu üppiger Rindfleischgeschmack beschreiben, der um eine würzige Note ergänzt wird. Das klare und reine Rindfleischaroma ist vollmundig, harmonisch und komplex. Abgerundet wird es durch Wiesenaromen und eine milde Süße. Verbunden mit dem Geschmack und der hohen Saftigkeit ist ein kerniger Biss bei gleichzeitig zarter Textur des Fleisches. Diese Eigenschaften sorgen für eine buttrigsahnige Geschmeidigkeit des Fleisches im Mund. Neben der Rasse und dem Terroir sind vor allem die strengen Haltungs-, Fütterungs-, Transport- und Schlachtvorschriften Grundlage für dieses einzigartige Geschmacksbild. gebratenes Rumpsteak vom Weideochsen


Limpurger Rind

Logo der Züchtervereinigung Limpurger Rind e.V.

Eingetragenes Markenzeichen der Züchtervereinigung Limpurger Rind e.V. Dieses Zeichen zeichnet Fleischprodukte aus, die nach den Richtlinien der Vereinigung erzeugt, gereift und verarbeitet wurden. Die „Geschützte Ursprungsbezeichnung“ (g.U.) für den Weideochsen vom Limpurger Rind wurde beantragt und im Juni 2011 bei der EU eingereicht.


Züchtervereinigung Limpurger Rind e.V. Die Züchtervereinigung Limpurger Rind e.V. bemüht sich um die Erhaltung der Rasse Limpurger Rind als widerstandsfähiges, langlebiges, Zweinutzungsrind. Zuchtziel ist daher die Milch- und Fleischleistung bei der Zucht gleich zu gewichten. Noch ist das Fleischangebot an Weideochsenfleisch vom Limpurger Rind relativ klein. (Im Jahr 2010 wurden 35 Ochsen geschlachtet). Ziel der Vereinigung ist es jedoch, die Zahl der jährlich schlachtreifen Ochsen zu erhöhen. Von den Züchtern wird das Fleisch der Weideochsen über Direktvermarktung vertrieben. Das Fleisch ist weiterhin auch in Metzgereien und in der Gastronomie der Region erhältlich. 8 Metzgereien und Gastronomen, die regelmäßig Fleisch vom Weideochsen vom Limpurger Rind im Angebot haben, finden sie unter: www.slowfood.de/mainfranken-hohenlohe www.limpurger-rind.de


Hohenlohe Gesellschaft Die Hohenlohe Gesellschaft e.V. macht es sich zur Aufgabe, bodenständige Produkte und landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Hohenlohe in ihrer Eigenartigkeit und besonderen Qualität zu fördern. Über die qualitätsfördernden Maßnahmen hinaus sehen die Mitglieder der Hohenlohe Gesellschaft ihre Aufgabe in der Verbesserung einer traditionell landwirtschaftlichen und handwerklichen Kultur; insofern wird die Leistungskette von der landwirtschaftlichen Produktion über die Verarbeitung bis in die gastronomische und allgemein ernährungsbezogene Verwertung in den Blick genommen. Die Förderung geschieht durch Auszeichnung von Erzeugern oder verarbeitenden Betrieben sowie durch Publizitätshilfe und werbliche Unterstützung. Die Förderarbeit beschränkt sich auf die Landkreise Hohenlohekreis, Schwäbisch Hall und Main-TauberKreis. Das sind ungefähr die Grenzen des Fürstentums Hohenlohe bis 1806.


Die Hohenlohe Gesellschaft ist unabhängig und der ideellen Absicht verpflichtet, dass die Qualitätsprobleme der Nahrung und die gesundheitlichen Risiken, die mit industrieller Erzeugung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln einhergehen, durch die Belebung ländlicher Kultur und Leistungstradition gemildert werden können. Neben dem Limpurger Rind unterstützt die Hohenlohe Gesellschaft die Erzeugung weiterer traditioneller Hohenloher Nahrungsmittel. Darunter sind unter anderem das Schwäbisch-Hällische Schwein, der Hohenloher Landgockel, einheimische Krebse und Getreide (wie Grünkern) sowie verschiedene Käse.

Logo der Hohenlohe Gesellschaft e.V.


Das Presidio Im Jahr 2009 wurde der Weideochse vom Limpurger Rind von der internationalen Slow Food Foundation for Biodiversity (Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt) als Presidio in Deutschland anerkannt. Das Presidio (Italienisch für Schutzraum) ist ein Netzwerk, geknüpft von aktiven Produzenten und engagierten Slow Food Mitgliedern, Lebensmittelhändlern, Experten sowie interessierten Gastronomen, Köchen, Förderern und Touristikern. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass verbindliche ökologische Produktionsstandards für handwerklich erzeugte Produkte eingeführt werden und Absatzmärkte für traditionelle Lebensmittel der Presidi gefunden werden. Gemeinsam werden lokale Ökosysteme und regionale Traditionen gefördert und erhalten. Im Dreiklang von »Gut, sauber und fair.« schützt dieses internationale Slow Food Projekt in weltweit rund 300 Presidi die Qualität unverfälschter regionaler Lebenmittel und die gerechte Entlohnung der Produzenten.


Presidi als Netzwerke des Geschmacks sichern kulturelles Wissen, erhalten die biologische Vielfalt der Produkte und fördern regionale Wertschöpfung. Das Ziel des Presidios Weideochse vom Limpurger Rind ist es, die Zukunft der geschmacklich vielleicht besten Rinderrasse Europas zu sichern. Dieses Ziel soll u.a. erreicht werden durch: • Steigerung der Ochsenhaltung • Sicherung und weitere Optimierung der Fleischqualität • Eintragung einer geschützten Herkunftsbezeichnung (g.U.) • Vergrößerung der privaten und gastronomischen Kundschaft • Förderung der Weidehaltung von Rindern • Verbesserung der Werbung und Vermarktung • Gewinnung weiterer Ochsenhalter und Förderer im Erzeugungsgebiet

Logo der Slow Food Foundation for Biodiversity


Slow Food ist ein internationaler Non-Profit-Verein, der 1986 in Italien als Antwort auf die rasante Aus-breitung des Fastfood und des damit einhergehenden Verlustes der Esskultur und Geschmacksvielfalt gegründet wurde. Heute ist eine weltweite Bewegung mit gut 100.000 Menschen in rund 150 Staaten. Insgesamt rund 750 (lat. für Tafelrunde), die regionalen Gruppen von organisieren viele Ver-anstaltungen und Zusammenkünfte mit dem Ziel, regionalen Geschmack kennen zu lernen und das Wissen um die Geschmacksvielfalt sowie deren Bedeutung zu fördern. In Deutschland ist seit 1992 aktiv und hat inzwischen bald 11.000 Mitglieder in über 79 . fördert die nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei, artgerechte Viehzucht und das traditionelle Lebensmittel-Hand-werk sowie die regionale Geschmacksvielfalt. ist die Verbindung zwischen Ethik und Genuss und gibt dem Essen seine kulturelle Würde zurück.


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» Landschaft bei Schwäbisch Hall-Wackershofen


Kontakt Die Hohenlohe Gesellschaft e.V. S.D. F端rst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg Schloss 1 D-74595 Langenburg Telefon: 07905 / 94 190 0 www.die-hohenlohe-gesellschaft.de E-Mail: info@die-hohenlohe-gesellschaft.de

Z端chtervereinigung Limpurger Rind e.V. Eckartsh辰user Str. 41 D - 74532 Ilshofen Telefon: 07904 - 7007-519 www.limpurger-rind.de E-Mail: limpurger@rind-bw.de

Telefon: 09721-473674 www.slowfood-htm.de E-Mail: mainfranken-hohenlohe@slowfood.de

Impressum Konzept, Fotos, Gestaltung: Hendrik Haase, www.wurstsack.com Texte: Slow Food Hohenlohe-TauberMain-Franken, Z端chtervereinigung Limpurger Rind e.V., Hendrik Haase

Herausgeber:


Der Weideochse vom Limpurger Rind - Ein kulinarisches Portrait