GRENZENLOS 6

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grenzenlos Magazin für Zwickau

Foto: Alexas auf Pixabay

Wovon wir träumen

10 Wir arbeiten 16 Ich habe doch nur geniest 28 Träume ohne Grenzen

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INHALT 3 Editorial 4 Wer keine Fragen hat, der hat keine Träume! 6 Interview La Vu 10 Träume ohne Grenzen... 14 Mein amerikanischer Traum 16 „Wir arbeiten“ 18 Der Phönix von Deutschland 20 Ein Stückchen Stoff, ein Stück Hoffnung 22 Ein Traum, wie ein Lebensfaden… 24 „Change is gonna come“

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Foto: Christina auf Pixapy

28 Ich hab doch nur geniest

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iebe LeserInnen von «grenzenlos»: Wer keine Fragen hat, hat keine Träume!“, meint Dara Servatian und eröffnet damit unsere sechste Ausgabe von «grenzenlos». Unser Selbstversuch in der Redaktion förderte Ähnliches und Verschiedenes zutage und macht nachdenklich. Zwei junge Frauen erzählten uns, wovon sie und ihre Freunde träumen.

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bersetzen wir Träume in die Wirklichkeit, verändern sie sich und uns. Davon erzählt das Fotografie-Projekt: „Wir arbeiten“ von Mohammad Alzabadi. Er porträtierte Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind und nun - ganz selbstverständlich - etwas zu unserer Gesellschaft beitragen. Wenn Träume auf die Realität treffen, verändern sie sich und uns. Das erzählt Pegah Khazeipoul in ihrem Beitrag: „Mein amerikanischer Traum“ und das erzählt unsere neue Hoffnungsgeschichte über ein beliebtes vietnamesisches Restaurant in Zwickau.

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ährend wir an den letzten Seiten unserer Ausgabe 6 arbeiten und dieses Editorial entsteht, brennt Moria … ein Ort, den es in einem Friedensprojekt Europa gar nicht geben, der nicht denkbar sein dürfte – und es doch ist. Angesichts der Bilder, die uns von der griechischen Insel Lesbos erreichen, können wir nur inständig hoffen, dass all diesen Menschen wenigstens das Träumen bleibt. Eure «grenzenlos» - Redaktion

Foto: Abdul Rahman Takleh

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Wer keine Fragen hat, der hat keine Träume! Von Dara und alle

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nser Leben liegt zwischen zwei Worten: Geburt und Tod. Wir führen ein Leben im Dauerlauf. Es wird schneller. Wir rennen. Ohne zu fragen: Wo laufen wir eigentlich hin? Als Individuum, als Gesellschaft, als Menschheit, als Erdlinge…. Karriere, Konsum – dann Bingo: Eine erste Frage setzt sich in unseren Kopf: „Sind wir überhaupt glücklich?“ Und plötzlich werden wir wach in einem Leben, dass wir so nicht geplant hatten. Wie sind wir hier hingekommen – und ist das wirklich das, was wir wollten? Was ist aus unseren Träumen geworden? Ich habe meinen Kollegen die Frage gestellt: Was sind Deine drei wichtigsten Fragen?

Khalid: Werden die Völker der dritten Welt Demokratie und Freiheit erleben? Wann werden Tiere Freiheit erlangen und zur Natur zurückkehren, nicht zu den Häusern? Wird die syrische Tragödie enden?

Iman: Was würden wir tun, wenn wir aufhören würden zu träumen? Werde ich wiederkommen, um Syrien und meine Familie wiederzusehen? Was ist die neue Erfindung, die nach Smart-Geräten in die Welt eindringen wird?

Claudia: Wie wird unsere Welt morgen aussehen? Werden wir Menschen jemals friedlich miteinander leben? Was bedeutet mir, dir und uns Freiheit?

Aicha: Wird die Welt immer wieder Krisen erleben, die schwere menschliche Verluste verursachen? Wird die Welt zu dem zurückkehren, was sie vor dem Corona Virus war? Werden die Länder der Welt ihren Bürgern in Zukunft die Implantation des Smart Chips auferlegen?

Nicole: Wovor haben die Deutschen Angst? Wie wichtig ist Zugehörigkeit im Leben der Menschen? Sind Menschen wirklich intelligenter als Affen?

Susanne: Können unsere Kinder und Enkel noch auf dieser Erde leben? In welcher Gesellschaft möchte ich leben? Wie gelingt es uns, zusammenzuarbeiten?

Pegah: Wie können Rassendiskriminierung, religiöse Debatten und Kriege beseitigt werden? Wann, wo und wie sterbe ich? Bin ich zufrieden mit mir und meinem Leben?

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Hani: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Warum bin ich auf diese Welt gekommen?


Eugenia: Helfen entwickelte Vakzine gegen das Corona - Virus? Mutter zu werden - warum ist es so schwer? Der Gefühlszustand meines Lebens: Was fehlt mir wirklich noch?

Foto: Abdul Rahman Takleh

Elena:

Dara:

Wann werde ich einen Chow-Chow besitzen? Wie kann ich mich gut in Deutschland integrieren und was mache ich falsch? Wie finde ich ein neues Selbst?

Abdul: Wie wäre das Leben, wenn es keine Kooperation gäbe? Wie sieht unsere Welt nach 30 Jahren aus? Wird mein Land wieder Frieden finden?

Solmaz:

Wer bin ich? Was um alles in der Welt will ich? Wie kann ich meine Schuld an diese Welt bezahlen?

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ie man sieht, zielen manche Fragen auf unser Wachstum, auf unsere Freiheit, auf unseren Traum und manche Frage ergänzt diesen Traum um das Element der Verbundenheit. Wie kann ich etwas zurückgeben? Wie kann ich etwas Bedeutendes auf dieser Welt hinterlassen? Wir sorgen uns und manchmal haben wir Angst. Sobald wir uns Fragen stellen, beginnt unser Kopf nach Antworten und Lösungen zu suchen. Unser Kopf mag Fragen, weil er es liebt, nach Möglichkeiten zu suchen. Es geht also nur darum, seine Phantasie in die richtige Richtung zu lenken. Wenn wir also die richtige Art von Fragen stellen, kann etwas sehr Schönes daraus entstehen.

Was möchte ich meinen Kindern weitergeben? Welche Werte? Was soll das Leitprinzip in meinem Leben sein? Wofür würdest Du kämpfen? Und welcher Wert steckt dahinter?

Auf diese Weise können Fragen genutzt werden, um Lösungen und neue Möglichkeiten und Antworten zu finden, unsere Wahrnehmung zu erweitern und uns zu dem zu führen, was wirklich für uns zählt.

Ralf:

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Wer bin ich? Woher komme ich? Warum bin ich auf diese Welt gekommen?

Doch egal, die Antworten liegen nicht draußen in Büchern, Blogs, Fernsehsendungen oder in der Familie, nicht mal in Google. Nein, die Antworten, damit ein selbstbestimmtes, gutes und zufriedenes Leben gelingen kann, liegen in uns selbst. Es geht nicht darum, eine allgemeingültige Antwort zu finden, vielmehr darum, in die Richtung zu schauen. nd jetzt meine Frage an Sie:

Wie ist es bei Ihnen? Haben Sie die Antworten auf diese Fragen gefunden? Wenn ja, dann schicken sie uns Ihre Kommentare. Wenn nicht, dann möchte ich Sie ermutigen: Hören Sie niemals auf zu suchen!

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„Ich finde es schön, in mehreren Kulturen aufzuwachsen, weil ich mir aus beiden etwas mitnehmen kann.“ Von Claudia Drescher

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Foto: Christiane Krögel-Ladwig

n lacht über diese Story genauso herzhaft wie sein Bruder, der nicht so spontan auf die Frage antworten kann, ob er sich als Zwickauer fühlt. Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium in Dresden wohnt Quang erst seit fünf Jahren wieder in der Muldestadt – und vermisst das quirlige Leben der Landeshauptstadt in der westsächsischen Provinz. Das ist nicht nur sein Gefühl, auch sein Start in Deutschland verlief anders als bei seinem Bruder An. Seine Mutter arbeitete schon vor der Friedlichen Revolution im Jahr 1989 als sogenannte Vertragsarbeiterin in der Textilindustrie der DDR. Als es noch die zwei deutschen Staaten gab, warb der Osten Deutschlands in sozialistischen „Bruderstaaten“ wie Polen, Ungarn, Mosambik, Angola, Kuba oder Vietnam Arbeiterinnen und Arbeiter an, unter anderem für die Textilindustrie, so wie Quangs Mutter. Insgesamt kamen so rund 100 000 Gastarbeiter.

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ngewohnt ruhig ist es an diesem Montagmittag im La Vu in der Zwickauer Peter-Breuer-Straße. Wo die Brüder Quang und An Lamvu sonst geschäftig zwischen den Gästen ihres vietnamesischen Restaurants herumflitzen, haben sie sich an ihrem einzigen freien Tag in der Woche Zeit genommen, um die neugierigen Fragen des «grenzenlos» Magazins zu beantworten. Nach dem coronabedingten Ausnahmezustand im Frühjahr kehrt ganz langsam wieder so etwas wie Normalität in den Familienbetrieb ein. „Es wird von Tag zu Tag besser, wir sind zufrieden, fürchten aber wie so viele Menschen eine zweite Welle im Herbst. Wir achten sehr auf Hygiene und Abstand, aber natürlich bedeuten weniger Gäste auch weniger Geld. Das ist ein großer Zwiespalt für uns“, schildert Quang. Er ist mit 34 Jahren der Ältere der beiden Brüder und lebt seit seinem 12. Lebensjahr in Deutschland.

or dem Mauerfall lebten rund 60 000 Menschen aus Vietnam in der DDR, sie waren damit die größte Einwanderergruppe Ostdeutschlands. Laut dem Vertrag, den der südostasiatische Staat – nach dem Vietnamkrieg damals eines der ärmsten Länder der Erde – und die DDR am 11. April 1980 schlossen, hatten die Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter in separaten Wohnheimen zu leben. Besuch empfangen: eingeschränkt. Familiengründung: ausgeschlossen. Bei Schwangerschaft drohte vietnamesischen Frauen die Ausweisung – außer sie ließen eine Abtreibung vornehmen. Ein Tabuthema, bis heute.

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ine Integration war nicht vorgesehen. Noch immer meinen manche ehemalige DDR-Bürger den Obst- und Gemüsehändler mit vietnamesischen Wurzeln, wenn sie – bewusst oder unbewusst – „Fidschi“ sagen. Vergessene Migration: Eine Aufarbeitung dieses Teils DDR- Geschichte hat nie stattgefunden und wirkt doch nach. Denn nach der Wende 1989 blieben rund 16 000 Vietnamesen in Deutschland, vorwiegend im Osten.

n ist zehn Jahre jünger und „vollkommen Zwickauer“, wie er sagt. Geboren im erzgebirgischen Bad Schlema, aufgewachsen in Zwickau-Eckersbach und am Neumarkt, sind Identitätsprobleme für den 24-Jährigen kein großes Thema. „Ich hatte immer mit Deutschen zu tun, mein Freundeskreis ist bunt gemischt. Aber klar, mit Blick auf meine Erziehung fühle ich mich ein Stück weit auch als Vietnamese, “ erzählt der studierte Hotelmanager.

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ein Vietnamesisch sei allerdings eine Katastrophe, weniger beim Sprechen, vor allem aber beim Lesen und Schreiben, kommentiert Bruder Quang lachend und gibt gleich eine nette Geschichte preis: Weil An eine Textnachricht seiner Tante auf Vietnamesisch völlig falsch verstand, glaubte die Familie kurz, der Opa sei gestorben. „Nach dem ersten Schock nachts um zwei habe ich die Nachricht auf seinem Telefon dann selbst gelesen und es gab Entwarnung.“

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Foto: Christiane Krögel-Ladwig

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Foto: Abdul Rahman Takleh

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rau Lamvu war eine von ihnen. Die heute 63-Jährige machte eine Ausbildung in der Gastronomie, eröffnete einen kleinen Imbiss am Neumarkt, holte schließlich ihren Mann (Vorname) und ihren Sohn Quang nach. Während die Eltern sich vom Imbiss zum eigenen Restaurant hocharbeiten, passt ihre Tante auf Quang und später auf An auf. „Im Großen und Ganzen haben wir unsere Eltern nur am Wochenende gesehen und unsere Kindheit im Restaurant verbracht“, meint Quang nachdenklich, dem der Neuanfang in der Mittelschule zunächst schwerfiel. Sprachbarriere, Kulturclash, fehlende Gemeinsamkeiten mit seinen Mitschülern. „Das fing bei der Musik an. Die meisten hörten Rock und Heavy Metal, mein Ding waren Pop und Balladen. Nach zwei, drei Jahren wurde es langsam leichter und ich hatte mich in die neue Welt integriert.“

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ass die vietnamesische Community bis heute eher unter sich bleibt, liegt nach Meinung der Brüder auch an den vollen Arbeitstagen vieler Landsleute. Zudem spräche vor allem die ältere Generation relativ schlecht Deutsch, das mache Kontakte außerhalb der Community schwierig. „Viele Vietnamesen fahren früh um 2 Uhr zum Großhandel. Das an sechs Tagen die Woche. Sonntags schlafen sie. Sie haben gar keine Zeit Deutschland zu erleben“, meint Quang. Eine Ausnahme ist der Verein der Vietnamesen Westsachsen-Zwickau e.V., den es seit 1999 gibt. Gerade das Tet-Fest, die traditionelle Neujahrsfeier, sei für viele von ihnen der Anlaufpunkt im Jahr. Außerdem unterstützen sich die rund 600 Vereinsmitglieder untereinander und haben beispielsweise zu Beginn der Corona-Pandemie kurzerhand Mund-Nasen-Masken genäht und im ganzen Landkreis gespendet, wie Quang berichtet.

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m Gegensatz zu An fühlt sich Quang trotz der langen Zeit in Deutschland noch immer als Gast. „So bin ich erzogen worden. Du bist Vietnamese, du bist nicht Deutscher, du bist hier nur zu Gast – das ist es, was meine Eltern mir beigebracht haben.“ Und während An davon überzeugt ist, nie eine vietnamesische Frau heiraten zu wollen, hatte Quang nie eine deutsche Freundin, heiratete stattdessen im vergangenen Jahr eine Vietnamesin. „Das Thema war in unserer Familie lange ein Tabu, es hat aber nichts mit Klischees zu tun. Unsere Eltern haben vor

allem Angst, dass sie sich mit ihren Enkelkindern nicht richtig unterhalten können und dass ihre Wurzeln weg sind“, erklärt Quang. Seiner Meinung nach gibt es prinzipiell nur zwei Arten von Menschen auf der Welt: gute und schlechte. „Aber die meisten von uns sind ganz einfach so geprägt in Kulturen zu denken.“

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n Ans Fall sind das zwei und er kommt gut damit zurecht. „Ich finde es schön, in mehreren Kulturen aufzuwachsen, weil ich mir aus beiden etwas mitnehmen kann.“ An der vietnamesischen Kultur schätzt er, dass die Familie so hochgehalten und insbesondere alten Menschen Respekt entgegengebracht wird. Deutschland mag er auch wegen der berühmten Pünktlichkeit. „Außerdem haben Deutsche immer einen Plan. Ihr seid Planungstiere“, wirft Quang herzhaft lachend ein, wohl wissend, dass das auch nicht auf jeden zutrifft. „Die Deutschen organisieren ewig. Sie planen neun Jahre lang und bauen das Haus dann in einem Jahr. Vietnamesen planen zwei Tage und bauen dann acht Jahre lang“, ergänzt er augenzwinkernd. Eines Tages zurückgehen nach Vietnam? Stellt sich den Brüdern diese Frage überhaupt? „Ich wüsste nicht warum. Das Land ist mir auch fremd. Außerdem ist das Wetter eine Katastrophe, entweder ist es viel zu heiß oder es regnet“, sagt Quang, der den vergleichsweise kühlen deutschen Sommer bevorzugt und genau wie sein Bruder die Jahreszeiten vermissen würde.

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or allem aber werde er nach all den Jahren in Vietnam auch als Ausländer wahrgenommen und dementsprechend anders behandelt. „Das ist nichts für mich, das kann ich net“, meint er mit leichtem sächsischen Dialekt. Auf seine Herkunft und sein Aussehen reduziert und deshalb gerade auch zu Anfang der Corona-Pandemie dumm angemacht zu werden, sind Erfahrungen, die beide gemacht haben. „Aber das nehme ich mir nicht an. Respekt vor anderen zu haben ist Teil der vietnamesischen Kultur. Man muss sich nicht angegriffen fühlen, da stehe ich drüber“, sagt An und zuckt lächelnd mit den Schultern.

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Foto: Christiane Krögel-Ladwig

„Hồi hương? Tôi cũng không thể biết được tại sao. Đất nước đó đối với tôi không quen thuộc lắm!” BTV Claudia Drescher

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Sau tình hình đặc biệt do đại dịch Covid- 19 gây ra trong mùa xuân, thì sự bình thường trong nhà hàng của gia đình đã dần dần được bắt đầu lại. “Mỗi ngày một tốt lên, chúng tôi cũng được thỏa lòng, nhưng cũng như nhiều người khác, chúng tôi sợ một làn sóng thứ hai trong mùa thu tới. Chúng tôi rất chú ý đến khâu vệ sinh, khoảng cách, nhưng mà tất nhiên ít khách đi có nghĩa là ít tiền hơn. Đấy là một tổn thất lớn đối với chúng tôi“, Quang nói vậy. Anh ấy 34 tuổi, là anh cả trong gia đình hai anh em và sống ở Đức từ khi 12 tuổi.

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n thì trẻ hơn 10 tuổi và „ hoàn toàn là người Zwickau“, như anh ấy nói. Sinh ra ở vùng đồi núi Bad Schlema, lớn lên ở Zwickau- Eckersbach và Neumarkt, các vấn đề về nhận dạng bản sắc dân tộc đối với chàng trai 24 tuổi này không phải là chủ đề anh ấy quan tâm nhiều. „Tôi đã từng có nhiều mối quan hệ với nhiều người Đức, và bạn bè của tôi thì đến từ nhiều dân tộc khác nhau. Nhưng có một điều có thể thấy rõ ràng là, với góc nhìn và sự cảm nhận từ cách tôi lớn lên, thì tôi cảm thấy hơi xa lạ đối với người Việt Nam.“ An, một người đã học đại học ngành quản lý khách sạn, kể lại như vậy.

Foto: Christiane Krögel-Ladwig

ên tĩnh một cách lạ thường vào buổi trưa một ngày thứ hai trong gia đình Lâm Vũ tại phố Peter-Breuer thành phố Zwickau. Nơi mà nếu bình thường thì hai anh em Quang và An (Lâm Vũ) sẽ luôn chân phục vụ khách hàng trong nhà hàng Việt Nam của mình. Hai anh em đã dành một ngày nghỉ duy nhất trong tuần của họ để trả lời phỏng vấn cho tạp chí „ không giới hạn”.

Tiếng Việt đối với anh ấy là một vấn đề khó khăn, không nhiều trong giao tiếp, nhưng lại chính là trong việc đọc và viết, người anh trai Quang đã cười to và bình luận như vậy khi kể về một câu chuyện vui có thật: Vì An đã hiểu sai hoàn toàn một tin nhắn được viết bằng tiếng Việt từ một người cô, mà gia đình đã tin rằng, ông đã mất. „Sau khi bị sốc về tin đó thì ngay giữa lúc 2 giờ khuya tôi đã tự đọc tin nhắn đó trên điện thoại di động của An, và đã thông báo lại với gia đình rằng câu chuyện không phải như vậy“. An bật cười về câu chuyện của mình như người anh trai, người mà không thể trả lời được câu hỏi, rằng anh có cảm giác mình có thật sự là người Zwickau không.

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au khi học xong ngành Quản Trị Kinh Doanh ở Dresden, Quang quay về sống từ 5 năm nay ở thành phố Zwickau, và cũng nhớ về cuộc sống nhộn nhịp của thành phố lớn ở phía tây của tiểu bang Sachsen này. Điều đó không phải là một cảm giác mới đối với anh, sự bắt đầu của anh ấy ở nước Đức cũng đã xảy ra rất khác lạ và khác nhiều so với người em trai An của mình. Mẹ của anh ấy,…………………, đã làm việc từ trước cuộc cách mạng hòa bình năm 1989 trong ngành công nghiệp dệt may của CHDC Đức.

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Foto: Christiane Krögel-Ladwig

hi còn tồn tại hai nước Đức, thì nước Đông Đức cũng đã tiếp nhận các nam nữ công nhân từ „các nước anh em“ như: Balan, Hungari, Mosambik, Angola, Kuba hay Vietnam, trong đó có ngành công nghiệp dệt may, như là mẹ của Quang. Toàn bộ đã có gần 100.000 công nhân hợp tác lao động đã đến.

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Trước khi bức tường ngăn cách Đông và Tây Đức được phá bỏ, đã có gần 60.000 người Việt Nam sống ở CHDC Đức. Họ là nhóm người nhập cư lớn nhất của Đông Đức lúc bấy giờ. Theo hiệp ước mà quốc gia Đông Nam Á này - một trong những quốc gia nghèo nhất thế giới sau Chiến tranh Việt Nam - và CHDC Đức ký kết vào ngày 11 tháng 4 năm 1980, các nam nữ công nhân theo hợp đồng đã sống ở các ký túc xá riêng biệt, nơi mà việc đến thăm rất bị hạn chế, không được thành lập gia đình riêng. Nếu có thai thì người phụ nữ Việt Nam đó có thể sẽ bị trục xuất - trừ trường hợp họ phá thai, nhưng đây là một việc bị cấm cho đến tận hôm nay.


Foto: Christiane Krögel-Ladwig

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rái ngược với An, Quang cảm thấy mình luôn vẫn còn là một người khách ở Đức, mặc dù đã sống thời gian dài tại đây. „Tôi đã được giáo dục như vậy. Con là người Việt Nam, con không phải là người Đức. Ở đây con chỉ là một người khách. Đó là những điều mà bố mẹ tôi đã nói với tôi“. Trong khi An có suy nghĩ là sẽ không bao giờ muốn cưới một cô vợ người Việt Nam, thì Quang lại chưa bao giờ có một cô bạn gái người Đức, và trong năm vừa rồi, Quang qua đã cưới một cô vợ người Việt Nam. „Đề tài này đã từ lâu là một sự cấm kỵ trong gia đình chúng tôi. Bố mẹ chúng tôi đã lo sợ rằng, sẽ không thể nói chuyện thoải mái với các cháu của mình được và bản sắc dân tộc, nguồn gốc của họ sẽ dần bị mất đi.“, Quang giải thích như vậy. Theo suy nghĩ của anh ấy thì về cơ bản chỉ có hai loại người trên thế giới này: người tốt và người xấu. „Nhưng hầu như chúng ta đều chỉ đơn giản được định hình suy nghĩ theo nền văn hóa của ông cha mình.”

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ự hòa nhập cho những người này đã không được tính trước, cho nên một số người dân CHDC Đức cũ vẫn còn luôn nghĩ rằng những người buôn bán rau quả là người Việt Nam, dù họ vô tình hay cố ý nói, thì đó đều là „Fidschi“ – một sự không tôn trọng đối với người Việt Nam. Đây là một cuộc di cư đã bị lãng quên trong lịch sử của CHDC Đức, nó chưa từng được xử lý nên vẫn còn ảnh hưởng đến người di cư, vì sau khi Bức Tường Berlin sụp đổ năm 1989, khoảng 16.000 người Việt Nam đã ở lại Đức, chủ yếu ở miền đông.

n thì lại khác, anh ấy cảm thấy rất hòa hợp với nó. „Tôi thấy rất thú vị khi đã lớn lên trong nhiều nền văn hóa khác nhau, bởi vì tôi có thể tiếp thu được những điều tốt đẹp từ cả hai nền văn hóa“. Đối với văn hóa Việt Nam thì anh ấy quý trọng việc đề cao gia đình, đặc biệt người cao tuổi luôn được đối xử kính trọng. Đối với văn hóa Đức thì anh ấy thích ở việc đúng giờ. „Ngoài ra, những người Đức là người của kế hoạch, tất cả mọi thứ đều phải lên kế hoạch“, Quang đã cười thật lớn khi nói đến điều đó, mặc dù anh cũng biết rằng không phải ai cũng như vậy. Người Đức luôn sắp xếp mọi thứ. Họ lên kế hoạch trong chín năm, và sau đó xây ngôi nhà trong vòng một năm. Người Việt Nam lên kế hoạch trong hai ngày và sau đó mất tám năm liền để xây nó, anh ấy bổ sung như vậy và nháy mắt.

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hị Lâm Vũ là một người trong số họ. Cô ấy năm nay 63 tuổi, đã tham gia một khóa đào tạo trong nghề phục vụ ăn uống, đã mở một quán ăn nhỏ ở Neumarkt, rồi đã đón chồng………………., và con trai Quang sang. Trong khi bố mẹ lập nghiệp từ một quán ăn nhỏ lên thành một nhà hàng lớn, thì người cô đã trông nom Quang, và tiếp theo là An. „Thật lòng mà nói, chúng tôi chỉ nhìn thấy bố mẹ mình vào cuối tuần, và tuổi thơ của chúng tôi phần lớn là ở trong cửa hàng ăn uống“. Quang nhớ lại như vậy, người mà đã có một sự bắt đầu ở trường trung học với nhiều khó khăn. Sự khác biệt về ngôn ngữ, khác biệt về văn hóa, sự thiếu thốn về những điểm chung với các bạn cùng lứa. „Việc đó được bắt đầu từ âm nhạc. Phần lớn chúng nó thích nghe nhạc Rock và Heavy Metal, còn tôi thì Pop và Balladen. Sau hai, ba năm thì mọi việc từ từ trở nên tốt hơn và tôi đã hòa nhập được vào thế giới mới này.“

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heo ý kiến riêng của Quang, cộng đồng người Việt hầu như chỉ sinh hoạt chung với nhau cho đến ngày nay cũng là vì họ quá bận rộn với công việc. Ngoài ra, những người ở thế hệ trước Quang chỉ có thể nói được tiếng Đức cơ bản, nên để có các mối quan hệ bên ngoài cộng đồng người Việt có phần khó khăn. „Có nhiều người Việt Nam đi lấy hàng từ lúc hai giờ sáng, trong tuần sáu ngày liền như vậy. Chủ nhật thì họ ngủ. Họ hoàn toàn không có thời gian để tận hưởng và trải nghiệm cuộc sống ở nước Đức“, Quang nghĩ vậy.

ột ngày nào đó chúng tôi sẽ hồi hương về Việt Nam? Hai anh em hoàn toàn có đặt ra câu hỏi này không? „Tôi cũng không thể biết được tại sao. Đất nước đó đối với tôi không quen thuộc lắm! Ngoài ra thời tiết là một thảm họa đối với tôi, một là quá nóng hoặc là mưa quá nhiều“, Quang nói như vậy. Anh thích mùa hè mát mẻ ở Đức hơn, và cũng như người em trai của mình thì rất thích các mùa trong năm.

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hưng trên hết, sau ngần ấy năm sống ở Đức, về Việt Nam anh sẽ bị xem là người nước ngoài, và có thể vì vậy nên anh sẽ bị đối xử theo một cách khác. „Điều đó không phù hợp với tôi, tôi không chịu được“, An nói với giọng địa phương của tiểu bang Sachsen. Nhưng ở Zwickau cũng vậy, có những người đã đối xử tệ với anh khi bắt đầu xảy ra đại dịch. „Nhưng tôi bỏ qua những điều đó. Sự tôn trọng người khác là một phần của nền văn hóa Việt Nam. Người ta không nên cứ tự cảm thấy mình bị đang công kích, mà hãy nên vượt qua nó. Và tôi đã như vậy“, An đã nói và nhún vai cười.

Foto: Christiane Krögel-Ladwig

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ột trường hợp đặc biệt là hội người Việt Nam Westsachsen- Zwickau e.V., được thành lập từ năm 1999. Lễ hội ngày Tết Nguyên Đán cổ truyền đối với nhiều người trong họ là điểm xuất phát của một năm mới. Ngoài ra, gần 600 thành viên của hội cũng giúp đỡ lẫn nhau, ví dụ như vào thời điểm bắt đầu đại dịch Covid- 19, họ đã nhanh chóng kịp thời may ngay những khẩu trang vải và đã quyên góp cho khắp cả huyện Zwickau, Quang kể lại.

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Foto: Mahmoud Daoud

Träume ohne Grenzen... Von Fatma-Zahraa

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Mahmoud Daoud ist ein solcher Mensch. Er stammt aus Damaskus. Dort wuchs er als Sohn eines Lehrerpaares als Jüngster von vier Kindern auf. Mahmouds größter Traum war es, Medizin zu studieren, um Menschen helfen zu können und endlich zu erfahren, wie der menschliche Körper funktioniert. Insbesondere diese Frage faszinierte ihn schon seit seiner Kindheit. Da er in Syrien ein sehr gutes Abiturergebnis erzielte, bekam er sofort einen Studienplatz für sein Traumfach an der Universität in Damaskus. Dort fing er sein Medizinstudium an und führte es zwei Semester lang fort. 2015 verließ er jedoch wie viele junge Menschen sein Heimatland, den Krieg hinter sich lassend. „Es gab keine Hoffnung mehr. Menschen hatten Angst, ihre Häuser zu verlassen, um zur Arbeit oder zur Universität zu gehen. Sie hatten Angst, nicht zurückzukommen“, beschreibt Mahmoud. Allerdings kam nicht nur Mahmoud in Deutschland an, sondern mit ihm auch sein Ziel, Arzt zu werden.

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ie erste Begegnung mit der deutschen Sprache waren Sprachkurse, die von Ehrenamtlichen organisiert wurden. „Die Kurse waren gar nicht gut, teilweise sogar schlecht“, meint Mahmoud reflektierend. Das Problem läge darin, dass viele verschiedene Alters- und Bildungsgruppen zusammen unterrichtet wurden. Die Lehrenden seien teilweise überfordert gewesen und hätten keine Möglichkeit, auf die Teilnehmer einzugehen. Das schnelle Erlernen der neuen Sprache gelang hauptsächlich als Ergebnis eigener Mühe und Anstrengung.

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m zu studieren brauchte Mahmoud allerdings die entsprechenden Sprachzertifikate. Zunächst erreichte er das C1-Sprachniveau. Nach dem „Gemeinsamen Europäischen Referenzraum“ bedingt dieses Niveau bereits die kompetente Sprachverwendung, das Verständnis anspruchsvoller, längerer Texte, einen fließenden Ausdruck sowie einen flexiblen Gebrauch der Sprache in verschiedenen Bereichen des Alltags wie etwa im Beruf oder im Studium. Danach absolvierte Mahmoud eine internationale Sprachprüfung, den TestDaF, Deutsch als Fremdsprache“. Auch diese Hürde meisterte er mit Bravour, sein Ziel immer vor den Augen haltend. Dabei war es hilfreich für Mahmoud, mit neuen Bekannten in seinem Umfeld zu kommunizieren. Als Liebhaber der Fotografie besuchte er außerdem Fotografie-Tutorials.

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Foto: Mahmoud Daoud

s gibt immer wieder Geschichten, die man liest, Reportagen, die man sieht, sowie unglaubliche Storys von Menschen, die ihre Träume verfolgt haben. Diese Menschen beeindrucken uns, weil sie allen Widerständen zum Trotz an sich und an ihre Ziele glauben und nicht eine Sekunde aufhören, für diese zu kämpfen und zu leben.

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ährend Mahmoud auf einen Studienplatz wartete, bekam er nicht nur aufbauende Bescheide. „Eine Zulassung für Medizin ist nahezu unmöglich“, hieß es. Lange Zeit scheiterte Mahmoud an den Universitäten. Für seine Bewerbungen innerhalb von vier Semestern erhielt er insgesamt 73 Ablehnungen. Nur ein geringer Anteil der Studienplätze jeder Universität ist für ausländische Studierende vorgesehen. Dabei bewerben sich beispielsweise auf ca. 20 Plätze 800 Personen, was die Zulassung erschwert.

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och Mahmoud gab die Hoffnung nicht auf. Er blieb standhaft, denn er wusste, was er wollte und dass es sich dafür zu kämpfen lohnt. Dann kam schließlich der lang ersehnte Zulassungsbescheid für den 23-Jährigen. Für das Wintersemester 2019/2020 erhielt er eine Zulassung für das Medizinstudium an der Martin-Luther-Universität in Halle.


Foto: Mahmoud Daoud

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ort fing Mahmoud wieder im ersten Semester an, konnte sich jedoch seine bisherigen Studienleistungen anrechnen lassen. Inzwischen ist er schon im dritten Semester. Über all die Jahre hat Mahmoud jedoch nicht nur seinen Ehrgeiz und seine schier unerschöpfliche Geduld sowie seine Liebe zur Medizin beibehalten. Auch seine Leidenschaft für die Kunst der Fotografie verfolgt den jungen Syrer bis heute. Seine Liebe zur Fotografie begann sehr früh. Erste Eindrücke hielt er 2005 mit einem kleinem Nokia - Handy fest. Schon damals faszinierte es ihn, seine Umgebung, aber auch Gegenstände und Menschen zu fotografieren. Als 15-Jähriger entdeckte Mahmoud Photoshop und begann, das Fotografierte zu bearbeiten und verschiedene Effekte auszuprobieren. Drei Jahre später konnte er mit einer guten Handykamera seine Fähigkeiten erweitern und viele neue Dinge erlernen. Dieses Handy hat Mahmoud aufgehoben und als wertvolles Erinnerungsstück mit nach Deutschland gebracht.

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it seiner ersten Kamera war nun das professionelle Fotografieren möglich. Diese Kamera schenkte ihm eine Journalistin in Deutschland, ebenfalls eine ehrenamtliche Helferin. Womöglich sah sie sein Potenzial schon damals. Noch heute haben sie ein gutes Verhältnis zueinander. Mahmoud verbesserte seine Fotografien mit viel Übung, indem er mit dem Fokus und den verschiedensten Lichtverhältnissen experimentierte. Dabei entwickelte er seine fotografischen Fähigkeiten und sein Wissen über die Konzeption von Fotografien kontinuierlich weiter, z.B. durch YouTube-Videos. 2017 nahm er in Heilbronn an Fotografie- Workshops und schließlich auch an Ausstellungen teil, wie etwa der Ausstellung „Heilbronn sehen“ und „Heilbronn sehen und gesehen werden“.

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uf einem Bild hält Mahmoud den Zauber Düsseldorfs und des Rheins fest. Es ist die erste Aufnahme des 23-Jährigen in Düsseldorf, in der Stadt, die er besonders liebt. „Düsseldorf ist die Stadt der jungen Menschen. Sie ist voller Leben und Bewegung. Außerdem leben in Düsseldorf Menschen, die mir sehr nahestehen“, fügt Mahmoud mit einem Lächeln hinzu.

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ahmoud liebt die Fotografie. Trotzdem kann er sich nicht vorstellen, dieses Hobby zu seinem Hauptberuf zu machen. Die Fotografie ist Mahmouds eigene charakteristische Sicht auf das Große und Unübersehbare, aber auch auf das Kleine und Unscheinbare.

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in Fotograf sagte eines Tages zu Mahmoud: „Weißt du, warum wir beim Fotografieren das eine Auge offen, das andere geschlossen halten? Mit dem offenen Auge sehen wir die Umgebung, die wir fotografieren. Das geschlossenen Auge richtet sich jedoch nach innen, um die Fotografie zu fühlen.“ Diese Worte berührten ihn sehr und wurden seine Maxime beim Fotografieren. In Deutschland konnte Mahmoud in seinem Hobby weiterwachsen und darin aufgehen. In seinen Augen ist Deutschland das Land der Chancen, wenn man genug Ehrgeiz und Durchhaltevermögen zeigt. Trotzdem ist für ihn manches nicht einfach: „Egal wie viele Dinge man erreicht, wie viele Hürden man meistert, es fehlen Menschen, mit denen man sich darüber freut. Es ist ein ständiges Gefühl der Einsamkeit, auch wenn man von vielen Menschen umgeben ist.“ In Deutschland fehlt ihm am meisten seine Familie. Diese sah er zuletzt im Juni 2015.

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ahmouds Träume sind grenzenlos. Eines Tages will er seine Familie wieder in die Arme schließen können. Er träumt von Heilmitteln und Medikamenten gegen Krankheiten, an denen Menschen zugrunde gehen, davon, sein Studium zu beenden und Menschen als Arzt helfen zu können. Seine Kraft schöpft der 23-Jährige aus seiner Familie, Menschen, die ihn lieben und unterstützen. Aber in Zeiten, in denen diese Menschen nicht bei ihm sind, lernte er auch, Kraft aus dem Glauben an die eigene Person und seine Fähigkeiten zu schöpfen.

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‫عد فترة أصبح في حوزته كاميرا حيث استطاع من خاللها‬ ‫تطوير قدراته في فن التصوير بطريقه احترافيه‪ .‬الكاميرا هذه‬ ‫كانت هديىة من صحفية كانت متطوعة و كانت أيضا لها دور في‬ ‫مساعدة محمود فلقد رأت فيه الموهبة التي تستحق الدعم‪.‬‬

‫شارك محمود في ورش تعليمية و معارض للتصوير من ضمنها معرض‬ ‫„‪“Heilbronn sehen‬‬ ‫و معرض‬ ‫„‪. “Heilbronn sehen und gesehen werden‬‬

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‫ام الشاب السوري بالتقاط صورة تجسد سحر‬ ‫مدينه دوسدلدورف و جمال نهر الراين‪.‬‬ ‫تعتبر هذه هي الصورة أألوىل التي قام بتصويرها في مدينه دوسلدورف‬ ‫األلمانية ‪ ,‬المدينه التي يحبها محمود كثيرا لكونها مدينة الشباب و‬ ‫الحركه و الحياة و لوجود أشخاص مقربين له في هذه المدينة‪.‬‬ ‫بالرغم من عشقه للتصوير اال أنه لم يطمح بأن يكون التصوير مهنته‬ ‫األساسية‪ ,‬فالتصوير بالنسبة له هو ضرب من ضروب الفن و الشغف‪..‬‬ ‫هو نظرته الخاصه للحياة بكل تفاصيلها الصغيرة و الكبيرة‪.‬‬

‫تمكن محمود من تطوير هوايته و النجاح فيها في بالد الغربة‪ .‬بالنسبه‬ ‫له ألمانيا هي بلد الفرص لمن يتعب و يسعى‪ .‬لكن األمر ال يخلو من‬ ‫الصعوبات فهو يفتقد األشخاص الذين يفرحون لنجاحه فبدونهم هناك‬ ‫شعور مستمر بالغربه‪ ,‬حتى أن كان األنسان محاط بالكثير من الناس‪.‬‬ ‫يفتقد محمود كثيرا عائلته حيث اللقاء األخير كان في يونيو ‪.2015‬‬

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‫‪Foto: Mahmoud Daoud‬‬

‫حالمه كثيرة و ليس لها حدود‪ .‬يحلم برؤية عائلته من جديد‪ .‬يحلم‬ ‫بانتهاء الحروب و افشاء السالم وعودة الحياة اىل طبيعتها‪.‬‬ ‫هو يحلم بايجاد عالج لألمراض الخطيرة و اكمال‬ ‫دراسته و النجاح في عمله مستقبال‪.‬‬ ‫يستمد محمود قوته من عائلته و من أألشخاص المقربين‬ ‫الذين يحبوه و يدعموه بأستمرار و من أيمانه ألمطلق و‬ ‫قوة أرادته و عزيمته في تخطي كل ألصعوبات‪.‬‬

‫ه‬

‫ذا المقال هو جزء بسيط من قصه محمود‪..‬شخصيته‪..‬طريقه‪..‬‬ ‫قصه شاب طموح استطاع التأقلم و األندماج في مجتمع جديد‬ ‫بكل تفاصيله الكبيرة و الصغيرة‪ ,‬تمسك بشغفه و طور موهبته‪.‬‬ ‫يواصل محمود األن مسيرته من خالل مواصلة دراسته‬ ‫في كلية الطب و ممارسة هوايته في التصوير‪.‬‬ ‫قصه محمود أعطتنا درس في الصبر و االيمان و أن ال نتوقف عن‬ ‫المثابرة فالعقبات تخشى األحالم الكبيرة و باالصرار تتحقق المعجزات‪.‬‬ ‫‪Foto: Mahmoud Daoud‬‬

‫هذه الصورة تجسد عشقه للتفاصيل الصغيرة ‪.‬‬ ‫في أحد أأليام كان قد تحدث محمود مع‬ ‫مصور حيث قام األخير بتوجيه سؤال له‬ ‫„هل تعرف لماذا يقوم المصور بغلق أحد‬ ‫عينيه و ترك أألخرى مفتوحه ؟ “‬ ‫فبالعين المفتوحة نرى االشياء المراد تصويرها‪ ,‬و‬ ‫بالعين المغلقة يكمن احساس المصور‪ .‬بقيت هذه‬ ‫الكلمات عالقه في ذهن محمود و لم يستطع نسيانها‪.‬‬

‫‪12 grenzenlos‬‬


‫أماني بال حدود ‪...‬‬ ‫فاطمة ‪ -‬زهراء‬

‫ا‬

‫ألحالم و األفكار ليس لها حدود‪.‬‬ ‫هناك دائما قصصأ و تقارير عندما يقرؤها الشخص او‬ ‫يراها قد تبدو للوهله األوىل قصصا أقرب للخيال‪.‬‬ ‫أبطالها أشخاص أصروا عىل مواجهة المستحيل بعزيمه و إرادة كامله‪ ,‬و‬ ‫كأنهم يمنحون درسا باألمل و أن ال شئ ممكن أن يعيق إراده الشخص‬ ‫في تحقيق أهدافه‪ .‬باألصرار و تحدي الذات تتحقق المعجزات‪.‬‬

‫محمود‪..‬شاب ينحدر من دمشق ألبوين تربويين‪ ,‬هو‬ ‫األبن أألصغر لعائله مكونه من ستة أشخاص‪.‬‬ ‫لطالما كان حلم محمود دراسة الطب و قد تكلل حلمه بالنجاح بعد‬ ‫حصوله عىل المعدل العالي الذي يؤهله للحصول عىل مقعد دراسي‪.‬‬ ‫درس محمود المرحله األوىل من كليه الطب في جامعة دمشق‪.‬‬

‫ف‬

‫ي عام ‪ 2015‬غادر محمود بلده‪ ,‬تاركا ورائه الحرب‪ .‬لم يعد‬ ‫هناك أمل‪ .‬أصبح ألناس خائفون من مغادرة ألمنازل للذهاب‬ ‫اىل الجامعة او العمل‪ ,‬خائفون من عدم العودة اىل عوائلهم‪.‬‬ ‫لم يأتي اىل ألمانيا لوحده و لكنه حمل في حقيبة سفره حلمه الكبير‪..‬حلم‬ ‫لطالما راود مخيلته في أن يصبح طبيبا و أن يكمل دراسته عىل أتم وجه ‪.‬‬ ‫محل األقامة االول كان في قرية فالين في بادن فورتمبيرغ‪ .‬تلقى محمود‬ ‫أوىل مبادئ اللغة األلمانية من خالل كورسات اللغة التي كانوا يقومون بها‬ ‫متطوعين انذاك‪ .‬بعد ذلك قام محمود بالتسجيل في كورس االندماج‪.‬‬

‫ك‬

‫ورسات اللغة هذه لم تكن ذو فائدة كبيرة‪ ,‬ألن الطالب كانوا من مختلف‬ ‫الفئات العمرية و الثقافية و كان صعبا عىل المتطوعين التركيز عىل‬ ‫جميع الطالب‪ .‬و لكن مع ذلك تمكن بعض ألطالب من اتقان اللغة األلمانية‪,‬‬ ‫ليس باألعتماد عىل دروس اللغة هذه‪ ,‬و لكن من خالل المجهود الشخصي‪.‬‬ ‫كان البد من محمود لتحقيق هدفه أن يبدأ بدراسة اللغة األلمانية‪,‬‬ ‫و بالفعل فقد تخطى كل مستويات اللغة بنجاح و تفوق‪.‬‬ ‫حصل محمود عىل شهاده ال‪ C1‬كمستوى لغوي‪.‬‬ ‫هذا المستوى يتطلب فهم نصوص معقده و التحدث‬ ‫بطالقه دون الرجوع المتكرر أىل المعاجم اللغوية‪.‬‬

‫‪Foto: Mahmoud Daoud‬‬

‫‪13‬‬

‫‪grenzenlos‬‬

‫ب‬

‫عد ذلك نجح محمود بتخطي اختبار ال ‪. TestDaF‬‬ ‫فال بد من تجاوز العقبه طالما الحلم مازال يراود مخيلته‪.‬‬ ‫تعلم اللغة لم يكن سهال عىل األطالق لكن المحادثة مع الشخاص و مشاهدة‬ ‫فيديوهات تعليمية للتصوير باللغة أأللمانية شكل نوعا من ألمساعدة‪.‬‬ ‫خالل فترة انتظاره للحصول عىل قبول في كليه الطب كان‬ ‫قد تعرض لعدة محاوالت الحباطه‪ ,‬و كيف لشاب أتى للتو‬ ‫أن يحصل عىل قبول في كلية الطب في ألمانيا‪.‬‬ ‫كان محمود أنذاك قد قوبل طلبه بالرفض ‪ 73‬مرة خالل ‪4‬‬ ‫فصول دراسية‪ .‬سبب ألرفض ألمتكرر هو محدودية المقاعد‬ ‫الدراسية المخصصة للطالب األجانب في الجامعات‪.‬‬

‫و‬

‫لكن مع ذلك فاألمل موجود فلم يستسلم محمود بالرغم من ذلك ألنه‬ ‫كان مؤمنا بهدفه و كان عىل يقين بقدرته لتحقيق ما يصبوا اليه‪.‬‬ ‫و أخيرا و بعد طول األنتظار فقد أصبح الحلم حقيقه‬ ‫حيث تم قبول الشاب ذو ال ‪ 23‬عام في جامعة‬ ‫‪ Martin-Luther-Universität‬في مدينه هاله‪.‬‬ ‫بدأ محمود دراسة الطب من الفصل األول و لكن تمكن من معادلة‬ ‫المواد الذي درسها من قبل و هو األن في الفصل الثالث من الدراسة‪.‬‬ ‫المدهش هو ليس فقط حبه لمهنة الطب و ليس فقط‬ ‫صبره الال متناهي و ارادته القويه بل هو ايضا مصور‬ ‫موهوب‪ ,‬حيث بدأت موهبته في التصوير مبكرا‪.‬‬

‫ب‬

‫دأ بالتصوير عام ‪ 2005‬من خالل هاتف نوكيا صغير حيث كان‬ ‫يجد متعة كبيرة في تصويره للطبيعة او لألشخاص أنذاك‪.‬‬ ‫في الخامسة عشر من عمره تعرف محمود عىل برنامج الفوتوشوب‬ ‫مما ساعده في تجسيد هوايته بأشكال مختلفه‪.‬‬ ‫بعد ثالثة أعوام استطاع تطوير مهاراته عن طريق كاميرا الهاتف المحمول‪.‬‬ ‫هذا الجهاز كان محمود قد حمله معه اىل ألمانيا لما له من قيمة كبيرة لديه‪.‬‬


Mein amerikanischer Traum von Pegah Khazeipoul

I

ch erinnere mich nicht genau, ab wann wir dachten, das Leben in Amerika wäre ultimativer Frieden, absoluter Spaß und ein Maximum an technischer Infrastruktur. Kurz gesagt: würde glamouröse und glückliche Menschen bedeuten. Nur wer das komplizierte Leben im Iran kennt, vielleicht durch das Anschauen iranischer Filme, kann verstehen, dass der amerikanische Traum uns immer begleitet und alle mindestens einmal im Leben in die USA reisen wollen…

D

ie Geschichte, die Sie lesen werden, ist mir wirklich passiert. Vor etwa vier Jahren wusste ich nichts über die US-Lotterie und die Green Card. Ich wusste nicht, dass ich mit einer Online-Registrierung an der jährlichen großen amerikanischen Visa-Lotterie teilnehmen und ein Visum für die USA gewinnen konnte. Zu dieser Zeit war ich Bankangestellte und lebte ein iranisches Durchschnittsleben. Ich war mit einer meiner täglichen Aufgaben in der Bank beschäftigt, als ich bemerkte, dass ein Mitarbeiter sorgfältig sein Foto scannte und in eine Datei in seinem Computer einfügte. „Was machst Du?“, fragte ich ihn. – „ Ich bewerbe mich schon zum elften Mal bei dieser Lotterie, langsam bin ich süchtig danach.“ Jetzt wurde ich neugierig. Nach vielen Fragen und Antworten sagte ich ihm, dass ich mich und meine Familie registrieren wolle. „Klar, sicher werdet ihr gewinnen!“, meinte er spöttisch. Kurz und gut, der Tag war noch nicht vergangen und auch ich hatte die Anmeldeformulare der jährlichen US Green Card Lotterie für mich und die gesamte Familie ausgefüllt und versendet.

F

ünf Monate später hatte ich völlig vergessen, dass ich uns registriert hatte. An einem Donnerstag im Mai, sechs Uhr morgens, klingelte das Telefon. Normalerweise möchte ich um diese Zeit mit niemandem reden. Als ich mich gähnend am Telefon meldete, teilte mir jemand am anderen Ende in perfektem Englisch mit, dass ich zu den Gewinnern der diesjährigen amerikanischen Visa-Lotterie gehörte. Ich !!! Das klang einfach unwahrscheinlich und unglaublich! Ein paar Minuten setzte mein Gehirn aus. Dann rannte ich zum Computer. Um die Nachricht zu überprüfen, loggte ich mich ein und suchte meine persönlichen Daten auf der Website der US-Botschaft. Ich fand sie wirklich! Wie im Traum las ich die Nachricht immer und immer wieder ... Dann rief ich meine Schwester an. Als ich ein paar Stunden später auf Arbeit kam, wussten schon alle, dass ich gewonnen hatte und nannten mich nur noch „American Pegah“ oder „Lucky“.

D

er Beamte, ein smarter gutaussehender Junge, strahlte mich an: „Mit ihren Zeugnissen können Sie sicher bald in die USA reisen. Amerika braucht Leute wie Sie! Als Bankangestellte kann ich Ihnen allerdings nicht sofort ein Visum geben, sorry. Wir müssen noch weitere Sicherheits-Checks machen. Keine Sorge, das dauert nicht lange, maximal sechs Monate.“

A

m Boden zerstört ging ich zurück in mein Hotel und überlegte, was ich tun sollte. Faktisch war ich die nächsten sechs Monate obdach- und arbeitslos. Sollte ich in Abu Dhabi bleiben, um der Schadenfreude meiner Familie zu entkommen? Dort feierte man gerade die Hochzeit einer Verwandten, auf der Feier würde ich ein schönes Gesprächsthema abgeben... Am Ende ging ich in den Iran zurück, mietete eine kleine Wohnung und lieh mir ein paar Gegenstände von meiner Mutter. Ohne Möbel und Arbeit gehörte ich plötzlich zu den Unterprivilegierten. Aber die Geschichte war noch nicht zu Ende … Es folgte der Schock meines Lebens: Donald Trump wurde Präsident der Vereinigten Staaten. In weniger als fünf Monaten wurden Einreisen aus mehreren Ländern, unter anderem aus dem Iran, verboten. Selbst wer ein Visum hatte, wurde überprüft, einreisen durften nur US-Bürger.

L

assen Sie uns die Schadenfreude meiner Freunde und Bekannten überspringen… Ich, die ich dachte, ich hätte das größte Glück der Welt - wurde der seltsamste Pechvogel. Kommentar meiner Mutter: „Wenn Du ans Meer gehst, nimm eine Flasche Wasser mit, falls das Meer austrocknet!“ Inzwischen weiß ich, dass Amerika vielleicht doch nicht mein Traumland ist. Trotzdem: Eines Tages möchte ich Mr. Trump fragen oder er liest meinen Text und kann es mir beantworten: Nach welchem ungeschriebenen Gesetz darf ich nicht in seiner Lotterie gewinnen? Nur, weil ich im Iran geboren und aufgewachsen bin? Vielleicht konnte Mister Trump, als er geboren wurde, seinen Geburtsort wählen?

M

ein Leben veränderte sich vollständig. Plötzlich waren alle Dinge, die ich im Iran tat, nur noch vorübergehend, in Gedanken sah ich mich schon in Amerika. Wenn ich heute daran denke, schäme ich mich über meine damalige Naivität. Jemand musste mich einer Gehirnwäsche unterzogen haben. Ich ließ alle notwendigen Impfungen und Tests für die Einreise machen und verkaufte innerhalb einer Woche Möbel und Sachen an Freunde und Bekannte, bis mein Haus leer war.

D

er versprochene Termin kam und ich ging in einem eleganten Kostüm und mit frisch gestylten Haaren glücklich zur US-Botschaft in Abu Dhabi. Alle meine Dokumente waren vollständig.

14 grenzenlos

Foto: von Jason Goh auf Pixabay


‫رؤياي آمريكايي من !‬ ‫نوشته پگاه خزایی‬

‫د‬

‫رست يادم نيست از كي تو فكر و مغزمون كردن بودن ‪،‬‬ ‫زندگي تو آمريكا يعني نهايت آرامش‪ ،‬خوشگذروني مطلق‬ ‫‪ ،‬انتهاي تكنولوژي و آدمهاي شاد پر زرق و برق ‪...‬‬ ‫‪Foto: Pixabay‬‬

‫شايد از فيلم ممل آمريكايي هم ميشه اينو فهميد كه‬ ‫رؤياي آمريكا هميشه با ما بوده و دوست داشتيم هر‬ ‫جور شده حتي يك بار به امريكاسفر كنيم ‪...‬‬ ‫اين داستان كه در ادامه ميخونين ‪ ،‬داستان زندگي واقعي منه !‬

‫ت‬

‫قريبا ‪ ٤‬سال پيش من هيچي از التاري و گرين كارت امريكا‬ ‫نميدونستم ‪ ....‬اصال نميدونستم كه ميشه با يه ثبت نام‬ ‫اينترنتي تويبزرگترين قرعه كشي ساالنه ويزاي آمريكا شركت كرد‬ ‫‪ ،‬من كه اون زمان كارمند بانك بودم و زندگيم زوال عادي خودش‬ ‫رو داشت مشغوالنجام كارهاي روزانه ام بودم ‪ ،‬يكي از همكارام‬ ‫داشت با دقت عكس اسكن ميكرد و درگير كامپيوترش بود ازش‬ ‫پرسيدم رايا چيكار ميكني؟گفت هيچي بابا ‪ ،‬مثل معتادااا واسه‬ ‫دفعه ‪ ١٤‬أوم دارم التاري ثبت نام ميكنم ‪ ،‬من كه كنجكاو شده‬ ‫بودم بعد از كلي سؤال و جواب بهشگفتم كه ميخوام براي خودم‬ ‫و اعضاي خانواده ام ثبت نام كنم ‪ ،‬با لحن تمسخر آميزي بهم‬ ‫گفت ! باشه حتما كه تو قبول ميشي ‪ .....‬خالصه اون روز گذشت‬ ‫و من از فرداش با دقت فرم ثبت نام خودم و همه خانواده مو‬ ‫براي قرعه كشي ساالنه گرين كارت امريكا پر كردم وفرستادم ‪.‬‬ ‫‪ ٧/٦‬ماه گذشت و اصال يادم رفته بود كه ثبت نام‬ ‫كردم و نميدونستم جوابش كي مياد ‪...‬‬

‫ي‬

‫ك روز پنجشنبه ارديبهشتي كه من غرق در خواب ناز بودم از‬ ‫ساعت ‪ ٨‬صبح تلفن خونه شروع كرد به زنگ خوردن و من كه‬ ‫فكر ميكردمحتما سؤاالت كاري هه جواب ندادم تا اينكه يه پيام‬ ‫از رأيا گرفتم كه نوشته بود‪ ،‬جواب التاري اومده و تو برنده شدي‬ ‫!! من كه احساسكردم خواب ميبينم براي بار ‪ ١٠‬اوم هم پيامش رو‬ ‫خوندم ‪ ،‬اصال چند ثانيه مغزم سوت كشيد ‪ ...‬به خودم كه اومدم‬ ‫ديدم ‪ ١٠‬بار با اطالعاتشخصيم سايت سفارت آمريكا رو و چك كردم‬ ‫! بله درست بود من براي بار اول ثبت نام برنده التاري سال ‪٢٠١٧‬‬ ‫شده بودم ‪ ،‬اونقدر ازخوشحال جيق زدم كه ديگه صدام گرفته بود‬ ‫‪ ...‬تازه نكته جالب كه شماره كيس من كه مهمترين قسمت قضيه‬ ‫بود زير ‪ ١٠٠٠‬بود يعني من ‪٢‬ماه بعدش اينتروويووو داشتم ‪...‬‬

‫‪٢‬‬

‫روز بعد كه به سركار رفتم همه ميدونستن من برنده‬ ‫شدم و بهم ميگفتن پگاه آمريكايي يا خر شانس ‪.‬‬ ‫خالصه سرتون رو درد نيارم ‪ ،‬زندگيم تغيير كرد ديگه به همه‬ ‫چيز موقتي نگاه ميكردم و خودم رو تو آمريكا ميديم ‪....‬‬ ‫تمام واكسن هااا وتست هاي الزم رو انجام دادم ‪ ...‬تمام‬ ‫وسيله هاي خونه رو آگهي دادم و دوست و آشنا فرصت‬ ‫ندادن و همه رو توي يكهفته خريدن و خونه خالي شد ‪...‬‬ ‫روز موعود فرا رسيد و من خوشحال با كت و شلوار شيك و خوشگلم‬ ‫و موهاي سشوار كشيده رفتم سفارت آمريكا تو ابوظبي ‪....‬‬

‫‪15‬‬

‫‪grenzenlos‬‬

‫ت‬

‫مام مداركم كامل بود و آفيسر كه پسر جوون و خوشتيپي بود‬ ‫گفت ميبينمت به زودي در آمريكا فقط بايد أف بي آي چك‬ ‫بشي چون كارمندبانك بودي و تعداد سفرهاي خارجي زيادي داري‬ ‫نميتونم بهت ويزاي يك ضرب بدم ولي تا ‪ ٤/٣‬ماه ديگه منتظر‬ ‫ايميل باش ‪ ....‬من كهناراحت شده بودم دوباره پرسيدن اخه چرا‬ ‫‪ ...‬و اون گفت آمريكا به امثال شما نياز داره نگران نباش ‪....‬‬ ‫من به هتل برگشتم و كلي ناراحت از اينكه توي اين ‪ ٤/٣‬ماه كجا برم و‬ ‫چيكار كنم ‪ ....‬برگشتم ايران و تصميم گرفتم تا زمان تاييد ويزا يهخونه‬ ‫كوچيكتر اجاره كنم و خونه خودم و اجاره بدم ‪ ،‬با اندك وسايلي كه از‬ ‫مامانم قرض گرفته زندگي ام رو در يك زير زميني از سر گرفتم‪....‬‬

‫و‬

‫لي ناگهان بزرگترين شوك زندگي من بهم وارد شد و اينكه ترامپ‬ ‫رئيس جمهور امريكا شده بود و در عرض كمتر از ‪ ٢‬ماه تمام‬ ‫سفرهاياز ‪ ٥‬كشور كه يكي هم ايران بود ممنوع شد ‪ ....‬نه تنها‬ ‫صادر شدن ويزا امكان پذير نبود بلكه حتي كسايي كه ويزا داشتن‬ ‫هم غربالشدند و فقط سيتيزن ها اجازه ورود به خاك آمريكا رو‬ ‫داشتن ‪ ....‬اينجوري بود كه در عرض ‪ ١‬ساعت زندگي من زيرو رو‬ ‫شد و من بايد باواقعيت رؤياي دست نيافتني كنار ميومدم ‪.‬‬

‫از تمسخر و كنايهه دوست و آشنايان كه بگذريم ‪ ....‬مني‬ ‫كه خودم فكر ميكردم بزرگترين خوش شانسي دنيا نصيبم‬ ‫شده ‪ ...‬تبديل شدم بهعجيب ترين بدشانس دنيا !!!!‬

‫د‬

‫لم ميخواد اقاي ترامپ رو يا روز ببينم يا ايشون متن منو‬ ‫مطالعه كنن و به من بگويند ! به كدام دليل نانوشته به كدامين‬ ‫گناه !!! صرفا چونمتولد و زايده ايران هستم با وجود كليرنس از‬ ‫سمت سفارت آمريكا برايم ويزايي صادر نشد !!! ميخواهم از آقاي‬ ‫ترامپ بپرسم آيا كشورمحل تولدش رو خودش انتخاب كرده ؟‬

‫كاش خيلي از ما بفهميمممم كه جايي كه به دنيا ميايم رو خودمون‬ ‫انتخاب نكرديم واگرنه شايد هر كدوم ما انتخاب متفاوتتريي داشتيم !!‬

‫ت‬

‫بعيض نژادي فقط و فقط به دليل محل تولد محل زندگي‬ ‫‪ ....‬رنگ پوست ‪ ،‬رنگ مو و چشم و دين و زبان ‪.....‬‬ ‫سعي كنيم كسي رو به خاطر چيزهايي كه خودش در‬ ‫انتخاب اونها سهمي نداره قضاوت نكنيم !‬


„Wir arbeiten“

Fotografieprojekt von Mohamad Alzabadi

Foto: Abdul Rahman Takleh

Foto: Abdul Rahman Takleh

von Abdul Rahman Takleh

D

er junge Mann weiß genau, was er will: „Ich wünsche mir, dass ich meine Familie wiedersehen kann, studieren und nebenbei als Fotograf arbeiten.” Mahamad Alzabadi hat in seinen 23 Lebensjahren schon eine Menge erlebt. Er ist in Damaskus geboren und wohnt seit Mai 2015 in der kleinen Stadt Wedel bei Hamburg. Seine Ausbildung als Kaufmann für Büromanagement hat er im August geschafft. Geholfen dabei hat ihm das Jahr bei einer deutschen Gastfamilie und sein freiwilliges Engagement. Zuerst ein Jahr in einem Jugendzentrum als Betreuer und nun seit mehr als einem Jahr bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG).

E

16 grenzenlos

Foto: Mahamad Alzabadi

Foto: Mahamad Alzabadi

igentlich hatte er dort nur einen Fotoauftrag, aber die Eindrücke über deren Arbeit beim Retten von Menschen ließen ihn nicht wieder los. Die Erinnerung an die eigene Flucht aus dem Krieg in Syrien und die dort oft erfahrene Hilflosigkeit nährten seinen Wunsch, selbst mitzuhelfen und eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer zu beginnen.

Die Fotografie beschäftigt ihn trotzdem weiter. Nach den Protesten im letzten Jahr in Chemnitz und anderswo wollte Mohamad mit seinen Bildern zeigen, was Geflüchtete und Migranten für Deutschland leisten.

I

n Zusammenarbeit mit der Diakonie in Wedel erarbeitete er ein Fotoprojekt, das Geflüchtete an ihren Arbeitsplätzen zeigt. Eine Ausstellung seiner Bilder in der Volkshochschule in Wedel, Berichte darüber in Zeitungen, unter anderem im Hamburger Abendblatt, brachten ihm viel positive Rückmeldung und neue Ausstellungsangebote.

L

eider sind diese wegen Corona vorerst verschoben. Aber Mohamad wird nicht aufgeben, seine Ziele zu verwirklichen und seine positive Energie in Deutschland einzubringen.


‫“نحن نعمل”‬

‫مرشوع تصوير من محمد الزبدي‬ ‫عبد الرحمن تكله‬

‫ان الشاب يعرف تماما ما يريد‪:‬‬ ‫“اتمنى أن أرى عائلتي مجددا ‪ ,‬أكمل دراستي و أعمل كمصور‬ ‫في أوقات فراغي “ ‪.‬‬

‫م‬

‫حمد الزبدي في الثالث والعشرين من عمره عاش الكثير من‬ ‫األحداث ‪ .‬ولد في دمشق و يعيش منذ أيار ‪ 2015‬في مدينة‬ ‫صغيرة تدعى ‪ Wedel‬في القرب من هامبورغ ‪ .‬أتم تدريبه المهني في‬ ‫مجال األداره المكتبيه‬ ‫(‪ )Kaufmann für Büromanagement‬الشهر الماضي ‪.‬‬ ‫ساعده بأنجاز ذلك سكنه سنه كضيف عند عائله ألمانيه و عمله‬ ‫التطوعي في مركز الشبال ‪ Jugendzentrum‬و حاليا يعمل منذ أكثر‬ ‫من سنه مع جمعية األلمانيه ألنقاذ الحياه‬ ‫(‪. Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG‬‬

‫ت‬

‫عرف محمد عىل ‪ DLRG‬عن طريق المصادفه ‪,‬حيث كان يقوم‬ ‫هناك بجلسه تصوير ‪,‬لكن عملهم بأنقاذ الناس أثار أهتمامه‬ ‫بشده و بسبب ذكرياته عن اللجوء من الحرب في سوريا و شعوره في‬ ‫ذالك الوقت باليأس و عدم الحيله ‪.‬‬

‫‪Foto: Mahamad Alzabadi‬‬

‫اراد أن يساعد األخرين كمنقذ و األن يتدرب كسباح منقذ‬ ‫‪. Rettungsschwimmer‬‬ ‫من الرغم من ذالك لم يترك التصوير ‪ .‬بعد االحاجات التي حدثت قبل‬ ‫سنه في كمنتس ‪.‬اراد محمد عن طريق صوره ان يظهر ما يفعله‬ ‫الالجئون و المغتربين أللمانيا‬ ‫بالتعاون مع جمعيه دياكوني في ‪ Wedel‬عمل محمد عىل ورشة‬ ‫تصوير ‪ ,‬يظهار الالجئين في مكان عملهم ‪.‬‬

‫أ‬

‫قيم معرض للصور في ‪ Volkshochschule‬في ‪ Wedel‬و كتب‬ ‫عىل معرضه في عده صحف مثل ‪, Hamburger Abendblatt‬‬ ‫بسبب رود الفعل االجابيه للمعرض ‪ ,‬جائته عروض لمعارض أخرى‬ ‫ولكن بسبب الكورونا أجلت لوقت الحق ‪ .‬محمد لن يستسلم و‬ ‫سيواظب عىل تحقيق أهدافه و أحالمه‪.‬‬

‫‪Foto: Mahamad Alzabadi‬‬

‫‪Foto: Mahamad Alzabadi‬‬

‫‪17‬‬

‫‪grenzenlos‬‬


Der Phönix von Deutschland Für Dresden, diesen Phönix aus der Asche. Für eine Stadt, die mir beibrachte, wie sich Träume aus Staub erheben können. Von Nazgol Nicole Farhadi

A

ls Architektin habe ich gelernt, dass jeder Ort unabhängig von seinen Bewohnern und den verwendeten Materialien seine ganz eigene Seele, sein eigenes Wesen hat. Das bedeutet, dass jede Stadt und jedes Land unabhängig von ihren oder seinen Einwohnern und all dem Menschengemachten eine eigene Seele, eigene Wünsche und ein eigenes Gedächtnis hat, das wir weder verändern noch planen können. Ein Wesen, das fortlebt und unberührt bleibt von all den Revolutionen, Kriegen und Naturkatastrophen – eine Stimme, die in dein Ohr flüstert, wenn du sie denn hören möchtest. Dieser Beitrag ist zu kurz, um ein so vielschichtiges Thema wie die Geschichte Dresdens umfassend zu beleuchten. Aber es soll darum gehen, wie mir Dresden selbst, als ein Wesen mit seiner Geschichte, gleich einem lebendigen Denkmal im Gewebe unserer Welt, beigebracht hat woraus Träume sind. Ich schreibe diesen Beitrag ohne politische Hintergedanken, jenseits von Fragen nach dem „warum“ oder „wie“ in Vergangenheit und Gegenwart und trotz all der Proteste, die mit einem „Ausländer raus“ beginnen.

W

arst du jemals das erste Mal an einem Ort und hattest trotzdem das Gefühl, schon einmal da gewesen zu sein? Auf einmal fühlt sich alles sehr vertraut an. Eine Reihe kurzer, unzusammenhängender Erinnerungen tauchen vor deinem geistigen Auge auf und du hast keine Ahnung woher. Das nennt sich Déjà-vu- Erlebnis und viele Jahre lang haben Experten wie Sigmund Freud und andere versucht, dieses Phänomen zu erklären. Genauso habe ich mich gefühlt, als ich zum ersten Mal Dresden besuchte. Ich fühlte mich, als hätte ich ein verloren geglaubtes Stück meiner Seele wiedergefunden. Geboren im Iran, einem Land mit mehr als 7000-jähriger Geschichte, beeindruckten mich nicht die historischen Schlösser und Skulpturen, dafür aber der Boden, die Luft und eine mysteriöse Stimme, die mich auf meinen Wegen entlang der Elbe und durch die Stadt begleitete.

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S

eitdem haben mein Mann und ich Dresden viele Male besucht. Ihn erinnert Dresden außergewöhnlich stark an seine iranische Geburtsstadt Isfahan, die eine atemberaubende Architektur ihr Eigen nennt, umgeben von einer wunderschönen Landschaft. Unsere regelmäßigen Besuche haben dazu geführt, dass ich mich näher mit der Geschichte der Stadt beschäftigt habe, um Antworten auf meine Fragen zu finden. Meine Neugier führte mich zwischen die geschriebenen Seiten der Geschichte und ich stieß auf eine dramatische,schmerzhafte und herzzerreißende Kette von Ereignissen, die niemand verleugnen kann.

U

ngeachtet der glanzvollen Schlösser und des prachtvollen Stadtzentrums von heute – diese spektakuläre Stadt hat viel erlebt und steht doch noch immer. Diese mysteriöse Stimme in meinem Ohr war die Stadt selbst, die mir ihre Geschichte näherbrachte. Ich konnte die Bilder von Dresden unmittelbar nach dem II. Weltkrieg kaum ansehen, so entsetzlich fand ich den Anblick. Im Februar 1945 fielen innerhalb von nicht einmal drei Tagen mehr als 593.500 Bomben auf diese Stadt. Ich war damals noch nicht geboren, aber ich fühle den Schmerz so wie ich den Schmerz all der alten Städte fühle, die in den letzten Jahren zu Staub zerfielen, ohne dass die Weltöffentlichkeit davon allzu sehr Notiz genommen hätte. Wie so viele Städte in der Geschichte. Städte wie Neyshabour und Persepolis im Iran, Aleppo in Syrien, Urfa in der Türkei, Ctesiphon im Irak – sie alle wurden in unterschiedlichen Zeiten von unterschiedlichen Kräften aus unterschiedlichen und dennoch nicht zu rechtfertigenden Gründen zerstört. Schlösser werden niedergebrannt oder bombardiert, Männer getötet, Frauen vergewaltigt und alles was bleibt, ist die blutgetränkte Erde, die verzweifelt nach Gerechtigkeit ruft.


Foto: Abdul Rahman Takleh

S

oweit ich es beurteilen kann, ist das auch Dresden widerfahren. Ich weiß, dass viele Menschen ihre Gestalt gewordenen Träume haben in Flammen aufgehen sehen. Alles was bleibt, sind Tränen, Blut und Trauer. Und klingt das nicht seltsam vertraut? Geschieht nicht dasselbe in Syrien, im Irak, in Libyen und all den anderen Ländern, die aus irgendeinem beschissenen „Grund“ dem Erdboden gleich gemacht werden? Und trotz all der Traumata und Schäden bin ich davon überzeugt, dass die Ursprünglichkeit dieser Städte irgendwie erhalten bleibt. Es hat so viele Jahre gedauert und so viele Mühen gekostet, dass Dresden zu der Stadt wurde, die sie heute ist. So viele haben sich aus Liebe für ihr Land eingesetzt, all die schlaflosen Architekten, Arbeiter, Gestalter, Politiker und all das viele Geld, das darauf verwendet wurde, die sichtbaren Schäden zu beheben. Doch über all dem steht nichts anderes als der Wunsch dieser Stadt, wieder aufzustehen und zu strahlen.

W

enn man heute durch die Straßen von Dresden läuft und die Geschichte der Stadt nicht kennt, kann man sich nicht vorstellen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Denn diese Stadt erstrahlt mehr denn je zuvor. Dabei trägt sie ihre Geschichte ohne sich zu verstecken und dennoch immer in dem Bewusstsein für die eigene Verantwortung.

„Durchhaltevermögen, Einsatz, Liebe, Hoffnung und Geduld – das ist es, woraus Träume gemacht sind. So kann jeder Traum wahr werden.“ Das sind die Worte, die Dresden mir ins Ohr flüstert. Für all die, die ihre Träume für sich selbst und für ihr Land irgendwo entlang ihres Weges verloren haben. Für all die, die keine Hoffnung mehr haben für die Zukunft oder eine bessere Welt. Für all die von uns kann Dresden ein Vorbild sein für das mögliche Unmögliche.

W

enn ich Dresden ansehe, wage ich zu träumen, größer und lauter als je zuvor. Ich wage es von einer friedlichen Welt zu träumen, von einer Welt ohne Hunger, ohne Zorn, ohne Waffen. Ich träume von einem freien Land – für uns alle. Ich träume von einem grünen, gesunden und fröhlichem Planeten. Ich träume davon, dass wir Menschen uns endlich verstehen, dass wir friedlich miteinander leben, uns annehmen und freundlich zueinander sind. Ich träume von weniger „ich“ und mehr „wir“. Ich träume von Gleichheit, Fairness und Gerechtigkeit. Diese Träume sind zu groß? Unmöglich? Ich denke an Dresden und denke: Alles ist möglich.

Foto: Abdul Rahman Takleh

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Dieser Text entstand im Rahmen eines Poetry-Slam-Abends der zwölften Klassen. Die Mottowoche findet in einer der letzten Schulwochen vor den Abiturprüfungen statt. Sie besteht aus mehreren Tagen, an denen sich die Schüler zu bestimmten Themen verkleiden.

Ein Stückchen Stoff, ein Stück Hoffnung von Fatma Foto: Aja auf Pixbay

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iele Menschen fragen sich, wieso ich mir das antue, wenn es doch dafür sorgt, dass ich bei vielen Bewerbungen direkt aufgrund eines Fotos mit diesem Tuch aussortiert werde, falls nicht schon mein Name ausgereicht hat, um meine Bewerbungsmappe wieder zuzuklappen. Natürlich könnte ich einfach das Tuch ablegen, was viele von mir verlangen. Ich könnte es ablegen und wäre all diese Diskriminierung einfach los. Aber das will ich nicht. Vielleicht ist es selbstzerstörerisch, aber ich will einfach nicht. Ich will nicht auf dieses Tuch verzichten, das Teil meiner Identität und meiner Selbst ist. Da ich es also nicht ablegen werde, möchte ich euch zumindest heute zum vielleicht letzten Mal in dieser Schule erzählen, warum überhaupt.

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V

ielleicht hat ja der eine oder andere schon mitbekommen, dass ich ein Tuch um den Kopf gewickelt habe. Ja, für die 12. Klasse ist gerade Mottowoche aber nein, das Thema ist nicht: „Alibaba und die 40 Räuber“. Ich bin, wie euch vielleicht inzwischen bewusst geworden ist, Muslima. Aber keine Sorge, da sowieso heute mein letzter Schultag ist, habe ich nicht vor, uns alle in die Luft zu jagen. Als es hieß, dass wir für die Poetry-Slam noch Teilnehmer brauchen, dachte ich mir: Warum nicht? Als muslimische Frau hat man ja sowieso nicht das Recht, irgendwann mal etwas zu sagen, also nutze ich den Abend gerne.

I

ch möchte nämlich die Möglichkeit nutzen, um die weltbewegendste Frage zu beantworten, die mir ständig gestellt wird. Nein, es ist nicht: „Ähm, Fatma, aber beim Duschen trägst Du doch kein Kopftuch, oder?“, sondern die Frage überhaupt: „Warum tust Du dir das überhaupt an? Warum trägst Du dieses Tuch, wenn es draußen 30 Grad sind? Warum trägst Du dieses Tuch, wenn dich doch jeder Passant deshalb anstarrt. Mal sehr ängstlich, als würde gleich jemand Allahu Akbar schreien. Aber manchmal auch einfach angewidert und voll Hass, als wärst du kein Mensch, sondern eine Kreuzung aus Horror Herpes, Super- Aids, Hitler und einem Til -Schweiger- Film.“ (Man sieht, die Aufzählung wird aufsteigend immer schlimmer). Viele fragen sich bestimmt: „Fatma, warum überhaupt, wenn es dich doch daran hindert z.B. eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen? Warum trägst Du dieses Tuch und tust es Dir an, dass dich fremde Menschen auf der Straße beleidigen als Syrerschlampe oder Kamelfickerfrau?“ (Ich muss gestehen, manchmal bin ich von der Wortgewandtheit und der Kreativität, die in diesen Neologismen steckt, echt überrascht. Goethe wäre stolz darauf.)

20 grenzenlos

as ist so ähnlich wie mit den Personen, die T-Shirts mit Hogwarts Aufdruck tragen. Sie lieben die Welt von Harry Potter, ganz egal ob sie Fiktion ist oder nicht und möchten diese Liebe nach außen hin zeigen. So ist es auch bei mir. Ich bin auch nur ein Fan des Propheten Mohammed und ich möchte es zeigen. Ich möchte meine ganze fanatische Fan-Liebe einfach ausleben. Ich bekenne mich dazu, dass ich diesen Mann als Vorbild betrachte. Diesen Mann, der sich zum ersten Mal in der arabischen Welt für die Rechte der Frauen eingesetzt hat. Man schreibt das Jahr 560. Die zerstörerische Hitze in der Wüste und der harte Überlebenskampf werden für Sekunden von einem verzweifelten Schrei zerrissen. Der Besitzer dieses Schreis ist ein Mann wie jeder andere auch, der gerade die schlimmste Nachricht seines Lebens erhalten hat: Es ist ein Mädchen.

I

n der arabischen Welt dieser Zeit ein Mädchen zur Welt zu bringen, ist schlimmer als eine Fehlgeburt. Denn eine Fehlgeburt stirbt natürlich… während ein Mädchen noch umgebracht werden muss. Weil alles Weibliche in dieser barbarischen Gesellschaft kein Recht auf Leben hat. Wir reden von einer Zeit, in der Mädchen nach der Geburt lebendig vergraben werden, weil ein Mädchen zu bekommen eine Schande ist, eine Bestrafung der Götzen. Ich folge den Lehren eines Mannes, der zu dieser Zeit sein erstes Kind, seine Tochter Fatima auf den Schultern getragen hat, mit ihr gesungen hat, gelacht hat, um so durch die Straßen Mekkas zu wandern und zu zeigen: “Mädchen, Frauen Weiblichkeit …das ist Gottes Geschenk an euch, also ehrt und beschützt sie, tragt sie auf Händen.“

I

ch bekenne mich zu dem Propheten, der Frauen so geehrt hat, das er predigte: „Das Paradies liegt unter den Füßen der Mütter.“ Ich betrachte diesen Mann als Vorbild, der Frauen als Diamanten bezeichnet hat, die ihren Wert niemals unter Beweis stellen müssen. Niemand von uns muss das.


I

ch bin eine Anhängerin des Islams. Nicht des Islams, den ihr kennt, sondern von meinem Islam. Ich folge den Regeln einer Religion, die mir Ehrlichkeit, Geduld, Gutherzigkeit, Fleiß, Vergebung und Hilfsbereitschaft als Tugend vermittelt. Ich bekenne mich zu einer Religion, die ausnahmsweise mal nicht den Menschen über alles andere gestellt betrachtet, sondern in einem System mit allem. Einem System, welches durch Liebe zusammengehalten wird. Ich gehöre einer Religion an, welche predigt, dass es zwischen einem Reichen und einem Armen keinen Unterschied gibt, genauso wie es keinen Unterschied zwischen Weißen und Nicht-Weißen, und zwischen einem Gläubigen und Nicht-Gläubigen gibt. Ja, richtig gehört.

I

ch folge einer Religion, die uns Muslimen stets predigt, uns um alles zu sorgen und zu kümmern, die Umwelt, die Tiere, unsere Mitmenschen, das alles. Und noch viel mehr. Weil der Gott, an den wir glauben einer mit unendlich viel Liebe ist, und es unsere Aufgabe ist, diese Liebe auf der Erde zu verbreiten. Ich bekenne mich zu einer Religion, die in ihrem heiligen Buch ein ganzes Kapitel der Biene gewidmet hat, der Ameise…

I

n einer Welt, in der jeder über den Islam mehr zu wissen scheint, als jeder gebürtige Muslim, in der viele Menschen nicht zwischen Islamismus und Islam unterscheiden können, nicht zwischen Religion und Politik, zwischen Spiritualität und Machtgier. In einer Welt, in der unmenschliche Handlungen unter dem Deckmantel der Religion ausgeführt werden und die Menschen diesen Missbrauch nicht erkennen. In einer Welt, in der nur noch Hass und Unverständnis gegenüber Menschen herrscht, die sich einfach zu dieser Sache bekennen – in so einer Welt möchte ich mich eben manchmal einfach nur unter einem Tuch verstecken, um ich selbst zu sein.

Foto: Abdul Rahman Takleh

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Ein Traum, wie ein Lebensfaden… von Elena Stepanova

E

in Lebenstraum ist etwas, das immer mit dir ist. Es ist das, was du selbst formst und Schritt für Schritt realisierst. Jeder Mensch hat einen Traum und wünscht sich, dass dieser in Erfüllung geht. Für mich ist ein Traum wie eine fluide Substanz, die sich ändert, wenn neue Verhältnisse auftreten. Unsere wichtigste Aufgabe ist, uns selbst, und unser inneres träumendes Kind nicht zu verlieren. Haben Sie irgendwann gedacht, dass wir uns immer irgendwo zwischen etwas befinden? Zwischen Leben und Tod, der Wahl zwischen dem Bösen und dem Guten, zwischen Erde und Himmel, zwischen Zukunft und Vergangenheit, zwischen Lieben oder Hassen usw. Wie wir entscheiden, hängt von unseren Träumen ab.

Ä

ch kann mich sehr gut an meinen Kindheitstraum erinnern: Ich habe von einem Tierheim für Hunde und Katzen geträumt. Vom Bau bis zur Haushaltsführung. Dieser Traum ist ständig in meinem Kopf. Er spielte eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben. Das Leben ohne Traum wurde dann zu einer sehr langweiligen und einseitigen Existenz. Aber ich habe mich erinnert … Wenn man einem Traum folgt, kommt der Lebenssinn zum Vorschein. Der Traum öffnet Möglichkeiten, macht uns besser und selbstbewusster, motiviert zum Handeln. Man kann vieles im Leben erreichen, wenn man einen Traum hat. Wenn man vom Traum geleitet wird, hat man nur helle Gefühle wie Hoffnung und Vorfreude.

U

m meinen Traum zu realisieren brauche ich Geduld. Ich muss viele kleine und große Schritte gehen, um ihn zu realisieren. Zum Beispiel will ich studieren und werde mir alle Mühe geben. Ich will viel arbeiten und gut verdienen, um eine Stiftung für Tierhilfe zu gründen. Dann wird mein Traum leben!

Foto: Eugenia Varenko

ndern sich die Träume mit dem Alter? Bestimmt, ja. Da wir wachsen, erwachsen werden, uns zunehmend Wissen und Fertigkeiten aneignen, ändert sich unsere Wahrnehmung der Außenwelt, unsere Lebensumstände kommen hinzu. Und der Kindheitstraum, der als die Grenze aller Träume erschien, löst sich einfach unter dem Ansturm des Lebensflusses auf. Dann aber mag es vorkommen, dass wir uns mit Beginn eines bestimmten Alters, wenn sich unser Weg verlangsamt und unsere Gedanken einen geordneten Charakter bekommen haben, an unseren Kindheitstraum erinnern oder ihn sogar verklären. Dann scheinen uns unsere Träume naiv.

I

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Foto: Phan Minh Cuong An auf Pixabay

Мечта, как жизненная нить…

М

ечта это состояние, которое всегда с тобой, это то, что формируешь ты сам и реализовываешь шаг за шагом. Любой человек имеет мечту и желает её исполнения. Для меня мечта - как некая субстанция, которая вынуждена изменяется под натиском новых жизненных обстоятельств и самая главная задача, это не потерять основу, не потерять самого себя и того ребёнка с которого и начались формирования мечтаний. Вы когда нибудь задумывались, что мы всегда находимся между чем то, где то посередине, между жизнью и смертью, между выбором в сторону плохого или хорошего, между небом и землёй, между будущим и прошлым, между любить или ненавидеть и тд. Так вот формирование этого зависит и от того, о чём мечтает человек. Меняются ли мечты с наступлением определенного возраста? Определенно, да, так как мы растём, мужаем, обрастаем знаниями и умениями, меняется наше восприятие мира, примешиваются различные жизненные обстоятельства. И детская мечта, казавшаяся, когда то пределом всех мечтаний просто растворяется под натиском жизненного потока, но случается так, что с наступлением определенного возраста, когда наш путь замедляется и мысли приобретают упорядоченный характер, мы вспоминаем нашу детскую мечту и с высоты уже прожитых лет, придаёмся милым воспоминаниям.

И

кажутся эти мечты конечно наивными и местами глупыми. Я очень хорошо помню свою мечту, я представляла приют для собак и кошек. От постройки до хозяйственного ведения. И эта мечта постоянно в моей голове.

Мечта в жизни играет очень важную роль. Жизнь без мечты превращается в очень скучное и однообразное существование. Ну а мечта одухотворяет человека, делает его целеустремлённым. Есть мечта и ты хочешь превратить её в реальность и поэтому нужно приложить максимум усилий, построить планы и претворять их в жизнь. В мечту нужно верить и только тогда она сбывается наяву, и этот факт окрыляет к новым достижениям.

В

этом и есть смысл жизни. Мечта даёт шансы для достижения жизненных целей, делает добрее и увереннее в себе, побуждает к действию. В жизни многого можно добиться, имея мечту. Стремясь к мечте испытываешь только светлые чувства, надежду, радость. Есть в этом огромная польза, следуя за мечтой, стремишься к достижению поставленной цели и соответственно появляется и смысл жизни. Мечта на может быть одна. И к меня тоже есть мечты и их на данный момент много, они большие и маленькие, сбыточные и несбыточные, реальные и фантастические.

О

дно я понимаю, что для достижения моих мечтаний нужно учиться и буду прилагать все свои усилия для этого. Я хочу много работать и хорошо зарабатывать, чтобы открыть благотворительный фонд и вкладывать туда деньги на помощь животным.

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Mit schwarzer Hautfarbe in Zwickau leben: „Change is gonna come“ Von Nazgol Nicole Farhadi

E

„Mein Vater ist der König eines Stammes in Nigeria. In einer königlichen Familie aufzuwachsen bringt viele Einschränkungen und Überlegungen mit sich. Als Teil einer königlichen Familie wirst du immer bedient und überall erkannt. Aber ich wollte nie so ein ‚Fake Life‘ leben, ich wollte tun was ich wollte und unabhängig sein. Deshalb, ganz gleich wie schwierig mein Leben in Deutschland gerade am Anfang war, ich habe es geschafft. Weil es meine eigene Wahl war.“ Adeem

V

on Nigeria in die Vereinigten Staaten von Amerika, dann in die Niederlande und schließlich nach Deutschland – das ist Adeems Leben, zusammengefasst in einem kurzen Satz. Adeem berichtete uns, dass er in einer Familie mit sechs Geschwistern aufgewachsen ist und dass sie nach der Scheidung seiner Eltern alle nach Amerika gegangen sind. Er wuchs also in den USA auf, studierte Bankenmanagement an der New York University und arbeitete viele Jahre in dieser Branche.

E

rzähl mal, was hat dich ausgerechnet nach Zwickau verschlagen?!

Ich traf Aidens Mutter in Amsterdam, wo ich damals seit sechs Jahren mit meinem Bruder lebte, der dort ein Restaurant betrieb. Sie wollte aufgrund ihrer familiären Bindung nicht in die Niederlande ziehen, sie kommt aus Zwickau. Also entschloss ich mich, nach Deutschland zu gehen, mein Kind großzuziehen und zu schauen, ob eine Beziehung zwischen ihr und mir funktionieren würde. So landete ich in Zwickau.

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Foto: Abdul Rahman Takleh

s war im Mai, als sich im Internet die Meldungen über einen schwarzen Mann überschlugen, der in den USA von einem Polizisten vor laufender Kamera solange zu Boden gedrückt wurde, bis er starb. Zu dieser Zeit arbeitete ich an meinem Artikel für die neue Ausgabe von «grenzenlos» und war auf der Suche nach jemanden aus der schwarzen Community in Zwickau. Ich wollte gern wissen, was diese Menschen denken, nicht nur darüber, was gerade in den USA geschehen war, sondern auch über Themen wie Einwanderung, Zusammenleben und was sie in Deutschland erreichen möchten. Mein Ehemann erzählte mir von einem coolen Kollegen mit schwarzer Hautfarbe, der sehr aktiv und positiv sei, ein Typ, den einfach jeder in der Firma gut leiden könne. Er sagte, wenn ich möchte, würde er seinen Kollegen fragen, ob er ein Interview mit mir machen würde. Und so lernte ich Adeem kennen. Ich lud Adeem und seinen Sohn Aiden ins Mütterzentrum ein und an einem Mittwochnachmittag trafen wir uns zum Gespräch.

W

ie groß war der Unterschied zwischen Zwickau und all den Orten, die du bis dahin kanntest?

Der Unterschied ist riesig! Das erste Jahr hier war sehr schwierig, ich bin so gut wie nicht rausgegangen. Da war zum einen der große Bruch in meinem Leben, außerdem musste ich mich ja auch plötzlich um ein Kind kümmern. Aidens Mama und ich trennten uns nach einem Jahr und ich musste lernen, mit allem allein zurechtzukommen. Putzen, kochen, Windeln wechseln, Fieber messen, füttern usw. Meine Mutter und ich waren ununterbrochen per Facetime im Kontakt. Sie brachte mir bei, gleichzeitig Vater und Mutter zu sein. Aiden ist die Freude meines Lebens, er gibt mir das Gefühl, endlich eine eigene Familie zu haben und ich bin so stolz auf ihn. Finanziell habe ich diese Zeit mit den Ersparnissen aus meiner Zeit in Amsterdam überstanden, ich musste für alles aufkommen ohne zu arbeiten. Später habe ich dann eine Zeit lang im Restaurant Espitas gearbeitet, das hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber ich musste kündigen, weil ich kein einziges Wochenende frei hatte, um Zeit mit meinem Sohn zu verbringen. Danach begann ich als Leiharbeiter und bekam schließlich ein Angebot von SNP, dem Unternehmen, in dem ich jetzt arbeite. Der Chef mochte mich und bot mir eine Stelle an. Ich bin der einzige Schwarze unter 4000 Mitarbeitern.


H

ast du während deiner Zeit hier in Zwickau irgendeine Form von Rassismus erlebt?

Oh ja! Angefangen bei einem betrunkenen Typen, der eine Dose Bier nach mir warf, bis hin zu einem Polizisten, der mich anhielt, weil ich einen Audi TT fuhr! Der Polizeibeamte nannte mich ‚Nigger‘, das sagte er mir mitten ins Gesicht. Und er beschuldigte mich, ein Drogendealer zu sein. Einfach nur weil ein Schwarzer ein nettes deutsches Auto gefahren hat. Meiner Meinung nach ist Rassismus gegenüber der schwarzen Community in Deutschland, oder besser gesagt in Ostdeutschland, noch stärker ausgeprägt als in den USA. In Amerika sind wir viele, und wir passen aufeinander auf, aber hier sind wir nur wenige, deshalb fallen wir mehr auf und die Menschen haben eine falsche Meinung über uns.

W

as denkst du über die Black Lives Matter Bewegung?

Ich glaube, dass es wichtig ist, deine Stimme gegen jede Ungerechtigkeit zu erheben, die du mitbekommst – nicht nur, wenn deine eigene Community betroffen ist. Jeden Tag werden in jeder Ecke dieser Welt Menschen erschossen, ausgebombt und getötet. Protest muss klar und verständlich sein und vor allem beständig, sonst bleibt er ohne Wirkung.

W

ie gehst du persönlich mit rassistischen Anfeindungen um? Beeinflusst es dich und dein Leben in irgendeiner Weise? Ich versuche zu vergeben, aber nicht zu vergessen. Ich wurde in eine Familie mit jeder Menge Liebe geboren, nicht Hass, und ich versuche positiv zu sein. Ich stamme aus einer wohlhabenden Familie und ich genieße Anerkennung, wann immer ich zurückgehe nach Nigeria. Deshalb wache ich schon manchmal morgens auf und frage mich, was zur Hölle ich hier eigentlich mache?! Aber dann sehe ich meinen Sohn an und er ist mein Ansporn, vorwärts zu gehen und die Welt für ihn ein bisschen besser zu machen.

B

ist du hier Zuhause?

In meiner Wohnung, ja. Außerhalb der eigenen vier Wände: nein. Manchmal gehe ich mit Aiden in den Park und dann sehe ich manche Leute, die ihren Kindern verbieten mit ihm zu spielen – wegen seiner Hautfarbe oder meiner. Wie kann ich mich hier jemals Zuhause fühlen, wenn einem die Menschen so begegnen? Mit Rassismus gegen mich selbst kann ich umgehen, aber bei meinem Kind? Niemals.

K

annst du mir drei Dinge nennen, die du an Deutschland magst?

(Er lacht) Autobahnen, das Gesundheitssystem und die Omas. Die Großmütter hier sind besonders lieb und nett.

D

ein letztes Wort für heute? Change is gonna come!

Foto: Abdul Rahman Takleh

Hier geht’s zum gleichnamigen Song von Sam Cooke per QR-Code: https://www.youtube.com/watch?v=wEBlaMOmKV4

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Living as a black guy in Zwickau: „Change is gonna come“ By Nazgol Nicole Farhadi

I

t was in May when the internet broke over the news about a black man being killed by a policeman in front of a camera in the USA. At the same time I was working on my article for the new edition of «grenzenlos» and I was looking for someone from the black community in Zwickau. I wanted to know what they think, not only about what had happened in the USA, but also about topics such as immigration, coexistence and what they want to achieve in Germany. My husband told me about a cool black colleague who is very active and positive, just a guy everybody in their company loves. He said if I want he would ask his colleague to do an interview with me. And that is how I got to know Adeem. I invited Adeem and his son Aiden to the Mütterzentrum and on a Wednesday afternoon we sat down for a chat. „My father is the king of a tribe in Nigeria. Being born in a royal family comes with restrictions and considerations. As a royal I was always served and recognized; but I never liked living a fake life, I wanted to do what I wanted to and be independent. Thats why – no matter how difficult once my life was in Germany – I made it through. Because it was my own choice.“ Adeem From Nigeria to the United States of America, then to the Netherlands and finally to Germany – that is Adeems life in one short sentence. Adeem told us he comes from a family of eight and how they all moved to America after the divorce of his parents. He grew up in America and studied bank management at the New York University and worked in this field for many years.

T

ell me, how did you come to Zwickau?!

I met Aiden’s mom in Amsterdam, where I lived for six years with my brother who owns a restaurant there. She didn’t want to move to the Netherlands because of her family ties, she is from Zwickau. So I decided to move to Germany, raise my child and to see if a relationship would work between her and me. That’s how I landed in Zwickau.

H

ow different was Zwickau in comparison to the places you were used to?

Completely different! The first year was the most difficult, I stayed only indoor. Along with the change in my lifestyle I had to take care of my kid, too. Aiden’s mom and I separated after one year and I had to learn doing everything by myself. Cleaning, cooking, changing diapers, controlling fever, feeding etc. My mother and I were on Facetime 24/7. She taught me how to be a father and a mother at the same time.

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Aiden is the joy of my life, he gives me the feeling that now I have my own family and I am so proud of him. Financially I survived on my savings that I had from Amsterdam, paying for everything without working. Later on I worked at the Espitas restaurant for a while and I really enjoyed it but had to quit because I had no weekends off to spend time with my son. Then I started working as a temporary worker and finally got an offer from SNP company. The boss liked me and offered me a position. I am the only black guy between 4000 employees.

D

uring your years living in Zwickau have you ever faced any form of racism?

Oh! yeah! From a drunk guy throwing a can of beer at me to the police who stopped me just because I was driving an Audi TT! The police officer called me a ‚Nigger‘ in my face and accused me of being a drug dealer. Just because a black guy was driving a nice German car. In my opinion in Germany, or better say East Germany, racism against the black community is stronger than in the USA. In America there are so many of us, and we look after each other, but here we are not that many, therefore we are noticeable and people here have a wrong idea about us.

W

hat do you think of the Black Lives Matter movement?

I believe it is important to raise your voice against any injustice you see, not only when it is against your community. People are shot, bombed and killed every day in every corner of the world. Protest should be clear and consistent otherwise it has no influence.

H

ow do you personally deal with racist interactions? Does it affect you and your life in any way?

I try to forgive but not to forget. I was born in a family with a lot of love, not hate and I try to be positive. I come from a wealthy family and I am always recognized when I go back to Nigeria. That is why sometimes I wake up in the morning and I ask myself what the hell are you doing here? But then I see my son and how he gives me motivation to go forward and make the world a better place for him.

D

o you feel at home here?

In my house, yes. But other than that: no. Sometimes I take Aiden to the park and I see some people don’t allow their kids to play with him – just because of his skin color or mine. How could I ever feel at home with such behaviors? I can handle racism against myself but against my child? Never.

C

an you name three things you like about Germany?

(He laughs) highways, the healthcare system and ‚omas‘! The grandmothers here are extra kind and nice.

A Foto: Abdul Rahman Takleh

nd your last word for today? Change is gonna come!

I can handle racism against myself but against my child? Never. Adeem Click here for the song of the same name by Sam Cooke via QR-Code: https://www.youtube.com/watch?v=wEBlaMOmKV4

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Ich hab doch nur geniest

Foto: Alexas auf Pixabay

von Hani Fard

A

lles begann mit zwei Niesern. In der Regel niese ich viermal am Tag. Dieses Niesen ist für mich wie eine Uhr. Jeden Morgen nehme ich nach dem Aufwachen ein Bad und trinke dann eine Tasse Tee oder Kaffee. Während ich mich fertig mache, um zur Arbeit zu gehen, muss ich ein erstes Mal niesen, meistens beim Schuhanziehen. Wenn ich im Auto ein erstes Mal niese, heißt das, ich bin früh aufgestanden; passiert es jedoch im Bett, muss ich mich beeilen und mir dann auch noch eine Begründung für mein Zuspätkommen ausdenken. Jedenfalls im Iran war das leider so. Das zweite Niesen kommt etwa gegen acht Uhr, eine Stunde vor dem Frühstück.

E

ines Tages auf Arbeit sagte mein Kollege daraufhin ziemlich schnell und lautstark: „Corona!“ Da „kleine“ deutsche Wörter für uns sehr nützlich sind, weil wir Ausländer uns solche umgangssprachlichen Worte einprägen und sie auch verwenden, um unsere Deutschkenntnisse zu demonstrieren, habe ich mir das Wort „Corona“ sofort eingeprägt und es mehrmals wiederholt, um es nicht zu vergessen. Ich war davon überzeugt, dass es die gleiche Bedeutung hätte wie „Gesundheit“, nur eben etwas vornehmer. „Hallo“ und „Grüß dich“ sind ja auch synonym, aber es kommt auf die Situation an, welches Wort man benutzt. An diesem Tag ging ich nach der Arbeit in einen Laden, um meine täglichen Einkäufe zu erledigen. Alles war wie immer, auch dieses lächerliche Tor, das plötzlich laut piept, woraufhin alle Leute im Laden zu mir schauen und die Kassiererin wieder lachend sagt, das sei falscher Alarm. Doch diesmal war etwas anders und das war interessant: Alle kauften sehr viel Klopapier!

I

M

Was für ein Wort ist dieses „Corona“, ein Wort mit vielen verschiedenen Bedeutungen?

an bedenke: Ich komme aus dem Iran und dort gibt es eine Regel: Man soll ohne Nachzudenken das kaufen, was andere kaufen, denn schon morgen wird sich der Preis dafür verdoppelt haben! Demzufolge kaufte ich jede Menge Klopapier, obwohl es nicht auf meiner Einkaufsliste stand. In der Warteschlange an der Kasse nieste plötzlich eine vor mir stehende ältere Frau. Ich sagte mir, Hani, schau mal, was für ein Glück du hast, ein erst heute gelerntes Wort kannst du heute schon verwenden. Wie schön ! „Corona“ sagte ich laut und vernehmlich. Ich wusste nicht, was passieren wird, meinte aber, die Frau könnte doch wohl „Danke“ sagen. Sie sagte aber nichts, sondern schaute mich nur böse an. Alle Leute in der Warteschlange schauten mich böse an, sogar die nette Kassiererin. Vielleicht hätte ich mehr üben sollen.

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ch hatte geglaubt, mit Glück ein Wort am selben Tag, an dem ich es gelernt hatte, anwenden zu können. Denn meist ist es so, dass Wochen vergehen, bis eine Gelegenheit kommt, ein neu gelerntes Wort zu verwenden. Ich ging nach Hause und nahm mir vor, im Internet die Bedeutung dieses Wortes herauszufinden. Vor meiner Haustür stieß ich auf eine seltsame Szene: Der Nachbar aus dem ersten Stock war gerade dabei, eine unglaubliche Menge an Konserven und anderen Lebensmitteln aus seinem Auto zu laden und ins Haus zu tragen. Ich ging zu ihm, begrüßte ihn und bot ihm meine Hilfe an. Daraufhin drückte er mir eine Kiste mit Fisch, Obst und Konserven in die Hand. Ich wunderte mich, dass jemand, der bis gestern noch beim Bau arbeitete, nun plötzlich beschlossen hatte, ein Lebensmittelgeschäft zu eröffnen. Wie ist das möglich? Das fragte ich ihn und wieder war die Antwort: „Corona“.

I

ch bedankte mich und ging die Treppe hoch in meine Wohnung. Wie immer ordnete ich meine Haare, in der Hoffnung, dass meine Frau wie jeden Tag die Tür mit einem Lachen öffnete um mich zu umarmen und zu küssen. Sie öffnete die Tür, ich öffnete meine Arme – aber sie umarmte mich nicht, sondern sagte nur: „Corona“. Ich wurde nun nervös und bat sie, mir umgehend die Bedeutung dieses mysteriösen Wortes zu erklären. Wie ist es möglich, dass ein einziges Wort so viele verschiedene Bedeutungen haben kann? Und warum höre ich es von so vielen Menschen an einem einzigen Tag?


V

ielleicht eine Stunde brauchte ich, um die Tiefe der Tragödie zu verstehen und die Bedeutung dieses Wortes zu begreifen. Ich verfolgte die Fernsehnachrichten und sah, dass in Italien die Supermärkte leer waren. Niemand hatte Derartiges erwartet und auch wir mussten nun lernen, ohne Dinge auszukommen, die wir bisher gewohnt waren, überall kaufen zu können. Meine Frau erzählte mir, dass es in vielen Ländern nichts zu kaufen gibt und die Geschäfte leer sind. Trotz Polizeipräsenz schlugen dort die Menschen die Scheiben der Läden ein, um Lebensmittel und andere Güter zu plündern.

I

ch wollte meine Frau beruhigen, doch musste ich zuerst mich selbst beruhigen. Bisher dachte ich, dass nur Diktaturen die Welt ins Chaos stürzen können. Nun aber wurde mir klar, dass es noch Schlimmeres gibt als Diktaturen. Vielleicht war es das Beste, meine Frau daran zu erinnern, woher wir kamen, wie und warum wir nach Deutschland gekommen sind. Vielleicht fühlt sie sich besser, wenn sie sich daran erinnert, dass wir schon in unserer Heimat gelernt haben, mit schwierigen Situationen umzugehen. In unserer Heimat im Iran sind die Menschen seit langem dabei, zu demonstrieren, zu streiken oder auf andere Art ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen. Wenn beispielsweise der Benzinpreis sich über Nacht verdreifacht, gehen die Menschen auf die Straße und protestieren und es wird der Ausnahmezustand verhängt. Die Erfahrungen, die wir im Iran machten, haben uns gelehrt, auch unter schwierigen Bedingungen auszuharren.

E

rst waren es ein paar Tage, die wir mit strengen Regeln verbringen mussten; nun sind es bereits mehrere Monate. Das tägliche Tragen der Maske, die Benutzung desinfizierender Mittel (Menschen auf der ganzen Welt sehen aus wie Chirurgen) bis hin zur vorgeschriebenen Benutzung eines Einkaufswagens, selbst wenn man nur eine Flasche Wasser kaufen will…

V

iele von uns mussten zu Hause bleiben und entdeckten plötzlich Dinge, die sie nie zuvor gesehen hatten. Oder das Kind meines Bruders: Es benutzte immer den Laptop seines Vaters; er musste ihn ihm wegnehmen, damit er sich seinen Lehrbüchern widmete, um ein wenig für die Schule zu lernen. Nun jedoch muss er seinen Sohn bitten, die Bücher wegzulegen, um ein wenig online zu lernen… Erst Jahre später werden wir merken, welche Konsequenzen unsere Zeit hat; z.B. wird uns die Geburt vieler Kinder im nächsten Jahr erinnern an die Zeit der Quarantäne im Jahr 2020. Foto: Abdul Rahman Takleh

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‫چ‬

‫قدر کلمه ی عجیبی میتونست باشه این کرونا یک کلمه با‬ ‫معنی های مختلف بازم گفتم دانکه از پله ها رفتم باال به سمت‬ ‫خونه خودم‪ .‬طبق معمول زنگ زدم و یه دستی به موهام کشیدم تا‬ ‫همسرم با اون خنده های همیشگی در رو باز کنه همدیگرو تو بغل‬ ‫بگیریم و همو ببوسیم‪ .‬همسرم در رو باز کرد من داشتم دستام رو‬ ‫باز میکردم که تو بغلم بگیرمش که اونم گفت کرونا و بغلم نکرد‪.‬‬

‫خیلی عصبی شده بودم و بالفاصله ازش خواستم معنیه این‬ ‫کلمه مسخره رو به من بگه‪ .‬مگه میشه آدم یک کلمه رو با سه تا‬ ‫معنی مختلف اونم فقط تو یک روز آدمای مختلف بشنوه‪.‬‬ ‫یک ساعتی طول کشید که با توجه به توضیحای همسرم و‬ ‫دنبال کردن اخبار تلوزیون با عمق این فاجعه آشنا شدم‪.‬‬

‫ت‬

‫وی اخبار دیدم که توی ایتالیا سوپر مارکت ها از مواد غذایی خالی‬ ‫شده و یک سری چیزای معمولی که تا االن اصلن فکر نبودنش رو هم‬ ‫نمیکردی االن نمیتونی خریداری کنی و باید یاد بگیری بدون اونها سر کنی‪.‬‬ ‫همسرم توضیح میداد که تو خیلی از شهر ها حکومت نظامی‬ ‫شده هیچی برای خرید گیر نمیاد و فروشگاه ها خالی شده‬ ‫حتی توی یکی دوتا کشور مردم شیشه ی چندتا فروشگاه رو‬ ‫شکونده بودن تا مواد غذایی و دستمال و این چیزا بردارن‪.‬‬ ‫باید سریع آرومش میکردم اما اول از همه خودم باید آروم میشدم‪.‬‬

‫م‬

‫ن تا این لحظه فقط فکر میکردم لعنتی ترین و عجیب ترین چیزی‬ ‫که میتونه همه ی دنیا رو توی چند ساعت اینجوری به هم بریزه‬ ‫کاری کنه که تمام نظم دنیا به هم بخوره ترامپه اما االن فهمیده‬ ‫بودم یه چیز لعنتی تر از ترامپ هم توی این دنیا هست‪.‬‬

‫ش‬

‫اید بهترین جمله برای آروم کردن همسرم این بود‬ ‫که بهش یاد آوری کنم ما از کجا اومدیم‬ ‫همین که یادش میومد که ما از کدوم کشور اومدیم و یادش میومد که ما‬ ‫به اندازه ی کافی برای این شرایط سخت تمرین داریم قطعن حالش رو‬ ‫بهتر میکرد سالهاست توی مملکت ما مردم برای مقابله با نظام شیشه‬ ‫ها فروشگاه های دولتی رو میشکونن و اجناسشو میندازن توی خیابونا یا‬ ‫مثلن وقتی که بنزین یک شبه قیمتش سه برابر میشه مردم برای گرفتن‬ ‫حقشون و اعالم مخالفت توی خیابون ها میان و بعدش حکومت نظامی‬ ‫اعالم میشه و خیلی از این مراحل سخت دیگه که ما همه ی اونهارو بارها‬ ‫تو ایران تمرین کردیم و استقامتمون رو در شرایط سخت باال بردیم‬

‫چ‬

‫ند روزی با همین وضعیت گذروندیم با کلی قوانین عجیب‬ ‫غریب که به تازگی باید همشون رو رعایت میکردیم و‬ ‫االن حدود ‪ ۶‬ماهه که داریم باهاشون سر و کله میزنیم‬ ‫از زدن هر روزه ی ماسک و استفاده از ژل ضد عفونی کننده که به همه‬ ‫ی مردم جهان اجازه داد تا حداقل چند روزی توی ژست جراح ها باشن‬ ‫گرفته تا برداشتن اجباری سبد خرید حتی برای خرید یه آب معدنی‬ ‫خیلی ها اینقدر تو خونه بیکار بودن که قسمتایی از خونه رو کشف کردن‬ ‫که تا حاال حتی ندیده بودن یا مثلن بچه ی برادر من که همیشه باید به زور‬ ‫تبلتش رو ازش میگرفتن و کتاب های درسیشو بهش میدادن تا یه کم درس‬ ‫بخونه و بازی کردن با تبلت و کنار بذاره االن باید دوباره کلی ازش خواهش‬ ‫کنن که کتاباشو کنار بذاره و تبلتش رو برداره و یه کم آنالین درس بخونه‪.‬‬

‫و‬

‫خیلی چیزهای دیگه که سالها بعد لمسش خواهیم کرد مثل‬ ‫به دنیا اومدن تصاعدی کلی بچه که همشون تاریخ تولداشون‬ ‫سال ‪ ٢۰٢١‬همزمان با یادبود همین روزهای قرنطینست‬

‫ش‬

‫اید قبل از اومدن کرونا هممون کلی آرزوهای کوچیک و بزرگ‬ ‫داشتیم که االن با وجود کرونا نمیتونیم بهشون برسیم و شاید این‬ ‫اولین باری باشه که میلیون ها آدم توی دنیا همگی یه آرزوی مشترک‬ ‫دارن اونم از بین رفتن کرونا و عادی شدن دوباره شرایط زندگی هستش‬

‫‪Foto: Abdul Rahman Takleh‬‬

‫‪30 grenzenlos‬‬


‫همه چی از دو تا عطسه رشوع شد ‪.‬‬ ‫هانى فرد‬

‫م‬

‫ن روزانه ‪ ۴‬بار سهمیه ی عطسه کردن دارم‪.‬‬ ‫این عطسه ها برای من مثل یک ساعت عمل میکنند‪ .‬مثلن‬ ‫همیشه صبح ها از خواب که بلند میشم حمام میکنم یک چای یا‬ ‫یک قهوه میخورم وقتی آماده میشم تا برم به محل کارم همزمان‬ ‫با پوشیدن کفشهام اولین عطسه رو میکنم حاال به راحتی میتونین‬ ‫حساب کنین اگر من این عطسه رو داخل ماشین بکنم یعنی یه کم‬ ‫زود راه افتادم و اگر توی رختخواب عطسه کنم یعنی که باید تمرکز‬ ‫کنمو سریع یه دلیل قانع کننده برای دیر رسیدنم به سرکار پیدا کنم‪.‬‬ ‫دومین عطسه حدودن ساعت ‪ ٨‬صبحه تقریبن‬ ‫یک ساعت مونده به وقت صبحانه‪.‬‬

‫ی‬

‫ک روز توی محل کارم بالفاصله بعد از عطسه دوم همکارم سریع و بلند‬ ‫گفت کرونا‪.‬منم گفتم دانکه‪ .‬از اونجایی که کلمات کوچک آلمانی خیلی‬ ‫به درد ما میخوره و ما خارجیا میتونم با استفاده از این کلمات محاوره ای‬ ‫کوچیک تبهر خودمون رو توی زبان آلمانی نشون بدیم ؛ من بالفاصله این کلمه‬ ‫رو حفظ کردم چندبارم تکرارش کردم که از یادم نره قطعن همون معنیه عافیت‬ ‫باشه رو میداد ولی یه کم ماهرانه تر مثلن مثل سالم و گروسه دیش این دوتا‬ ‫کلمه تقریبن با هم هم معنی اند اما اینکه یه جا بگی سالم کجا و اینکه یه جا که‬ ‫وارد میشی بگی گروسه دیش کجا‪ .‬خالصه که اون کلمه رو سریع حفظ کردم‪.‬‬

‫ا‬

‫ون روز بعد از ساعت کاری رفتم فروشگاه تا طبق‬ ‫معمول کمی خرید کنمو برم خونه‬ ‫همه چیز مثل روزای قبل بود توی فروشگاه حتی این گیت‬ ‫مسخره که من هر وقت از جلوش رد میشم بوق میزنه و کل‬ ‫فروشگاه من و چپ چپ نگاه میکنن تا اینکه خانوم صندوق دار‬ ‫دوباره با خنده بگه این یه فالشه آالرمه آلس گود آلس گود‬ ‫اما چیزی که جالب بود این بود که هر کسی توی فروشگاه‬ ‫بود کلی هم دستمال کاغذی خریده بود‬ ‫منم با توجه به این که از ایران اومدم و تو ایران یه قانون حکم فرماست‬ ‫که هر چی رو دیدی همه میخرن تو هم سریع بخر و مطمئن باش فردا‬ ‫قیمتش دوبرابر میشه بدون اینکه فکر کنم یا اصلن دستمال توی لیست‬ ‫خریدم باشه ‪ ١۰‬بسته دستمال برداشتم توی صف صندوق ناگهان یه خانوم‬ ‫پیر جلوی من عطسه کرد‪ .‬به خودم گفتم نگاه کن که چقدر شانس آوردی‬ ‫همین امروز یه کلمه یاد گرفتی و همین امروز هم میتونی استفادش‬ ‫کنی بالفاصله بعد از اون عطسه ی هولناک بلند و رسا گفتم کرونا‪.‬‬

‫ن‬

‫میدونم حتمن یه چیزی رو جابجا گفتم بودم چون اون خانوم دانکه‬ ‫که نگفت هیچی کلی هم من رو چپ چپ نگاه کرد باقی کسایی هم‬ ‫که تو صف بودن حتی خانوم صندوق دار هم خیلی بد نگاهم کردن‬ ‫باید بیشتر تمرین میکردم قبول دارم که این خیلی خوش شانسیه که‬ ‫یک کلمه رو همون روزی که یاد گرفتی استفاده کنی چون بعضی وقتا‬ ‫یه کلمه رو یاد میگیری و هفته ها ازش میگذره و موقعیتی پیش نمیاد‬ ‫که ازش استفاده کنی و کمکم به فراموشی سپرده میشن اما وقتی‬ ‫که یک کلمه رو همون روز یادگرفتی و همون روز میخوای استفادش‬ ‫کنی باید مطمئن باشی که خیلی پرفکت این کلمه رو بیان کنی‪.‬‬

‫ا‬

‫ز فروشگاه اومدم بیرون و با خودم گفتم خونه که برسم‬ ‫معنیه این کلمه رو توی اینترنت در میارم‬ ‫رسیدم جلوی درب خونه و با یه صحنه ی خیلی عجیب مواجه شدم‪.‬‬ ‫همسایه طبقه ی اول رو دیدم با کلی کنسرو و مواد غذایی که داشت تند‬ ‫تند از ماشینش خالی میکرد و میبرد توی خونه دویدم بهش سالم کردم‬ ‫گفتم میخوای کمکت کنم گفت پس لطفن اون تن ماهی ها رو از توی‬ ‫ماشین بیار نگاه کردم دیدم یک کارتن بزرگ هم تن ماهی و کلی میوه و‬ ‫نوشیدنی هم خریده با کلی کنسرو دیگه برام تعجب آور بود کسی که تا دیروز‬ ‫کارش ساختمان بوده چطور یک روزه تصمیم گرفته فروشگاه مواد غذایی‬ ‫باز کنه ازش همین سوال رو پرسیدم که اون تو جواب گفت کرونا‪...‬‬

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Foto: Abdul Rahman Takleh

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Interkulturelle Woche (IKW) 2020 im Landkreis Zwickau

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as Isolation bedeutet, haben durch Covid-19 viele Menschen selbst erfahren. Für Geflüchtete und Menschen mit Migrationsgeschichte ist dieses Außenvor-Bleiben oft schon seit Jahren Normalzustand. Die bundesweite IKW will unter dem Motto: Zusammen leben, zusammenwachsen“ ein Zeichen gegen diese Ausgrenzung setzen, zum Abbau von Vorurteilen beitragen und das Gemeinsame betonen. Sie findet bei uns vom 2. September bis 8. November statt. Alle Veranstaltungen finden Sie unter: www.interkulturellewoche.de

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n unserem Landkreis sind trotz der schwierigen Situation beinahe genauso viele Veranstaltungen geplant, wie im vorangegangenen Jahr. Das zeigt, dass gemeinsames Wachsen, solidarisch leben und sich nicht entmutigen lassen, auch unter schwierigen Bedingungen möglich ist. Die Auftaktveranstaltung findet am 25. September 2020 im Stadttheater Glauchau statt. Präsentiert wird dort das Musikprojekt: “Vielfalt und Toleranz“ mit dem Album „ Farbklang“ https://youtu.be/j5nuLttxq00

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Impressum Herausgeber SOS-Kinderdorf Zwickau Mehrgenerationenhaus Kolpingstraße 22 Zwickau 08058 V.i.S.d.P. H.M.Engelhardt

Vielen Dank für die Unterstützung durch

bei unserem Magazin für alte und neue Nachbarn in Zwickau, Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete, mit und ohne journalistische Kenntnisse.

Redaktion Khalid Sannaa Iman Khandash Hani Fard Pegah Khazeipoul Dara Servatian Nicole Nazgol Farhadi Abdul Rahman Takleh Eugenia Varenko Elena Stepanova Aicha Bensaid

Treffen jeden Mittwoch 16 bis 18 Uhr Mütterzentrum/Mehrgenerationenhaus Zwickau Kolpingstraße 22, 08058 Zwickau Kontakt: 0375 390250 oder magazin.grenzenlos@posteo.de Redaktion: grenzenlos

Come and join us ! to write a multilingual magazine for neighbors in Zwickau, Refugees, Settled, Natives – with and without journalistic knowledge

Koordination und Projektleitung Susanne Hartzsch-Trauer Journalistische Beratung Claudia Drescher Layout & Grafik Iman Khandash Satz und Druck Thomas Milverstädt, TMDESIGN Zwickau Bildnachweis Bei allen Fotos und Grafiken erfolgt die Urhebernennung direkt am Bild Auflage 1000 Stück, gedruckt in Deutschland Verbreitungsgebiet Zwickau Übersetzungen Sprach- und Kulturmittlerdienst Zwickau Tran Thi Tu Anh Pegah Khazeipoul Tatyana Decker Claudia Drescher Thi Thao Quyen Ngyen Nicole Nazgol Farhadi

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Einladung zum Mitmachen !

Preis «grenzenlos» ist kostenlos Erscheinungsjahr September 2020 Kontakt Redaktion «grenzenlos»mz-zwickau@ sos-kinderdorf.de Telefon: +49(0)375 390250

Meeting Every Wednesday 4 to 6 pm

! ‫دعوة لإلنضمام‬ ‫في مجلتنا للجيران القدامى والجدد‬ , ‫في زفيكاو‬ , ‫الالجئين وغير الالجئين‬ ‫بمعرفة صحفية أو بدون‬ ‫نجتمع كل يوم أربعاء‬ ‫ مساء‬6‫ إلى‬4 ‫من الساعة‬


Das Team von «grenzenlos« Khalid Sannaa

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ebt seit fünf Jahren zusammen mit seiner Frau Iman in Deutschland. Der 35-Jährige ist studierter Elektroingenieur und stammt aus der syrischen Stadt Idlib.

Nicole Nazgol Farhadi

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ebt seit drei Jahren mit

ihrem Mann in Deutschland

und ist Architektin. Die 32 Jährige kommt aus Kanada, wurde aber im Iran geboren.

Hani Fard

Iman Khandash

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ebt seit fünf Jahren mit ihrem Mann Khalid in Zwickau. Die 31-Jährige kommt aus Aleppo, wo die Grafikdesignerin zuletzt an der Universität als Dozentin für Kunst tätig war. In Zwickau waren ihre Kunstwerke bereits in einer Ausstellung zu sehen.

Abdul Rahman Takleh

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ebt seit vier Jahren in Zwickau und Leipzig. Der 29-Jährige stammt aus Damaskus, wo er Computeringenieurwesen studierte. Arbeitet jetzt bei der DB Netz AG.

Pegah Khazeipoul

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Eugenia Varenko

Elena Stepanova

ebt seit 26 Monaten in Deutschland. Der 32-Jährige war in der iranischen Hauptstadt Teheran als Bauingenieur tätig.

ebt seit 26 Monaten in Deutschland. Die 34-Jährige ist studierte Elektroingenieurin, ihre Heimat ist die iranische Stadt Teheran.

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S

Wald. Ihr Ziel: Sächsisch

Zivilrecht an der Uni. Besonders

ebt seit 9 Monaten in Zwickau. Sie schwimmt

gerne und spaziert im

chon fast ein Jahr in Zwickau, das ihr gefällt. In ihrer Heimat

arbeitete sie als Dozentin für

gut zu verstehen.

liebt sie Chow-Chows.

Aicha Bensaid

Dara Servatian

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urde in Tunesien geboren und lebt seit fast drei Jahren in Zwickau. Sie hat Lebensmitteltechnologie studiert. Die 26-Jährige würde sich gern in der Freiwilligenarbeit engagieren.

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Susanne Hartzsch-Trauer

Claudia Drescher

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tammt aus dem Vogtland und lebt seit 1982 in Zwickau. Die 58-Jährige gründete 1991 zusammen mit weiteren Mitstreiterinnen das heutige Mehrgenerationenhaus des SOS-Kinderdorfs Zwickau.

am vor acht Jahren nach Deutschland. In seiner Heimat in der iranischen Stadt Teheran war der 43-Jährige als Wirtschaftsingenieur tätig .

S

tammt ursprünglich aus Zwickau und lebt seit 2009 wieder in der Stadt. Die 36-Jährige ist als freie Journalistin und Übersetzerin für die Sprachen Englisch und Portugiesisch sowie Texterin und Autorin als Autorin tätig. grenzenlos

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Foto: Abdul Rahman Takleh

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