ES GEHT DOCH NICHTS ÜBER DEN SCARPIA!
SPITZENREITER SCARPIA Vieles muss naturgemäß hier ausgeklammert bleiben, will man dem Thema einigermaßen die journalistische Todsünde des Ausuferns ersparen. Erwähnt sei daher nur als künftige Anregung zu tieferer Auseinandersetzung die Wollust im Tanz und in der Tanzmusik, die Wollust des Jazz, der gesamten Popmusikkultur, des Rock usw. – Trotzdem, diesbezüglich möchte ich ihm am Schluss dieser Überlegungen die Treue halten: In der Lüsternheitsskala reichen sie alle an den Scarpia wahrscheinlich nicht wirklich heran.
NACH DER MORAL NOCH DAS FAZIT:
1. Der bewusste oder unwillkürliche Versuch eines Komponisten oder einer Komponistion, in seiner oder ihrer Musik Wollust auszudrücken, muss noch lange nicht von der Rezipientin/vom Rezipienten als solche wahrgenommen werden. 2. Die Wahrnehmung von Musik als wollüstig durch einen Menschen, muss noch lange nicht von einem anderen ebenso empfunden werden. 3. Ergo: Jedem seine eigene Wollust. Nicht nur, aber ganz besonders auch in der Musik!
»Braucht es ein Fazit?« heißt es in Stephen Sondheims nicht zuletzt auch die Wollust zentral thematisierendem Musical A Funny Thing That Happened on the Way to the Forum. – Gebraucht wird ein Fazit an dieser Stelle ganz und gar nicht. Dennoch seien eine paar, vermeintlich seriöse Lehren der Auseinandersetzung mit einem so spannenden Thema gezogen:
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