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2014 05 impuls

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Nicht „schwaches Geschlecht”, sondern sportliche Bullen! Das Eishockey-Team der Lady-Bulls reitet auf einer Erfolgswelle So etwas nennt man: Ziel übertreffen! Mit dem Vorsatz ins erste Meisterschaftsjahr gegangen, wenigstens einen Treffer zu markieren, holte das neu formierte Silzer Dameneishockeyteam drei Siege und landete damit auf Anhieb auf Platz drei des internationalen Damen-Alpencups! Erwin Althaller, der Sportliche Leiter des traditionsreichen Silzer Eishockeyvereins – genannt die Bullen - ist ein alter Fuchs. Nicht nur, dass er vor mittlerweile gut zwanzig Jahren in der Inntaler Gemeinde den Bau der Kunsteisanlage anschob und seitdem für die sportlichen Geschicke des Vereines verantwortlich zeichnet, der engagierte Langzeitfunktionär ist auch ein Frauenversteher. Und weil der Erwin ein Frauenversteher ist, sagte er im Winter 2013 auch zu einigen treuen Zuschauerinnen nicht, er möchte gerne ein Damenteam installieren, sondern, man könne an einem „Juxturnier“

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25. März 2014

in Telfs teilnehmen. Althaller „fütterte“ also „an“, könnte man spaßhalber in ein wenig abgewandelter Form sagen. Jedenfalls meldeten sich ob des „Spaßes“ acht treue Zuschauerinnen. Die Clique, Freundinnen, die seit rund zehn Jahren gerne Eishockey schaut, stemmte sich bereits bei ihrem ersten Auftreten vehement gegen drohende Niederlagen – hatte also offensichtlich das Silzer Bullen-Gen 1:1 übernommen! Von da an war es nur mehr ein kleiner Sprung zur Gründung des Damenteams, das nun aus 15 Mädls im Alter zwischen 14 und 26 Jahren besteht. Eine der Initiatorinnen ist Lisa Randolf. Die Neo-Lehrerin hat auch am Eis eine tragende Rolle und fungiert dort als 2. Kapitänin. Sie erklärt: „Auch wenn bei den Damen Body-Checks verboten sind, man braucht nicht glauben, dass es bei uns nicht auch den einen oder anderen blauen Fleck abgibt.“ So ein Stockschlag ist schnell einmal passiert – und auch Zeitstrafen sind

im Reglement vorgesehen. Von wegen schwaches Geschlecht! Denn vor dem Kritisieren sind auch die Damen nicht gefeit und so geht’s auch bei den Lady-Bulls auf die Strafbank! Gespielt wird im Gegensatz zu den Männern aber mit einem Vollvisierhelm. Sind doch fehlende Schneidezähne, wie sie bei männlichen Cracks mitunter einem Ritterschlag gleichen, im weiblichen Antlitz nicht unbedingt erstrebenswert …

Die weibliche Note der Bullen Klar, dass die Lady-Bulls mittlerweile auch ihre eigene Note in den Verein gebracht haben. Zunächst mit einer alten Vereinsausrüstung unterwegs, „müffelten“ die Handschuhe und Helme der meist alten Kindersachen in den Nasen der Damen zu sehr, sodass sie sich um eine neue Ausstattung umsahen. Lisa Randolf: „Ich bedanke mich im Namen des Teams bei Daniela`s mobiler Fußpflege und beim Abschleppdienst Feuchter

für die tolle Unterstützung. Neue Softshelljacken kamen von Astri und nachdem die neue violettpink-weiße Dress auch optisch was hergibt, haben sich bekleidungstechnisch die Wünsche der Damen also bereits erfüllt. Bleibt noch die offene Frage nach dem Wunsch eines „Duschvorhanges“ in der Kabine. Randolf: „Das war das erste, worum wir den Verein baten. Mittlerweile hat sich aber auch dieses Problem gelöst, nachdem wir die Kabinentür zusperren können. Und wie haben die Jungs im Verein die neuen Vereinsmitglieder aufgenommen? Bei einigen sind wir zwar nicht die Bullen, sondern die „Bouletten“, lacht die 24-Jährige. Diese Bezeichnung sei an und für sich nicht gerade eine Auszeichnung, weil sie Norddeutsch für „Fleischlaibchen“ stehe, „wir sind da aber nicht so“, sagt sie. „Auch wenn wir uns selbst als kampfeskräftige Bullen sehen.“ (best)


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