MIS MAGAZIN 01/22

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Finden Sie Ihr neues Zuhause!

5.Eröffnung Mai 2022

Sie wollen unabhängig leben und dennoch Sicherheit geniessen? Sie mögen Ihre eigenen vier Wände, sind aber trotzdem gerne Teil einer liebevollen Gemeinschaft? Sie haben lange genug alleine gekocht und schätzen das Essen in gesellschaftlicher Atmosphäre?

Dann sind Sie bei uns richtig! Finden Sie in der Senevita Dorfmatt -- im Herzen von Münsingen -- Ihr neues Zuhause.

Wir bieten hohe Wohnqualität, ganzheitliche Pflege und eine ausgezeichnete Gastronomie. Die nah gelegenen öffentlichen Verkehrsmittel garantieren flexible Mobilität und diverse Einkaufsmöglichkeiten sowie Grünzonen sind in Gehdistanz erreichbar. Das Wohnumfeld der Senevita Dorfmatt bietet ideale Voraussetzungen, um einen selbstbestimmten Alltag zu gestalten.

Sind Sie interessiert? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme per E-Mail an dorfmatt@senevita.ch oder telefonisch unter 031 828 04 00.

Senevita Dorfmatt

Dorfmattweg 2, 3110 Münsingen, Telefon 031 828 04 00 dorfmatt@senevita.ch, www.dorfmatt.senevita.ch

IMPRESSUM

Herausgeber

Weber Verlag AG

Annette Weber-Hadorn

Gwattstrasse 144, 3645 Thun / Gwatt Telefon 033 336 55 55 redaktion@mis-magazin.ch mis-magazin.ch

Redaktionsteam

Daniela Dambach (Chefredaktorin)

Bettina Ogi (Art Direction)

Fabienne Righetti (Kundenberaterin, Marketing) Werbung und Beratung

Fabienne Righetti, Telefon 033 336 55 55 inserate@mis-magazin.ch

Die Mediadaten sind zu finden auf mis-magazin.ch.

Auflage (Nr. 1, Frühling 2022) 50 000 Expl.

Erscheinungsweise

4 × jährlich. Die nächste Ausgabe erscheint am 29. Juni 2022.

Foto

Fotografinnen und Fotografen gemäss Quellenangabe oder stock.adobe.com

Druck

AVD GOLDACH AG, avd.ch

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4 Ausgaben für Fr. 48.–Schnupper-Abo:

2 Ausgaben für Fr. 24.–Bestellung: mis-magazin.ch, abo-service@mis-magazin.ch

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Medienpartner von

Cover

© Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa, Interlaken Foto: Tina Sturzenegger, Zürich

Liebe Leserin, lieber Leser

«Tue etwas Regenbogen an das, was du schreibst». Seit ich diesen Satz irgendwo im Blätterwald aufgeschnappt habe, begleitet er mich bestäubend, wenn ich Buchstabenwiesen ansäe.

In der wachsenden Flut an betrüblichen Meldungen, so scheint mir, sollten wir auch «etwas Regenbogen» an das tun, worauf wir uns ausruhen, was wir essen oder womit wir uns kleiden.

Die Farben des Regenbogens schlagen eine Brücke zur Beschwingtheit, die es zu bewahren gilt, gerade im Wirrwarr der Weltstimmung. Richten wir den Blick bewusst oft genug auf das Beschauliche und Buntgetriebene, aus dem wir Optimismus schöpfen, der uns gut tut – und schliesslich auch dazu führt, dass wir anderen Gutes tun können. Es gilt als erwiesen, dass Farben durch die Abwechslung und die Sinnesstimulation das Gemüt erden.

Wie beispielsweise das Interieur das Innenleben beeinflusst, gibt Wohndesignexperte Mario Franz preis (S. 40). Für Gaumenfreuden sorgt die radikal lokale Speisepalette von Sternekoch Stefan Beer, die nach dem Genuss Kleckse wie Konfetti auf dem Tischtuch hinterlässt (S. 14). Und wie man sich kleidet, so «frühlingt» man sich: Neu, nuancenreich und nachhaltig – wie mit den Looks für Nomadinnen der Neuzeit, die Noële Nana Schaffner kreiert (S. 28). Ihr minimalistischer Mantel eignet sich sogar zum Baden, – sofern man das inmitten von Tannen tut: Die Ausflugstipps (S. 69) inspirieren dazu, die Wälder als Wanne der Wonne zu entdecken. Draussen findet man inneren Frieden, denn die Natur macht zum Frühlingsbeginn die Zeichen des Wachstums sichtbar mit kraftstrotzenden Knospen und Kunterbunt.

Viel Freude und Farb(über-)mut beim Ausfüllen Ihres «Regenbogens»!

Herzlichst

Daniela Dambach

Chefredaktorin

daniela.dambach@mis-magazin.ch

mis-magazin.ch facebook.com/mismagazin instagram.com/mis_magazin

Foto: Nadine Strub

An Schweizer Kraftorten inmitten von Tannen auftanken. 66 PERFEKT

WALDBADEN

Wie das Daheim das Daseinsgefühl prägt. Hier kehrt ein, wer sich gerne auf das Ausgiessen einlässt.

3

6 – 13

14 – 21

EDITORIAL

Von der Sehnsucht nach dem Bunten

NEWS & HIGHLIGHTS

Erlesenes aus der Schweiz in Endlosschleife

TITELSTORY

Das «Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa» im Umbruch: Die «Grande Dame» der Schweizer Luxushotellerie deckt zur Rundumerneuerung auf.

22 – 37

38 – 39

MODE & ACCESSOIRES

Wie man sich kleidet, so «frühlingt» man sich: Neu, nuancenreich und nachhaltig.

MEN’S WORLD

Langsichtige Lieblingsstücke von hier für Tragemutige.

40 – 47 HAUPTSTORY

Das Interieur widerspiegelt das Innenleben – und umgekehrt. Wie das gelingt, zeigt «intraform» seit über fünfzig Jahren.

48

– 57 WOHNEN

Das Zuhause mit farbenfrohen Akzenten verschönern und Aussenbereiche in wohnliche Rückzugsorte verwandeln.

58 – 59 TOOLS & TECHNIK

Flexibler Sparspass mit dem Plug-in-Hybrid

60 – 67 GENUSS & GASTRO

Lokale Leckerbissen für den frühen Abend und alle Stunden davor.

68 – 74 AUSFLUGSTIPPS

Beim Waldbaden und Velofahren gedeihende Gegenden erkunden.

Foto: Robert Gallmann

DER NEUZEIT

Noële Nana Schaffner kreiert Mode für weitsichtige Weltenbummlerinnen.

75 LESESTOFF

Ein Lebensgeschichten-Puzzle über Markus Traber, das bisher ungeahnte Teile offenlegt.

76 – 81 EVENTS & TERMINE

Es (er-)lebe der Frühling mit Mode, Handwerk, Kunst und mehr.

82 WETTBEWERBE

Preise, die das Leben bunter machen.

KÄSEABO: TAKE IT CHEEZY

Wer im Laden vor lauter Laiben den Liebling nicht mehr sieht, ist mit diesen Boxen besser bedient: Das Start-up «Cheezy» bringt Geniessern mit diversen Boxen die Schweizer Käselandschaft näher – «näher» heisst: direkt vor die Haustür! In individuellen Lieferintervallen erhält man ein Paket mit wahlweise cremigen, milden und aromatischen oder rezenten, länger gereiften und würzigen Sorten – mit Infos über Herkunft, Geschichte und Besonderheiten des Käses, den man gerade lächelnd kaut. cheezy.ch

ZUKUNFTSMUSIK: UNSICHTBARER PIANIST?

Die Hände halten eine Zeitschrift oder die Liebsten – und doch spielt die Musik vom Klavier her? Das Geheimnis liegt in «Steinway Spirio»: Das weiterentwickelte Selbstspielsystem ermöglicht es Musikliebhabern, das eigene Klavierspiel aufzunehmen, zu editieren und in all seinen Feinheiten hochaufgelöst in Live-Qualität wiederzugeben. Die Flügel des Traditionsunternehmens «Steinway & Sons», die Handwerkskunst und Technologie vereinen, sind erhältlich bei Musik Hug, Könizstrasse 1, Bern. musikhug.ch

SICH WEISS UND ROT FREUEN

… und sich dann grün und blau ärgern, wenn der letzte Tropfen ausgetrunken ist: Die Weine, die der Schweizer Luigi Carlini in den sonnigen Hügeln des Südpiemonts im «Val di Luna» produziert, haben zahlreichen internationalen Experten überzeugt. cappelletti.ch, valdiluna.ch

ZUERST PFF-PFF, DANN ZZZ-ZZZ Das Startup Levia bietet das Team für Tiefenentspannung: Zuerst ein wenig Raumspray in den beruhigenden Aromen Lavendel, Tonkabohne und Orange versprühen und dann unter die Gewichtsdecke schlüpfen, die mit leichtem Druck den erholsamen Schlaf fördern. leviadecken.ch

BLUT VERRÄT BEDÜRFNISSE

Personalisierte Nahrungsergänzung anstatt Giesskannenprinzip – so lautet die Formel des Start-ups «Loewi»: Mittels Bluttest und Fragebogen erhält man ein individuell abgestimmtes Nährstoffgranulat, dessen Wirkung sich durch wiederholte Bluttests via App tracken lässt. loewi.com

IN DIE VERLÄNGERUNG geht farbenfrohes Funkeln mit der «Colorstone»-Kollektion, wobei die vergoldete Halskette (Länge 42 cm) mit Karabinerverschluss und Zirkonias in den Nuancen des Regenbogens als stilvolle Siegerin hervorgeht. carat.ch

GESTAPELTE POWER

Dank hohem Proteingehalt haut einen der Alltag nicht in die Pfanne: Die Pancakes-Mischungen von «Foodspring», in den Geschmacksrichtungen Kokosnuss-Kakao und geröstete Mandel, mit Wasser oder Milch verrühren, goldbraun brutzeln und nährstoffreich in den Tag starten! foodspring.ch

Fr. 14.90
Fr. 21.–
Fr. 38.–
Fr. 34.–
Fr. 249.–
Fr. 119.–

EINLADUNG ZUM «TETATET»

VERBÜNDET MIT NACHHALTIGKEIT

Der formschöne Messingkarabiner mit Band aus Ziegenleder hält nicht nur alle Schlüssel beisammen, sondern auch die Werte von Umweltbewussten:

Das Berner Label «Marai» nutzt ausschliesslich natürliche, zirkuläre Materialien und produziert lokal. marai.ch

EIN MAHL ALLES RICHTIG MACHEN

Das gelingt mit der neuen Kaffeebohnenmischung «Terroir Bolivien»: Die limitierte Fairtrade-Edition, biologisch in Bolivien produziert durch eine Kooperative, hinterlässt mit Aromen von gerösteten Haselnüssen, Karamell und Steinfrüchten ein seidiges Mundgefühl. roesterei.be

DIE KÜCHE AUFRÖSTEN

Aufrüsten für den Alltag voller Kaffeedurst: Das neue, formschöne Modell «Click Pro» aus der Linie der «FlyTek©»-Pad-Kaffeemaschinen verfügt über Vorteile wie eine elektronische Vordosierung, einen Tassenwärmer und einen leistungsstarken Dampfkessel. roesterei.be

und dieses vertrauliche Zwiegespräch, das Stelldichein, kann überall dort stattfindet, wo es einen Tisch gibt: Denn die tragbare LED-Tischleuchte «Tetatet Touch», im Jahr 2013 vom italienischen Designer Davide Groppi entworfen, lässt sich durch ihren magnetischen Metallfuss spielend an der Tischplatte fixieren. Um das Rendez-vous zu beginnen, reicht die sanfte Berührung des Schalters – und es endet womöglich nach spätestens zwölf Stunden, denn so viel beträgt die Akkulaufzeit. glowinggrass.ch

ZUGABE! ZUGABE!

«Mummenschanz» feiert das 50-jährige Bestehen ebenso mit einem reich bebilderten Buch, das jüngst im «Weber Verlag» erschienen ist, wie mit der «50 Years»-Tour – und das Publikum feiert sie frenetisch, weshalb die beiden Vorstellungen in Thun bereits ausverkauft sind … Kein Grund für lange Gesichter, denn die Crew, geleitet vom Gründungsmitglied Florina Frassetto, betritt maskiert und mucksmäuschenstill die Bühne des «KKThun» für eine Zusatzvorstellung am Sonntag, 3. April, 15 Uhr. kkthun.ch

Fr. 9.70
Fr. 765.–

NEU: FEMININ «FLIZZEN»

«Wir sind am Arsch. Und da gehören wir hin» –mit dieser Ansage sorgte das Team des Berners Kevin Bucher bei der Lancierung der Boxershorts für Furore. Diesen Frühling flitzen nun auch Frauen: Die nachhaltig produzierte Kollektion mit Unterhosen, Bustiers und Spaghettitops besteht aus einer feinen Kombination von Naturfasern, wodurch sie sich wie eine Dauerumarmung anfühlt, selbst wenn die Trägerin mit wild fuchtelnden Armen durch den Alltag rudert … flizzer.ch

VERJÜNGT

ZUM 180-JAHREJUBILÄUM

Was durch den Gründer Johann Ackermann im Jahr 1842 im Entlebuch mit Schneiderei, Hutmacherei, Laden, Spinnmaschine und Färberei begann, ist heute das Schweizer Traditionsversandhaus schlechthin: Zum Jubiläum bekennt sich der Onlinehändler noch stärker zu Regionalität im Sinne seiner Wurzeln sowie der Nachhaltigkeit, hat sich einen neuen Look verliehen –und inspiriert dazu, es ihm gleichzutun: Über eine Million Produkte von Mode über Multimedia bis hin zu Möbeln sorgt für Frühlingsfrische per Klick. ackermann.ch

SCHIRMHERRSCHAFT ÜBER …

Frühling und Sommer hat der oberflächenimprägnierte Sonnenschirm mit Holzgestell von «Weishäuptl»: Er schützt vor Hitze, unerwünschten Blicken und dank verschiedenen Farben von warmem Aubergine bis leuchtendem Rot auch vor gemütstrübendem Grau. glowinggrass.ch

Das Seidenfoulard aus Crêpe de Chine (140 × 140 cm) versetzt Hälse ins Hoch: Das Dessin «Flower» hat Andrea Frei aus Winterthur kreiert, der Druck erfolgt in Glarus und das Rollieren von Hand im Appenzell. Auch in Blau und Rot erhältlich. frei-form.ch

EIN NASENWASSER sind die Alltagsangelegenheiten für eigenwillige und quicklebendige Nymphen! Die blumige Duftkreation «La Belle Fleur Terrible» von «Jean Paul Gaultier» verkörpert Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Opulenz – wer traut sich, seine Sinne im geheimen Garten zu berauschen …?

EINE EHRENRUNDE

dreht man mit der tannengrünen «Curvy»-Tasche noch so gerne, damit alle die zweidimensionale Optik des «angeschnittenen», pflanzlich gegerbten Leders sehen! Das stabile Platzwunder wird in einem Familienbetrieb in Norditalien von Hand gefertigt. frei-form.ch

Fr. 690.–
Foto: Fabian Corpataux
UVP 100 ml / Fr. 179.–

CROP,

DIE WETTE GILT!

Welche Wette denn? Na, dass dem Bauchnabel im Crop-Top, aus feinster, italienischer Merinowolle in Bern handgestrickt, der Auslauf gut bekommt. Aber um was bloss? Um ein Pistazien-Erdbeer-Eis! 9v9.ch

FRAG FRIDA!

Und zwar nach der Uhrzeit – sie wird mit leuchtender Leidenschaft antworten: «The Frame», eines der berühmtesten Selbstporträts von Frida Kahlo, ist eines von sechs weltbekannten Meisterwerken, die aus der Kunst-Kooperation von «Swatch» und dem Pariser «Centre Pompidou» hervorgehen. swatch.com

DAUERMEERBLICK

Der Weissgoldring mit facettiertem Aquamarin, was wörtlich «Wasser des Meeres» bedeutet, erstrahlt aus jedem Blickwinkel in tiefen Blautönen. Das Unikat mit von Experten sorgfältig ausgewähltem Edelstein stammt aus dem Atelier von Bijoux Stadelmann, Marktgasse 29, Bern.

HEIMISCH IN ALLEN HIMMELSRICHTUNGEN

und in allen Zwischenhimmelsrichtungen: Beispielsweise steht Süden für Ruhm und Anerkennung, Westen für Kinder und Kreativität und Nordosten für Wissen und Spiritualität. Wie man Wohn-, Arbeits- und Aussenräume in Orte der Kraft verwandelt, in denen man sich wohl und ausgeglichen fühlt, weiss Leonie Eicher. Sie gestaltet Lebensräume nach Feng Shui, der über 3000 Jahre alten Wissenschaft aus China, die ursprünglich Priester praktizierten. Das traditionelle Feng Shui verknüpft die Raumgestalterin mit modernem Farbdesign, um eine Umgebung zu schaffen, die je nach Nuance anregt, beruhigt, Geborgenheit vermittelt oder Konzentration und Aufnahmefähigkeit fördert. Aufgrund komplexer Berechnungen mit dem Grundrissplan und den Geburtsdaten der Bewohnerinnen und Bewohner erstellt die eidg. dipl. Farbdesignerin und Buchautorin Konzepte, die eine von Energie und Erfolg erfüllte Atmosphäre schaffen: «Die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig ein stärkendes Umfeld ist, um in der eigenen Kraft zu bleiben.»

Weitere Infos und Beratungen: Leonie Eicher, Römermatte 5, Ipsach. fengshui-energie.ch

Fr. 13 900.–
Fr. 100.–
Fr. 315.–

1 Cuno Amiet, Winterlandschaft mit Wolke, 1915, auf Leinwand, 73 × 59 cm, Privatbesitz

2 Cuno Amiet, Winterlandschaft, 1916, auf Leinwand, 59 × 73 cm, Privatbesitz

3 Cuno Amiet, Entwurf zu Loggia IIIa, 1915, auf Leinwand, 206 × 232 cm, Privatbesitz

Copyright: D. Thalmann, Aarau, Switzerland Foto: SIK-ISEA, Zürich

Dick aufgetragen oder dünn hinterlegt, gestrichelt oder getüpfelt:

Cuno Amiet gilt als Meister der Farbe, gar als jener Maler, der diese in die Schweizer Kunst brachte. Werke des Wegbereiters der Moderne zieren nun exklusive Kunstkarten.

Am 26. März 1868 in Solothurn geboren, widmete Cuno Amiet sein ganzes Leben der Kunst. Schon während der Schulzeit entdeckte er sein künstlerisches Talent, das Zeichnungslehrer Heinrich Jenny wie auch Maler Franz Buchser zu fördern wussten. Nach Abschluss der Matura besuchte der 18-Jährige die Kunstakademie München und setzte zusammen mit Giovanni Giacometti, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, die Ausbildung an der Pariser «Académie Julian» fort. Im bretonischen Fischerdorf Pont-Aven mit verwinkelten Gassen, Holzbrücken und Windmühlen, das durch die Anwesenheit von Paul Gaugin zum Anziehungspunkt junger Kunstschaffender avancierte, liess er sich sowohl von Letzterem wie auch von Paul Sérusier Paul Cézanne oder Vincent Van Goh inspirieren. Dadurch verliess er seine akademische Ton-inTon-Malerei und wandte sich radikal den reinen, kräftigen Farben als Ausdrucksmittel zu, setzte kühne Pinselstriche, gab hier Form und dort Fülle, um auf das grosse Ganze hinzuarbeiten. Zurück in der Schweiz, wo er als Dekorationsmaler arbeitete, um sich sein Atelier

zu finanzieren, prägte er gemeinsam mit Ferdinand Hodler den Aufbruch des Jugendstils. Nach dem Tod des Weggefährten etablierte er sich als «peintre officiel» der Schweiz, wodurch seine Bekanntheit als kulturelle Integrationsfigur weit über den Kreis von Kunstinteressierten hinauswuchs. Folglich traf sich die internationale Kunstszene im Oberaargauischen Oschwand, wo Cuno Amiet lebte und malte. Der virtuose Kolorist galt als Menschenfreud, der sich ungeachtet von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Nationalität oder Religion für Personen offen interessierte. Nicht zuletzt deshalb sind seine Werke weit mehr als darstellende Farbwirkung – sie sind «menschlich gefühlt und dichterisch empfunden». «… diese Kunstgriffe zu lernen, zu erkennen und zu prüfen, das kostet Zeit und fordert Kopf, Herz und Hand zu gleichen Teilen …», wie er seine farbrauschenden Kompositionen einst selbst kommentierte. Die neue Kunstkarten-Edition macht Teile seines Gesamtkunstwerks zugänglich, die man zum Beispiel von Hand beschreiben und von Herzen an einen Menschen sendet, der einem ein Freund ist.

4 Symphonische Farbkompositionen einer charismatischen Persönlichkeit: Kunstkarte-Box mit 50 Motiven von Cuno Amiet inkl. Booklet, das weitere Einblicke in sein Leben und Wirken gewährt (Fr. 39.–). mis-magazin.ch/shop

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

POP-UP: FELD-TELLERSTORYS

Es waren einmal … zwei Schwestern, die schon in ihrer frühen Jugend merkten, wie wenige (dafür erlesene) Zutaten es braucht, um aus einem Abend ein Fest zu machen. Nun tischen Camille und Céline Rohn in ihrem Pop-up «Aplati» in der Schalterhalle der alten Post im Berner Rossfeld Speisen mit Storys auf, im Zusammenspiel mit Jungköchin Rebecca Relling. Geprägt von ihren gastronomischen Stationen – vom Alpsennkurs über ImkerAssistenz bis hin zur Weinlese im Wallis –, servieren sie beispielsweise «Le Ankebock»: wärmende Suppe aus Foodsave-Gemüse, kreative Toppings, Brotkorb und Hausgemachtes aus dem Einmachglas, der Molkerei und den Kochtöpfen. Am Freitag- und Samstagabend erzählen sie ihre Genussgeschichten schliesslich in drei Strophen, bei denen jeweils eine Zutat – selbstverständlich regional und saisonal – Hauptprotagonistin ist. Zwar ist «es war einmal» eine populäre Phrase für Anfänge von Märchen, doch hier könnte es durchaus passieren, dass daraus «es war zweimal, dreimal, viermal …» wird, weil man bei diesem zeitlich limitierten Schlemmererlebnis gerne wieder und wieder zulangt – und zuhört.

Aplati, Reichenbachstrasse 77, Bern (bis April 2022). aplati.ch

BLING-BAUKASTEN

Sebastian Schaub lässt die jüngsten Designs aus seinem Zürcher Atelier raus auf die Spielwiese des Frühlings: Doch, wer die handgefertigten, filigraneren Anhänger mit Turmalinen, Saphiren oder Granaten trägt, will nicht nur spielen, … sondern auch ein bisschen schillern. doryphoros.ch

WHERE ARE YOU GLOWING?

So ziemlich überall, wenn es nach «Dr. Hauschka» geht: Die neue, 100% natürliche Palette für unterwegs vereint einen farbkorrigierenden Puder, der Schatten aufhellt sowie Rötungen mildert, und einen Bronzer, welcher der Haut schon im Frühling einen sommerlich-warmen Glanz verleiht.

LEIBHAFTIGE LEINWAND

Das Basler Label «Peace of Art» macht Gemälde über sozialkritische Themen von Kunstschaffenden wie Chris Göttel zum Gewand, was mehr als eine hippe Hautbe deckungsmassnahme ist: Ihre limitierten Editionen aus fairer, nachhaltiger Produktion und BioBaumwolle tragen eine Message, zudem fliessen 5% des Erlöses in Charity-Projekte. peaceofart.ch

GOLD-GYMNASTIK

Die Kollektion «Flex» von «Pfalzer» ist dank einer eingebauten, hochelastischen Titanfeder in mehrere Grössen dehnbar. So lassen sich die mit Diamanten gezierten Ringe aus nachhaltigem Weiss-, Gelb- und Rotgold 750 nach Belieben komfortabel an verschiedenen Fingern überstreifen. Zigerli+Iff, Spitalgasse 14, Bern

Fr. 45.–
Fr. 99.–
Fr. 2875.–

NEU: BESONNEN SONNEN

IN DER ENDLOSSCHLEIFE

Man kann es drehen und wenden, wie man will –«Loop» sorgt diesen Frühling für den textilen Thrill: Foulard (90×90 cm) mit grafischen Formen aus handrollierter Seide des Designerinnen-Trios «Foulalà» aus Luzern. foulala.com

AUF SIE MIT GEBRILL!

Das Modell «Sheridan» des Labels «Anne et Valentin», im französischen Jura handgefertigt aus dem Baumwollkunststoff Cellulose-Acetat, kleidet das Gesicht temperamentvoll in den Chic radikaler Weiblichkeit. Brillerei in Bern, Riggisberg und Köniz (ab April). brillerei.ch

Mittagssonne meiden, schützende Kleidung tragen, Schatten aufsuchen und Sonnenschutzmittel benutzen – diese Regeln für das bedenkenlose Bad in der Sonne sind altbekannt, für letztere indes gibt es Produkte, die nicht nur zuverlässig schützen, sondern auch pflegen. «Dr. Hauschka», Pionier der Naturkosmetik, hat mit Arzneimittelwissen und der Kompetenz in der Hautpflege ein wirksames Trio mit fünffachem Heilpflanzenkomplex und mineralischen Lichtfiltern entwickelt. Die Sonnencreme für das Gesicht mit LSF 10 aktiviert mit einer Komposition von Aprikose und Feigenkaktus den Feuchtigkeitshaushalt und schützt die Haut vor Sonnenstrahlen und somit vor lichtbedingter Hautalterung. Die leichte Textur zieht schnell ein, sodass sie sich auch als Make-up-Basis eignet. Die getönte, reichhaltigere Formel mit LSF 30 lässt den Teint erstrahlen und schützt bei intensiverem Sonnenlicht. Schliesslich revitalisiert und erfrischt die «After Sun»-Maske die strapazierte Haut mit Pflanzenölen aus Jojoba, Aprikosenkernen und Weizenkeimen. Mit diesem aufeinander abgestimmten Pflegekonzept aus zertifizierten Inhaltsstoffen kann man die Sonnenküsschen geniessen – und erwidern dr.hauschka.ch

Fr. 241.–
Fr. 210.–

DIE «GRANDE DAME» MIT JUNGEM SPIRIT

Die «Grande Dame» der Schweizer Luxushotellerie deckt zur Rundumerneuerung auf: Mit Kindervilla, neuen Restaurants wie dem «Radius» und Speisekarten, die vermehrt vegan und noch radikaler lokal sind.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO TINA STURZENEGGER, ZÜRICH, ZVG

Stefan Beer steht draussen vor dem imposanten Prachtbau des «Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa» und blickt der Sonne entgegen, die sein weisses Kochhemd leuchten lässt.

Die Rasenfläche zu seinen Füssen wird auf die Sommersaison hin in eine Terrasse für sonnenund genusshungrige Gäste verwandelt: Diese erweitert das Restaurant «La Terrasse Brasserie», das seit Ende 2021 Brasserie-Klassiker mit modernem Twist bietet. Dies ist nur eine der zahlreichen Neuerungen, die derzeit ein Werkzeugkasten hier und eine Baumaschine da erahnen lassen, wenn man durch die noblen Hallen mit 150-jähriger Geschichte schreitet: So sind auch die Räumlichkeiten für das neue Gourmetrestaurant «Radius by Stefan Beer» in Entstehung. Hier wird der Executive Küchenchef die Erfolgsstory seines «Menü vo hie» ab Frühsommer 2022 fortführen, das er im ehemaligen Fine-DiningRestaurants «La Terrasse» bereits etabliert hatte. «Ich fokussiere mich weiterhin bei der Zutatensuche auf das Tal zwischen den zwei Seen», sagt der Chefkoch und kneift seine Augen wegen der grellen Frühjahrskraft der Strahlen zusammen. Kein Auge zu drückt er hingegen, wenn es um die Herkunft der Produkte geht, aus denen er seine Speisen kreiert. Er lässt seinen Blick schweifen, auf die Interlakner Flaniermeile und die wolkenkratzenden Felswände. Nein, die Zutaten stammen nicht gerade aus Sichtweite, aber beinahe: Im Umkreis von maximal fünfzig Kilometern wurzeln, gedeihen, weiden, blühen und schwimmen die Rohstoffe, aus denen jene Raffinesse entwächst, für die ihn «Gault Millau» jüngst mit 17 Punkten auszeichnete –ein Punkt mehr als im vorherigen Rating.

1 Das Berner Oberland erweist sich als Schlaraffenland in ungeahnter Fülle: Die nachhaltig aufgezogenen Shrimps stammen von einem Emmentaler Bauernhof.

2 Geerntet vor den Toren des Grandhotels: Aus dem eigenen Garten des «VictoriaJungfrau» stammen Kräuter, Beeren und Nüsse, die Stefan Beer in seine lukullischen Genüsse verwandelt.

3 Was in der Region saisonal verfügbar ist, ergibt das Menü: So kreiert Stefan Beer beispielsweise Berner Oberländer Kalb nach «Szegediner Art».

«MICH FÜR DIE ROHSTOFFE RADIKAL IM RADIUS EINZUSCHRÄNKEN, INSPIRIERT MICH.»

1 «Ich möchte meinen Gästen eine emotionale Küche bieten, die berührt, indem sie Gefühle weckt». Und das erreicht Stefan Beer mit Zutaten, deren Geschichten er erzählen kann –bald in seinem neuen Gourmetrestaurant. 2 –3 Wissen, wo das Wahre keimt: Stefan Beer pflegt persönliche Beziehungen zu Fischern, Käsern und Bauern, welche die erlesenen Zutaten für seine Gerichte produzieren, nicht selten extra für ihn. 4 Doppelt lokal: Das köstliche, vegane Gericht «Fredo», zubereitet mit Keimlingen aus Uetedorf, Stangensellerie und Apfel, ist auf in Wilderswil getöpferten Tellern angerichtet.

Ursprung im Umkreis von 50 Kilometern Fünfzig und keinen Kilometer mehr. Die Spielregel für sein Gourmetkonzept hat der Spitzenkoch selbst aufgestellt: «Mich so radikal im Radius einzuschränken, gibt mir Inspiration», erläutert er, «und es lässt mir folglich keine Wahl, strikt saisonal zu kochen.» Fragt ein Gast im nie enden wollenden Spätwinter nach Spargeln, scheut sich Stefan Beer nicht davor, am Tisch zu erklären, dass jene aus Belp noch nicht Saison haben. «Solche Aha-Erlebnisse sensibilisieren die Gäste, was Nachhaltigkeit tatsächlich bedeutet: Nämlich, dass manches noch nicht oder nicht mehr verfügbar ist.»

Überdies verleihe es dem Genuss eine ungeahnte Echtheit: «Es würde sich doch nicht stimmig anfühlen, auf einen von Bergen umrahmten See zu blicken und dazu Meerestiere aus Südafrika zu essen, oder?»

Bloss aus der Schweiz? Das wäre eben nicht wirklich «vo hie» genug für den Küchenchef. Über Jahre hinweg hat er die Gegend durchstreift und Einheimischen Insider-Adressen entlockt, um Lieferanten aufzuspüren, die seine Philosophie mittragen. Die Geschichten, die er erlebt, erzählt er seinen Gästen weiter, denn mittlerweile ist er allen, die Erlesenes zu seinem Menü «vo hie» beisteuern, begegnet. So schipperte er mit Fischer Marco Gurtner über den Brienzersee, um das Glück zu mehren, einen Hecht an der Angel zu haben. Oder balancierte im nahgelegenen Feld von Peter Zwahlen zuoberst auf der Holzleiter, um den rotbackigsten Apfel zu pflücken. Oder spazierte mit der «Trüffelfrau» Christina Mader aus Bönigen und ihrer vierbeinigen «Schnüffelnase» Camina durch die Wälder, auf der Suche nach dem schwarzen Gold.

Eine der Partnerschaften ist jene mit «Espro» in Uetendorf: Gerade feilt er an einem Gericht, für das sämtliche Zutaten wie «Microgreens», Sprossen, Blüten und Pilze aus dem Familienbetrieb stammen. Unter dem Motto «Was noch nicht hier wächst, wird hier angepflanzt» experimentiert Frédéric Amstutz-von Arx zurzeit mit dem Anbau von Ingwerknollen, die er speziell für Stefan Beer in der nährstoffreichen Erde vergräbt. Diese Speise kredenzt Stefan Beer in Tellern und Schalen, die eine Künstlerin aus Wilderswil für ihn getöpfert hat. «Das macht es im eigentlichen Sinn doppelt lokal», kommentiert er mit Freude, die ihm ins Gesicht geschrieben steht. Dass gerade Stefan Beer auf radikal-lokal setzt, ist bemerkenswert, sind seine Kochkünste doch von internationalen Einflüssen geprägt: Mit 29 Jahren zog es ihn die Ferne, wo er an Stationen wie Shanghai, Bangkok, Singapur oder Dubai Halt an den hochkarätigsten Herden machte. Nach zehn Jahren in den wum-

«GANZ VERKEHRT FINDE ICH ES, FÜR VEGANE MENÜS ZU VERSUCHEN, FLEISCH ZU IMITIEREN.»
Stefan Beer, Executive Küchenchef «Victoria-Jungfrau»

1 Aus dem Menü «vo hie»: Eine Komposition aus Kirchdorfer Lauch, Bödeli-Birnen und Uetendorfer Kapuzinerkresse.

2 Mit 17 «Gault Millau»-Punkten ausgezeichnete Kochkunst mit Überraschungskomponenten begleitet von den besten Tropfen aus der Region. «Ich finde es schön, lokale Winzer und Produzenten zu unterstützen», so Sommelier Torsten Noack.

3 Eingespieltes Team im Dienste des Genusses: Pierre Cardona, Executive Pastry Chef, Stefan Beer, Executive Küchenchef und Michael Althaus, Küchenchef (v. l. n. r.)

mernden Weltmetropolen, in denen seine Restaurants regelmässig Gastro-Bestenlisten anführten, kehrte er 2016 mit seiner Frau und seinen zwei Kindern zurück in die beschauliche Heimat – und mit dem Engagement im FünfSterne-Superior-Haus «Victoria-Jungfrau» auch in die Region zurück, wo er aufgewachsen ist. Sein Vater, der aus Spiez stammt, führte einst gemeinsam mit seiner Mutter ein kleines Dorfrestaurant, nicht zuletzt deshalb war für Stefan Beer das Berufsziel früh klar. Bereits kurz nach seiner Kochlehre gewann er internationale Wettbewerbe wie den «Culinary World Cup».

Nahe an der Wahrheit bleiben

Damals, als junger Koch, habe er noch gedacht: je komplizierter, desto besser. Diese Definition von vermeintlicher Kreativität war auch beeinflusst durch seine Ausbildungsjahre. Später erlangte er die Erkenntnis, dass es nicht dreissig verschiedene Zutaten braucht für einen Gaumenschmaus, ganz im Gegenteil: Das empfinde er als gesucht, gekünstelt. Einer seiner Lehrmeister öffnete ihm die Augen: «Stefan, du kannst ein Lamm rollen, drehen und schneiden, – aber es einfach perfekt braten, das kannst du nicht», klingen die aufschlussreichen Worte scheinbar bis heute in seinen Ohren nach. Lieber setzt er heute auf qualitativ hochstehendes Lamm aus der nächsten Umgebung, so perfekt gelagert und gebraten wie nur möglich, und vollendet mit dem, was es ins beste Licht rückt. Es gehe ihm nicht mehr darum, es zu marinieren, zu stopfen oder zu füllen, sondern eben möglichst nahe am Ursprung zu belassen – «bei der Wahrheit zu bleiben», wie er es bezeichnet.

Die Auslandstationen haben ihn geprägt: «Doch anders, als man vielleicht denkt», sagt er schmunzelnd. In der Ferne habe er gelernt, dass Fusion für ihn nicht funktioniert: Er will freigeistig jenes kombinieren, was miteinander wächst, am selben Ort. «Wenn ich Äpfel, Pflaumen und Honig habe, ergibt sich daraus intuitiv, fast wie von allein, eine Kreation.» Völlig anders gestaltet es sich bei der veganen Zubereitung: Das Kochen erfordert eine andere Denk- und Herangehensweise: «Wie mache ich es cremig?» «Wie luftig?» «Wie binde ich es –und muss ich das überhaupt?» Diese forschenden Fragen hat Stefan Beer exzessiv ergründet, sodass es sein durchdachtes Sechs-GängeMenü fortan auch als vegane Version auftischt.

Exzessives Experimentieren

Das ist gewissermassen eine Lorbeere des Lockdowns, denn während diesem hat sich der Spitzenkoch exzessiv mit der Kochkunst beschäftigt, die auf rein pflanzliche Ingredienzen setzt. Vegane Gäste sind es gewohnt, im Restaurant

eine – im wahrsten Sinn – abgespeckte Variante des Menüs vorgesetzt zu bekommen. Bei Stefan Beer und Küchenchef Michael Althaus aber handelt sich es um eine explizit ausgetüftelte Speiseabfolge, die dem Fleisch- oder Fischmenü in ihrer Exzellenz in nichts nachsteht. «Ganz verkehrt finde ich es, beim veganen Menü zu versuchen, Fleisch oder Fisch zu imitieren», stellt Stefan Beer klar. Von Fleischersatz hält er nichts: «Das wäre bloss Plan B, weil man das Original verschmäht.» So kommt es vor, dass er Komponenten kurzerhand zu seinem eigenen Original macht: Aus Miso wird «Piso», denn Soja gibt es nicht, um Tofu «vo hie» herzustellen, Linsen hingegen schon. Allein deren Fermentation, bei der Küchenchef Michael Althaus federführend war, dauerte drei Monate. «Manchmal macht es irgendwann im Prozess klick, manchmal aber verwerfe ich eine Idee, nachdem ich sie ein Jahr lang emsig verfolgt habe.» Das Gesamtwerk müsse stimmen, sowohl Geschmäcker wie Texturen. Das regt auch Nicht-Veganer an, den einen oder anderen rein pflanzlichen Gang zu verköstigen. «Wohl aus Neugierde», mutmasst der 43-Jährige.

In neuem, aber vertrautem Gewand

Die neue Küche, wo der Executive Chef seine kulinarischen Ideen zu Teller bringt, steht bereit –doch an den innenarchitektonischen i-Tüpfelchen des neuen Gourmetrestaurants «Radius by Stefan Beer» feilt das Team noch. Und nicht nur daran: «Wir sind dauernd dabei, dies zu über-

denken und das zu verändern», beschreibt Herzblut-Hoteldirektor und -Gastgeber Peter Kämpfer den Umbruch. «Es ist eine Gratwanderung, die Grandezza von einst zu bewahren, aber dem Interieur dennoch einen modernen Twist zu verleihen.» Wer das Parterre verlässt, spürt statt blitzblankem Marmor federnden Teppich unter den Füssen, in den Gängen, wo sich Tür an Tür reiht, hinter denen sich Zimmer und Suiten in neuem Gewand verbergen. Man habe den Räumlichkeiten eine zeitgemässe Aura verliehen: «Aber nicht so, dass man beim Aufwachen nicht mehr weiss, wo man ist», präzisiert Peter Kämpfer lächelnd. Jedes gehoben-gemütliche Gästezimmer variiert im Grundriss und leicht in den Farbnuancen. Die wohnliche Superior-Suite ist beispielsweise speziell für Familien konzipiert, die das «Victoria-Jungfrau» im Wandel zum Resort künftig stärker anspricht: «Das ehemalige Personalhaus verwandeln wir derzeit in eine Kindervilla, in der die Kleinen spielen können», verrät der Hoteldirektor. Wahrscheinlich, dass auch die Träume ganz «vo hie» sind, wenn man sich in das KingsizeBett fallen lässt: Vielleicht kunstvoll angerichtete Teller, die wie Ufos über dem sternenklaren Nachthimmel des Berner Oberland kreisen? Es dauert nur noch wenige Sonnenaufgänge, bis die «Grande Dame» in all ihrer noblen Neuheit erwacht. Gut möglich, dass man dann kurz die Augen zusammenkneift; nicht, weil es blendet, sondern, um sich zu vergewissern, wie zeitgemäss edel sie erstrahlt.

1 | 3 Appetit auf Authentizität: In der «La Terrasse Brasserie» interpretiert das Küchenteam Schweizer Gerichte und internationale Brasserie-Klassiker modern, wie die Militär-Käseschnitten, den Victoria’s Burger oder Zürcher «Gschnätzlets».

2 Machen Gäste wunschlos glücklich: Gastgeber Gennaro d’Onofrio und «Chef de Service» Alicja Sosno.

4 Das Fünf-Sterne-SuperiorHaus befindet sich im Wandel: Nicht nur das ehemalige «La Terrasse» erstrahlt in neuem Brasserie-Glanz, der die altbewährte Grandezza dennoch innehat, auch die Zimmer und Suiten sind sanft modernisiert. Weitere Infos und Reservation: victoria-jungfrau.ch

FRÜHJAHRS-

( ÜBER)MUT

Diese frischen Designs machen selbst Daunenmüde munter: Knallfarben kicken wach, ob mutig nebeneinandergesetzt oder mild kombiniert mit beruhigenden Beigetönen.

1 Dank der Designerin Sabine Portenier fühlt man sich ein bisschen wie Aschenbrödel, die Haselnüsse geschenkt bekommt, um sich drei Wünsche zu erfüllen – nur, dass sich der einzig grosse Modewunsch bereits erfüllt, wenn man das haselnussfarbene Rüschenkleid aus hochwertigem Baumwollcrêpe (Fr. 790.–) überstreift, handgemacht in Thun. laufmeter.ch

2 Ein Händchen für Heiterkeit, selbst bei Hauruck, beweist «Ole Lynggaard Copenhagen»: Die luxuriöslässigen Armbänder mit verschiedenen Verschlussarten der dänischen Schmuckmanufaktur feiern den Farbenreichtum des Lebens und sind widerstandsfähig genug, um dessen Facetten zu entfalten –gerade, weil sie spielerisch kombinierbar sind. Die Kollektionen «Life», «Nature» und «Shooting Stars» für Frauen und Männer sind erhältlich bei Zigerli+Iff, Spitalgasse 14, Bern. zigerli-iff.ch

3 | 4 Wie knallige Kaugummiblasen, die niemals platzen: Die spanische Designerin mit deutschen Wurzeln machte ihre «Bubble Bags» zum Markenzeichen (Fr. 1690.–). Wie auch das geflochtene Armband «Mad Max» (Fr. 259.–), fertigen lokale Kleinbetriebe diese aus nachhaltigem, anschmiegsamem Lammleder. Die Accessoires von Tissa Fontaneda aus dem Herzen Madrids sind in verschiedenen Farben erhältlich bei K76 Fashion Boutique, Kramgasse 76, Bern. k76.ch

5 Gutes Bauchgefühl im wahrsten Sinn: Die naturfarbene Bauchtasche (Fr. 438.–) des neuen Labels «Marai», aus nachhaltigem, pflanzlich gegerbtem Leder handwerklich hergestellt, ist höchst funktional dank Haupt- und Innenfach. Ob locker um die Hüfte, als Gürtelersatz oder über der Schulter getragen, hat man stets die Hände frei, zum Beispiel, um die Geisslein zu streicheln, an denen man bauchvoran vorbeispaziert. marai.ch

«ATHFLOW» IM AUFWIND

Lässig, elegant und durch nichts aus der typisch bernischen Ruhe zu bringen:

Nachhaltige Lieblingstücke, mit denen man den neuen Modetrend «flowen» lässt, warten hinter einer ganz bestimmten Laube: bei «K76 Fashion Boutique».

In Sachen Stilfragen ist dieser Tage «Athflow» die Antwort: fliessende Stoffe, pastellene Farben und lockere OversizeSchnitte setzen bei diesem Trend das Ausrufezeichen, das nonchalant daherkommt wie Auslassungspunkte … Die Looks sind chillig, ohne an Sofasonntage zu erinnern, und zugleich chic genug, um die Kameralinse im Zoomcall nicht abzukleben – und nach dem Meeting fliessend zu einem Besuch einer Bar mit Marmorboden und Mocktails überzugehen. So setzen namhafte Modehäuser diese Saison auf die schönere Schwester von «Athleisure», wie etwa ein Blick in das neuste Lookbook von «Riani» zeigt. Die Frühlingskollektion «Roses» des deutschen Familienunternehmens, das Jürgen Buckenmaier 1978 aus Liebe zu erstklassigen Materialien und Stoffen gründete, verbinden die «Easy going»-Elemente mit edel-femininen Akzenten in Pastell- bis Pinktönen. Mit dem Hauptstandort in Baden-Württemberg, Produzenten und Lieferanten, die sich seit mehreren Jahrzehnten überwiegend in Europa befinden, und vermehrt Recycling-Materialinnovationen priorisiert «Riani» das Thema Nachhaltigkeit.

Nicht zuletzt, weil die traditionsreiche Marke diese Kriterien erfüllt, sind die pudrig-frischen Pieces in das Sortiment der Modeboutique «K76» in der Kramgass-Laube miteingeflossen, die für «Slow Fashion» steht. Ein bewusster Lebensstil, ausgedrückt durch beständige, konsequent nach ökologischen Richtlinien produzierte Mode und Accessoires, verleihe ein «durch und durch gutes Gefühl». Und es «verändere das Bewusstsein», die Manufakturen oder gar die Menschen zu kennen, welche diese sorgfältig aus nachhaltigen Rohstoffen geschaffen haben.

Mit diesen gewissenhaft geschneiderten Gewändern umflossen, kann man sich seinem Flow hingeben und sich regelrecht in seinen Tätigkeiten verlieren: Im Frühling vornehmlich die Sonne im Gesicht spüren, an bunten Blumen vom «Märit» schnuppern oder endlich wieder picknicken im Freien – knittern tun die weit geschnittenen Hosen aus hochelastischem Material schliesslich selbst dann nicht, wenn man vor lauter Lebens(über)mut Purzelbäume im Park schlägt. … «Athflow» at its best!

Ton-in-Ton-Outfits, die easy und elegant zugleich wirken: Ausgewählte Stücke des familiengeführten deutschen Premium-Labels «Riani» sind erhältlich bei K76 Fashion Boutique, Kramgasse 76, Bern. k76.ch

AUF SOMMERZEIT UMSTELLEN

Bald stellt sich sowohl die Zeit wie auch das Handgelenk auf Sommer um: Es tickt in der edlen Melodie der «Calatrava», dem legendären Zeitmesser, dessen Urmodell älter ist als die Zeitumstellung in der Schweiz selbst.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

Nachtblaues Wunder, nicht nur zur Sommerzeit: Das Ziffernblatt der Damenuhr «Calatrava» ist guillochiert und mehrschichtig lackiert, die Indexe sind mit Goldstaub beschichtet. Farblich dazu passend ist das Armband aus Kalbsleder mit Satin-Anmutung. Im Inneren leistet ein extraflaches Mechanik-Uhrwerk mit automatischem Aufzug (Kaliber 240) zuverlässig seinen Dienst. zigerli-iff.ch

Vorbei die Zeiten als Schulkinder zwei Mal im Jahr verstrubelt in den Unterricht trudelten und manch ein Mitarbeitender eine Stunde zu spät zum Meeting erschien – völlig tiefenentspannt, im Unwissen, überhaupt zu spät zu sein. Schliesslich vollführen heutige Uhren die Zeitumstellung automatisch, das nächste Mal am 27. März. Sein Handgelenk aber kann man selbst auf «Sommerzeit» umstellen – und dies auf die luxuriöse Art: mit dem neuen Damenmodell «Calatrava» 4997/200G» von «Patek Philippe». Mit seinen klaren Linien und seiner Schlichtheit, inspiriert von den Designprinzipien des Bauhauses, gilt das «Calatrava»-Modell als Wahrzeichen der runden Armbanduhr und repräsentiert beispielhaft den Charakter der Genfer Uhrenmanufaktur. 1932, über fünfzig Jahre vor der Einführung der Sommerzeit in der Schweiz, stellte «Patek Philippe» die Kreation vor, die fortan über Generationen von Uhrenliebhabern Begehrlichkeiten weckt. Der Name geht auf den spanischen Ritterorden der «Calatrava» zurück, dessen Wappen aus vier stilisierten, gekreuzten Lilien zum Logo der traditionsreichen Manufaktur wurde und heute Kronen, Gehäuseböden und Schliessen der Uhren ziert. So auch die Neuauflage des femininen Klassikers. Das Wunderwerk der Uhrmacherkunst verfügt neu über ein Weissgold-Gehäuse in leicht vergrössertem Durchmesser von 35 mm, unter dem sich ein mechanisches Uhrwerk mit Automatikaufzug verbirgt. Dieses ersetzt das vorherige Handaufzugskaliber. 76 runde, makellose «Top Wesselton»-Diamanten umrahmen das guillochierte und lackierte Ziffernblatt, so tiefblau wie die Nacht in der die Uhrzeit von zwei auf drei Uhr vorgestellt wird. Die mehreren aufeinanderfolgenden Schichten aus transparentem Lack schaffen einen subtilen Tiefeneffekt, der an weiche Wellen erinnert. Und damit rückt die Stunde vor, in der sich tiefblaue Sehnsüchte nach dem Sommer erfüllen.

Die neue Damenuhr «Calatrava» und weitere Modelle aus der Kollektion von «Patek Philippe» sind erhältlich bei Zigerli+Iff, Spitalgasse 14, Bern.

HAARESVORSCHAU 2022

Mögen die Zeiten noch so verworren sein, die Haare sind es nicht! Mit diesen lilafarbenen

Spangen von «Repose AMS» zeigt man «Bad hair days» die Zähne. Petite Puce, Spitalackerstrasse 60, Bern

IM NAMEN DER MORSE

«What’s your code?», fragt Goldschmiedin Simone Gloor – und liefert die aussergewöhnliche Antwort: Die Bernerin übersetzt Namen der Liebsten, prägende Daten oder Lebensmottos anhand des MorsecodeAlphabets in schmückende Begleiter, deren berührende Botschaft nur deren Trägerin oder Träger kennt. Die handgemachten Ringe sind in Gold oder Silber und mit Edelsteinen wie Diamanten, Saphiren oder Turmalinen erhältlich. atelier0816.ch

IMMER DIESELBE PLATTE?

Von wegen! Der Klassiker von «hk schmuck» aus Solothurn besteht aus von Hand gefertigten Keramikplättchen in vierzehn verschiedenen Glasurfarben, was jedem einzelnen eine leicht individuelle Form verleiht. hkschmuck.ch

DEN «MOODIGEN» GEHÖRT DIE WELT!

In ihrem Laden «handlig» in der Berner Altstadt, der für entschleunigte, verantwortungsvolle Konsumkultur steht, bietet Anina Kaufmann neu «Moodshirts» an, für welche sie Stoffreste aus ihrer Produktion verwertet: Jedes der Unikate vermittelt eine andere Stimmung. handlig.ch

Fr. 169.–
Fr. 249.–
Fr. 9.–
Fr. 12.–
Ab Fr. 900.–

AUF FRÜHLING UMSCHAL(T)EN

An frischluftigen Frühlingabenden sollte man noch nicht zu viel Haut wagen: Deshalb ist der zart gestrickte, zweifarbige Schal (50×180 cm) von Annina Olga aus Zürich das schmiegsame «Noch nicht ganz Sommer»-Accessoire schlechthin. anninaolga.ch

NAN(O)U, WAS GEHT?

Die Frage ist mehr: was bleibt? Denn mit den veganen SockenUnikaten aus Biobaumwolle der Textildesignerin Jennifer Grunder, die hinter dem Label «Nou» steht, schreitet man das ganze Jahr über blühend auf den Lebenswegen. laufmeter.ch

BILLIE, BITTE!

Alle Rufe nach Mässigung bleiben unerhört, denn das neue Berner Label «Billie Rouge» von Sandra Kräuchi und Aline Windler steht für mehr «Oho!» am Ohr: Ihre Statement-Ohrringe in organischen und minimalistischen Formen sind aus leichtem Polymer Clay handgefertigt. billierouge.ch

AM HORIZONT FARBSTREIFEN

Auf positive Signale muss man nicht länger warten, man kann sie sich dank des Berner Designerinnen-Duos «Pfeffer/Verbeek» einfach überstreifen: Ihre Frühlingskollekion «Stripes», die über 300 Kombinationen zulässt, besteht aus in Como bedruckten Baumwollstoffen, entworfen von «foulalà» in Luzern. pfefferverbeek.com

Fr. 165.–
Fr. 49.–
Fr. 38.–

Noële Nana Schaffner brach ihre sicheren Zelte ab, um zu verwirklichen, was sie schon als Mädchen anstrebte: Sie ist ihre eigene Chefin und prägt mit ihrem Fashion-Start-up den Begriff des «positiven Luxus».

1 Dem Leben einen Sinn geben, mit dem Mut weiterzumachen: Die fünfte Kollektion von «Nomadissem» ist inspiriert vom japanischen Konzept des «Ikigai».

2 – 4 Die Mode entsteht in kleinen, italienischen Ateliers: «Nomadissem» verbindet technisch-innovative Materialien mit traditioneller Handwerkskunst.

5 Selbst eine Teilzeitnomadin: In Zürich ist Noële Nana Schaffner ein Stück weit sesshaft geworden – ein guter Ausgangspunkt, um ihre Geschäftsbeziehungen in Europa zu pflegen und in die Berge zu gelangen.

«Glücklich machte mich in meiner früheren Position nicht, möglichst viel Geld zu verdienen, vielmehr aber, Sinn zu stiften», sagt Noële Nana Schaffner. Sie sitzt im beigen Polstersessel in ihrem Zürcher Showroom, der Spiegel hinter ihr reflektiert ihre akkuraten Designs. Ihre Aussage ist nicht etwa hypothetisch, sondern handfest: Um zu verwirklichen, wovon sie träumt, brach sie ihre sicher verankerten Zelte ab. Sie liess ihre Führungsposition in einem multinationalen Unternehmen hinter sich und zog mit Sack und Pack nach New York, um Modedesign zu studieren. Viele bewunderten sie für ihren Mut, andere wunderten sich. Doch sei ihr Antrieb stets gewesen, etwas zu bewegen. Schloss sich ihr Wirkungskreis, begehrte sie, weiterzuzuziehen. … einfach weiterziehen, wie es die Nomadinnen und Nomaden tun. «Eigentlich träumte ich schon zu Schulzeiten davon, Modedesignerin zu werden, doch mangelte es mir an vermeintlich vorausgesetztem Zeichentalent, deshalb verwarf ich diese Idee. Ich machte ver-

schiedenste andere Dinge, fühlte mich aber nirgends richtig zu Hause.»

Selbst war sie es gewohnt, nicht an einem festen Ort zu bleiben: Ihre zahlreichen Geschäftsreisen zündeten vor rund sechs Jahren die Idee, eine modulare Garderobe für Kosmopolitinnen zu kreieren, die unterwegs daheim sind und sich über Kontinente und Zeitzonen hinwegsetzen. Mit ihrem 2020 lancierten Label «Nomadissem», abgeleitet vom rätoroma nischen Wort für «Nomadentum», will sie Transparenz im Trubel bieten: Ihre saisonunabhängigen Kollektionen, die aufeinander aufbauen, sind intuitiv kombinierbar, damit selbst in der Abreisehektik in den Koffer gepackte Key-Pieces abgestimmte Looks ergeben.

Weltumspannend und hyperlokal «Mode sollte nicht kompliziert, sondern vielseitig sein», beschreibt sie ihre Überzeugung der Simplizität – und davon, dass Kleidung nicht nur lange schön bleiben, sondern mit der Zeit besser werden sollte, wie erlesene Weine oder visionäre Ideen. Von letzteren hat sie mehr als einen Rucksack voll: Sie will die Couture aufleben lassen, deren Qualität in den letzten Jahrzehnten durch Schnelllebigkeit, ausser Kontrolle geratene Modezyklen und Globalisierung an Güte eingebüsst hat. «Es ist ein Mythos, dass Fast Fashion zu einem schnelllebigen Lebensstil passt», findet die gebürtige Zürcherin. Zu oft gehe es beim Kaufentscheid einzig um den Style, nicht aber um die Materi-

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

1 Smart bei Tag, sophisticated bei Nacht: Vorne und hinten geschlitztes «Hinomaru»Miederkleid aus zertifizierter, italienischer Sommerwolle mit Lurex.

2 Business as (un-)usual: Hose und Blazer «Oceanco» aus zertifizierter, italienischer Seersuckerwolle in MetallicOptik ergeben einen leichten, lässigen Look für den Frühling und Sommer.

«STÜCKE, DIE ÜBER

DEN STYLE HINAUS

SINN STIFTEN.»

Noële Nana Schaffner

alien oder die Verarbeitung, geschweige denn um die Nachhaltigkeit. Diese ist die Substanz von «Nomadissem»: Die Denkweise der Designerin ist diesbezüglich alles andere als «nomadisch», sondern festsitzend in jeder Faser. Die feinsten Naturmaterialien für ihre Mäntel, Blazer, Tops und Hosen stammen aus Nachbarsländern: Sie erliest die Stoffe direkt bei zertifizierten Lieferanten und nicht über Dritte, um die Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Da sie keinen Modebackground hatte, baute sie ihr Netzwerk nach und nach selbst auf und hält nun alle Fäden selbst in den Händen, nur so sei es möglich, die angestrebte Transparenz in jedem Teilschritt zu schaffen, weil «Vertrauen durch Klarheit» wachse. Kleine Manufakturen in Italien, bevorzugt von Frauen geführt, fertigen die Kleinserien nach allen Regeln der Schneiderkunst.

Brauchen über Begehren Sie zieht es vor, einzelne Entwürfe durchzudenken, anstatt wahllos Skizzen anzufertigen. Sie folgt der Fragestellung, was die Nomadin der Neuzeit wirklich braucht, nur so schaffe sie einen Mehrwert: «Jedes Stück der Kollektion erfüllt eine Aufgabe.» Zum Beispiel die Aufgabe, sich komfortabel anzufühlen, selbst wenn man von Ort zu Ort zieht, und möge der eine Ort der Meetingraum und der andere die Cocktailbar sein. Oder mit Reissverschlüssen und sturmfesten Membranen für Bewegungsfreiheit zu sorgen, die es erlaubt, die (Alltags-)Gipfel gelassen zu erklimmen.

Die Gipfel haben es auch Noële Nana Schaffner angetan – sie schätzt es seit Kindesbeinen, in der Bergwelt durchzuatmen und hat kürzlich ihren ersten Viertausender bestiegen. Nicht zuletzt das schärft ihr Umweltbewusstsein, weil sie die Auswirkungen des Klimawandels mit dem Geist einer Forscherin selbst beobachtet. «Wäre ich in einer anderen Zeit geboren, wäre ich Entdeckerin geworden» –sinniert eine, die Weltenbummlerinnen ein modisches zu Hause gibt.

1 Couture mit Schnipp: Der «Kodawari»-Blazer aus Baumwoll-Leinen-Sommerwolle-Mischung, mit passender Hose, ist eine schwerelose Sommerversion des zweireihigen Modells im Boyfriend-Schnitt.

2 Modular à la mode: Der Mantel «Hinoki» aus gewachstem, wasserdichten Baumwollstoff passt sich der (Wetter-) Situation an, da er sich dank einem abnehmbaren unteren Einsatz in eine Jacke verwandelt.

3 Ewig blühende Eleganz: Der locker geschnittene Mantel «Iki» ist vollständig reversibel und durch einen abnehmbaren Gürtel und krempelbare Manschetten zusätzlich wandelbar. nomadissem.com

«EINE

GARDEROBE, DIE DER WELT DIENT, OHNE DEN PLANETEN ZU SCHÄDIGEN.»

KLEINERES PENDANT ALS PREMIERE

Die «Excellence Petite Seconde Terracotta» ist neben der traditionellen Gehäusegrösse von 42 mm auch in einer schlankeren Version von 39 mm erhältlich, jeweils in einer limitierten Produktion von etwa 100 Exemplaren pro Jahr und Referenz.

GUILLOCHIERUNG, NEU GEDACHT

Mit dem auf 99 Exemplare limitierten Modell «Excellence Guilloché Main II» eröffnet «Louis Erard» der traditionellen Ornamentkunst ein neues Ausdrucksgebiet.

ZWEI AUF EINEN DESIGNSTREICH

Zur Frühlingszeit wartet «Louis Erard» mit zwei Uhren-Innovationen auf – einerseits inspiriert durch das jahrhundertealte Kunsthandwerk, andererseits durch den Boden des Juras, wo die Wurzeln des Traditionshauses liegen.

«Diese Uhr ist so typisch ‹Louis Erard›», werden jene bemerken, die kennerisch auf das Zifferblatt der soeben lancierten «Excellence Guilloché Main II» blicken: Es ist nicht etwa geziert vom Logo, vielmehr steht das Motiv im Fokus – eine grosse Raute mit kinetischer Anmutung, die sich perspektivisch öffnet. Dass die im Jahr 1929 gegründete Schweizer Uhrenmanufaktur die Kunst des Guillochierens zum zweiten Mal neu interpretiert, ist als Manifest für das zeitgenössische Kunsthandwerk zu verstehen: Um die traditionsreiche Technik, die in das 16. Jahrhundert zurückgeht, in den Dienst einer zeitgemässen Komposition zu stellen, änderte «Louis Erard» die Regeln. Dies erforderte, die Arbeitsabfolge von Grund auf neu auszugestalten – von der ersten schwarzen Lackierung bis zur abschliessenden Rhodierung nach der Guillochierung. Letztere verlangt die ganze Geschicklichkeit einer Handwerkerin, welche die Zifferblätter Stück für Stück in mehreren Stunden Arbeit an der manuellen Guillochier-Drehbank anfertigt.

Nicht minder exzellent, doch erdverbundener präsentiert sich die zweite Neuschöpfung «Excellence Petite Seconde Terracotta» der Uhrenmarke aus Le Noirment: Die naturfarbene Automatik-Uhr vereint die Wärme des Südens mit der Sanftheit der Pfade in den Freibergen des Juras, die als Wiege der Uhrmacherkunst gelten. Das Zifferblatt inszeniert die Designfeinheiten, von denen der azurierte Sekundenzähler bei 6 Uhr besonders ins Auge fällt. Die anthrazitgrauen Zeiger mit Tannen signatur und Indexe werfen zarte Schatten wie ein Wald im Licht der hellen Sonne.

Geometrisch-verspielt oder natürlich-edel? Wer sich kaum zwischen den meisterhaften Modellen entscheiden mag, dem sei augenzwinkernd in Erinnerung gerufen, dass er doch zwei Handgelenke hat

Die neuen Modelle von «Louis Erard» sind erhältlich bei Uhrsachen, Kramgasse 19, Bern. uhrsachen.ch, louiserard.com

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

DIE NEUE «HÄUTE

COUTURE»

Gestern lagen Ziegenfelle brach, heute fertigt ein neues Label daraus Accessoires an, die übermorgen sogar noch individueller sind: Weil die Zeit dem naturbelassenen Leder Patina verleiht.

«Um Dinge zu schaffen, die lange halten, arbeiten wir mit Materialien, die mit Würde altern», lautet das Credo des neuen Schweizer Labels «Marai». Wer sich daraus noch keinen Reim machen kann, dem sei es mit weiteren Strophen erzählt. Seit dem Ende der regionalen Lederindustrie in den 50er-Jahren und dem rückläufigen Handel mit Fellen werden hierzulande jedes Jahr zehntausende Ziegen- und Schaffelle vernichtet. «Wir fertigen aus die -

sen vorhandenen Rohstoffen edle, langlebige Lederaccessoires, was auch darauf sensibilisiert, welche direkten Konsequenzen der Konsum von tierischen Lebensmitteln mit sich bringt», beschreibt Projektleiterin Nina Conrad, die seit vielen Jahren Firmen aus der Textil- und Lederbranche in Nachhaltigkeitsfragen berät.

Auch bei «G. Neuenschwander Söhne» platzte das Lager an Fellen von Tieren, die in kleinen Bauernbetrieben im Emmental, dem Jura oder dem Tessin weideten, allmählich aus allen Nähten. So war beim Familienunternehmen, das die Gebrüder Bernhard und Marc Neuenschwander in fünfter Generation führen, die Idee geboren, diese schlummernden Schätze, die sonst der Verbrennung geweiht sind, mit rein pflanzlichen Extrakten aus Hölzern, Rinden und Baumfrüchten lokal zu gerben. Aus diesem dadurch naturbelassenen, anschmiegsam weichen und natürlich strukturierten Leder, – das Narben, Kratzer oder Mückenstiche nicht etwa versteckt, sondern verehrt – nähen Manufak-

Mit Pioniergeist und Patina: Indem «Marai» die natürlichen, zirkulären Materialien nutzt, wirkt das Label der Verschwendung von hochwertigen Rohstoffen entgegen. Die Accessoires aus naturbelassenem Leder sind erhältlich bei G. Neuenschwander Söhne, Industriestrasse 4, Oberdiessbach und im Online-Shop: marai.ch

turen in der Schweiz und im nahen Süddeutschland limitierte Editionen. In diesen progressiven Produkten schwingt auch Pioniergeist von einst mit: der Markenname «Marai» ist hergeleitet von Maria Engel, die 1861 die Ehefrau des Firmengründers Gottlieb Neuenschwander war. Voller Energie, und durchaus mit Hartnäckigkeit, packte sie im Laden in Oberdiessbach mit an und trug damit wesentlich zum Erfolg der Firma bei. Die Kreationen von «Marai», entworfen von variablen Designteams, sind durchaus als Hommage an starke Persönlichkeiten wie sie zu verstehen, denn sie stehen zu «Ecken und Kanten»: Die Lieblingsstücke in Schwarz und Naturfarben «leben» mit; der Lauf der Zeit verleiht dem feinen Leder eine eigene Patina. Auf diese Weise werden Handtaschen, Handyhüllen mit Innenfach, Etuis oder Portemonnaies wahrlich zu persönlichen Poesiealben: Sie erzählen von dem, was charakterprägend ist – wie bei einem Gedicht über das Leben, das mit jedem Schwank um eine Strophe reicher wird.

ARCHITICKTUHR!

Die Highteck-Keramikuhren von «Rado» gibt es neu in neun lebendig-leuchtenden Farben aus der legendären «Architectural Polychromy»-Farbtheorie von Le Corbusier, einem der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Die Modelle, je Farbe auf 999 Stück limitiert, sind erhältlich bei Konzept Uhrsachen, Kramgasse 21, Bern.

JA ZUM BUNT-BEITRITT!

Zehn von zehn Zehen stimmen für die Slip-on-Schuhe aus 100% Bauwollstoff von «Bucketfeet», um mit dem Design des Künstlers Martin Honasan den Frühling möglichst farbenfroh zu beschreiten. luras.ch

MAGIE VOM MÜNSTERPLATZ

Schmuck sei die schönste Form, Geschichten zu erzählen, findet die Stadtberner Goldschmiedin

Claudia Neuburger: So spricht aus dem goldenen Ring-Unikat mit rotem Turmalin und schwarzen Brillanten das pure Leben seiner Trägerin. punctum-aureum.ch

GRÜN WIE …

… Glücksklee, Frösche, die sich manchmal in Prinzen verwandeln – und saftige Wiesen: Die neue Kollektion aus Recycling- und Upcycling-Materialien der Designerin Leonie Risch steht unter dem Motto «Ärna Käferfäscht», ein Liechtensteiner Sprichwort für eine unsagbar gute Zeit. leonierisch.com

NICHTS LICHTER ALS DAS!

In betörender Weise erhellt der Ohrschmuck, handgefertigt aus zertifiziertem Oeko-Gold und mit gelben und grünen BeryllEdelsteinen sowie Diamantrosen besetzt, die Gesichter. Punctum Aureum, Münstergasse 30, Bern

Fr. 780.–
Fr. 2000.–
Fr. 49.90

HALS ÜBER

MASCHE FÜR MASCHE … und schon hat «aws twentyfourseven» Mode- und Umweltbewusste in der Tasche. Die neue Kollektion der Basler Designer wirkt nicht nur verführerisch, sondern fühlt sich vertraut an: Nachhaltige Rohstoffe wie Leinen oder Kaschmir-Seide verstricken traditionelle Manufakturen zu leichten Lieblingsteilen. aws247.ch

verliebt in die Kunstwerke von Nolwenn Denis, welche die Foulard-Capsule-Kollektion von «Mikaine Switzerland» aus Zürich zieren. Die französische Gouache-Künstlerin hat in ihrem unverkennbaren, farbenfrohen Stil Szenen aus der Schweiz illustriert: Diese sind so umgesetzt, dass je nach Faltung des Tuches andere Elemente zur Geltung kommen. Für ihre Entwürfe vereint sie Techniken der analogen und digitalen Kunst, inspiriert von facettenreichen Eindrücken, die sie auf Reisen sammelt. «Mit meiner positiven Farbgestaltung und den kleinen Details, möchte ich die Menschen zu den Orten meiner Werke mitnehmen und ihnen ein warmes Gefühl geben, das ihre Herzen berührt», so Nolwenn Denis. Wie alle Kollektionen von «Mikaine Switzerland» wird auch die limitierte Edition aus nachhaltigem Seiden-Twill nach allen Künsten des traditionellen Handwerks in einer kleinen italienischen Manufaktur nahe der Schweizer Grenze gefertigt. So sind die Foulards eine zeitlose Konstante in einer schnelllebigen Welt – ob gewickelt, gebunden oder geknotet.

mikaine.ch

SCHÖNFÄRBEREI

Wie Kondensstreifen, die sich über einen violetten Himmel ziehen: Baumwollschal (150×5 cm) mit geschnittenen Kanten und gewobenem Etikett, von Hand eingefärbt im Basler Atelier von Simon Burgunder. burgunder.xyz

GERNE NAHETRETEN …

… dann sieht man besser, wie hochwertig das Velourleders verarbeitet und geprägt ist. Wie alle Modelle des Schweizer Labels «Rubirosa» sind auch die mittelblauen Sneakers «Judy» klimapositiv in einer italienischen Manufaktur handgefertigt. rubirosa.com

ÖFFNUNGSDISKUSSIONEN

gibt es in Bezug auf diese Tasche keine: Einfach aufrollen und dank dem Dreiwege-Riemen variabel tragen. «Pablo» ist ein Modell aus der neuen Kollektion von «L&E», die aus vollständig recycelbarem Zellulose-Leder auf Papierbasis besteht. lnelondon.com

LANGSICHTIG

Ob kurz- oder weitsichtig, auf lange Sicht macht sich das Modell «bont» des Berner Brillenlabels «Lars» bei allen breit, die Ästhetik und Komfort als wichtig ansehen: Klare Designsprache trifft auf unbeschwertes Tragegefühl, gefertigt mit der 3D-Druck-Technologie. Brillerei in Bern, Riggisberg und Köniz (ab April). brillerei.ch

TONANGEBEND BEI TRAGEMUTIGEN

Farben und abstrakte Muster wagen – das klingt wie Musik in den Ohren: Der interdisziplinäre Künstler Tobias Gutmann liess sich für das Design der OversizePullover aus feiner Merinowolle von Stücken des Saxophonisten Pablo Lienhard inspirieren. tobiasgutmann.com

Fr. 45.–
Fr. 338.–
Fr. 329.–
Fr. 380.–
Fr. 289.–

VEILCHEN, BLEIB FÜR EIN WEILCHEN

PROVO(VER-)ZIERUNG

Der Feigenblatt-Flakon: eine Zierde. Der Männerduft: eine Provokation. Die neue Kreation «Le Beau», entworfen von Parfumeur Quentin Bisch für «Jean Paul Gaultier», betört mit sinnlich-maskulinen

Noten von Bergamotte, Kokosholz und Tonkabohne.

HE(A)DONISTISCH …

… im guten Sinne: Für jene, die dem sinnlichen Genuss frönen, erlesene Materialien und solides Handwerk wertschätzen, sind die Hut-Unikate der Zürcher Manufaktur «Onkai Heiwa» ein purer Lustgewinn. onkaiheiwa.com

Frisch geschnitten im Atelier von Luka Maurer, der mit seinen Designs welke Rollenbilder abknickt und männliche Sensibilität zum Erblühen bringt: Massanzug aus der neuen Kollektion «Cloudwalker» in Veilchenlila, das irdisches Rot mit himmlischem Blau vereint. garnison.ch

FUNKELNDER FRÜHLINGSFLIRT

Mit den Manschettenknöpfen aus Rotgold mit oval facettierten Granaten, angefertigt in der Deutschen Manufaktur «Emil Kraus», funkelt es hochkarätig am Handgelenk, wenn man seinem Herzensmenschen eine Kusshand zuwirft. Bijoux Stadelmann, Marktgasse 29, Bern

Fr. 4930.–
Fr. 1439.–
Photographer: Julien Palmilha – www.cyclo.ch Model: Golo Fischer

INTERIEURMÖBEL MIT MENTALITÄT DESIGN:

Das Interieur widerspiegelt das Innenleben –und umgekehrt: Mario Franz, Wohnexperte in dritter Generation, weiss, wie es sich einrichten lässt, mit Designmöbeln das Daheim gleichermassen zu verschönern wie das Daseinsgefühl.

Mario Franz setzt sich hin, lehnt sich zurück und legt die gefalteten Hände auf den Tisch –nicht auf irgendeinen Stuhl, nicht an irgendeinen Tisch. Denn weder im Beratungsraum noch im restlichen Showroom von «intraform» in der Berner Altstadt ist etwas dem Zufall überlassen, sondern dem Finger-, ja gar dem Zehenspitzengefühl. «Beim Wohnen geht es allem voran um das Wohlbefinden», sagt der Geschäftsführer in dritter Generation. Gerade in den letzten Jahren sei die Wohnsituation in den Fokus gerückt: das eigene Zuhause als Zufluchtsort in einer unsicheren Zeit, welche die Grundfesten durchaus ins Wanken brachte (und bringt), als Schlüsselelement für die (geistige) Gesundheit. Ein Ort, der nicht mit dem Gedanken einhergeht «dann bleibe ich halt zu Hause», sondern vielmehr mit «dann bleibe ich lieber zu Hause». Ein Nest, das nicht aus beliebig gepickten Halmen, sondern mit bewusst gewählten Highlights gebaut ist. Die Gestaltung der Räume wirkt sich auf das Fühlen, Denken, Verhalten und Handeln jener aus, die sie bewohnen – und umgekehrt können letztere mit der individuellen Inneneinrichtung ebendiese Faktoren beeinflussen. Wie das gelingt, zeigt Familie Franz seit über fünfzig Jahren auf: 1962 gründeten Erwin und Trudy Franz, die Grosseltern von Mario Franz, das Möbelgeschäft an der damaligen Metzgergasse 47.

Zierden statt Zapfsäulen

1972 erfolgte Umzug an die heutige Adresse, an die Rathausgasse 76, wo nichts war, wie es heute ist: Im über 500-jährigen, markanten Riegbau gab es keine Schaufenster, dafür einen Kiosk und eine Tankstelle, denn vormals befand sich hinter den historischen Gemäuern eine Lastwagen-Werkstatt. Da der Platz beschränkt war, baute Erwin Franz so manch ein Möbelstück bei sich zu Hause zusammen und lieferte es im vollbeladenen Privatauto aus, mit auf dem Dach festgebundenen Einzelteilen. «Aus dem, was zur Verfügung stand, holte man das Beste heraus», erinnert sich Mario Franz, der schon als Junge Händchen in der Werkstatt bot und sich sein erstes Taschengeld mit Abheften verdiente: 10 Rappen pro Kundenmappe klimperten in sein «Kässeli». Welch komplexe Konstruktion das Gebäude barg, kam erst bei den Umbauten 1982 und 1992 zum Vorschein, mitsamt Souvenirs von einst wie einem blechernen Tankstellenschild. Beschildert ist die Ausstellung heute nicht, denn man begibt sich intuitiv-entdeckerisch in das lebendige Labyrinth aus Liegelandschaften und Lichtobjekten, wo man öfters den

Es bleibt in der Familie: Nach rund zehn Jahren im elterlichen Betrieb übernimmt Mario Franz dieses Jahr die Leitung von «intraform»: «Möbelberatung erfordert Menschenkenntnis, die Multimedia nicht zu ersetzen vermag.»

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

Reiz verspürt, auf der Stelle einziehen zu wollen. Die Etagen auf den 1000 Quadratmetern sind derart verschachtelt, dass man beim Rundgang die Hausnummer wechselt, ohne es zu bemerken. Zwanzig Räume repräsentieren das Portfolio weltweit führender Marken und kleiner, innovativer Manufakturen: Ein Sessel, der ebenso Skulptur ist wie Sitzgelegenheit. Eine Lampe, die mehr Liebe ausstrahlt, als dass sie es nötig hat, mit Licht zu blenden. Ein Regal, das Designgeschichte in Tablaren dichtet. Ein Stuhl, den man selbst in chaotischen Zeiten nicht unter Kleiderbergen verschwinden lässt. Die Einrichtungsideen sind nicht dem «Hast du das, bist du was»-Hochglanzkatalog entliehen, sondern lebensnah – schliesslich ist die Realität oft eher kleiner Altbau als grosses Loft, eher kunterbuntes Kinderspielzeug als Kunstsammlung und eher Einrichten in Etappen als Rundumerneuerung.

Sesselrücken der Generationen

Im selben Haus, in dem sich der Laden befindet, aufgewachsen, entwickelte Mario Franz früh Freude am Handwerklichen. Bei der Berufswahl schlug er aber eine anderer Richtung ein – vorerst: Als Kind jener ersten Generation, die faszinierenderweise mit einem PC gross geworden war, entschied er sich für die IT-Branche. «Auch dort geht es darum, das Bedürfnis der Kundschaft zu analysieren und eine Lösung zu kreieren», zieht er Parallelen zu seiner heutigen Tätigkeit als Wohnberater. «Doch ist IT wenig sinnlich im Vergleich zur Raumgestaltung», begründet er den Jobwechsel, den er vor rund zehn Jahren vollzog. Was ihm in Talentteilen von seinen Grosseltern und Eltern in die Wiege gelegt wurde, lernte er schliesslich in mehreren Ausbildungen von der Pike auf. «Es ist schön, auf die Wurzeln zurückzublicken – und diese in die Zukunft weiterzuziehen», bemerkt er im Hinblick auf das Sesselrücken in der Geschäftsleitung, welches dieses Jahr über den Tisch geht. Von seinem Vater Edi Franz habe er unter anderem gelernt, Argumente für die Qualität eines Designs auszumachen: «Er hat mir beigebracht, mir systematisch – über persönliche, sinnliche Eindrücke hinwegblickend – ein fundiertes Urteil zu bilden.»

Tacheles zum Thema Trend «Nach wie vor kommen Leute in das Geschäft, die schon Kunden meines Grossvaters waren», erzählt er, «und dieselben Möbel immer noch nutzen und schätzen.» Dies bestätige einerseits die generationenüberdauernde Güte, andererseits sei es faszinierend, wie «uralt» manche Designs seien und dennoch in die Zeit passen, als hätte man sie im Geiste der Gegenwart erdacht. Ein Kniff der Kunst, einzelne Räume oder ganze Wohnungen einzurichten, bestehe darin,

1 Einfühlsam einrichten: «Trends kommen und gehen. Doch was bleibt, ist der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Interessen und Vorlieben», beschreibt Edi Franz die Philosophie des Möbelgeschäfts, das er 1988 von seinem Vater übernahm.

2 Die Komfortzone klarmachen: Mit dem neuen Sessel «Exford», von Jeffrey Bernett für das italienische Traditionsunternehmen «Cassina» designt, lehnt man sich farbverwöhnt zurück und legt dank passender Fussstütze die Beine hoch. intraform.ch

Aha-Erlebnisse mit S-Linien: Der Stuhl «Noto» der seit sieben Jahrzehnten familiengeführten Firma «Cor» macht dank minimalistischer Linienführung und weich gefedertem Sitz am Tisch oder als Hingucker im Raum eine gute Figur.

Klassiker und zeitgenössische Möbel in Symbiose zu vereinen. Trendstücke beurteile man bei «intraform» jedoch doppelt kritisch: «Sie könnten zu kurzlebig sein, was nicht unserer Philosophie entspräche», veranschaulicht der 37-Jährige. «Es geht darum, bewusst mit Ressourcen umzugehen und nachhaltig einzurichten. Sprich: Sich für etwas zu entscheiden, an dem man sich lange erfreut». Deshalb sei der Beratungsprozess wesentlich. Durch den persönlichen Kontakt machen sich die Wohnexperten ein Bild des Menschen, der durch die Wohnung wandelt, liegt, die Beine hochlegt oder schläft. Die Schatzsuche verläuft nach dem Sinn: Sag mir wie du sitzt, und ich sage dir, welches Sofa zu dir passt. So kommt das Evaluieren einer Couch einer Charakterstudie gleich: Handelt es sich eher um einen Gefühlsoder Zahlenmensch? Ist die Haptik bedeutender als die Optik – oder andersrum? «Möbelberatung erfordert Menschenkenntnis, die Multimedia nicht zu ersetzen vermag», davon ist Mario Franz überzeugt. Natürlich könne man online Kollektionen vergleichen, sich eine Übersicht verschaffen und dank virtueller Realität sogar ein Möbel in den Grundriss ziehen, doch wie es sich anfühlt, mit der Handfläche über die Holzmaserung zu gleiten oder auf dem Bett alle viere von sich zu strecken, erfährt man nur, wenn man es tut. Sei es einem Kunden nicht ganz wohl in seinen eigenen vier Wänden, könne sich im Austausch auch herauskristallisieren, dass es gar nicht am Sofa liegt, wie er es selbst vermutete, sondern an der Wandfarbe oder dem Licht: «Wir können aus jedem Raum wohlige Wohnlichkeit herauskitzeln, sei es mit Möbeln, Farbe oder Licht – im Idealfall mit einer Kombination davon.»

Möbel als Gesellschaftsspiegel

Aber auch der Blick über die Möbelkante hinaus ist richtungsweisend: Die Objekte erzählen kulturelle Geschichte und sind Indikatoren von gesellschaftlichen Entwicklungen. Beispielsweise bringt Homeoffice mit sich, dass ein Möbelstück vermehrt mehrere Funktionen erfüllen muss – oder die Digitalisierung, dass kaum mehr eine Nachfrage nach CD-Regalen besteht. Möglicherweise ist es auf die wachsen-

de Flut an bedrohlichen Meldungen zurückzuführen, dass sich Möbel aktuell im Farbrausch befinden – wie auch die Mode. «Es stehen uns bunte Zeiten bevor – mit Mut zu satten Tönen und zur Kombination von intensiven Nuancen», beobachtet Mario Franz, der an internationalen Messen von Köln bis Mailand den Strömungen nachspürt. Eine solche ist auch, dass Nachhaltigkeit Einzug hält: Hersteller

1 Vornehme Zurückhaltung: Das jederzeit erweiter- und wandelbare Regalsystem von Nils Holger Moormann vereint minimale Konstruktion mit maximaler Einsatzfreude, ob in der Dachschräge oder freistehend im Zimmer. intraform, Rathausgasse 76, Bern

2 Liege lieber ungewöhnlich: Die Kollektion «Blazer» von «Minotti» verweist mit geometrischen Konturen und Steppnähten auf die Haute-Couture mit ihrem Blick auf eine präzise und sorgfältige Schneiderkunst. intraform.ch

1000 Quadratmeter lebensnahe Einrichtungsideen für Privatund Geschäftsräume: In zwanzig Zimmern präsentiert «intraform» Erlesenes aus dem Portfolio namhafter Marken und kleiner Manufakturen. Infos und weitere Inspirationen auf der Webseite, die im Frühjahr in neuem Gewand erscheint: intraform.ch.

passen ihre Prozesse an, um sie umweltschonender zu vollführen, und setzen auf Materialien, die natürlichen Ursprungs sind, in den Kreislauf rückführbar oder aber ökologisch abbaubar sind. «Aus dem Hinterfragen der Herstellungsweise resultieren zudem Materialinnovationen – und diese wiederum prägen und verändern den Stil», weiss Mario Franz. Wenn möglich, besucht er Manufakturen, um selbst Einblicke in die Entstehung zu gewinnen. Es sei faszinierend, mit welcher Handwerkskunst beispielsweise die Konstrukteure von «Cattelani & Smith» aus lauter einzelnen Details jede Designlampe manuell anfertigen. Nicht zuletzt wegen diesem staunenden «mit eigenen Augen verstehen» wirft in Mario Franz’ Zuhause ein Leuchtobjekt des italienischen Labels schmucke Schatten an die Wand.

Ansammlung von Lieblingsstücken

Wie ist eigentlich jemand eingerichtet, der tagein tagaus dafür sorgt, dass sich andere zu Hause geborgen fühlen? Als eine «Mischung aus Freude an einzelnen Objekten, die als Gesamtes harmonieren», beschreibt er seine eigene Art zu wohnen. «… eher verspielt, was wohl meinen Charakter widerspiegelt», fügt er schmunzelnd an, «es ist eine Anhäufung an Lieblingsstücken verschiedener Stile – recht farbig, wie es derzeit en vogue ist, aber interessanterweise ist kein Möbel jünger als zehnjährig.» Jüngst in das Interieur integriert hat er einen «Aluminium Chair» mit indigoblauem Bezug, 1945 entworfen von Charles und Ray Eames, den er von seinen Gros-

1 Retro-Klassiker im Hier und Jetzt: 1948 entwarfen

Charles und Ray Eames den Stuhl mit körpergerecht geformter Schale und einem Konzept für verschiedene Untergestelle. Nicht zuletzt mit ihrer Idee, bis dahin farbloses Fiberglas in etlichen Nuancen auszutüfteln, schrieben sie Designgeschichte. intraform.ch

2 Schweizer Handwerk trifft brasilianische Fröhlichkeit: Das Meer an der Copacabana, die üppige Vegetation Brasiliens und olympisches Gold – all diese Farben spiegeln sich in der Oberfläche der Leuchte, hergestellt von «Röthlisberger» in Gümligen.

seltern erbte. Und damit einhergehend die Denkweise, möglichst nichts wegzuwerfen. «Im Überfluss zu leben, führt dazu, dass die Möglichkeiten zur Weiter- oder Wiederverwertung ausser Acht gelassen oder gar vergessen werden», findet er. Deshalb zieht er in Betracht, auch bei «intraform» künftig Möbelauffrischungen anzubieten und so die Lebensdauer von (emotional) wertvollen Stücken zu verlängern, schliesslich verfügt sein Werkstatt-Team über die nötigen Fertigkeiten dafür.

«… mein Grossvater pflegte sogar, ausgediente Gefässe wiederzuverwenden. So füllte er Mückenmittel in die Haarspraydose ab und die Belustigung war gross, als die Frisur eines Nichtsahnenden zwar nicht gefestigt, aber vor Mücken geschützt war», erzählt er lachend, lässt seine Hände auf dem naturbelassenen Holz ruhen und blickt aus dem hohen Altstadtfenster hinaus mit Augen, in denen Zukunftsvisionen aufblitzen. 1

Auf Ikone komm raus! Beseelt vom Pioniergeist der Gebrüder Eames, lancierte der Schweizer Möbelhersteller «Vitra» die Neuauflage des outdoortauglichen Originals, die es in Farben von Sonnengelb bis Eisgrau gibt. intraform, Rathausgasse 76, Bern

GLÜHENDE GEOMETRIE

Die schlichte, schwerelose Pendelleuchten-Serie «Floyd», inspiriert von der geometrischen Figur «Oloid» von Paul Schatz, scheint aus jedem Blickwinkel eine andere Erscheinung anzunehmen. In verschiedenen Grössen erhältlich. kuboid.ch

SOLE-MATE

Das neue Kissendesign «Sole» erweist sich als seelenverwandt mit allen, welche die Sonne anbeten, gerne Farbakzente setzen, ausgiebige Siestas lieben – und die traditionsreiches, sardisches Webhandwerk wertschätzen. stilestrano.de

FLIEGENDER DRECHSEL

Kaum hat man den Hocker «Helix» daheim, wechseln sich die Menschen, die es sich darauf bequem machen wollen, ununterbrochen ab. Limitierte Edition, aus Schweizer Ahorn gedrechselt von Andreas Gerig in Zusammenarbeit mit «Kaaron studio». drechselwerk.ch

BETTWÄSCHE UND HEIMTEXTILIEN

Schweizer Manufaktur

Unsere in der Schweiz produzierte Bettwäsche finden Sie in der Divina Traumwelt Bern an der Kramgasse 43/Münstergasse 38 oder auch in unserem Online-Shop unter www.divina.ch

NACHTRAGEND?

Bestimmt nicht, denn mit der Box mit Tragegriff, designt und hergestellt in Basel, ist alles in blauster Ordnung und das Chaos aus der (Büro-)Welt geschaffen: Dank der schlicht-schlauen Unter teilung ist Kleinkram im Handumdrehen einsortiert – und ausser Sichtweite getragen. inbyko.com

Fr. 160.–
Fr. 179.–

KLINGT BET(H )ÖREND!

DREIBEINER FÜR ZWEIBEINER

Hocker mit pulverbeschichtetem Untergestell und runder Sitzfläche aus pflanzlich gegerbtem, naturbelassenem Leder, dessen Patina mit jeder Sitzgelegenheit schöner wird. Designt von der Möbelpolsterin Domenika Rast und hergestellt in Zürich und Luzern. mitka.ch

WANKELMUT

Für einmal supergut: Denn «Babar» (30 × 31 × 39 cm) ist dank durchdachtem Design mal Hocker, mal Beistelltisch und mal Bücher- oder Zeitschriftenaufbewahrung. Als Interieur- oder Outdoor-Variante in verschiedenen Farben erhältlich. superlife.ch

Ob «Here comes the sun» oder «Im Märzen der Bauer» – der adaptive, kabellose Lautsprecher «Beolab 28» holt mit exzellentem Studio-Sound das Beste aus jedem musikalischen Moment heraus. Aus verschiedenen erlesenen Materialien erhältlich bei Media-Line in Bern, Thun und Interlaken. media-line.ch

(P)OUF, WIE RAFFINIERT!

Die einen erinnert die Form an ein Akkordeon, die anderen an das französische Baisergebäck «Macaron»: Der Lederhocker der Aargauer Möbelmanufaktur «De Sede», ausgezeichnet mit dem «German Design Award 2020», ist stufenlos in der Höhe verstellbar. bestswiss.ch

Fr. 2140.–
Fr. 320.–
Fr. 340.–

HANG ZU HELLIGKEIT

Die Hängeleuchte «Funambulb» aus dem Atelier «Superlife», gegründet von den Schweizer Designern Edrris Gaaloul und Cyrille Verdon, ermöglicht durch ein sieben Meter langes Kabel vielfältige Beleuchtungsmöglichkeiten. superlife.ch

Fr. 160.–

IN NEUEM KLEIDE DANK KREIDE

Mithilfe von wasserbasierter, umweltfreundlicher Kreidefarbe verleiht das Zürcher Atelier «anliv» von Pia Wicki ausgemusterten Glaswaren ein zweites Leben und schafft so handbemalte Unikate. anliv.ch

ÜBERSCHÄUMEN VOR GLÜCK Pläsir ist nur einen Pumpstoss entfernt: Für die limitierte Edition der Naturseife mit warmem, vollmundigem Duft kooperierte «Soeder» mit dem Designatelier «Schönstaub», schliesslich wäscht ja bekanntlich eine Hand die andere. soeder.ch

LÄRM EISKALT AUSBLENDEN

Mit dem In-Ear-Kopfhörer H95 von «Bang & Olufsen» aus der Kollektion «Nordic Ice» geniesst man dank hochsensibler Mikrofone kristallklaren Klang ebenso wie völlige Stille, gewährt durch fortschrittliche «Active Nose Cancellation». Die streng limitierte Edition ist erhältlich bei Media-Line in Bern, Thun und Interlaken.

KUNSTKISSEN*

*dieses Design kann Spuren von Regenbogen enthalten: Das bedruckte Kissen «Retina» (45 × 45 cm) ist aus 100% luxuriösem, mattem Satinstoff in Handarbeit in Italien gefertigt. zigzagzurich.com

Fr. 59.–
Fr. 899.–
Fr. 59.–
ab Fr. 39.–
A NEW SENSE OF TIME.

wie man es mag – das Doubleface-Dessin «Floripa» offenbart zwei Gesichter des Frühlings: Mal mit Blumen, mal mit Streifen umschmiegt einen die zartglänzende Mako-Satin-Bettwäsche, nachhaltig in der Schweiz hergestellt, bis zum morgendlichen Zwitscherkonzert. divina.ch

SICH SEINE ZUKUNFT

Mit Acrylfarbe das innere Bild auf Leinwand malen – das gelingt unter der Anleitung von Julia Bigler leicht und ohne jegliche malerische Vorkenntnis. Mit der lustvoll befreienden Technik, welche die Berner Künstlerin im Tagesworkshop lehrt, entstehen Bilder ganz intuitiv: die Teilnehmenden folgen keiner Vorlage, sondern ihrer inneren Bewegung. Der zarten Stimme des Herzens lauschend, füllt sich die weisse Leinwand mit Farben durch Malerei, Klecksen, Fingerarbeit und Übermalen, sodass innert Stunden mühelos ein ausdrucksstarkes Werk entsteht.

Weitere Möglichkeiten der Bildgestaltung zeigt die Künstlerin und Dozentin in ihrem Workshop Mixed-Media-Collage: Aus Papieren, Fotos und Acrylfarbe kreieren die Teilnehmenden Schicht für Schicht und Schritt für Schritt individuelle Kompositionen – akzentuiert mit Ölkreiden, Tusche oder Graphit. Das Finnisch mit Wachs verleiht dem Kunstwerk räumliche Tiefe und Qualität, sodass man sich lange an seinem «Türöffner für das kreative Selbstvertrauen» erfreut.

«Intuitive Acrylmalerei», 2. Juni 2022; «Mixed-MediaCollage», 8. Juni 2022 (jeweils 9 – 17 Uhr, je Fr. 370.–). Infos und Anmeldung: juliabigler.ch

VERREISEN PER NASE

Ein Atemzug reicht und der Duft von «Venetiae» mit der Frische einer Meeresbrise versetzt einen nach Venedig mit seinen berühmten Eichenholzstangen «Briccole», welche in den Kanälen die schiffbaren Gebiete abgrenzen. Der Deckel der «Locherber»-Kreation ist aus Originalholz der Lagunenstadt handgefertigt. media-line.ch

Stereo-Exzellenz.

Im Einklang mit Ihnen.

VOM STAPEL LASSEN ist für einmal nicht ab-, sondern höchst aufwertend – für den Garten oder den Balkon: Der stapelbare Aluminium-Stuhl «Coray», im Jahr 1953 vom Schweizer Möbeldesigner Hans Coray entworfen, bringt in Blau, Gelb und Rot Leichtigkeit in seine Umgebung. seledue.ch

WORTREICHER (UNTER-)SATZ

Mit dem Untersetzer-Set «Themawechsel» bleibt man im Gespräch, selbst, wenn Wasser und Wein ausgetrunken sind: Als Impuls geber ist jeder der zwölf Tischschoner aus Bierdeckelpapier mit einer Frage versehen. fideadesign.com

Der Beolab 28 ist schlanker, intelligenter und überraschender als jeder Stereolautsprecher, den Sie bisher erlebt haben. Stellen Sie ihn an einer beliebigen Stelle im Haus auf, streamen Sie sofort alles, was Sie wollen, und tauchen Sie ein in kraftvollen Klang in Studioqualität, der sich automatisch an Ihren Raum anpasst.

ES WÄCHST ÜBER DEM KOPF

Und das hat nichts mit Überforderung zu tun, sondern mit Stilsicherheit: Der kleine, von Hand glasierte Hängetopf (Ø 8.5 cm) zur Befestigung an der Decke bringt Pflanzen und Sukkulenten in luftiger Höhe zur Geltung. esmee.ch

Fr. 404.–
Fr. 19.90
Fr. 9.90
Fr. 145.–

SIE GLÜHEN FÜRS BLÜHEN

Sie bringen Rückzugsorte

vorwärts: David Schmid und Mario Caretti hecken Gartenkonzepte aus, mit denen nicht nur Grünes wächst und gedeiht, sondern auch die Geselligkeit.

Wo sich einst Harassen stapelten, lagert nun Ausgewähltes für Gärten und Terrassen: Vier Jahre nach der Firmengründung hat «Glowing Grass» eine Lagerhalle der Brauerei in Worb dazugemietet, um exklusive Möbel, Materialien und gedeihliches Gartengut bereitzuhalten. Nebenan haben die Inhaber David Schmid und Mario Caretti eine Baumschule angelegt, in der Interessierte botanische Besonderheiten von violetten Verbenen bis zu knorrigen Korkeichen beschauen können. Mit ihren knospenden Konzepten – sowohl für grosszügigen wie auch für bescheidenen Umschwung – geben sie der Natur mehr Raum: Die Innenarchitektur nach draussen und die Aussenarchitektur nach drinnen tragen, lautet einer ihrer Gestaltungsgrundsätze. Beispielhaft zeigt dies das Projekt «Mille Beaux»: Auf der sonnenverwöhnten Dachterrasse schufen sie ein Wohnzimmer unter freiem Himmel. Im selben Stil gehalten wie im Innen-

raum, sorgt der Holzboden für fliessende Übergänge und eine mächtige Pinie in Wolkenform wirkt je nach Blickwinkel, als schwebe sie in die Stube hinein. Ein Highlight ist die von einem Bücherregal inspirierte Pflanzenbibliothek, die es ermöglicht, Blumen, Kräuter oder Objekte spielerisch zu inszenieren. Durch das abge stimmte Beleuchtungskonzept werfen wohlriechende Thymian-, Oregano- und Rosmarinzweige kunstvoll-lebendige Schatten. Licht fällt bei den Gestaltungen der Gartendesigner stets in Gewicht, was auch ihre Eigenerfindung der filigranen «Leuchthalme» manifestiert, die namensgebend für ihre Unternehmung sind. Details vom strahlenden Accessoire bis zum schlummernden Zwiebelchen, das erst im Spätsommer farbklecksend erwacht, platzieren sie mit Fingerspitzengefühl. Als einfühlsam erweisen sie sich auch fernab von Bepflanzungen: Sie verwirklichen auch Konzepte mit Fokus auf die Beleuchtung oder die Möblierung. Nicht zuletzt, weil zahlreiche der ausgewählten Gewächse essbar sind, setzt «Glowing Grass» auf die Philosophie des biologischen Gartenbaus, unter anderem mit Mikroorganisem und Nützlingen. Das bedeutet nicht nur giftfrei Gärtnern und wertvolle Biodiversität, sondern auch: mehr gesellige Mussestunden im Garten bei weniger Hege und Pflege.

Infos und Inspirationen:

Glowing Grass, Brauereiweg 3b, Worb, 031 839 99 90. glowinggrass.ch, instagram.com/glowing_grass

Gärten, die wie natürliche Kunst wirken und nicht wie künstliche Natur:

Die Landschaftsdesigner von «Glowing Grass» schaffen mit verschiedenen Bereichen und Ebenen eine Intimsphäre, ohne abzuschotten. Dabei setzen sie auf ökologisch nachhaltige Materialien wie Mosaike aus recyceltem Glas von Röhrenbildschirmen.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO MERLIN PHOTOGRAPHY

EINGELEBT

VON JETZT AUF GLEICH

Wer seinen Bekanntenkreis über seine neue Anschrift informiert, könnte einfach schreiben: mitten im Park! Denn so fühlt es sich an, im neuen Quartier «Riedacker» in Muri zu leben.

Das Konzept, bei dem Natur und Design ineinanderwachsen, trägt die Handschrift namhafter Ateliers.

DAMIT DIE ELEMENTE MIT DER NATUR IN EINKLANG STEHEN, BEDACHTEN DIE

GESTALTER DEN LAUF

DER SONNE UND DES SCHATTENS.

Naturbezogenes Wohngefühl: Betritt man die Mietwohnungen in Eigentumsstandard mit 3½ bis 5½ Zimmern, eröffnen die Panoramafenster den Blick in die prächtige Parkanlage, die sich harmonisch in die Geländestruktur einfügt.

Wer seine Post aus dem Briefkasten fischt, welche an die neue Adresse gelangt, findet sich mitten in einer wasserdurchflossenen Parkanlage wieder: Denn die neu erbauten Villen schmiegen sich sorgfältig in die stimmungsvolle Umgebung, die der international renommierte Landschaftsarchitekt Enzo Enea entworfen hat. Ein verbindendes Element ist der Teich – wahrscheinlich der grösste in der Schweiz – auf dem pastellfa rbene Seerosen still ihre Schönheit auffächern. Inmitten von Grünflächen, blühfreudigen Stauden und Gräsern, die sich spielerisch im Berner Wind bewegen, kommt das Gefühl auf, man wandle durch ein Gemälde von Claude Monet. Diese Anmutung kommt nicht von ungefähr, denn Enzo Enea liess sich von Werken des französischen Malers inspirieren. Mit zukunftsgerichtetem Blick fiel die Wahl auf einheimische Bäume wie Sumpfeichen, Trauerweiden, Felsenbirnen und Zierapfelbäume. Die beiden letzteren Sorten wachsen malerisch über drei Etagen empor, sodass sich der Balkon in der Baumkrone zu befinden scheint. So begleitet einen die Nähe zur Natur stets, auch wenn man sich in die Wohnung zurückzieht, um im Helllicht der grossflächigen Panoramafenster Briefe zu sortieren oder in der offenen Wohnküche das Mittagessen vorzubereiten. Dass der Innen- und der Aussenbereich zu einem harmonischen Ganzen zusammenwachsen, wurzelt in der Zusammenarbeit mit dem «Atelier oï», das dafür bekannt ist, Normen zu brechen, indem es die Disziplinen Architektur, Innenarchitektur, Design und Szenografie verbindet. «Der Begriff der Atmosphäre umschreibt für uns, was das Wesen eines Raumes oder eines Hauses ausmacht: Nämlich eine auf das Individuum ausgerichtete

Innenarchitektur, die einen geborgenen Lebensraum schafft», veranschaulicht Mitgründer Aurel Aebi die Herangehensweise. Dieses Gefühl von Geborgenheit – noch bevor sämtliche Kartonkisten ausgepackt sind – erzeugen edel-erdtonige Materialien wie mineralische Bodenbeläge, Eichenholzparkett, Naturstein oder Akazienholz. Durchdachte Details wie die Akzentbeleuchtung fügen sich so selbstverständlich ein wie Stämme ihre Äste austreiben. Die helle Klinkersteinfassade kontrastiert die Farben der Landschaft, die sich mit den Jahreszeiten wandelt. Die im «Riedacker» gepflanzten Eichen verbinden sich optisch – im Herbst ganz offensichtlich durch das verfärbte Laub – mit jenen Exemplaren im nahegelegenen Wald. Das Quartier am südwestlichen Siedlungsrand von Muri grenzt an ein Naturschutzgebiet und befindet sich nur wenige Spazierminuten von der Aare entfernt, von wo aus Wege bis in die Stadtmitte führen.

Vielleicht verspürt man im umbuschten und umblühten Rückzugsort, den man sein neues zu Hause nennt, vor oder nach dem Spaziergang – und sei es nur zum Briefkasten – die Lust, eine Staffelei aufzustellen, selbst zum Pinsel zu greifen und es Monet gleichzutun, der einst sagte: «Vielleicht verdanke ich es den Blumen, dass ich Maler geworden bin». Gewiss scheint, hier kommt man schneller an als mancher A-Post-Brief: Man hat sich eingelebt von jetzt auf gleich.

Beratung und weitere Informationen zur Erstvermietung ab Frühjahr 2022 der Wohnungen an der Mannenriedstrasse in Muri bei Bern: Frutiger AG Gesamtlösungen, Bahnhofstrasse 2a, Gümligen, 058 226 80 00, muri-riedacker.ch

EDEN SPIEZ – WELLNESS UND GENUSS

AM THUNERSEE SEIT 1903

Willkommen im Paradies!

Ob als Hotelgast oder Tagesgast im Eden Spa – während Ihrem Aufenthalt geniessen Sie den Blick auf die schönste Bucht Europas und die Berge der Jungfrau-Region.

Vom Balkon jedes der 45 individuell gestalteten Zimmer blicken Sie auf das malerische Schloss Spiez, den Dorfkern von Spiez, das atemberaubende Bergpanorama des Berner Oberlandes oder den Thunersee. Zentral in Spiez gelegen, bietet das Eden Spiez auch den idealen Ausgangspunkt für Ihre Aktivitäten und Ausflüge.

Nach Erlebnis und Besichtigung von Sehenswürdigkeiten lässt es sich im 650 m² grossen Eden Spa herrlich entspannen. Geniessen Sie die Kraft der Elemente im Sole-Aussenbad (33 Grad) mit «Jungbrunnenwasser», sprudelnden Attraktionen und Unterwasserliegen. Ein Salzraum mit Himalaya-Salz steinen, eine finnische Sauna, eine Biosauna, ein Dampfbad und ein Panorama-Hallenbad laden ebenso zur Erholung und zum Entschleunigen ein.

Kulinarische Köstlichkeiten finden Sie im eleganten Restaurant Belle Epoque. Das Küchenteam um Thomas Pape ergänzt die

genussvollen Speisen mit Kräutern, Obst und Gemüse aus dem Garten Eden. «Gault Millau» zeichnete ihre Küche jüngst mit 13 Punkten aus. Für Ihr leibliches Wohl ist also gesorgt.

Das Serviceteam um Salvatore Bruno serviert diese Kreationen mit viel Hingabe und empfiehlt charmant den passenden Wein. In der ausgezeichneten Weinkarte befinden sich neben den Weinen vom Spiezer Rebberg über 250 Positionen auserlesener Schweizer Weine und aus speziell ausgesuchten Regionen Europas.

Die Bistro-Bar, wo Kaffeespezialitäten, Spiez-Wein und leichte Bistrogerichte in ruhigem Ambiente serviert werden, lädt den ganzen Tag zum Verweilen ein.

Eine Smokers Lounge für Zigarrenliebhaber und eine Seeterrasse, auf der Sie im Sommer das mediterrane Klima geniessen können, runden das genussvolle Angebot ab.

Seien Sie herzlich willkommen!

Wir freuen uns auf Sie!

ARBEITEN NEU DENKEN

Die Arbeitskultur befindet sich im Wandel: Um mit diesem technologischen und gesellschaftlichen Zeitgeist Schritt zu halten, sind kreative Raumgestaltungen gefragt.

Wie das geht, weiss das Familienunternehmen Krebser seit vielen Jahren.

Arbeit neu denken – danach strebt die ganze Welt. Kein Wunder, schliesslich geht es heute wie morgen im Kern darum, mit einem hochmotivierten Team agiler, effizienter und innovativer zu werden. Und dabei als Individuum noch Sinnstiftung zu erfahren. Wer würde das nicht wollen – speziell in der aktuellen Zeit? Arbeit neu denken bedeutet aber auch, nicht vor dem Raum haltzumachen, in dem die Arbeit stattfindet: dem Büro. Es sind also moderne Bürokonzepte gefragt. Doch was heisst das genau? Modern ist, was dem Zeitgeist entspricht. Unser Zeitgeist ist vor allem geprägt von technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die in immer schnellerem Tempo stattfinden. Was heute gilt, kann morgen schon überholt sein.

Moderne Bürokonzepte erkennen diese Tatsache an: Sie wollen keine pauschalen 08/15-Lösungen sein, sondern individuell, variabel und flexibel. Zudem bilden sie nicht nur den Status quo ab, sondern bieten auch Raum für zukünftige Veränderungen. Die Krebser AG begleitet Firmen und Institutionen auf diesem Weg. Es braucht dafür neben Beratungs- und Planungskompetenz auch entsprechende Produkte wie das USMMöbelbausystem «Haller». Neu finden begeisterte USM-Kundinnen und -Kunden bei Krebser die gesamte Produktepalette der weltbekannten ikonischen Marke. «Wir freuen uns sehr auf die erweiterte Zusammenarbeit mit USM für moderne Arbeitsplatzlösungen und Wohneinrichtungen. Die beiden Welten verschmelzen immer mehr – nicht nur seit Corona und

Home-Office», ist Louis Krebser überzeugt. «Zudem ist die geografische Nähe zum Produktionsstandort Münsingen ein sympathischer Zusatzfaktor», ergänzt er. Krebser AG, Bernstrasse 85, Steffisburg, krebser.ch

Gewinnen Sie USM Möbel im Wert von Fr. 1000.–Jetzt teilnehmen: krebser.ch/hello-usm

PLUG-IN-HYBRID: FLEXIBLER SPARSPASS, DER «FÄGT»

Der Unternehmer Christian Tanner hat sich bewusst für einen Plug-in-Hybrid entschieden. Im Interview verrät er seine Beweggründe, seine Erfahrungen und welche Extras er nicht mehr missen möchte.

Sind Sie vor der ersten Probefahrt in der «Aaretal Garage» jemals zuvor mit einem Elektro-Antrieb gefahren?

Nein, es war tatsächlich mein allererstes Mal und ich war auf Anhieb überzeugt. Ich weiss nicht, ob es am Alter liegt, aber ich finde diese Stille beim elektrischen Fahren sehr entspannend (lächelt)

Warum haben Sie sich nicht für ein rein elektrisches Auto entschieden?

Das kam für mich nicht infrage – ich brauche die Flexibilität, die mir ein Hybrid-Fahrzeug bietet. Der neue «Volvo XC60 Recharge» dient mir sowohl als Firmen- wie auch Privatwagen – ich möchte in meinem Alltag keine Ladestation suchen müssen. Bei unserer Firma, der Schreiner Tanner in Münsingen, ist derzeit eine PhotovoltaikAnlage auf dem Dach in Planung; dann installieren wir auch schnelle Ladestationen für E-Autos. Bis dahin lade ich mein Auto nachts an der normalen Steckdose auf, was einwandfrei funktioniert.

Wie erlebten Sie die ersten Monate mit Ihrem neuen Volvo-Hybrid?

Es «fägt» und mich hat der Ehrgeiz gepackt, zu versuchen, jeweils so weit wie nur möglich mit einer einzigen E-Ladung zu fahren. Mit dem Hybrid bin ich sparsamer unterwegs. Ich habe die «Lenkerhof-Edition» ausgewählt und zusätzlich zum Hybrid einen Wellness-Gutschein erhalten, den ich demnächst mit meiner Frau einlösen werde – ein grossartiges Angebot der «Aaretal Garage». Ausserdem schätze ich die innovativen Extras meines neuen Autos – vorher war ich mit einem zehnjährigen «Volvo» unterwegs …

Welche Extras schätzen Sie denn besonders?

Ich kann beispielsweise mit der Volvo-App das Auto vorheizen Wenn ich vom Skifahren zurückkomme und nicht ins eiskalte Auto einsteigen muss, ist das ein Luxus, den ich schon jetzt nicht mehr missen möchte.

Was hat Sie an der Marke «Volvo» überzeugt?

Wie gesagt, war mein vorheriges Auto ebenfalls ein «Volvo» und ich bin seit Jahren zufriedener Kunde bei der «Aaretal Garage». Der Service ist rundum top! Ausserdem überzeugt es mich, dass bei den Modellen die Sicherheit an erster Stelle steht. Hinzu kommt, dass das Image von «Volvo» gut zu mir passt: bodenständig und zuverlässig! (lächelt)

Weitere Infos und Probefahrten: Aaretal Garage, Bernstrasse 93, Münsingen. aaretal-garage.ch

1 Christian Tanner, Inhaber der Schreinerei Tanner in Münsingen, fährt seit November letzten Jahres den neuen «Volvo XC60 Recharge» und ist begeistern vom hybriden Antrieb. 2 «Chrigu» Tanner im Gespräch mit Mario Heinzen, Verkaufsleiter der «Aaretal Garage» in Münsingen. Für ihn ist eine ehrliche und glaubwürdige Beratung das Allerwichtigste: «Ich freue mich immer, wenn eine Kundin oder ein Kunde nach zwei Monaten noch genauso begeistert ist, wie am ersten Tag bei der Fahrzeugübergabe», sagt der gebürtige Walliser in tadellosem Berndeutsch. 3 Powerknopf an bei der Probefahrt: Christian Tanner fährt das erste Mal mit Elektro-Antrieb und ist verblüfft, wie leise das Fahren ist. Spontanes Probefahren ist nun bei der «Aaretal Garage» wieder möglich – Hybrid müsse man selbst testen, ist «Chrigu» überzeugt.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO GRELLDENKER / SIMON GRÜNIG

TRUCK! TICK, TICK …

Das Team der Non-Profit-Organisation «Blindspot» hat seinen Foodtruck mit einem herzhaften Schmatzer aus dem Winterschlaf wachgeküsst: Nun rollt er durch die Hauptstadt und macht an verschiedenen Standorten Halt, nicht nur um Hunger und Durst zu stillen, sondern auch um Barrieren abzubauen. Denn beim liebevoll restaurierten Oldtimer, finanziert durch ein Crowdfundig, handelt es sich um mehr als einen Foodtruck: Er steht für ein ganzheitliches Inklusionsprojekt. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung engagieren sich hier Hand in Hand, um ein Genusserlebnis zu schaffen, das sich für alle selbstverständlich anfühlt. Aus dem eingebauten Zapfhahn fliessen hausgemachter Eistee und Holundersirup, auf der Theke gilt es, lokale Biere zu «entdeckeln» – und in das zünftige Zischen mischt sich genüssliches Schmatzen, wenn die Burger – vegan oder mit Bio-Rindfleisch – mit Saucen bereitstehen zum Anbiss. Zu den Mmh-Melodien klingen Geschmacksnoten an von Focaccia mit Chutney, selbsteingelegtem Gemüse aus dem Einmachglas oder marinierten Oliven. Das Ende des Sommerliedes ist, dass man erfrischt und satt von dannen zieht – um die Erfahrung reicher, wie selbstverständlich Inklusion sein kann.

Der Foodtruck macht den Sommer hindurch verschiedene Stopps, unter anderem im Rahmen des inklusiven Sommercamps «Cooltour» beim Zirkusplatz Gaswerk in Bern (16. bis 21. Juli 2022) und ist auch für private Anlässe buchbar. blindspot.ch

Abends im Tropenhaus:

Wo Papayas nur im Teller landen.

Exklusive Dinners in tropischem Ambiente für die kleinen Glücksmomente, die garantiert alle fünf Sinne anregen. tropenhaus-frutigen.ch

PROST, PETERLI!

Die Bio-Limonade stammt nicht etwa aus dem Nimmerland, sondern aus Janique Sonnens Hand: Gemeinsam mit ihrem Team zelebriert sie in der Berner Matte Limonadenkultur zwischen Märchen und Moderne, wobei Erfrischungen wie «Peterli Pan» aus Apfelsaft, Petersilie, Hopfen und grüner Spirulina-Alge entstehen. … und wenn sie nicht gestorben sind, schlürfen sie noch heute. aaresuedhang.ch

BOCK AUF BIERCHEN

Weil Flaschen mit Kronkorken dem Genuss geweiht sind: Mit dem Flaschenöffner (13 × 3 cm) in Hornform, in Anlehnung an das Bündner Wappentier, gelangt man dank dem integrierten Magnet kitzleicht an den süffigen Inhalt. Aus Kirsch- oder Nussholz handgefertigt von Menschen mit Beeinträchtigung in der Stiftung «Argo». argo-gr.ch

HOCH DIE GLÄSER IM HOF

APÉRO-KRACHER

Tütenweise «kawoom» bringen die erlesenen Mandeln, in der Bieler Altstadt in kleinen Chargen handwerklich geröstet und fein gewürzt mit Tomate und Rosmarin –und entfalten mit jedem Mundvoll ein bisschen mehr mediterranes Flair. nectaflor-artisanal.ch

Das Hof-Café im Innenhof des Restaurants «Zum Äusseren Stand» lädt zum Apéro – oder zum Auftakt eines Gourmet-Menüs des mit 16 «GaultMillau»-Punkten ausgezeichneten Küchenchefs Fabio Toffolon. Inmitten von Pastellgrün, das hoffnungsvoll-heiter stimmt, und unter den Augen des Affen, der auf einem Krebs reitet, geniesst man von 16 bis 20 Uhr eine kleine kulinarische Überraschung zum Apéritif. Das besagte Tiergemälde zeugt von der bewegten Historie des Ortes: Der Affe ist das Symbol für die Vereinigung des «Äusseren Standes», deren Anfänge im 16. Jahrhundert liegen. Hier versammelte sich von 1730 bis 1798 der «Äussere Stand», ein Schattenstaat, um die jungen Bernburger auf das politische Leben vorzubereiten. Im prachtvollen EmpireSaal im Obergeschoss, der heute Anlässen aller Art einen feierlichen Rahmen verleiht, wurde 1848 die Bundeverfassung beschlossen. Doch zurück in die Gegenwart, wo Gläser klirren, befüllt mit Aperol Spritz, Hugo oder ausgewählten Longdrinks, mit denen der Übergang zum Dinner fliessend verläuft. Um die Verehrung der gehobenen Küche auszudrücken, braucht man keinen Hofknicks zu machen – ein herzlicher Hofhicks tut es auch.

Hof-Café und Restaurant Zum Äusseren Stand, Zeughausgasse 17, Bern. aeussererstand.ch

Fr. 5.90
Fr. 16.–
12 Stk. / Fr. 35.–

BIERDURST, DAZU

BROT UND WURST

Benel Kallen, Hansdampf in allen Gassen und Harassen, öffnet auch diesen Sommer das Gartentor zu seiner Genusswelt: Der Münsinger teilt seine Leidenschaft für das Kochen und die Braukunst – oder «den kreativen Prozess mit Lebensmitteln», wie er es nennt – mit Interessierten. In seinem Garten brauen die Teilnehmenden ihr eigenes Bier und «verwürzen» sich die Wartezeit damit, selbst Würste herzustellen und Brotteig aus Dinkelmehl und Treber, den Malzrückständen des Bierbrauens, zu kneten. Anschliessend brutzelt es auf dem Grill und knuspert es im Holzofen, ehe man die frisch zubereiteten Gaumenfreuden verköstigt, die sich später zu Hause fortsetzen: Es gibt ein paar Würste und ein Brot zum Mitnehmen –das Bier ist nach rund sechs Wochen abholbereit und frischt die Erinnerung an den Erlebnistag im Deckelabdrehen auf.

Erlebnistage «Bier, Brot und Wurst», an diversen Daten (u. a. 6. Mai, 27. Mai oder 10. Juni 2022) in Münsingen. Infos und Anmeldung: benelkallen.com

BUNTES GOLD

PROST PER POST

Herrscht gerade viel Haus, aber wenig Bar? Dann liefern die süffigen Sets von «Mikks» aus Zürich die Lösung: Ihre Boxen beinhalten alles für zwölf Cocktails von «Gin Basil Smash» bis «Ginger Mule» – kultiger Einmachglas-Shaker mit Massangaben inklusive. mikks.ch

IN DEN MUND und trotzdem noch eine Hand frei, um seinen Freunden beim Steh-Apéro ein Küsschen zuzuwerfen: «Brättli» mit Weinglashalterung und Rille für Häppchen, aus Schweizer Holz von Hand durch eine soziale Stiftung angefertigt. gediegen.ch ab Fr. 14.–

Was für eine Erscheinung am Esstisch! Kaltgepresstes Öl aus sizilianischen Oliven, von Hand gepflückt, schonend zu flüssigem Gold verarbeitet und abgefüllt in 250ml-Flaschen mit regenbogenfarbener Etikette. schoenstaub.com

AUCH SIEBEN SCHLUCKE reichen nicht aus, um hinter das Geheimnis von «Seven Seals» zu kommen: Die Whiskyfirma in Stans hat eine innovative, erfolgreich patentierte Methode entwickelt, die den Reifeprozess von Whisky verkürzt und das Aroma dennoch voll entfaltet. 7sealswhisky.ch

GENUSS IN DER BERNER ALTSTADT

Fabio Toffolon, Koch des Jahres

Fr. 19.–
Fr. 69.–

APÉRO: RUCKZUCK «RICHE»!

Mango-Eierschwamm-Terrine

40 g Mango, getrocknet

100 g Eierschwämme

30 ml Weisswein

220 g Schweinswurst, roh

5 Samen Kreuzkümmel

1 Msp. Muskatnuss

1 rote Zwiebel

1 Knoblauch

5 ml Cognac

Brombeermarmelade

zum Garnieren

Olivenöl zum Anbraten

Meersalz

Pfeffer aus der Mühle

TIPP

Eine interessante Variante: Eierschwämmchen mit Steinpilzen und die getrockneten Mangos mit getrockneten Brombeeren austauschen.

Die Mango in Würfel schneiden und danach zirka 30 Minuten im lauwarmen Wasser einlegen. Die Eierschwämme säubern, scharf anbraten und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Danach mit dem Weisswein ablöschen, kurz einkochen lassen und auf die Seite stellen. Die Wurst aus dem Darm ausdrücken, in eine Schüssel geben und die Gewürze beigeben. Danach die Zwiebeln und den Knoblauch fein hacken, in einer Bratpfanne mit Öl anbraten und mit den Mangostücken und dem Cognac in die Schüssel mit der ausgedrückten Wurst geben.

Wurstmasse und Eierschwämme in 6 Feuerfeste Gläser schichten. Mit der Wurstmasse beginnen und darauf die Eierschwämme geben, diesen Vorgang nochmals wiederholen.

Anschliessend die Gläschen für 20 Minuten in den auf 150 °C auf Stufe Umluft vorgeheizten Backofen schieben.

Zum Schluss die Terrine mit jeweils einem Teelöffel Brombeermarmelade ausgarnieren.

Ergibt 6 Gläschen.

KLEINE HÄPPCHEN ERHALTEN DIE FREUNDSCHAFT

Unter diesem Motto präsentiert Jungkoch David Geisser in seinem Buch «Apéro riche» Rezepte für ein abwechslungsreiches Apéro-Buffet, das bei der Vorbereitung nicht allzu viel Zeit frisst: Lieber stundenlang Spass haben, statt in der Küche stehen dank Mini-Pizzas, Sommerrollen und vielen weiteren verspielten Variationen. mis-magazin.ch/shop

Fr. 49.–

Die Marktgass-Lounge bietet Platz für besondere Events.

Vielfältiges Programm

Die Lounge im Coop Marktgass Bern ist nicht nur der perfekte Ort für eine kurze Einkaufspause, sondern bietet auch Platz für spannende Anlässe.

Text RABEA GRAND Foto ANDREAS VON GUNTEN

Nebst den zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten bietet der Coop Marktgass Bern auch Platz für Erholung mit Blick auf die Lauben der Altstadt. In der Lounge im Obergeschoss des Gebäudes steht dem Verweilen und schönen Momenten nichts im Weg. Dazu tragen auch die zahlreichen Events bei, die regelmässig stattfinden. Bierliebhaber haben beispielsweise jeweils am Donnerstag die Möglichkeit, ihren Feierabend mit unterschiedlichen Bieren einzuläuten. Jeweils einmal pro Monat wird dieser Anlass von einem Sommelier begleitet, der den Anwesenden Wissenswertes über das Getränk vermittelt. Und wer sich für Wein oder Schnaps interes-

siert, ist mit einer Teilnahme am «Sy mit Wy» oder «Schnapsidee» genau richtig. Dabei gewähren verschiedene Produzenten einen besonderen Einblick in ihre edlen Tropfen oder Spirituosen. Während sich die kleinsten Besucher auf spannende Bastelsamstage zu den unterschiedlichsten Themen freuen dürfen, kommt auch der kulturelle Aspekt nicht zu kurz. So etwa mit Konzerten mit jungen und regionalen Künstlern. Abgeschlossen wird das vielseitige Angebot vom «Heimspiu». Dabei haben Vereine die Möglichkeit, sich in der Marktgass-Lounge vorzustellen. Detaillierte Informationen zu den Anlässen sind online zu finden.

7. April 2022

Fübi mitem Sommelier ab 16 Uhr

8. April 2022

Schnapsidee ab 16 Uhr

22. April 2022

Kultur-Bühni ab 17 Uhr

30. April 2022

Chinder-Bastle ab 10 Uhr marktgass-bern.ch

Detaillierte Informationen zu den Anlässen und weitere Veranstaltungsdaten sind online zu finden.

IM HERZEN DES

BERGES

KLARES BAUCHGEFÜHL

Schon beim Anblick der OhrhängerUnikate des Zürcher Labels «Elvetia» kribbelt es: Aus RecyclingSilber und naturbelassenem Nadelquarz aus dem Val Bedretto (inkl. passende Halskette). «Sasso San Gottardo»-Shop , elvetia.luxury

ZU LAIBE VORRÜCKEN

tionellen Herkunft in sich trägt.

FOTO AUS DEM BUCH «Z'ALP WEGE ZUM ALPKÄSE» / ZVG

Von der Aeschiallmend bis zur Zubeweid –das Berner Oberland birgt eine Vielfalt an Sennereien, die an Sonnseiten, hinter Wäldchen oder auf weitsichtigen Gipfeln auf ebenso «gwunderige» wie genussfreudige Wandersleute warten.

Hier festigt sich die Faszination für Funkelndes: Einst eine Festung, bunkert das «Sasso San Gottardo» die Riesenkristalle vom Planggenstock.

Inmitten von herzerfreuender Flora, untermalt vom Klang der Kuhglocken und dem Summen der Bienen, atmet man frische Alpluft ein – und scheinbar auch Appetit: Richtig «z’ Bärg», am Ursprung des Alpkäses, geniesst man ein gutes Stück Berner Alp- und Hobelkäse AOP, während man mit

Obwohl die Festung «Sasso da Pigna» 2001 aus der strengen Geheimhaltung entlassen wurde, umgibt sie noch immer die Vagheit des Verborgenen. Zwischen 1941 und 1945 erbaut, zählt der 2,5 Kilometer lange Stollen zwischen Airolo und Andermatt zu den Denkmälern von nationaler Bedeutung. Hinter den gewaltigen Felswänden erleben Museumsbesuchende Zeitgeschichte hautnah: Besichtigt man Mannschaftsräume, Waffenlager und Originalrelikte, beschleicht einen das Gefühl, die Soldaten könnten jeden Augenblick zurückkehren – alles wirkt, als wäre es gerade erst verlassen worden

den Menschen einen Schwatz hält, die ihn traditionell hergestellt haben, und jene Kühe und Ziegen im Blickfeld weiden, von denen die Milch stammt. In den Berner Oberländer Alpen begann die Labkäserei bereits um das Jahr 1500, wie Chroniken belegen. Wer mehr als nur einen der zig Alpbetriebe erkundet, erkennt mit eigenem Gaumen, dass es keinen einheitlichen Schweizer Alpkäse gibt, sondern eine ganze Reihe regionaler Sorten: Vom jungen Muntschli über Halbhart- und Hartkäse bis zum über zweijährigen herangereiften Hobelkäse hat jede Delikatesse mindestens so viel Charakter wie die Sennen oder Senninnen, die ihn produziert haben. Doch, so ähnlich sich die Bezeichnungen Berg- und Alpkäse sein mögen, so weit auseinander liegen Herstellungsart und -orte, aber teilweise auch Geschmack und Inhaltsstoffe. Wer diesen Eigenheiten auf die Spur kommen will, macht sich am besten gleich auf den Weg zum Alpkäse

Mehr erfahren: casalp.ch.

So unterirdisch er ausgestellt ist, so überirdisch schön wirkt er: Der Riesenkristall, der seinesgleichen sucht. In der Er-

lebniswelt ist er als glänzendes Gefüge ausgestellt, so wie die Gänge der Alpen ihn schufen. In Jahrmillionen am Planggenstock herangewachsen, zirka 60 Meter im Berginnern, beförderte ihn Strahler Franz von Arx mit seinem Partner Elio Müller ans Licht. Mit 1,5 Tonnen Gewicht und Spitzen, die bis zu einen Meter in die Höhe ragen, ist der Schatz an Format und Funkelkraft kaum zu überbieten. Während sich die flirrenden Facetten noch in den Pupillen spiegeln, wartet die «Wunderkammer» mit sagenumwobenen Sachen und Sächelchen auf. Tief in den Kavernen versetzt einen Kurioses und Kunsthandwerkliches in Staunen, das vom Talent der einstigen Kristallschleifer zeugt: Kronleuch ter, Kerzenhalter und Kostbar keiten, die italienische Fürsten zierten.

BESCHWINGT TRINKEN

WER ES WEISS, GEWINNT!

WETTBEWERBSFRAGE: Was sind die zwei Hauptunterschiede zwischen Berg- und Alpkäse?

Zu gewinnen gibt es 1 von 10 Exemplaren des reich bebilderten Bandes «Wege zum Alpkäse» im Wert von Fr. 49.–, der auf 588 Seiten Ideen für Wanderungen zu Sennereien im Berner

Am Idaplatz in Zürich fertigt Glasbläser Otmar Trost jede «Gigi»-Karaffe mit Einpassung für den Bergkristall – unter anderem aus dem Tessin – in höchster Handwerkskunst an. «Sasso San Gottardo»-Shop, crystalsonicwater.com

Kehrt man nach der Erkundungs tour ans Tageslicht zurück, ist es schwer zu sagen, was einen mehr blendet: Die Sonne oder doch die Schätze, die in Erinnerung wei terstrahlen?

Teilnahme: E-Mail mit dem Betreff «Alpkäse», der Antwort und den Kontaktangaben senden an: marketing@casalp.ch Viel Glück!

Einsendeschluss: 31. Mai 2022. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden unter allen Einsendungen mit der korrekten Antwort ausgelost und persön lich benachrichtigt. Keine Korrespondenz. Keine Barauszahlung.

Ab 6. Juni jeweils von 10.30 Uhr bis 15 Uhr geöffnet (Eintritt ab Fr. 18.–). sasso-sangottardo.ch

Einkaufen und Recyceln ohne Schleppen?

Collectors macht’s möglich: Mit unseren Cargo-Velos liefern wir Ihre Einkäufe nach Hause und entsorgen Ihre Leergüter fachgerecht. Collectors ist ein Sozialprojekt, das Ihren Alltag erleichtert.

Perimeter: Stadt Thun (ohne Goldiwil), Steffisburg, Hilterfingen, Hünibach

www.collectors-thun.ch

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG
Fr. 470.–
Fr. 350.–
Foto: Jurg Hunziker

FRÜHEN ABEND GASTRO-TIPPS FÜR DEN

Apéro ist sozusagen das Aus für Alltagsrealitäten: Ein flüchtiger Flirt mit dem Abend in schmalstieligen Gläsern, deren Klirren sich in das Knacken der Salzmandeln mischt. Hier kehrt ein, wer sich gerne auf das Ausgiessen einlässt.

Falken, Thun

Nur einen Flügelschlag vom Bahnhof Thun entfernt, befindet sich ein distinguiertes Juwel: In der Café-Bar «Falken» im denkmalgeschützten Jugendstil-Gebäude aus dem Jahr 1835 zelebriert die Gastgeberin Andrea Zuberbühler das Teilen: In kleinen Schälchen reicht sie kulinarische Kurztrips in ferne Länder des Nahen Ostens: Mit Trockenwurst, Gewürz-Cashewnüssen, getrocknete Tomaten, Hummus oder hausgemachten Crackern nascht man der Nonchalance entgegen. Dazu nippt man am «Swiss Negroni» oder am Sanbitter, während die Aare vor den raumhohen Fenstern vorbeizieht. Soll aus dem Absacker doch ein Abendessen werden, bestellt man grillierte Saté-Spiesse in Variationen von Rindshackbällchen bis Bio-Tofu, tunkt diese in hausgemachte Saucen und wartet die Meinung des Magens ab, ob eher noch eine Praline oder eine Crema Catalana zum Dessert Platz hat.

Falken Café & Lounge, Bälliz 46, Thun. falkenthun.ch

Turbo Lama, Bern

Wenn einem zuerst die Spucke wegbleibt wegen des atmosphärischen Ambientes, diese kurz danach beim Durchgehen der Menükarte aber flutartig schnell im Munde zusammenläuft, dann findet man sich im «Turbo Lama» auf dem WankdorfAreal wieder. Zwischen Glasfronten, hellem Holz, kupfernen Akzenten und üppigen Pflan zen bestellt man, getreu dem Speiseplan von Lamas, vegane Poké-Bowls mit regionalen, knackigen Zutaten. Anders als die höckerlosen Herdentiere kommt unsereins nicht (wochen-)lang ohne Flüssiges aus: Der Chef de Bar mixt süffige «Signature Cocktails» für das Afterwork-Apéro und alle Stunden danach. Dank langer Bar-Theke, Tischen im Innern und einer Terrasse kommt man einander beim Geniessen nicht ins Gehege – selbst dann nicht, wenn der chillige Clubsound einen dazu bewegt, die Hufe heiter zu schwingen

Turbo Lama, Hilfikerstrasse 4, Bern. turbolama.ch

Ô Capitaine, Bern

Den Alltag hinter sich lassen, runterfahren, ausgelassen lachen oder ungefilterte Diskussionen anregen – dafür schafft Wirt Frédéric Nunez, seines Zeichens Schiffskapitän, seit fünf Jahren Raum zum Andocken. Dank der kleinen, aber feinen Karte fühlt man sich nie wie gestrandet: Sollen Wein, Bier, Pastis -oder Rumgetränke die vorabendlichen Kehlen benetzen? Gerade letztere sind hier in rauen «Schiffsladungen» zu geniessen, denn in Marseille – der Heimat des Gastgebers – trinkt man neben Pastis vor allem Rum, zum Beispiel mit Rohrzucker und Limetten als «tî punch». Fährt man in den Hafen des Hungers ein, bestellt man Seebrisen in Schälchen von Pimientos del Padron über Ratatouille-Gratin bis hin zu hausgemachten Frites mit südfranzösischer Sauce. Ufert das Apéro zum Mehrgänger aus, wird man schliesslich auch satt – alte Seemannsweisheit oder so

Ô Capitaine, Herzogstrasse 12, Bern. ocapitaine.ch

Parada 30, Thun

Chic wie Prada, eine Parade an Leckereien und Pläsiere für den Gaumen, vor oder nach dem ausgelassenen Anstossen mit Mezcal, Margarita oder Tequila: Im edel und mit Auge für lieb evolle Details eingerichteten Lokal mitten in Thun frönt man dem Flair Mexikos. Saisonale Tapas, Avocado-Tartar oder Ceviche sind der aromatische Auftakt aus dem Alltagstrott, gefolgt von traditionellen Gerichten aus der Heimatstadt des Chefs. Bei Mole Poblano – eine aussergewöhnliche Speise mit Chili-SchokoladenSauce –, Poblano-Pfefferschoten mit Rahm, Tortillas oder Enchiladas wünscht man sich gegenseitig fröhlich «buen provecho!». Wie kleine, farbenfrohe Kunstwerke sind die zeitgenössisch interpretierten, mexikanischen Menüs auf Schiefertafeln angerichtet. Frida Kahlo hätte ihre Augenbrauen hochgezogen vor lauter Entzücken

Parada 30, Obere Hauptgasse 30, Thun. parada30.ch

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TAUCHEN IN DEN TANNEN

Reinigende Lüfte, mildes Licht und würzige Düfte: Dem Waldbaden als auch dem Wandern wohnt ein meditatives Element inne, das Körper, Geist und Seele in Harmonie vereint. Auf diesen Wanderungen an Orte, von denen eine spezielle Energie und Anziehungskraft ausgeht, lässt man sich von der Magie des Moments überraschen.

Lebensmut tanken am Mammutbaum

«Nichtwissend um den Namen des Baumes stand ich überwältigt in seinem süssen Duft», lautet ein tradit ionelles japanisches Haiku-Gedicht von Matsuo Bashō. So ergeht es einem auf der Wanderung von Niederösch durch den Reiteneggwald zum Kraftort «Mammutbaum» in Burgdorf. Man erblickt Buchen, deren Wurzeln sich in inniger Umarmung umklammern, atmet den herz haften Harzgeruch ein, lauscht den lieblichen Liedern von Bächlein und findet sich beim Mammutbaum wieder, der über siebzig Meter hoch ist und weit mehr als hundert Jahre alt sein muss. Vielleicht mag es einem zuerst selt sam vorkommen, wenn man versucht, den mächtigen Baum zu umarmen, doch wird man dafür mit dem Gefühl belohnt, ein Teil der Energie gehe auf einem über.

Elfenhaft entspannen

Eine der zehn goldenen Regeln des Waldbadens lautet: seine Sinne nutzen. Wer achtlos umhergeht, in Gedanken versunken, lässt die Umgebung nicht an sich heran. Beim «Bad in den Bäumen» hingegen, geht es darum, den Wald mit allen Sinnen wahrzunehmen: Beobachten mit den Augen einer Eule, den Ohren eines Luchses und der Nase eines Fuchses. Dieser stimulierenden Sinnesschärfung frönt man auf der abwechslungsreichen Wanderung in der Berner Naherholungszone: Sie führt vom Berner Hausberg über das Eichholz und den Tierpark Dählhölzli in den Elfenaupark zum Kraftort Holzapfel-Kapelle, bei der es im atmosphärischen Abendlicht scheint, als möchten sich die Elfen und Feen für den Besuch ihn ihrem Reich bedanken

Geisterfrischung im «Geisterwald»

Medizinische Studien belegen, dass Waldbaden nicht nur das schädliche Stresshormon Cortisol reduziert, den Blutdruck senkt und Übergewicht vorbeugt, es verringert auch das Risiko von Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen und wirkt sich positiv auf psychische Leiden wie Depressionen und das Burn-out-Syndrom aus. Das bewirkt die konditionell leichte Wanderung durch den Berner «Bremer», über den man sich so manche Gruselgeschichte erzählt. Nachdem man die Überreste der prähistorischen Wehranlage erkundet hat, kann man am nahegelegenen Weiher rasten, wo die Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach fallen, die Landschaft in ein mystische Meer aus Grün tauchen. Weiter vorbei am Glasbrunnen, der als Kraftort gilt, endet die Wanderung am Rande von Bern in der Aumatt mit der Gewissheit: Falls im Bremgartenwald Geister hausen, dann nur gute.

Smaragdgrünes Juwel im Jura

Hier und da wirkt es, als hätte der Wald den Weg verschluckt, denn er verliert sich in einem Wirrwarr von Ästen, Büschen und Baumkronen: Die zauberhafte Wanderung führt durch die Schluchten des Berner Jura – von Moutier durch die Combe Fabet auf den Mont Girod zum Kraftort Lac Vert und zurück über die Gorges de Court. Sich Zeit zu nehmen, ist eine goldene Regel beim Waldbaden: So befolgt man diese am Lac Vert, der versteckt hinter Büschen in einer tiefen Senke liegt, und an einen Krater eines erloschenen Vulkans erinnert – sein smaragdgrüner Schimmer hat eine beruhige, gar hypnotisierende Wirkung Hat man sich aus der staunenden Starre gelöst, belebt man sich mit einem Sprung ins erfrischende Nass und lässt sich auf dem warmen Sand am Ufer von den Sonnenstrahlen trocken küssen, die zugleich das kristallklare Wasser zum Funkeln bringen. Gewiss wird man abends von diesem Paradies träumen, denn Bewegung und frische Luft begünstigen gesunden Schlaf – die wohl beste Medizin.

DRAUSSEN INNEREN FRIEDEN FINDEN Waldbaden ist nicht einfach Wandern im Wald – Shinrin-yoku –erfordert die richtige mentale Einstellung, Fokussierung und den Einsatz aller Sinne. Robert Gallmann und Prof. em. Yoshifumi Miyazaki erörtern in ihrem Werk die medizinischen Zusammenhänge des Waldbadens und inspirieren mit dreissig Wanderungen im Kanton Bern dazu, in der Weite der Natur näher bei sich selbst zu sein. mis-magazin.ch/shop Fr. 49.–

Speichenstellung: parallel zum See

… jetzt fehlt nur noch die Route:

Das «Veloland Bern» bietet mit 35 Touren reichlich Inspiration. Immer dem «Gido» nach über «Gib Gutzi»-Geraden, hügelige Heiterkeit und speichenumspassende Schönstrassen.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

Auf der Panorama-Tour am Beatenberg gelangt man von Thun aus über tausend Höhenmeter nach Interlaken Ost, sodass die Kalorienverbrennung auch Hochtouren läuft – wie magenberuhigend, dass die Strecke vorbeiführt an verschiedenen Hofläden, die lokale Leckereien wie Alpkäse aus dem Justital bieten, mit dem man den inneren Motor wieder auftankt: Kein Knurren stört mehr den überwältigenden Ausblick auf den Thunersee, umrahmt von Viertausendern. Begonnen bei den Blumenwiesen Thuns, führt die 48 Kilometer lange Strecke durchgehend via asphaltierte Hauptstrassen in das beinahe alpine Justital. Lauschige Stille geniesst man im Dorf Beatenberg, der Sonnenterrasse hoch über dem Thunersee, ehe die Tour im Trubel der Tourismusstadt Interlaken endet. Wer den Stirnschweiss weiter verdampfen lassen will, geht mitsamt dem Velo an Bord eines Dampfschiffs und schippert retour nach Thun.

Wegbeschreibung: Thun – Steffisburg – Heiligenschwendi – Sigriswil –Beatenberg– Interlaken Ost (via Veloland-Routen 4, 8, 61 und 99).

Windeseile mit Weile

Spielfeld dieser 34 Kilometer langen Tour, die im schachbrettartig, nach den Bedürfnissen der Uhrenindustrie erbauten La Chaux-de-Fonds beginnt, ist der Jurarücken. Strampelnde «Spielfiguren» sind sonnenanbetende Fahrradenthusiaten, die quasi beim Vorbeifahren ihr Verständnis für erneuerbare Energien verbessern wollen. Die Strecke ist aber nicht dem gewürfelten Zufall überlassen: Zug um Zug – oder Pedaltritt um Pedaltritt –führt die erste Etappe auf den Mont Soleil, wo die grösste Forschungs- und Demonstrationsanlage zur Sonnen- und Windgewinnung der Schweiz in den Himmel ragt. Nahe den Sonnenkollektoren erneuert man bei einem Picknick an der Feuerstelle seine eigene Energie, ehe man sich weiter auf die Zielgerade Richtung Tramelan begibt – die mächtigen Windräder stets hoch über dem Helm kreisend.

Wegbeschreibung: La Chaux-de-Fonds (NE) – Mont Soleil – Mont Crosin –Col du Mont – Crosin – Tramelan (via Veloland-Routen 7 und 54).

Im grossen Moos viel los

Die Tour beginnt und endet im mittelalterlichen Städtchen Aarberg, deren Wahrzeichen eine historische Holzbrücke aus 60 Meter langen Fichtenstämmen ist. Dazwischen durchquert man das Grosse Moos, das die Gebiete rund um den Bieler-, den Neuenburger- und den Murtensee umfasst. Die einstige Sumpflandschaft ist nach der Gewässerkorrektion zum fruchtbaren «Gemüsegarten der Schweiz» avanciert, so fährt man entlang von weiten Ebenen, auf denen grüne bis dunkelviolette Salate in Reih und Glied ihre knackigen Köpfe aus der schwarzen Erde strecken. Vorbei an wispernden Wiesen, der teilweise salatkopfgrünen Aare und dem Murtensee führt die Fahrt über das hügelige Golaten-Plateau am vogelartenreichen Stausee Niederried dorthin, wo alles angefangen hat: nach Aarberg, möglicherweise mit ausgeprägtem Appetit, den zahlreiche Restaurants zu stillen wissen.

Wegbeschreibung: Aarberg – Müntschemier – Ins – Muntelier/Murten (FR) –Kerzers (FR) – Golaten – Aarberg (via Veloland-Routen 8, 44, 59, 94).

Zuerst pedalen, dann plantschen

In der Altstadt von Burgdorf mit ihrem Schloss – einst ein Gefängnis, heute eine Sehenswürdigkeit mit Restaurant, Jugendherberge, Museum und Trauzimmer – nimmt der Ausflugs seinen Anfang. Via Wynigen und Herzogenbuchsee steuert man den beschaulichen Burgäschisee an, eingerahmt von Erlenwald, der an der Grenze zum Kanton Solothurn liegt. Steigungen gibt es auf der insgesamt 46 Kilometer langen Strecke keine zu «erstrampeln», dafür umso mehr Steigerungen des Spasses. Zum Beispiel bei einem Picknick auf einem der versteckten Holzstege oder einem Frischekick-Fussbad unter den Glupschaugen von Egli, Hecht oder Felchen. Wer nach der Beinarbeit auch noch die Arme in Schwung bringen mag, kann rudern statt radeln: Eine Bootsfahrt durch das Idyll stimmt romantisch – und ein auf den Rückweg, vorbei an schmucken Bauerndörfern.

Wegbeschreibung: Burgdorf – Wynigen – Herzogenbuchsee – Burgäschisee –Koppigen – Kirchberg (BE) – Burgdorf (via Veloland-Routen 24, 34, 84, 99, 801).

Diese und weitere Touren inkl. Streckenkarten und Tipps sind zu finden im Buch «Veloland Bern» (Fr. 39.–): mis-magazin.ch/shop

Von Füchsen und Flöhen

Wie passen der grösste Gletscher der Alpen und winzigste Insekten zusammen? Gletscherflöhen kann Eiseskälte nichts anhaben, denn sie überleben bei Temperaturen bis zu -15 Grad. Um dieses Mysterium dreht sich der neue «Foxtrail Desoria» im Naturparadies der Schweizer «Aletsch Arena»: In Teams aus zwei bis sieben Personen begibt man sich auf die zwei- bis dreistündige Schnitzeljagd, um die klitzekleinen Überlebenskünstler aus ihrem tausendjährigen Schlaf im Gletscherbett zu erwecken und ein grosses Geheimnis zu lüften, das zu einem Schatz führt … Bei der Kombination aus Bergwanderung, Sightseeing und «Escape Game» gilt es, knifflige Rätsel zu lösen und versteckte Codes zu knacken, bis in die verborgensten Winkel der imposanten Bergwelt. Ist der Floh erst einmal ins Ohr gesetzt, ist der Ehrgeiz bestimmt geweckt …

Infos und Buchung unter aletscharena.ch/foxtrail oder foxtrail.ch

Welterbe in Bild und Ton

5×20 Meter – oder 100 Quadratmeter – misst die Leinwand des Panoramakinos im «World Nature Forum» in Naters. Nicht nur die Dimensionen sind spektakulär, sondern auch die dort gezeigten bewegten Bilder. Seit zwanzig Jahren darf sich die Region Jungfrau-Aletsch mit ihren imposanten Bergketten, urigen Tälern und dem grössten zusammenhängenden Gletschersystem der Alpen UNESCO-Weltnaturerbe nennen. Zu diesem Jubiläum werden die Gäste des Besucherzentrums mit einem neuen Film beschenkt: Filmemacher Christoph Frutiger hat unter dem Motto «Welterbe erleben» die Naturschönheit des Welterbes von universellem Wert in Bild und Ton festgehalten und ein mitreissendes neues Werk geschaffen.

Filmvernissage am 9. April 2022 (ab 17 Uhr), anschliessend Podiumsgespräch mit Christoph Frutiger und Apéro. wnf.ch

Tür zum Universum

Mit der Ausstellung «Un univers singulier» des Westschweizer Künstlers René Myrha (bis 1. Mai 2022) knüpft das Kunstmuseum Thun an einen seiner Sammlungsschwerpunkte an: die Schweizer Pop Art. Ausgehend von der damals aufkommenden Kunstströmung, entfaltet Myrha seit den frühen 1960er-Jahren sein künstlerisches Universum, wobei er keinen Hang zum Hyperrealismus habe: Eher möchte er sich mit Poesie und Vorstellungskraft ausdrücken. Die Ausstellung bietet einen Überblick über die wesentlichen Entwicklungsschritte seines Schaffens, wobei ein besonderer Fokus auf der Verbindung der farbintensiven Gemälde und Grafiken mit den räumlichen Objekten liegt. Neben weniger bekannten Werkgruppen offenbart die Schau auch eine Reihe von neuen, bislang nie gezeigten Arbeiten.

Kunstmuseum Thun, Hofstettenstrasse 14, Thun. kunstmuseumthun.ch

NÜMM IM KREIS» «OBSI, NIDSI,

wie beim Zähneputzen ist es auch im Leben: Der Berner Troubadour Markus Traber komponierte Chansons «zum Aalänge». Zwölf Jahre nach seinem plötzlichen Herztod erzählt seine Witwe Barbara Traber seine Biografie –ein Lebensgeschichten-Puzzle, das bisher ungeahnte Teile offenlegt.

«Nein, das werde ich niemals tun, dachte ich viele Jahre, ich werde als Witwe keine Biografie über meinen verstorbenen Mann schreiben, keinen Abgesang, keine schriftliche Bewältigung meiner Trauer um seinen Verlust.» Mit diesen Zeilen beginnt das Vorwort von Autorin Barbara Traber, die ihren Mann am 23. Mai 2010 nach einem Spaziergang leblos im Bett vorfand: sein Herz war stehengeblieben – es war ein grosszügiges. Markus Traber galt als Gebender, der ebenso gut zuhören wie unterhalten konnte. Im elften Jahr nach seinem Tod entschied sie sich doch dazu, über ihn zu schreiben, um all das, was er erlebt und geschaffen hat, festzuhalten – und auch, weil «er es verdient hat, ernst, ja ernster genommen zu werden als bisher.»

So zeichnet sie ein lebhaftes Bild jenes geliebten und beliebten musizierenden Menschen, der 146 eigene Liedtexte, dazu 17 Vertonungen von Gedichten von C. A. Loosli, drei kurze Texte von Heinz Stalder und je einer von Guido Bachmann, Franz Haller und Olivier Moser kreierte – allein deren Titel würden aneinandergehängt genug aussagen und eine Art Autobiografie darstellen. Doch geht es in ihrem Buch «Ohne Rücksicht auf Verluste» um viel mehr als sein Werk als Liedermacher und jüngstes Mitglied der Berner Troubadours: Er hat auch Bücher, Fotos, Kleinplastiken, Objekte und Bilder hinterlassen, deren Hintergründe Barbara Traber anekdotisch und authentisch erzählt. Dies allerdings nicht chronologisch «von der Wiege bis zum Grab», sondern passend zu seinem Wesen eher als biografisches Potpourri, ein kreatives «Chrousimousi» –gespickt mit privaten Fotos und launigen Liedzeilen, bei denen man selbst beim Lesen fast unweigerlich zu summen beginnt – und zu schmunzeln: «Villicht vierzgtuusigsächshundertfüfedryssg Mau isch es gescheh, dass i Zähn putzt ha, i mym Läbe, obsi, nidsi, nümm im Kreis.»

In der Biografie «Markus Traber – ohne Rücksicht auf Verluste erzählt Barbara Traber aus dem vielseitigen und intensiven Leben auf und neben der Bühne des Berner Troubadours – «Es Läbe, wo wie d Musig isch, vou höche u vou töife Tön.» (Fr. 39.–).

mis-magazin.ch/shop

LAUF, METER, LAUF!

Am 21. Mai entrollt sich der lange, rote Teppich auf dem Bundesplatz: Darüber schreiten 45 Models und eine Live-Band, um unter Jubel und Trubel textile Heiterkeit in Berns Gassen zu verbreiten.

TEXT DANIELA DAMBACH | FOTO ZVG

1 In ihrer langjährigen Geschichte startet die «Laufmeter»-Modeschau 2022 erstmals auf dem Bundesplatz: Neun Modelabels – fünf aus Bern und vier aus anderen Regionen der Schweiz –zeigen Fashion unter freiem Himmel.

2 – 4 Am Show-Tag zwischen Stadtmauern, stets im Online-Shop von «Laufmeter»: Schweizer Mode von Sabine Portenier, J. Grubenmann und «Mademoiselle L» (v. o. n. u.).

Frühmorgens um acht Uhr im Backstage-Bereich des «Kornhausforum»: Getuschel, Gefummel und Feinabstimmung bis in die Fingerspitzen. «Umziehen für den Umzug!», heisst es am 21. Mai für 45 Models – denn sie bringen am «Laufmeter – Modeschau uf dr Gass» das Aktuellste aus den Ateliers unter den Altstadthimmel Berns. Zu Fuss begeben sich die Models auf eine festgelegte Route vom Bundesplatz, wo die Modeschau heuer erstmals startet, über den Rathausplatz bis zum Kornhaus, angeführt vom Berner Mundartmusiker King Pepe. Die flanierende Truppe auf Modemission wird auf dem rund 75-minütigen Rundgang mehrere Zwischenstopps für Tanzeinlagen einbauen. Man kann an diesem Samstag mitwippend mitlaufen, Lauben-Hopping machen, um das Defilee mehrmals abzupassen, oder sich auf einer Bank nah am Freiluft-Catwalk bequem zurücklehnen und der Mode frönen, die einen überrascht wie eine assortierte Pralinenschachtel. Und man lässt sich die Design-Delikatessen langsam auf der Zunge zergehen: So gehört es sich für «Slow Fashion», den dafür steht das Pionierprojekt – nachhaltige Kleidung, aus umweltfreundlichen Materialien fair und achtsam produziert, mit Bedacht ausgewählt und lange getragen. Hier liegt der markante Unterschied zur sinngemässen «Pralinenschachtel»: Man weiss ganz genau, was man kriegt. «Laufmeter» steht für Transparenz – begonnen bei den Menschen,

welche die Kreationen entworfen haben, bis hin zur Lieferkette. So fertigt beispielsweise Sabine Portenier ihre Kollektionen in ihrer eigenen Manufaktur in Thun an. Sie zeigt –neben den weiteren Berner Labels «Pfeffer/ Verbeek», Adrian Reber, «Sode» und Tabitha Wermuth – was ihrer Designader in den letzten Monaten entsprungen ist. Zudem vervollständigen die Gastlabels Claudia Güdel aus Basel, J. Grubenmann aus Appenzell, Livia Naef aus Luzern und «Mademoiselle L» aus Genf die mobile Modenschau. Was im Frühling 2013 klein und fein auf Initiative des Kulturbüros Bern begann, ist heute ein vom «Migros-Pionierfonds» gefördertes, schweizweites Paradebeispiel, wie der Support von lokalen Designschaffenden funktionieren kann: Nämlich, indem die Mode dorthin geht, wo die Menschen sind –draussen in den Gassen. Dort führen schliesslich auch sie ihr gestreiftes Deuxpièces, ihr zitronenfrisches Shirt oder ihren powerpinken Jupe spazieren. Schon diesen Sommer, aber auch nächsten und übernächsten und überübernächsten und

Laufmeter – Modeschau uf dr Gass, Samstag, 21. Mai 2022, 15 Uhr, Bern. Von 11 bis 18 Uhr findet im Kornhausforum ein Modeverkauf mit den beteiligten Labels statt.

Weitere Infos und Details zur Route: laufmeter.ch

IN BERN BOOMT DAS BESEELTE

Den Wert kann besser schätzen, wer dessen Entstehung versteht: Während drei Tagen ist das Handwerk von Kunstschaffenden im Stadtzentrum und den Quartieren Berns nicht nur einsehbar, sondern griffnah. TEXT

1 | 2 Schönes, aus dem die Hand der Kreativen spricht: Barbara Turtschi unterstreicht mit dem Doppelset die Einzigartigkeit von handgewobenem Stoff noch stärker, indem sie die Kundschaft in die Gestaltung miteinbezieht.

3 | 4 Unikate als Gegenpol zum Massenprodukt: Hutmacherin Sarah Rainer-Pranter und Goldschmiedin Marion Geissbühler schaffen in liebevoller Handarbeit ebenso Langlebiges wie Langgeliebtes.

5 Aus Tradition neu: Ring aus der Kollektion «Folum» aus Rotgold mit Platin und Silber, handgeschmiedet im Atelier von Marion Geissbühler, das seit über hundert Jahre besteht.

«Alle guten Dinge sind drei …», schreiben die Initiantinnen, die Zwillingsschwestern Barbara und Elisabeth Schürer, in ihrer Mitteilung hoffnungsvoll. Denn die beiden vorherigen Anläufe, die «Tage des Europäischen Kunsthandwerks» erstmals in Bern durchzuführen, stoppte die Pandemie abrupt. Nun aber steht der entdeckerischen Tour, die sich seit 2002 in rund zwanzig Ländern Europas etabliert hat, nichts mehr im Wege: Am ersten Aprilwochenende öffnen sich Tore und Türchen zu Ateliers, Werkstätten oder Museen, wo über vierzig Kreativschaffende an ihrer Kunst werken. Die handfeste Wirklichkeit mitzuerleben, die im krassen Kontrast zur als oftmals diffus empfundenen Virtualität steht, macht die Bedeutung des immateriellen Kulturerbes erfahrbar. Die Handwerkenden empfangen Neugierige mit offenen Armen und lassen sich dabei über die Schulter schauen, wie sie ebenso lust- wie kunstvoll Neues anfertigen oder antike Schätze fachkundig restaurieren. Die dafür verwendeten Materialien sind mannigfaltig: Man wird staunende Zeugin davon, wie sie Glas, Leder, (Edel-)Metall, Holz oder Stein eine Seele einhauchen –mit ihrer eigener Handschrift, als Gegenpol zu einem sich zusehends vereinheitlichenden (Massen-)Markt der Gegenstände. Zuzuschauen, wie sie entwerfen, gestalten und experimentieren schafft einen persönlichen Bezug zu Dingen – wie beispielsweise den Ringen, die Marion Geissbühler

kreiert. In fünfter Generation hat sie das Atelier in Konolfingen übernommen, in dem Vergangenheit und Zukunft gleichermassen Raum finden: Einerseits der traditionelle, filigrane Trachtenschmuck, andererseits moderne Macharten. Tradition spielt auch bei Sarah Rainer-Pranter eine tragende Rolle, hat sie doch das alte Hutmacherhandwerk in einer Manufaktur in Bad Ischl erlernt. Sie wünscht sich «eine Welt voller freudiger Gesichter und prächtiger Hüte» – und dazu trägt sie eigenhändig mit ihrer Werkstatt in Bern bei. Mit Kopfbedeckungen aus feinstem Hasenhaarfilz, Wollfilz oder Stoff regt sie zu mehr Mut zum Hut an. Einem der ältesten Handwerke der Menschheit hat sich Barbara Turtschi «verwoben»: In ihrem Atelier klappert und kracht es, wenn sie am antiken Webstuhl farbreiche Unikate wie das Doppelset webt, das sich in die zeitgenössische Tischkultur einschmiegt. Alle drei Kunsthandwerkerinnen sind im Rahmen der «ETAK» im «Swiss Design Market» zu Gast. Von wegen «alle guten Dinge sind drei»: Es wäre nicht vermessen, wenn man nach diesen inspirierenden Einblicken dem traditionellen Kunsthandwerk gleich drei Mal mehr Wertschätzung entgegenbringt.

EINIGE HIGHLIGHTS

DER HANDWERKSTAGE

Keramik

Keramikerin Erika Fankhauser Schürch und Keramikdesignerin Christine Aschwanden, zu Gast im Atelier der Stadtgalerie (PROGR, Waisenhausplatz 30, Bern): Fr. 14 – 19 Uhr; Sa. / So. 10 – 17 Uhr.

Textil

Hutmacherin/Modistin Sarah RainerPranter, zu Gast im «Swiss Design Market» (Zeughausgasse, 29, Bern): Fr. / Sa. 10 – 12 Uhr und 13 – 17 Uhr.

Handweberin Barbara Turtschi, zu Gast im «Swiss Design Market» (Zeughausgasse, 29, Bern): Fr. / Sa. 10 – 12 Uhr und 13 – 17 Uhr.

Metall

Goldschmiedin Marion Geissbühler, zu Gast im «Swiss Design Market» (Zeughausgasse, 29, Bern): Fr. / Sa. 10 – 12 Uhr und 13 – 17 Uhr.

Goldschmiedin Claudia Neuburger, vor Ort in ihrem Atelier «Punctum Aureum» (Münstergasse 30, Bern): Fr. / Sa. 10 – 18 Uhr; So. 11 – 17 Uhr.

Führungen

Tierpräparation, Naturhistorisches Museum (Bernastrasse 15, Bern): Fr. 15 Uhr und 15.45 Uhr; So. 15 Uhr und 15.45 Uhr (Anmeldung erforderlich).

Workshops

Störlederdesignerin Sabina Brägger, zu Gast im «Zentrum Paul Klee» (Monument im Fruchtland 3, Bern): Fr., Sa., So. jeweils 10.30 – 12 Uhr und 14.30 – 16 Uhr (Anmeldung erforderlich).

Der Eintritt in die Ateliers und Werkstätten sowie die Teilnahme an Führungen oder Vorträgen ist kostenlos. Weitere Infos und Details zum Programm: fondation-jumelles.ch

26.

UND 27. MÄRZ

In die Sommerzeit schwelgen

Jeweils am Wochenende der Zeitumstellung von 10 bis 18 Uhr laden Innenarchitekt Bernhard Anliker und seine Frau Sylvia ein in ihre «Anlikerei». Im historischen Gebäude an der Murtenstrasse 70 versammeln sie Menschen aus der Region, die lieben, was sie tun: So unter anderem Mike Graf, der in seiner Messermanufaktur handgefertigte Unikate schmiedet, Keramikerin Magdalena Gisler, Holzlöffelschnitzerin Nicole Guyan und Lilian Messerli, die mit Handwerk und Hingabe das Schönste aus pflanzlich gegerbtem Leder herausformt. Die «Bottega Vinolino» sorgt für Kehlenbefeuchtung und Gaumenschmaus.

Gümmenen, einzigartiges.ch

Hallo Hörizonterweiterung!

Ohrmuscheln auf für bisher Ungehörtes, aber alles andere als Unerhörtes: Hania Rani erfüllt im Rahmen ihrer Frühlingstournee «Hello» den Burgerratssaal mit ihrem Klavierspiel, bei welchem sie ihren eigenen Regeln folgt. Die 30-jährige Polin schöpft alle klanglichen und harmonischen Möglichkeiten der Neoklassik aus, die sich durch langsame Instrumentalmusik kennzeichnet, ausgestaltet mit Pop- oder Elektro-Elementen. Die Stücke der ausgezeichneten Musikerin und Komponistin befördern die Lauschenden in bisher weitgehend unentdeckte Gefilde des Genres, die für Gänsehaut sorgen.

Bern, casinobern.ch

2. UND 5. APRIL

Markttour als Aha-Erlebnis

Jeweils von 8.30 bis 10 Uhr nehmen «Slow Food»-Insider des guten Geschmacks sowohl Super-Foodies wie auch Markt-Neulinge mit auf den «Märit». Schlendernd, «schnousend» und shoppend lernt man die Vielfalt an regionalen und nachhaltigen Lebensmitteln kennen in einer Atmosphäre, die sowohl den Appetit weckt wie auch die Kenntnisse über traditionelles Handwerk, faire Herstellungsbedingungen und artgerechte Landwirtschaft nährt. Nach der Tour, mit randvollem Einkaufskörbchen, bringt man den lokalen Leckereien jene Würde entgegen, die ihnen gebührt – und verspürt Hunger

Bern, slowfoodbern.ch

BIS APRIL 2023

Von Krösus bis Kryptowährung

Vom Warengeld zum Metallgeld, von der Münze zum Papier, von der Banknote zum elektronischen Coin: Die Geschichte des Geldes ist die einer Dematerialisierung und Beschleunigung. Woher kommen solch grosse Geldmengen in kürzester Zeit? Und lässt sich die Komplexität des heutigen Geldsystems überhaupt noch begreifen?

Diesen Fragen geht die multimedial inszenierte Ausstellung «Das entfesselte Geld – die Geschichte einer Erfindung» auf den Grund –ein rasanter Ritt durch die Geldgeschichte mit «Money Talk» an verschiedenen Abenden, mit dem Berner Rapper Tommy Vercetti als Gastgeber.

Bern, bhm.ch/geld

8. MAI

Pionierin der Moderne

Das Zentrum Paul Klee zeigt die erste umfassende Retrospektive einer verkannten Pionierin in der Schweiz: Gabriele Münter zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen des deutschen Expressionismus und gilt als Wegbereiterin der modernen Kunst. In einer von Männern dominierten Berufswelt hat sie über sechs Jahrzehnte ein vielseitiges Werk in eigenständiger, kraftvoller Bildsprache geschaffen – und blieb doch, wie viele ihrer Zeitgenossinnen, in der Kunstgeschichte lange Zeit unbeachtet: Jetzt erstrahlen ihre Gemälde, Drucke, Zeichnungen und fotografischen Werke in neuem Licht.

Bern, zpk.org

10. APRIL

Ein Flohmarkt zum Feiern

Am kultverdächtigen Flohmarkt von Gianina Fabbricatore und Fabio Quattrocchi, beide passionierte Tanz-Profis, sind Trouvaillen nur einen Beat entfernt: Neben einem Live-DJ sorgen Food und Drinks für den leichtfüssigen Groove in den hellen, grosszügigen Vidmarhallen. Einmal im Monat öffnen sie von 11 bis 16 Uhr die Tore ihrer Tanzschule im Berner Liebefeld nicht für Tanz, sondern für Trödelwillige. An 80 Ständen findet man antike, dekorative und modische Schätze, die sonst in Schränken und Schubladen schlummern – von Kleidern bis Kristallgläsern, aber bestimmt keinen Krimskrams.

Bern, the-stage.ch

BIS
10. MAI
© 2021,
ProLitteris, Zürich, Gabriele Münterund Johannes Eichner-Stiftung, München

Klangteppich auf Gartenerde

Nichts Geringeres als «I wanna be god» singen die «Gurus», vier knorrige Hansel aus dem Hauptstadtstadl – und dies in einem «edenhaften» Garten, in dem Gemüse, Blumen und Beeren gedeihen. Das Quartett rollt seinen Klangteppich aus Gitarre, Schlagzeug, Bass und Gesang im «Zehendermätteli im Glück» aus. Das gastgebende Dreiergespann Simon und Anna Tauber sowie Marcel Geissbühler schaffen auf der aareumflossenen Engehalbinsel eine neue Oase, in der Genuss, Gemeinsinn und Gutherziges gleich zirkuswagenweise auffährt, wurden sie doch vormals mit dem «Wagen zum Glück» stadtbekannt. So kunterbunt ist denn auch ihr frühsommerliches Kulturprogramm – es reicht von der Lesung bis zur Tanznacht –, mit dem Konzert der «Gurus» als eines der Highlights. Diese wirken auf der Bühne wie Götter ihrer Kleinen Welt, heisst es. Glaube versetzt Berge – und in diesem Fall auch Bierhumpen.

Bern, zehendermaetteli-imglueck.ch

Design in allerlei Gestalt

Ein Festival, das sich ganz dem Design verschrieben hat: Talenten aus der Schweiz, hauptsächlich aus den Bereichen Produkt-, Grafik- und Interaction-Design, geben die Eventleiter Florian Steiner und Thomas Oehrli an diesem Wochenende die Möglichkeit, ihr kreatives Schaffen einem grossen Publikum zu präsentieren. Die Veranstaltungen verteilen sich über mehrere Orte in der Stadt, das Herzstück des Festivals befindet sich jedoch im «Kornhausforum»: Rund 50 Kreativschaffende stellen auf 700 m2 ihre noch atelierwarmen Werke aus.

Die Kombination aus Talks, Live-Performances, Design und Musik verspricht ein einnehmend rundes Erlebnis. Wer Design liebt, sollte an diesem Wochenende nicht viel anderes einplanen, denn die Macherinnen und Macher zeigen nicht nur formvollendete Resultate, sondern gewähren tiefe, weite und breite Einblicke in deren Entstehungsprozesse.

Bern, designfestival.ch

6. – 8. MAI

LESEN SIE AUFMERKSAM?

Beweisen Sie Spürsinn, und mit etwas Glück gewinnen Sie einen dieser exklusiven Preise.

Welchen wertvollen Rohstoff nutzt das neue Label «Marai», um dessen Verschwendung entgegenzuwirken?

1× handgefertigte Smartphone-Tasche aus naturbelassenem Leder mit Innenfach sowie verstell- und abnehmbarer Lederkordel von «Marai» im Wert von Fr. 218.–1

Wie heisst die Künstlerin, welche die Motive der limitierten Capsule-Kollektion des Zürcher Labels «Mikaine Switzerland» illustriert hat?

1× Foulard «City» von «Mikaine Switzerland» aus Seiden-Twill, traditionell gefertigt in Norditalien, im Wert von Fr. 129.–

Mitmachen & gewinnen

Aus welchem Material besteht die nachhaltig in der Schweiz produzierte Bettwäsche «Floripa»?

1× Bettwäsche-Set «Floripa» von «Divina», bestehend aus einem Duvetbezug (160 × 210 cm) und einem Kissenbezug (Grösse nach Wahl), im Wert von Fr. 378.–

Beantworten Sie eine, zwei oder alle drei Fragen. Senden Sie Ihre Antwort(en) an wettbewerb@mis-magazin.ch oder an die Adresse Redaktion MIS MAGAZIN, Gwattstrasse 144, 3645 Thun / Gwatt. Einsendeschluss ist der 31.05.2022. Viel Spass beim Rätseln!

Teilnahmebedingungen: Wir verlosen die Preise unter allen korrekten Einsendungen. Wir benachrichtigen die Gewinnerinnen und Gewinner persönlich. Keine Korrespondenz. Keine Barauszahlung.

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Thomas H. Markwalder, Gümligen Schöpfer Josef, Thun Cornelia Fries, Frauenfeld Irene Ruckstuhl, Langenthal

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Die Sommerausgabe von MIS MAGAZIN erscheint am 29. Juni 2022.

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