13.06.13
Der Vinschger Wind 12-13
/Menschen/ 17
„Jeder Tag ist ein guter Tag“ Walter Gamper, gebürtiger Latscher und wohnhaft in Lichtenberg, verbindet fernöstliche Lehren mit seinem Beruf als Marketingberater. von Renate Eberhöfer
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as Qi, die Lebensenergie, ein Ausdruck aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), sollte sich immer wieder als prägende Quintessenz in Walter Gampers - Unternehmer in der Schweiz und Qi Gong Lehrer - Leben festsetzen. Bereits mit 16 Jahren hat der gebürtige Latscher Erfahrungen mit Karate und Aikido gesammelt und so erste Berührungspunkte mit fernöstlicher Denkweise geschaffen. Diese asiatischen Kampfsportarten nutzen nämlich im weiteren Sinne genau das gleiche Grundkonzept wie Qi Gong. Eine feine aber signifikante Abweichung gibt es dennoch: Qi Gong ist sanfter und kennt keinerlei aktive Angriffstechniken. Gemeinsames Fundament all dieser Gewandtheiten ist nämlich das Ansinnen, verfügbare Lebensenergien zu stärken und Blockaden zu lösen. Nach der intensiven Zeit mit Aikido und Karate bildete sich Walter Gamper zum zertifizierten Feng-Shui Berater weiter. Feng-Shui, eine Kombination aus Astrologie, Volksglauben, Mystik und rationalem Planen, ist mittlerweile auch in unseren Breitengraden zunehmend etabliert. Das Jahr 2001 sollte dann Wendepunkt in seinem weiteren Werdegang sein: In Lichtenberg, seinem Wohnort, wurde nämlich
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Krankheiten entspringen laut Lehre nämlich einer Disharmonie und Unterbrechung der inneren Flüsse Walter Gamper
erstmals ein Qi Gong Kurs angeboten und er, der Liebhaber des Fernöstlichen, war von Beginn an leidenschaftlich mit dabei. Mehrere Jahre Kursbesuche und regelmäßiges Exerzieren erlernter Fertigkeiten sollten folgen, bis Walter sich 2006 entschloss, eine weitere Stufe der Treppe zu ersteigen: Auf einem intensiven, vierjährigen Qi Gong Lehrgang, mit namhaften europäischen und chinesischen Lehrern, ließ er sich in Luzern zum diplomierten Qi Gong Lehrer SGQT (Schweiz. Gesellschaft für Qigong und Taijiquan) ausbilden. Gelegenheit für ihn, diese chinesische Kunst zu intensivieren und seine Erkenntnisse auch anderen öf-
fentlich weitervermitteln zu können. „Allgemein geht es bei Qi Gong immer um die Bündelung der Lebensenergie bzw. die Pflege dieser unsichtbaren Hüterin der Gesundheit und den Abbau von Spannungen; Krankheiten entspringen laut Lehre nämlich einer Disharmonie und Unterbrechung der inneren Flüsse …“ Im intensiven Gespräch mit dem Qi Gong Trainer erhält man ein Gesamtbild dessen, was die TCM zum Thema Energie und Lebenskraft so aufzubieten hat. Für viele in unserer technisierten Welt - alleinig wissenschaftlich eindeutig erfassbaren Werten vertrauend mögen einige dieser Sichtweisen illusorisch anmuten. So richtet man beim Qi Gong kraft gleichmäßiger Bewegungsübungen, im Einklang mit der Atmung, die Achtsamkeit auf den eigenen Körper und dessen autonome Funktionen, um das Qi in die „richtigen Walter Gamper pflegt das sanfte Qi Gong mit Leidenschaft Bahnen“ zu leiten. Mit einem Atemzug beginnt und vergeht das Leben – Anfang und Ende: Diese Gegensätzlichkeit, dieser Duaphilosophie - welche er von September bis lismus ist eine wichtige Einsicht, welche sich Mai auch den mittlerweile auf 80 Personen Walter durch Qi Gong eröffnet hat: „Alles im angewachsenen Kursteilnehmern im VinschLeben hat zwei Seiten und man kann Dinge gau mit viel Engagement persönlich vermitdurchwegs aus verschiedenen Perspektiven telt - selbst gleichermaßen verinnerlicht hat. wahrnehmen. Gleich dem Yin Yang, dem Mit seiner respektvollen Art, diese fernöstaltchinesischen Symbol des „Tao“ mit seiner liche Pflege von Körper und Geist zu lehren, Symbolik der Polarität und des Wechsels, gelingt es ihm mit außergewöhnlicher Leichlauert neben dem Bösen stets auch das Gute, tigkeit seine Schüler zu begeistern. Denn der neben der Dunkelheit fristet auch Helligkeit, Umgang mit dem Nächsten - ohne zu werten oder wie es bei uns umgangssprachlich so oder sich von Äußerlichkeiten im eigenen lapidar heißt: Nicht selten ein Schaden, wo Empfinden zensieren zu lassen – ist eine nicht auch ein Nutzen!“ Alles beruht auf dem Verhaltenseigenschaft, die Seele und Geist harmonischen Reigen des Gegensätzlichen – gleichermaßen gut tut und befreit. Qi Gong ohne das Eine wäre das Andere nicht denkals Pflege der Lebenskraft und des Wohlbar. Auf die Frage, wie sich denn der Beruf befindens fruchtet nur durch regelmäßiges eines rationalen und auf ökonomischen ErÜben und steht neben Kräutern, Akupunkfolg getrimmten Marketingberaters mit den tur, Massage und Ernährungslehre fest als 5. Lehren des alten Chinas vertragen würde, Säule der TCM. meint Gamper gelassen: „Auch in meiner Was Walter Gamper aber besonders freut, beruflichen Praxis sehe ich die Wünsche, ist, dass noch dieses Jahr zwei seiner langAufträge und Themen unserer Kunden nach jährigen Kursteilnehmer, Giovanni Egua und dem taoistischen Prinzip immer aus verschieAdrian Tschenett, ihre Qi Gong Lehrer Ausdenen Ebenen. Unter Einbeziehung der chin. bildung bei Großmeister Qingshan Liu von 5 Elemente-Lehre resultieren dann auch die der Münchener Qi Gong Akademie in MünVorschläge, welche bestmöglichsten Erfolg chen abschließen werden und dadurch einen garantieren sollen.“ Wer Walter besser kenwichtigen Meilenstein in der Weiterführung nenlernen durfte, weiß, dass er diese Lebensder Qi Gong Pflege im Vinschgau setzen.