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© Stefan Gloede

Radeln durch klingende Gärten Von Ruben Hesse

Ein Event sollten sich musikbegeisterte Radlerinnen und Radler vormerken: das Fahrradkonzert im Rahmen der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci. Dem Motto «Musik und Gärten» folgend, bot das Fahrradkonzert 2015 auf zwei Routen jede Menge Bezüge zu Pflanzen und Gärten.

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ir entscheiden uns für die gemütliche, zwölf Kilometer lange Familientour. Wo sonst sollte eine Lustreise ins Gartenreich beginnen als just im «Lustgarten»! Bis ins 16. Jahrhundert reichen die Anfänge von Potsdams ältester Gartenanlage zurück. Wo einst die Gäste von Kurfürsten und Königen lustwandelten, werden wir heute von der Barocktrompeten-Virtuosin Ute Hartwich und Ensemble als wackere Ritter der Pedale standesgemäss begrüsst: mit «Pauken und Trompeten». Munter steigen wir auf unser Fahrrad. Los geht’s in Richtung Freundschaftsinsel. Der Inselgärtner Thoralf Götsch führt uns durch die wunderbare Welt

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VCS MAGAZIN 1/16

des berühmten Staudenzüchters Foerster, während die findigen Klangbastler von Atonor auf der Wiese bei «Blumentopfsession» und «Luftpumpenkonzert» zum Treten, Lauschen und Fahren einladen. Auch im Innenhof des Nikolaisaals staunen wir über Foersters Stauden. Und da der Mozartfreund eine seiner legendären Ritterspornzüchtungen «Eine kleine Nachtmusik» taufte, bringt das hochkarätig besetzte Foerster-Quintett im Konzertsaal ebendieses zu Gehör. Im Obstgarten Alexandrowka ein paar Kilometer weiter trinken wir einen leckeren Fruchtsaft. Ohne Bienen und Hummeln liefe hier allerdings gar nichts, darum

ehrt Meister-Tubist Jörg Wachsmuth die fleissigen Bestäuber in seinem Klassik-Medley mit dem schnellsten «Hummelflug» der Welt. Weiter geht die Fahrt zum Gelände der Bundesgartenschau 2001, mit dem Potsdam zu seinen historischen Gärten einen neuen Volkspark hinzugewann. In der Orangerie der Biosphäre präsentiert der Soundkünstler Hans van Koolwijk mit seinem «Bambuso Sonoro» ein besonders exotisches musikalisches Gewächs: eine aus riesigen Bambusstäben gefertigte Orgel zum Hören und Ausprobieren. Nach so vielen Eindrücken erwartet uns das Café Tropencamp zum Lunch. Wir entschei-

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VCS-Magazin Nr. 1/2016  

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