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26 Berufswahl

Die Frage nach den Fußstapfen Ob bewusst oder unbewusst: Der Beruf der Eltern spielt bei den eigenen Laufbahnentscheidungen eine große Rolle. Wieso er doch manchmal die richtige Wahl sein kann und wie Eltern ihre Kinder ohne Druck unterstützen können. Text  Teresa Stiens

Antje Peters tritt in die Fußstapfen ihres Vaters und wird Ärztin.

Psychologe, aber zu diesem Beruf fand sie erst nach vielen Umwegen. Am Anfang, sagt sie, konnte sie sich das Interesse daran nicht eingestehen, ohne sich fremdgesteuert oder definiert zu fühlen. Ein Gefühl, dem sie heute auch bei ihrem Coaching begegnet. „Bei jungen Menschen herrscht oft der Wunsch, sich von den Eltern abzugrenzen“, sagt Gröger. Den gleichen Beruf zu erlernen, scheint dann als Super-GAU der Selbstbestimmung. Auch Antje Peters entschied sich nach dem Abitur für etwas anderes als das, was ihre Eltern gemacht hatten. „Mein Vater ist Kinderarzt, aber für mich war damals ganz klar, dass ich Physik studieren wollte“, erzählt die heute 28-Jährige. Unglücklich war sie mit der Wahl nie, aber nach dem abgeschlossenen Studium wagte sie trotzdem noch einmal einen Neuanfang und schrieb sich für Medizin ein. „Ich habe das damals gar nicht in Erwägung gezogen“, erinnert sie sich an die Zeit nach dem Abitur. „Der Beruf meines Vaters war so selbstverständlich, dass das für mich gar nicht in Frage kam“. Annette Gröger erzählt, dass es nicht Als Metapher für den Berufe der Eltern bei der eige-

ungewöhnlich sei, dass Studierende den Beruf ihrer

nen Studien- oder Ausbildungswahl passt ein Mag-

Eltern erst später genauer betrachten.

net. Beide können entweder stark anziehende oder stark abweisende Kräfte entfalten. Wähle ich das,

Dabei liege es durchaus nahe, dass der Werdegang

was meine Eltern gemacht haben? Oder entscheide

der Eltern, oder zumindest einzelne Aspekte davon,

ich mich dagegen?

auch für die Kinder eine sinnvolle Option sein können. „Neben den individuellen Begabungen sind auch die

„Heute sind die Einflüsse und Erwartungen aus dem

Wurzeln wichtig“, so Gröger. Heißt also, dass die Wer-

Elternhaus häufig höher als früher“, sagt Annette Grö-

te und Themen bestimmter Berufe häufig schon im

ger, Psychologin und Laufbahnberaterin. Sie selbst

Elternhaus eine große Rolle spielen und somit auch

ist „Betroffene“, wie sie es nennt, ihr Vater war auch

den Kindern eine Prägung vermitteln.

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Uniglobale Januar 2020  

Das bundesweite Hochschulmagazin für Studium und Karriere im 21. Jahrhundert #studyworkconnect

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