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Sonderheft

Garten & K端che

im Herbst Aktuell: Den Garten winterfest machen

Lecker: Gem端se der Saison

Aktiv: Mit Kinder basteln


Unser Herbst-Gewinnspiel Zählen Sie alle Zwerge, die sich in das Sonderheft eingeschlichen haben und gewinnen Sie einen dieser tollen Preise! 1. Preis: Popcorn-Automat 2. – 10. Preis: Nudel-Überraschungspakete 11. – 15. Preis: Wissenswerte Gartenbücher 16. – 20. Preis: Praktisches Klappmesser

Mailen Sie Ihre gefundene Anzahl an: feedback@ulmer.de Betreff: Gartenzwerge-Gewinnspiel

Impressum Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Redaktion: Sandra Kümmel, Ulrike Strölin, Gabriele Lehari, Peter Hagen Layout: Ulrike Strölin, Sandra Kümmel Fotos: Verlag, Istockphoto © 2009 Eugen Ulmer KG Wollgrasweg 41, 70599 Stuttgart (Hohenheim) E-Mail: info@ulmer.de Internet: www.ulmer.de


Vorwort Herbstzeit!

Im Garten Ein Herbstthema: Frühling auf dem Balkon  4 Richtig pflanzen  6 Winterschutz für Wurzeln  7 Palmen überwintern – Kronenschutz  8 Überwintern von Zitruspflanzen  9 Überwintern von Kübelpflanzen  10 Obstschnitt-Praxis: Der richtige Zeitpunkt  11 Patchwork im Garten – Staudenteppiche  12 Stauden jetzt genießen – und pflanzen  13 Jahresarbeitskalender Gartenteich  14 Wissen rund um den Kürbis  16 Von Kult bis Köstlichkeit – die Welt der Kürbisse  18

Leckere Küche Exoten in der Küche  20 Gehaltvolles Obst  22 Konfitüren – so gelingt es sicher  23 Der Brotbackautomat  24 Pilzideen für die Küche  25

Wer meint, im Herbst ginge es im Garten etwas ruhiger zu, hat selbst keinen. Jetzt gilt es, Früchte zu ernten und (fast wichtiger) zu verwerten, der Garten muss winterfest gemacht werden, die Überwinterungsmaßnahmen für Kübelpflanzen stehen an und vieles mehr. Der Herbst ist aber auch eine Zeit zum Genießen, zum Einmachen, Kochen, Backen - und zum Spielen. All diese Themenvielfalt finden Sie bewährt kompetent und unterhaltsam in unserem ersten Gartenkalender-Sonderheft versammelt, das wir mit viel Freude für Sie zusammengestellt haben. Ob wir dieses Projekt fortsetzen, hängt zu einem Gutteil nun an Ihnen! Schreiben Sie uns an feedback@ulmer.de, sagen Sie uns Ihre Meinung, geben Sie uns Tipps, äußern Sie Wünsche – wir freuen uns schon darauf. Ihre Gartenkalender-Redaktion

! Tipp: Alle mit einem Mauszeiger ausgezeichneten Verweise ins Internet sind auch verlinkt. So können Sie mit einem Klick die Webseite direkt aufrufen.

Unser Redaktionsteam

Dr. Gabriele Lehari ist Biologin, selbstständige Lektorin und Übersetzerin für Sachbücher mit den Schwerpunkten Natur, Umwelt, Hobby.

Mit Kindern Basteln mit Herbstfrüchten  26 So überwintern unsere Tiere  27

Gärtnermeister Peter Hagen hat als ehemaliger Betriebsleiter eines Gartencenters große Erfahrung im Bereich Planung und Ausführung gärtnerischer Projekte.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

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Im Garten

Ein Herbstthema: Frühling auf dem Balkon Damit der Balkon schon so früh wie möglich Farbe zeigt, empfiehlt es sich, im Herbst Blumenzwiebeln zu pflanzen. Zahlreiche Zwiebelblumen bleiben so klein, dass sie sogar in Balkonkästen gepflanzt werden können.

Ein Topfgarten hat sogar einen besonderen Vorteil: Er ist flexibel und lässt sich jederzeit umgestalten. Blühende oder besonders schöne Pflanzen lassen sich schnell in den Vordergrund rücken und neue Farbzusammenstellungen können beliebig oft ausprobiert werden.

Erste Blüten schon im Winter Narzissen, Hyazinthen und Tulpen werden allgemein als Frühlingsblüher bezeichnet. Tatsächlich blühen einige Zwiebelblumen bereits, wenn der Frühling noch gar nicht begonnen hat. Der Winterling (Eranthis) trotzt Eis und Schnee, gefolgt von Krokussen, die der Kälte ebenfalls Paroli bieten. Diese frühen Blüher werden nur etwa 10 cm hoch und sind deshalb ideal zum Bepflanzen von Gefäßen. Damit es im Frühjahr sprießen kann, empfiehlt es sich, im Herbst bereits Blumenzwiebeln zu pflanzen.

Strahlend gelbe Blüten Der Winterling ist relativ wenig bekannt, obwohl er mit seinen leuchtend gelben Blüten in einer an Farbe armen Jahreszeit ein besonderer Lichtblick ist. Die Blüten sind von grünen Blättern ähnlich wie mit einer Halskrause umgeben. Als Starthilfe empfiehlt es sich, die Knollen vor dem Pflanzen für 24 Stunden einzuweichen. Dieser Trick ermöglicht auch den zierlichen Strahlenanemonen (Anemone blanda) einen besseren Start. Diese nur 15 cm hohen Anemonen blühen im März und April. Sie werden wegen ihrer frühen Blüte auch als Vorfrühlingsanemonen bezeichnet. Es gibt Sorten in verschiedenen Farben wie die schneeweiß blühende ‘White Splendour‘ und die leuchtend blaue ‘Blue Shades‘.

Topfgarten mit Duft

Blumenzwiebeln in Kübel gepflanzt garantieren im Frühjahr eine Blütenpracht auf Balkon und Terrasse.

Wer nicht nur Farbe, sondern auch Duft in seinem mobilen Paradies genießen möchte, kann zum Beispiel Hyazinthen pflanzen. Diese auffallenden Frühlingsblüher verströmen einen sehr intensiven Duft; etwas schwächer duften einige Narzissensorten. Eine aparte, nur 15 cm hohe duftende Narzisse ist ‘Minnow‘, die mit zierlichen, cremeweiß-gelben Blüten bezaubert. Auch die 20 cm hohe ‘Baby Moon‘ gehört zu den duftenden Narzissen. Ihre Blüten leuchten in kräftigem Gelb. Es gibt sogar Tulpen, die leicht duften, wie die 30 cm hohe, leuchtend gelbe ‘Monte Carlo‘. Sie hat wie die rosafarbene, ebenfalls duftende ‘Angelique‘ gefüllte Blüten. Die 50 cm hohe ‘Angelique‘ wirkt


Das A und O: Wasserabfluss Das Pflanzen von Blumenzwiebeln in Töpfe oder Blumenkästen ist ganz einfach. Als Substrat kann normale Blumenerde aus dem Gartencenter verwendet werden. Wichtig ist, dass überschüssiges Gieß- oder Regenwasser gut abfließen kann, denn stauende Nässe vertragen die Zwiebeln nicht. Deshalb sollte das Gefäß auf jeden Fall ein oder mehrere Wasserabflusslöcher im Boden haben. Damit hier keine Erde herausrieselt, können die Löcher mit einer leicht gewölbten Tonscherbe abgedeckt werden. Zur besseren Dränage wird auf dem Boden des Gefäßes eine Schicht feiner Kies oder Blähton verteilt. Anschließend wird das Gefäß bis zur Pflanzhöhe mit Erde gefüllt. Hierauf werden die Zwiebeln verteilt. Sie dürfen in Gefäßen enger stehen als im Garten,

sollten sich aber nicht berühren. Die Pflanztiefe ist normalerweise auf der Verpackung angegeben. Sollte das Gefäß relativ klein sein, ist es besser, die Zwiebeln nicht ganz so tief zu pflanzen, damit die Wurzeln noch ausreichend Platz haben und sich gut entwickeln können. Zum Schluss werden sie mit einer Schicht Erde abgedeckt und angegossen.

Kältereiz für Blütenbildung Damit die Zwiebeln im nächsten Jahr blühen, brauchen sie die winterliche Kälte als Auslöser. Sie können deshalb ruhig draußen bleiben, sollten aber vor zu starkem Frost geschützt werden. Dazu rückt man sie zusammen und schützt sie zum Beispiel durch Abdecken mit luftdurchlässigem, isolierendem Vlies. An wärmeren Tagen kann man das Isoliermaterial abnehmen und die Zwiebeln gelegentlich etwas gießen. So vorbereitet steht einem blühenden Start in den Frühling auch auf Balkon und Terrasse nichts mehr im Wege.

Pflanzensuche leicht gemacht • Pflanzensuche anhand individueller Merkmale • Steckbriefartige Vorstellung der Pflanzen •U  mfasst Stauden, Gehölze, Zimmer-, Beet- und Balkonpflanzen Der Pflanzendetektiv ermöglicht das schnelle Auffinden von Stauden, Gehölzen, Zimmer-, Beetund Balkonpflanzen. Mithilfe einer Suchmaske geben Sie die Ihnen bekannten Pflanzenmerkmale wie Blütenfarbe oder Wuchshöhe ein. Die passenden Pflanzen werden Ihnen in Form eines Steckbriefes vorgestellt. Fragen rund um die Pflanzen werden Ihnen von unserem Experten Peter Hagen im Forum beantwortet. Praktischer geht es nicht!

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Garten

mit ihren pastellfarbenen, üppig gefüllten Blüten sehr romantisch und erinnert an die opulente Blütenpracht der Pfingstrosen.


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Im Garten

Richtig pflanzen Teilweise werden die einziehenden Zwiebel- und Knollenpflanzen auch als Topfware außerhalb der Vegetationszeit angeboten. Falls Sie hierauf zurückgreifen wollen, sollten Sie vor dem Kauf den Ballen aus dem Topf nehmen, um die Wurzeln auf Gesundheit zu überprüfen. Wenn es bei Zwiebelgewächsen im Topf zu Ausfällen kommt, geschieht das meist während des Winters. Deshalb schützt nur eine gründliche Kontrolle vor unangenehmen Überraschungen. Man sollte besser so lange warten, bis sich frische (meist weiße) Wurzeln oder eine deutliche Knospe an der Erdoberfläche zeigen. Das ist meist im frühen Frühjahr der Fall. Gepflanzt wird praktisch ausnahmslos in Gruppen, wobei Sie bei Pflanzenmenge und -dichte das Ausbreitungsverhalten der betreffenden Art berücksichtigen müssen. Arten, die keine Brut- oder Nebenzwiebeln bilden und sich nicht durch Aussaat vermehren, setzen Sie gleich in der gewünschten Gruppenstärke. Sich aussamende Pflanzen wie Hohler Lerchensporn (Corydalis cava) oder Frühlings-Krokus (Crocus vernus) sowie Arten mit reichlicher Nebenzwiebelbildung (zum Beispiel Galanthus nivalis) sollten Sie großzügig über die Pflanzfläche ver-

teilen, damit es zu einer schnelleren Flächenbesiedlung kommt. Wichtig ist natürlich, im Auge zu behalten, wann ein bestimmter optischer Effekt erzielt werden soll. Wer mehr Geduld aufbringt oder Zweifel hegt, kann am Anfang mit weniger Zwiebeln und kleineren Gruppen beginnen. Die Pflanztiefe ist bei kleinen Gebinden zumeist auf der Packung vermerkt. Robustere Geophyten nehmen zu flaches Pflanzen nicht übel und ziehen sich mit Zugwurzeln selbst in die richtige Tiefe. Das ist zum Beispiel bei Krokussen der Fall. Ist der Boden zu wenig durchlässig für Wasser und Luft, können Sie das Pflanzbett durch die Zugabe von Sand oder Splitt entsprechend aufbereiten. Dauerhafter ist eine kompletter Substrataustausch. Den pH-Wert können Sie in normalen Gartenböden getrost vernachlässigen. Wer aber Rohböden nutzt, sollte die Ansprüche der verschiedenen Arten an den Kalk- und Humusgehalt beachten. Ideale Pflanzhilfe ist ein Pflanzholz, wie es in jedem Gartenfachhandel angeboten wird. Damit wird für jede Zwiebel ein separates Loch gestochen. Bevor die Zwiebel gesteckt wird, sollten Sie das Loch leicht mit Sand auffüllen, damit unter dem Pflanzgut kein luftgefüllter Hohlraum verbleibt. Das Loch wird anschließend mit Sand oder krümeligem Boden bis zur Erdoberkante aufgefüllt. Stöcke, Bambusstäbe oder Metallstangen markieren die Pflanzplätze. Das ist besonders in den ersten Jahren und bei wenig ausbreitungswilligen Pflanzen ratsam. Andernfalls kann es leicht passieren, dass Sie die Zwiebeln bei der Bodenbearbeitung vergessen und ungewollt ausgraben oder beschädigen. Schließlich sind die zarten Gartenschönheiten einen Großteil des Jahres „im Untergrund“ verborgen! [Quelle: Wendebourg, Zwiebelpflanzen für den Garten]

Fundierte Informationen rund um Pflanzen und Garten • die Zeitschrift mit den ausführlichsten Überblicken über Gehölz- und Staudensortimente • Gartenpraxis bietet Informationen zu unbekannten Pflanzen und Neuzüchtungen Die namhaftesten Experten aus dem In- und Ausland zählen zu den Autoren. Sie berichten über aktuelle Erkenntnisse der Pflanzenverwendung und Neuheiten in den Sortimenten. Auswahllisten geben Hilfestellung bei der Wahl der besten Stauden und Gehölze für den Garten. Die Rubrik „Gärten am Reiseweg“ nennt lohnende Ziele in aller Welt.

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Im Garten

Winterschutz für Wurzeln Der im Grunde wichtigste Teil einer Pflanze ist die Wurzel. Ist sie gesund, bleibt es die Pflanze auch oder sie kann sich zumindest durch neue Triebe regenerieren. Die Wurzeln ausgepflanzter Exoten sind im Gegensatz zur klassischen Kübelkultur bereits durch den Erdboden sehr gut geschützt, sofern die Lage stimmt. Hierzulande frieren die Böden selbst im strengsten Winter in der Regel nicht mehr als bis in 80 cm Tiefe durch. Der Frost dringt nur Zentimeter für Zentimeter ein, aber auf seinem Weg reißt er Wurzeln ab, weil er den Boden hebt, oder er ritzt die Wurzeln mit tausend feinen Schnitten seiner Eiskristalle ein. Der Frost kommt jedoch umso langsamer vorwärts, je dicker der Boden mit einer isolierenden Schicht abgedeckt ist. Sie kann aus Laub oder Mulch bestehen, die man im Herbst in 15 bis 20 cm dicken Lagen um die Pflanzen streut. Herbstlaub gibt es in jedem Garten kostenlos und in Mengen. Als Mulch wird gern Rindenmulch verwendet. Ihn erhalten Sie lose in Sägewerken oder in Säcken verpackt im Fachhandel. Auch möglich ist eine Decke aus Holzwolle aus holzverarbeitenden Betrieben. Damit diese leichten Materialien bei Windböen nicht weggeweht werden, deckt man sie mit Fichtenzweigen oder anderem Reisig ab, die damit für eine zweite Deckschicht sorgen. Auch Schnee ist eine hervorragende Isolierdecke, die die Erde darunter warm hält. Fegen Sie lockeren Schnee deshalb auf keinen Fall im Winter weg. Aufhäufen sollten Sie ihn allerdings auch nicht, da geschippter Schnee rasch verdichtet, sehr schwer wird und Zweige niedriger Sträucher abbrechen lässt.

Wühlmaus-Abwehr Der Nachteil einer dicken Mulchschicht über dem Wurzelbereich kann sein, dass sich hier Mäuse einnisten und unbemerkt an der Rinde oder den Wurzeln nagen. Kontrollieren Sie deshalb Ihre Pflanzen regelmäßig und stellen Sie gegebenenfalls Fallen auf.

Wurzelschutz-Ende

Laub als Mulch – darauf sollten Sie achten • Nur das Herbstlaub gesunder Bäume verwenden. Sonst können Pilzkrankheiten übertragen werden. • Eichen- und Walnussblätter sind nicht geeignet. Sie verrotten zwar sehr langsam, was vorteilhaft ist, setzen aber viele Gerbstoffe frei, die empfindlichen Exotenwurzeln nicht bekommt. • Laub möglichst mit etwas Abstand zur Pflanze anhäufeln, damit die Stammansätze frei bleiben.

! Tipp: Empfindliche Kübelpflanzen einräumen Empfindliche Kübelpflanzen sollten allmählich an einen frostsicheren Platz gestellt werden. Oleander verträgt dagegen kurzfristig leichte Minustemperaturen. Lassen Sie ihn ruhig etwas länger im Freien, dann schließen die Triebe besser ab und die Pflanze übersteht die Wintermonate besser. [Quelle: www.gartenkalenderonline.de]

Buchtipp

Im Frühling sollte man die isolierende Mulchschicht so bald wie möglich entfernen. Ist erst die schlimmste Kälte vorbei, soll die Frühlingssonne den Boden erwärmen und die Wurzeln zum Leben erwecken. Eine dicke Lage Mulch stört dann nur, weil sie die Sonnenstrahlen nicht bis zum Boden durchlässt und diesen kühl hält. Deshalb sollte man ab März / April die Mulchdecken entfernen, die sich im Falle einer Laubbedeckung ohnehin bereits infolge von Rotteprozessen stark zersetzt haben. Kehrt die Kälte noch einmal zurück, deckt man die Pflanzen erneut mit Reisig ab. Aber auch Zeitungspapier oder ausgediente Textilien leisten hier Soforthilfe. Ihre Isolierwirkung hält nicht lang (sie nimmt bei Nässe rasch ab), aber einige Tage „Winterrückfall“ lassen sich damit überbrücken. Im Sommer ist es wiederum rat-

sam, eine neue Mulchdecke anzulegen. Sie schützt den Boden bei Hitze vor frühzeitiger Austrocknung und hemmt zugleich den Aufwuchs von Unkräutern: So brauchen Sie seltener jäten.

Exoten im Garten. Einfach – schön – exklusiv. Tanja Ratsch. 2006. 64 S., 60 Farbf., 10 Tab., kart. ISBN 978-3-8001-4913-1. € 7,90 Mehr zum Buch in unserem Webshop.


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Im Garten

Palmen überwintern Kronenschutz Für den Schutz der oberirdischen Pflanzenteile stehen Ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Dabei geht es in erster Linie darum, die Auskühlung zu reduzieren, Wind abzuhalten und die Rinde sowie immergrüne Blätter vor der Wintersonne zu schützen.

Wärmen können alle folgenden Alternativen ihre Pflanzen nicht, da sie keine Wärmequellen sind: Ist es draußen bitterkalt, bietet auch ein Winterschutz keine oder nur um 1 bis 2 °C höhere Temperaturen. Aber dafür schützt er vor anderen Witterungseinflüssen wie Wind, kaltem Regen, Schnee und Fraßschäden durch Tiere, sofern die Hüllen dicht sind.

Pflanzen einhüllen Die einfachste Form des Winterschutzes ist das Einhüllen der Kronen in Textilgewebe. Der alleinige Zweck dafür ist die Schattierung vor Wintersonne. Einlagige Hüllen bewirken keinen spürbaren Temperaturschutz. Geeignete Materialien sind Vliese, Schattiernetze, Jute oder Leinen. Sie werden entweder in Streifen wie Wickelröcke um die Pflanzen geschlungen und mit Seilen zugebunden. Oder man näht aus den Geweben Säcke in passender Größe, die man über die Kronen stülpt und am Stamm windsicher zusammenbindet. Die Säcke sind jahrelang verwendbar.

Stammschutz Um Baumrinden im Winter vor Rissen zu schützen, lehnt man Bretter dagegen und verschnürt diese windsicher. Das Streichen der Stämme mit weißer Kalkmilch hilft ebenfalls, da diese Sonnenstrahlen reflektiert, ist aber weniger effektiv als die Bretter-Methode. Umwickelt man die Rinde mit Jutestreifen, bleiben diese nach Niederschlägen lange feucht und sind deshalb im Frühling baldmöglichst abzunehmen.

Pflanzen umbauen Etwas aufwändiger ist der Bau eines Rahmens um die Pflanzen. Der Vorteil gegenüber der vorherigen Methode ist, dass diese Hüllen nicht direkt an den Zweigen anliegen. Dadurch haben die Pflanzen mehr Luft und können bei Nässe rascher abtrocknen. Solange die Pflanzen noch klein sind, ist es recht einfach, vier angespitzte Holzpfosten, Dachlatten oder Eisenstangen senkrecht in den Boden zu treiben. Diese werden mit den zuvor genannten Geweben seitlich umhüllt und abgedeckt, wobei das Dach gespannt oder gewölbt sein muss, damit Regen abfließen und Schnee abrutschen kann. Hierfür sind satteldachartig angebrachte Querlatten geeignet. Stabiler gegenüber Schnee oder Windlast sind zeltartige Konstruktionen, bei denen die Pfosten pyramidenartig gegeneinander gelehnt und an der Spitze mit Seilen verzurrt werden. Von den Seiten rutscht Schnee gut ab. Eine Seitenfläche zum Öffnen und Lüften bei mildem Wetter nicht vergessen!

Umzäunt Alternativ kann man um die zuvor beschriebenen Lattenkonstruktionen ein Zaungeflecht spannen und innen mit Stroh oder Laub füllen. Das hat sich für Bananen bewährt, deren Laub im Winter abstirbt. Ein regensicheres Dach ist von Vorteil, da nasses Stroh fault und kaum Isolierwirkung hat.

Regenschutz Wüstenpflanzen wie Palmlilien, Kakteen oder Agaven müssen vor Nässe geschützt werden. Kleine Exemplare kann man mit auf Steine gestellten Plastikhauben über decken, z. B. mit den Deckeln von Aussaatkästen, die Lüftungsschlitze haben. Auch eine Glasplatte, die auf vier kurze Pfosten gelegt wird, hält Regen ab. Bei höheren Pflanzen wie Palmen lassen sich an windgeschützten Stellen Regenschirme verwenden, deren Stiele man an entsprechend lange Holzpfosten bindet. Bei Sturmschäden muss man sie gegebenfalls erneuern.

Bitte keine Plastikfolie! Hüllen Sie Ihre Pflanzen auf keinen Fall komplett in Plastikfolie ein. Darunter entsteht an sonnigen Tagen ein feuchtwarmes Klima, das die Pflanzen zum verfrühten Austreiben anregt. Nachfolgender Frost trifft sie doppelt hart. Zudem bildet sich unter Folien Schwitzwasser, das zu Pilzinfektionen und Fäulnis führen kann. [Quelle: Ratsch, Exoten im Garten]


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Die meisten Zitruspflanzen sind nicht frostfest und müssen daher in einem passenden Raum frostfrei überwintert werden. Am besten sind dafür ungeheizte, helle Räume geeignet wie kühle Wintergärten, helle Treppenhäuser oder ungeheizte Gewächshäuser. Eine Überwinterung in der Garage ist nur möglich, wenn dort genügend Licht durch ein Fenster einfällt, da Zitruspflanzen in der Regel immergrün sind und auch im Winter Licht benötigen. Ebenso darf im Winter das Gießen nicht vergessen werden, wobei aber Staunässe auf alle Fälle vermieden werden muss. Wie die häufigsten Zitrusgewächse als Kübelpflanze am besten überwintert werden, ist in untenstehender Tabelle aufgeführt. [Quelle: Lehari, Zitrusfrüchte]

Wissenschaftlicher Name

Deutscher Name

Frostresistenz

Überwinterung

Citrus aurantiifolia

Limette

Bis –3 °C

12 bis 18 °C, sehr hell

Citrus auranitiifolia x Fortunella spec.

Limequat

Bis –4 °C

12 bis 18 °C, sehr hell

Citrus aurantium

Bitterorange, Pomeranze

–6 bis –9 °C, je nach Alter

5 bis 10 °C, hell

Citrus bergamia

Bergamotte

Bis –5 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus hystrix

Kaffernlimette, Papeda

Bis –3 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus ichangensis

Ichang-Papeda

Bis –12 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus junos

Yuzu

Bis –12 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus latifolia

Persische Limette

Bis –4 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus limetta

Römische Limette

Bis –4 °C

12 bis 18 °C, sehr hell

Citrus limettioides

Süße Limette

Bis –4 °C

12 bis 18 °C, sehr hell

Citrus limon

Zitrone

Bis –3 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus madurensis

Calamondin, Zierorange

–4 bis –6 °C, je nach Sorte

12 bis 18 °C, sehr hell

Citrus maxima

Pampelmuse

Bis – 4 °C

12 bis 18 °C, sehr hell

Citrus medica

Zitronatzitrone

Bis –3 °C

12 bis 18 °C, sehr hell

Citrus x meyeri

Zitrone ‘Meyer’

Bis –3 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus x nobilis

Ortanique

Bis –5 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus x paradisi

Grapefruit

Bis –8°C

5 bis 10 °C, hell

(Citrus x paradisi) x C. maxima

Pomelo

Bis –8°C

5 bis 10 °C, hell

Citrus reticulata

Mandarine

Bis –6 °C

5 bis 10 °C, hell

C. reticulata var. unshiu

Satsuma

Bis –8 °C

5 bis 10 °C, hell

Tangerine

Bis –6 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus sinensis

Apfelsine

Bis –5 °C

5 bis 10 °C, hell

Citrus x tangelo

Tangelo

Bis –5 °C

5 bis 10 °C, hell

Fortunella spec.

Kumquat

Bis –10 °C

5 bis 10 °C, hell

Minneola

Bis –5 °C

5 bis 10 °C, hell

Dreiblättrige Orange

Bis –25 °C

Draußen; im Kübel 5 bis 10 °C, hell; Laub abwerfende Pflanzen dunkel und kühl

Poncirus trifoliata

Im Garten

Überwintern von Zitruspflanzen


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Im Garten

Überwintern von Kübelpflanzen Der ideale Winterstandort für Kübelpflanzen ist hell, kühl (zwischen 5 und 10 °C) und luftig. Diese Bedingungen sind jedoch nur in einem Gewächshaus oder Wintergarten zu realisieren. Häufig stehen uns nur weniger optimale Orte wie Keller, Garage, Lichtschacht, Treppenhaus oder die Wohnung zur Verfügung. Kübelpflanzen, die ihr Laub abwerfen, können auch weniger günstige Lichtverhältnisse im Winterquartier ertragen, sofern ihr Standort vernünftig temperiert, das heißt kühl ist. Immergrüne Arten bei wenig Licht zu Überwintern ist nicht zu empfehlen. Denn nach mehreren Wochen sind die Reserven der vergangenen Vegetationsperiode aufgebraucht und die Pflanzen beginnen sichtbar zu leiden. Dies zeigt sich am Vergilben jungen Laubes und dem Blattfall. Ohne ausreichenden Lichtgenuss verliert jedes Blatt seine Funktion und ist dann über kurz oder lang zum Absterben verurteilt. Häufig beginnen die Pflanzen schon bald nach dem Blattabwurf auszutreiben, denn sie wollen Verlorenes ersetzen. Dieser Austrieb ist ohne Wert, wenn die schlechten Lichtverhältnisse beibehalten werden. In der Regel müssen die schwachen, vergeilten Triebe beim Ausräumen zurückgeschnitten werden. Dies geht aber an die Substanz der Pflanzen. Wenn sie überhaupt noch einmal austreiben, geschieht dies relativ spät und die Pflanzen sind deutlich

geschwächt. Es ist nicht zu erwarten, dass solche Pflanzen sich optimal entwickeln und die Verluste innerhalb der Vegetationsperiode ausgleichen können.

Allgemein sind folgenden Grundregeln zu beachten: Ein helles Winterquartier kann wärmer, ein dunkles muss kühl sein. Je kürzer die Überwinterungszeit, umso weniger wird die Pflanze geschwächt. Die Kälteverträglichkeit der Pflanze ist auszunutzen, das heißt so spät wie möglich ein- und so früh wie möglich wieder ausräumen. Die beste Vorbeugung gegen Krankheiten und Schädlinge: Gründliches Lüften an frostfreien Tagen (zur Absenkung der Luftfeuchtigkeit und Erhöhung der Luftzirkulation), niedrige Temperaturen, Entfernen abgefallener Blüten und Blätter. Einige Gärtner bieten als Dienstleistung einen Überwinterungsservice für Kübelpflanzen an. Dieses Angebot ist für Kübelpflanzenliebhaber interessant, welche selber keine Möglichkeit zur Überwinterung haben. [Autoren: Wolfgang und Marco Kawollek]

Rückschnitt von Kübelpflanzen Um angesichts der Vielzahl von Kübelpflanzen Schnittfehler zu vermeiden, sollte man sich schon beim Kauf der Kübelpflanze über den richtigen Zeitpunkt für notwendige Rück- oder Formschnitte informieren. Erfahren Sie hier Wissenswertes über Vorgehensweise und den richtigen Schnittzeitpunkt.

Der Rückschnitt Wann wird zurückgeschnitten? Im Herbst, vor der Überwinterung, ist bei stark wachsenden Kübelpflanzen ein kräftiger Rückschnitt notwendig. Sollte der Überwinterungsbereich den Ansprüchen der Pflanzen nicht ganz gerecht werden (zu hohe Temperaturen, zu wenig Licht), wird eventuell ein weiterer Rückschnitt notwendig sein. Und zwar dann, wenn die Pflanze frisch austreibt und diese Triebe sehr dünn und sehr lang aussehen. Bei wenigen Pflanzen, wie etwa Buchs (Buxus), muss man auf den Zeitpunkt

des Schnittes besonders achten. Weil bei sehr klein- und dichtblättrigen Pflanzen beim Schneiden auch die Blätter durchgeschnitten werden, kann es bei zu starker Hitze Verbrennungen der Schnittstellen oder bei einem Frosteinfall Kälteschäden geben. [Quelle: Haas, Kübelpflanzen]


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Im Garten

Obstschnitt-Praxis: Der richtige Zeitpunkt Obstbäume schneiden. Einfach - richtig - erfolgreich. Uwe Jakubik. 2005. 64 S., 68 Farbf., 18 Zeichn., 1 Tab., kart. ISBN 978-3-8001-4837-0. € 7,90. Mehr zum Buch in unserem Webshop.

Pflanzen Apfel, Birne, Kirsche, Zwetsche Jan

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Dez

Pfirsich

Jan

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Dez

Apfel, Birne, Sauer-Kirsche, Zwetsche

Jan

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Dez

Süß-Kirshe, Walnuss

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Pfirsich

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Dez

Paraffinöl gegen Blattläuse

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Dez

Präparate gegen Blattläuse

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Pilzpräparate (Fungizide)

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Süß-Kirsche

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Jul

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Dez

Sauer-Kirsche

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Dez

Zwetsche

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Apfel

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Birne

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Walnuss

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Schneiden

Pflanzenschutz

Ernte

Buchtipp

In untenstehender Tabelle wurden die anstehenden Arbeiten und die dafür optimalen und geeigneten Zeiträume, die sich in der Praxis bewährt haben, zusammengefasst. Dabei gibt es verschiedene Ansichten und Theorien zu jedem der aufgeführten Punkte. Diese Zeiträume sollen Ihnen als Orientierung für Ihre Gartenaktivitäten dienen. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, Obstgehölze auch im Sommer zu schneiden. Der Vorteil des Sommerschnittes ist, dass die Schnittstellen sehr schnell verheilen und keine Wundbehandlung notwendig ist.


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Im Garten

Patchwork im Garten: Staudenteppiche Im großen Stauden-Sortiment finden sich Sorten für die unterschiedlichsten Standortbedingungen. Neben Stauden, die mit herrlichen Blüten oder imposanter Größe aufwarten, gibt es eine bunte Palette von Bodendeckern, die den Garten zieren – und Unkraut von freien Flächen verdrängen.

Bodendecker pflanzt man am besten im späteren Herbst. Der Boden sollte vorher etwas gelockert und von Unkraut befreit werden. Die Pflanzung im Herbst gewährleistet, dass die Pflanzen bis zum Frühjahr gut anwachsen können und dann in der Lage sind, sich gegen Unkraut zu behaupten. Bodendecker bilden dichte Teppiche – daher auch ihr Beiname „Teppichpflanzen“ – und werden gern zur flächigen Bepflanzung, vor allem an Hängen, im Schattenbereich unter Gehölzen oder im Randbereich von Rasen, eingesetzt.

Die Kunst des Teppichpflanzens Bei der Anlage einer Pflanzung mit Bodendeckern stehen viele Gestaltungs-

möglichkeiten offen. Beim Pflanzen kann man mit geschickter Kombination und Experimentierfreude dafür sorgen, dass die Bodendecker die Fläche im besten Sinne schmücken, indem sie zu einem individuell gestalteten Patchwork-Teppich wachsen. Eine Möglichkeit ist, verschiedene Bodendecker nebeneinander zu setzen, die sich sowohl in den Blatt- und Blütenformen sowie den Blatt- und Blütenfarben unterscheiden. So entsteht ein natürliches, abwechslungsreiches Muster im Pflanzenteppich. Für eine nachhaltige Gestaltung ist es allerdings wichtig, auf die richtigen Standortbedingungen und die unterschiedlichen Wuchsgeschwindigkeiten der einzelnen Pflanzen zu achten. Je nach Aussehen wird zwischen den

einzelnen Pflanzen ein sanfter Übergang – wie zum Beispiel bei einer Kombination des Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) mit dem Ungarwurz (Waldsteinia geoides) – oder ein auffälliger Kontrast erzielt. Silberfarbene oder graugrüne Blätter mit samtiger Behaarung wie beim Frauenmantel (Alchemilla) vermitteln harmonisch zwischen starken Blütenfarben und sehen wunderschön zu Pflanzen mit rötlich braunen Blättern und blauen Blüten wie zum Beispiel Geranium × magnificum aus. Ebenfalls mit kupferbraunen, metallisch glänzenden Blättern wartet der wintergrüne Purpur-Günsel (Ajuga) auf. Gelblich gezeichnetes Laub in Kombination mit hellgelben Blüten erhellt die dunkleren Teile des Gartens, während weiß oder silbrig gezeichnete Blätter kühl und elegant wirken. Die Gefleckte Taubnessel (Lamium) lockert mit ihren mattgrünen, in der Mitte mit silbriger Zeichnung versehenen Blätter jede Pflanzung auf. Man kann auch immergrüne und Laub abwerfende Pflanzen kombinieren: Immergrüne Pflanzen geben der Bepflanzung ganzjährig Struktur, während die Laub abwerfenden Pflanzen mit Farbenspielen erfreuen. [Quelle: CMA]


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Stauden jetzt genießen – und pflanzen! Herbstzeit ist Staudenzeit! Wenn sich die Zeit der Sommerblumen dem Ende zuneigt, ist für Stauden die Gartensaison noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil – viele prächtige Blüher laufen erst jetzt zu Höchstleistungen auf und tauchen die Rabatten in flammende Herbsttöne.

Die dritte Jahreszeit ist auch die geeignete Zeit, um als Gartenbesitzer noch einmal richtig aktiv zu werden und vorausplanend fürs nächste Jahr neue Staudenfreuden zu pflanzen.

Expressionismus pur Wer jetzt seinen Garten in ein Feuerwerk der Herbstfarben verwandeln möchte, findet im Staudensortiment eine große Auswahl. Herbststauden eignen sich aufgrund ihrer Fülle an Farben, Größen und Wuchsformen für die unterschiedlichsten Standorte. Für zusätzliches Leuchten im spätsommerlichen, sonnendurchfluteten Garten sorgen zum Beispiel Herbstastern, Chrysanthemen, Anemonen, Sonnenbraut (Helenium), Mädchenauge (Coreopsis), Stauden-Sonnenblumen (Helianthus) und Fackellilien (Kniphofia). Wasserdost (Eupatorium) und Kreuzkraut (Ligularia) nehmen auch mit halbschattigen Standorten vorlieb. Hervorragend passen zu all diesen Prachtblühern sich verfärbende Gräser wie Chinaschilf (Miscanthus), Rutenhirse (Panicum), Federborstengras (Pennisetum) oder Seggen (Carex), deren Halme langsam von kräftigem Grün über verschiedenste Gelb- und Weißtöne zu Rotbraun wechseln – ein wunderschönes Bild im Licht der tief stehenden Herbstsonne. Auch Zwerggehölze mit bunten Beeren und Immergrüne eignen sich als Kombinationspartner und verschönern die Beete noch bis tief in den Winter hinein.

Gewusst wie Die Pflanzung im Herbst hat den Vorteil, dass die Stauden gut in der Gartenerde anwurzeln können, sodass sie im Früh-

jahr – im Gegensatz zu dann gepflanzten Stauden – umso kräftiger wieder austreiben. Selbst im späteren Herbst, wenn die Stauden schon teilweise einziehen und im Verkauf nicht mehr durch üppige Blüten ins Auge fallen, lassen sich noch Stauden für die nächste Gartensaison pflanzen. Die Bodenverhältnisse sind jetzt dafür ideal. Empfindlichere Arten wie Anemonen sollten etwas Winterschutz durch Mulch erhalten. Bei anderen Stauden reicht es aus, einfach das verwelkte Laub stehen zu lassen und sie erst im Frühjahr richtig auszuputzen.

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Richtig gut mit Zwiebeln Wer schon im Vorfrühling die ersten Blüten im Garten haben möchte, sollte jetzt nicht nur Stauden, sondern gleichzeitig auch Zwiebelblumen pflanzen. In einem Arbeitsgang wird so für Blüheffekte ab Januar bis tief in den Herbst hinein gesorgt. Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge, gefolgt von Narzissen, Tulpen und Hyazinthen, eröffnen das Gartenjahr. Gleich anschließend zeigen sich die ersten Polsterstauden wie Gänsekresse und Moossteinbreche. Wer im Herbst Stauden und Zwiebelblumen gemeinsam pflanzt, verhindert zudem, dass beim späteren Pflanzen der Stauden die Blumenzwiebeln in der Erde beschädigt und in ihrer Blühkraft beeinträchtigt werden. [Quelle: Grünes Presseportal]

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Im Garten

Jahresarbeitskalender für einen Gartenteich Langsam sollten Sie Ihren Teich auf den Winter vorbereiten … „Großreinemachen“ im Gartenteich? Im Herbst ist es Zeit, den Teich, in dem einige Fische schwimmen, einer Grundreinigung zu unterziehen. Der Sauerstoffgehalt des Wassers über den Winter wird auf diese Weise verbessert. Ein Naturteich ohne Fische muss im Herbst von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Je nach Größe des Teiches ist nur in Abständen von mehreren Jahren eine Grundreinigung notwendig. Für größere Teichsanierungen ist nun auch die Zeit gekommen. • Fischen Sie Wasserlinsen und tropische Schwimmpflanzen von der Wasserflä-

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che, ehe sie durch Kälteeinwirkung absterben und auf den Teichgrund sinken. • Fast alle Fische sind ab einer Wassertemperatur von 10 °C nicht mehr in der Lage Futter aufzunehmen, stellen Sie also zu diesem Zeitpunkt das Füttern ein. • Fangen Sie mithilfe von Laubschutznetzen das Falllaub ein, es soll nicht in Ihren Teich wehen. Die Netze sind eine Gefahr für Kleintiere, wie Igel, Vögel usw., deshalb sollten Sie den Netzrand täglich kontrollieren. Denken Sie an die richtige Verspannung des Netzes. • Beim Besuch eines Gartencenters oder Baumarktes finden Sie zu dieser Jahreszeit Eisfreihalter, spätestens jetzt sollten Sie an den Kauf eines solchen Gerätes denken. • Absterbende Seerosenblätter oder solche, die von Schädlingen zerfressen sind, knipsen Sie so dicht wie möglich am Rhizom ab. • Mit sinkenden Temperaturen schränkt sich automatisch der Einsatz technischer Gerätschaften ein. Pumpen und Wasserspiele müssen Sie abbauen und sachgemäß im Keller einlagern.

•D  en Teichfilter einschließlich seiner Pumpe lassen Sie bis zum ersten leichten Frost im Teich und bauen die Anlage erst dann ab. Eine Ausnahme bilden beheizbare Filteranlagen, diese können Sie ganzjährig betreiben. • R ohrkolben, Binsen, Schilf und aufrechtwachsende Gräser befreien Sie jetzt von lose herabhängenden Blättern. Die übrigen Halme binden Sie locker zusammen. Die im Wind ständig schwankenden Triebe der Pflanzen verhindern ein rasches Zufrieren an diesen Stellen und sorgen auf diese Weise für eine bessere Be- und Entlüftung des Teiches. •W  asserspeier, Teichrandfiguren und ähnliche Teichdekorationen sind oft aus nicht frostbeständigem Material gefertigt, deshalb müssen Sie diese zusammen mit der dazugehörenden Kleinpumpe einwintern. Da diese Pumpen meistens im Seichtwasserbereich betrieben werden, reichen schon leichte Fröste um sie zu zerstören. Bringen Sie diese Accessoires und Geräte rechtzeitig in frostfreie, trockene Räume.


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In jedem Teich bildet sich mit der Zeit Teichschlamm z.B. durch Laub, abgestorbene Mikroorganismen, Futterreste und Fischausscheidungen. Diese können zu Fäulnisprozessen führen und das Wasser fängt an trübe zu werden und unangenehm zu riechen. Im Herbst und im Frühjahr ist der optimale Zeitpunkt, dem Teichschlamm zu Leibe zu rücken. Anstatt in den Teich zu steigen oder in teuere Geräte zu investieren, können Sie jetzt den Söll TeichschlammEntferner einfach auf die Wasseroberfläche streuen. Der Schlamm wird dabei nicht (wie bei üblichen Methoden) aufgewirbelt und kann somit auch keine Nährstoffe freisetzen. Einer Algenblüte im Frühjahr wird somit aktiv vorgebeugt.

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Wissen rund um den Kürbis Derzeit erleben Kürbisse eine wahre Renaissance. Nicht zuletzt dadurch, dass in den vergangenen Jahren der amerikanische Brauch des Halloween (31. Oktober) in Europa Einzug gehalten hat. Doch Kürbisse haben wesentlich mehr zu bieten.

Durch ihre ernorme Formen- und Farbenvielfalt, die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Zubereitungsmöglichkeiten und nicht zuletzt durch die unproblematische Anbauweise ist dieses Fruchtgemüse hervorragend für die Gartenkultur geeignet. Bei uns werden Kürbisse heute häufig wegen ihres Zierwertes angebaut. Es gibt wohl kein anderes Gemüse auf der Erde, das uns in so vielgestaltigen Erscheinungsformen begegnet wie der Kürbis. Neben den glattfrüchtigen Sorten gibt es welche, die gerieft sind oder deren Oberfläche warzenähnliche Ausbuchtungen hat. Neben roten und orangefarbenen Früchten findet man grüne, bläuliche und schwarze Kürbisse und solche mit Streifen, Flecken oder netzartigem Muster. Kürbisse können rund, oval, flaschenförmig oder gar wie ein Ufo geformt sein. Neben wahren Riesen mit mehreren hundert Kilogramm Gewicht gibt es auch Arten und Sorten, die so klein wie Mandarinen sind. Fast alle Kürbisse sind genießbar, doch sollte man immer einige für Dekorationszwecke zurückhalten.

Etwas Geschichte Kürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt, viel älter als Mais und Bohnen. Dabei wurden diese drei Gemüsearten früher – teilweise auch heute noch – als perfekte Mischkultur bei den Indios in Mittelamerika angebaut: Der Mais dient der kletternden Bohne als Halt. Der Kürbis beschattet mit seinem Blattwerk den Boden und verhindert die Wasserverdunstung. Bei dem Indianer-

stamm der Navajos war der Kürbis eine heilige Pflanze. Zur Zeit der Entdeckung Amerikas gab es bereits züchterisch bearbeitete Kürbisse. Christoph Kolumbus beschrieb den Kürbis als wichtigste Nahrungspflanze der Indios und Azteken, und in Amerika ist die Begeisterung für Kürbisse bis heute ungebrochen. Durch die Seefahrer gelangten schon bald nach der Entdeckung Amerikas Samen einiger Arten an europäische Fürstenhöfe und in die Klostergärten.

Kürbisse zählen zu den Fruchtgemüsen, sind einjährige Pflanzen und einhäusig, blühen aber getrenntgeschlechtlich. Das bedeutet, dass sich auf einer Pflanze männliche und weibliche Blüten (zu erkennen an dem kleinen Fruchtansatz) befinden. Die weiblichen Blüten müssen durch Insekten – vorwiegend sind es Bienen – bestäubt werden.

Squash als Sammelbegriff Etwas verwirrend ist manchmal die Bezeichnung Squash. Denn oft werden die verschiedenen Kürbisarten unabhängig von ihrer botanischen Zugehörigkeit in Sommerkürbisse (Sommersquash) und Winterkürbisse (Wintersquash) unterteilt. Dabei dient der Ausdruck „Squash“ als Sammelbegriff für die verschiedensten Sorten von Cucurbita moschata und Cucurbita pepo.

Kürbisse botanisch gesehen

Die Sorten des Sommersquash wachsen überwiegend in Buschform und kommen früh in den Ertrag bzw. die Früchte werden in jungem, unreifen Zustand laufend geerntet. Durch häufiges Pflücken wird die Pflanze zur weiteren Blüten- und Fruchtbildung angeregt, und der Gesamtertrag steigt. Hierzu zählen Zucchini, Patisson, Kürbchen und Rondini.

Von Botanikern wird der Kürbis als eine „Panzerbeere“ bezeichnet. Der Kürbis ist die Pflanze mit den größten Beeren und größten Samen. Mit über 90 Prozent Wassergehalt gehört der Kürbis zu den wasserreichsten Gemüsearten. Sein deutscher Name leitet sich vom lateinischen Wort „corbis“, was Korb oder Gefäß bedeutet, ab.

Wintersquash bilden meist lange Ranken und brauchen deshalb mehr Platz im Garten. Sie eignen sich gut zur Beschattung eines Komposthaufens, wobei sie aber an den Fuß des Komposthaufens gepflanzt werden sollten, um dort die Sickersäfte aufzunehmen. Eine Zusatzdüngung ist hier nicht erforderlich. Die Ranken wer-


Kürbisarten und Sorten Aufgrund der Vielfalt (etwa 100 verschiedene Gattungen mit über 850 Arten), ist die botanische Einteilung von Kürbissen nicht ganz einfach. Nachfolgend werden die Kürbisse nach Arten getrennt aufgeführt. In Katalogen von Hobbyzüchtern ist ein Vielfaches an Sorten für die jeweiligen Kürbis-Arten zu finden!

Cucurbita maxima Speise-, Riesen oder Winterkürbis aus den peruanischen Anden. Es handelt sich meist um stark wachsende, 3 bis 5 m rankende Pflanzen mit Früchten, die 50 kg oder auch mehr wiegen können. Ihre Schale ist dick und fest und nicht essbar. Sie haben im Gegensatz zu Cucurbita pepo einen runden Stil.

Diese Art umfasst Sorten, die als Hubbard-Typen bezeichnet werden, zu denen auch der Hokkaido gehört. Am bekanntesten sind die verschiedenen Riesenkürbisse, die besonders für Halloween sehr bedeutend sind. Auch die als Turbankürbisse und Mützenkürbisse bezeichneten Sorten-Gruppen gehören dazu.

Cucurbita moschata Moschus- oder Bisamkürbis aus Peru und Neu-Mexiko. Er verträgt viel Wärme und hat sich daher in den gemäßigten und warmen Zonen der ganzen Welt verbreitet. Rankende Pflanzen mit Früchten, die intensiv orangerot gefärbt sind, mit festem Fruchtfleisch; karotinhaltig, dadurch sehr gesund, haltbar und wohlschmeckend, mit dem Duft nach Moschus. Die Form ist oft tief eingekerbt, flachrund, aber auch glockenförmig, hantelartig oder schlangenartig gebogen. In jungem Zustand kann die Schale mitgegessen werden. Die Schale kann grün, braun, braungelb oder lachsrosa sein. Zu dieser Kürbis-Art zählen SortenGruppen wie Moschuskürbisse und Schlangenkürbisse sowie zahlreiche Zierkürbisse.

Cucurbita pepo Garten-, Sommer- oder Ölkürbis sowie Zierkürbisse. Alle Arten haben einen

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eckigen Stil. Sie stammen aus den südlichen und östlichen Staaten der USA und aus Mexiko. Sie werden auch Sommerkürbisse genannt, weil sie früh, in der Regel im unreifen Zustand, geerntet und verarbeitet werden. In diesem Zustand besitzen die Kürbisse eine weiche, essbare Schale. Es sind zahlreiche Sorten auf dem Markt. Sie sind schnell wachsend und deshalb besonders für die Gartenkultur geeignet. Ihr Fruchtfleisch ist fester und weniger mehlig als das von

Cucurbita maxima Die bekannteste und für die Küche wichtigste Form dieser Kürbis-Art sind die Zucchinis, von denen es verschiedene Sorten und Farben gibt. Weiterhin gehören dazu Rondini, Patisson, oder Spaghettikürbis.

! Tipp Kürbisse können noch draußen bleiben. Obwohl die Kürbispflanze frostempfindlich ist, machen den Früchten kalte Tage nichts aus. Bei mildem Wetter nutzt die Pflanze noch die Herbstsonne für das Fruchtwachstum. Die Kürbisse müssen erst im kühlen Keller eingelagert werden, wenn die Pflanze abgestorben ist. [Quelle: www.gartenkalender-online.de]

Im Garten

den zur Beschattung über den Haufen gelegt. Diese Kürbisse setzen zeitlich später als die Sommersquash-Sorten ihre Früchte an. Diese können zwar auch unreif geerntet werden, besser schmecken sie jedoch im reifen Stadium, weil sie erst dann ihren süßlichen, aromatischen Geschmack entwickeln. Im Reifzustand haben sie eine sehr harte Schale und halten bei entsprechender Lagerung monatelang. Sie können als Gemüse gegessen oder auch sonst vielfältig zu Dekorationszwecken verwendet werden.


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Im Garten

Von Köstlichkeit bis Kult – die Welt der Kürbisse Herbststimmung in Stadt und Land, Nebel und Dämmerung herrschen vor – ein zahnloses Gesicht grinst auf der Türschwelle, gespenstisch flackert Licht hinter den leeren Augenhöhlen. Keine Frage, die Kürbiszeit beginnt!

Noch vor wenigen Jahren interessierte das allenfalls Kleingärtner und Hausfrauen, die Kompott kochten. Heute ist die Riesenfrucht, die botanisch zu den Beeren zählt, im Herbst in Geschäften, Gärtnereien und den Wohnungen allgegenwärtig und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Wie eine Woge schwappt die Begeisterung für die runden Gesellen aus dem englischsprachigen Raum zu uns herüber.

Grusel zu Halloween In den angelsächsischen Ländern spielt der Kürbis schon seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle am Abend vor Allerheiligen, dem All Hallwows Evening oder verkürzt Halloween. An diesem Abend ist – alter keltischer Tradition zufolge – die Grenze zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten besonders durchlässig. Opfergaben sollten die auf der Erde wandelnden Geister der Ahnen milde stimmen. Mit Lärm, Feuer und schaurigen Fratzen, damals noch aus Rüben geschnitzt, versuchte man böse Geister abzuschrecken. Zwar bemühte sich das Christentum, das heidnische Treiben in ein würdiges Totengedenken zu verwandeln. Aber die Lust am Spuk und die Freude an den üppigen Früchten haben sich bis heute erhalten. Sobald Ende September die ersten Kürbisse reif werden, gruppieren sie sich nun auch bei uns vor den Haustüren und Fenstern, auf Balkonen und Terrassen.

Konserviert in der Kälte Dabei gehen Dekorationswunsch und Zweckmäßigkeit Hand in Hand, denn nirgendwo lassen sich Kürbisse besser aufbewahren als an einem trockenen Platz an der frischen, kühlen

Herbstluft. Unbeschädigte Exemplare bleiben dort so lange frisch und ansehnlich, bis sie in köstliche Suppen, Kuchen oder Gemüse verwandelt werden oder kurz vor dem ersten Frost ins Haus umziehen. Die Haltbarkeit geschnitzter Exemplare ist allerdings auch an der Frischluft begrenzt. Aber je sorgfältiger die Kerne und das lockere Faserfleisch entfernt wurden, desto länger kann der „hohle Kopf grinsen“ und die Besucher erfreuen.

Boten des Herbstes Die stattlichen gelben und orangeroten Sorten wie ‘Big Mama‘, ‘Racer‘ oder ‘Aspen‘ sind besonders gefragt. Mit ihren reichen Farbtönen scheinen sie die Herbstsonne zu speichern und widerzuspiegeln. Bei der Halloween-Dekoration wird das warme Kerzenlicht in ihrem Bauch durch die gelbe Farbe des Fruchtfleischs verstärkt. Wer sich auf einer der vielen Kürbisausstellungen in Gärtnereien und Gartencentern umschaut, wird auch von der stattlichen, graugrün-warzigen ‘Marina di Chioggia‘, von ‘Sweet Delite‘ in edlem Dunkelgrün mit silberweißen Tupfen oder dem Cremeweiß der Sorte ‘Lumina‘ fasziniert sein. Für köstliche Kürbisgerichte sind sie alle hervorragend geeignet.

Klein, aber oho! Auch unter den kleineren Kürbissen gibt es viele, die man trotz bizarr anmutender Formen verzehren kann. Die Türkenturbane bestechen durch einen feinen aromatischen Geschmack. Diese Kürbisse fallen jedoch vor allem durch ihr knalliges Orangerot und ihre kuriose Form auf. Sie entsteht durch die kräftige Einschnürung, die die Frucht in den lebhaft


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Im Garten

grün-weiß-orange gezeichneten Hut und die wulstige Krempe gliedert. Auch die glatten Patisson-Kürbisse mit ihren strahlend gelb, weiß oder grünweiß leuchtenden Farben und den an Ufos erinnernden Formen haben einen hohen Zierwert. Ähnliches gilt für ‘Table Ace‘ und ‘Table Gold‘ mit herzförmigen, kräftig gerieften Früchten in Gelb oder Dunkelgrau-Grün. Mit 10 bis 12 cm Durchmesser gehören ‘Sweet Dumpling‘ und ‘Wee-B-Little‘ zu den kleinsten, essbaren Kürbissen. Letzterer hat die klassische Kürbisfarbe und gilt als „Suppentassen-Kürbis“. ‘Sweet Dumpling‘ zeichnet sich durch einen weißen Grund mit kräftigen grünen Riefen und grünen Tupfen aus. Wird der Kürbis aufgeschnitten, kontrastiert das orangegelbe Fruchtfleisch wunderschön mit der Hülle.

Sinn für Skurriles Wer es noch skurriler möchte, greift zu den Zierkürbissen. In Kronen-, Birnen- und Löffelform, oft mit kräftigen Warzen auf der Schale, machen sie auf sich aufmerksam. ‘Cobra‘ erinnert an eine aufgerichtete, zischende Schlange mit breitem, grünweiß geflecktem Flaschenbauch und langem Hals. ‘Nestegg’ reift zu glatten, weißen Eiern heran; das dunkle Gegenstück dazu ist die kugelrunde ‘Rolet‘ in Schwarzgrün. Ihre sehr feste Schale und das wenige, oft bittere Fleisch machen die Zierkürbisse ungenießbar. Bewahrt man sie unverletzt auf, trocknen sie innen völlig aus und halten sich jahrelang. Dagegen beginnt bei den fleischigen, essbaren Sorten meist gegen Ende des Winters der Auflösungsprozess. Die in ihrem Inneren ruhenden Samen müssen nun ans Licht, damit eine neue Kürbisgeneration heranwachsen kann. Rechtzeitig ein leckeres Kürbisgericht kochen, ist das einzige Rezept, das gegen die Auflösung des Kürbisses hilft!

In ihrem Blog „Einmal querbeet und ab in die Küche“ stellt Frau Goldscheider gewöhnliche und ungewöhnliche Pflanzen aus ihrem Garten vor. Neben Hinweisen zur Pflege gibt sie auch Tipps zur leckeren Zubereitung der selbst angebauten Gartenprodukte:

Kürbisknospen und kleine grüne Kürbisse Zur Vorbereitung gibt es nichts weiter zu tun, als die Früchte zu ernten und zu waschen. Zum Braten in der Pfanne sollten alle Stücke etwa gleich groß sein, damit sie in wenigen Minuten alle gleichmäßig erhitzt werden. Belassen Sie also die kleinen, noch geschlossenen Kürbis-Knospen im Ganzen, wogegen Sie die größeren Früchte halbieren oder vierteln. Schneiden Sie Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Ingwer klein und geben Sie alles zusammen ins heiße Öl in Wok oder Pfanne. Keinesfalls Sollten Sie die knackigen Kürbisfrüchte weich kochen. Als Curry, kurz aber scharf angebraten, mit oder ohne Fleisch, auf jeden Fall aber zusätzlich gewürzt mit Kurkuma oder einer Currymischung und abgeschmeckt mit Sojasoße erhalten Sie ein appetitliches, anregendes Gericht zu Reis. [Quelle: www.einmal-querbeet.de]

Blüten von Sommerkürbissen haben eine gelbe bis orange Farbe.

Ein Korb voller Kürbisse. Kürbisse gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Größen und Farben.

Leiche Kürbissuppe Zutaten: 600 g Kürbisfleisch | 700 ml Gemüsebrühe | 100 ml Milch oder saure Sahne | ½ Bd Schnittlauch | Salz, Pfeffer, Muskatnuss Zubereitung: Den Kürbis in kleine Stücke zerteilen. Kürbisfleisch in der Gemüsebrühe aufkochen, 5 – 10 min garen und anschließend passieren. Milch oder saure Sahne und Gewürze zugeben und alles nochmals kurz aufkochen lassen. Abschließend mit Schnittlauch garnieren. [Quelle: Claudia Daiber, Kürbis. ]


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In der Küche

Exoten in der Küche Exotisches Obst ist heute in unseren Breiten keine Seltenheit mehr. Innerhalb kürzester Zeit gelangen die frisch geernteten Früchte aus den entlegensten Winkeln der Erde zu uns. Besonders in den Wintermonaten ist Hochsaison für die vitaminreichen Exoten.

Papaya – sehr gesund

Man sollte beim Kauf der Papaya darauf achten, dass sie gelbliche Streifen oder Flecken hat, dann reift sie auch noch vollständig nach.

Die „Apotheke der Tropen“ ist die Frucht einer acht Meter hohen Staude. Ihre grüne Schale verfärbt sich mit zunehmender Reife gelb bis orangerot. In der Mitte der Frucht befinden sich Hunderte schwarzer Samen. Für den Frischverzehr halbieren Sie die Papaya und schaben die Samen heraus. Dann können Sie das Fruchtfleisch aus der Schale lösen oder die Hälften schälen und in Stücke schneiden. Neben ihrem hohen Gehalt an Vitamin C und A besitzt die Papaya das Eiweiß spaltende Enzym Papain. Es wirkt wie ein Fleischzartmacher und wird auch als solcher eingesetzt. Papain fördert die Verdauung, wirkt entzündungshemmend und heilend. Das säurearme Fruchtfleisch eignet sich besonders für Personen mit empfindlichem Magen.

Mango – ausgewogen

Mangos finden in der Küche vielfach Verwendung: als Saft, Kompott, Marmelade und Eiscreme oder auch als Chutney.

Die Mango ist eine der ältesten Obstarten der Tropen. Die nierenförmigen Früchte werden etwa 15 cm lang. Die wachsartige, ungenießbare Schale ist je nach Sorte grün, gelb oder rot gefärbt; die Farbe ist also kein Anzeichen für den Reifegrad. Das orangefarbene, saftige Frucht- fleisch umschließt einen großen Samen, von dem es sich oft schwer lösen lässt. Unreife Mangos enthalten Terpentin. Nur bei vollreifen Früchten verliert sich dieses Aroma. Eine reife Mango gibt auf Druck leicht nach und verströmt einen zarten Duft. Harte Früchte einfach zu Hause nachreifen lassen. Mangos sind reich an Vitamin A und C, zudem besitzen sie Vitamin E. Das macht die Frucht zu einem wirkungsvollen Radikalfänger. Mit ihrem ausgewogenen Mineralstoff- und dem geringen Säuregehalt empfehlen sich Mangos be sonders für Menschen mit empfindlichem Magen sowie für die Kleinkindernährung.

Feige – frisch am besten

Feigen bekam man früher nur getrocknet im Handel, seit einigen Jahren sind sie auch frisch erhältlich.

Früher waren getrocknete Feigen eine begehrte Nascherei. Frische Feigen sind erst seit einigen Jahren im Handel. Die sollten Sie bevorzugen, denn Feigenbäume reagieren empfindlich auf Kunstdünger und Pestizide. Deshalb wachsen die Früchte meist ohne Einsatz von chemischen Mitteln. Erst die getrockneten Früchte werden chemisch behandelt. Feigen sind birnenförmig bis kugelig und werden etwa 8 cm groß. Die Schale ist je nach Sorte in reifem Zustand grün oder dunkelviolett gefärbt und unterschiedlich dick. Dünnschalige Früchte verzehrt man mit Schale, dickschalige Sorten werden geschält. Feigen besitzen elf Vitamine und den höchsten basischen Wert aller Lebensmittel. Sie neutralisieren säurehaltige Speisen, lindern Beschwerden aufgrund übermäßiger Magensäureproduktion, wirken blutreinigend und regen die Verdauung an.


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Exoten in der Küche

Exotischer Obstsalat

Zubereitung: Ananas schälen, vierteln, Strunk entfernen und die Viertel klein schneiden. Papaya schälen, halbieren, Samen entfernen und in Spalten schneiden. Kiwis schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. Früchte mischen, mit Zitronensaft beträufeln und in Schälchen verteilen. Kapstachelbeeren mit Kelch zufügen und den Salat mit Puderzucker bestäuben. Für 4 Personen.

Die gelbe Sternfrucht ergibt in Scheiben geschnitten fünfzackige Sterne, was ihr den Namen gab. Die Früchte duften nach Jasmin und werden roh mit Schale verzehrt. Die Kumquat ist eng mit den Zitrusfrüchten verwandt. Die kleinen, ovalen Früchte schmecken roh mit Schale oder gekocht in pikanten Gerichten. Typisch für Litschis ist die warzige, rotbraune Schale. Roh verzehrt wird der fleischig-saftige, weißliche Samenmantel dieser Nussfrüchte. Maracujas besitzen viele von saftigem Fruchtfleisch umgebene Samen und werden meist als Saft angeboten. Die Samen vom Granatapfel sind einzeln von knackig-saftigem, rotem Frucht-

fleisch umgeben und werden roh verzehrt oder zu Saft gepresst. Die orangefarbenen Kapstachelbeeren sitzen in einem lampionartigen Blütenkelch. Sie werden herausgelöst und roh verzehrt.

Buchtipp

Zutaten: 1 Ananas | 1 Papaya | 2 Kiwis | 1 Körbchen Kapstachelbeeren | Zitronensaft | Puderzucker

Fremde Köstlichkeiten

Exotische Früchte. Obst, Gemüse, Nüsse. Gabriele Lehari. 2009. 120 S., 110 Farbf., geb. ISBN 978-3-8001-5928-4. € 14,90. Mehr zum Buch in unserem Webshop.


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In der Küche

Gehaltvolles Obst Es gibt viele Möglichkeiten, Obst zu konservieren. Wie wäre es mal mit hochprozentigen Varianten: das Einlegen in Alkohol und das Ansetzen von Likören?

Obst einlegen Zum Einlegen in Alkohol eignen sich fast alle Obstarten. Werden dafür klare Spirituosen wie Doppelkorn, Wodka oder Gin verwendet, bleibt das fruchtige Aroma der Früchte fast unverändert erhalten. Sie können den Früchten aber auch durch Brände wie Rum, Weinbrand, Calvados oder verschiedene Obstler ein spezielles Aroma verleihen. Wichtig: Die Spirituosen sollten auf die Art der Früchte abgestimmt sein und mit ihrem Geschmack harmonieren. Eine weitere wichtige Zutat ist Zucker, der auch durch braunen Zucker oder Kandiszucker ersetzt werden kann. Je nach Geschmack werden Gewürze hinzugefügt.

Früchte in Alkohol Zutaten: 1 kg Früchte (geputzt gewogen) | 500 g Zucker | 0,7 l hochprozentiger Alkohol | Gewürze nach Belieben ( z. B. Nelken, Zimtstange, Schale oder Saft von Bio-Zitronen und -Orangen)  

Likör ansetzen Manche Früchte wie Schlehen oder Holunderbeeren eignen sich eher zum Ansetzen von Likör. Schlehen sollten nach dem ersten Frost geerntet und vor dem Ansetzen mit einer Nadel angestochen werden, so entfalten sie ihr volles Aroma. Für Likör verwendet man klare Brände wie Korn oder Gin, sie nehmen die intensive Farbe der Früchte auf. Nach sechs Wochen wird der fertige Likör von den Früchten abgefiltert. Die Früchte selbst werden nicht verzehrt. [Autor: Lehari]

Zubereitung: Früchte waschen, schälen, putzen und bei Bedarf zerkleinern. Mit Zucker in saubere Gefäße schichten und mit Alkohol auffüllen. Dicht verschließen und den Ansatz 4 – 6 Wochen ziehen lassen. Dabei regelmäßig schütteln. Mit den Früchten servieren. Ergibt etwa 4 Gläser.


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Grundrezept Marmelade 1 kg Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten Schale von 2 unbehandelten Früchten, dünn abgeschält 1 kg Gelierzucker

Zubereitung von Marmelade 1. Die Zitrusfrüchte schälen und das Fruchtfleisch ohne die weißen Häute abtrennen und zerkleinern. 2. Die unbehandelten Früchte heiß waschen und die Schale dünn abschälen. 3. Fruchtfleisch, Schalenstückchen und Gelierzucker miteinander vermischen und zwölf Stunden durchziehen lassen. 4. Die Masse unter ständigem Rühren aufkochen und die für den Gelierzucker angegebene Kochzeit sprudelnd kochen lassen. 5. Gelierprobe machen. 6. Nach erfolgreicher Gelierprobe die Marmelade in vorbereitete Gläser füllen und sofort dicht verschließen. 7. Die Gläser während des Abkühlens mehrmals umdrehen, damit sich die Schalenstückchen gleichmäßig verteilen. Da Zitrusfrüchte einen relativ hohen Pektingehalt haben, gelieren Marmeladen in der Regel recht gut. Sie können auch einen Teil des Fruchtfleisches durch den Saft von Zitrusfrüchten ersetzen. Auch ein reines Gelee zum Beispiel aus Zitronenoder Grapefruitsaft kann man zubereiten. Da diese Früchte aber stets kalt mit einer Zitruspresse entsaftet werden und somit immer eine gewisse Menge Fruchtfleisch in den Saft gerät, wird solch ein Gelee nie völlig klar im Vergleich zu Gelees, die aus durch Dampfentsaftung gewonnenem Saft zubereitet werden.

Wenn die Konfitüre nicht fest wird

Grundrezept Konfitüre 1 kg vorbereitete Früchte 1 kg Gelierzucker nach Geschmack passende Brände

Zubereitung von Konfitüre 1. Einen Teil der Früchte mit dem Pürierstab oder dem Mixer pürieren, einen Teil nach Belieben im Ganzen lassen oder nur grob zerkleinern. 2. Die Früchte mit dem Gelierzucker vermischen und je nach Fruchtart bis zu 24 Stunden zugedeckt stehen lassen, damit sie Saft ziehen können. Je saftreicher die Früchte sind, desto kürzer ist die Einwirkzeit. 3. Anschließend die Masse unter ständigem Rühren aufkochen und die für den Gelierzucker angegebene Kochzeit sprudelnd kochen lassen. 4. Gelierprobe machen. 5. Bei erfolgreicher Gelierprobe die Konfitüre in vorbereitete Gläser füllen und sofort verschließen. Nach Geschmack kann am Ende der Kochzeit noch ein Schuss eines zur Frucht passenden Brandes zugegeben werden. Durch das Auf-den-Kopf-stellen verteilen sich die Fruchtstücke gleichmäßig. Sind größere Fruchtstücke oder andere „Einlagen“ enthalten, die Gläser während des Abkühlens mehrmals umdrehen, damit sich die Fruchtstücke gleichmäßig verteilen.

Buchtipp

Nach dem Abkühlen sollte die Fruchtmasse fest geworden sein, was sich durch vorsichtiges Kippen der Gläser feststellen lässt. Sollte die Masse nicht geliert haben, kann das verschiedene Ursachen haben. Entweder die Kochzeit war zu kurz und es wurde keine Gelierprobe gemacht oder es wurde zu lange gekocht, denn dadurch kann das Pektin und somit die gelierende Wirkung zerstört werden. In solchen Fällen müssen Sie die Masse noch einmal aufkochen, eventuell unter Zugabe von zusätzlichem Pektin am besten in flüssiger Form. Eine weitere Zuckerzugabe ist nicht notwendig. Vor dem erneuten Abfüllen sollten Sie dann aber unbedingt eine Gelierprobe durchführen.

In der Küche

Konfitüren – so gelingt es sicher

Exotische Früchte. Fruchtig – lecker – raffiniert. Gabriele Lehari. 2005. 64 S., 50 Farbf., 3 Tab., kart. ISBN 978-3-8001-4889-9. € 7,90. Mehr zum Buch in unserem Webshop.


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In der Küche

Der Brotbackautomat Brot erfüllt in idealer Weise alle Anforderungen an eine moderne und gesunde Ernährung. Noch nie war es so einfach, sein eigenes, frisches Brot zu backen. Brotbackautomaten kommen aus Japan und gibt es seit den 1980er-Jahren auch in Deutschland zu kaufen. Heute sind sie durch ihre einfache Handhabung fester Bestandteil in modernen Küchen. Die Preise für einen Brotbackautomaten liegen im Schnitt zwischen 30 und 200 Euro. Die Unterschiede liegen in der Kapazität, im Zubehör, im Gewicht des Gerätes, in der Leistung, in den Umweltei-

genschaften (Stromverbrauch), im Design, in der Benennung der Funktionen und Programme sowie in der Technik. Einige Geräte können außerdem süßen Brotaufstrich liefern, also Konfitüre und Marmelade kochen. Suchen Sie sich ein Gerät am besten nach Ihren persönlichen Anforderungen und Bedürfnissen aus. Vergleichen Sie die Preise in den Kaufhäusern und Discountern. Achten Sie beim Kauf jedoch unbedingt darauf, dass die Geräte das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit sowie das CE-Zeichen tragen.

Zitronenbrot

Kürbiskern-Vollkornbrot

Programm „Normal“ oder „Weißbrot“ Für 500 g | Für 750 g

Programm „Vollkorn“ Für 500 g | Für 750 g

210 ml Wasser 320 ml 330 g Weizenmehl Type 550 500 g 6,5 g Salz 10 g ¾ TL Trockenhefe 1 TL Nach dem Signalton: abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone abgeriebene Schale von 1,5 unbehandelten Zitronen

240 ml Wasser 300 ml 10 g (1 EL) Kürbiskernöl 15 g (1 ½ EL) 300 g Weizenvollkornmehl 450 g 6,5 g Salz 10 g 10 g Waldhonig 15 g 1 TL Trockenhefe 1 ½ TL

! Mein Tipp: Backen Sie aus dem Teig kleine Brötchen und reichen Sie diese zu einer Schüssel Salat. Ein Hit auf jeder Gartenparty!

Nach dem Signalton: 40 g Kürbiskerne 60 g ! Mein Tipp: Benässen Sie die Brotoberfläche nach dem letzten Kneten mit Wasser und streuen Sie Kürbiskerne auf.

Nussbrot

Tomatenvollkornbrot

Programm „Normal“ oder „Weißbrot“ Für 500 g | Für 750 g

Programm „Vollkorn“ Für 500 g | Für 750 g

210 ml Wasser 320 ml 330 g Weizenmehl Type 550 500 g 6,5 g Salz 10 g 1 TL Trockenhefe 1 ½ TL Nach dem Signalton: 60 g grob gehackte Walnüsse 80 g

100 ml Wasser 150 ml 100 ml Tomatensaft 150 ml 300 g Weizenvollkornmehl 450 g 6,5 g Salz 10 g 2 g Paprikapulver 2,5 g ¾ TL Trockenhefe 1 ½ TL

! Mein Tipp: Statt der Walnüsse Haselnüsse mit gehackten Mandeln mischen und nach dem Signalton zugeben.

Nach dem Signalton: 50 g getrocknete Tomaten, grob gehackt 80 g

222 Rezepte für den Brotbackautomaten. Mirjam Beile. 2009. 143 S., Klappenbroschur. ISBN 978-3-8001-5852-2. € 16,90. Mehr zum Buch in unserem Webshop.

Buchtipp

Brotbacklust

! Tipp: Partybrot Getrocknete Tomaten können Sie auch selbst herstellen. Mit Pizzagewürz (Oregano, Basilikum) wird dieses Brot ein Partyrenner!


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In der Küche

Pilzideen für die Küche Ausgebackene Pilze

Steinpilz-Carpaccio

Geeignete Pilze Reizker, Perlpilze, Champignons, Pfifferlinge, Steinpilze

Geeignete Pilze Steinpilze

Zutaten 500 g feste Pilzhüte (gemischt) Salz, Pfeffer Öl zum Ausbacken Bierteig 200g Mehl 2 Eier 3 Tassen Bier Salz

Zutaten 400 - 600 g Steinpilze 2 Esslöffel Balsamico-Essig 4 Esslöffel Oliven- oder Steinpilzöl Salz, Pfeffer aus der Mühle, Parmesan

Zubereitung Die Pilzhüte ganz lassen, große Exemplare in Stücke schneiden. Ausnahmsweise die Hüte mit Salz und Pfeffer vorwürzen. Aus Eiern, Mehl, Bier und etwas Salz einen Bierteig herstellen und kurze Zeit ruhen lassen. Die Pilzhüte im Teig wenden und sofort im erhitzten Öl goldgelb ausbacken. Mit dem Schaumlöffel herausheben und auf Küchenkrepp abtropfen. Vor dem Servieren mit Zitrone beträufeln. Servieren mit Tomatensalat, Feldsalat oder Tsatsiki. Man kann auch tiefgefrorene Pilzhüte ausbacken. Diese vorher aber nicht auftauen! Wird die Bierteigschicht dicker gewünscht, einfach die Pilze ein zweites Mal im Bierteig wenden und nochmals ausbacken.

Zubereitung Die Steinpilze in 2 mm dünne Scheiben schneiden. Bei älteren und größeren Exemplaren werden die Röhren entfernt. Die Pilzscheiben in kochendem Salzwasser sehr kurz blanchieren. Die Pilze auf großen flachen Tellern dekorieren. Öl und Balsamico verquirlen und über die Pilze gießen. Den Parmesan darüberhobeln und mit der Mühle abpfeffern.

! Tipp: Das Kochwasser von Steinpilzen kann aufgehoben und für Suppen, Soßen oder zur Geschmacksverfeinerung verwendet werden.

Das Carpaccio ist auch mit rohen Steinpilzen möglich. Dafür werden die Teller mit den angerichteten Pilzen vor dem Servieren 2 – 3 Minuten in den Grill geschoben und danach der Parmesan darüber hobelt. Nach Geschmack mit etwas Zitrone beträufeln.

Buchtipp

Pilze. Sicher bestimmen – delikat zubereiten. Renate Volk, Fridhelm Volk. 2. Aufl. 2001. 192 S., 231 Farbf., kart. ISBN 978-3-8001-3656-8. € 9,90. Mehr zum Buch in unserem Webshop.


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Mit Kindern

Basteln mit Herbstfrüchten Kürbisse sind nicht nur an Halloween ein interessantes Bastelobjekt. Mit ein wenig Geschick und Fantasie kann man, gemäß der uralten Tradition, auch Geschirr, Vasen, Behälter oder lustige Figuren herstellen.

Kürbis-Geschirr und lustige Figuren

Kürbisse bemalen und verzieren

Kastanienmännchen machen

Aus Kürbissen lassen sich Gefäße verschiedenster Art herstellen – das hat eine uralte Tradition. Für diese Verwendung eignen sich besonders die Kalebassen mit ihrer dicken Schale und ihren vielfältigen Formen und Größen. Vorher muss man sie allerdings an einem trockenen, luftigen und hellen Platz gut durchtrocknen lassen. Einfach, originell und ein Klassiker: die Vase aus Kürbis. Dazu höhlt man einen etwas größeren Kürbis aus und stellt in seinen „Bauch“ ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Dann fehlt nur noch ein herbstlicher Blumenstrauß.

Wer genug Muße und eine künstlerische Ader hat, kann die Kürbisse, die auch ohne weitere „Kosmetik“ oft eine Augenweide sind, zusätzlich bemalen oder Verzierungen auf der Schale anbringen. Das macht das selbst hergestellte Kürbisgeschirr oder die Tischdekoration noch individueller und interessanter. Besonderen Reiz haben auch in die Schale eingebrannte Verzierungen (bestimmte Motive oder verschnörkelte Ornamente) oder auch Namenszüge und Firmenlogos. Dazu benötigt man einen normalen Lötkolben oder besser spezielle BrandmalLötkolben, die im Fachhandel erhältlich und auch als „Brand Peter“ bekannt sind. Das Einbrennen selbst ist damit kinderleicht: Einfach mit einem Stift das Motiv oder Muster vorzeichnen und schon kann es losgehen. Hokkaido-Kürbisse vernarben besonders gut. Wenn man in die noch weiche Schale der unreifen Kürbisse ritzt, können auf den Früchten interessante Schriftzüge oder Ornamente entstehen. Gut geputzte Kürbisse lassen sich auch schön bemalen. Dabei passen die unverfälschten Grundfarben Rot, Grün, Blau und Gelb, aber auch Schwarz und Weiß am besten zu den herbstlichen Farbtönen der Kürbisse, weniger alle Mischtöne und Modefarben. Sehr gut eignen sich die schnell trocknenden und wischfesten Acrylfarben. Es geht auch mit Wasser- oder Plakafarben, doch muss man sie für dauerhaften Schutz mit einem Klarlack überstreichen.

Im Herbst auf der Straße oder dem Spielplatz Kastanien zu sammeln, war schon immer eine Lieblingsbeschäftigung von Kindern. Kastanien fühlen sich gut an und liegen warm und glatt in der Hand. Außerdem kann man tolle Figuren daraus basteln, z. B. ein Kastanienmännchen.

Delikat – gesund – dekorativ. Claudia Daiber, Manfred Hailer. 2007. 64 S., 56 Farbf., 5 Tab. ISBN 978-3-8001-4982-7. € 7,90. Mehr zum Buch in unserem Webshop.

Buchtipp

Kürbis.

Buchtipp

Das Basteln mit Kürbissen macht gerade Kindern oft viel Spaß und neben den klassischen Halloween-Fratzen lassen sich auch lustige Figuren herstellen, sei es menschlicher Art, aus dem Tierreich oder Fabelwesen. Neben Gefäßen und Figuren lassen sich aus Kürbissen auch gut klangvolle Musikinstrumente mit Resonanzboden herstellen. Als Werkzeuge zur „Bearbeitung“ von Kürbissen eignen sich feine Handsägen, Stichsägen, Raspeln, Feilen und generell Schnitz-Utensilien.

So geht‘s: • I n eine große Kastanie Löcher für Arme und Beine bohren. Vielleicht helfen Sie Ihrem Kind etwas bei den Bohrarbeiten. • S treichhölzer für Arme und Beine in die Löcher stecken. •A  us Knetmasse Kügelchen formen und als Füße anstecken. • F ür den Kopf in eine kleine Kastanie ein Loch bohren. Ein halbiertes Streichholz als Hals hineinstecken. •O  ben in den Rumpf ein Loch bohren und den Kopf aufstecken.

300 Spiele. Drinnen, draußen, unterwegs. Cornelia Nitsch. 2005. 107 S., 19 Farbf., 43 Farbzeichn., geb. ISBN 978-3-8001-4727-4. € 15,90. Mehr zum Buch in unserem Webshop.


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Mit Kindern

So überwintern unsere Tiere Vorratssammler Unermüdlich sieht man jetzt den Eichelhäher zwischen einzeln stehenden Eichen und dem nahen Waldrand hin- und herfliegen, Eichhörnchen suchen gründlich jeden Haselnussstrauch ab und die Mäuse am Waldboden schaffen Bucheckern in ihre Verstecke. Wer im Winter nicht hungern will, der muss jetzt vorsorgen. Vögel und Säugetiere, die auch im Winter aktiv sind, legen sich Vorratskammern an. Nicht alle finden sie nachher unter der dichten Schneedecke wieder – so keimen aus vergessenen Eicheln und Haselnüssen neue Bäume und Sträucher heran.

Schmetterlinge im Winter Wo bleiben unsere Schmetterlinge im Winter? Die meisten Tagfalter sterben am Ende des Sommers. Überleben tun nur ihre Puppen, Raupen oder Eier. Als Schmetterling überwintern nur sechs der etwa zehn bei uns beheimateten Tagfalterarten: Kleiner und Großer Fuchs, Zitronenfalter, Tagpfauenauge, C-Falter und Trauermantel. Sie suchen sich am Ende des Sommers geschützte Verstecke in Baumhöhlen oder Schuppen. Ungeschützt dagegen sitzt draußen im Frost der Zitronenfalter: Er bildet im Winter das Frostschutzmittel Glycerin und übersteht so strengste Außentemperaturen. Es gibt auch Zugvögel unter den Schmetterlingen: Admiral, Distelfalter und Postillion wandern jeden Frühsommer aus Südeuropa ein – und versuchen im Herbst auch die Rückwanderung.

In Seen und Flüssen

! Tipp: Zarte Überwinterer im Haus Häufig suchen Schmetterlinge, Marienkäfer und Florfliegen Schutz in unseren Kellern oder auf Dachböden. Bitte „helfen“ Sie den Tieren nicht, indem Sie sie ins Warme bringen! In warmen Räumen verbrauchen die Überwinterer schnell letzte Energiereserven ohne Möglichkeit, wieder „aufzutanken“. So sterben sie vorzeitig. Belassen Sie gefundene Insekten bis zum Frühjahr in kühlen Räumen und sorgen Sie bitte dafür, dass dann ein leicht geöffnetes Fenster zum Abflug bereit steht.

Nistkästen nützen nicht nur Vögeln zum Brüten! Wer im Herbst alte Nester entfernt und die Kästen gründlich reinigt, darf sich auf weitere Mieter gefasst machen: Schmetterlinge wie Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs ziehen gerne hier ein, mit etwas Glück suchen auch Fledermäuse, Siebenschläfer oder Gartenschläfer Unterschlupf.

raturen ab 6 °C schon wieder Hochzeit: Sie ziehen flussaufwärts, um hier mitten im Winter ihre Eier abzulegen.

In Höhlen Als echte Winterschläfer benötigen Fledermäuse gute Winterquartiere, in denen sie sowohl vor Frost als auch vor zu starker Überhitzung und Feinden geschützt sind. Gut geeignet sind hierfür schmale Felsspalten, Baum- und Felshöhlen, aber auch Dachböden von Häusern oder Kellergewölbe. In guten Winterquartieren kuscheln sich manchmal bis zu 100, gelegentlich aber auch 1000 Fledermäuse und noch mehr eng aneinander.

Karge Kost Keine besonderen Maßnahmen zur Überwinterung treffen Rehe und Hirsche, abgesehen von ihrem dichten, warmen Winterfell. Ihr Stoffwechsel läuft jetzt, wo das Nahrungsangebot knapp ist, „auf Sparflamme“, und so können sie gut von Baumrinde und Knospen leben.

Buchtipp

Fische sind ebensowenig in der Lage ihre Körpertemperatur zu regulieren wie Frösche oder Schlangen. Deshalb fahren auch sie im Winter sämtliche Körperfunktionen auf ein Mindestmaß zurück. Viele ziehen sich dann auf den Grund der Seen zurück, wo die Wassertemperatur für gewöhnlich nicht unter 4 °C sinkt. Während wärmeliebende Fische wie Karpfen hier in einen winterschlafähnlichen Zustand verfallen, feiern kälte- und sauerstoffliebende Fische wie Forellen und Lachse bei Tempe-

! Tipp: Nistkästen als Winterquartier

Steinbachs Naturführer für die Familie. Heiko Bellmann u. a. 2007. 191 S., 413 Farbf., 102 Zeichn., kart. ISBN 978-3-8001-5363-3. € 7,90. Mehr zum Buch in unserem Webshop.


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Gartenkalender Sonderheft Herbst  

Es ist Zeit den Garten winterfest zu machen und die frostempfindlichen Pflanzen in ihr Winterquartier zu bringen. Der Herbst hält uns auch e...

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