turi2 edition #17 Jobs - Arbeiten in der Kommunikation

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»Eine frische Perspektive zeigt neue Wege auf« Maik Graef, Experte für Employer Branding bei E.on, beginnt sein Berufsleben als Krankenpfleger. Umwege wie diesen empfiehlt er gerne weiter

88 Maik Graef Geb. 1986 in Arnsberg 2009 Ausbildung zum Gesundheitsund Krankenpfleger 2010 Studium Wirtschaftspsychologie in Bochum und an der University of Europe for Applied Sciences 2015 Consultant Employer Branding bei Westpress in Hamm 2018 Expert Employer Branding & Recruiting Strategy bei E.on

Maik Graef rät dazu, sich auszuprobieren, weil man dann oft unerwartete Stärken entdeckt. Das hört sich fast schon großväterlich abgeklärt an. Dabei ist der Experte für Employer Branding bei E.on gerade erst Vater geworden. Andererseits: Graef weiß, wovon er spricht. Ursprünglich wollte er mal Arzt werden. 2009 beginnt er eine Ausbildung in der Krankenpflege und arbeitet zwei Jahre lang auf einer neurochirurgischen Intensivstation. Irgendwann wird ihm das Warten auf einen Platz im Medizinstudium zu lang. Er orientiert sich neu.

Kommunikation mag der junge Mann und den Umgang mit Menschen sowieso. So was gibt’s als Studienfach: Wirtschaftspsychologie. „Sie wurde schnell zu meiner Leidenschaft“, sagt Graef. Und er entwickelt ein besonderes Interesse an Employer Branding, wofür er „etwas schräg“ angesehen wurde. Nach seinem Abschluss startet er in der Personalmarketing-Agentur Westpress, 2018 wechselt er zu E.on. Den Energiekonzern soll er attraktiv für Digitalprofis machen. Graef folgt dafür seinem eigenen Ratschlag – und probiert neue Wege in der Personalaquise aus.

»Wo der Mut ist, ist das Glück« Svenja Reinecke, Projektleiterin Kulturwandel bei Otto, will ihre Kolleginnen für Digitalisierung begeistern. Sie selbst hat ganz analog angefangen

Fotos: Leopold Jonas, PR, Otto Group

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Ende 2018 landet das letzte Exemplar des gedruckten Otto-Katalogs in den Briefkästen – höchste Zeit für die Angestellten des Versandriesen, im digitalen Zeitalter heimisch zu werden. Eine, die ihnen dabei hilft, ist Svenja Reinecke. Bevor sie sich dem digitalen Wandel verschreibt, berät sie im Gartencenter zur Balkonbepflanzung und probiert sich beim Kinderfernsehen aus. „Es lohnt sich immer wieder, aus der Komfortzone zu gehen“, sagt sie rückblickend. Nach dem Studium startet Reinecke 2015 bei Otto als Content Marketing Managerin. Im selben Jahr ruft die

Konzernführung den „Kulturwandel 4.0“ aus: weniger Hierarchie, mehr Technologie. Der Vorstand bietet seinen Angestellten das „Du“ an. Und Svenja Reinecke eine Stelle als Kommunikationsstrategin. Mit ihrer Arbeit will sie dazu ermutigen, „Dinge einfach mal anders zu machen“. Mittlerweile ist ihr Team mit rund 450 weiteren Unternehmen, Behörden und NGOs vernetzt, die alte Gewohnheiten im Arbeitsalltag hinter sich lassen wollen – genau wie Otto das gedruckte Warenhaus hinter sich gelassen hat. Wie passend, dass Reinecke ihre Energie aus dem Vernetzen und Begeistern anderer zieht.

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Svenja Reinecke Geb. 1988 in Essen 2009 Studium Kommunikationswissenschaft und -management in Münster, Leipzig und Ohio 2011 Praktikum bei Produktionsfirma Tvision und bei Tchibo 2015 Content Marketing bei Otto 2020 Projektleiterin KulturwandelKollektiv bei Otto


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