turi2 edition #17 Jobs - Arbeiten in der Kommunikation

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»Entscheidender Erfolgsfaktor ist Vielfalt« Martin Seiler, Vorstand Personal der Deutschen Bahn, managt den demografischen Wandel im Vier-Generationen-Konzern

83 Martin Seiler Geb. 1964 in Baden-Baden 1980 Berufseinstieg bei der Deutschen Post 2003 Manager Deutsche Post 2009 Personalchef aller DHLGesellschaften in der Schweiz und Österreich 2010 HR-Direktor bei Deutscher Telekom 2015 Geschäftsführer Personal bei der Deutschen Bahn 2018 Vorstand Personal und Recht bei der Deutschen Bahn

Große Zahlen machen Martin Seiler keine Angst. Bei der Telekom war er für 70.000 Menschen verantwortlich, bei der Deutschen Bahn sind es über 330.000. Sie stammen aus mehr als hundert Kulturkreisen und vier Generationen. Rund die Hälfte wird in den nächsten zehn Jahren altersbedingt das Unternehmen verlassen. Den Wissenstransfer zwischen Alt und Jung zu managen, ist für den Personalvorstand eine der wichtigsten Aufgaben. „Ich brenne dafür, Menschen für Veränderungen zu begeistern und ihr volles Potential zu entlocken.“ Seiler möchte ermutigen, „Dinge

auszuprobieren und auch mal was zu wagen“. Das gilt auch für Seiteneinsteigerinnen. „Jeder Mensch hat Talente. Und wir sollten die Chance nutzen, sie gemeinsam zu finden“, sagt Seiler. Dieses Etwas-bewegenKönnen mag er besonders – und erst recht, dass er „einen entscheidenden Beitrag zur Klima- und Mobilitätswende leisten kann“. Ideen bewertet Seiler stets aus drei Perspektiven: Kunde, Mitarbeiter, Unternehmen. Gibt es auch nur für eine der drei kein Argument, sollte man das Thema nicht umsetzen. „Eine gute Methode, um eine Balance verschiedener Interessen herzustellen.“

»Take it easy, stupid!« Daniela Büchel, Bereichsvorstand Handel bei Rewe, will bei ihren Kolleginnen Leidenschaft entfachen. Manchmal muss sie sich dabei selbst bremsen

Fotos: Selina Pfrüner, DB AG/Urban Zintel, PR

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Als Daniela Büchel vor 15 Jahren bei Rewe die Verantwortung für das Ressort Nachhaltigkeit übernimmt, wird sie oft wohlwollend belächelt – im besten Fall. Das hat sich radikal geändert. „Ich habe wirklich mit Leidenschaft und Herzblut für dieses Thema gearbeitet“, sagt sie. „Meine schönsten Erlebnisse waren zu sehen, wie es uns gelungen ist, die Kolleginnen und Kollegen dafür zu begeistern.“ Veränderung beginnt im Kleinen, davon ist Büchel überzeugt. Ohne Geduld und Demut würden große Ziele nicht erreicht. Geduldig arbeitet sie auch an einer eigenen Schwäche: Sie will lernen, etwas langsamer zu sprechen. „Dann

lassen sich vielleicht nicht mehr alle Botschaften in gleicher Zeit senden, aber dem einen oder anderen fiele das Zuhören sicher leichter.“ Im Job wünscht Büchel sich und allen anderen „Sparrings-Partner, die neue Perspektiven und Denkmöglichkeiten anbieten“. Gerade die Erfolgreichen, glaubt sie, „sind gefährdet, in die Falle des Tunnelblicks zu tappen“. Büchel brennt für ihren Job, aber die „erste Leidenschaft“ der zweifachen Mutter ist die Familie. Und dann gibt es da noch zwei verborgene Träume: Fürs nächste Leben könnte sie sich auch einen Job als Bergführerin in den Alpen vorstellen. Oder als Drummerin in einer Punkband.

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Daniela Büchel Geb. 1973 in Stuttgart 1992 Studium der Wirtschafts­ wissenschaft in Hohenheim und Lissabon 2002 Promotion in Köln 2003 Mitarbeiterin Controlling, Rewe Group 2006 Bereichsleiterin Konzern­ marketing und Nachhaltigkeit 2014 Geschäftsleiterin Personal und Nachhaltigkeit 2016 Bereichsvorstand Handel Deutschland, zuständig für Personal und Nachhaltigkeit


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