turi2 edition #17 Jobs - Arbeiten in der Kommunikation

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»Sei gut zu Dir selbst« Lynette Jackson, globale Kommunikationschefin bei Siemens, lernt nach einer Krankheit ihr Leben neu zu schätzen. Zum Kontakte knüpfen nutzt sie „magischen Feenstaub“

78 Lynette Jackson Geb 1972 in Rinteln 1991 Französisch-Studium in Birmingham und Montpellier 1998 Diverse Kommunikationsjobs bei TRW Automotive in Soilhull, UK und Detroit, USA 2013 Kommunikationsleiterin bei ABB in Zürich 2018 Leitung der Kommunikation für Smart Infrastructure bei Siemens in Zug, Schweiz 2021 Kommunikationschefin bei Siemens in München

Zweimal in ihrem Leben nimmt Lynette Jackson eine längere Auszeit. Das erste Mal ganz freiwillig: Als 30-Jährige legt sie mit ihrem Mann ein Sabbatical ein – eine „wunderbare Erfahrung“. Damals arbeitet die Engländerin beim Automobilzulieferer TRW. Zwei Arbeitgeber später landet sie 2018 bei Siemens im schweizerischen Zug – und muss nach zwei Jahren eine Zwangspause aufgrund von Brustkrebs einlegen. Insgesamt sieben Monate unterzieht sich Jackson einer Therapie und verarbeitet ihre Gedanken in einem Blog. Energie tankt die ehemalige Profi-Synchronschwimmerin in den Schweizer Seen. Jackson ist heute „wieder ganz gesund“ und

pfeift auf Optimierungsdruck. „So viele Menschen konzentrieren sich darauf, was sie besser machen können – anstatt sich vor Augen zu führen, welch hervorragende Arbeit sie leisten.“ Als neue Kommunikationschefin bei Siemens in München möchte sie den Nutzen von Technologien betonen und trotzdem menscheln. Daher streut Jackson gerne „magischen Feenstaub“ auf rationale Aspekte, und meint damit die partnerschaftliche Ansprache von Beschäftigten, Kundinnen und Aktionären. Bei jedem Projekt achtet sie zudem darauf, sich genügend Zeit zu nehmen, „um meine Batterien wieder etwas aufzuladen“. Denn davon, so ist sie überzeugt, profitieren am Ende alle.

»Abseits der Komfortzone wird es wirklich spannend« Monika Schaller, Unternehmenssprecherin der Deutschen Post DHL, liebt Krisen. Davon hat sie schon einige gemeistert

Fotos: ALDI Nord, PR (2)

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Sie hat geschafft, was für Pressesprecherinnen nicht selbstverständlich ist: Journalistinnen mögen Monika Schaller. Ihr Erfolgsrezept: niemals lügen, transparent sein, im Ernstfall telefonieren und Dinge persönlich besprechen. Kommunikation ist ihre Stärke: „Mein Vater hat mal den Scherz gemacht, dass ich dafür bezahlt werde, was ich am liebsten tue: Reden.“ Sie beschreibt sich als „krisenkommunikationssüchtig“. Das hängt auch mit ihren letzten Jobs zusammen: Goldman Sachs und die Deutsche Bank hatten einige Notlagen zu bieten. Goldman Sachs lenkt sie durch die Finanzkrise 2008. Auch bei der Deutschen Bank

muss sie Skandale von Geldwäsche bis Steuerhinterziehung beackern. Ihre DNA stamme von Goldman Sachs, sagte Schaller einst in einem Interview. Sie mag das Gefühl: „Wir gegen den Rest der Welt.“ Statt Geldströmen sind Warenströme heute ihr Thema. Auch als Sprecherin der Deutschen Post wartet eine Krise: die Corona-Pandemie. Ad hoc braucht es digitale Formate und KommunikationsMensch Schaller fehlen persönliche Kontakte. Künftig würde sie gern in einer nachhaltigeren Welt leben und sich im Beruf weniger mit FakeNews herumschlagen müssen. Ihr Job-Motto bleibt aber weiterhin: „je stürmischer, desto besser“.

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Monika Schaller Geb. 1970 in Wien 1990 BWL-Studium in Wien 1998 Sales Trader bei der CAInvestment Bank 2000 Reporterin bei Bloomberg 2003 Unternehmenssprecherin bei der Citigroup Bank 2007 Unternehmenssprecherin bei Goldman Sachs 2016 Vize-Pressechefin bei der Deutschen Bank 2019 Unternehmenssprecherin der Deutsche Post DHL Group


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