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Inhaltsverzeichnis Ein ganz normaler Tag bei EuroBerlin..................................................................................2 Flugvorbereitungen...............................................................................................................7 Schicksale...........................................................................................................................12 Pushback............................................................................................................................13 Taxi......................................................................................................................................14 Take-off...............................................................................................................................16 Route..................................................................................................................................18 Stepclimb............................................................................................................................19 Endlich Frühstück...............................................................................................................20 Pausen................................................................................................................................21 Reiseflug.............................................................................................................................22 Sinkflug...............................................................................................................................25 Anflug..................................................................................................................................26 Landung..............................................................................................................................29 Auf dem Weg zum Gate/ Parkposition................................................................................31 Hotel -oder- Eine angenehme Überraschung.....................................................................32 Stadtbummel.......................................................................................................................34 EuroBerlin & CleverJet Virtual Airlines................................................................................39

Alle Bilder sind unbearbeitet.


San Francisco

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Ein Linienflug von EuroBerlin mit der A330-200 „Märkisches Viertel“ (D-AEJE) von Berlin nach San Francisco am 18.06.2013


18.06.2013, 05:00 Uhr. Das Klingeln des Weckers reißt mich aus dem Schlaf. Obwohl ich gestern die Kollegen in der Bar des Crewhotels Holiday Inn schon gegen 20:30 Uhr verlassen habe fühle ich mich doch etwas gerädert.

Muss dieser blöde Wecker denn immer mitten in der Tiefschlafphase klingeln? Jetzt kann nur eins helfen, erstmal eine Dusche. - Zwanzig Minuten später geht´s mir gut. Wenn man so darüber nachdenkt..., schon eine tolle Erfindung so eine Dusche. Schnell noch rasiert und in die Uniform gesprungen, den Koffer hatte ich ja vorausschauend gestern schon gepackt. Dann kann´s ja los gehen. Gut, dass das Crewhotel so dicht am Airport liegt.


Auf dem Fußweg zum Flughafen verdrücke ich noch eine Banane, richtiges Frühstück werde ich nachher im Flieger zu mir nehmen, so früh am Morgen bekomme ich noch nichts Richtiges herunter.


Gegen 06:00 Uhr betrete ich das Flughafengeb채ude. Ich bin immer gerne etwas fr체her da, so dass noch Zeit bleibt sich ein bisschen mit den Kollegen zu unterhalten.


Um 06:20 Uhr bin mit meinen beiden Kollegen im Briefingraum verabredet.

Hier herrscht schon buntes Treiben. In der Mitte des Raumes sitzt ein FO und wartet. Das muss einer der Kollegen für den heutigen Flug nach „Frisco“ sein. Sieht ziemlich jung aus. Als ich ihn begrüßen will biegt mein SFO um die Ecke und betritt den Raum. Wir begrüßen uns alle und der FO stellt sich vor. Seit 3 Monaten ist erst bei EuroBerlin, kein Wunder das ich ihn noch nie gesehen habe. Meinen SFO hingegen kenne ich schon seit fast 3 Jahren.


Während mein SFO schon mal die notwendigen Flugkarten aus den Fächern sammelt laden mein FO und ich schon mal den Flugplan von der Docking-Station. Wir besprechen die Informationen zum Flug EB417 die mit der A330-200 „Märkisches Viertel“ (D-AEJE) durchgeführt wird. Wir werden von der 25R starten und dann die „DKB7X“ Depature Route abfliegen.

Es werden für den heutigen Flug 250 Passagiere + Gepäck erwartet und 4923 kg Extrafracht. Wir errechnen, unabhängig voneinander, eine Flugzeit von 12:40 Stunden und ein TOW von 211304 kg und entschließen uns dann den A330 für die 5237NM mit 58800 kg Kerosin betanken zu lassen (inklusive 1,5 Stunden Reserve).


Da wir relativ leicht sind werden wir direkt auf FL360 steigen und schon kurze Zeit später auf FL380 unsere endgültige Reiseflughöhe einnehmen. Ein Blick auf die aktuellen Wetterdaten auf der geplanten Route lassen einen ruhigen Flug vermuten, allerdings werden wir uns aufgrund des starken Gegenwinds ordentlich verspäten.

Sollte sich das Wetter am Zielflughafen wieder erwartend stark ändern oder es sonstige Probleme geben wurde Sacramento (KSMF) als Ausweichflughafen ausgewählt.

Im Briefingraum 3 hat Purserette Annett Lokojczyk, Kabinenchefin für diesen Flug bereits erste Punkte in Sachen Kabinen-Sicherheit und -Service angesprochen als wir den Raum betreten. Auf diesem Flug schließen auch ein Flugbegleiter und eine Flugbegleiterin ihre Ausbildung ab und werden durch eine zusätzliche Purserin betreut.

Als Annett fertig ist gebe ich meinem FO ein Zeichen und er gibt der gesamten Kabinenbesatzung einen Überblick über Flugzeit, Route, Wetter - alles was die Crew wissen sollte.


Die Abfahrt mit den Crew-Bus zur Parkposition 31 ist für 07:15 Uhr geplant. Ein bisschen wundern wir uns, da die Parkposition 31 eigentlich nicht zu den Standart-Parkplätzen von EuroBerlin gehört. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass noch genügend Zeit bleibt für ein Heissgetränk und ein Gespräch. Da die Crew auf jedem Flug bunt zusammengewürfelt wird ist es wichtig sich besser kennen zu lernen und eine gemeinsame Ebene zu finden. Schließlich verbringen wir die nächste Tage miteinander und wie wichtig Teamwork ist brauche ich ja nicht zu sagen.

Auf dem Vorfeld ist schon einiges los. Die Kollegen nach Riga und Frankfurt rollen bereits zur Startbahn und auch eine „Easy“ nach Madrid macht sich auf den Weg.


Sobald wir an Bord sind, beginnen die Checks und Vorbereitungen für den rund zwölfeinhalbstündigen Flug. Mein SFO setzt sich als Co-Pilot auf den rechten Platz und ich mich auf den Linken. Während wir beide die Checkliste durchgehen macht der FO schon mal den Außencheck des Flugzeugs. Anschließend setzt er sich auf den Platz hinter uns.

Gut das sich bei Langstreckenflüge immer 3 Piloten an Bord befinden. So kann man sich abwechseln und zwischendurch immer mal ein bisschen entspannen. Als wir fast fertig sind beginnt das Boarding der Passagiere. Während es bisher angenehm ruhig war drängen jetzt die Passagiere ins Flugzeug und der Geräuschpegel hebt sich.

Es ist jetzt 07:45 Uhr. Die Betankung ist abgeschlossen. Der Ramp Agent teilt uns allerdings mit, dass zwei Passagiere fehlen, die sich trotz mehrfachen Aufrufen noch nicht gemeldet haben.


07:54 Uhr. Der Ramp Agent teilt mit, dass alle Passagiere an Bord sind, einschließlich einem älteres Ehepaar, dass sich verlaufen hatte. Das Ehepaar war völlig aufgelöst, hatten sie doch so lange für die Reise sparen müssen und nun Angst das Flugzeug zu verpassen.

Dank unserer einfühlsamen Flugbegleiter waren die Tränen aber schnell wieder getrocknet. Wir hatten unterdessen schon Befürchtungen, dass das Gepäck wieder komplett entladen werden müsste. Wer ist schon gerne mit Koffern unterwegs dessen Passagiere nicht an Bord sind?


07:55 Uhr. Während sich die Frachtluken schließen starten im Hintergrund die Kollegen nach Zürich mit 10 Minuten „Verfrühung“.

07:59 Uhr. Die Tür wird geschlossen. Die Purserette meldet „Boarding completed“. Auch im Cockpit ist alles fertig. Die Fluggastbrücken werden zurückgeschoben. Der Pushback beginnt.

Noch während des Pushbacks starten wir die Turbinen.


Während wir die Freigabe einholen, befindet sich eine „Germanwings“ im Anflug und eine EuroBerlin-Maschine schiebt sich gerade durch die Wolken.

08:01 Uhr: ! A: Eurober 417, request taxi ! ! G: Eurober 417, taxi to holding point runway 25R via K4, K5 ! ! A: Taxi to holding point 25R via K4 and K5, Eurober 417

Taxiway K4. Hinter uns eine „Ryanair“ die ebenfalls zur 25R rollt.


Vorbei an der Tankstelle.

08:05 Uhr: ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !

A: Eurober 417, ready for depature G: Eurober 417, traffic on 3 nm final runway 25R, Airbus A330, report in sight A: Traffic in sight, Eurober 417 G: Eurober 417, behind landing Airbus A330, line up runway 25R and wait behind A: Behind landing A330, line up runway 25R and wait behind, Eurober 417.


! ! !

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G: Eurober 417, wind 177 degrees, 7 knots, runway 25R, cleared for take off, guten Flug. A: Runway 25R, cleared for take-off, Eurober 417, schönen Tag.

Los geht´s! Wie zuvor abgesprochen bin ich beim Start „Pilot Flying“. Langsam schiebe ich die Schubregler auf 50% N1, beide Triebwerke laufen gleichmäßig hoch,


Bremsen lösen, ich gebe vollen Schub und die Turbinen „heulen“ auf. V1 bei 148 kn, VR bei 150 kn, langsam ziehe ich den Sidestick zurück, V2 bei 157 kn. Die „Nase“ hebt sich.

„Positive rate, gear up“


Berlin Schönefeld von oben. - Zwei EuroBerlin-Flugzeuge im Anflug auf die 25R.

In einer langen Rechtskurve durchstoßen wir die ersten Schäfchenwolken. Nach wenigen Minuten durchfliegen wir die letzten Wolken auf FL130. Jetzt gibt es nur noch blauen Himmel und die Sonne, komfortabel im Rücken.

Unsere Route führt uns von Berlin über die Niederlande nach Schottland, an der Südspitze Grönlands vorbei bis wir in Neufundland auf die kanadische Küste treffen. Von dort geht‘s weiter über Quebec und Ontario. Dort überqueren wir die Grenze nach Minnesota/ USA von wo aus es weiter über South Dakota, Wyoming, Utah, Nevada nach San Francisco/ Kalifornien geht.


Bereits über Amsterdam können wir auf FL380 steigen. Im Hintergrund eine „Speed Bird“ und eine „Scanor“ (Brittish Airways/ SAS).

Aus der Galley dringt der Geruch gebackener Brötchen und gedämpfte Geräusche von klappenden Schranktüren. Mein Magen knurrt. Bevor es ans Frühstück geht mache ich noch eine Durchsage und teile den Passagieren Flughöhe, Route, Wetter und voraussichtliche Ankunftszeit mit.


Der Grund warum man sich mit den Flugbegleitern immer gut stellen sollte:

Ăœber Schottland:


Mein SFO verschwindet in den Crew-Rest. Er ist, wie vorher besprochen, der erste der Pause machen darf.

Der Flug verläuft ruhig. Wir nehmen Kontakt mit der jeweiligen Flugsicherung auf, prüfen ständig die Route und die Kerosinmenge und berechnen die Überflugzeiten der markierten Wegpunkte auf der Karte. Über dem Atlantik wird´s dann ruhiger.

Mein SFO kommt wieder, der FO geht dafür. Wir unterhalten uns über dienstliches, privates bis hin zu Ausgehtipps am Zielort. Themen gibt es viele. Zwischendurch immer wieder die Kontrolle von Wetterdaten, Kerosinmenge, Kontrollanzeigen. Noch acht Stunden bis zum Ziel.

San Francisco Teil 1