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Studienorientierung – think ING. kompakt 06/07 | 2026

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Dein Einblick in die Welt der Ingenieur*innen

STUDIENORIENTIERUNG

Wege im Ingenieurstudium

Orientierung fürs

Ingenieurstudium

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Ob smarte Maschinen, vernetzte Systeme oder die Elektronik von morgen: Die Metall- und ElektroIndustrie bietet Absolvent*innen starke Jobchancen. Der Schlüssel dazu? Oft ein ingenieurwissenschaftliches Studium. Doch wie findet man den perfekten Studiengang für sich? Antworten gibt uns Studienberaterin Vanessa Schardt von der Westfälischen Hochschule. Außerdem blicken wir spielerisch auf die großen Fachrichtungen im Ingenieurwesen und erfahren von Mathis Wolter, wie er sich mit dem Studiengang Allgemeine Ingenieurwissenschaften bewusst breit aufstellt.

Orientierung fürs Ingenieurstudium

Fragezeichen statt Zukunftsplan: Nicht alle Schülerinnen und Schüler wissen, wie es nach dem Abi weitergeht. Genau dafür ist die Studienberatung da, die sich mit den Themen Studienformen, Studienorten, Studienfächern und Zulassungsbeschränkungen auskennt.

Vanessa Schardt arbeitet an der Westfälischen Hochschule und verrät, welche Gedanken man sich vor der finalen Entscheidung machen sollte, damit das Studium eine 10 von 10 wird. Viele Faktoren spielen eine Rolle, sodass die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt oft auch von einigen Unsicherheiten begleitet wird. Natürlich sind Studieninteressierte alle unterschiedlich, aber die Erfahrung zeigt: Viele junge Leute haben ähnliche Sorgen – die eigentlich kein Hindernis für ein ingenieurtechnisches Studium sind.

Vanessa Schardt mit ihren Kollegen Professor Markus Rüter und Professor Deniz Kurumlu

MIT NEUGIER INS INGENIEURWESEN

„Das Studium ist kürzer als die Zeit, die wir im Job verbringen“, fängt Frau Schardt an. Deswegen ist die erste Frage, die man sich stellen sollte: Was macht mir Spaß und womit möchte ich mich die nächsten Jahrzehnte beschäftigen? Dass Eltern oder Freunde einen gewissen Weg eingeschlagen haben, sollte kein Argument für die eigene Studienwahl sein. Im Ingenieurwesen ist man richtig aufgehoben, wenn man Interesse an Technik sowie Naturwissenschaften hat und neugierig auf die Funktionsweise unserer Welt, von Stoffen und Geräten ist. Ein Tipp von Frau Schardt: „Manche Hochschulveranstaltungen sind für die Öffentlichkeit freigegeben, da kann man einfach mal reinschnuppern!“ Probieren vor dem Studieren, sozusagen.

GEMEINSAME GRUNDLAGEN, VIELE RICHTUNGEN

Man muss sich zwar für ein Studienfach wie unter anderem Maschinenbau, Elektrotechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik entscheiden, aber: „Da die Gesetze der Natur überall gleich sind, ähneln sich auch die Grundlagen – egal, wo ich in Deutschland Ingenieurwesen studiere“, weiß Frau Schardt. Mathe, Physik, Mechanik, Werkstoffe und Fertigung gehören zum Lehrplan der ersten Semester in allen Fachrichtungen. Ein örtlicher – oder auch ein fachlicher – Wechsel ist also in den ersten Semestern ohne größere Probleme möglich, auch wenn Frau Schardt betont, dass man trotz dieses Hintertürchens nicht einfach uninformiert in ein Studium starten sollte.

KEINE K.-O.-KRITERIEN FÜRS STUDIUM

„Aber ich hatte in Mathe nur eine Drei. Ist das ein Problem?“ – Das sind Sorgen, die sich Interessierte für Ingenieurwissenschaften in der Sprechstunde oft machen. Für solche inhaltlichen Fragen holen sich die Mitarbeitenden der Studienberatung oft Unterstützung aus den Fachbereichen. „Mathe in der Schule wirkt oft künstlich und hat teilweise wenig mit dem zu tun, wie wir es im Studiengang wirklich anwenden. Im Studium geht es darum, das tiefere, für den jeweiligen Berufsbereich benötigte mathematische Verständnis zu erlangen. Es ist viel wichtiger, Interesse daran zu haben, Sachen erschaffen zu wollen oder zu hinterfragen – auch mit einer Drei in Mathe kann man das machen“, halten Maschinenbauprofessor Deniz Kurumlu und Elektrotechnikprofessor Markus Rüter fest.

WIE ES NACH DEM STUDIENSTART WEITERGEHT

Herzlich willkommen in den Ingenieurwissenschaften! Aber was kommt dann? Auch darauf haben Frau Schardt und das Team der Westfälischen Hochschule eine Antwort – für all jene, die weit im Voraus alle Eventualitäten durchsprechen möchten. Im Studium selbst warten in den höheren Semestern die Vertiefungen; diese werden aber in der Regel erst gewählt, wenn man sich mit den Inhalten vertraut gemacht hat. Hier gilt die gleiche Devise: Das, was einen interessiert, bringt die höchsten Erfolgsaussichten. Dank Praxisphasen im Studium knüpfen viele Studierende früh Kontakte zu Unternehmen, sei es in Praktika oder während der Abschlussarbeiten – und werden nach dem Studium vom Fleck weg eingestellt.

Reinschnuppern in Vorlesungen und Seminare lohnt sich, um das richtige Studienfach zu finden
Vanessa Schardt nimmt sich in ihrer
„Theorie ist gut. Funktionieren ist besser.“

Der Maschinenbauer

„Strom fließt immer den Weg des geringsten Widerstands – ich auch.“

Die Elektrotechnikerin

LEVEL UP YOUR FUTURE

Choose your Player

Bevor das Studium startet, steht die wichtigste Entscheidung an: Wer willst du sein? Wähle deinen Player und finde heraus, welche Fachrichtung im Ingenieurwesen zu dir passt.

01. Der Maschinenbauer

SKILLS: Hands-on, pragmatisch, lösungsorientiert

DEBUFFS: Erklärt auf Partys viel zu lange, wie Motoren funktionieren

SIGNATURE ITEM: Taschenrechner und Schmieröl an den Fingern

SPAWN LOCATION: Werkstatt

TEAM-SYNERGIEN MIT: Elektrotechnik, Luft- & Raumfahrt, Mechatronik

PRAXISANTEIL: ❤

Viel Labor, Werkstatt, Konstruktion

MATHE-INTENSITÄT: ❤ ❤ ❤ Solide, aber anwendungsorientiert

02. Die Elektrotechnikerin

GEEK-LEVEL: ❤

Bodenständig, wenig abstrakte Theorie

SKILLS: Analytisch, präzise, denkt in Systemen

DEBUFFS: Verliert sich in Schaltplänen wie andere in Open-World-Games

SIGNATURE ITEM: Lötkolben

SPAWN LOCATION: Überfüllter Labortisch um Mitternacht

TEAM-SYNERGIEN MIT: Informatik, Maschinenbau, Mechatronik

PRAXISANTEIL: ❤

Labore ja, aber viel Theorie drumherum

MATHE-INTENSITÄT: ❤ ❤ ❤ Signaltheorie, Differentialgleichungen – all the time

GEEK-LEVEL: ❤ ❤ ❤ 24/7 nur Schaltpläne im Kopf

„Ich automatisiere das kurz.“

Der Informatiker

03. Der Informatiker

SKILLS: Kreativ, schnell, denkt um drei Ecken

DEBUFFS: „Kurz“ bedeutet meistens vier Stunden

SIGNATURE ITEM: Energydrink

SPAWN LOCATION: Auf dem ergonomischen Stuhl vor drei Monitoren TEAM-SYNERGIEN MIT: Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Mechatronik

PRAXISANTEIL: ❤

Projekte ja, aber meist am Rechner

MATHE-INTENSITÄT: ❤ ❤ ❤ Logik und Algorithmen, weniger Analysis

GEEK-LEVEL: ❤ ❤ ❤ Spitzenreiter, unangefochtener Titel

Choose your Player

04. Die Bauingenieurin

SKILLS: Geduldig, bodenständig, großes Durchhaltevermögen

DEBUFFS: Erzählt einem beim Überfahren einer Brücke, wie sanierungsbedürftig sie ist

SIGNATURE ITEM: Klemmbrett und Warnweste

SPAWN LOCATION: Baustelle, bei Wind und Regen

TEAM-SYNERGIEN MIT: Maschinenbau, Elektrotechnik

PRAXISANTEIL: ❤ ❤ ❤

Baustellen, Exkursionen, viel draußen

MATHE-INTENSITÄT: ❤ ❤ ❤ Statik und Physik, aber überschaubar

05. Der Mechatroniker

GEEK-LEVEL: ❤ ❤ ❤

Die entspannteste Ingenieurin im Raum

SKILLS: Vielseitig, vernetzt denkend, bringt alles zum Laufen

DEBUFFS: Wird regelmäßig gefragt: „Also … bist du jetzt Maschinenbauer, Elektrotechniker oder Informatiker?“

SIGNATURE ITEM: Multimeter und Kabelsalat

SPAWN LOCATION: Gleichzeitig in Werkstatt, Labor und Rechnerraum –niemand weiß, wie

TEAM-SYNERGIEN MIT: Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik

PRAXISANTEIL: ❤ ❤ ❤ Roboter bauen, Systeme integrieren, alles anfassen

MATHE-INTENSITÄT: ❤ ❤ ❤ Wichtig, aber oft direkt in Anwendung eingebettet

GEEK-LEVEL: ❤ ❤ ❤ Legendär interdisziplinär

06. Die Luft- & Raumfahrtingenieurin

SKILLS: Visionärin, belastbar, liebt das Unmögliche

DEBUFFS: Erklärt dir im Flugzeug ungefragt, wie viele hundert Tonnen diese kleinen Tragflächen gerade in der Luft halten

SIGNATURE ITEM: Post-it mit Berechnungen drauf

SPAWN LOCATION: Windkanal oder Simulator – Fenster optional

TEAM-SYNERGIEN MIT: Maschinenbau, Physik

PRAXISANTEIL: ❤ ❤ ❤

Windkanal und Simulationen, aber viel Theorie

MATHE-INTENSITÄT: ❤ ❤ ❤

Strömungsmechanik, Regelungstechnik – nichts für schwache Nerven

GEEK-LEVEL: ❤ ❤ ❤ Wer Raketenwissenschaft studiert, trägt den Titel mit Stolz

„Das Leben ist eine Baustelle.“
„Mechanik, Strom, Code –warum eines, wenn ich alles haben kann?“
„Level Erde abgeschlossen. Weiter geht‘s.“

Die Luft- & Raumfahrtingenieurin

ALLE ING-WEGE OFFEN LASSEN

No regrets mit AIW

Sieben Semester voller Technik, die in alle Richtungen gehen – das versteckt sich hinter dem Studiengang Allgemeine Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität Hamburg und dem Weg, den der Student Mathis Wolter für sich gewählt hat. Der heute 22-Jährige hat sich Stück für Stück durch die Welt des Ingenieurwesens ausprobiert und geschaut, was wirklich zu ihm passt.

DEN RICHTIGEN SCHWERPUNKT FINDEN

Mathis hat Grund, sich zu freuen: Gerade ist die Zulassung für sein Masterstudium eingetroffen und er wird nach dem Bachelor in AIW jetzt Autonomous Robotics in England studieren. Er ist sich wirklich sicher, dass er für sich genau den richtigen Schwerpunkt gesetzt hat. Dank des Aufbaus seines Studiums hatte er nämlich die Möglichkeit, in viele Bereiche zu schnuppern. „Die ersten beiden Semester bestehen aus vielen Grundkursen. Man hat Chemie, Mathe, Informatik, Elektrotechnik und Mechanik. Es ist total cool, dass man sich alles einmal anschauen kann“, erklärt er.

100% FLEXIBILITÄT

Der Studiengang ist anfangs bewusst breit gefächert, sodass die Studierenden ausprobieren können, welche Richtungen für sie infrage kommen. Zusammen mit zwei verpflichtenden Praktika lernen sie, ob es unter anderem mit Bauingenieurwesen, Elektrotechnik

oder Maschinenbau weitergehen soll. Nach den Grundkursen gibt es die Möglichkeit, sich langsam zu spezialisieren. Mathis hat sich damals für Maschinenbau entschieden, dort gibt es nämlich die meisten unterschiedlichen Vertiefungen. Aber keine Panik: „Man kann notfalls den Schwerpunkt wechseln.“

FÜR DIE FORSCHUNG VON MORGEN

Die Vorteile sind zahlreich: ein breites Grundstudium, viele Vertiefungsrichtungen, die im Laufe des Studiums entdeckt werden können, ein garantierter Masterplatz, wenn man schwerpunkttechnisch fündig wird, und eine gute Betreuung. Mathis ist sehr schnell wissenschaftliche Hilfskraft und mittlerweile auch Studiengangsbotschafter geworden. Er möchte später in die Forschung gehen und fühlt sich durch das stark theoretisch ausgerichtete Studium gut darauf vorbereitet.

DEN RHYTHMUS FÜRS STUDIUM FINDEN

Mathis hat seinen Studiengang in der Regelstudienzeit beendet, was selten ist. Er rät Schüler*innen, die AIW studieren möchten, direkt von Anfang an mit Vollgas dabei zu sein. „Durch manche Sachen muss man sich durchkämpfen, das ist nun mal das gekaufte Risiko bei einem Studiengang, der so viel Verschiedenes anbietet“, weiß er. Der Anfang war für ihn aber auch am stressigsten, gibt er ehrlich zu. „Die Lernkurve ist wirklich krass, aber man kommt trotzdem gut in den Rhythmus und profitiert von dem Wissen aus allen Kursen.“

Spannende Einblicke und Geschichten von Ingenieur*innen, Tipps, Termine und Wissenswertes rund um das Ingenieurwesen findest du auf unseren Social-Media-Kanälen und in der think ING. App.

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8.000 Studiengänge

4.000 Praktika & Jobs

IMPRESSUM

Herausgeber GESAMTMETALL

Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e. V. Voßstraße 16, 10117 Berlin

Verantwortliche Leitung Indra Hadeler

Redaktion und Gestaltung concedra GmbH, Bochum

Druck

color-offset-wälter GmbH & Co. KG, Dortmund

Alle in dieser kompakt enthaltenen Inhalte und Informationen wurden sorgfältig auf Richtigkeit überprüft. Dennoch kann keine Garantie für die Angaben übernommen werden.

Maschinenbau war für Mathis das Richtige

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