Dein Einblick in die Welt der Ingenieur*innen
MEDIZINTECHNIK

Hightech, die Leben retten kann
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Innovation für die Gesundheit
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Dein Einblick in die Welt der Ingenieur*innen
MEDIZINTECHNIK

Hightech, die Leben retten kann
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Innovation für die Gesundheit
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Ob Herzschrittmacher oder Hörgerät – ohne technischen Fortschritt keine moderne Medizin. Ganz vorne dabei: Medizintechnik-Ingenieur*innen wie Shiwas Sherma von Philips Healthsystems. Er berichtet, wie er bei seiner Arbeit dafür sorgt, dass Innovationen schnell im Krankenhaus ankommen. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob es bald schon Zahnersatz aus dem 3D-Drucker oder Impfungen gegen Krebs geben könnte. Fenja Hanneken hat ihre Studienwahl vor allem ihrer Vorliebe für Arztserien zu verdanken. Uns erzählt sie, was sie im Medizintechnikstudium erlebt.
KI, die bei Diagnosen hilft? Roboter im OP? Alles Zukunftsmusik? Eher nicht, weiß MedizintechnikIngenieur Shiwas Sherma. Sein Job ist es, neue Technologien möglichst schnell in die medizinische Praxis zu bringen.

Shiwas arbeitet bei Philips Healthsystems in Hamburg als Projektmanager im Bereich Sales Operations. Bei seinem Job geht’s vor allem um Tempo: interne Prozesse verbessern, sodass Innovationen schneller in Kliniken ankommen –vom ersten Kontakt bis zur Auftragsbuchung.
„Ich bin wie eine helfende Hand“, beschreibt der 28-Jährige seine Rolle und unterstützt so vor allem Kolleg*innen im Außendienst, die Krankenhäuser beraten und Projekte ins Rollen bringen.

Der Impuls für die Medizintechnik kam aus der Familie. Seine Schwester ist neun Jahre älter und hatte das gleiche Studium bereits abgeschlossen, als er noch sein Abi machte. Und Shiwas sah: Das ist machbar und passt zu seinen Stärken in Mathe, Physik und Bio. An der HAW Hamburg studierte er daraufhin Medizintechnik im Bachelor und Master (Biomedical Engineering). Dabei waren ihm neben dem Studium immer auch praktische Erfahrungen wichtig – Praktika, Werkstudentenjobs, verschiedene Stationen – bis er schließlich bei Philips landete.
Sein Job findet vor allem im Büro statt. Morgens warten häufig Meetings mit den Kolleg*innen und dem Außendienst, oft auf Englisch. Danach wird es praktisch: Wo hakt ein Ablauf? Wie lassen sich Informationen aus Verkaufsgesprächen so festhalten, dass sie im Unternehmen nutzbar sind und helfen, Kundenprobleme gezielt zu bearbeiten? Gemeinsam mit seinem Team sucht Shiwas nach praktischen Lösungen für genau diese Probleme. Dabei entstehen digitale Unterstützungen für den Vertriebsalltag – auch unterwegs. Dazu gehören übersichtliche Dashboards, automatisierte Abläufe und verschiedene digitale Tools, zum Beispiel KI gestützte Assistenz-
funktionen, deren Nutzung im Außendienst gezielt aufgebaut und in der Mannschaft verankert wird. Dabei geht es weniger ums Programmieren, sondern darum, Technik so einzusetzen, dass sie wirklich hilft. Sein Ziel ist klar: Vertriebsprozesse sollen einfacher, schneller und transparenter werden, damit Kliniken schneller Zugang zu moderner Medizintechnik bekommen. Das ist etwas anderes, als er im Studium gelernt hat.
WENN KLEINE VERBESSERUNGEN VIEL BEWIRKEN
Im Master war Shiwas Werkstudent in der Produktion. Dort arbeitete er daran, Abläufe in der Fertigung zu verbessern und schrieb seine Masterarbeit über eine Produktionssimulation, einen digitalen Zwilling der Fabrik. Damit lässt sich vorhersagen, wo Engpässe entstehen und wie man die Herstellung von Geräten besser planen kann. Manchmal steckt Innovation auch in scheinbar kleinen Dingen. So führte Shiwas gesteuerte Schraubersysteme ein: elektronische Schrauber, die das richtige Drehmoment automatisch einstellen und dokumentieren. Weniger Fehler, mehr Qualität, besser nachvollziehbare Prozesse. Dieses Wissen ist für sein heutiges Vertriebsverständnis elementar.
Die Erfahrungen aus seinen früheren Stationen begleiten Shiwas bis heute. Obwohl sein Vertriebsjob fachlich
Der Computertomograph erstellt Schnittbilder des Körpers
anders ist als das, was er studiert hat, helfen sie ihm, neue Themen schnell zu erfassen und Vertriebswege zu verbessern. Sein Werdegang zeigt, dass sich der eigene Weg immer weiterentwickeln kann.
MEDIZIN VON MORGEN
Bei der Medizin der Zukunft stehen viele Themen im Rampenlicht, die Shiwas aus dem Alltag kennt: KI, Telemedizin, sichere Datenwege, patientenzentrierte Anwendungen, Robotik. Künstliche Intelligenz sieht er besonders in der Radiologie als innovativen Hebel, etwa beim Erkennen von Tumoren. Gleichzeitig rückt die Telemedizin in den Vordergrund, da Ressourcen knapp sind und Fachkräfte fehlen. Genau deshalb werden Ingenieur*innen gebraucht –nicht nur in der Entwicklung, sondern überall dort, wo Innovation in Versorgung übersetzt wird. „Du musst nicht der schlaueste Mensch sein, du solltest nur fleißig sein“, verrät Shiwas. Wer Neugierde, Durchhaltevermögen und Lernbereitschaft mitbringt, kann dazu beitragen, dass wir bald noch effektiver Krankheiten bekämpfen können.
MEDIZINTECHNIK IST AUCH EIN ABENTEUER
Im Testcenter wird klar, warum der raumhohe CT ihn schon früh angezogen hat: Ein CT arbeitet mit einer Einheit, die extrem schnell um den Körper rotiert, mit mehreren hundert Umdrehungen pro Minute. Dabei wirken Kräfte von über 30 g. Zum Vergleich: Auf einer Achterbahnfahrt wirken nur 3 bis 5g auf den menschlichen Körper. „In der Medizintechnik beträgt das Verhältnis zwischen dem Interesse am Menschen und der Lust auf komplexe Technik etwa 50 zu 50“, sagt er. Wer sich für Medizintechnik interessiert, trifft auf ein Studienfach, mit dem man nach dem Abschluss breit aufgestellt ist: Entwicklung, Produktion, IT, Projektmanagement, Qualitätsmanagement und Beratung. Ingenieur*innen können dazu beitragen, dass moderne Medizintechnik im richtigen Moment bei Diagnosen unterstützt und so einen echten Unterschied für Patient*innen macht.
Video Shiwas’ Interview findest du hier




MEDIZINTECHNIK







Moderne Medizin entsteht heute nicht mehr nur im Krankenhaus, sondern auch in Forschungslaboren und an Hochschulen. Neue Technologien wie 3D-Druck, intelligente Sensoren oder Gentechnik eröffnen völlig neue Möglichkeiten für Diagnose, Behandlung und Rehabilitation. Die folgenden Beispiele zeigen, wie Forschung daran arbeitet, Krankheiten besser zu behandeln und Leben zu retten.








METALL- UND ELEKTRO-INDUSTRIE


PHARMAINDUSTRIE






MEDIZINISCHE GERÄTE UND DIAGNOSTIK


BIOMEDIZINISCHE FORSCHUNG


LEBENSMITTEL- UND GETRÄNKEINDUSTRIE


UMWELTBIOTECHNOLOGIE



























Menschen mit starkem Hörverlust nutzen Cochlea-Implantate, die Töne elektrisch an den Hörnerv weiterleiten. Dabei werden jedoch zu viele Nervenzellen gleichzeitig stimuliert, wodurch feine Klangunterschiede schwer wahrnehmbar sind. Forschende der Unis Hannover und Göttingen setzen stattdessen auf Licht: Spezielle Proteine machen Hörnervenzellen lichtempfindlich, sodass ein Implantat gezielter stimulieren kann. So könnten Träger*innen Hintergrundgeräusche besser trennen und Sprache natürlicher wahrnehmen.

Cochlea-Implantate leiten Töne elektrisch an den Hörnerv weiter























An der Uni Würzburg werden mithilfe eines 3D-Druckers Zähne hergestellt, die alle Eigenschaften echter Zähne besitzen. Zahnmedizinstudierende können so an realistischen Modellen üben – etwa das Entfernen von Karies oder die Vorbereitung von Kronen. 3D-gedruckte Zahnkronen werden zudem bereits in der Praxis getestet: Als vorübergehende Lösung, bis die endgültige Versorgung erfolgt. Schon bald könnte Zahnersatz aus dem 3D-Drucker aber auch dauerhaft eingesetzt werden.
3D-Druck ist auch in der Medizintechnik eine zeitsparende und kostengünstige Alternative



























mRNA-Impfstoffe sind seit der Corona-Pandemie bekannt. Nun wird die Technologie auch gegen Krebs erforscht. Krebszellen entstehen durch genetische Mutationen und werden vom Immunsystem oft zu spät erkannt. Bei mRNA-Therapien wird die Boten-RNA so programmiert, dass sie dem Körper Baupläne für typische Merkmale von Krebszellen (Neoantigene) liefert. Dadurch erkennt das Immunsystem die Tumorzellen gezielt als fremd und bekämpft sie.
mRNA-Impfstoffe sind eine der großen medizinischen Innovationen der jüngeren Zeit


Für viele schwerkranke Personen ist eine Organtransplantation die einzige Hoffnung, doch es gibt viel zu wenig Spenderorgane. Unter anderem an der Uni München wird deshalb an Xenotransplantation geforscht: der Übertragung von Organen zwischen Arten. Mithilfe moderner Gen- und Labortechnik sollen Zellen, Gewebe und Organe von Schweinen so verändert werden, dass sie nicht vom menschlichen Immunsystem abgestoßen werden. Ein erster Durchbruch gelang chinesischen Ärzt*innen letzten Herbst mit der Transplantation einer Schweineleber.
Auch wenn bislang kein Mensch dauerhaft mit einem Tierorgan überlebt hat, rückt die Möglichkeit näher
Bereits im vorherigen Forschungsprojekt „iOrt“ wurde eine intelligente Orthese entwickelt, die nun als technologische Basis für „iProt“ dient



Im Projekt „iProt“ an der TH Ostwestfalen-Lippe wird eine intelligente Unterschenkelprothese entwickelt. Normale Prothesen sind oft starr und können Druckstellen oder unsicheres Gehen verursachen. Bei „iProt“ werden Exoskelett und Prothese kombiniert: Forschende aus den Bereichen Sensorik, Mechatronik und 3D-Druck entwickeln passgenaue Bauteile, die Belastungen präzise messen und die Unterstützung in Echtzeit anpassen. Das soll Druckstellen reduzieren und sichereres Gehen ermöglichen.
Technik entwickeln und Leben retten? Kein Problem mit der Medizintechnik an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim / Holzminden / Göttingen und Studentin Fenja Hanneken.

dafür, dass Sicherheit und Innovationsgedanke Hand in Hand gehen können. Das tut sie sowohl in ihrem Master-Studium als auch in ihrem Job bei einem Start-Up.
EIN STUDIUM ZWISCHEN MEDIZIN UND TECHNIK
Roboter, die bei Operationen assistieren, Sensoren, die Herzschläge in Echtzeit überwachen und Implantate, die es ermöglichen, dass gehörbeeinträchtigte Menschen Musik genießen können – hinter solchen Innovationen steckt oft die Medizintechnik und ihre Forschenden. Dabei ist nicht nur der Spaß an Technik Antriebskraft, sondern vor allem die Motivation, das Leben von Menschen zu schützen und zu verbessern.
Die Medizintechnik hatte sich schon länger in Fenjas Alltag eingeschlichen. Die jetzige Studentin erinnert sich: „Ich schaute früher nebenbei gerne Arztserien und fand vor allem die Medizinprodukte toll“. Schnell war klar, dass Medizintechnik keine Fiktion aus einem Drehbuch ist, sondern Technik, die Menschen hilft. Als Facharbeitsthema in der Schule befasste sie sich mit dem Da-Vinci-System, einem besonderen roboterassistierten Chirurgiesystem. Es handelt sich um einen Operationsroboter, der Ärzt*innen bei minimalinvasiven Operationen unterstützt. Nach ein wenig Recherche und einer Info-Veranstaltung stand ihr Weg dann fest: Menschen helfen durch Technik.
ERST DER MENSCH, DANN DIE TECHNIK
Neben den Inhalten über Technik und Naturwissenschaften fand Fenja auch den sozialen Aspekt an ihrem Studium überzeugend. Zurzeit befasst sie sich mit dem Qualitätsmanagement und der Zulassung von Medizinprodukten. Wenn es um die Gesundheit geht, müssen hohe Standards erfüllt werden und Fenja sorgt
„Im Bachelor gibt es sehr viel Technik, Medizin ist hier nur ein Teilgebiet. Man lernt mit anderen Studiengängen die Basics in Elektrotechnik und Maschinenbau. Nebenbei gibt es dann spezifische Module für Medizintechnik“, erklärt die Studentin. Was Fenja besonders gut fand, war, dass sie im Studium auch Unterricht bei der Kooperationspartnerin der HAWK, der Universitätsmedizin Göttingen, hatte. Dort konnten Studierende Einblicke in OPs, Labore und den Klinikalltag erhalten. Der Unterricht wurde häufig von Mediziner*innen gestaltet, sodass die Studierenden einen klaren Bezug zur Praxisanwendung miterlebt haben.
Medizintechniker*innen haben eine so große Palette an Wissen, von klassischen Ingenieurwissenschaften über Medizin bis zum Management, dass sie viele lose Gedanken zu einem vollständigen Produkt zusammenfügen können. Nach einem Medizintechnikstudium eröffnen sich vielfältige Berufswege: Man kann an der Forschung und Entwicklung neuer medizinischer Geräte arbeiten, in der Industrie Produkt- oder Qualitätsmanagement übernehmen oder in Kliniken technische Geräte betreuen. „Die Medizin-Module sind anspruchsvoll, da muss man gut lernen, um mitzukommen. Checkt vor dem Studium das Modulhandbuch, damit ihr den Studiengang und die Schwerpunkte nach euren Interessen wählen könnt.“
erzählt Fenja hier
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