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Informatik – think ING. kompakt 08/09 | 2026

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INFORMATIK 08 / 09 | 2026

© think ING. / Christian Demski

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Digitale Welten studieren INTERVIEW

Informatik auf dem Acker AB SEITE 2 INFORMATIK IST ÜBERALL

Hier steckt Informatik drin AB SEITE 4

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Digitale Technologien prägen unseren Alltag – oft, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Informatik ist daher eine wichtige Grundlage, um spannende Berufsperspektiven in der M+E-Industrie zu entdecken. Für Michel Schmidt war ein duales Studium bei der CLAAS E-Systems GmbH der Einstieg in die Welt von IT-Automotive. Außerdem werfen wir einen Blick ­darauf, wo uns Informatik im Alltag begegnet und wie sie unser Leben mitgestaltet. Im Studi-Interview berichtet Marc Wendt, was den Studiengang Telematik – abgesehen vom Namen – so besonders macht.


Informatik auf dem Acker

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laptop Moderne Landwirtschaft setzt auf Hightech: Digitale Assistenzsysteme helfen dabei, Arbeiten auf dem Feld präzise und effizient auszuführen

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Im dualen Studium ist Michel abwechselnd an der DHBW Stuttgart und für seine Praxisphasen bei CLAAS tätig. Die CLAAS Gruppe ist ein führender Hersteller von Landmaschinen mit Sitz in Harsewinkel. Am Entwicklungsstandort in Dissen erhält Michel Einblicke in die Entwicklung modernster elektronischer Systeme – ein Bereich, der ihn schon seit seiner Kindheit fasziniert.

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Software entwickeln, Maschinen testen und erleben, wie die eigene Arbeit später auf dem Feld zum Einsatz kommt – genau das macht für Michel Schmidt den Reiz seines dualen Studiums IT-Automotive (ITA) beim M+E-Unternehmen CLAAS aus.


Sensoren und intelligente Assistenzsysteme unter praxisnahen Bedingungen erprobt.

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Michel auf der Teststrecke. Hier werden digitale Technologien,

tractor ZUKUNFT FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT

READY FOR INFORMATIK

Aktuell arbeitet Michel im Bereich Test und Validierung. „Testen macht einen großen Teil der Entwicklung aus“, erklärt er. Für ihn ist der Höhepunkt, am Ende eines Projekts zu sehen, wie die eigene Arbeit in der Praxis funktioniert. Er arbeitet an nahezu vollautomatisch funktionierenden Mähdreschern, die die Fahrer*innen durch eine Vielzahl von Sensoren und Kameras bei der Arbeit unterstützen – eine innovative Technologie, die den landwirtschaftlichen Alltag revolutioniert.

„Wer Informatik studieren möchte, sollte sich für Elektronik und Softwareentwicklung begeistern können, gerne im Team arbeiten und die Blickweisen anderer verstehen“, fasst Michel zusammen. Zusammenhänge zu erkennen, ist das A und O – oder für angehende Informatiker*innen die 1 und 0. Sein Rat an Schülerinnen und Schüler: offen für neue Technologien bleiben und sich immer wieder in neue Interessengebiete wagen. Denn gerade im Bereich Informatik gilt: „Lernen hört nie auf.“

ZUKUNFTSTHEMA: SMART FARMING Ein Thema, das ihn besonders begeistert, ist Smart Farming. Für ihn bedeutet das, die Zusammenarbeit zwischen Mensch, Maschine und Natur so zu gestalten, dass landwirtschaftliche Arbeiten möglichst effizient durchgeführt werden. Gerade bei der Interaktion zwischen Bediener*in und Maschine spielt die Sprache eine wichtige Rolle – etwa, wenn Landmaschinen weltweit eingesetzt werden. In seiner Praxisphase hat er deshalb die Übersetzungen in den Spracheinstellungen am Terminal geprüft. „Dabei ging es darum, sicherzustellen, dass alle Begriffe korrekt und fehlerfrei in die jeweiligen Sprachen übertragen wurden“, berichtet er. Die Kombination aus Informatik und Landmaschinen trägt großes Potenzial für eine schonende Landwirtschaft in sich.

Video

Michels Interview findest du hier

MEHR KÖPFCHEN ALS KI

Der Entwicklungsstandort in Dissen. Hier entstehen technische Innovationen für den Weltmarkt.

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© think ING. / Christian Demski

Auch mit dem Thema Künstliche Intelligenz setzt sich der 21-Jährige intensiv auseinander. In der Metall- und Elektro-Industrie werden Entwicklungsumgebungen zunehmend durch KI unterstützt, was das Vergleichen von Informationen oder das Schreiben von Konzepten erleichtert. „Unsere Maschinen werden aber auch sehr spezifisch eingesetzt, da können wir uns nicht immer nur auf KI verlassen“, wendet Michel ein. Im Studium und in den Praxisphasen lernt er ganz genau, welche Ansätze die richtigen sind. „Funktionstechnik und Sicherheit müssen zusammenfinden“, weiß er.


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INFORMATIK IST ÜBERALL

Hier steckt Informatik drin Informatik ist schon lange kein nerdiges Schulfach mehr – sie ist die unsichtbare Infrastruktur deines digitalen Alltags. Wie findet deine Navigations-App den schnellsten Weg? Wie sicher ist deine OnlineÜberweisung wirklich? Und warum kennt dein Streaming-Feed deinen Geschmack manchmal besser als du selbst? Ohne darüber nachzu­ denken, interagierst du täglich mehrfach mit Systemen, die ohne Software nicht funktionieren würden.

TV

Streamingdienste

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WIE GUT KENNT DIE APP DEINEN GESCHMACK? Wenn dir der Streamingdienst deiner Wahl einen neuen Song oder eine neue Serie vorschlägt, ist das kein Zufall. Im Hintergrund der Anwendungen laufen Empfehlungssysteme, die dein Verhalten laufend analysieren. Was hast du zuletzt gehört oder geschaut? Was machen andere Nutzende mit einem ähnlichen Geschmack? Welche Muster passen zu deinem Verhalten? Das Ergebnis wirkt dann sehr persönlich, ist aber letztlich das Resultat von Datenanalyse, Statistik und maschinellem Lernen.

Hinter jeder Serienempfehlung steckt Informatik

Navigations-Apps WIE FINDET DEIN HANDY SO SCHNELL DEN WEG?

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Wenn du eine Route zu einem bestimmten Ziel suchst, berechnen Navigations-Apps in Sekundenschnelle den effektivsten Weg. Dahinter steht eine Kombination aus zwei Komponenten: Graph-Algo­r ithmen, die das Straßennetz als Netzwerk aus Kreuzungen und Verbindungen modellieren und darauf die schnellste Route berechnen, sowie separate Verkehrsdatenmodelle, die Echtzeitinformationen von Millionen Smartphones, historische Muster und Vorhersagemodelle einbeziehen, um Staus und Zeitverluste abzuschätzen.

Den Weg mit dem Smartphone finden ist ganz ein-

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fach – doch jede Route ist das Ergebnis komplexer Berechnungen

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Gaming

Damit virtuelle Welten lebendig wirken, steckt jede Menge Informatik dahinter

Online-Banking

WIE VIEL INFORMATIK STECKT IN DEINEM LIEBLINGS-GAME? Die Entwicklungskosten von GTA 6, dem voraussichtlich teuersten Spiel aller Zeiten, werden auf rund 3 Milliarden Dollar geschätzt – offiziell bestätigt ist die Summe zwar nicht, sie vermittelt aber eine Ahnung davon, welcher Aufwand heute hinter solchen Produktionen steckt. Moderne Spiele sind eigene kleine digitale Welten mit KI-gesteuerten Gegner*innen, Physik-Engines für Bewegungen, Echtzeitberechnungen von Licht und Schatten und weltweit verbundenen Multiplayer-Servern. Ohne Informatik würde kein Game funktionieren.

Für eine Überweisung braucht es nur wenige Klicks – im Hintergrund laufen jedoch unbemerkt zahlreiche Prozesse ab. Zuerst prüft die Bank deine Identität, zum Beispiel per Zwei-Faktor-Authentifizierung. ­Anschließend werden alle Daten verschlüsselt übertragen. Bevor das Geld überwiesen wird, erkennen intelligente Systeme ungewöhnliche Transaktionen: Überweist jemand plötzlich einen hohen Betrag ins Ausland oder meldet sich von einem unbekannten Gerät an, kann das System Alarm schlagen oder eine zusätzliche Bestätigung verlangen.

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WIE SICHER SIND DEINE ÜBERWEISUNGEN?

Sicher bezahlen per App? Dahinter stecken Verschlüsselung, Datenanalyse und intelligente Algorithmen.

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Social Media

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WOHER WEISS DER FEED, WAS DIR GEFÄLLT?

Dein Feed ist kein Zufall – dahinter stecken Daten, Algorithmen und jede Menge Informatik

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Fast jeder kennt das Gefühl: Man spricht über ein Thema, kurz darauf erscheinen passende Videos oder Werbung. Der oft vermutete Lauschangriff steckt nicht dahinter – die Erklärung liegt in den Daten, die ohnehin gesammelt werden: Standort, Browserverlauf und Klicks reichen für täuschend treffsichere Zufallstreffer. Dahinter stecken zwei Systeme: Der Feed-Algorithmus lernt aus deinem Verhalten und zeigt passende Beiträge, das Werbe-Targeting nutzt dieselben Daten für passende Anzeigen – beide individuell zugeschnitten, aber technisch getrennt.

Informatik Alles zu Studium und Karrierechancen


Think ING. @social media

messages-question TELEMATIK STUDIEREN

So sieht angewandte Informatik aus Jetzt mal ernsthaft: Weißt du, was Telematik ist? Unter Maschinenbau und Elektrotechnik kann man sich als Studiengang etwas vorstellen, aber Telematik scheint wie ein gut gehütetes Geheimnis der Ingenieurwissenschaften zu sein – bis jetzt! Denn Student Marc Wendt erzählt uns im Interview, wieso es schade ist, dass sein Studiengang noch so unbekannt ist.

Informatik mit dem ­g ewissen Extra „Telematik steht im Grunde für Telekommunikation und Informatik“, erklärt Marc. Damit der Studiengang noch mehr Studierende anlockt, wird er ab dem kommenden Semester umbenannt: ­Telematik – ­Angewandte Informatik. Und damit wird die Richtung, in die es geht, noch deutlicher. „Wir lernen programmieren, entdecken Nachrichten­ technik, Robotik oder Verkehrstelematik. Da wir einen Bachelor of Engineering machen, kommt zum Beispiel noch Elektrotechnik dazu. Wie f­ unktionieren Schaltkreise? Wir wissen es.“

Zum Studium dank HIT Bevor Marc seinen Studiengang gefunden hat, war er vier Jahre beim Bund. Danach wollte er sein Abi nutzen und studieren gehen. Die Technische Hochschule Wildau war in der Nähe und am HIT (Hochschulinformationstag) informierte sich der heute 26-Jährige über die technischen Studiengänge. „Automatisierungstechnik und Telematik waren interessant. Dann habe ich mir einen Vortrag von Frau Prof. Birgit Wilkes zum

Studiengang Telematik angehört, der mich total abgeholt hat“, erinnert er sich. Damit war die Entscheidung für den besonderen Studiengang gefallen.

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So kommuniziert Technik Inhaltlich überzeugt der Studiengang Telematik mit einem sehr hohen Praxis­ anteil, der durch mehrere Praktika für alle Studierenden verpflichtend ist. Auch die Option, dual zu studieren, ist möglich. In Telematik lernen Studierende, wie Computer, Netzwerke und Technik miteinander kommunizieren. Als Informatik-Studiengang gehören auch die klassischen Inhalte wie Programmieren oder IT-Sicherheit dazu. „Oft wird unterschätzt, wie viel physikalische Grundlagen wir benötigen. Für Elektrotechnik braucht man das aber“, klärt er auf.

Telematiker*innen auf dem Arbeitsmarkt Im Optimalfall möchte Marc noch ein Masterstudium absolvieren und dann in die freie Wirtschaft gehen, um etwas mit IoT (Internet of Things) zu machen. „Es gibt wenige Jobausschreibungen, die direkt Telematiker*innen suchen. Das liegt aber nur daran, dass die meisten es gar nicht kennen. Ich kann mich zum Beispiel als Softwareentwickler bewerben, kann aber im Prinzip noch viel mehr!“, sagt er stolz. Einfach machen, ist seine Devise, wenn das Interesse für Telematik aufgeflackert ist, denn das Studium ist ein echtes Hidden Gem.

In Telematik steckt Telekommunikation und Informatik

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