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Elternzeit - Balizeit Drei Monate wollten wir mit unseren Kindern Leonard (3 Jahre) und Flora (5 Monate) reisen. Wir haben uns für Sonne, Abenteuer und Asien entschieden. Fotografiert und erzählt von den Eltern Thomas Rötting und Sylvia Pollex


Eine Idee, ein Plan Dass wir mit unseren Kindern eine gemeinsame Elternzeitreise unternehmen möchten, war klar, nachdem unsere Tochter Flora gesund auf die Welt gekommen war. Wohin also? Gute medizinische Bedingungen im Notfall für die Kinder, Wärme statt kaltem deutschen Winter, gutes Essen, ein interessantes Land, gern in Asien, gern ein bisschen abenteuerlich, möglichst klein und dicht, damit wir vor Ort keine langen Reiseentfernungen haben, ein weißer Fleck auf unserer Reiselandkarte - das alles stand auf der Wunschliste. Eine Freundin empfahl Bali und Lombok. Die Winterzeit in Deutschland eintauschen gegen die Regenzeit in Indonesien? Eine Stunde Regen am Tag und zwar ein richtiger herrlicher warmer Tropenregen. Warum nicht?


Willkommen im Paradies

Die drei Gili-Inseln im Nordwesten von Lombok sind ein Geheimtipp für Fam absolute Ruhe, denn auf den Gilis gibt es keine Autos, keine Motorräder und Pferdekutschen und Katzen. Dazu gibt es herrlichen Strand und türkisblaues chelplätze, leckeren Fisch und die beste Zitronentarte von Indonesien. Die In nem Umfang von 5,5 km einmal zu umrunden ist eine wunderbare Tagesbes Nebensaison, von November bis Mai, findet man leicht und günstig Quartier


milien. Hier herrscht d keine Hunde - nur Wasser, tolle Schnornsel Gili Air mit eisch채ftigung. In der r.


Unsere Familien und Freunde fanden unser Vorhaben mutig aber durchweg gut. Sylvias Eltern haben uns sogar zwei Wochen auf dieser Reise begleitet und so eine intensive und schรถne Zeit mit ihren Enkelkindern verbracht.


Flora Ein Klatschen in die Hände und ein prüfender Blick, dann wanderte Flora aus unseren Armen in die Hände einer freundlichen, aber uns unbekannten Balinesin. Das ist uns auf der Reise täglich passiert. Flora interessierte sich im Alter von fünf Monaten sehr für Gesichter. Diese großen Münder mit den weißen Zähnen, die braune Haut und die weit aufgerissenen lachenden Augen waren außerordentlich spannend für sie.


Leonard Im Meer oder im Pool - Leonard war fast an jedem Tag dieser Reise baden und wurde zu einer richtigen Wasserratte. Wir haben tauchen und schwimmen geĂźbt, ihm Angeln gebaut und einen dicken Gummiaffen an einer Schnur befestigt, den er mit viel Ausdauer durch jeden Pool zog. Am vorletzen Tag der Reise fuhren wir mit einem Boot in eine herrliche Schnorchelbucht. Leo hat es ausprobiert und ist mit uns geschnorchelt. Eine Stunde Hand in Hand mit unserem Sohn unter Wasser! Das war der schĂśnste Moment der gesamten Reise.


Offene Türen fanden wir auf Lombok, der Nachbarinsel von Bali in dem kleinen Dorf Tetebatu. Die Reiseführer sagen: Lombok ist wie Bali vor 50 Jahren. Horden von Kindern ziehen durch die Landschaft und spielen in den Bewässerungskanälen. Nach sieben Tagen hatte unser Sohn gefühlt über 100 neue Freunde. Aus jedem Haus rief es „Leo, Leo“!


Im Einklang mit der Natur Mit Jaya, einem Bergführer aus Tetebatu, haben wir mehrere kleine Wanderungen durch die Reisfelder der Umgebung unternommen und dabei viel über das wichtigste Grundnahrungsmittel Asiens gelernt. 90% der Bevölkerung auf Bali und Lombok bauen Reis an, um ihre eigene Ernährung sicher zu stellen. Die Arbeit auf dem Feld ist hart. Aber die Menschen lieben es, in dieser fruchtbaren Natur zu leben und zu arbeiten. Drei Ernten im Jahr sind möglich, ein Zyklus dauert drei Monate. Dazwischen ruht das Feld für einen Monat. Ständig wechselt der Reifegrad des Reises und damit die Farbe der Felder. Man kann alle Stadien gleichzeitig beobachten.


Reis, Ruhe, Religion

Im S체dosten von Bali ist nur noch w schmiegt sich an das n채chste. Die L schafft ein angenehmes Klima. Die


wenig vom pulsierenden Inseltourismus zu spüren. Ein Reisfeld Landschaft ist atemberaubend schön und die Lage in den Bergen religiösen Bräuche werden hier besonders intensiv gelebt.


Ein besonderer Moment für die Eltern Die letzte große Station unserer Reise war Sidemen, ein kleiner Ort im Südosten der Insel. Von der Terrasse unseres Zimmers hatten wir den schönsten Blick von ganz Bali: über die Felder auf den Gunung Agung, den heiligen Berg und höchsten Vulkan der Insel. Wir wollten den ganzen Tag auf der Veranda sitzen und konnten uns nicht satt sehen an diesem atemberaubenden Panorama. Es gab aber auch einen tollen Pool, ein gutes Restaurant, einen Masseur mit goldigen Händen und den vierjährigen Putu, der schnell Leos Freund wurde. Als seine Oma uns anbot, auch unsere Tochter Flora für 2-3 Stunden zu betreuen haben wir uns ein Moped geliehen und sind ohne die Kinder und ganz für uns ein paar Stunden durch die herrliche Landschaft gesaust.


Kontakt: Sylvia Pollex und Thomas Rรถtting pollex@sylviapollex.de

Elternzeit Balizeit  
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