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SchiessenSchweiz 11/2013

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Rückblende

Die Meisterschützin ist in den Bergen zu Hause Aujourd’hui, la championne de tir   est à la maison dans ses montagnes La campionessa di tiro Brida   Beccarelli oggi abita in montagna Einst war sie an den Weltmeisterschaften in Südkorea und an den Olympischen Spielen in Los Angeles, heute nimmt Brida Beccarelli das Leben ruhiger. Wenn sie nicht gerade in Appenzell mit Blick auf das massive Alpstein-Gebirge arbeitet, zieht es sie in ihr Maiensäss in den Bündner Alpen – und schon bald wieder zurück in den Schiessstand. VON MARCO SANSONI «Beccarelli? Es gab doch mal eine Beccarelli, die so gut schoss…» Noch heute tönt es ab und zu so, wenn Brida Beccarelli auf dem Grundbuchamt des Kantons Appenzell Innerrhoden mit Leuten zu tun hat. «Besonders Gleichaltrigen klingt mein Name noch bekannt», erzählt die ehemalige Sportschützin mit Bündner Wurzeln auf der Terrasse ihres Wohnhauses mit einem umwerfenden Blick auf Säntis, Ebenalp und den Hohen Kasten. Für den Besuch von SchiessenSchweiz gibt es extra belegte Brote zur fantastischen Aussicht dazu.

Podestplatz nach Kollaps Auf die Frage nach den besten Erinnerungen an ihre Schiesssportkarriere kommt die Antwort eindeutig: «Das war in Korea 1978.» Es war Beccarellis erster grosser Wettkampf, nur fünf Jahre nachdem sie an einem Anlass den Nachwuchsleiter der Ostschweiz getroffen hatte. Entsprechend nimmt die WM in Korea auch den grössten Platz in den Erinnerungensalben Beccarellis ein. Besonders die andere Kultur, die fröhlichen Leute und die perfekte Organisation taten es Brida Beccarelli an. Die damals

Brida Beccarelli, Kim Dyer und Helvi Leppamaeki (vl.) auf dem Podest an der WM 1978 in Korea. 21-Jährige landete trotz Hitzekollaps punktgleich mit der Finnin Helvi Leppamaeki auf dem zweiten Platz. Ein Ausstich musste Klarheit bringen über die Rangfolge, und Beccarelli behielt trotz Hitze einen kühlen Kopf. Mit 148 von 150 Punkten sicherte sie sich die silberne Medaille nach Kim Dyer aus den USA. «Silber nach dem Kollaps» und «Brida und die Pistolen» titelten in der Folge namhafte Schweizer Zeitungen. Dem Triumph in Korea folgten zahlreiche Einladungen. Brida Beccarelli trat im Schweizer Fernsehen auf, wurde in der «annabelle» porträtiert und in Altstätten SG mit der Kutsche vom Bahnhof ins Dorf gefahren. Rückblickend konnte sich Brida Beccarelli mit dieser Medaille den nötigen Respekt erarbeiten. «In meinen Anfangsjahren wur-

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de ich belächelt», so die 56-Jährige heute, «das war spätestens nach Südkorea vorbei.»

«Nach mir die Sintflut» Den Weltmeisterschaften in Südkorea folgte die WM in Venezuela vier Jahre später. «Da lief es mir schlecht», erinnert sich Brida Beccarelli und lenkt das Gesprächsthema sogleich auf die EM im darauffolgenden Jahr. Da sei sie bereits mit diesem speziellen Gefühl aufgestanden. «Nach mir die Sintflut», dachte sie sich und schoss prompt einen neuen Schweizer Rekord. Und wie schon in Südkorea musste ein Ausstich zwischen dem dritten und dem vierten Rang entscheiden. Beccarelli setzte sich auch hier durch, wenn auch mit einem kleinen Verwirrspiel. So verzichtete sie auf die Probeschüsse, und die sonst regelmässig schiesAusgabe 11 // November 2013


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