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Interview

Können Kryptowährungen das Immobiliengeschäft revolutionieren?

Der Bündner Luzius Meisser (40) studierte an der ETH Informatik und lancierte anschliessend einen Cloudspeicherdienst. Nach Verkauf des Unternehmens an Seagate gründete er 2013 die Bitcoin Association Switzerland und absolvierte einen Master in Volkswirtschaft an der Universität Zürich. Er ist Verwaltungsratsmitglied und Investor in mehreren Schweizer Startups, Mitautor verschiedener wissenschaftlicher Publikationen und hat den Bundesrat bei der Ausarbeitung der kürzlich verabschiedeten BlockchainVorlage als externer Experte beraten. Sein neustes Startup heisst Aktionariat und verfolgt das Ziel, mittels Blockchain-Technologie einen Markt für die Aktien kleiner und mittelgrosser Schweizer Firmen zu schaffen.

Herr Meisser, Sie sind einer der wichtigsten Köpfe in der KryptoSzene, wie sind Sie auf das Thema aufmerksam geworden? Ich habe 2011 in einem Informatikforum zum ersten Mal über Bitcoin gelesen und war sofort fasziniert. Ein bis heute unbekannter und rätselhafter Erfinder hat auf originelle Weise eines der grossen Probleme der Computerwissenschaften gelöst und eine komplett dezentral organisierte Internetwährung geschaffen. Der Bitcoin feierte Ende Oktober bereits sein zwölfjähriges Bestehen, wie hat sich die dahinterstehende Technologie seither entwickelt und wohin geht die Reise?

Zunächst ging es darum, Bitcoin und das zugrundeliegende Netzwerk stabiler zu machen. Später sind weitere Kryptowährungen und frei programmierbare Blockchains hinzugekommen. Das bekannteste System ist Ethereum, welches ich auch mit meiner Firma Aktionariat nutze. Die nächste grosse Herausforderung liegt nun darin, die Anzahl Transaktionen, die diese Systeme pro Tag verarbeiten können, stark zu erhöhen. Derzeit schafft Ethereum rund eine Million Transaktionen pro Tag. Das jedoch ist viel zu wenig, um das globale Finanzsystem zu konkurrieren. Leider geht die entsprechende Entwicklung aufgrund der hohen technischen Komplexität nicht so schnell voran, wie ich mir das wünschen würde.

Foto: iStock / NicoElNino

Luzius Meisser im Interview mit Roland Vögele, CEO der MV Invest AG

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