Schweizer Landtechnik 03/2019

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März 2019

PFLANZENSCHUTZ Wasser entscheidet über den Erfolg Zielsicher mit der Feldspritze unterwegs Vorsicht mit dem Bügel 75-PS-Traktoren im Vergleichstest


Sauberes Futter dank Lift-Zinken und DuraMax-Kurvenbahn. Peter Schnetzler, 079 631 52 30

Hauptstrasse 68 CH-8362 Balterswil info@agrar-landtechnik.ch www.agrar-landtechnik.ch

1713 ST. ANTONI, GABAG Landmaschinen AG 1797 MÜNCHENWILER, M.R. Tech GmbH 2575 HAGNECK, Dubler Agrar Service 3088 RÜEGGISBERG, Ramseyer Landtechnik AG 3123 BELP, Stucki Landtechnik AG 3148 LANZENHÄUSERN, Staudenmann AG 3179 KRIECHENWIL, Hämmerli AgroTech AG 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3324 HINDELBANK, Käser Agrotechnik AG 3365 GRASSWIL, LMG Landmaschinen AG 3368 BLEIENBACH, Schär Landtechnik AG 3400 BURGDORF, Hess Durs GmbH 3421 LYSSACH, Mathys Landtechnik GmbH 3433 SCHWANDEN I. E., Siegenthaler Toni AG 3647 REUTIGEN, Burger Reutigen AG 3665 WATTENWIL, Wenger Paul Landmaschinen 4147 ANGENSTEIN/AESCH, Brunner Daniel 4434 HÖLSTEIN, Gysin Werner 4624 HÄRKINGEN, Studer & Krähenbühl AG 5054 KIRCHLEERAU, Roos Peter AG 5074 EIKEN, Schweizer Eiken AG 5078 EFFINGEN, Jürg Müller AG 5324 FULL-REUENTHAL, Heinz Kämpf Landmaschinen AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 5634 MERENSCHWAND, Bucher Agrotechnik AG 6016 HELLBÜHL, Amrhyn Gustav AG 6026 RAIN, Burkart Landmaschinen GmbH 6170 SCHÜPFHEIM, Zihlmann Maschinen + Geräte AG 6210 SURSEE, Paul Furrer AG 6221 RICKENBACH, Sebastian Müller AG 6260 REIDEN, A. Leiser AG

6289 HÄMIKON, Bucher Agro-Technik AG 6314 UNTERÄGERI, Merz Karl 6340 BAAR, Wismer Landtechnik 6418 ROTHENTHURM, Moser Martin 7205 ZIZERS, Kohler Landmaschinen AG 8105 WATT, Benninger Landmaschinen AG 8154 OBERGLATT, Egli Landmaschinen AG 8197 RAFZ, Matzinger René 8214 GÄCHLINGEN, GVS Agrar AG 8308 MESIKON-ILLNAU, Gujer Landmaschinen AG 8344 BÄRETSWIL, Emil Manser AG 8374 OBERWANGEN, Technikcenter Grueb AG 8476 UNTERSTAMMHEIM, Brack Landtechnik AG 8489 SCHALCHEN, F. Keller Technik AG 8505 DETTIGHOFEN, Roth H. + E. AG 8566 NEUWILEN, Mühlethaler Technik AG 8584 OPFERSHOFEN, Jakob Hofer AG 8587 OBERAACH, Jakob Hofer AG 8600 DÜBENDORF, Emil Manser AG 8618 OETWIL AM SEE, Rüegsegger AG 8834 SCHINDELLEGI, Schuler AG 8854 GALGENEN, T. Diethelm Landtechnik AG 8867 NIEDERURNEN, Pfeiffer Landmaschinen AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler AG 9249 ALGETSHAUSEN, Traber Landmaschinenbetrieb AG 9300 WITTENBACH, Maschinencenter Wittenbach AG 9445 REBSTEIN, Maschinencenter Rebstein AG 9475 SEVELEN, Maschinencenter Sevelen AG 9494 SCHAAN, Wohlwend Damian Anstalt 9548 MATZINGEN, Schneider Landmaschinen AG 9615 DIETFURT, Franz Bachmann AG


März 2019 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 8 12 14 16 18 20 24 28 32 36 38

MF-Chef Thierry Lhotte legt Messlatte hoch Leeb mit neuer Dimension im Pflanzenschutz Geballte, nordische Kraft bei Avant Intelligent spritzen mit Kuhn Husqvarna lanciert neue 50-ccm-Technik

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Schwerpunkt: Pflanzenschutz Hohe Präzision als oberstes Ziel Lohnspritzer: Hochkomplexer Job Mit den richtigen Düsen das Ziel sicher treffen Smarte Gestängeführung Sind die Düsen noch in Ordnung? Wasser entscheidet über den Erfolg

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Sicherheit 41

Sicherer Umgang mit Pflanzenschutzmitteln

Impression 42 56

Fünf Traktoren im grossen Vergleichstest Übersaaten: Es geht auch einfach

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Wissen 59

Der ALB-Regler kurz erklärt

Management 60

Was gilt bei Plattform-Traktoren?

Plattform 62 66

Streifzug durch die Sima 2019 Innenwirtschaft und Futterernte im Fokus der Tier&Technik 2019

Passion 68

Dampfmonster und Porsche

SVLT Mitte Geschäftsbericht 2018 des SVLT 70 Sektionsversammlungen 74 Sektionsmeldungen 78 Gegebene Bewirtschaftungsform bei Dario Thöny 79 Kurse und Impressum

Titelbild: Gegensätze ziehen sich an: Die Wasserqualität und der chemische Pflanzenschutz wurden selten so kontrovers diskutiert wie heute.

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www.facebook.com/­ CHLandtechnik

Roman Engeler

Der (chemische) Pflanzenschutz, obschon ein zentraler Baustein für die sichere Ernährung, kommt unter Druck. Es sind nicht nur die beiden Pflanzenschutz-Initiativen, über die das Schweizer Volk im nächsten Jahr zu befinden hat und die bei einer Annahme schwerwiegende Konsequenzen für die heimische produzierende Landwirtschaft nach sich ziehen. «Spritzen mit Verstand» haben wir deshalb den Schwerpunkt in diesem Heft zum Thema «Pflanzenschutz» intern untertitelt. Diese Untertitelung erfolgte aus zwei Gründen: Einerseits braucht es heute viel Verstand und Fachwissen, um die technisch anspruchsvollen Maschinen korrekt bedienen zu können. Anderseits sollten chemische Massnahmen nur noch dann erfolgen, wenn sie angebracht sind und alternative Möglichkeiten keinen Erfolg versprechen. Der Schutz des Menschen und der Umwelt liegt uns allen sehr nahe. Die Forschung entwickelt laufend neue Wirkstoffe mit immer höherer Wirksamkeit und besserer Umweltverträglichkeit – die Landtechnik parallel dazu konstruiert stets bessere Pflanzenschutzgeräte, welche die Mittel in geringsten Mengen dosiert und punktgenau nur noch dort applizieren, wo sie auch benötigt werden. Diese Entwicklungen sind noch lange nicht abgeschlossen, im Gegenteil, sie werden mit der sich ausbreitenden Digitalisierung noch an Schwung gewinnen. Qualitativ hochwertige, fürs Auge ansehnliche und hinsichtlich der Quantität genügende Ernten gibt es nicht von selbst. Es ist stets ein Spagat zwischen «wenig Chemie» und «viel Ökologie», den die gesamte Branche aber je länger je besser meistert. Ausgabe Nr. 4 erscheint am 11.4.2019.

Bild: Kverneland

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Aktuelles

In Kürze Weidemann wurde vom renommierten Finanztitel «Focus Money» als bester Arbeitgeber Deutschlands in der Kategorie LKWund Nutzfahrzeughersteller auserkoren. Massey Ferguson hat mit Christoph Stadler einen neuen Verkaufsdirektor für Deutschland und die Schweiz ernannt. LEMKEN konnte im vergangenen Jahr den Umsatz um 6% auf 380 Mio. Euro steigern Reifenhersteller ATG ergänzt seine Baureihe «Multiuse» um das Modell «551 Multi­ use Professional», das mehr Kontrolle und ­Sicherheit auf Eis, Schnee und Schneematsch verspricht.

Vorbaurahmen AMAZONE bietet für seine starren Kompaktscheibeneggen «Catros Special» und «CatrosXL» in den Arbeitsbreiten 3 m, 3,5 m und 4 m jetzt optional einen Vorbaurahmen mit Crushboard an. Mit dieser Option eignen sich die Kompaktscheibeneggen auch für die Saatbett­ bereitung, da durch das Crushboard ein starker Krümelungs- und Einebnungs­ effekt erreicht wird. Weiter können durch das Crushboard Rapsschoten zerrieben und der Ausfallraps stärker zum

Keimen angeregt werden. Raps-, Sonnenblumen und Maisstoppeln werden durch das Crushboard aufgeschlagen, sodass die anschliessende Strohrotte gefördert wird. Das Crushboard kann unabhängig von der Arbeitstiefe des Scheibenfelds eingestellt werden. Die Einstellung der Arbeitstiefe erfolgt wahlweise stufenlos mechanisch oder fernbedient hydraulisch. Alternativ zum Crushboard gibt es den Vorbaurahmen auch mit Radspurlockerern.

Väderstad schliesst das Geschäftsjahr 2018 mit einem Rekordumsatz von über 300 Mio. Euro bei einem (erstmals verkündeten) Gewinn von 11,8 Mio. Euro ab. SILOKING bekam an der russischen Landwirtschaftsmesse AgroFarm für seinen Selbstfahrer «SelfLine 4.0 System 1000+» die Auszeichnung «Best Product Award». Zasso, ein Entwickler für elektrisches Unkrautmanagement, hat Adrian Percy (vormals Bayer Crop Science) als neues Mitglied in seinen Beirat berufen. Der Umsatz bei AGCO stieg 2018 um 12,6% auf über 9 Mrd. US-Dollar. Nutzfahrzeug- und Landmaschinen-­ Hersteller CNH Industrial hat seinen Umsatz 2018 um 7% auf 29,7 Mrd. US-Dollar steigern können. Davon entfallen rund 40% auf das Landmaschinen-Geschäft. WABCO, Zulieferer von Brems- und Fahrsystemen, verlegt den Hauptsitz von Belgien in den Kanton Bern. AMAZONE konnte im Geschäftsjahr 2018 den Umsatz auf den neuen Rekordwert von 481 Mio. Euro steigern (5,3%). Das Familienunternehmen Horsch konnte 2018 den Umsatz um 12% auf 402 Mio. Euro verbessern. Robert Aebi Landtechnik GmbH mit Sitz in Wittlich übernimmt mit Klotz+Noll in Wölfersheim-Berstadt einen weiteren Standort in Deutschland. Brad Crew wird bei CNH neuer Markenverantwortlicher für Case IH und Steyr und damit Nachfolger von Andreas Klauser, der Mitte 2018 zum Kranspezialisten Palfinger wechselte. Motorenhersteller Rolls-Royce steigerte 2018 dem Umsatz um 15% auf 3,9 Mrd. Euro.

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Präpariert Winterwanderwege Die Winterwanderwege in der Region Flims-Laax sind beliebt und viel begangen. Seit Weihnachten setzt der Werkhof der Gemeinde Flims zur Pflege der Winter­ wanderwege eine Allzweck-Maschine ein. Dieser kompakt gebaute Geräteträger des irischen Herstellers «Multihog», von Robert Aebi Landtechnik geliefert, ist mit einem Frontschild, einer Heckfräse und einem Planierschild ausgerüstet. Der Knicklenker ist im Winter auf Raupen und im Sommer mit Rädern unterwegs.

Bluetooth-Funktionen für Gehörschutz Um Anwender benzinbetriebener Geräte im Forst, in der Landwirtschaft oder im Garten vor den Motorengeräuschen zu schützen, ist ein Gehörschutz unverzichtbar. Mit dem «Dynamic BT» bietet Stihl nicht nur einen komfortablen Gehörschutzbügel mit hohem Dämmwert («SNR 29»), sondern sorgt dank integrierter Bluetooth-Funktion auch für gute Laune bei der Arbeit. Denn so kann der Anwender beispielsweise Musik kabellos über sein Smartphone streamen oder auch Telefonate

führen – ohne das Smartphone in die Hand nehmen zu müssen.


Aktuelles

ProgrammErweiterung AMAZONE erweitert das Angebot der Anbauspritze «UF 02» um die ISOBUS-kompatible «UF 1602». Mit einem Nenn-Volumen von 1600 l und einem Ist-Volumen von 1700 l könne die «UF 1602» laut AMAZONE mit allen «Super-S2»-Gestängen von 15 bis 30 m ausgestattet werden. Der speziell geformte und damit schwerpunkt­ günstige Polyethylentank ermögliche dank glatten Be­ hälterwänden eine effektive Tankinnenreinigung und Tank­aussenreinigung. Zur Fernbedienung und zur Automatisierung des Flüssigkeitskreislaufs gibt es das optionale «Comfort-Paket». Es beinhaltet serienmässig den automatischen Befüllstopp der Saugschlauchbefüllung und optional auch den für die Druckbefüllung. Während der Applikation regelt sich je nach Tankfüllstand das Rührwerk automatisch. Nach der Applikation ermöglicht das «Comfort-Paket» eine vollautomatische Reinigung, die sich aus der Traktorkabine fernbedienen lässt.

20 Jahre «EMC» Mit der «EMC»-Technologie, der elektronischen Massenkontrolle, bietet Rauch seit 20 Jahren ein Konzept zur effizienten Ausbringung von Düngemitteln an. «EMC» misst im Einsatz laufend das Drehmoment der Streuscheiben und ermöglicht durch die elektronische Anpassung der Dosierschieber eine exakte Ausbringung unterschiedlichster Düngemittel. Aus Anlass zu diesem Jubiläum verlost Rauch einen Düngerstreuer vom Typ «Axis M 30.2 EMC» im Wert von rund 17 000 Euro. Bis zum 30. Juni 2019 sucht Rauch deshalb das beste «EMC»-­ErklärVideo, das auf der Facebook-Seite von Rauch aufgeschaltet wird. Start der Video-Aktion ist der 1. März. Mehr dazu auf der Facebook-Seite von Rauch.

Neues Hakensystem Seit über fünf Jahren bietet Kröger (Agroliner) für seine traktorgezogenen Hakenliftanhänger ausschliesslich Abrollsysteme aus dem Hause MEILLER an. Nun hat der Nutzfahrzeug-Hersteller aus Visbek (D) diesen Kooperationsvertrag verlängert. Jetzt verbaut Kröger in den Hakenliftanhänger nur noch das neue Hakensystem (Typ: «RS21.65», optional «RS21.70») von MEILLER. Nach ei-

ner Testphase hat sich Kröger dazu entschieden, alle Abrollkipper serienmässig mit diesem Hakentyp auszustatten. In der Praxis überzeuge das «RS21»-­ System mit einer höheren Performance. So könne die Arbeitsgeschwindigkeit in bestimmten Sequenzen verdoppelt werden. Zudem sei das Gewicht des Haken-Grundgeräts um 200 kg reduziert worden.

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Aktuelles

Schafnetz mit integriertem Erdungsleiter Die Erdung im System eines Elektrozaunes ist eines der wichtigsten Kriterien, um die Funktion einer Zaunanlage zu gewährleisten. Beim Zaunbau treten hier die häufigsten Fehler auf. Diese sind oft unbemerkt und vermindern die Leistung des Elektrozauns drastisch. Die Erdung kann in vielen Fällen, aufgrund von steinigen und schlecht leitenden Untergründen, oft nur mangelhaft realisiert werden. Für Abhilfe soll nun das neue «turbomax high energy»-Netz mit integriertem Erdungsleiter von Horizont (Sahli AG, Knonau) sorgen. Dieser Erdungsleiter dient zur Rückführung der Energie zum Gerät bei Tierkontakt. Bei trockenen und steinigen Böden entfällt das teilweise unmögliche Setzen von mehreren Erdpfählen in die empfohlenen Tiefen von 1 bis 1,5 m. Edelstahlclips verbinden die Netze, sowohl beim Erdungsleiter wie auch an den stromführenden Litzen. Da der Erdungsleiter mit einer Führungshülse an der metallischen Doppelspitze anliegt, ist alle 4 m der Kontakt zur Erde gegeben. Zusätzlich liegt er am Boden an, so dass auch zwischen den Streckenpfählen Kontakt zum Boden möglich ist.

JCB und Manitou im Streit JCB und Manitou streiten sich wegen einer Patentverletzung. Es geht um das System «LLMC», das unnötige Hydraulik-­ Blockaden beim Ausleger verhindert und falsche Anzeichen von Instabilitäten gibt, wenn ein Teleskoplader im Gelände unterwegs ist. Ein französisches Gericht hat in einer einstweiligen Verfügung und erstinstanzlich nun entschieden, dass Manitou dieses Patent, respektive dieses System, nicht mehr einsetzen darf. Manitou seinerseits hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt und erklärt, dass sich diese Auseinandersetzung nur auf Modelle beziehe, die vor August 2017 gebaut worden seien. Manitou versichert, dass dieser Entscheid, wie er letztlich auch immer ausfallen werde, keinen Einfluss auf das Geschäft und die Handelstätigkeit haben werde.

«AgriMesse» Sicherheit und Effizienz beim Maschineneinsatz im Berggebiet standen landtechnisch gesehen heuer besonders im Fokus der «AgriMesse» in Thun. Knapp zweihundert Aussteller, darunter viele «Landtechniker», zeigten den rund 20 000 Besuchern ihr Angebot. Eröffnet wurde die Messe durch Jürg Iseli, Präsident des Berner Grossen Rats. In seiner Ansprache ging Iseli, selbst Berglandwirt, auf aktuelle und künftige Herausforderungen der Berglandwirtschaft ein. Die Betriebe könnten kaum mehr wachsen und seien mehr als die Talgebiete auf Direktzahlungen angewiesen, da weniger als 40% des Ertrags aus dem Produkterlös stamme. Als Problemzone ortete Iseli die aktuelle Raumplanung, die sich beschleunigend auf die Abwanderung aus dem Berggebiet auswirken könnte. Als Aussteller war auch der Berner Verband für Landtechnik mit vor Ort, der sich mit einem Wettbewerb, allgemeinen Informationen und mit einem Flugblatt betreffend den Auswirkungen einer möglichen Streichung der Mineralölsteuer-Rückerstattung präsentierte (auf dem Bild Geschäftsführer Peter Gerber und Präsident Klaus Brenzikofer). 6

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Aktuelles

Verzicht auf AGRAMA 2020 Wie Robert Aebi Landtechnik mitteilt, will man 2020 auf die Teilnahme an der AGRAMA verzichten. Man habe sich aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen zu diesem Schritt entschieden, wolle im Gegenzug die lokale, regionale und überregionale Präsenz ausbauen. «Die Landwirtschaft ist ein sehr regionales Geschäft. Wir wollen noch stärker dorthin, wo unsere Kunden und Vertriebspartner sind», heisst es weiter. Der Marketingfranken solle dort eingesetzt werden, wo er den Vertriebspartnern und eigenen Standorten am meisten nützt und die Kunden am ehesten erreicht. Bereits zur Ausgabe 2018 hat Robert Aebi Landtechnik seinen Messestand sichtbar verkleinert, nun folgt also das gänzliche Fernbleiben von der Messe.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

Maschinen des Jahres 2019 Zum ersten Mal fand die Übergabe der jährlichen Auszeichnungen «Maschine des Jahres» im Rahmen des grossen Sima-Abends statt. Über 1000 Personen, Aussteller und Delegationen der nominierten Hersteller sowie Journalisten hatten sich zu diesem Netzwerk-Anlass im Foyer der Messe in Paris eingefunden. Die Jury, bestehend aus europäischen Fachzeitschriften, zu der heuer auch die «Schweizer Landtechnik» eingeladen wurde, hatte sich am ersten Messetag über die neusten Innovationen informiert, am Vorabend der Preisverleihung zu den letzten Beratungen getroffen und die Sieger in insgesamt 15 Kategorien bestimmt. Die Siegerliste präsentiert sich wie folgt: • Traktoren «XL»: Case IH «Quadtrac CVX» • Traktoren «L»: Massey Ferguson «7719 S» • Traktoren «M»: New Holland «T5 Auto Command» und Case IH «Versum» • Traktoren «S+» : Valtra «Valtra A»

In dieser Ausgabe ist es ein Modell des Claas «Lexion 770» von Siku im Massstab 1:32.

SMS – und gewinnen mit

• Traktoren «Spezial»: SAME «Frutteto CVT S ActiveSteer» • Mähdrescher: New Holland «CR Revelation IntelliSense» • Feldhäcksler: KRONE «Big X 1180» • Erntemaschinen: Ropa «Keiler 2» • Mähwerke: Pöttinger «Novacat A10 Cross Flow» (Bild) • Bodenbearbeitung: LEMKEN «Rubin 10» • Sämaschinen: Sulky «Progress P50»

Villiger & Co. Landtechnik Kreuzstrasse 6 5645 Fenkrieden

• Feldspritzen: Kuhn «Metris 2» mit «Autospray» • Materialtransport: JCB «Serie III & Command Plus» • Gator: John Deere «Gator» • Ausrüstung für Viehzucht: Joskin «Modulo Avantage»

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Claas «Lexion 770» von Siku. Der glückliche Gewinner des Modells Fendt «1050 Vario», das in der Februar-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Jean-Michel Baudy und kommt aus 1884 Huémoz.

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Markt | Interview

Die Messlatte liegt hoch Massey Ferguson hat kürzlich in Beauvais ein neues Logistik-Zentrum in Betrieb genommen und plant dort weitere Ausbauschritte. 20 000 Traktoren jährlich lautet das Ziel, 14 neue Baureihen sollen bis 2023 auf den Markt kommen. Die «Schweizer Landtechnik» sprach mit MF-Chef Thierry Lhotte über diese und andere Ziele. Roman Engeler

Thierry Lhotte kündigt ein Wachstumsprogramm für Massey Ferguson an: 20 000 Traktoren pro Jahr aus Beauvais, 14 neue Baureihen bis 2023 und 15% Markanteile bis 2027. Bilder: Massey Ferguson

Schweizer Landtechnik: Als Sie vor gut zwei Jahren als Vizepräsident und Managing-Direktor die Leitung von Massey Ferguson für Europa und Nahost übernommen haben, sind Sie angetreten mit dem Ziel, die Marktanteile der Marke «Massey Ferguson» markant zu erhöhen. Haben Sie dieses Ziel erreicht? Thierry Lhotte: Bei den drei im Rahmen unseres Projekts «MF GT5» gesetzten Zielen, haben wir die beiden Ziele bezüglich der Verbesserung der Rentabilität erreicht. Das dritte Ziel, die Erhöhung der Marktanteile, haben wir noch nicht vollständig erreicht. Weshalb? Die Gründe sind einfach. Erstens ist der algerische Markt zusammengebrochen. Wir haben dort jeweils 1700 Traktoren 8

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pro Jahr verkauft – aktuell keine. Ebenfalls brach der türkische Markt ein, auf dem wir sehr stark waren. Und wir haben es nicht geschafft, die Marktanteile insgesamt zu erhöhen. Wenn wir die Märkte jedoch getrennt analysieren, sehen wir einen Anstieg in Deutschland, England und Zentraleuropa. Die Situation in Frankreich bleibt unverändert. Was unternehmen Sie, um die Ziele doch noch zu erreichen? Wir haben all unseren Vertragshändlern aus Europa und dem Nahen Osten im letzten Jahr angekündigt, was im «Wachstumsjahr 2019» geschehen muss. Mit einem aggressiven Verkaufsprogramm wollen wir zusammen mit unseren Händlern die gesetzten Marktanteilsgewinne nun erzielen.

Wie sieht die allgemeine Marktlage für Massey Ferguson derzeit aus? Wir haben die Marktanteile bei Mähdreschern, Heuerntemaschinen und Pressen erhöht, weil unsere Händler diese zum Teil neuen Produkte nun mit auf ihre Verkaufspalette genommen haben. Wie hoch ist der Anteil Ihrer Exklusiv-­ Händler? Laut unserer Statistik waren 2014 57% unserer Händler exklusive Händler, heute sind es 88%, 12% vertreiben daneben noch andere Produkte. Wir messen die Exklusivität aber nur bei Traktoren und Mähdreschern. Bei der Futterernte-­ Technik sind wir (noch) kein Vollanbieter und können mit unserem Programm nicht alle Bedürfnisse, gerade in Hügelgebieten, abdecken, weshalb unsere Händler in


Interview | Markt

diesem Segment durchaus auch andere Marken führen können. Wie sind Sie mit dem Absatz in der Schweiz zufrieden? Alle Vertriebspartner können sich immer steigern! Ich bin aber mit dem, was unser Schweizer Importeur bewegt, grundsätzlich zufrieden. Aber er muss sich weiter anstrengen, um die Anforderungen unseres «MF GT5»-Projekts zu erfüllen. Dies gilt für die Schweiz, aber für fast alle anderen Länder auch. Unser Ziel für 2021 lautet, einen Marktanteil in Europa und im Nahen Osten von 10% zu erreichen. Die Schweiz liegt derzeit bei knapp 7%, muss sich also ebenfalls steigern. Die neue Preisgestaltung bei den Traktoren, bei der Sie einen Mitbewerber als Vergleichsbasis nehmen, ist nicht bei allen Vertriebspartnern auf Gegenliebe gestossen. (Wie) reagieren Sie auf diese Kritik? Es stimmt, wir versuchten im vergangenen Jahr, die Preise anzuheben, aber es hat nicht so funktioniert, wie wir es uns erhofft hatten. Die Rentabilität konnte man zwar steigern, aber der Absatz ging zurück. Ich habe zu Beginn des Interviews gesagt, dass das Projekt «MF GT5» insgesamt bereits ein Erfolg ist, weil wir das Unternehmen umstrukturiert, die Abläufe vereinfacht, die Produktivität verbessert und die Rentabilität erhöht haben. Den erhofften Marktanteil haben wir nicht erreicht, weil wir eine Preisobergrenze überschritten haben. Unsere Preise waren in Frankreich, England, Deutschland und auch in der Schweiz viel zu hoch. Im Herbst haben wir nun eine Kurskorrektur vorgenommen, aber es war zu spät. Wir haben drei Monate Umsatz verloren. Per Ende Februar 2019 gibt es nun eine neue Preisstruktur. Sie wird es uns ermöglichen, wesentlich wettbewerbsfähiger im Markt auftreten zu können. MF hat kürzlich ein neues Logistik-­ Zentrum in Beauvais in Betrieb genommen und plant dort noch weitere Ausbaustufen. Auch die Traktoren­ produktion soll bis 2020 auf 20 000 Einheiten hochgefahren werden. Wo wollen Sie alle diese Traktoren verkaufen? Es gibt zwei Eckpfeiler. Wenn ich 20 000 Traktoren sage, dann betrifft dies nur die Produktion in Beauvais. Wir verkaufen wesentlich mehr Traktoren, die in anderen Werken gebaut werden. Wir haben

2018 in Beauvais 14 000 Traktoren produziert und verkauft. Es fehlen also noch 6000 Stück, davon wollen wir 3500 in Europa und in Nahost sowie 2500 Stück in der übrigen Welt, hauptsächlich in Nordamerika, verkaufen. Die 3500 Traktoren in Europa und Nahost, geteilt durch die 220 000 Traktoren dieses Gesamtmarkts, ergibt eine Marktanteilssteigerung von rund 1,5 Punkten. Dies ist ein kleiner Schritt hin zu einem Marktanteil von 10% im Jahr 2021 und von 15% in 2027. Mehr Traktoren heisst auch mehr Arbeit: Haben Sie keine Probleme mit den starken Gewerkschaften in Frankreich? Eine gute Frage. Wir haben mit den Gewerkschaften eine Flexibilitätsvereinbarung unterzeichnet. Das heisst, wenn die Auftragslage gering ist, wird weniger gearbeitet und im umgekehrten Fall die Produktion hochgefahren und entsprechend mehr gearbeitet. Diese 2013 unterzeichnete Vereinbarung funktioniert sehr gut und ich darf sagen, dass wir ausgezeichnete Beziehungen zu den Sozialpartnern haben. Beim Einrichten des neuen Logistikzentrums hatten wir sogar mehr freiwillige Helfer, als dafür Arbeitsplätze zur Verfügung standen. Bis 2023 sollen 14 neue Traktorbaureihen von MF auf den Markt kommen? Wann starten Sie mit dieser Produktoffensive? Wir stecken noch mitten in den Projekten, um die Abgasstandards zu erfüllen. So gibt es jetzt neue Baureihen «MF 7700» und «MF 8700», die aber ihren Vorgängern noch ähnlich sind. Die eigentliche Offensive mit wirklich neuen Traktoren startet im nächsten Jahr. Einen genauen Termin kann ich Ihnen noch nicht nennen. Das hängt von der Reife der Projekte ab. Sie haben es erwähnt, an der Sima gab es die neuen Modelle der Baureihen «MF 7700S» und «MF 8700S» zusehen. Was ist daran neu? Das System der Abgasnachbehandlung wurde erneuert. Die hervorragende Rundumsicht konnte dabei verbessert werden, weil das Auspuffrohr jetzt schlanker ist. Weiter hat es Stauräume auf der rechten Seite der Kabine und der Bordcomputer wurde verbessert. Die übrigen Bestandteile bleiben unverändert. Bei der Serie «MF 7700S» reicht die Leistung nun von 150 bis 190 PS, mit «Engine ­Power Management» sogar bis 220 PS.

Weiter gibt es mit dem «MF 7719S» ein neues Modell. Die gesamte Abgasbehandlung ist unter der Kabine platziert, was eben eine hervorragende Sicht nach vorne ermöglicht. Mitunter deshalb haben wohl die Fachjournalisten dieses Modell auch mit dem Award «Maschine des Jahres 2019» ausgezeichnet. Weiter hört man von einem neuen 7oder 8-stufigen Lastschaltgetriebe? Können Sie diese Gerüchte bestätigen? Gute Frage, die Antwort lautet «ja». Wir arbeiten an einer neuen Generation von Getrieben, die revolutionär sein wird. Ich verwende bewusst den Begriff «revolutionär». Es sind nicht einfach sieben oder acht unter Last schaltbare Stufen. Es wird anders, es wird mehr sein. Diese Art von Getrieben kennt der Markt bis heute nicht. Wann gibt es die entsprechenden Traktoren zu sehen? Es ist jetzt noch zu früh, zu sagen, wann man diese auf dem Markt sehen wird. Hoffentlich bald! Womöglich im Herbst an der Agritechnica? Das ist wohl doch noch etwas zu früh. Dieses Getriebe stammt von Gima, dem gemeinsam mit Claas betriebenen Getriebewerk. Gibt es eine Abmachung, welcher der beiden Partner eine Neuheit zuerst verbauen darf? Unsere Vereinbarung mit Claas besteht darin, dass beide Partner eine Innovation verwenden können, sobald sie fertig entwickelt ist und die Partner das entsprechende Fahrzeug bereit haben. Beide Partner sind also völlig unabhängig in der Entscheidung, wie, in welchem Fahrzeug und wann sie damit auf den Markt kommen möchten. Was die eben erwähnte Innovation betrifft, so haben wir uns entschieden, diese in einen neuen Traktor einzubauen. Was Claas damit macht, weiss ich nicht – und wenn ich es wüsste, dürfte ich es nicht sagen. Bleiben wir noch bei möglichen Innovationen: Konzernpartner Fendt hat unlängst den Prototyp eines Elektro-­ Traktors präsentiert? Planen Sie ebenfalls etwas in Richtung «alternative Antriebe» zu entwickeln? Innerhalb der Agco-Gruppe hat Fendt mit dem «e100» einen Prototyp mit Elektro-­ Antrieb entwickelt. Valtra und auch Massey Ferguson beschäftigen sich seit länge3 2019 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

rer Zeit mit Biomethan als Energiequelle. Sind diese Entwicklungen einmal ausgereift, wird man entscheiden, wo und in welcher Form sie dann kommerzialisiert werden. Ich selbst favorisiere eher den Hybrid-Antrieb, rein elektrische Varianten werden doch eher (zu) teuer sein. Wie lange wird der klassische Diesel-­ Antrieb beim Traktor noch das Mass aller Dinge sein? Haben Sie Zeit, mit mir zwei Stunden über dieses Thema zu diskutieren? Schauen wir auf die Geographie: In Afrika wird es in den nächsten Jahren kaum Elektro-­Traktoren geben. Je weiter man aber nach Norden geht, desto mehr sehe ich alternativ angetriebene Modelle. Ich bin mir fast sicher, dass man in Skandinavien schon bald Hybrid-, Elektro- oder Biomethan-­Traktoren sehen wird. In Südamerika wiederum wird wohl eher Biomethan zum Einsatz kommen. Agco ist bestrebt, in der Landtechnik zu einem Fullline-Anbieter zu werden. Nun gibt es auch Futterernte-­Technik aus ihrem Hause. Wie hat der Markt auf dieses Produkt-Segment reagiert? Wie sieht es mit dem Absatz aus? Wir haben den Absatz unserer Futtererntegeräte von Jahr zu Jahr verdoppelt. Das Ziel für dieses Jahr sieht ein Wachstum von 50% vor. Wir gewinnen in diesem Segment Marktanteile, während andere verlieren. Für Agco ist diese Entwicklung gut, gesamthaft gesehen sind wir in diesem Segment aber noch ein Neuling und noch nicht dort, wo wir sein wollen. Ich glaube aber, dass man mit der Stärke der Marken «Massey Ferguson» und «Fendt» auch bei der Futterernte schon bald ein wichtiger Marktplayer sein wird. Trimmen Sie den Handel in Richtung Exklusivität («Route 66»), so dass ein Händler keine Konkurrenz-Produkte von MF mehr anbieten kann? Gibt es allenfalls einen Fahrplan, wie Sie dies umsetzen wollen? Alle wollen exklusive Händler. Mit «exklusiv» meine ich aber, dass ein Händler durchaus zwei Marken von Traktoren verkaufen kann, idealerweise getrennt, so dass ein Kunde immer weiss, bei welcher Marke er sich befindet. Unsere Strategie «Route 66» basiert auf diesem Prinzip. Ich habe bereits erwähnt, dass 88% unserer Händler Exklusiv-­Händler sind. Ziel ist 100% – unabhängig davon, wie lange es dauert, aber ausgerichtet auf Traktoren und Erntetech10

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«Alternative Antriebe werden kommen, je nach Region aber mit unterschiedlichem Tempo», meint Thierry Lhotte im Interview mit der «Schweizer Landtechnik».

nik. Mir ist völlig klar, dass aufgrund örtlicher Rahmenbedingungen ein Händler bei der Futterernte und Bodenbearbeitung andere Produkte und andere Marken benötigt. Traktoren, Mähdrescher, Pressen, Tele­ skoplader und Futterernte-Technik decken einen breiten Bereich ab – aber nicht alles. Sind weitere Ausbauschritte geplant, beispielsweise in der Bodenbearbeitung? Es ist das Ziel von Agco, den gesamten Produktionszyklus von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte abzudecken. In Europa sind wir noch nicht so weit, Technik für die Bodenbearbeitung anzubieten. Zuerst müssen wir einmal Lely und auch Fella richtig in unsere Gruppe integrieren. Wir behalten den Boden aber sicher im Auge. Kommen wir noch zur Digitalisierung der Landwirtschaft: Alles spricht davon, es gibt viele Konzepte, Agco hat das Programm «Fuse» entwickelt, aber irgendwie hat man das Gefühl, man kommt doch nicht so richtig vorwärts. Deshalb haben wir kürzlich für Agco in Marktoberdorf ein Digitalisierungszentrum geschaffen, wo sich die Spezialisten aller unserer Marken treffen und entsprechend austauschen können. Sie haben an unserem Stand auf der Sima sicher festgestellt, dass wir keine Prospekte mehr aufliegen hatten. Wir wollen unsere Kunden auch so in die digitale Welt bewegen. Aber es geht trotzdem nicht so schnell vorwärts? Ja, wir bewegen uns vielleicht auf den ersten Blick nicht schnell genug. Wir glauben aber, dass wir in diesem Segment

dennoch zu den aktivsten in der Landtechnik-Branche gehören. Was kann man in Sachen Digitalisierung von Agco und von MF noch erwarten? Mit der Digitalisierung werden wir unsere Kundenbeziehungen auf eine andere Ebene bringen. Diese Entwicklung wird den Service und die präventive Maschinenwartung, aber auch die Ferndiagnose der Geräte entscheidend verändern. Die Digitalisierung wird einen schnelleren Zugang zu allen Arten von Informationen ermöglichen. Es darf aber nicht sein, dass dadurch der persönliche Kontakt zum Kunden verloren geht. Heute ist es ja so, dass der Kunde mit seinem Händler spricht und dieser mit dem Hersteller. Künftig wird diese Diskussion in einem Dreieck verlaufen. Alle sprechen gleichzeitig miteinander. Wir werden dazu passend schon im April die «MF ­Experience Tour» lancieren. Wir starten damit eine Reise durch Europa, stellen bei Händlern unsere Produkte und Dienstleistungen vor und laden Landwirte und Lohnunternehmer dazu gezielt ein. Die Kommunikation geht hierbei auch auf die Finanzierung, die Wartung mit Ersatzteilversorgung und alle Digitalisierungsangebote, die Agco in «Fuse» zusammengefasst hat, ein. Wir nennen dieses Konzept auch «Null-Distanz», wollen also möglichst nahe beim Kunden sein. Wir wollen mit den Landwirten gemeinsam deren Probleme erörtern und nach Lösungen suchen. Ich bin nicht der Meinung, dass die Digitalisierung ein Universalheilmittel ist und alles ersetzen kann. Digitalisierung ist aber eine grosse Chance und kann die Qualität unserer Beziehung zu den Kunden positiv beeinflussen.


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Die «Leeb 4 AX» mit Spritzgestänge zwischen 18 und 30 m ist auch für Schweizer Verhältnisse geeignet. Bilder: Horsch

Eine neue Dimension im Pflanzenschutz Mit der neuen «Leeb 4 AX» rundet Horsch das Produktangebot der gezogenen Spritzen nach unten ab. Die 3800-Liter-Spritze ist auch für Schweizer Ackerbaubetriebe interessant. Ruedi Hunger

Wenn von neuen Dimensionen die Rede ist, erwartet man üblicherweise mehr Grösse und mehr Schlagkraft. Das augenfällig Neue ist, dass Horsch mit der «Leeb 4 AX» die Dimension nach unten optimiert und damit eine bestehende Gerätelücke geschlossen hat. Der Geräteaufbau ist einfach und logisch. «Im Bereich der 4000-Liter-Anhängespritzen mit einfacher Technik haben wir mit der ‹Leeb AX› eine Lücke geschlossen», sagte Theo Leeb bei der Präsentation der neuen Spritze.

Tank, Frisch- und Handwasser Der Polyethylen-Kunststofftank fasst 3800 Liter Brühe. Seine Innen- und Aussenseite weist Oberflächen auf, die eine leichte Reinigung möglich machen. Der 400 Liter fassende Frischwassertank ist vorne, unmittelbar über der Deichsel platziert. Der Tank ist ins Grundkonzept der Spritze integriert 12

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und trägt viel zum gefälligen Aussehen der Maschine bei.

Bedienzentrum Das Bedienzentrum auf der linken Seite (Fahrrichtung) hinterlässt einen sehr aufgeräumten Eindruck. Die «4 AX» kommt mit zwei Mehrweghähnen aus. Über einen Mehrweghahn wird die «Saugseite» bedient und über den zweiten Mehrweghahn die Druckseite. Während des Befüllvorgangs entscheidet der Bediener, woher das Wasser kommt: ob beispielsweise aus einem Behälter, dem Brühetank oder dem Frischwassertank angesaugt wird. Ebenso bestimmt er, wohin das Wasser geht: Soll es ins Gestänge eingeleitet werden oder in den Brühetank. Die Einfachheit der Bedienung bietet viel Übersicht und hohe Anwendersicherheit für alle Arbeitsschritte.

Elektronik Die «Leeb 4 AX» wird mit Isobus-fähiger Software bedient. Es gibt verschiedene Ausstattungsvarianten. Die Grundausstattung besteht aus einer Kombination mit dem Horsch-Terminal und einem Joystick. Alle Funktionen werden übersichtlich angezeigt und sind bedienbar. Beim Isobus-Standard können auch andere Isobus-fähige Terminals oder das Traktor-Terminal verwendet werden. Verbaut sind Elektronikkomponenten von Müller. Die Kommunikation zum Traktor läuft über eine Kabelverbindung mit Isobus-Schnittstelle.

Einspülschleuse Für das Einmischen des Pflanzenschutzmittels steht eine 35 Liter fassende Einspülschleuse zur Verfügung. Auch dieser Behälter ist aus gut zu reinigendem Poly­ ethylen gefertigt. Der Einspülbehälter hat


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Deichsellenkung mit Ansteuerung über ein Gyroskop. Bei Strassenfahrten schneller als 15 km/h wird die Lenkung auto­ matisch zentriert und gesperrt.

Marktabhängige Ausrüstung

Die Gestängesteuerung «BoomControl» sorgt für konstant gleichbleibende Distanz zwischen Düse und Zielfläche.

Je nach länderspezifischen Anforderungen können die Spritzen mit Druckluftbremsanlagen oder hydraulischer Bremsanlage ausgerüstet werden. Entsprechend sind je nach Ausstattung LoadSensing-Ölversorgung, Druckluft- oder ölhydraulische Gestängeführung sowie eine bordeigene Ölversorgung mögliche Ausrüstungsstandards.

Fazit eine Ringspülleitung und eine Stossdüse. Die Leergebindereinigung erfolgt über eine spezielle Reinigungsdüse. Ein Deckel mit Dichtung sorgt dafür, dass während des Spritzens kein Staub oder Schmutz in die Schleuse gelangt.

Pumpe Der Käufer kann wählen zwischen 270 l/ min oder 400 l/min leistender Kolbenmembranpumpe. Zwei zapfwellengetriebenen Pumpen-Varianten sind laut Horsch notwendig, um die unterschiedlichen Ansprüche an Füll- und Verteilleistung abzudecken. Das hohe Leistungspotential von 400 l/min wird insbesondere dort geschätzt, wo hohe Flüssigdüngermengen ausgebracht werden.

Innenreinigung Bei der Innenreinigung kann der Kunde zwischen zwei Varianten wählen: «Eco-System»: Das Wasser wird aus dem Wasserbehälter angesaugt und über spezielle Reinigungsdüsen in den Tank gepumpt. Bei diesem Vorgang werden die Innenwände von oben nach unten sauber gereinigt, die Brühreste im Tank verdünnt und anschliessend auf dem Feld ausgebracht. «Eco-Profi-Clean-System»: Prinzip der Verdrängung. Das heisst, eine zusätzliche Reinigungspumpe speist Klarwasser in die Reinigungsdüsen; die Innenwände werden von oben nach unten gereinigt und die Brühreste sofort mit der Spritzpumpe abgesaugt und auf dem Feld ausgebracht.

Gestänge und Spritzdüsen Horsch hat sich «auf die Fahnen geschrieben», dass die definierten Zielflächen­ abstände sicher eingehalten werden. Das garantiert die «BoomControl»-Gestängesteuerung. Die Höhe zur Zielfläche wird

mit Ultraschallsensoren permanent gemessen und wenn notwendig geregelt. Die Reaktionsfähigkeit von BoomControl sichert auch bei Arbeitsgeschwindigkeiten von 15 km/h einen Zielflächenabstand von 50 Zentimeter. BoomControl entlastet den Fahrer massiv, da keine manuellen Gestängekorrekturen notwendig sind, auch am Seitenhang nicht. Die BoomControl-Funktionen sind auch beim Wendemanöver im Vorgewende aktiv. Dazu definiert der Fahrer einen Wert – beispiels­ weise 40 cm –, um den das Gestänge am Vorgewende angehoben werden soll. Die Spritze wird mit einer festen 50-cmDüsenaufteilung geliefert. Der Kunde kann bei der Konfiguration wählen zwischen einem Einzeldüsenstock oder bis hin zu einem manuellen 5-fach-Düsenstock. Die Arbeitsbreiten von (zunächst) 18 bis 30 Meter werden in fünf bis dreizehn Teilbreiten unterteilt. Die am Gestänge sitzenden Teilbreitenventile werden mit einer Ringleitung gespeist. Das heisst, sobald die Pumpe läuft, zirkuliert Brühe in der Leitung und verhindert Ab­ lagerungen.

Rahmen und Fahrwerk Rahmen und Fahrwerk sind fest miteinander verbunden. Die Achsstummel haben eine Gesamttragfähigkeit von acht Tonnen. Sie lassen sich stufenlos von 1,75 bis 2,10 m Flanschweite verstellen, was einer Spurweite von 1,50 bis 2,5 m entspricht. Es stehen verschieden breite Reifen zur Verfügung. Die «Leeb 4 AX» hat einen Deichsel­ aufbau für wahlweise Unter- oder Obenanhängung. Wer ab Werk vorerst die Obenanhängung wählt, kann die Deichsel später für die Unteranhängung einfach drehen. Für den spurtreuen Nachlauf gibt es optional eine hydraulische

Horsch schliesst mit der «Leeb 4 AX» eine Produktlücke nach unten. Die Spritze ist logisch und ohne Schnickschnack, dafür praxisgerecht aufgebaut. Horsch verspricht im laufenden Jahr noch zusätzliche Ausstattungsdetails. Die Nachfrage bestimmt den künftigen Ausrüstungsstandard!

Bedieneinheit und Einspülschleuse. Zwei Mehrweghähne reichen aus, um die «4 AX» zu bedienen.

Steckbrief «Leeb 4 AX» Leergewicht: 3450 bis 3650 kg Stützlast leer: 500 bis 600 kg Achslast leer: 2950 bis 3050 kg Max. zul. Achslast: 8000 kg Behälter: 3800 l Nennvolumen; 4000 l Istvolumen; Frischwassertank: 400 l, Handwasch­ behälter 15 l Gestänge: 18 bis 30 m Teilbreiten: 5 bis 13 Pumpenleistung: 270 l/min Arbeitsdruck max.: 8 bar Arbeitsgeschwindigkeit: 4 bis 16 km/h (Herstellerangaben)

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Die neue Serie «800» von Avant erreicht eine Hubkraft von 1900 kg bei einer Hubhöhe von 3,5 m. Bilder: Lukas Weninger

Geballte, nordische Kraft Avant ist bekannt für seine grünen Kompaktlader. Mit der neuen Serie «800» legt das finnische Unternehmen die Latte nun höher, wie man am Modell «860i» feststellen kann. Lukas Weninger*

Avant bedeutet so viel wie «voran». Damit will das gleichnamige Unternehmen aus Finnland einerseits seine Technologieführerschaft unterstreichen, anderseits weist der Firmenname auf ein besonderes Merkmal der Kompaktlader aus Finnland hin: Der Fahrerstand ist am Vorderwagen platziert. Damit unterscheiden sich die Avant-­ Lader von den «gewöhnlichen» knickgelenkten Ladern, bei denen der Fahrer auf dem Hinterwagen sitzt. Der grösste Vorteil der vorderen Sitzposition ist laut Avant die bessere Sicht auf das Arbeitswerkzeug – vor allem, wenn dieses gerade in einer

unte­ren Arbeitsstellung ist. Obwohl sich der Fahrerstand und der Ladearm den Vorder­wagen teilen müssen, ist der Arm hinter der Vorderachse angelenkt. Das bewirkt eine höhere Kipplast, oder praxis­ näher ausgedrückt: Der Lader kann mehr heben, bevor sein Heck vom Boden abhebt. Eine weitere Besonderheit ist der teleskopierbare Arm. Dieser ist überdies für eine bessere Übersicht etwas nach rechts versetzt. Bisher war mit der Serie «700» bei 1500 kg Hubkraft und 3,1 m Hubhöhe im Gerätedrehpunkt Schluss.

Reif für Grosses * Lukas Weninger ist Redaktor beim österreichischen Fachmagazin «Landwirt».

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Diese Grenze überschreitet nun die neue Serie «800»: Sie hebt bis zu 1900 kg

schwere Paletten, die Hubhöhe reicht bis 3,5 m im Gerätedrehpunkt. Das soll zum Beispiel für das Beladen von Futter­ mischwagen oder Anhängern mit hohen Ladebordwänden reichen. Dafür sind die neuen Lader ordentlich gewachsen. Das fällt schon auf den ersten Blick im Vergleich zu den kleineren Brüdern auf: Das neue Topmodell ist ein Kraftprotz, dessen Erscheinung auf seine Leistung schliessen lässt. Das neue Design ist dann fast nur noch Formsache. Zunächst besteht die neue Serie aus zwei Modellen. Sie unterscheiden sich vornehmlich bei den Motoren und der Höchstgeschwindigkeit: • Der Avant «860i» kommt mit einem 57 PS (42 kW) starken Kohler-Motor auf


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Seitenkonsole per Kippschalter ausgewählt. Wo man gerade beim Öl ist: Die Zusatzhydraulik für Anbaugeräte fördert bis zu 80 l/min.

Bessere Kabine

Der Teleskoparm ist nun stärker dimensioniert. Darunter sitzen zwei (statt bisher einem) Kippzylinder für das Werkzeug.

Im Topmodell «860i» arbeitet ein 57 PS starker Kohler-Motor, der die Abgasstufe 5 einhält.

den Markt. Der Common-Rail-Turbo­diesel­ motor erfüllt die Abgasnormen EU-Stufe 5. Der «860i» fährt bis zu 30 km/h schnell. • Der Avant «850» wird von einem 49 PS (36 kW) starken Dieselmotor von Kubota angetrieben. Dieser erfüllt die Stufe 3b, weshalb Avant den «850» für Märkte aus­ serhalb der oben genannten Abgasnormen konzipiert hat. Mit 24 km/h Höchstgeschwindigkeit ist er etwas langsamer.

zulässigem Gesamtgewicht transportiert werden – und kommen so schneller von einem Einsatzort zum nächsten. Die neuen «Vorderlader» wiegen nämlich 2700 kg mit geschlossener, 2550 kg mit offener Kabine. Das entspricht rund 500 kg mehr als bei der Serie «700». Auch andere Dimensionen wie Radstand, Aussenabmessungen und Raddurchmesser (+10 cm) sind gewachsen: Die Serie «800» steht auf einem 15 cm grösseren Radstand. Die Höhe beträgt nun 2,20 m (+12 cm), die Breite 1,50 m (+5 cm) und die Länge 3,40 m (+33 cm).

Neuer Hubarm Beide Modelle sind mit demselben, neuen Hubarm ausgestattet. Er ist deutlich stärker dimensioniert und verfügt über zwei Kippzylinder statt wie bisher über einen. Diese sorgen für eine Losbrechkraft von 1600 kg in der Schaufel. Das sind ordentliche 45 % mehr als im bisherigen Top­ modell «760i». Zudem verbessert das die Kraftverteilung in der Werkzeug-Auf­ nahme. Das Schnellkuppelsystem selbst bleibt ansonsten unverändert, so dass bestehen­ des Zubehör weiter genutzt werden kann. Auf Wunsch sind eine hydraulische Verriegelung sowie eine Euro-­ Aufnahme zu haben. Serienmässig aufgebaut ist dagegen ein Schnellkuppler für die Hydraulikschläuche der Werkzeuge. Die Reichweite des Teleskoparms haben die Finnen um 35 cm verlängert, der Teleskop­weg misst nun 82,5 cm. Damit reicht der Lader beim Verladen von Kisten oder Strohballen von einer Seite des Anhängers zur anderen, ohne den Standort wechseln zu müssen. Eine hydraulische Parallelführung ist selbstverständlich.

Mehr Schubkraft Um die höhere Leistung auch in Vortrieb zu verwandeln, verfügen die Lader der neuen Baureihe über grösser dimensionierte Ölmotoren an allen vier Rädern. Avant gibt eine um 10 % bessere Schubkraft an. Die Radmotoren ersetzen – wie bei Avant üblich – eine durchgehende Achse, was mehr Platz im Chassis schafft und allfällige Reparaturen erleichtern soll. Unverändert sind auch die beiden Fahr­geschwindigkeitsbereiche des hydro­ statischen Getriebes. Sie werden in der

Radstand vergrössert Trotz der höheren Hubkräfte können die Lader der Serie «800» in Europa mit einem PKW-Anhänger bis 3,5 t höchst­

Das Avant-typische Bedienkonzept gibt keine Rätsel auf.

Auch an und in der Kabine haben die Ingenieure Hand angelegt: Sie ist nun auf Gummiblöcken gelagert. Das soll Geräusche und Vibrationen reduzieren. Zudem hat Avant die Isolierung, die Ablagen und die Ergonomie verbessert. Optional sind eine Klimaanlage, ein luftgefederter Fahrersitz, eine Rückfahrkamera und ein Paket für Fahrten im öffentlichen Strassenverkehr erhältlich. Heizung und Lüftung gehören zur Standardausstattung. Für das neue Topmodell gibt es übrigens nur mehr eine Kabine, statt den Varianten «LX» und «DLX» in anderen Serien. Das Bedienkonzept der Avant-«800»-Lader orientiert sich an jenem der bisherigen Serien.

Fazit Der Öffentlichkeit stellt Avant seine neue Laderserie im April an der Fachmesse «Bauma» in München vor. Zeitgleich läuft eine Vorserie vom Band. Die Serienproduktion soll im September 2019 starten. Spätestens dann können die grünen Maschinen in der Praxis zeigen, was in ihnen steckt.

Avant will wachsen Avant hat seinen Stammsitz in der Stadt Tampere in Finnland. Dort befindet sich auch die komplette Fertigung der Kompaktlader. Jani Käkelä, Vertriebsleiter und Sohn des Firmengründers Risto Käkelä, schätzt die Fertigungstiefe bei Avant auf 70 %. Das Unternehmen verwirklicht derzeit einen Investitionsplan mit einem Volumen von rund 10 Mio. Euro. Ab diesem Frühling will Avant rund 120 Maschinen pro Woche bauen. Ab 2021 sollen es 150 Maschinen sein. Die derzeit 200 Mitarbeiter sollen dann auf rund 250 anwachsen. Eine vor vier Jahren angekaufte, benachbarte Halle mit einer Grösse von 44 000 m² soll bald voll mit Produktionsanlagen eingerichtet und ausgelastet sein. Die gesamte Werksfläche unter Dach beträgt dann 70 000 m². Avant erwirtschaftete im Jahr 2018 erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro. Das entspricht einem Wachstum von 17 % gegenüber 2017. Der Gesamtumsatz des Konzerns Avant Tecno belief sich auf 123,5 Mio. Euro. Der Exportanteil beträgt 80 %.

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Hohe Applikationsgenauigkeit mittels Pulsweitenmodellierung und kompakte Bauweise zeichnen die neue «Metris 2» von Kuhn aus. Bilder: Kuhn

«Autospray» – ein Quantensprung «Autospray» ist Teil der gezogenen Spritze «Metris 2» von Kuhn und soll die Applikationsgenauigkeit weiter verbessern. Neu ist auch ein Spritzgestänge aus Aluminium mit einem Düsenabstand von 25 cm. Ruedi Hunger

Vor dem Hintergrund strengerer Umwelt­ auflagen und für mehr Betriebssicherheit hat Kuhn die gezogene Feldspritze «Met­ ris 2» neu aufgestellt. Optimiert wurden unter anderem die 3D-Aufhängung «Equi­ libra» für das 18 bis 36 m breite Alu­ miniumgestänge und die Bedienung über das Isobus-­Terminal «CCl 1200». Die Ab­ messungen der Spritze sind kompakt. Ein neues Design erhielten der Haupttank und der Frisch­wasserbehälter. Komfortabler wurde die Spritze dank Vierfach-Federung. Dank einer optimal einsehbaren Füllstand­ anzeige, durch verschiedene Bedien­arten, zentrale Befüllung und die Konzentration aller Bedienelemente auf der linken Seite ist die Maschine komfortabler in der Anwen­ dung geworden. 16

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Spritzdruck und Düsen-Durchfluss bestim­ men die Fahrgeschwindigkeit. Bei der «Me­ tris 2» mit «Autospray» wählt der Fahrer die Tropfengrösse und die gewünschte Auf­ wandmenge, danach kann er das Pflanzen­ schutzmittel über einen breiten Geschwin­ digkeitsbereich ausbringen. An den intelligenten Düsenstöcken, ausge­ stattet mit der Pulsweitenmodulation, wird der Düsendruck unabhängig von der Spritz­ menge an der Düse gesteuert. Der Durch­ fluss wird in 20 Mikroschaltungen pro Se­ kunde unterteilt. Die Öffnungszeiten der einzelnen Mikroschaltungen werden durch das System gesteuert. Was technisch höchst komplex anmutet, vereinfacht dem Fahrer vieles. Seine Auf­ gabe ist es einzig, in das Isobus-Terminal

die Aufwandmenge und die gewünschte Tropfengrösse einzugeben – fertig! Die präzise Applikationsqualität wird durch das kontinuierliche Zirkulationssystem unter­ stützt, das einen sofortigen Spritzbeginn über die gesamte Arbeitsbreite ermöglicht und gleichzeitig das Verstopfungsrisiko redu­ ziert. Die Einzeldüsen-Abschaltung garan­ tiert zudem eine geringstmögliche Überlappung.

Gestängeführung optimiert Eine genaue Gestängeführung ist Teil der Forderungen, die heute an Pflanzen­ schutzgeräte gestellt werden. Dank Ultra­ schallsensoren übernimmt «Boom Assist» eine automatische Konturenangleichung, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Die


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gleichbleibende Distanz zur Zielfläche, inklusive Hangausgleich, ermöglicht eine gute Verteilung der Spritzflüssigkeit und minimiert die Abdrift. Sobald der Spritzvorgang abgeschaltet wird, wird das Gestänge auf die vom Fahrer voreingestellte Position hochgefahren. Das erleichtert das Wendemanöver nicht zuletzt deshalb, weil auf dem Terminal die aktuelle Gestängehöhe stets angezeigt wird.

Spritzmittel- und Frischwassertank Die «Metris 2» hat einen glattwandigen Spritzguss-Polyestertank mit einem Fassungsvermögen von 3200 oder 4100 l. Da es keine Poren im Tank hat, haftet die Spritzflüssigkeit weder innen noch aus­ sen. Zudem erfolgt die Reinigung einfacher. Der Tank ist mit einem vierdimen­ sionalen Rührwerk ausgerüstet. Das tief eingebaute Rührwerk verhindert während der Spritzdauer die Schaumbildung. Um Schwappbewegungen der Flüssigkeit zu minimieren, hat Kuhn zusätzlich eine Schwallschutzwand eingebaut. Ein Frischwasserbehälter mit einem Volumen von 450 l ist tief und mittig über der Achse eingebaut. Diese Platzierung sichert eine gute Standfestigkeit in allen Einsatzsituationen.

Bedienung leicht gemacht Insgesamt drei mögliche Ausstattungs­ varianten gibt es zur neuen «Metris». Bei der ersten Variante, dem «Manuset», werden manuell zwei Schalter betätigt, um entweder die Befüllung oder die Reini­gung zu aktivieren. Variante zwei, «Dilu­ set+», ermöglicht es dem Fahrer, die Spritze oder das Gestänge bequem vom Fahrersitz aus manuell zu reinigen, inklusive eines programmierbaren Befüll­stopps. «E-Set», die dritte Variante, weist kein Handrad mehr auf. Die einzelnen Funktionen werden automatisiert gesteuert, so der automatische Befüllstopp und die automatische Reinigung mit einer Restmengenverdünnung von 1:100.

Durchdachte Federung Die gezogenen Feldspritzen sind dank einer vierfachen Federung sowohl auf dem Acker wie auch auf der Strasse stabil: • Deichselfederung: Zuverlässige Poly­ urethan-­ Elastomer-Dämpfer an der Zugdeichsel absorbieren Stossbelastungen, die sonst von der Spritze auf den Traktor und umgekehrt übertragen werden. • Achsfederung: Schläge, hervorgerufen durch Bodenunebenheiten im

Das Aluminium-Gestänge gibt es für Arbeitsbreiten von 18 bis 36 m.

Acker oder von Schlaglöchern auf dem Feldweg, die normalerweise auf das Fahrwerk und damit auf die ganze Spritze übertragen würden, werden ebenfalls durch Elastomer-Dämpfer absorbiert. • Parallelogramm: Das Spritzgestänge ist in Arbeitsstellung und in Transportstellung mittels Stickstoffspeicher im Parallelogramm gefedert. Dies wirkt sich natürlich auch lebensverlängernd auf das Gestänge und die tragenden Bauteile aus. • Gestängeaufhängung: Die 18 bis 36 m breiten Spritzgestänge werden durch das dreidimensionale Dämpfungssystem «Equilibra» vor Schlägen und Schwingungen geschützt.

Die Bedienung der Feldspritze erfolgt über das Isobus-Terminal «CCl 1200».

Fahrwerk Die «Metris 2» ist kompakt gebaut. Das zeigt sich auch beim 4,40 m grossen Abstand von Zugöse bis zur Achse, was sich insbesondere bei Wendemanövern positiv auswirkt. Bei Kurvenfahrt oder am Vorgewende ermöglicht die Achsschenkellenkung einen spurtreuen Nachlauf. Mittels Sensoren, die geschützt im Rahmen verbaut sind, wird einerseits die Fahrgeschwindigkeit erfasst, anderseits die Lenkung korrigiert. Die Nachlaufachse richtet sich auch beim Rückwärtsfahren automatisch aus. Die Kompaktheit zeigt sich auch daran, dass das eingeklappte Gestänge in der Transportstellung das Kabinendach im Normalfall nicht überragt.

Die Bemühungen von Kuhn um die Verbesserung der Spritztechnik wurden mit der Auszeichnung «Maschine des Jahres 2019» gewürdigt.

Steckbrief Kuhn «Metris 2» Fazit Die Kuhn-Konstrukteure haben einfallsreich verschiedene Bereiche der Spritze optimiert und sie damit auf einen modernen Stand gebracht. Das Resultat lässt sich sehen und wurde an der Sima von Fachjournalisten mit dem Preis «Maschine des Jahres 2019» in der Kategorie «Pflanzenschutz-Geräte» ausgezeichnet.

Nennvolumen: 3200 oder 4100 l Ist-Volumen: 3430 oder 4380 l Pumpen: 4 Varianten Spurweite: verstellbar von 1,50 bis 2,25 m (je nach Bereifung) Max. Transportbreite: 2,55 m Leergewicht: 3460 kg (mit 28 m Balken) (Herstellerangaben)

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Im 60. Jubiläumsjahr nach Einführung der allerersten Husqvarna-Motorsäge wird der schwedische Hersteller diesen Frühling zwei neue 50-ccm-Motorsägen im Markt einführen. Heinz Röthlisberger

Neue 50-ccm-Klasse Husqvarna erneuert mit der «550 XP Mark II» und der «545 XP Mark II» seine 50-ccm-Klasse. Die beiden Motorsägen, die mit mehr Schnittleistung aufwarten, hat der Hersteller komplett neu entwickelt. Heinz Röthlisberger Etwas mehr als ein Jahr nach der Präsenta­ tion der 70-ccm-Motorsäge «572 XP2» hat Husqvarna mit der «550 XP Mark II» und der «545 XP Mark II» nun auch seine 50-ccm-Klasse komplett erneuert. Dass es sich bei den beiden neuen Sägen um eine ganz neue Generation handelt, davon konnte sich die Presse Ende Februar bei der Präsentation in Fuschl am See bei Salzburg (A) überzeugen. Alle wesentlichen Bauteile sind vom Hersteller üerarbeitet und neu konstruiert worden. Zusätzlich hat Husqvarna die Bezeichnung «Mark II» eingeführt, was die neue Generation verdeutlichen soll. Den Fokus legte Husqvarna in erster Linie auf eine Erhöhung der Schnittleistung.

Mehr Leistung Die beiden Sägen, die die bisherigen 50-ccm-«XP»-Modelle ablösen werden, haben gegenüber ihren Vorgänger-Modellen rund 8 Prozent mehr Leistung und ein 18

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um 4 Prozent höheres Drehmoment erhalten. Beide Sägen sind baugleich, sie unterscheiden sich einzig bei den Einstellungen des Vergasers und der automatischen Motor­steuerung «AutoTune». Die «550 XP Mark II» erreicht ihre maximale Leistung von 3,0 kW (4 PS) bei 10 200 U/min. Sie dreht sehr schnell sehr hoch und ist damit insgesamt aggressiver eingestellt als die

«545 XP Mark II». Diese erreicht die maximale Leistung von 2,7 kW (3,6 PS) bei 9900 U/min. Während die «kleinere», die «545 XP Mark II», eher für Baumpflege­ arbeiten und leichte Aufgaben gedacht ist, eignet sich die durchzugsfreudigere «550 XP Mark II» zum Fällen von kleinen und mittleren Bäumen und für das Ent­ asten.

Technische Daten «550 XP Mark II» Hubraum Nennleistung Max. Drehmoment Arbeitsdrehzahl max. Leistung Kettengeschwindigkeit Empfohlene Schienenlänge Gewicht (exkl. Schneidgarnitur)

«545 XP Mark II»

50,1 ccm

50,1 ccm

3,0 kW/4,0 PS

2,7 kW/3,6 PS

3,15 Nm bei 7800 U/min

2,95 Nm bei 7200 U/min

10 200 U/min

9900 U/min

26,1 m/s

25,4 m/s

38 bis 45 cm (15–18")

33 bis 50 cm (13–20")

5,3 kg*

5,3 kg*

*5,5 kg mit beheizbarem Griff und Vergaser; (Herstellerangaben)


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Optimierte Kühlung Verbessert hat Husqvarna auch die Kühlung. Gegenüber den bisherigen Modellen sollen die beiden neuen Sägen eine um 13 Prozent verbesserte Kühlleistung aufweisen. Das erreicht der Hersteller durch eine optimierte Luftzirkulation dank grösseren und neuartigen Kühlrippen am Zylinder und breiteren Öffnungen. Als zusätzliche Massnahme hat Husqvarna die Sägen mit einem neu isolierenden Hitze­schild versehen. Dieses schirmt den Bereich des Zylinders ab und minimiert das unbeabsichtigte Durchdringen von Hitze. So wird die Vergaser-Kammer kühl gehalten, was die Startfähigkeit der Maschine in warmem Zustand begünstigen soll. Ein komplett neuer Schalldämpfer hilft zudem, dass die Kettensäge möglichst kühl bleibt.

Leichter zu starten Dank diesen «kühlenden» Massnahmen hat Husqvarna eine verbesserte Start­ fähigkeit der Sägen selbst in heisser Umgebung erreicht. Dieses Leicht-Start-Verhalten kommt bei den Profis, bei denen Husqvarna die Sägen im Dauertest hatte, sehr gut an. Jedenfalls war an der Präsentation in Fuschlsee die Begeisterung bei diesen gut zu spüren. Auch die Presse­leute konnten sich beim Sägen von den guten Start-­Eigenschaften ein Bild machen. Die «545er» verfügt zudem über die zusätzliche Starthilfe «Smart Start», die den Zugwiderstand am Starter­seil stark reduziert.

Husqvarna hat die Kühlung der beiden Motorsägen komplett erneuert, was ein leichteres Starten ermöglicht. Zudem ist ein neues Luftfilter-System eingebaut.

Neue Version «AutoTune» Weiter haben die Sägen einen neu de­sign­ ten Luftfilter mit höherer Filter­kapazität, ein Upgrade der «Air Injection»-­ Technologie sowie eine optimierte «Auto­Tune»-­Version erhalten. Diese auto­matische Sensor-Motorsteuerung, die Husqvarna schon seit gerau­mer Zeit in seinen Motorsägen verbaut, reguliert das Zündmodul und die Vergaser­ kalibrierung aufgrund von Luftdruck, Luftfeuchtigkeit oder Treibstoff. Das heisst, die Säge stellt sich selber korrekt auf die Umwelteinflüsse vor Ort ein. Die horizontale und die vertikale Fäll­ markierung der grösseren «572 XP» sind nun auch bei den neuen 50-ccm-Kettensägen auf dem Starterblock vorhanden. Sie helfen, mehr Präzision beim Fällen und den bestmöglichen Schnitt in die richtige Richtung zu erzielen. Die Fäll­ markierungen sind im Vergleich zu vorherigen Versionen ins Gehäuse eingelassen. So halten sie auch länger.

Die zusätzliche horizontale Fällmarkierung parallel zur Schienenführung bietet eine wert­ volle Unterstützung bei horizontalen Schnitten.

Preis und Fazit Die neue 50-ccm-Klasse von Husqvarna ist sehr agil, hat eine starke Schnittleistung und sie lässt sich leicht starten. Dank der höheren «Aggressivität» dürfte im Schweizer Markt vor allem die «550 XP Mark II» ein Verkaufsrenner, vor allem auch bei Landwirten, werden. Laut Martin Feller, Leiter von Husqvarna Schweiz, werden die neuen 50-ccm-Motorsägen ab April erhältlich sein. Der Listenpreis

der «550 XP Mark II» wird mit CHF 1220.00 geführt, derjenige der «545 XP Mark II» mit CHF 990.00. Die neuen Kettensägen werden im schwedischen Werk am Stammsitz in Huskvarna gefertigt. Sie werden standardmässig mit einer «X-Cut»-­ Sägekette des Typs «SP33G» und einer «X-Force»-­ Schiene ausgeliefert. Beide Sägen sind zusätzlich mit einer Griffheizung erhältlich. 3 2019 Schweizer Landtechnik

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Pflanzenschutz

Der chemische Pflanzenschutz wird kontrovers diskutiert, daran ist aber nicht die Technik schuld. Bild: Maschio/Gaspardo

Alle haben ein Ziel: hohe Präzision Pflanzenschutzspritzen zählen zu den höchstentwickelten Geräten im Bereich der Landtechnik. Hohe Ausbringgenauigkeit und maximale Mitteleinsparung, verbunden mit grosser Schlagkraft, sind deshalb ständig im Fokus der Hersteller. Ruedi Hunger

Es sind nicht die grossen Schrauben, welche die Hersteller in Richtung Präzision drehen, vielmehr wird an den kleinen Schrauben – sprich Details – optimiert. Wenn ein Gerät einmal eine so hohe Präzision erreicht hat, ist ein «grosser Wurf» auch nicht mehr möglich. Der Druck aus dem umweltsensiblen Einsatzbereich der Spritzen wächst laufend, und damit verbunden auch die Erwartungen, dass der Anwender die chemischen Pflanzenschutzmittel in ihrer Menge minimiert, dabei aber die Applikations­qualität maximiert.

Vielfältiges Angebot Die namhaften Hersteller bieten eine grosse Vielfalt an Anbau- und gezogenen Feldspritzen an, und sie haben auch Selbstfahrer im Programm. Einige wenige 20

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bauen nur Anbauspritzen, andere widmen sich nur dem Segment der grossen gezogenen und selbstfahrenden Spritzen. Für die unterschiedlichsten Anwendungen werden Behältervolumen von 200 Liter bis 8000 Liter angeboten. Die Auftragsbücher vieler Hersteller sind gut gefüllt. Obwohl, von einer euphorischen Marktentwicklung kann nicht gesprochen werden.

Anbauspritzen Bei der Anschaffung einer Pflanzenschutzspritze stellt sich immer mehr die Frage, ob die Anbauspritze die richtige Lösung ist oder ob allenfalls die gezogene Variante Sinn macht. Einige Hersteller sprechen seit Jahren von einer Verteilung Anbau- zu Anhängespritzen von 50 : 50,

andere sehen die Aufteilung bei zwei Drittel zu einem Drittel. Anbauspritzen werden mit Behältervolumen ab 200 l bis etwa 2000 l angeboten.

«Kleine» Selbstfahrer Die Anbauspritze ist in Verbindung mit einem zusätzlichen Fronttank (am Traktor) eine kompakte Alternative zur gezogenen Feldspritze. Zu den Vorteilen dieser «kleinen Selbstfahrer» zählen die hohe Wendigkeit und das einfache Zurücksetzen am Feldende. Nachteilig sind die durch das vergrösserte Volumen (bis 3500 l) gesteigerten Achs- und Radlasten.

Gezogene Feldspritzen Eine gezogene Feldspritze ist weitgehend unabhängig vom Limit der max. Traktor-


Pflanzenschutz

hinterachslast einzusetzen. Es können daher auch kleinere Traktoren verwendet werden. Die Behältervolumen beginnen bei 2500 l und reichen bis etwa 8000 l, mit Tandemachsen bis 11 000 l.

«Normale» Selbstfahrer Selbstfahrer sind bei uns weitgehend dem Lohnunternehmer oder grossen Ackerbau- und Gemüsebaubetrieben vorbehalten. Die Behältergrössen liegen zwischen 4000 und 8000 l. Neben den leichten 4-Rad-Selbstfahrern (für die Schweiz) gibt es einen Trend zu mehr­

Im Zeitalter von Preci­ sion Farming wird sich die GPS-gesteuerte Schaltung der Teilbreiten bis hin zur GPS-gesteuerten Einzel­ düsen­schaltung durchsetzen.

achsigen Selbstfahrern, mit niveaureguliertem Tandem­fahrwerk inklusive hydro­ pneumatischer Federung. Je nach Hersteller werden die Selbstfahrer mit einem hydraulischen oder mechanischen Allrad-­ Antriebskonzept ausgerüstet. Im Markt­ segment der Selbstfahrer werden vermehrt speziell auf den Kunden ausgerichtete Baukonzepte verwirklicht.

insbesondere innovative und präzise Pflanzenschutztechnik gefragt ist. Das bedeutet, alte Spritzen werden laufend durch neue modernere ersetzt. Damit verbunden ist die Nachfrage nach mehr Arbeitsbreite und grösseren Volumen. Der Grund: Ein professioneller Anwender will eine Technik, die es ihm erlaubt, die Spritztermine und Zeitfenster optimal für hochpräzise Applikation zu nutzen.

Gestängeführung wird anspruchsvoller Die Forderung nach optimaler Appli­ kation wird unterstützt durch stabile und nach Möglichkeit automatische Ge­ stänge­führung. Steigende Fahrgeschwindigkeiten erfordern ausserhalb topfebener Flächen schnell einmal eine aktive Gestängeführung mit Distanzkontrolle zur Zielfläche. Horizontale Gestänge­ bewegungen wie sie bei höheren Fahr­ geschwindigkeiten nicht zu verhindern sind, werden durch aktive Dämpfungssysteme stark reduziert. Dank beruhigter Gestängeführung wird die Längsverteilung gleichmässiger.

Profitechnik für den Profianwender

steht. Aufgrund anhaltender Diskussionen zur Feldrandproblematik sind aus der Kabine schaltbare Randdüsen gefordert. Luft­unterstützung ist nicht neu, sie soll nach Angaben der Hersteller eine hochpräzise Applikation ermöglichen. Düsenabstände von 25 cm werden zwar viel diskutiert, haben sich aber bisher nur vereinzelt etabliert. Grundsätzlich ermög­lichen sie durch geringere Distanz zur Zielfläche eine verringerte Windan­ fälligkeit und eine extrem feine Teilbreitenabstufung. Mit der kleineren Düsen-­ Zielflächen-Distanz wird eine automa­ tische Gestängeführung bei grösseren Arbeitsbreiten zur Bedingung. Daher ist der technische Aufwand grösser, und damit verbunden muss ein höherer Anschaffungspreis bezahlt werden.

Nur nicht kompliziert Die Hersteller haben weitgehend erkannt, dass Komfort für den Anwender eine berechtigte Forderung ist. Einfache und sichere Handhabung garantieren den richtigen Einsatz der Spritze. Ein zentrales Thema nach Beendigung der Arbeit ist die umweltgerechte Reinigung. Elektronische Bedienzentren mit vollauto-

Generell entwickelt sich der Markt für Pflanzenschutzspritzen nicht steil nach oben. Die Diskussionen um den chemischen Pflanzenschutz und die Forderung nach einem Paradigmenwechsel im Pflanzenschutz hinterlassen europaweit ihre Spuren. Das führt aber auch dazu, dass

Mit unterschiedlichen Düsenkombinationen kann der Anwender auf wechselnde Bedingungen reagieren. Parallel zu wachsenden Arbeitsbreiten nimmt die Anzahl der Teilbreiten zu. Damit in Verbindung stehen die automatische Teilbreiten­ schaltung und das vermehrte Interesse an Einzel­düsenschaltungen. Eine weitere Ausbaustufe sind elektrische Mehr­fach­ düsen­träger, bei denen das System selbständig auf beispielsweise vier Düsen pro Düsenstock zugreifen kann und diese vollautomatisch steuert. Druckumlauf­ systeme ermöglichen, dass die Spritz­ brühe augenblicklich und mit gewünschtem Druck an der Düse zur Verfügung

matischer Reinigung des Gerätes liegen daher im Trend. Die Praktiker haben erkannt, dass eine effektive und zuver­lässige Reinigung, ohne den Traktor zu verlassen,

Pflanzenschutzspritzen zählen heute zu den höchstentwickelten Maschinen in der Landtechnik. Bild: Kverneland

Es ist eine Frage der Flächenstruktur, ob ein «kleiner Selbstfahrer» eingesetzt werden soll. Bild: Hardi

Neben hoher Präzision ist auch hohe Flächenleistung gefragt, was den Zu­ satztank attraktiv macht. Bild: Lemken

Stückzahlen leicht steigend

Gefragt sind höchste Präzi­ sion und hohe Flächenleis­ tung, damit die günstigen Zeitfenster optimal genutzt werden können.

3 2019 Schweizer Landtechnik

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Pflanzenschutz

Gezogene Spritzen sind technisch auf dem höchsten Standard und in erster Linie Lohnunternehmer-Maschinen. Bild: John Deere

in wenigen Minuten durch­führbar ist. Die Akzeptanz in der Praxis wird durch einfache Handhabung we­ sentlich verbessert. Vermehrt laufen die Reinigungsprogramme vollautomatisch ab, dies auch unter Einbezug der Ein­spülschleuse. Die Automatisierung der Reinigung verhindert manuelle Fehl­steuerungen.

Landwirtschaft 4.0 Last, but not least macht sich auch Landwirtschaft 4.0 bemerkbar, indem Pflanzenschutzmassnahmen bereits vom Gerät aufgezeichnet werden. Diese Daten werden automatisch an vernetzte Systeme (z.  B. Schlagkarteien) weitergegeben, ohne dass händische Aufzeichnungen notwendig sind.

Entwicklungs- und Forschungs­ potenzial Pflanzenschutzspritzen sind hochentwickelte Geräte. Die Weiterentwicklung

steht aber nicht still, das zeigen die nachfolgenden Forschungsprojekte: • Adaptive Fahrgassenschaltung bei Feldspritzen (Julius Kühn-Institut, JKI). Ziel ist eine technisch einfache Lösung zur

Die Entscheidung für einen «kleinen Selbstfahrer» oder eine kleine gezogene Spritze ist eine Frage der Flächenstruktur und der persönlichen Präferenz.

Verminderung des Einsatzes von Pflanzenschutzmittel in der Fahrgasse. Bei der Applikation könnten dadurch theoretisch 4 bis 5 % Pflanzenschutzmittel eingespart

Nicht alle Selbstfahrer haben das gleiche Bauprinzip. Hier ein Spritzgestänge, das an der Fahrzeugfront montiert ist. Bild: Berthoud

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Schweizer Landtechnik 3 2019

Verschiedene Hersteller sehen auch für Schweizer Betriebe die gezogene Variante der Pflanzenschutzspritze. Bild: Kuhn

werden. in Reihenkulturen (Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben) sind noch grössere Einsparungen möglich. Diese Forschungs­ arbeit läuft bis 2020. Das Projektziel strebt die Schonung der natürlichen Ressourcen und eine nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln an. • Assistenzsystem zur teilflächenspezifischen Applikation von Pflanzenschutzmitteln (JKI). Die teilflächenspezifische Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist ein Ansatz mit einem deutlichen Reduktionspoten­ zial. Um einen erstmals technisch ausgereiften Prototyp auch unter Praxisbedingungen zu nutzen, bedarf es der zusätzlichen Entwicklung einer System­umgebung, welche eine Vielzahl von satelliten- und sensor­ gesteuerten sowie geodatengeschützten Informationen über Schnittstellen integrieren kann. Die Projekt-Laufzeit dauert noch bis 2020.

Selbstfahrende Spritzen wie die «iXdrive» haben Volumen zwischen 4000 und 6000 Liter und Arbeitsbreiten bis 40 Meter. Bild: Kverneland


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Daniel Peter zeigt ein Rapsfeld eines Kunden. Viermal hat er im letzten Herbst den Raps gegen Erdflöhe behandelt. Wäre das nicht bewilligt worden, wäre kein Raps auf dem Feld. Davon zeugt das kahle Spritzfenster, in dem der Landwirt steht. Heinz Röthlisberger, Daniel Peter

Hochkomplexer Job Seit mehr als 25 Jahren bietet Daniel Peter einen Vollservice im Bereich Pflanzenschutz an. Der Landwirt aus Rickenbach ZH steht damit im stetigen Fokus von Behörden und Gesellschaft. Heinz Röthlisberger

So wenig wie möglich, so viel wie nötig. So lautet die Devise beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Auch Daniel Peter setzt dies strikte um. Der Landwirt aus Ricken­ bach ZH bietet für Landwirte in der Region einen Vollservice im Bereich Pflanzen­ schutz an. Das heisst: Er berät die Landwirte, kauft die Mittel ein, er­ mittelt die Schadschwelle, bringt die Pflanzen­ schutzmittel aus und sorgt für die Rückverfolgbarkeit. «Im Schnitt be­ treue ich für Kunden jährlich rund 130 ha offene Ackerfläche», sagt Peter. «Vor­ wiegend Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Raps.» Daniel Peter ist im Vorstand der Schweizer Kartoffelprodu­ zenten VSKP und für den Verband Vertre­ 24

Schweizer Landtechnik 3 2019

ter in der Plattform Pflanzenschutz des Schweizer Bauernverbandes SBV.

Immer auf dem neusten Stand Für andere Bauern die Spritzarbeiten erle­ digen, das macht Daniel Peter seit mehr als 25 Jahren. Der heute 48-Jährige konn­ te kurz nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung die Lohnspritzerei mitsamt Feldspritze und dem Pflanzenschutzmittel-­ Lager von der Landi Dinhard überneh­ men. «Vieles hat sich seither verändert», sagt er, «beispielsweise die Technik, aber auch die Vorschriften und damit der Auf­ wand für die Administration.» Das Aus­ bringen von Pflanzenschutzmitteln habe sich zum hoch­komplexen Job entwickelt.

Man müsse sich sehr stark mit dem The­ ma befassen und immer aktuell sein. Neue Vorschriften sowie die stetigen Än­ derungen bei den Mitteln und Wirkstof­ fen würden sehr viel Zeit beanspruchen. «Je länger je mehr bin ich vor dem Sprit­ zen im Feld an Abklärungen und danach an den Aufzeichnungen», sagt Peter. Als Beispiel nennt er die vor drei Jahren einge­ führte Auflage für Terbuthylazin. Der Her­ bizid-Wirkstoff darf nur einmal in drei Jahren auf derselben Parzelle eingesetzt werden. Das erhöhe den Kontroll-Auf­ wand und er sei dabei auch auf genaue Angaben seiner Kunden angewiesen. Schwierig werde es, wenn diese ihr Land zusätzlich mit anderen Bauern abtauschen


Pflanzenschutz

Zum Betrieb

Gezogene Hardi mit ID-Düsen

Daniel Peter und seine Frau Andrea bewirtschaften in Rickenbach ZH einen typischen Weinländer Ackerbaubetrieb mit 33 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche. Tatkräftige Unterstützung erhalten sie von Daniels Eltern. Sohn Joël ist derzeit im ersten Lehrjahr zum Landwirt und Tochter Céline in der KV-Ausbildung. Angebaut werden auf dem Betrieb Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais, Raps, Getreide sowie 1,8 ha Reben. Im Jahr 2013 haben die beiden von der Milchwirtschaft auf Mastmuni mit rund 100 Tieren gewechselt. Nebst dem Pflanzenschutz betreibt Daniel Peter auch Maschinenvermietung und Arbeiten für Dritte im Bereich Kartoffelanbau, Bodenbearbeitung und Weinbau. Zum Hof gehören zudem ein Winzerkeller sowie ein Hofladen. Um die Wertschöpfung bei den Kartoffeln zu steigern, haben Peters jüngst eine Absackanlage gekauft, um mehr Kartoffeln selber direkt vermarkten zu können.

Daniel Peter setzt seit 2011 eine gezogene Feldspritze des Typs «Ranger» von Hardi mit 2500 Liter Wassertank, kontinuierlicher Innenreinigung, Spülwassertank, Einspülschleuse, hydraulischer Spurverstellung, Joystick-Steuerung und 18-Meter-Balken «Sector-Control» ein. Mit diesem sind sieben Sektoren schaltbar, aussen je 1,5 Meter und dann noch 5 × 3 Meter. «Der Vorteil des 18-Meter-Balken ist, dass er günstiger im Preis, leichter im Gewicht und schneller geöffnet ist als ein 21-Meter-­Balken, aber eine höhere Flächenleistung als ein 15-Meter-­Balken hat», sagt Peter. Es gehe auch mit 18 Metern sehr gut. Am Rand könne er dank der Sektorenschaltung gleich

ven «Für sauberes Trinkwasser» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ein Dauerthema in den Medien sind und die Meinungen zum Teil hochemotional diskutiert werden.

Vertrauen ist hoch würden und dann oft selber nicht genau wüssten, was in den vergangenen Jahren eingesetzt worden ist. Ein weiteres Beispiel für den Mehraufwand seien die Auflagen für die Reduktion der Drift und Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln mit Pufferzonen. Daniel Peter will sich aber richtig verstanden wissen. «Ich habe nichts gegen solche Massnahmen. All dies hilft, die Risiken zu vermindern», sagt er. Schlussendlich wolle niemand negative Schlagzeilen. Gerade jetzt, wo die Initiati-

Er wolle damit aufzeigen, warum viele Bauern ihre Ackerkulturen nicht mehr selber spritzen. Alle seien eigentlich froh, wenn sie diese Arbeiten jemandem übergeben könnten. Er stelle fest, dass es zwischen Lohnspritzer und Kunde viel partner­ schaftlicher ablaufe als etwa im Mähdrescher-­Bereich, in dem seit Jahren ein harter Verdrängungskampf mit tiefen Preisen stattfinde. Das Vertrauen für die komplexe Arbeit der Lohnspritzerei sei sehr hoch. Deshalb habe er mit seinen

Der Landwirt aus Rickenbach ZH ist seit mehr als 25 Jahren Lohnspritzer. Für seine Kunden behandelt Daniel Peter die Fläche von rund 130 Hektar.

beginnen wie mit einem 15-Meter-Balken, habe aber dann im Feld dank 18 Metern den grösseren Rhythmus. Bei den Düsen setzt er auf die sogenannten ID-Düsen (Antiabdriftdüsen). Angehängt wird die Spritze an einen 70-PS-Traktor mit Parallelfahrsystem, Aktivkohlenfilter, Pflegebereifung und Kugelkopfkupplung. Damit ist die Spritze wirklich spielfrei angehängt, was sich positiv auf das Spritzgestänge auswirkt, es entstehen praktisch keine Schwingungen. Die Unten­ anhängung erlaubt auch eine sichere Stras­ sen­fahrt und die Spritze konnte darum auch problemlos auf 40 km/h eingelöst werden. Einen Wasch­platz für die Spritze hat Peter beim Güllenloch seines Stalls.

Kunden auch keine Probleme gehabt, als er den Tarif infolge des stetig höheren administrativen Aufwandes erhöht habe. «Meine Kunden profitieren, indem sie kein Pflanzenschutzmittel-Lager und keinen Waschplatz haben müssen. Ausserdem verrechne ich meinen Kunden Mittel und Arbeit nur zwei Mal jährlich – etwa im Juni und im November», sagt Peter.

Unangekündigte Kontrolle Jeweils zu Jahresbeginn versende er die Formulare, mit denen seine Kunden die Parzellen mit den Kulturen anmelden müssen. Dabei müssen sie auch angeben, in welchen Gewässerschutzzonen die Parzellen sind, welche Sorten sie säen und ob sie bei Label-Programmen wie IP-Suisse oder etwa im Ökologischen Leistungsnachweis ÖLN mitmachen. «Mit dieser Anmeldung sichere ich mich ab, und ich habe jederzeit die Übersicht, was in den Jahren vorher auf diesen Parzellen angebaut und welche Pflanzenschutzmittel eingesetzt worden sind.» Einmal, da hatte er eine unangemeldete Kontrolle aus Bern. Die Kontrolleure wollten alles wissen, schauten in die Dokumente und nahmen sich das Mittel-Lager vor. Es war alles in Ordnung, aber erschrocken sei er damals schon. Das habe ihm gezeigt, dass man alles aufschreiben und dokumentieren müsse und sowieso nichts im Grau­ bereich machen darf. Die Arbeit mit der Pflanzenschutzspritze sei kaum versicherbar. Einzig einen Zusatz bei der Haftpflichtversicherung habe er. Aber was passiert, wenn einmal etwas Gröberes im Feld eines Kunden passiert? Daniel Peter will gar nicht daran denken. Höchste Konzentration bei der Arbeit und 3 2019 Schweizer Landtechnik

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Pflanzenschutz

ten seien gemacht. Aber dann die Kultur zugrunde gehen lassen, das gehe für ihn einfach nicht auf und sei alles andere als CO2-effizient, was auch stetig eine Forderung von vielen Seiten an die Schweizer Landwirtschaft sei.

Im Schaufenster der Gesellschaft

Der administrative Aufwand für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln wird immer grösser.

im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln – ohne das gehe es einfach nicht.

Starker Erdfloh-Befall im Raps Letzten Herbst, da machten in der Region die Erdflöhe im Raps den Bauern das Leben schwer. «Da hatte ich Rapsfelder bei Kunden, da waren drei oder sogar vier Insektizid-­Behandlungen nötig», sagt Peter. Obwohl die Kartoffelernte im vollen Gange war, sei er ins Auto gestiegen und jeden Tag die Rapsfelder seiner Kunden kontrollieren gegangen. Sobald die Schad­schwelle erreicht war, hiess es wieder, Bewilligung beantragen und dann mit der Spritze los für eine nächste Behandlung. Das betraf viele Parzellen. Frappant ist der Anblick der kahlen Spritzfenster. In diesen wächst kein Raps, alles von den Erdflöhen «gefressen». Wenn die Rapsfelder nicht drei oder gar vier Mal behandelt worden wären, wären die ganzen Felder nun kahl. Das zeige, was passieren könne, wenn der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten würde, gibt sich Peter nachdenklich. Der Aufwand für das Ackern, Säen, Düngen mit Traktor und Maschinen – alle diese Arbei-

Wenn er mit der Feldspritze unterwegs ist, dann steht er im Fokus der Gesellschaft. Spaziergänger, Velofahrer, Jogger, Mütter mit ihren Kindern sehen am Feldrand, wie Daniel Peter mit seiner Spritze arbeitet. «Nicht alle Leute verstehen, was ich da mache», sagt Peter. Wenn sich Leute über ihn ärgern, gehe er auf sie zu, spreche sie an und probiere, ihnen mit Argumenten aufzuzeigen, was seine Aufgabe bedeutet. Da entkrampfe sich dann oft die Situation. Er merke aber schon, dass viele eigentlich keine Ahnung hätten, um was es da gehe. Vor allem wenn die Leute das ausgebrachte Mittel riechen können, dann gebe es schon Leute, die noch ungehaltener reagieren würden. «Deshalb weiche ich, wenn immer

Üb

...der Weg zu besserem Futter!

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Schweizer Landtechnik 3 2019

Gehört dazu Für Peter ist klar: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gehört in der Landwirtschaft dazu. Dabei ist es jedoch unerlässlich, dass die Bauern verantwortungsvoll sind. «Wir wollen unsere Konsumenten nicht mit Rückständen auf den Produkten verunsichern oder die Umwelt und Gewässer belasten», sagt er. Es sei deshalb auch höchste Zeit gewesen, dass das Bundesamt für Landwirtschaft BLW die Verkaufszahlen für Pflanzenschutzmittel veröffentlicht hat. Gemäss diesen ging der Verkauf von Herbiziden in der Schweiz seit 2008 um 29 Prozent zurück. Beim Glyphosat gar um 45 Prozent. Und noch einen Wunsch hat er: «Es ist mir ein Anliegen, dass wir nicht als Verpester, sondern als moderner Ackerbaubetrieb und als produzierende Bauern wahrgenommen werden.»

Seit 2011 bringt Peter die Pflanzenschutzmittel mit einer gezogenen Hardi «Ranger» mit 18-Meter-Balken aus.

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Pflanzenschutz

Das Ziel sicher treffen Grundlegende Neuerungen betreffend der Zerstäubungstechnik sind seit der letzten Agritechnica nicht zu verzeichnen. Dennoch gibt es «Neuheiten», die sich auf reine konstruktive Detailverbesserungen beschränken. Ruedi Hunger

Optimal: Mehrere Düsen stehen für unterschiedliche Anwendungen zur Verfügung. Bild: R. Hunger

Die richtige Düsenwahl ist abhängig von der Anwendung, der Kultur, der Zielfläche und den Umweltanforderungen. Mitbestimmend sind neben den verwendeten Wassermengen, die Witterungsbedingungen und natürlich die Fahrgeschwindigkeiten. Nicht zu vergessen sind Druck und Tropfengrösse, welche die Düsenwahl ganz entscheidend mit beeinflussen. Schliesslich müssen die Anforderungen des verwendeten Mittels mitberücksichtigt werden: Ist es ein Herbizid oder ein Fungizid und handelt es sich um einen Kontakt-Wirkstoff oder einen systemischen Wirkstoff? 28

Schweizer Landtechnik 3 2019

Ein- oder Mehrfachdüsen Der Anwender muss sich entscheiden zwischen der Einzeldüsen- oder einer Mehrdüsen-Strategie. Die Einzeldüsen-Strategie erfordert keinen Düsenwechsel. Dafür müssen immer wieder Kompromisse bei verschiedenen Anwendungen in Bezug auf Wassermenge, Druck und Fahrgeschwindigkeit eingegangen werden. Anders bei der Mehrfachdüsen-Strategie: Durch Mehrfachdüsenträger wird ein schneller Düsenwechsel möglich. Damit steht für jede Anwendung die richtige Düse zur Verfügung. Klar ist, dass die An-

schaffungskosten für mehrere Düsen mit entsprechenden Düsenträgern im Vergleich zu den Kosten der ganzen Spritze oder den Ausgaben für Pflanzenschutzmittel eine Kleinigkeit sind. Deshalb darf hier keinesfalls gespart werden. Mit Sicht auf den heutigen Stellenwert des chemischen Pflanzenschutzes ist nur das Beste gut genug.

Spritzschatten Allein mit dem richtigen Tropfenspektrum ist es nicht getan, auch die Flugbahn der Tropfen muss stimmen. Beispielsweise


Pflanzenschutz

verlässt der Spritzschleier einer Standard­ düse diese in senkrechter Richtung nach unten. Aus Fahrgeschwindigkeit und Fall­ geschwindigkeit der Tropfen ergibt sich aber eine Flugbahn, die schräg nach vor­ ne gerichtet ist. Dies mit der Folge, dass die einzelnen Pflanzen in Fahrtrichtung «von hinten» stärker benetzt werden als von vorne. Deshalb spricht man von Spritzschatten.

als abdriftmindernde Düsen anerkannt, obwohl sie gegenüber einer Universal­ flachstrahldüse bereits ein reduziertes Abdriftverhalten aufweisen. Dosierung (mittels Blende) und die Zerstäubung (im Mundstück) erfolgen getrennt. Damit vermindert sich der Feintropfenanteil et­ was. Der MVD liegt zwischen 300 und 400 Mikrometer. Optimal werden sie mit 1,5 bis 3,0 bar eingesetzt.

Universalflachstrahldüsen

Injektordüsen

Diese Düsenart verfügt über ein sehr wei­ tes Tropfengrössenspektrum. Universal­ flachstrahldüsen «produzieren» einen ho­ hen Anteil abdriftgefährdeter Feintrop­ fen. Der mittlere Volumendurchmesser (MVD) liegt zwischen 200 und 300 Mikro­ meter. Der optimale Spritzdruck beträgt 1,5 bis 2,5 bar. Universalflachstrahldüsen haben ein sehr gutes Bedeckungspotenti­ al. Der Einsatz ist nur bei optimalen (wind­ stillen) Witterungsbedingungen empfeh­ lenswert.

Dosierung und Verteilung sind bei Injektor­ düsen getrennt. Funktionsprinzip: Sie sau­ gen Luft durch einen in der Injektionsdüse erzeugten Unterdruck an und vermischen diese Luft mit der Spritzflüssigkeit. Durch das Vermischen verringert sich der Fein­ tropfenanteil sehr stark. Die Tropfen ver­ lassen die Düsenöffnung mit etwas er­ höhter Geschwindigkeit und damit folg­ lich auch mit mehr Energie. Der MVD ist unterschiedlich gross, dies beruht auf un­ terschiedlichen Bauarten und abweichen­ der Innengeometrie. Weil Injektordüsen wenig Feintropfen erzeugen, werden sie zum grossen Teil als «verlustmindernde Düsen» vom Julius-Kühn-Institut (JKI*) anerkannt.

Antidriftdüsen Antidriftdüsen sind nicht mit Injektordü­ sen der Abdriftminderungsklasse 50% bis 90% zu verwechseln. Sie sind also nicht

a. Flachstrahlinjektordüsen mit Strahlab­ lenkung Diese Düse lenkt den Flachstrahl um 15° aus der Senkrechten ab und «biegt» ihn entgegen der Fahrtrichtung. Die einzel­ nen Tropfen sind bei allen Düsengrössen und dem jeweiligen Druck nahezu gleich gross. Die Düsen arbeiten verhältnismäs­ sig grosstropfig und können auch bei un­ günstigen Wetterverhältnissen eingesetzt werden. b. Doppelflachstrahl-Injektordüsen Doppelflachstrahl-Injektordüsen lenken einen Flachstrahl um 30° aus der Senk­ rechten in Fahrtrichtung und einen Flach­ strahl um 30° aus der Senkrechten gegen die Fahrtrichtung. Damit wird auf einer senkrechten Zielfläche eine «umhüllende» Anlagerung erreicht. Diese sogenannten symmetrischen Doppelflachstrahl-Düsen können für Fahrgeschwindigkeiten bis max. 10 km/h verwendet werden. Bei hö­ heren Geschwindigkeiten sind asymmetri­ sche Düsen erforderlich. Diese haben eine nach vorne und hinten unterschiedliche Flachstrahlführung (z.B. 30°/70°). Mit ei­ nem 30°-Strahl nach vorne (Fahrtrichtung) erreichen sie den oberen Ährenbereich

Universaltabelle für Feldspritzen mit 50 cm Düsenabstand nach ISO 10625 (Agrotop) Wasseraufwand l/ha 125

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Lesebeispiel: 200 l/ha bei 7,2 km/h erfordert 1,20 l/min je Düse. Das heisst: 6,7 bar Druck bei Grösse 02; 4,3 bar bei Grösse 025; 3,0 bar bei Grösse 03 usw. 3 2019 Schweizer Landtechnik

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Pflanzenschutz

Für Feldspritzen stehen folgende Düsen-Bauarten zur Verfügung: Düsentyp

Grafik

Bau und Anwendungszweck Flachstrahldüsen, auch Universaldüsen genannt, haben überwiegend eine elliptische Austrittsöffnung und bilden durchweg ein Flachstrahlspritzbild. Flachstrahldüsen sind in einem Verschränkungswinkel von 7,5° bis 12° am Spritzgestänge montiert, damit sich die Spritzfächer nicht gegenseitig beeinflussen.

Flachstrahldüsen und Flachstrahldüsen mit erweitertem Druckbereich

Dosierung

Antidriftdüsen

Innere Kammer Verteilung Flüssigkeit (Dosierung)

Injektordüsen

Düsenkörper Luft

Luft

Injektoreneinsatz (für die Reinigung herausnehmbar)

Flachstrahl-Injektordüsen mit Strahlablenkung

Injektoreinsatz

Zwei innere Luftansaugbohrungen

Dosierblende

Eine äussere Luftansaugbohrung

Mischkammer

Düsenaustrittsöffnung. Flachstrahl mit 15°-Ablenkung zur Senkung

Markierung

Fahrtrichtung

Auch bei der Injektordüse sind Dosierung und Verteilung getrennt. Ihr Merkmal liegt darin, dass sie Luft durch einen in der Injektordüse erzeugten Unterdruck ansaugen und diese Luft mit der Spritzbrühe vermischen. Durch das Vermischen der Flüssigkeit mit Luft verringert sich der Feintropfenanteil sehr stark. Die Tropfen verlassen die Düsenöffnung mit etwas höherer Geschwindigkeit und damit mit mehr Energie. Die Flachstrahldüse mit Strahlablenkung lenkt den Flachstrahl um 15° aus der Senkrechten ab. Damit wird der Pflanzenbestand besser durchdrungen und die Spritzflüssigkeit lagert sich besser an. Der Grund für diesen Effekt ist ein durch die Fahrgeschwindigkeit hervorgerufene Luftwiderstand, der auf den Flachstrahl wirkt und ihn entgegen der Fahrtrichtung «biegt». Alle Tropfen sind bei diesem Düsentyp nahezu gleich gross. Die Doppelflachstrahl-Injektordüse lenkt einen Flachstrahl um 30° aus der Senkrechten in Fahrtrichtung und einen Flachstrahl um 30° aus der Senkrechten gegen die Fahrtrichtung ab. Ziel ist eine «umhüllende» Anlagerung auf der Zielpflanze. Andere Doppelflachstrahl-Injektordüsen weisen eine asymmetrische Strahlführung, z. B. 30°/70°, auf. Diese Aufteilung erreicht bei einer optimalen Spritzhöhe von 30 bis 50 cm den oberen Ähren­bereich besonders gut.

Fahrtrichtung

DoppelflachstrahlInjektordüsen

Spritzflüssigkeit

AirJet-Düsen

Luft vom Kompressor

Die spezielle Konstruktion der AirJet-Düse ermöglicht die Wahl der Tropfengrösse indem Luft und Spritzflüssigkeit in der Düse gemischt werden. Die abschliessende Prallzerstäubung erfolgt am Düsenausgang. Eine Dosierblende im Düseneinsatz gibt für die Flüssigkeit einen Volumenstrombereich vor. Dank unterschiedlich grosser Dosiereinsätze können sehr breite Bereiche von Ausbringmengen abgedeckt werden.

Düsen für Flüssigdünger

Damit AHL (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung) mit Feldspritzen ausgebracht werden kann, kommen spezielle, beispielsweise Siebenloch-Düsen zum Einsatz. Alternativ dazu werden an Feldspritzen auch Schleppschlauchsysteme verwendet. Damit wird die Verätzungsgefahr für empfindliche Pflanzenteile reduziert.

Dropleg

Dropleg-Systeme werden in Reihenkulturen eingesetzt. Mit Dropleg wird eine optimale Pflanzenschutzmittelanlagerung seitlich und von unten erreicht. Insbesondere die Ballunterseiten und Stängel der Kulturpflanze werden optimal besprüht. Mit Dropleg ist eine Abdriftreduktion von bis zu 95% möglich. Damit vergrössert sich der Applikationszeitraum und die einzelne Applikation wird witterungsunabhängiger.

Optimale Spritzhöhe der Düse SJ7-04-VP

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Bei einer Anti-Driftdüse ist der Düsenausstoss nicht mehr nur von der Grösse der Schlitzöffnung abhängig, sondern auch von einer vorgeschalteten Dosierblende. Durch die Trennung von Dosierung und Zerstäubung werden grössere Tropfen erzeugt. Damit nimmt der Feintropfenanteil ab und parallel dazu reduziert sich im Vergleich zur Universaldüse auch die Abdriftgefahr.

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Pflanzenschutz

b. Bandspritzdüsen Für die Bandspritzung in Reihenkulturen, wie beispielsweise Mais oder Zuckerrüben, werden Bandspritzdüsen benötigt. Sie bilden ein rechteckiges Spritzbild bereits ab 1 bar. Düsen mit bis zu 90% Abdriftminderung sind auf dem Markt. Äusserlich sind sie am Kennbuchstaben «E» nach der Zahl für die Düsengrösse erkennbar (z.B. …015E…).

200 l/ha entsprechen auf der gleichen Fläche entweder 3 Tropfen mit 0,4 mm Durchmesser oder 192 Tropfen mit 0,1 mm Durchmesser.

besonders gut. Gleichzeitig bedeckt ein nach hinten gerichteter 70°-Strahl die rückwärtige Zielfläche. Ein steilerer Spritzfächer in Fahrtrichtung von beispielsweise 10° verhindert dass Geräteteile bespritzt werden. Die optimale Distanz zwischen Düse und Zielfläche liegt zwischen 30 und 50 cm.

c. Zweistoffdüsen (AirJet) Feldspritzen mit Zweistoffdüsen haben zwei unterschiedliche Regelungssysteme: Im volumenstromgeregelten Flüssigkeitssystem fördert die Spritzmittelpumpe die Spritzflüssigkeit zu den AirJet-Düsen in den Teilbreiten. Im Pneumatiksystem (Tropfengrössenregelung/AirMatic-System) förderte ein Kompressor eine geregelte Luftmenge ebenfalls an jede AirJet-Düse. Beide Regelsysteme zusammen sorgen für eine gleichbleibende, vorgewählte Tropfengrösse. Luft und Spritzflüssigkeit werden in der Düse intensiv gemischt. Am Düsenausgang erfolgt eine abschliessende

Prallzerstäubung. Mit unterschiedlich grossen Dosiereinsätzen können sehr breite Bereiche von den Ausbringmengen abgedeckt werden. d. Flüssigdüngung Für das Ausbringen von Flüssigdünger (AHL) sind spezielle Düsen erforderlich. Dazu kommen Mehrlochdüsen, beispielsweise Siebenlochdüsen, zum Einsatz. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Schleppschläuchen, die mittels Überwurfmutter montiert werden. Die Dosierung erfolgt mit Hilfe unterschiedlicher Dosierblenden (0,8 bis 1,8 mm) Der Einsatz einer Feldspritze erfolgt immer im sensiblen Bereich der Umwelt. Abdrift ist daher ein wichtiger Aspekt. Gefährdet sind insbesondere die feinen Tropfen <100 µm! Diese ergeben sich durch falsche Düsenwahl und/oder hohen Druck (mit Flachstrahldüsen). *Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), Deutschland.

Sonderdüsen a. Puls-Weiten-Modulierung Eine Neuentwicklung der letzten Jahre ist die Puls-Weiten-Modulierung. Streng genommen handelt es sich um eine Düsensteuerung. Damit verbunden ist aber die Frage: Wo beginnt die Düse und wo endet die Steuerung? Die Düsen werden in Sekundenbruchteilen geöffnet und geschlossen, um so die Ausbringmengen zu regeln. Diese Düsensteuerung ist mit dem Vorteil verbunden, dass sich auch bei einer Änderung der Fahrgeschwindigkeit oder der Ausbringmenge das Tropfen­ spektrum nicht verändert. Die Schaltfrequenz der Magnetventile beträgt 20 Hz.

Der Einsatz einer Feldspritze erfolgt immer im sensiblen Bereich der Umwelt. Abdrift ist daher ein wichtiger Aspekt.

Die Grösse der Zielfläche und die Aufwandmenge je m² bestimmen die Düsen-Bauart und die Düsengrösse. Anwendungsbereich

Zielfläche

Grösse (m²/ha)

200 l/ha Spritzbrühe

300 l/ha Spritzbrühe

Herbizid Vor-Auflauf

Boden

10 000 m²

20 ml/m²

30 ml/m²

Herbizid Nach-Auflauf

Unkraut Ungras

bis 25 000 m²

bis 8 ml/m²

bis 12 ml/m²

Wachstumsregler Halmbruch

Halmbasis

50 000− 70 000 m²

2,8−4 ml/m²

4,2−6,0 ml/m²

Blattkrankheiten (Fungizid)

Gesamte Pflanze

70 000− 125 000 m²

1,6−2,8 ml/m²

2,4−4,2 ml/m²

Ährenkrankheiten

Ähre und oberer Blatt­ bereich

50 000− 100 000 m²

2−4 ml/m²

3−6 ml/m²

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Pflanzenschutz

Anspruchsvolle Aufgabe: Spritzgestänge müssen Schläge absorbieren, Neigungsänderungen ausgleichen und zudem das Auftreten von Schwingungen verhindern. Bilder: R.Burkhalter/zvg

Formel 1 der Gestängeführung Die Gestängeführung bei Feldspritzen ist eine komplexe Wissenschaft. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Stabilität und die Balance. Welche Systeme am Markt erhältlich sind, zeigt dieser Beitrag. Ruedi Burkhalter

Da bleibt keine Schwäche unentdeckt: Wenn jeweils an den DLG-Feldtagen die Hersteller von Feldspritzen zur inoffiziellen Europameisterschaft der Gestängeführung antreten, dürfte so manchem Testfahrer in der Warteschlange der Puls in die Höhe schnellen. Unter den kritischen Blicken des Publikums gibt es einen gezielt angelegten, extrem anspruchsvollen Parcours zu absolvieren. Dieser ermöglicht einen einmaligen Direktvergleich zwischen den Fabrikaten. Die Hersteller treten an dieser Veranstaltung meist mit der neusten Technik in höchster Ausstattungsstufe an, um den Fortschritt ihrer Entwicklungsarbeit demonstrieren zu können. Die «Schweizer Landtechnik» hat genau hingeschaut und zeigt die Veranstaltung auch als bewegte Bilder auf ihrem Youtube-­Kanal. Um einen möglichst breiten Überblick zum Thema Gestängeführung zu bieten, werden in diesem Bericht 32

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auch einzelne Systeme gezeigt, die an den DLG-Feldtagen nicht in Aktion zu sehen waren.

Disziplin 1: «Holperstrecke» Als erste Disziplin befahren die Spritzen mit einer vorgegebenen Fahrgeschwindigkeit von 6 bis 8 km/h einen Streckenabschnitt mit Hindernissen, die extreme Anforderungen an Gestängestabilität und -balance stellen. Auf dieser «Holperstrecke» (bumpy track) müssen die Fahrzeuge in einem ersten Abschnitt abrupte, länger dauernde Neigungswechsel in der Fahrspur ausgleichen, ohne dass der Balken auf einer Seite in den Bestand abtaucht oder sich auf der anderen Seite zu hoch vom Bestand abhebt. In den weiteren Abschnitten werden die Fahrzeuge mit gezielt angelegten, ein- und beidseitigen Schlägen in unterschiedliche Schwingungen versetzt. Hier kommt es auf die Federungs-

und Dämpfungseigenschaften der Spritzgestänge und der Fahrwerke an. Ziel ist es, den Streckenabschnitt möglichst schwingungsarm zu bewältigen. Die Arbeitsgeschwindigkeit während der Passagen wird jeweils gemessen und für die Besucher angezeigt. Das Resultat, also die Genauigkeit der Applikation, kann hingegen nicht gemessen oder wissenschaftlich erfasst werden. Jedoch können die Zuschauer die Unterschiede doch sehr deutlich mit eigenen Augen beurteilen.

Dämpfung in vier Dimensionen Die Gestängeführung bei Feldspritzen ist mittlerweile mit steigenden Fahrgeschwindigkeiten, grösseren Arbeitsbreiten und kleiner werdenden Abständen zur Zielfläche zu einer wahrlich komplexen Wissenschaft geworden. Während der Arbeit müssen verschiedene Führungssysteme Schläge in vier Richtungen


Pflanzenschutz

Beim Konturfahren fährt das Fahrzeug auf der Ebene, auf der linken Seite muss das Gestänge über einen ansteigenden Erdhügel geführt werden.

absorbieren, Neigungsänderungen ausgleichen und zudem das Auftreten von Schwingungen im Spritzgestänge verhindern. Die zunehmende Verbreitung der Elektronik macht die Aufgabe der Entwickler nicht einfacher: Die in den Hightech-Modellen verbauten Elektroniksysteme ermöglichen es, immer mehr Aufgaben der Gestängeführung aktiv zu steuern, statt wie bisher nur mit passiven, mechanischen Systemen zu arbeiten. Allerdings wird die Elektronik als Ergänzung der mechanischen Systeme eingesetzt. Das heisst: Passive Dämpfungssysteme und aktive Führungselemente müssen mit grossem Aufwand aufeinander abgestimmt werden. Sonst droht die Gefahr, dass diese gegeneinander arbeiten, was unerwünschtes Aufschaukeln oder vom System selbst verursachte Eigenschwingungen erzeugen kann.

Nun der Reihe nach: Die flexible Verbindung zwischen Fahrzeug und Gestänge dient einerseits der Höhenführung, andererseits der Dämpfung von vertikalen Schlägen. Dazu wird immer noch bei den

meisten Maschinen ein Hubmast verwendet. Diese Bauweise bietet einen grossen Verstellbereich bei kurzer und leichter Bauweise, stösst aber immer mehr an ihre Grenzen. Im Bereich der Hightech- und Hochgeschwindigkeitsmaschinen setzt sich an Stelle des Hubmasts zunehmend das Parallelogramm durch. Diese meist aus zwei Unter- und zwei Oberlenkern bestehende Hubkonstruktion weist im Gegensatz zum Hubmast kein Spiel auf und ermöglicht so ein ruhigeres, präziseres und weitgehend verschleissfreies Arbeiten. Ein weiterer Hauptvorteil besteht darin, dass für die Unterbringung von Dämpfungselementen und Zylindern wesentlich mehr Platz zur Verfügung steht. Ein Parallelogramm macht das Fahrzeug jedoch schwerer und länger. Diesem Nachteil versuchen die Konstrukteure mit unterschiedlichen Strategien entgegenzutreten. Durch Einbuchtungen im Tank können die Drehpunkte nach vorne verschoben werden, was jedoch wiederum ein Nachteil für die Innenreinigung des Tanks sein kann. Grim beispielsweise hat bei den Selbstfahrern den Motor hinter den Tank verlegt. Der schmale Motor

Kuhn ist bisher der einzige Hersteller, der ein Parallelogram an einer Dreipunkt-Feldspritze realisiert hat.

Beim Selbstfahrer «Pantera» von AMAZONE werden Schläge durch das Tandem-Fahrwerk stark abgeschwächt.

Hubmast oder Parallelogramm

passt so zwischen die Lenker des Parallelograms, der Tank findet in optimaler Form zwischen Motor und Kabine Platz. Als bisher einziger Hersteller hat Kuhn die Vorteile des Parallelogramm-Prinzips auch auf eine Dreipunkt-Feldspritze übertragen. Das System heisst «Optilift» und ist auf den Modellen «Deltis 2 und Altis 2» verfügbar. Um die Baulänge der Maschine nicht unnötig zu vergrössern, wurde eine raffinierte Kombination aus L-Rahmen und drei vor dem Tank angebrachten Drehpunkten entwickelt. Der in der Mitte befestigte Oberlenker reicht bogenförmig vom oberen Rahmenende über den Tank bis nach unten zur Gestänge­aufhängung und bietet trotz kompakter Bauweise einen grossen Hubbereich mit bis zu 250 cm Balkenhöhe. In Kombination mit einem Fronttank erweitert diese Technik von Kuhn den Traktor zu einem wendigen, kostengünstigen Mini-Selbstfahrer von 2300 bis 3500 Liter.

Fahrwerk wichtig für Stabilität Nicht zu unterschätzen ist das Fahrwerkskonzept, das bereits einen grossen Teil der vertikalen Schläge absorbieren oder gar verhindern kann. Möglichst grosse Raddurchmesser bei langem Radstand sind für die Stabilisierung des Gestänges von Vorteil, verschlechtern anderseits aber die Wendigkeit. Auf ein bemerkenswertes Tandem-Fahrwerk setzt AMAZONE beim Selbstfahrer «Pantera». Hier wird das Gewicht nicht wie üblich hinten und vorne, sondern nur beidseitig über je einen Drehpunkt in der Fahrzeugmitte auf das Chassis abgestützt. Durch diesen Effekt des langen Hebels kann der auf das Chassis wirkende Weg einer Bodenunebenheit bereits halbiert werden. Als Gegensatz dazu fällt auf dem Parcours der kompakte Selbstfahrer «Agribuggy» von McConnel auf: Dieser wird durch die extremen Schläge aufgrund seines leichten Gewichts, des kurzen Radstands und der

Um die Baulänge zu reduzieren, platziert Grim bei den Selbstfahrern den Motor zwischen den Lenkern des Parallelogramms.

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Pflanzenschutz

kleinen Raddurchmessers richtig durchgeschüttelt, was eine stabile Gestängeführung bei so extremen Bedingungen fast unmöglich macht. Auf eine Entkoppelung von Fahrwerk und Chassis durch lange Hebel setzt beispielsweise auch Agrifac beim «StabiloPlus»-System des Selbstfahrers «Condor» und durch eine kombinierte Achs- und Deichselfederung beim gezogenen Modell «Milan».

Zweites Parallelogramm schluckt Seitenschläge Durch einseitige Bodenunebenheiten wirken auch Schläge quer zur Fahrtrichtung auf das Gestänge. Diese Schläge werden beispielsweise bei der Gestängeführung «BoomControl» der gezogenen Feldspritzen «Leeb LT» von Horsch durch ein zweites Parallelogramm absorbiert. Wichtig ist bei der seitlichen Stabilisierung insbesondere, dass alle Bauteile, welche je nach Hersteller aus einer Kombination von mechanischen Federn mit entweder hydraulischen oder pneumatischen Dämpfungselementen bestehen, möglichst flexibel auf variable Grössen wie Balkenbreite und -gewicht, Art des Einsatzes sowie weitere Elemente wie Pendelaufhängung mit Hangausgleich abgestimmt werden können.

ten, also auch am Vorgewende entstehen. Solche Schwingungen sind nicht einfach nur ein Schönheitsfehler. Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass sich die Spritzdüsen durch diese Schwingungen vor allem in den äussersten Gestänge­ segmenten abwechslungsweise deutlich schneller, dann wieder deutlich langsamer bewegen als die Feldspritze – oder gar rückwärts. Dieser Effekt nimmt mit zunehmender Gestängebreite und -flexibilität überproportional zu und hat zur ­Folge, dass Teilflächen mit massiver Überrespektive Unterdosierung versorgt werden (siehe Grafik). In den unterdosierten Bereichen kann die Wirkung der Produkte ungenügend ausfallen, in den überdosierten Bereichen kann sogar eine Schädigung der Nutzpflanze auftreten. Eine Auswertung der Videoaufnahmen zeigt, dass auf der Holperstrecke bei vielen Modellen starke Schwingungen auftreten. Diese Art von Schwingungen ist stark abhängig von der Gestängebauweise und auch von den bisher erwähnten Dämpfungssystemen. Je nach Arbeitsbreite und Bauweise werden Schwingungen mit mehr oder weniger komplexen, passiven Systemen bekämpft.

«SwingStop» sorgt für Ruhe Dosierfehler durch Schwingungen Sehr anspruchsvoll ist schliesslich die Bekämpfung von horizontalen Schwingungen am Gestänge, welche in Fahrtrichtung auftreten. Im Fachjargon unterscheidet man zwischen symmetrischen Schwingungen, die vor allem bei Geradeausfahrt entstehen und asymmetrischen Schwingungen, die vor allem in und nach Kurvenfahr-

Mit der optional erhältlichen «SwingStop»-Technologie hat AMAZONE als bisher einziger Hersteller kürzlich eine aktive Schwingungstilgung des Gestänges auf den Markt gebracht. Und so funktionierts: Auf beiden Seiten misst im äusseren Gestängebereich je ein Bewegungssensor die relativ zur Gestängemitte auftretende Geschwindigkeit. Jede Gestängeseite ist mit

Ausblick Nicht nur in der Schweiz kommt die heutige Pflanzenschutzpraxis aus ökologischen Gründen unter Beschuss. Zwar erscheinen heute einerseits die hier gezeigten Spitzentechnologien für unseren klein strukturierten Ackerbau unerreichbar teuer. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass die überteuerte Spitzentechnologie von heute bereits in wenigen Jahren auch in kleineren Grössen wirtschaftlich einsetzbar sein könnte. Es ist heute wohl unbestritten, dass der zunehmende Druck der Öffentlichkeit eine weitere Reduktion von Aufwandmengen zur Folge haben wird. Dabei wird die Professionalisierung im Pflanzenschutz und die Weiterentwicklung von präziser Applikationstechnik noch weiter an Bedeutung gewinnen.

zwei Hydraulikzylindern ausgestattet, welche dann in und entgegen der Fahrtrichtung der Gestängeschwingung entgegenwirken. Die Ansteuerung der Zylinder erfolgt automatisch über sehr dynamische, proportionale Druckregelventile. Die Analyse der Videoaufnahmen zeigt, dass an der mit dieser Technik ausgestatteten gezogenen Feldspritze «UX 01 Super» tatsächlich kaum mehr von Auge wahrnehmbare Schwingungen auftreten. Symmetrische Schwingung

Asymmetrische Schwingung

In und nach Kurvenfahrt

Unterdosierung

Überdosierung

Sollmenge

John Deere ist bisher der einzige Hersteller mit einem ultraleichten Gestänge aus Karbon. Leicht bedeutet aber nicht immer auch automatisch stabil.

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Symmetrische Schwingungen im Gestänge treten bei Geradeausfahrt auf, asymmetrische bei Kurvenfahrten.


Pflanzenschutz

Disziplin 2: «Konturfahren» Gleich nach dem Passieren der Vorge­ wendefahrt muss direkt ein Hindernis um­ fahren werden, bevor es weiter zur Diszip­ lin Geländekontur geht. Hier müssen die in der Ebene fahrenden Spritzen zeigen, wie gut die automatische Gestängeführung ei­ ner nach aussen und nach vorne anstei­ genden Geländekontur folgen kann. Beim Durchfahren dieses Abschnittes schreibt der Veranstalter eine Fahrgeschwindigkeit von 12 bis 15 km/h vor.

Mechanisch oder elektronisch Bei herkömmlichen einfachen Feldspritzen wird die Höhenführung des Gestänges ma­ nuell vom Fahrer gesteuert und als einzige automatische Zusatzfunktion wird meist ein einfacher mechanischer Hangausgleich eingebaut. Das an einem zentralen Pendel­ gelenk aufgehängte Gestänge wird in der Ebene automatisch durch den unter dem Drehpunkt liegenden Schwerpunkt in Ba­ lance gehalten. Wird das Fahrwerk in Hanglage geneigt, sorgt die steigende Feder­ spannung des aktivierten Hangaus­ gleichs dafür, dass das Gestänge ebenfalls dem Gelände entsprechend geneigt wird. Genauer arbeiten lässt sich mit einem elek­ tronischen Hangausgleich. Hier befindet sich im Fahrwerk und im Gestänge je ein Neigungssensor. Die hydraulische Steue­ rung sorgt dann dafür, dass sich der Balken­ sensor immer im genau gleichen Messwert befindet wie der Fahrwerkssensor. Im hier beschriebenen Parcours würde aber auch ein solches System komplett versagen, da sich das Fahrwerk im Vergleich zur Gelän­ dekontur überhaupt nicht neigt.

Mit Ultraschallsensoren Die Lösung erfordert hier eine aktive auto­matische Höhenführung, welche die Höhe des Gestänges über Boden oder Pflanzenbestand misst. Das System arbei­ tet bei allen Herstellern mit Ultraschall­ sensoren, die nach dem gleichen Funkti­ onsprinzip arbeiten und bei den meisten Pendelaufhängung

«Swing Stop» von AMAZONE ist die erste aktive Schwingungsdämpfung für Gestänge. Auf jeder Seite wirken zwei Hydraulikzylinder der Schwingung entgegen.

Fabrikaten vom Spezialisten NORAC ge­ liefert werden. Die doch grossen Unter­ schiede in der Leistungsfähigkeit der Sys­ teme ist also weniger auf die verwende­ ten Komponenten zurückzuführen, als auf die verwendete Software und die Ab­ stimmung der Systeme aufeinander. Die Ultraschallsensoren registrieren jeweils ei­ nen Anteil längere Messwerte vom Bo­ den und kürzere Messwerte vom Pflan­ zenbestand. Bei den meisten Systemen kann der Fahrer auswählen, mit welchen Messwerten er arbeiten will. Die besten Resultate werden bei vielen Arbeiten im «Hybridmodus» erzielt, in dem sowohl die längeren als auch die kürzeren Mess­ werte zur Steuerung verwendet werden. Grob erklärt lassen sich die Systeme in fünf Ausbaustufen unterteilen.

Starres Gestänge, zwei Sensoren In der einfachsten Ausbaustufe, der sen­ sorgesteuerten Konturführung, wird mit zwei Sensoren und einem starren Gestän­ ge gearbeitet. Das heisst, dass sich alle Düsen immer in einer horizontalen Linie befinden. Die Anpassung an die Kontur erfolgt hier nur durch Variieren der zent­ ralen Gestängehöhe und der Gestänge­ neigung. Im DLG-Parcours bringen diese Systeme bei geringen Arbeitsbreiten be­ reits eine Verbesserung, wobei aber auf­ grund des starren Balkens die äusseren Düsen zu tief, die inneren zu hoch arbei­ ten. Bei grösseren Arbeitsbreiten treten teils heftige Bodenkontakte auf, da ent­ weder der Weg des Hubrahmens zu klein oder die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems zu langsam ist (der grosse Hub­ zylinder muss mit Öl gefüllt werden). Bei der gezogenen Feldspritze «iXtra T4» von Kverneland beispielsweise heisst diese Version «Boom Guide Comfort».

Die einfachste automatische Höhenführung arbeitet mit starrem Gestänge und zwei Ultraschallsensoren.

steuert, die beiden äusseren Abschnitte werden separat angesteuert und falls nö­ tig angehoben. Diese Systeme sind nun dank drei Ultraschallsensoren bei optima­ ler Einstellung in der Lage, der Kontur des Parcours perfekt zu folgen. Bei dieser Aus­ baustufe können die äusseren Gestänge­ abschnitte nur in einem positiven Winkel zum Mittelteil angehoben werden (An­ passung in Mulden). In der dritten Aus­ baustufe wird ebenfalls mit drei Gestän­ geteilen gearbeitet, zusätzlich ermögli­ chen die Aussenteile einen «negative Tilt», das heisst, sie können sich gegenüber dem Mittelteil auch absenken und sich so auch auf Kuppen anpassen.

Mit noch mehr Sensoren In einer weiteren Ausbaustufe wird bei­ spielsweise bei Kverneland für grössere Gestängebreiten die Anzahl Sensoren er­ höht und die Steuerung mit Proportional­ ventilen ausgestattet, was eine deutlich präzisere Steuerung ermöglicht. Diese Variante «Boom Guide ProActive» ist aber auch rund doppelt so teuer wie die vorherige Variante «Boom Guide Pro»

Zusätzliches Gelenk

In der zweiten Ausbaustufe wird der Bal­ ken über zwei horizontale, durch zusätzli­ che Hydraulikzylinder bewegte Drehpunk­ te in drei Abschnitte geteilt. Die Höhe des Mittelteils wird über den Hubrahmen ge­

In der höchsten Ausbaustufe schliesslich werden die äusseren Gestängeteile mit noch einem zusätzlichen Gelenk ausge­ stattet und somit in fünf beweglichen Gestängeteilen gearbeitet. Diese Varian­ te kommt vorwiegend bei Gestängen zum Einsatz, die mit halbiertem Düsenab­ stand arbeiten und deshalb mit einem bis auf 30 cm reduzierten Abstand zur Zielfläche nochmals erhöhte Ansprüche an die Höhenführung mit sich bringen.

Die Premium-Gestängeführung kann sich auch im negativen Winkel zum Mittelstück bewegen, kostet aber deutlich mehr.

Für die «Leeb LT» bietet Horsch auf Wunsch sogar eine Höhenführung mit fünf unabhängig geführten Gestängeabschnitten.

Zusätzliche Hydraulikzylinder

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Pflanzenschutz

Es liegt in der Verantwortung des Anwenders, Abweichungen bei Spritzdüsen zu beheben. Bild: Kverneland

Sind die Düsen in Ordnung? Düsen zählen nach Ansicht der Hersteller zu den am meisten vernachlässigten Komponenten bei Pflanzenschutztechnik. Das führt immer wieder zu Beanstandungen. Daher müssen Pflanzenschutzspritzen einen Test bestehen. Ab 2020 neu alle drei Jahre. Ruedi Hunger

Ein erfolgreicher und umweltgerechter Pflanzenschutz hängt ganz wesentlich von der richtigen Umsetzung der Spritzmittel-Empfehlungen ab. Dabei geht der Mittelhersteller selbstverständlich von der richtigen Auswahl und der einwandfreien Funktion der Düse aus. Dabei sind Durchflussmenge, Tropfengrösse und Spritzverteilung auf der Zielfläche die entscheidenden Grössen.

Verschleiss ist «messbar» Düsenverschleiss, mal abgesehen von grösseren mechanischen Beschädigungen, ist eine schleichende Entwicklung. Der Verschleiss am Düsenmundstück ist bei einer Sichtprüfung nicht auf Anhieb sichtbar. Abnützungserscheinungen ma36

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chen sich zuerst an den Abrisskanten der Düse bemerkbar, indem diese nicht mehr kantig, sondern abgerundet sind. Dieser Umstand verändert das Spritzbild und ist nur bei einer näheren Kontrolle erkennbar. Parallel zu steigendem Verschleiss steigt die Durchflussmenge. Daher lässt sich die Abnützung eines Düsenmundstücks am einfachsten über die Durchflussmenge ermitteln. Wenn beim Vergleich der Durchflussmengen des alten mit einem neuen Düsenmundstück Dif­ ferenzen von 10 % und mehr gemessen werden, sind die Düsen übermässig abgenutzt und sofort zu ersetzen. Die Kosten für einen Satz neue Düsen stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten der eingesetzten Pflanzenschutzmittel.

Normen-Fertigung Der kritische Punkt bei der Beherrschung von Durchflussmenge, Tropfengrösse und Spritzverteilung ist die Düsenöffnung. Die Hersteller produzieren die Düsen mit hochgradiger technischer Fertigkeit. Das manifestiert sich in der hohen Präzision. Europäische Normen fordern von neuen Düsen sehr enge Volumenstromtoleranzen (+/–5 %) zum Nennwert.

Vorsicht beim Reinigen Flachstrahl-Düsenmundstücke haben scharfe Austrittskanten. Damit wird gemäss der Spezifikation der Düse eine qualitativ gleichbleibende Strahlbildung erreicht. Es ist daher nachvollziehbar, dass selbst kleinste Beschädigungen den Volumenstrom ver-


Pflanzenschutz

grössern und/oder zu einer mangelhaften Flüssigkeitsverteilung führen. Mit entsprechenden Filtern im Leitungssystem wird sichergestellt, dass Verstopfungen an den Düsen gar nicht erst auftreten (sollten). Verstopft dennoch eine Düse, darf diese niemals mit einem metallischen Gegenstand gereinigt werden. Teejet empfiehlt in dem Fall einen Zahnstocher oder eine Bürste mit weichen Borsten. Allerdings können Kunststoffdüsen bereits mit einem Zahnstocher beschädigt werden.

Düsenfilter Düsenfilter sind die letzte Möglichkeit, allfälligen Schmutz vor der Düse abzufangen. Es gibt Kugelventilfilter, Schlitzfilter, Hutfilter u. a. Wenn Düsenfilter vorhanden sind, dann sollten sie, wenn sie ersetzt werden, alle vom gleichen Hersteller, von gleicher Grösse und gleichem Typ

sein. Es muss nicht sein, aber verschiedene Düsenfilter können auch zu unterschiedlichem Düsenausstoss führen. Schliesslich können selbst Tropfstoppventile den Durchfluss beeinflussen, insbesondere wenn die Membranen infolge ungenügender Reinigung verkleben.

Spritzentests bringen es an den Tag. Bei Düsen kann es bei entsprechendem Verschleiss zu Abweichungen kommen. Der Anwender ist gehalten, bei feststellbaren Abweichungen die Düsen auch ausserhalb der offiziellen Spritzentests näher zu kontrollieren und gegebenenfalls auszutauschen.

Verantwortung braucht Ideen … Die Firma MSO hat zur Qualitätssicherung bei Pflanzenschutzgeräten und für Beregnungsbalken ein Düsenüberwachungssystem entwickelt. Ein Radar-Sensor-System mit der Bezeichnung «SprayMon» überwacht die Einzeldüsen. Bei Abweichungen aufgrund von Abnutzung, Anbackung, Verstopfung, falscher Handhabung usw. wird der Anwender/Fahrer auf dem Monitor mit Angabe der Düsennummer gewarnt. Nähere Informationen unter www.mso-technik.de.

Je komplexer das Düsensystem, desto weniger Fremdstoffe dürfen in der Spritzbrühe sein. Bild: Amazone

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Fazit

NEU Rubin

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Spritzentests alle drei Jahre Feldspritzen müssen gemäss den Richtlinien für den ökologischen Leistungsnachweis ÖLN und gemäss Verordnung über die biologische Landwirtschaft jedes 4. Jahr geprüft werden. Ab 2020 wird der Prüfintervall auf drei Jahre reduziert (siehe «Schweizer Landtechnik» 2/2019). Dieser Test ist für den Anwender eine Bestätigung, dass seine Feldspritze die Anforderungen erfüllt.

Die Radarüberwachung «SprayMon» von MSO kostet pro Sensor rund 130 Euro. Zielanwendung ist die Nachrüstung an bestehende Pflanzenschutzgeräte.

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Ihre Gebietsverkaufsleiter: Andreas Rutsch, Mob. 079 6 06 00 05, Email: a.rutsch@lemken.com Karl Bühler, Mob. 079 8 24 32 80, Email: k.buehler@lemken.com

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Pflanzenschutz

Wasser ist nicht gleich Wasser, aber die Spritzbrühe besteht zu über 96% aus Wasser. Bild: Kuhn

Wasser entscheidet über den Erfolg Die Wassereigenschaften haben massgeblichen Einfluss auf die Spritzbrühe. Das heisst, wie schnell und wie gut sich die Pflanzenschutzmittel in der Spritzbrühe lösen. Und wie schnell sie abgebaut werden und letztlich wie gut sie wirken. Ruedi Hunger

Filterverstopfungen und ungenügend gelöste Pflanzenschutzmittel strapazieren die Nerven des Fahrers und reduzieren die Wirkung der Applikation. Die Ursache von instabilen Flüssigkeiten und der Abbau von Wirkstoffen werden durch die Verwendung von hartem und kaltem Wasser verstärkt. Auch extrem saures oder alkalisches Wasser verschlechtert unter Umständen die Benetzung der Zielflächen.

pH-Wert Der pH-Wert beeinflusst in erster Linie die Löslichkeit der Pflanzenschutzmittel bzw. beschleunigt deren Abbau teils massiv. Der pH-Wert gibt die H+ -Ionen in einer Lösung an. Die Definition reicht 38

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von stark sauer (0) über neutral (7) bis stark basisch (14). Kalk- und mag­ nesiumhaltiges Wasser hat einen hohen pH-Wert, während eisen- und mangan­ haltiges Wasser einen tiefen pH-Wert aufweist. Mittels Teststreifen kann der pH-Wert des Wassers, wenigstens an­ nähernd, festgestellt werden. In der Spritzflüssigkeit ist der Einfluss des pH-Werts vermutlich nicht so gross wie die Wasserhärte. Aktuelle Pflanzenschutzmittel sind so zusammengesetzt, dass eine stabile Spritzbrühe unab­ hängig vom pH-Wert des Wassers gewährleistet ist – wobei sie sich im schwach sauren Bereich von pH 6,0 bis 6,5 am besten entfalten. Dies wird durch Puffersysteme erreicht, die mit

Hilfe von schwachen Säuren oder Basen bis zu einem gewissen Grad Wasserstoff-Ionen aufnehmen bzw. freisetzen können. Um Problemen aus dem Weg zu gehen, empfiehlt es sich, die Originalprodukte zu bevorzugen und billige Nachbau­ produkte nur nach Nachfrage beim Hersteller einzusetzen. Bei unterschiedlichen Pflanzenschutz­ mitteln und insbesondere bei Tank­ mischungen kann es zu einer pH-Wert-Änderung kommen, welche die Stabilität der Spritzbrühe durch Ausflockung oder phytotoxische Reaktionen gefährdet. Als typische pH-Wert-Senker gelten Zitronensäure, schwefel­ saures Ammoniak SSA, ethephonhaltige Präparate, Morpholine


Pflanzenschutz

und auch Moddus. Andere Stoffe, beispielsweise Na-Borat, Solu­ bor oder Natron­lauge, steigern den pH-Wert. Sulfonylharnstoffe lösen sich am sichersten im alkalischen Milieu.

Umrechnungsformel Wasserhärte Physikalische Einteilung in Millimol Kalziumcarbonat pro Liter (mmol/l) Deutsche Härtegrade (1 °dH = 1,78 °fH)

Wasserhärte Hartes Wasser entsteht, wenn Wasser über oder durch Gesteine fliesst, die viel Kalzium und Magnesium enthalten (Carbonathärte). Der Härtegrad des Wassers hängt also von der Bodenbeschaffenheit ab. Bei vorherrschenden Sand- und Kalksteinböden ist das Wasser härter als in Gegenden, wo Granit- oder Basaltböden vorherrschen. Starke Düngung landwirtschaftlich genutzter Böden kann zu einer Erhöhung des Wasserhärtegrads beitragen. Man weiss von einzelnen Wirk­ stoffen, dass sich Kalzium an deren Moleküle anlagert und ihre Wirkung mindert. Beispielsweise wird die Wirkung von Glyphosat durch Kalzium um bis zu 70 % reduziert (Glyphosat bindet sich an alle im Wasser gelösten Ionen). Der Wirkstoff Phenmedipham war in hartem Wasser praktisch unwirksam (frühere Formulie-

Französische Härtegrade (1 °fH = 0,56 °dH)

0 bis 4 °dH

sehr weich

0 bis 7 °fH

4 bis 8 °dH

weich

7 bis 15 °fH

8 bis 18 °dH

mittelhart

15 bis 25 °fH

18 bis 30 °dH

ziemlich hart hart sehr hart

25 bis 32 °fH 32 bis 42 °fH ab 42 °fH

rung von Betanal). Im Extremfall kommt es zu Ausflockungen, die sämtliche Filter des Gerätes verschliessen. Ca- und Mg-­ Ionen können unter Zugabe von Zitronensäure gebunden werden. Das Lebensmittelgesetz der Schweiz gibt die Einteilung des Wassers in sechs Härte­ stufen vor (in °fH). Der durchschnittliche Härtegrad des Wassers in der Schweiz liegt bei 18 °fH. Je nach Region weicht es aber von diesem Mittelwert ab. In den Voralpen, den Alpen und auf der Alpensüdseite ist der Härtegrad eher

weich. Im Jura mittelhart und im Mittelland oft hart bis sehr hart. Regenwasser ist normalerweise weiches Wasser. Im sogenannten «sauren Regen» steigt der Härtegrad deutlich an. Genaue Angaben zur Wasser­ härte bekommt man beim Wasserversorger der Region.

Umwelteinflüsse Wasser mit hohen Gehalten an Eisen- und Mangan-Ionen ist für Pflanzenschutzmassnahmen nicht verwendbar. Dies weil viele Wirkstoffe in diesem Medium geschwächt

Einflussfaktoren bei Tankmischungen pH-Wert

Wasserhärte

Temperatur

Tankmischung Reihenfolge

PSM

Dünger

Zusatzstoffe

3 2019 Schweizer Landtechnik

39


Pflanzenschutz

oder wirkungslos werden. Wenn also in einem Düsensieb oder im Tank schwarze oder rostige Rückstände zu finden sind, ist auf diese Wasserquelle für Pflanzenschutzarbeiten zu verzichten. Sind im Wasser viele Schwebestoffe enthalten (Ton, organische Substanzen), können sich diese an die Wirkstoffe anlagern. Bei Sulfonylharnstoffen führt dies im Extremfall zur Unwirksamkeit. In gesammeltem Regenwasser kann es ebenfalls Trübung geben. Diese kommt von Schmutzpartikeln, die vom Dach in den Auffangbehälter geschwemmt werden. Deshalb hat trübes, ungefiltertes Wasser nichts in der Spritze zu suchen. Geeignet als Spritzwasser ist Wasser, das man nach einer visuellen Prüfung auch trinken würde.

Befüllreihenfolge von unterschiedlichen Pflanzenschutzmitteln (Befüllbeginn – wenn Behälter mindestens 30 % gefüllt ist!)

1. Zugabe

Feste Formulierung

Folienbeutel WG WP Schaumstopp

2. Zugabe

Trübe Flüssigkeit

SC CS SE

Suspensionskonzentrat Kapselsuspension Suspoemulsion

3. Zugabe

Klare Flüssigkeit

SL EW EC Formulierungshilfsstoffe

Wasserlösliches Konzentrat Emulsion, Öl in Wasser Emulgierbares Konzentrat (ohne AHL)

4. Zugabe

Fest/flüssig

Wasserdispergierbares Granulat Wasserdispergierbares Pulver

Spurennährstoffe

Fazit

Die Zugabe von anderen Stoffen kann die Spritzbrühe in ihrem Verhalten beeinflussen. Bild: Amazone

Der Schweizerische Verband für Landtechnik (SVLT) ist die Dachorganisation von 23 Sektionen und zählt rund 20000 Mitglieder. Der Verband vertritt die Interessen der Schweizer Landwirte in allen Fragen der Landtechnik und betreibt ein breites Aus- und Weiterbildungsprogramm. Wir suchen per sofort oder nach Vereinbarung eine(n)

Kaufmännische(n) Angestellte(n) Kursadministration (80%) Hauptaufgaben • Gesamte Organisation und Abwicklung der Kursadministration (Anmeldungen, Buchungen, Verrechnung, Beratungen, Korrespondenz, Auswertungen usw.) • Erstellen der Kursplanung in Koordination mit internen und externen Kursleitern • Bereitstellen der Ausbildungsunterlagen • Kontrolle der Rechnungen und Spesenabrechnungen • Betreuung der Homepage und Facebook-Seiten (Kurse) • Allgemeine Sekretariatsarbeiten (Post, Telefon, Stammdatenpflege)

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Schweizer Landtechnik 3 2019

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Bei der Wasserhärte bereitet vor allem die sogenannte Carbonhärte durch Ca- und Mg-Ionen Probleme. Linderung bringt der Einsatz von Zitronensäure. Den negativen Auswirkungen des pH-Werts entgegnen die Pflanzenschutzmittel-Hersteller mit entsprechenden Zusätzen. Es besteht keine Korrelation zwischen dem pH-Wert und der Wasserhärte.

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2018 Geschäftsbericht

Schweizerischer Verband für Landtechnik Association suisse pour l’équipement technique de l’agriculture


Vorwort Geschätzte Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser Mit viel Engagement haben Vorstand und Geschäftsstelle des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik (SVLT) die aktuellen Herausforderungen angenommen und versucht, diese auch zu meistern. Der SVLT ist im Berichtsjahr der Charta «Digitalisierung» beigetreten. Weiter hat sich der Vorstand an einer Klausurtagung mit den Themen «Digitalisierung in der Landwirtschaft» und «Sponsoring des SVLT» befasst. Die Digitalisierung hat bereits – und wird künftig noch verstärkt – in der Landwirtschaft Einzug gefunden und wird dies in Zukunft noch verstärkter tun. Der Vorstand hat nach dieser Klausurtagung mit den Präsidenten und Geschäftsführern der Sektionen im November entschieden, beim SVLT eine Beratungsstelle für diesen Themenkomplex zu schaffen. Es geht darum, dass der Verband seine Mitglieder kompetent, aus erster Hand und markenneutral beraten kann, wenn Neuinvestitionen oder eine Betriebsumstellung anstehen. Eine sinnvolle Investition in diese Technologie muss die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe verbessern, den administrativen Aufwand reduzieren und eine nachhaltige Produktion garantieren. Oder kurz zusammengefasst: Sie muss die Wirtschaftlichkeit des Landwirtschaftsbetriebes verbessern und nicht einfach die Kostenseite weiter belasten. Wir hoffen, dass wir rasch eine kompetente Persönlichkeit finden werden. Der Vorstand hat der Fachhochschule Nordwest-Schweiz den Auftrag erteilt, eine Analyse der Sponsoring-Möglichkeiten für den SVLT zu erstellen. Eine Arbeitsgruppe wird sich in diesem Jahr daran machen, die erhaltenen Ergebnisse in die Praxis umzusetzen.

Agrarpolitische Herausforderungen – Beitrag des SVLT Auch im vergangen Jahr durfte sich das Schweizervolk über mehr oder weniger wichtige landwirtschaftliche Vorlagen an der Urne äussern. Abgelehnt wurden die Fair-Food-Initiative, die Initiative für die Ernährungssouveränität und auch die Hornkuhinitiative sowie anfangs 2019 die Zersiedelungsinitiative, die es nicht mehr erlaubt hätte, Gebäude für die bodenunabhängige Produktion in der Landwirtschaftszone zu erstellen Von zentraler Bedeutung – auch für den SVLT – werden die Trinkwasser- und die Pestizidinitiative sein, denn diese richten sich klar gegen eine produzierende Landwirtschaft in der Schweiz. Mit Abstand das gefährlichste Vorhaben ist dabei die Trinkwasserinitiative. Schon der Titel ist irreführend, wenn man sich exakter mit dem Text befasst. 2 | Geschäftsbericht 2018

Wer will nicht sauberes Trinkwasser? Die Initiative zielt gegen die Landwirtschaft und verlangt, dass nur noch Betriebe Direktzahlungen erhalten, die keine Pflanzenschutzmittel mehr einsetzen. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen synthetischen oder natürlichen Substanzen. Somit wären auch die Bio-Bauern betroffen. Es soll zudem keine Direktzahlungen mehr geben, wenn Futter zugekauft wird, was auch den sinnvollen überbetrieblichen Austausch verhindert. Schliesslich soll gar der Antibiotikaeinsatz stark eingeschränkt werden, wenn es weiterhin Direktzahlungen geben soll. Der Schweizerische Bauernverband hat zusammen mit seinen Fach- und Unterverbänden in einem breit angelegten Konzept bereits mit der Aufklärungskampagne begonnen. Auch der SVLT leistet seinen Beitrag. Mit dem Projekt «Minimierung des Pflanzenschutzmitteleintrages», den periodischen Prüfungen der Pflanzenschutzspritzen und der ständigen Aufklärung in den verschiedenen Medien wollen wir die Konsumenten davon überzeugen, dass die Bauern alles tun, um qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel zu produzieren und die Hilfsstoffe massvoll und gezielt eingesetzt werden. Der Bundesrat hat im vergangenen Jahr auch die Agrarpolitik «AP22+» vorgestellt und in die Vernehmlassung gegeben. Diese Vorlage können wir so nicht unterstützen, denn die agrarpolitischen Rahmenbedingungen sollen nach Absicht des Bundesrates angepasst werden, so dass die Landwirtschaft wieder direkter dem freien Markt ausgesetzt werden kann. Im Klartext heisst das, die Agrarpolitik «AP22+» soll zu Gunsten der Deregulierung in Richtung freier Markt heruntergefahren werden. Mit der Abstimmung zu Art. 104a im September 2017 wurde in der Verfassung verankert, dass die Ernährungssicherheit durch die eigene Landwirtschaft gewährleistet werden muss. Ernährungssicherheit ist die Fähigkeit, die Bevölkerung in einem Konfliktfall mehrere Jahre aus der Produktion des eigenen Hoheitsgebietes sicher ernähren zu können. Pflichtlager dienen nur zur Überbrückung der Umstellungszeit auf im Krisenfall gesteigerte Inlandproduktion. Produktionsumstellungen und Intensivierungen im Krisenmodus sind in ihrer Bandbreite beschränkt und setzen eine starke und ausreichende Landwirtschaft auch in Normalzeiten voraus. Anstatt diese Fähigkeit zur Eigenproduktion zu erhalten und zu pflegen, lässt der Bundesrat in der vorgelegten «AP 22+» keine Möglichkeit aus, um die eigene Landwirtschaft zu dezimieren. Bereits bei der Überarbeitung des Landesversorgungsgesetzes von 2016 sagte der Bundesrat im Rahmen der Gesetzesrevision 2014, das Landesversorgungsgesetz sei nicht dazu


SVLT-Vorstand

da «Strukturpolitik zu betreiben». Im Umkehrschluss sollte das aber heissen, dass es Aufgabe der Agrarpolitik ist, Strukturpolitik für die Ernährungssicherheit zu betreiben. Der SVLT wird sich in dieser Frage klar für eine produzierende Landwirtschaft einsetzen, die durch einen angemessenen Grenzschutz und durch faire Produzentenpreise auch überleben kann. Wir wollen aber zur Existenzsicherung unserer Betriebe auch mit dem Angebot von Kursen, Weiterbildungen und Beratungen den effizienten und sicheren Einsatz unserer Maschinen auf den Betrieben fördern, um die Maschinenkosten zu senken und das Unfallrisiko zu minimieren.

Mitgliederwerbung – Bedeutung des Mitgliederbestandes Der Mitgliederbestand hat leider auch im vergangen Jahr abgenommen und liegt über den Zahlen des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Wir müssen dieser Entwicklung mit ganzer Kraft entgegenwirken und den Bauern aufzeigen, weshalb sie Mitglied beim SVLT sein sollen. Das neu verabschiedete Messekonzept sowie weitere Werbemassnahmen sind auf die Mitgliederwerbung ausgerichtet worden. Wir wollen an den verschiedenen Ausstellungen aktiv auf die Besucher zugehen, in den lokalen Fachzeitschriften werben und weitere Anreize für eine Beitritt zu einer SVLT-Sektion schaffen. Die Sektionen sind natürlich auch gefordert. Ein Ziel ist es, dass jedes Vorstandsmitglied der Sektionen pro Jahr ein Mitglied anwirbt. Zudem sollen potenzielle Mitglieder an die Anlässe der Sektionen eingeladen werden und vor allem ist sicher zu stellen, dass der Betriebsnachfolger der Sektion als Mitglied erhalten bleibt. Eine Stabilisierung der Mitgliederzahl wäre das Ziel, das wir aber nur gemeinsam erreichen können. Ich danke für die Unterstützung bestens. Wir können unsere Ziele nur gemeinsam erreichen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen werden, denn alle Sektionen sind aktiv und leisten sehr gute Arbeit. Zudem darf ich auf einen kompetenten und motivierten Vorstand und Mitarbeiterstab zählen. Ich danke den Sektionen, dem Vorstand, der Direktion, allen Mitarbeitenden sowie allen Partnern herzlich für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit im vergangenen Jahr und freue mich auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit für eine prosperierende Landwirtschaft und Landtechnik.

NR Werner Salzmann Präsident

Mülchi BE

Bernard Nicod Vizepräsident

Granges-Marnand VD

Pascal Furer Staufen AG

Ueli Günthardt Präsident Fachkommission Dienstleistungen

Landquart GR

Olivier Kolly Präsident Fachkommission Information

Albeuve FR

Stephan Plattner Bretzwil BL

Markus Schneider Thunstetten BE

Laurent Vernez Rovray VD

Urs Wegmann Werner Salzmann, Nationalrat, Präsident SVLT

Präsident Fachkommission Weiterbildung

Hünikon ZH

Geschäftsbericht 2018 | 3


Aktivitäten Interessenvertretung Der SVLT vertritt seine Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene mit dem Ziel, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um betriebliche Entwicklungen ökonomisch und ökologisch zu fördern. Schwerpunkte sind Strassenverkehr, überbetrieblicher Maschineneinsatz und Unfallverhütung. Der SVLT unterhält ein umfangreiches Beziehungsnetzwerk, um die Anliegen und Interessen der Mitglieder zu vertreten. Die Interessenvertretung wird von den Vorstandsmitgliedern, den Fachkommissionen und dem Zentralsekretariat in den verschiedenen Netzwerken wahrgenommen. Der Verband ist einerseits direkt in diversen Organisationen, Verbänden und Arbeitsgruppen vertreten, und anderseits bringt er sich aktiv in verschiedenen Gremien, Interessengemeinschaften und bei Behörden ein.

Der SVLT ist direkt vertreten bei SBV: Schweizerischer Bauernverband (Landwirtschaftskammer, Grosser Vorstand) SSM: Schweizerische Studiengesellschaft für Motorenbetriebsstoffe (Vorstand) Strasse Schweiz: Verband des Strassenverkehrs FRS (Vorstand) Der SVLT ist Teil eines breit gefächerten Netzwerks von Organisationen, die sich mit Strassenverkehr und Landwirtschaft befassen: Agrartechnik-Forum Schweiz Agridea: Fachbereich Bauen und Landtechnik Agroscope AM Suisse: Fachverband Agrotec Suisse Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr ASTRA: Bundesamt für Strassen BUL: Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (beratende technische Kommission, BTK) Landwirtschaftliche Bildungszentren der Kantone LID: Landwirtschaftlicher Informationsdienst SAB: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete HAFL: Hochschule für Agrar-, Forstund Lebensmittelwissenschaften SIK: Schweizerische Interessengemeinschaft der Fabrikanten und Händler von Kommunalmaschinen SLV: Schweizerischer Landmaschinenverband SVS/ASE: Schweizerische Vereinigung für Silowirtschaft VSR: Verkehrssicherheitsrat

4 | Geschäftsbericht 2018

Gesetzgebung Der Bereich Strassenverkehrsgesetzgebung ist und bleibt ein Schwerpunkt der Interessenvertretung. Bei der Übernahme von EU-Vorschriften gilt es, die nationalen Gegebenheiten und die Anliegen frühzeitig einfliessen zu lassen, um Probleme bei der Umsetzung zu vermeiden und die Kosten für den Betreiber von Landmaschinen so gering wie möglich zu halten. Auch bei der eidgenössischen Gesetzgebung muss der Landwirtschaft mit ihren speziellen Gegebenheiten das nötige Gehör und Verständnis verschafft werden. Aktuelle Herausforderungen Der SVLT wurde im Berichtsjahr wiederum eingeladen, an verschiedenen Vernehmlassungen und Anhörungen der Bundesbehörden teilzunehmen. Im Berichtsjahr hat der Verband Stellung genommen  zur Änderung der Verkehrsregeln und Signalisationsvorschriften und  zur Vollzugshilfe Abgaswartung von stationären Motoren

Information Mit den beiden Fachzeitschriften «Schweizer Landtechnik» in deutscher und «Technique Agricole» in französischer Sprache informiert der SVLT seine rund 20‘000 Mitglieder und freien Abonnenten in jährlich elf Ausgaben. Diese Zeitschriften vermitteln gründliche und praxisnahe Informationen wie aktuelle Meldungen über die nationale und internationale Landtechnik-Branche, fundierte Testberichte über Maschinen, Tipps zum praktischen Maschineneinsatz, Hilfeleistungen bei Investitionsentscheiden und weiteres mehr. Das Redaktionsteam steht dabei in engem Kontakt zu Fachleuten aus der Forschung, Beratung und Industrie, die ihrerseits regelmässig über die Resultate ihrer neusten Erkenntnisse berichten. Mit der Ausgabe Januar 2018 startete man in der Produktion der beiden Zeitschriften eine neue Zusammenarbeit. So werden Layout und Druck nun von der Druckerei AVD Goldach ausgeführt. Die angestrebten Ziele hinsichtlich einer Kostensenkung konnten vollumfänglich erreicht werden. Parallel dazu wurden auch die Vermarktung der Inserate und deren Administration in den SVLT reintegriert. Ab Februar erfolgte der Verkauf der Inserate ausschliesslich durch den SVLT, wozu mit Alex Reimann ein Inserate-Verkäufer im Teilzeitmandat angestellt wurde. Seit September werden nun auch die Rechnungsstellung und das Inkasso der Inserate durch den SVLT abgewickelt, wobei man sich dazu auf eine IT-Lösung von AVD abstützen kann.


Produzierte Seiten im Dreijahresvergleich Schweizer Landtechnik Technique agricole 2016

2017

2018

Redaktionell

650 | 652

654 | 657

667 | 670

Inserate

110 | 108

106 | 103

109 | 106

Anzahl Seiten

760 | 760

760 | 760

776 | 776

Im Rahmen des SVLT-Messeauftritts an der «Agrama 2019» lancierte die «Schweizer Landtechnik» wiederum den Wettbewerb um den «Swiss Innovation Award». Nach dem ersten Versuch 2016 scheint sich dieser Wettbewerb, der zum Ziel hat, einheimische landtechnische Entwicklungen zu fördern, gut etabliert zu haben. Die Resonanz jedenfalls war 2018 um einiges grösser als noch vor zwei Jahren. Am Messestand der Agrama wurde auch die Neuauflage der in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum «Strickhof» ausgearbeiteten Broschüre «Verkehrsvorschriften für landwirtschaftliche Fahrzeuge» präsentiert, erstmals übrigens auch in einer französischsprachigen Fassung. Die redaktionelle Zusammenarbeit mit der österreichischen Zeitschrift «Landwirt» (Austausch von Artikeln, gemeinsame Planung von Testberichten) wurde weitergeführt. Darüber hinaus wurden mögliche Zusammenarbeitsformen mit anderen Zeitschriften ausgelotet und punktuell auch schon umgesetzt. Im Redaktionsteam gab es im Berichtsjahr keine Veränderungen. Die Crew ist weiterhin motiviert, im traditionellen Print-Format, vermehrt aber auch in elektronischer Form, die Verbandsmitglieder, die freien Abonnenten oder generell die an Landtechnik interessierten Personen über landtechnische Belange aktuell zu informieren. Elektronische Medien Diesem Informationszweck dient auch die Website agrartechnik.ch mit dem Newsticker – für die Redaktion eine Herausforderung, diesen kontinuierlich mit tagesaktuellen Meldungen zu versorgen. Die elektronischen Medien werden die «Schweizer Landtechnik» in Zukunft vermehrt fordern, weil speziell die jüngeren Mitglieder diese Kanäle nutzen. Die zahlreichen «Facebook-Freunde» und die 13000 YouTube-Abonnenten sind Zeugnis dieses sich verändernden Verhaltens in der Nutzung von Medien. So wird derzeit auch geprüft, ob sich das Implementieren einer auf Smartphone sowie Tablets nutzbaren App lohnt und welche Bedürfnisse man auch hinsichtlich der Verbreitung von Verbandsinformationen damit allenfalls abdecken muss.

Fachkommission Die Fachkommission «Information» – sie begleitet die Redaktion in strategischer Hinsicht – unter dem Präsidium von SVLT-Vorstandsmitglied Olivier Kolly tagte im vergangenen Jahr dreimal. An der personellen Zusammensetzung änderte sich im vergangenen Jahr nichts. Zusätzlich zum Präsidenten sind derzeit Erika Meili (Agroscope), Sylvain Boéchat (Landwirtschaftsamt Kanton Waadt), Thomas Jucker und Alexandre Peiry (praktizierende Landwirte) sowie Roman Engeler und Heinz Röthlisberger vom Redaktionsteam Mitglied dieser Fachkommission. Die Kommission beschäftigte sich in erster Linie mit der konzeptionellen Weiterentwicklung der Zeitschriften, machte sich aber auch intensive Gedanken über die künftige Ausrichtung des Verbands und seiner Strukturen.

Weiterbildung Der SVLT bietet praxisorientierte Weiterbildung für Personen an, die Maschinen und Geräte in der Landwirtschaft und in landwirtschaftsnahen Bereichen einsetzen und bedienen. 2018 führte der SVLT in eigner Regie oder in Zusammenarbeit mit Dritten zahlreiche Kurse durch. Kurse Total 717 Teilnehmer absolvierten den Fahrkurs «G40». An 182 zweitägigen Kursen in der ganzen Schweiz erwarben sich die Absolventen die Fahrerlaubnis für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Im Bereich der Weiterbildung von Chauffeuren nach CZV wurden 5 Weiterbildungskurse durchgeführt. 47 Teilnehmende erwarben die Bestätigung der obligatorischen Weiterbildung. Im 2018 belegten 16 Teilnehmende die CZV/SUVA anerkannten Flurförder- und Hebekurse. Im Berichtsjahr wurden im Verbandszentrum in Riniken zwei Schweisskurse durchgeführt. Auch wenn die Nachfrage gering ist, wird der Verband aber weiterhin Kurse anbieten, damit das schweisstechnische Knowhow da und dort verbessert werden kann. Bei allen angebotenen Kursen kommen die Mitglieder des SVLT in den Genuss von vergünstigten Kursgebühren. Fachkommission Die Mitglieder der Kommission, Hansjörg Furter, Anton Moser, Raphael Sommer, Stefan Berger, Christian Giger und Beat Steiner, haben sich unter der Leitung des Präsidenten Urs Wegmann zweimal zu Sitzungen getroffen. Das Projekt mit den Lehrfilmen wurde weiterentwickelt. Geschäftsbericht 2018 | 5


Kursteilnehmende im Dreijahresvergleich 2016 Werkstattkurse

2017

2018

15

0

8

1143

914

717

CZV-Kurse

10

28

47

Flurförderfahrzeuge

10

9

16

Fahrkurs G40

Um den finanziellen Aufwand möglichst tief zu halten und weil auch schon viele Filme im Internet verfügbar sind, wurde beschlossen, möglichst viel bestehendes Material zu verwenden und Kooperationen einzugehen. Das verzögert zwar das Projekt, führt aber zu einem viel besseren Kosten-/Nutzenverhältnis. Die Filme sollen sowohl in einer deutsch- als auch französischsprachigen Fassung verfügbar sein. Das Konzept des «ECO-Drive»-Kurses wird derzeit im Aargau getestet und soll dann in der ganzen Schweiz über die jeweiligen Sektionen angeboten werden können. Das Thema «Bremsen» wurde ebenfalls intensiv behandelt. Zwar waren die Rahmenbedingungen längst bekannt, doch halt nicht alle Details und vor allem nicht die definitive Verordnung. In der «Schweizer Landtechnik» wurde laufend über den aktuellen Stand informiert. Jetzt, da mehr oder weniger Klarheit herrscht, wird die Kommission über weitere Angebote wie Merkblätter, Kurse und Empfehlungen beraten. Eine besondere Herausforderung bleibt das Kombinieren von Fahrzeugen und Anhängern nach alter und nach neuer Regelung. Der Verband möchte seinen Mitgliedern ermöglichen, getätigte Investitionen so lange wie möglich nutzen zu können – ohne aber den Aspekt der Sicherheit aus den Augen zu verlieren. Diese Knacknuss wird die Kommission und den Verband weiterhin beschäftigen. Drohnen dürften in nächster Zeit auch in der landwirtschaftlichen Anwendung wichtiger werden. Die entsprechende Gesetzgebung könnte jedoch den aktuellen Entwicklungen hinterherhinken. Die Kommission wird dieses Thema auf dem Radar behalten und wenn nötig rechtzeitig Einfluss nehmen. Der Schulungsbedarf, bereits vorhandene Möglichkeiten und Notwendigkeiten werden zurzeit abgeklärt. Darauf aufbauend soll es bald neue Angebote geben.

Dienstleistungen Der SVLT unterstützt die Sektionen bei den verschiedensten Aktivitäten. Der Verband nimmt dabei namentlich eine koordinierende Funktion ein und berät seine Mitglie6 | Geschäftsbericht 2018

der sowie Interessenten in fachtechnischer Hinsicht. Der SVLT bietet den Sektionen administrative Unterstützung bei der Mitgliederverwaltung an. Diese Dienstleistung beinhaltet je nach Auftrag das Mutationswesen, die Verrechnung und das Inkasso der Mitgliederbeiträge und wird von einem grossen Teil der Sektionen in Anspruch genommen. Feldspritzentests Der SVLT ist vom Bundesamt für Landwirtschaft beauftragt, die periodische Prüfung der Pflanzenschutzgeräte zu organisieren und zu koordinieren. Der Leistungsauftrag beinhaltet die Führung der offiziellen Liste der anerkannten Prüfstellen, die Bereitstellung des erforderlichen Materials und die Durchführung von Weiterbildungskursen. Die Prüfung der Feldspritzen und Obst- und WeinbauSprühgeräte erfolgt durch private Prüfstellen, landwirtschaftliche Schulen und SVLT-Sektionen. Im Jahr 2018 sind über 2200 Feldspritzen und rund 580 Sprühgeräte durch die Prüfstellen geprüft worden. Ab nächsten Jahr müssen übrigens die Feldspritzen alle drei Jahre geprüft werden. Bisher war diese Prüfung alle vier Jahre gefordert. Fachkommission Die Kommission unter dem Präsidium von Ueli Günthardt mit den Mitgliedern Samuel Flury, Heinz Gautschi, Urs Rentsch und Aldo Rui tagten tagte in der Berichtsperiode zweimal. Weiterhin fehlt ein Mitglied aus der Westschweiz. Schwerpunkte der Kommissionarbeit bildeten rechtliche Hilfeleistungen zum Strassenverkehrsgesetz und juristische Abklärungen bei Polizeikontrollen oder Verzeigungen. In diesem Zusammenhang beschäftigte man sich auch mit der Neuregelung der Bremsvorschriften und beim vorderen Überhang bei Traktoren. Weiterhin am Laufen ist das Beratungsprojekt «Vermeidung von Punktquellen», bei dem der SVLT eine führende Stellung einnimmt und das rund um die beiden Pflanzenschutz-Initiativen einen noch höheren Stellenwert bekommen wird. Der Maschinenkosten-Rechner von Agroscope wurde mit der Homepage des SVLT verlinkt, so dass unsere Mitglieder Maschinenkombinationen durchrechnen können und so möglicherweise den einen oder anderen Franken einsprachen, wenn sie überbetrieblich zusammenarbeiten oder gewisse Aufgaben vielleicht einem Lohnunternehmer auslagern. Die Fachkommission hält ein waches Auge auf kostengünstige Lösungen, die den regionalen Austausch von Maschinen fördern. Einige Möglichkeiten zeichnen sich bereits ab.


Verbandsstrukturen

Fachreisen Die Reisegruppe mit Roman Engeler, Willi Zollinger, Thomas Vögeli und Ueli Günthardt traf sich einige Male, um mögliche Reiseziele zu diskutieren und Fachreisen in Zusammenarbeit mit Touristik-Unternehmen konkret zu planen. So wurde im Berichtsjahr die Winterreise 2019 nach Israel mit dem Reisebüro Twerenbold vorbereitet, die in der Folge mit grossem Erfolg durchgeführt werden konnte, so dass sich eine Wiederholung im kommenden Jahr fast aufdrängt. Für den Sommer 2019 ist eine Rekognoszierungsreise nach China geplant. Eine mögliche Fachreise soll wegen des regionalen Klimas dann auch in den Sommermonaten stattfinden. Die traditionellen Winterreisen in den Monaten Januar und/oder Februar bleiben aber weiterhin auf dem Programm.

Delegiertenversammlung 22 Sektionen, 1 Fachverband Revisionsstelle Geschäftsprüfungskommission Vorstand Finanzkommission Fachkommissionen Dienstleistungen Information Weiterbildung

Finanzen Das gute Ergebnis ermöglicht es, zusätzliche Abschreibungen und Rückstellungen vorzunehmen.

Dienstleistungen

Bilanz 31.12.2017

31.12.2018

Umlaufvermögen

817 816.70

919 622.13

Anlagevermögen

684 380.00

639 102.00

Total Aktiven

1 502 196.70 1 558 724.13

Fremdkapital

817 274.82

808 453.80

Eigenkapital: Kapitalkonto

672 589.90

684 911.88

12 321.98

65 358.45

Gewinn Total Passiven

1 502 196.70 1 558 724.13

Erfolgsrechnung Budget 2018

Ist 2018

Ertrag

2 345 240.00 2 485 998.72

Mitgliederbeiträge

1 350 000.00 1 323 008.71

Sonstiger Ertrag

995 240.00 1 162 990.01

Aufwand

2 342 804.00 2 420 640.30

Personalaufwand

1 184 000.00 1 434 390.15

Übriger Aufwand

1 158 804.00

986 250.15

2 436.00

65 358.42

Gewinn

Direktion

Der Vorstand hat die Jahresrechnung an der Sitzung vom 11. Februar 2019 die Jahresrechnung behandelt und verabschiedet. Die Revisionsstelle hat die Jahresrechnung (Bilanz und Betriebsrechnung) für das am 31. Dezember 2018 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft und den entsprechenden Bericht am 13. Februar 2019 dem Präsidenten zugestellt.

Information Weiterbildung Interessenvertretung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SVLT ■ Aldo Rui: Direktor ■ Roman Engeler: Vizedirektor, Chefredaktor, Verlagsleiter ■ Urs Rentsch: Weiterbildung, Beratung ■ Ruedi Burkhalter: Redaktor ■ Ruedi Hunger: Redaktor ■ Heinz Röthlisberger: Redaktor ■ Catherine Schweizer: Redaktorin, Website ■ Dominik Senn: Redaktor ■ Nadja Vogelsang: QM, Website, Einkauf, Redaktionsassistenz ■ Ingrid Pfund: Sekretariat, Kursadministration ■ Jean-Richard Salamin: Fahrlehrer ■ Loana Bianchi: Sekretariat, Buchhaltung ■ Alex Reimann: Anzeigen-Verkauf

Geschäftsbericht 2018 | 7


Sektionen VLT-SG VLT-SG VLT-SG Die Mitglieder sind dem SVLT über ihre Sektionen und Fachverbände angeschlossen. VLT-SG Diese befinden selbstständig über ihre innere Organisation, das Tätigkeitsprogramm und die Finanzen. VLT-SG www.avlt.ch P: Furer Pascal, 5603 Staufen 062 891 21 12 G: Voegeli Thomas, 5103 Wildegg 062 893 20 41

www.vlt-sh.ch P: Müller Martin, 8213 Neunkirch 079 656 74 58 G: Hug Adrian, 8263 Buch 079 395 41 17

P: Zimmermann Urs , 4104 Oberwil 041 401 26 23, 079 348 73 05 G: Itin Marcel, 4466 Ormalingen VLT-SG 076 416 27 13 VLT-SG VLT-SG www.bvlt.ch VLT-SG P: Brenzikofer Klaus, 3646 Einigen VLT-SG 033 654 40 37, 079 336 14 84 G: Gerber VLT-SGPeter, 3054 Schüpfen VLT-SG 031 879 17 45, 079 411 02 33 VLT-SG P: Kolly Olivier, 1669 Albeuve VLT-SG 026 928 10 62, 079 287 00 41 G: Reinhard Samuel, 1725 Posieux 026 305 58 49, 079 670 35 31

P: Müller Paul, 4913 Bannwil 079 340 29 70 G: Ochsenbein Beat, 4554 Etziken 032 614 44 57, 076 302 77 42

P: Berthelet Christophe, 1252 Meinier 078 670 25 25 G: Favre Bertrand, 1223 Cologny 079 449 05 74

P: Antonioli Stefano, 6721 Ludiano 079 653 34 76 G: Buzzi Claudia, Agriticino, 6592 S.Antonino 091 851 90 90, Fax 091 851 90 98

www.svlt-gr.ch P: Markus Tanner, 7304 Maienfeld 081 302 25 11, 078 677 08 36 G: Baumgärtner Jörg, 7000 Chur 081 353 17 96, 079 315 92 38

www.asetavaud.ch P: Mayor Jean-Luc, 1860 Aigle 024 466 33 91, 079 212 31 71 G: Bugnon Virginie, 1162 St-Prex 021 806 42 81, Fax 021 806 42 81

P: Heusler Christian, 2933 Lugnez 032 423 66 11, 079 774 92 43 G: Chevillat Philippe, 2853 Courfaivre 032 420 74 73, 079 419 47 14

www.aseta-vs.ch P: Vergère Matthieu, 1963 Vétroz 079 625 49 86 G: Jacquemoud David, 1902 Evionnaz 079 732 56 26

www.lvlt.ch P: Moser Anton, 6170 Schüpfheim 041 485 88 23 G: Erni Josef, 6276 Hohenrain 041 467 39 02 P: Seiler Werner, 2318 Brot-Plamboz 032 937 10 63, 079 502 56 72 G: Tschanz Bernard, 2042 Valangin 032 857 21 70, 079 564 12 00 P: Achermann Ruedi, 6374 Buochs 041 620 11 22, 079 643 75 20 G: Bircher Dominik, 6363 Obbürgen 079 424 12 70 P: Frunz Josef, 6056 Kägiswil 041 660 40 16, 079 202 83 75 G: Wagner Thomas, 6064 Kerns 079 730 44 87

VLT-SG

www.vlt-sg.ch P: Schmid Heiri, 8865 Bilten 055 615 37 37, 079 342 30 36 G: Müller Eliane, 9478 Azmoos 081 783 11 84, Fax 081 783 11 85

VLT-SG VLT-SG P: Präsident, G: Geschäftsführer Legende: 8 | Geschäftsbericht 2018

P: Brun Armin, 6493 Küssnacht am Rigi 041 850 41 90, 079 211 15 64 G: Kälin Florian, 8840 Trachslau 055 412 68 63, 079 689 81 87 www.vtgl.ch, www.tvlt.ch P: Kuhn Rolf, 8553 Mettendorf 052 770 14 13, 079 226 80 41 G: Koller Markus, 9542 Münchwilen 071 966 22 43, 079 643 90 71

VLT-SG VLT-SG VLT-SG VLT-SG VLT-SG VLT-SG

P: Freimann Philipp, 6300 Zug 041 740 64 46, 079 467 16 35 G: Betschart Beat, 6313 Menzingen 041 755 11 10, 079 771 65 90 www.svlt-zh.ch P: Wegmann Urs, 8412 Hünikon 052 315 43 37, 078 748 26 60 G: Berger Stephan, 8315 Lindau 058 105 99 52, 076 521 95 28 P: Schurti Leopold, 9495 Triesen 079 696 16 89 G: Becker Fabian, 9490 Vaduz 079 399 09 02 Fachverband Lohnunternehmer Schweiz P: Schenk Oskar, 3150 Schwarzenburg 031 731 14 99 G: Fonk Romain, 5223 Riniken 056 450 94 52, +32 477 17 40 50 Geschäftsstelle Lohnunternehmer Schweiz, G: Biland Marlis, 5223 Riniken, 056 450 99 90


Unfallverhütung | Sicherheit

Wie schützt die Kabine? Die Applikation mit geschlossener Trak­ torkabine (Kat. 4) mit Aktivkohle-Filter re­ duziert die Risiken von Pflanzenschutzmit­ teln (PSM) am meisten. Falls die Kabinen­ filter ersetzt werden müssen, lohnt es sich, in einen vom Traktorhersteller ange­ botenen Aktivkohlefilter zu investieren. Zum Schutz der Fahrer vor gefährlichen Substanzen werden Kabinen in vier Kate­ gorien (DIN-Norm «EN 15695») eingeteilt:

Zum Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln gehört die persönliche Schutzausrüstung. Bild: Amazone

Sicheres Arbeiten mit Pflanzenschutzmitteln Wer Pflanzenschutzmittel anwendet, muss sich vorgängig umfassend über Gesundheitsgefahren und notwendige Schutzmassnahmen informieren. Heinz Röthlisberger Beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln verlangt das Gesetz erhebliche Sicher­ heitsvorkehrungen. Wer beruflich und gewerblich bestimmte Chemikalien ein­ setzen will, braucht dafür eine Fachbewil­ ligung und muss die nötigen Fachkennt­ nisse nachweisen können. Das gilt unter anderem auch in der Landwirtschaft. Prüfungs­ stellen für die Landwirtschaft sind in der Regel die Landwirtschafts­ schulen der Kantone. Grundsätzlich gilt: Pflanzenschutzmittel dürfen nur von Fachkräften mit Fachbewilligung oder un­ ter Anleitung einer Person mit Fachbewil­ ligung angewendet werden.

Persönlicher Schutz Zum Ausbringen von Pflanzenschutzmit­ teln gehört die persönliche Schutzaus­ rüstung. Dazu gehören: Kapuze, Kopf­ bedeckung, Schutzbrille, Gesichtsschutz, Atemschutz, Einweg- oder Mehrweg­ schutzanzug, chemikalienresistente Hand­ schuhe, Gummistiefel, feste Arbeitsschu­ he. Achtung: Nur intakte Schutzanzüge verwenden. Nach dem Spritzen Hand­ schuhe, Schutzanzug und Schuhe vor dem Ausziehen immer mit Wasser abspü­ len. Handschuhe immer erst am Schluss

ausziehen, da die PSA aussen mit Pflan­ zenschutzmitteln verunreinigt sind.

Vorsicht beim Anmischen Das grösste Gesundheitsrisiko besteht beim Anmischen des Konzentrats mit der Spritz­ brühe. Denn beim Zubereiten der Spritzbrü­ he ist das Expositionsrisiko am höchsten, weil man mit dem Konzentrat arbeitet. Vor­ sicht bei hohen Einfüllöffnungen, zum Bei­ spiel auf Augenhöhe, bei denen Spritzer des Konzentrats in die Augen möglich sind.

• Kategorie 1: Kabine, die keinen Schutz vor Staub und Pflanzenschutzmitteln (PSM) bietet • Kategorie 2: Kabine, die nur vor Staub schützt • Kategorie 3: Kabine, die vor Staub und flüssigen PSM schützt • Kategorie 4: Kabine, die vor Staub, flüs­ sigen PSM und deren Dämpfen schützt

Wichtige Produktinfos Vor jedem Spritzen muss sich der Sprit­ zenführer über die Gefahren der Produk­ te und die vorgeschriebenen Schutzmass­ nahmen zum Anmischen und Ausbringen der Spritzbrühe sowie für Nachfolgear­ beiten informieren. Zusätzliche Informati­ onen enthalten das Sicherheitsdatenblatt und das Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis (www.psm.admin.ch).

Broschüre herunterladen Die Broschüre «Sicheres Arbeiten mit Pflanzenschutz­ mitteln» kann unter agrartechnik.ch unter dem Link «Spritzentests» heruntergeladen werden.

Anforderungen an das Lager • Das PSM-Lager muss abschliessbar sein. • Der Raum muss belüftet, trocken und kühl sein. • Es dürfen keine PSM in die Umwelt gelan­ gen (Auffangwanne, erhöhte Türschwel­ le, undurchlässige Böden). • Das Lager muss übersichtlich und geord­ net sein. • P SM müssen getrennt von Lebens-, Fut­ ter- und Heilmitteln gelagert werden. • Granulate und Pulver ganz oben, flüssige PSM unten einlagern. • L agerung der PSM in Originalverpackung.

Bei Umlagerung muss das Gebinde vor­ schriftsgemäss bezeichnet werden (In­ halt, Gefahrensymbole). • Die Hinweise des Herstellers zur Lage­ rung müssen unbedingt beachtet werden (Packungsaufschrift, Sicherheitsdatenblatt). • Für Betriebe, die nach dem Produktionsstandard SwissGAP arbeiten, gel­ ten strengere Richtlinien, die in den entsprechen­ den technischen Anfor­ derungen geregelt sind.

3 2019 Schweizer Landtechnik

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Impression | Vergleichstest

Diese fünf Modelle der Hersteller Lindner, New Holland, Kubota, Deutz-Fahr und Massey Ferguson stellten sich dem Test. Bilder: Ch. Leitner, J. Paar, L. Weninger

Kleine Traktoren – grosse Unterschiede Die Ansprüche an einen Traktor im unteren PS-Segment sind so vielfältig wie die Einsätze. Mit Zwillingsrädern werden sie zum Mähtraktor und mit Frontlader zum idealen Helfer auf dem Hof. Gemeinsam mit der BLT Wieselburg wurden fünf Modelle aus der 75-PS-Klasse verglichen. Thomas Fussel, Lukas Weninger und Johannes Paar*

Differenzen gibt es nicht nur zwischen den Ausstattungsmöglichkeiten der fünf Testkandidaten, sondern auch zwischen Messwerten und Herstellerangaben. Im Test standen vier Traktoren mit rund 75 PS: Deutz-Fahr «5080G», Kubota «M4072», Lindner «Geotrac 74ep» und New Holland «T5.75». Mit 85 PS war der *Thomas Fussel lehrt und forscht am Francisco Josephinum in Wieselburg. Lukas Weninger ist Redaktor, Johannes Paar Chefredaktor beim österreichischen Magazin «Landwirt».

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Schweizer Landtechnik 3 2019

Massey Ferguson «3708 WF» leistungsmässig um eine Nummer grösser. Da die neue Baureihe erst im Laufe des Tests auf den Markt gekommen ist, war der kleinere Typ «MF 3707» mit 75 PS nicht verfügbar. Zudem sei eingangs noch erwähnt, dass es diese Baureihe in fünf verschie­ denen Versionen gibt. Im Test stand der breiteste Typ, das «Plantagenmodell WF». Der Hersteller bietet diesen Traktor auf Grund seiner Kompaktheit auch speziell für Grünlandeinsätze im Berggebiet an.

Alle Testkandidaten mussten in gewohnter Art und Weise ihre Fähigkeiten in der Praxis und auf dem Prüfstand unter Beweis stellen. Die Praxiseinsätze erstreckten sich über ein halbes Jahr und waren vielfältig: Ziehen von schweren Anhängern, Güllefässern und Ladewagen, Transport von Silageballen, Nachsaat mit einer Striegelkombination sowie Mulchen, Mähen, Zetten und Schwaden in der Ebene und mit Zwillingsbereifung am Hang. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse finden sich in den Steckbriefen auf den folgenden Seiten. Ergän-


Vergleichstest | Impression

zend dazu hat die BLT Wieselburg eine ganze Flut an Daten erhoben. Diese ermöglichen einen objektiven Vergleich zwischen den einzelnen Testkandidaten.

Abmessungen und Gewichte Insbesondere bei kleinen Traktoren stellt sich oft die Frage, wie viel man damit ziehen und zuladen darf. Spätestens bei Verkehrskontrollen, bei einem Unfall oder bei Garantieansprüchen rückt diese Frage in den Fokus. Die Unterschiede zwischen den Testkandidaten sind so gross, dass selbst die Prüftechniker der BLT erstaunt waren. Der MF-«Plantagentraktor» ist auf Grund seiner Gesamtkonzeption – wenig überraschend – der kleinste, aber nicht der leichteste. Der Kubota «M4072» ist mit 3325 kg um 100 kg leichter als der MF und somit das Leichtgewicht im Test. Rund eine Tonne mehr wiegt der New Holland. Er brachte 4400 kg auf die Waage und war somit der schwerste Testkandidat. Lindner und der Deutz-Fahr liegen mit 4085 kg und 4015 kg dazwischen. Das hohe Eigengewicht beim New Holland macht sich aber auch beim zulässigen Gesamtgewicht bemerkbar. Der «T5.75» hat mit 6200 kg den höchsten Wert. Der kleine MF hingegen darf maxi-

mal 4400 kg wiegen. Verblüffend der Blick auf die Nutzlast: Der leichteste Kubota «M4072» hat die grösste Nutzlast. Er darf 2175 kg zuladen. Der MF hingegen ist mit einer Zuladung von nur 975 kg das Schlusslicht in diesem Punkt. Wenig Spielraum bietet auch der «Geotrac» von Lindner: In Testausstattung darf er nur 1215 kg zuladen. Zieht man das Gewicht der Frontladerkonsolen ab, sind es zumindest 1400 kg. Laut Hersteller wurde das zulässige Gesamtgewicht seit Ende 2017 um 500 kg erhöht. Deutlich mehr zuladen können der Deutz-Fahr und der New Holland: 1785 kg oder 2000 kg ohne die im Test montierten Hinterradgewichte. Erstaunlich sind auch die erlaubten Anhänge- und Stützlasten: Ungebremst darf der MF 1,8 t und der New Holland 3,5 t ziehen. Die anderen liegen dazwischen. Diese Unterschiede lassen sich vom Eigengewicht, von der Bremsanlage und der Anhängevorrichtung des jeweiligen Fahrzeuges ableiten. Unerklärlich waren die enormen Differenzen bei der gebremsten Anhängelast: Während der leichte Kubota nur 12 t gebremst ziehen darf, stehen beim Lindner Geotrac 33,2 t auf dem Typenschild. Der Deutz-Fahr darf 26 t, der New Holland 25 t und der

kleine MF immerhin 18,5 t gebremst ziehen. Es muss sich aber um eine hydraulische Bremse oder eine Druckluftbremse handeln. Auch die Stützlasten differieren um über 100 %: New Hollands «T5.75» bietet hier den Bestwert mit 2 t. Optional sind sogar 2,5 t möglich. Kubota liegt mit 1954 kg nur knapp darunter. Die niedrigste Stützlast mit 950 kg erlaubt Deutz-Fahr. Lindner und MF gestatten geringfügig mehr.

Wenderadien und Schwerpunkt Für den Hangeinsatz und für Hofarbeiten sind die Lage des Schwerpunktes und die Wendigkeit von besonderer Bedeutung. Neben dem Eigengewicht haben auch die Spur- und Reifendimension sowie der Radstand auf beide Kriterien einen gros­ sen Einfluss. Mit Ausnahme des MF hatten alle Testtraktoren an der Hinterachse 30-Zoll-Räder montiert. Den «3708» von MF gibt es maximal nur mit 28-Zoll-Rädern. Vorne hatten der New Holland und der «5080G» von Deutz-Fahr 24-Zoll-Räder, die anderen drei 20-Zoll-Räder. Die breitesten Vorderräder waren am «Geo­ trac» montiert. Die genauen Reifendimensionen kann man der Tabelle entnehmen. 3 2019 Schweizer Landtechnik

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Impression | Vergleichstest

Die 4-Zylinder-FPT-Motoren (Lindner, New Holland, MF) haben alle EGR, DOC und DPF.

Nur der 3-Zylinder-Deutz-Motor erfüllt die Abgasstufe 3b ohne Dieselpartikelfilter.

Der Kubota «M4072» ist der wendigste von allen Testkandidaten.

Die Radstände differieren um 16,5 cm. Der kompakteste in dieser Disziplin ist der Plantagentraktor von MF. Beim New Holland und beim Deutz-Fahr sind die Achsen mit jeweils 2,29 m am weitesten auseinan­ der. Interessant ist, dass der Deutz-Fahr als einziger mit einem Drei­ zylinder-Motor arbeitet und trotzdem einen der längsten Radstände hat. Die beiden Traktoren mit den grössten Radständen haben auch den grössten Wendekreisdurchmesser: New Holland 10,86 m und Deutz-Fahr 10 m bei ausgeschaltetem Allrad. Der wendigste von allen ist der Kubota «M4072» mit 8,12 m. Schaltet man den Allrad ein, verschlechtert sich die Wendigkeit bei allen Typen um einen knappen Meter. Die Bodenfreiheit wird bei den meisten Traktoren durch hinunterstehende Teile wie beispielsweise den Anhängeschlitten im Heck begrenzt. Die geringste Bodenfreiheit haben der «Geotrac» und der MF mit 33,5 cm. Beim «Geotrac» begrenzt die achsgeführte Fronthydraulik den Freiraum. Der Kubota hat mit 40,5 cm am meisten Platz. Geringer als erwartet waren die Unterschiede bei der Lage des Schwerpunkts: Den niedrigsten Schwerpunkt hat der kompakte MF, den höchsten der DeutzFahr: 825 und 900 mm über dem Boden. Diese Werte lassen sich durch kleinere Räder bei Bedarf noch weiter verbessern.

Betriebsdrücke und Fördermengen liegen auf vergleichbarem Niveau. Die gemessenen Durchflüsse weichen von den Herstellerangaben nur geringfügig ab. MF bietet je nach Konfiguration der Steuergeräte eine theoretische Ölfördermenge von bis zu 120 l/min. Dieser summierte Förderstrom aus drei Pumpen kann aber nicht an einem Steuergerät abgenommen werden. Man sollte aber bedenken, dass dadurch auch die Hubgeschwindigkeit beeinflusst wird. Eine Besonderheit bietet DeutzFahr: Betätigt man die Eco-Funktion, erhöht sich bei einer maximalen Motordrehzahl von 1600 U/min die Fördermenge von 55 auf 65 l/min. Bei der entnehmbaren Ölmenge geben New Holland und

Kubota den Ton an: 27 und 25 l. Beim MF und dem Deutz-Fahr sind es noch 20 und 18 l, beim Lindner dürfen in Serienausstattung nur 14 l entnommen werden. Mit einem optionalen Zusatztank sind bis zu 31 l möglich.

Hubkräfte vorn und hinten Mit Ausnahme von Kubota werden alle Heckhubwerke elektronisch geregelt. Lindner verbaut serienmässig eine elektronische Lageregelung, eine Zugkraft­ regelung gibt es optional mit einem EHR-Oberlenker. Kubota regelt mechanisch, daher gibt es auch nicht die praktischen Bedienknöpfe für «Heben» und «Senken» auf den hinteren Kotflügeln.

Vergleichbare Hydraulikleistungen Auch die Hydrauliksysteme der drei Testkandidaten sind unterschiedlich. Alle arbeiten mit einem offenen System. Lindner, New Holland und Kubota stellen die Hydraulikleistung über eine Tandempumpe dar, MF und Deutz-Fahr lieferten die Traktoren mit der optionalen Tridem-Pumpe aus. Lindner hat als einziger Hersteller einen getrennten Ölhaushalt für Getriebe und Hydraulik, aber keinen Ölkühler. Die 44

Schweizer Landtechnik 3 2019

Der Lindner «Geotrac» punktete beim Mähen und Mulchen mit der elektronischen Geräteentlastung und seiner achsgeführten Fronthydraulik.


Vergleichstest | Impression

Die Gegenüberstellung der Hubkräfte in den Herstellerprospekten kommt einer Rätselrallye gleich: Meistens findet man keine Angaben wo, wie und bei welcher Hubwerkseinstellung gemessen wurde. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Messwerte bis zu einem Drittel von den Herstellerangaben abweichen. Die Kräfteverhältnisse zwischen Heck und Front sind unterschiedlich: Der «T5.75» ist im Heck der stärkste, vorne aber der schwächste. Vorne stemmt er nur 1500 kg. Das stärkste Fronthubwerk hat Lindner. Es hebt 1885 kg und ist zudem achsgeführt. Nur knapp dahinter folgt Kubota mit 1845 kg, MF mit 1780 kg und Deutz-Fahr mit 1655 kg. Mehr als doppelt so hoch sind die Unterschiede bei der Heckhubkraft. Der «T5.75» ist mit einer durchgehenden Hubkraft von 3515 kg an der Ackerschiene ein Bär – im Vergleich zum Kubota mit nur 2395 kg. Dazwischen liegen der Deutz-Fahr mit 3150 kg, der MF mit 3025 kg und der Lindner mit 2805 kg. Für einen problemlosen Geräteanbau sind auch der Hubweg, die tiefste Unterlenkerposition, die Transporthöhe und der Eindrehwinkel beim Ausheben von Bedeutung. Nicht alle Hubwerke erfüllen die Normvorgaben. Diese Punkte lassen sich aber durch verschiedene Kuppelpunkte und Längeneinstellungen der Hubstreben und des Oberlenkers sowie durch die Grösse der Bereifung beeinflussen. Bei Deutz-Fahr, MF und Kubota lassen sich beide Hubstreben in der Länge verstellen, bei Lindner und New Holland nur jeweils die rechte.

Heckzapfwelle Der Deutz-Fahr «5080G» und der Lindner «Geotrac 74ep» hatten eine Vierfach-Zapfwelle an Bord: Deutz-Fahr mit den Drehzahlen 540/540Eco/1000/1000­ Eco und Linder mit 430/540/540Eco/1000. Die 430er-Zapfwelle ist ein Alleinstellungsmerkmal von Lindner und wird von Praktikern beim Mäh-Laden in Kombination mit der 1000er-Frontzapfwelle besonders geschätzt. Diesen beiden folgt der New Holland «T5.75» mit der Dreifach-Zapfwelle 540/540Eco/1000. Die anderen beiden Prüflinge bieten im Heck jeweils nur zwei Drehzahlen an. Aktiviert wird die Zapfwelle bei allen Traktoren elektrohydraulisch, die Drehzahl wählt man aber mechanisch. Beim MF befindet sich der Hebel für die Vorwahl ausserhalb der Kabine. Mit Ausnahme von Kubota bieten alle Hersteller auf Wunsch eine Wegzapfwelle an.

Der MF «3708 WF» war der kompakteste Traktor im Test. Dafür muss man aber mit einem Getriebetunnel vorliebnehmen.

40-km/h-Lastschaltgetriebe

Drei von fünf mit FPT-Motoren

Alle Hersteller bieten in dieser Klasse ein Zweifach-Lastschaltgetriebe an. Der Deutz-Fahr «5080G» war optional mit einer dritten Lastschaltstufe ausgestattet. Der Lindner ist der einzige mit einer mechanischen Wendeschaltung, alle anderen haben eine lastschaltbare PowershuttleReversierung. Bei den Traktoren von Deutz-Fahr, MF und New Holland lässt sich das Ansprechverhalten anpassen. Die Gesamtzahl der Gänge war bei den Testkandidaten unterschiedlich: Die höchste Gangzahl bietet der Kubota mit 36x36, gefolgt vom Deutz-Fahr mit 30x30, New Holland mit 24x24 sowie MF mit 24x12 und dem Schlusslicht Lindner mit 16x16. Viel wichtiger als eine hohe Ganganzahl sind die nutzbaren Gänge im Hauptarbeitsbereich zwischen 4 und 12 km/h: Dieses Bewertungskriterium führt der «5080G» von Deutz-Fahr mit 18 Gängen an. Jeweils acht nutzbare Gänge im Hauptarbeitsbereich findet man im Getriebe von Kubota, Lindner und New Holland. Der MF bildet mit nur sechs Gängen zwischen 4 und 12 km/h das Schlusslicht. Wie sanft sich die Gänge schalten lassen und wie praktisch die Überlappungen der einzelnen Gruppen sind, ist in den folgenden Steckbriefen zu lesen. Alle Getriebetypen sind auf eine Bauartgeschwindigkeit von 40 km/h ausgelegt. Deutz-Fahr und Kubota erreichen ihre Höchstgeschwindigkeit mit reduzierter Motordrehzahl, können dadurch beim Transport Kraftstoff sparen.

Lindner, MF und New Holland haben «denselben» Motor unter der Haube: Es handelt sich um ein 4-Zylinder-Triebwerk von FPT mit Commonrail-Einspritzung, Ladeluftkühler und 3,4 l Hubraum. Lindner fährt mit etwas geringerer Nenndrehzahl, MF mit deutlich höherer Leistung, wie schon eingangs erwähnt. Kubota verbaut den konzerneigenen 4-Zylinder mit 3,3 l Hubraum und Commonrail-Einspritzung. Einen Ladeluftkühler hat der Kubota-Motor nicht. Unter der Motorhaube des Deutz-Fahr dieselt ein 3-Zylinder mit 2,9 l Hubraum von Deutz. Alle Motoren haben zur Erfüllung der Abgasnorm Stufe 3b eine externe Abgasrückführung (EGR) und einen Dieseloxidationskatalysator (DOC) an Bord. FPT und Kubota verbauen zusätzlich auch einen Dieselpartikelfilter (DPF). Die Kontrolle der Abgasmessung am Prüfstand der BLT zeigte keine Auffälligkeiten, alle Grenz­ werte waren innerhalb des Toleranzbereichs Die gemessenen Leistungsdaten der einzelnen Motoren sind in der Tabelle ersichtlich. Ausser dem Kubota-Motor haben alle Kraftwerke eine Überleistung, ein hohes Anfahrdrehmoment und einen Konstant-Leistungsbereich. Den grössten Konstant-Leistungsbereich mit 900 U/min weist der FPT-Motor im MF auf. Die drei FPT-Motoren haben bei der Maximalleistungsdrehzahl zwischen Motor und Zapfwelle einen Leistungsverlust zwischen 14,5 und 16 %. Der Kubota-Motor verliert 3 2019 Schweizer Landtechnik

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Impression | Vergleichstest

Vier Zapfwellendrehzahlen gibt es nur beim Deutz-Fahr «5080G» (Bild) und beim Lindner «Geotrac 74ep».

13,4 %, beim Deutz-Motor sind es nur 8,5 %. Das sind durchwegs plausible Leistungsverluste. Die Unterschiede beim Kraftstoffverbrauch halten sich in Grenzen. Es gibt keinen Säufer, aber auch keinen Sparmeister. Bei Nenndrehzahl begnügt sich der FPT-Motor im leistungsstärkeren MF mit 294 g/kWh. Der grösste Verbrauch wurde beim «T5.75» mit 313 g/kWh gemessen. Bei der Maximalleistungsdrehzahl ist der Deutz-Motor mit 250 g/kWh der spar-

Der New Holland «T5.75» hat die grösste durchgehende Hubkraft im Heck und die höchste Stützlast.

samste und der Kubota mit 299 g/kWh der durstigste. Dem Kubota muss man aber zugutehalten, dass er beim Transport seine Höchstgeschwindigkeit schon bei reduzierter Motordrehzahl erreicht. Viel grösser als bei den Verbrauchswerten sind die Unterschiede beim Tankinhalt: Die mit Abstand grössten Tanks haben der New Holland mit 160 l und der DeutzFahr mit 130 l. Dahinter folgen der Kubota mit 90 und der «Geotrac» mit 85 l. Der MF hat bauartbedingt den kleinsten Tank:

Standardmässig befindet sich vor dem Motor ein 74-l-Tank. Ist eine Frontzapfwelle verbaut, reduziert sich dieser gar auf 54 l. Für ein praktikables Tankvolumen lässt sich links vor der Kabine ein Zusatztank mit rund 30 l montieren.

Lärm in der Kabine Bei den Fahrzeugen von Lindner und Massey Ferguson hat die BLT einen geringeren Schallpegel gemessen als der Hersteller angibt, die anderen Fahrzeuge lagen dar-

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Schweizer Landtechnik 3 2019

Der Beste am Berg


Vergleichstest | Impression

über. Die leiseste Kabine dieser Testreihe hat der «5080G» von Deutz, die lauteste der Kubota «M4072». Der Unterschied zwischen diesen beiden Traktoren beträgt 10 dB(A) – das ist viel! Zudem fand man in der Betriebsanleitung des Kubota keinen Hinweis auf den für Frontladerarbeiten vorgeschriebenen FOPS-Schutz. Deutz-Fahr, Lindner und MF bieten diesen optional an. New Holland liefert seine Traktoren serienmässig mit FOPS, der den Fahrer vor herabfallenden Teilen schützen soll. In der Tabelle sind die wichtigsten Messdaten zusammengefasst. Zudem kann man sich auch ein Urteil über das Preis-Leistungs-Verhältnis bilden. Wie die einzelnen Testfahrer mit den einzelnen Traktoren zurechtgekommen sind und wie ihr Urteil ausfällt, gibt es in den einzelnen Steckbriefen zu lesen.

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… bietet Lindner wie alle anderen Testkandidaten eine elektronische Hubwerksregelung.

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Impression | Vergleichstest

Lindner «Geotrac 74ep» Hersteller/Typ

FPT/F5DFL464A*E002

FPT/F5DFL413A*E015

Commonrail/Turbo/Ladeluftkühler

Commonrail/Turbo/Ladeluftkühler

Stufe 3b: EGR/DPF/DOC

Stufe 3b: EGR/DPF/DOC

4 / 3387 cm³ 2200 U/min 55 kW / 75 PS 44,4 kW / 60,4 PS 46,9 kW / 63,8 PS (1900 U/min) 277 Nm (1200 U/min) 137 % 44 % / 36 % 600 U/min

4 / 3387 cm³ 2300 U/min 55 kW / 75 PS 41,6 kW / 56,6 PS 46,2 kW / 62,8 PS (1900 U/min) 276 Nm (1300 U/min) 144 % 60 % / 44 % 800 U/min

Spezifischer Kraftstoffverbrauch bei Nenndrehzahl

297 g/kWh

313 g/kWh

Spezifischer Kraftstoffverbrauch bei Maximalleistung

268 g/kWh

264 g/kWh

85 l

160 l

16 V / 16 R 2 mechanisch 8

24 V / 24 R 2 Powershuttle, Progressivität wählbar 8

OC/Tandem/getrennt 53,6 l/min 10,9 kW 14 l (optional 31 l)

OC/Tandem/gemeinsam 64 l/min 13,7 kW max. 27 l (ja nach Anforderungsparameter)

II/EHL (EHR-Oberlenker Option) 950 mm

II/EHR 975 mm

295 mm

360 mm

2805 kg

3515 kg

II/achsgeführt/EFH 1885 kg

II/rumpfgeführt/elektronisch 1500 kg

430 / 540 / 540 ECO / 1000 mechanisch, in Kabine 1000/mechanisch

540 / 540 ECO / 1000 mechanisch, in Kabine 1000/elektrisch

5300 kg 4085 kg 1215 bzw. 1400 kg ohne Frontladerkonsole 33 200 kg / 3000 kg 1028 kg 420/65R20 | 540/65R30 2240 mm 880 mm 9,14 m / 10 m

6200 kg 4400 kg 1800 bzw. 2000 kg ohne Radgewichte 25 000 kg / 3500 kg 2000 kg (2500 kg Option) 320/70R24 | 480/70R30 2290 mm 895 mm 10,86 m / 11,84 m

CHF 73 100

CHF 85 500

Bauart Abgasnachbehandlung Zylinder/Hubraum Nenndrehzahl Nennleistung, Herstellerangabe Zapfwellenleistung bei Nenndrehzahl Maximale Zapfwellenleistung (bei Drehzahl) Maximales Drehmoment (bei Drehzahl) Anfahrmoment Drehmomentanstieg/Drehzahlabfall Konstantleistungsbereich

Tankinhalt Getriebe Gesamtzahl Gänge Lastschaltstufen Wendeschaltung Gänge im Hauptarbeitsbereich (4–12 km/h) Hydraulik System/Pumpen/Ölhaushalt Durchflussmenge Hydraulikleistung Entnehmbare Ölmenge Heckhubwerk Anbaukategorie/Bedienung Transporthöhe (Norm >950 mm) Höhe Unterlenkerkuppelpunkte über Boden, unterste Position Durchgehende Hubkraft (Ackerschiene) Fronthubwerk Anbaukategorie, Anbau, Bedienung Durchgehende Hubkraft (Ackerschiene) Zapfwellen Drehzahlen hinten Vorwahl Heckzapfwelle Drehzahl vorne / Betätigung Abmessungen und Gewichte Zulässiges Gesamtgewicht Eigengewicht in Testausstattung Nutzlast in Testausstattung Anhängelast gebremst/ungebremst Stützlast Bereifung vorne/hinten Radstand Schwerpunkt über Boden Wendekreisdurchmesser ohne/mit Allrad Listenpreis inkl. 7,7 % MwSt. Traktor in Serienausstattung

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New Holland «T5.75»

Schweizer Landtechnik 3 2019


Vergleichstest | Impression

Massey Ferguson «3708 WF»

Deutz-Fahr «5080G»

Kubota «M4072» Kubota/V3307-CR-1-EU14

FPT/F5DFL413X*A

Deutz-Fahr Italia / KD355TA

Commonrail/Turbo/Ladeluftkühler

Commonrail/Turbo/Ladeluftkühler

Commonrail/Turbo

Stufe 3b: EGR/DPF/DOC

Stufe 3b: EGR/DOC

Stufe 3b: EGR/DPF/DOC

4 / 3387 cm³ 2300 U/min 64 kW / 87 PS 49,1 kW / 66,8 PS 56,4 kW / 76,7 PS (1940 U/min) 338 Nm (1140 U/min) 163 % 63 % / 35 % 900 U/min

3 / 2887 cm³ 2200 U/min 55 kW / 75 PS 45,1 kW / 61,3 PS 50,7 kW / 69 PS (1700 U/min) 315 Nm (1500 U/min) n. V. 61 % / 32 % 800 U/min

4 / 3331 cm³ 2400 U/min 55 kW / 75 PS 47,3 kW / 64,3 PS 47,3 kW / 64,3 PS (2400 U/min) 234 Nm (1100–1200 U/min) 122 % 25 % / 50 % n. V.

294 g/kWh

300 g/kWh

299 g/kWh

259 g/kWh

250 g/kWh

299 g/kWh

74 l (–20 l bei Frontzapfwelle) + 30 l optional

130 l

90 l

24 V / 12 R 2 Powershuttle, Progressivität wählbar 6

30 V / 30 R 3, Option Powershuttle, Progressivität wählbar 18

36 V / 36 R 2 Powershuttle 8

OC/Tridem/gemeinsam 57 l/min (mech. DW), 28 l/min (elektr. DW) 14,3 kW 20 l

OC/Tridem/gemeinsam 55 l/min (65 l/min mit Eco und max. 1600 U/min) 12,1 kW 18 l

OC/Tandem/gemeinsam 58,7 l/min 12,6 kW 25 l

II/EHR 810 mm

II/EHR 855 mm

II/MHR 820 mm

230 mm

230 mm

230 mm

3025 kg

3150 kg

2395 kg

II/rumpfgeführt/mechanisch 1780 kg

II/rumpfgeführt/mechanisch 1655 kg

II/rumpfgeführt/mechanisch 1845 kg

540 / 540 ECO mechanisch, ausserhalb Kabine 1000/elektrisch

540 / 540 ECO / 1000 / 1000 ECO mechanisch, in Kabine 1000/elektrisch

540 / 540 ECO mechanisch, in Kabine 1000/elektrisch

4400 kg 3425 kg 975 kg 18 500 kg / 1800 kg 1160 kg 320/70R20 | 480/65R28 2125 mm 825 mm 8,6 m / 9,46 m

5800 kg 4015 kg 1785 kg 26 000 kg / 2500 kg 950 kg 320/70R24 | 540/65R30 2290 mm 900 mm 10 m / 10,86 m

5500 kg 3325 kg 2175 kg 12 000 kg / 2000 kg 1954 kg 360/70R20 | 480/70R30 2135 mm 870 mm 8,12 m / 9,06 m

CHF 69 900

CHF 72 703

CHF 57 000

3 2019 Schweizer Landtechnik

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Impression | Vergleichstest

Der New Holland «T5.75» ist dank einiger Merkmale aus den grösseren Serien ein moderner Kompakter.

Der moderne Italiener Im «T5.75» von New Holland finden sich einige Merkmale aus den grösseren Brüdern. Das macht ihn zu einem modernen Kompakttraktor. Der New Holland «T5.75» bietet einen zweifachen Drehzahlspeicher. Er ist einfach einzustellen – gut so. Das bekannte Getriebe im «T5» ist auf drei Gruppen, vier Gänge und eine zweifache Lastschaltung unterteilt. So kommen 24 Übersetzungen zustande. Der Ganghebel ist je nach eingelegtem Gang etwas weit entfernt. Das Powershuttle ist im Ansprechverhalten einstellbar. Auch der New Holland fährt 40 km/h schnell. Erfreulich sind die drei Zapfwellendrehzahlen. Der Hebel für deren Wechsel ist jedoch hakelig zu schalten. Über den Gruppenschalthebel wird ausserdem die Getriebesperre eingelegt.

erreichbar auf der rechten Konsole. Jedes Steuergerät ist mit einer Schwimmstellung ausgestattet. Das gilt nicht für alle der anderen Testkandidaten. Auch der New Holland verfügt über elektrisch gesteuerte Hubwerke. Das Fronthubwerk ist schön in den Traktor integriert. Es bietet eine Schwingungstilgung und Geräteentlastung – das bietet sonst nur ein anderer Kandidat im Test. Zudem ist es elektronisch rumpfgeführt. Das verbessert die Bodenanpassung. Es ist auch vorne mit zwei Drucktastern bedienbar. Der New Holland hat den grössten Wendekreisdurchmesser im Test.

Scheiben für gute Aussicht. Die Kehrseite: Das Heckfenster fällt etwas schmaler aus. Auch beim New Holland sitzt der Anhängeschlitten im Heck weit hinter der Achsmitte: Das Rangieren wird so erleichtert, aber ebenso das Schieben in abschüssigen Kurven oder das Aufschaukeln bei Bergauffahrten. Praktisch ist die Werkzeugkiste direkt neben dem linken Aufstieg vorne an der Kabine. So ist das wichtigste Werkzeug vom Boden aus erreichbar.

Am Komfort in der Kabine des «T5.75» gab es fast nichts auszusetzen.

Helle, geräumige Kabine Gutes Fronthubwerk Der «T5.75» war mit drei mechanischen Hydraulik-Steuergeräten ausgestattet. Über den Hebel des dritten Steuergeräts konnte man ein Magnetventil betätigen und so einen vierten Abnehmer ansteuern. Dort war ein hydraulischer Oberlenker angeschlossen. Bei den Anschlüssen im Heck ist das Steuergerät mit dem Magnetventil etwas unklar gekennzeichnet. Die drei Hebel zum Bedienen sitzen gut 50

Schweizer Landtechnik 3 2019

Die Kabine des «T5» bietet einen grossen, gepolsterten Beifahrersitz sowie viele Ablagefächer und eine Getränkehalterung. Unpraktisch finden wir den Blinkerhebel, der rechts vom Lenkrad sitzt. Einige Bedienelemente sind zudem etwas weit hinten auf der rechten Konsole platziert. Das transparente Dachfenster sorgt für viel Licht und Sicht – das kommt bei Arbeiten mit dem Frontlader besonders zugute. In den hinteren Ecken sorgen die runden

Kurzbewertung + + + + – – – –

einstellbares Powershuttle Parksperre am Gruppenhebel gute Hubwerke komfortable Kabine Getriebe ohne «Highlights» Ganghebel weit entfernt hakeliger Gruppenwechsel Anhängeschlitten weit hinten


Vergleichstest | Impression

Brandneu ist die Serie «M4002» von Kubota. Sie spart mit elektronischen Helferlein.

Der mechanische Japaner Eine einfache, da mechanische Technik bietet der Kubota «M4072». Dennoch hat auch er moderne Elemente. Von Kubota konnte man den «M4072» in den Vergleichstest aufnehmen. Er bietet ebenfalls zwei Drehzahlspeicher. Etwas kompliziert erschien jedoch das Ändern der vorgewählten Drehzahl. Wenig gefallen hat zudem der Auspuff, der an der linken Seite des Motors nach unten führt – direkt neben den Aufstieg. Auf Wunsch gibt es den Auspuff auch nach oben. Der Kubota bietet eine zweifache Lastschaltung, die mit nur einem Knopf betätigt wird. Zusammen mit sechs Gängen und drei Gruppen kommt der kleine Japaner auf 36 Vor- und 36 Rückwärtsgänge. Die Gänge lassen sich mit einem weiteren Knopf am Schalthebel wechseln, ohne das Kupplungspedal treten zu müssen. Kubota bietet ein Powershuttle sowie 40 km/h Höchstgeschwindigkeit bei reduzierter Motordrehzahl. Bei der Zapfwelle gibt es die nur zwei Geschwindigkeiten zu bemängeln. Der Hebel ist schwergängig zu schalten. Ungünstig ist der Stummel der Frontzapfwelle: Er steht weit nach vorne. Das lässt die Gelenkwelle beim Ausheben stark abwinkeln. Ausserdem musste man die Gelenkwellen extra für den Kubota kürzen, während sie für alle anderen Traktoren im Test passten. Mitt-

lerweile wurde das gesamte Frontpaket laut Hersteller besser angepasst.

Reichlich Steuergeräte Die Hydraulikventile sind mechanisch ausgeführt. Hinten und vorne stehen je zwei Ventile parat. Dazu kommt ein elektrisches Steuerventil vorne, das sich gut für den Antrieb von Ölmotoren eignet. Im Test baute eines der Steuergeräte (blau) keinen Druck auf, wenn das andere (grün) in Schwimmstellung war. Immerhin finden sich die farbigen Markierungen auch auf den Anschlüssen im Heck wieder. Die hinteren Hydraulikventile werden per Hebel auf der rechten Konsole angesteuert. Die Steuergeräte vorne beziehungsweise das Fronthubwerk von Hydrac werden mittels Kippschalter sowie mit eines eigenen Kreuzhebels bedient. Auch das Heckhubwerk des «M4072» ist mechanisch ausgeführt – übrigens als einziges unter den fünf Testkandidaten.

Extremer Lenkwinkel, gute Rundumsicht Der Kubota ist neben der Feststellbremse mit einer zusätzlichen Getriebesperre als Parkbremse ausgestattet. Ein Warnton er-

Der Arbeitsplatz des Japaners wird Basisansprüchen gerecht.

innert beim Absteigen an das Einlegen. So dürfte er auch auf den abschüssigsten Flächen nicht «selbstständig» werden. Ebenso mechanisch wie Hydraulik und Hubwerk ist die Differentialsperre im «M4072». Der Kubota sticht mit seinem extremen Lenkeinschlag aus den Testkandidaten hervor: Möglich macht das die bekannte Achsbauweise mit Kegelrädern anstelle von Gelenken. Die Kabine bietet eine gute Rundumsicht. Grosse Fahrer bemängelten die geringe Kopffreiheit. Ausserdem ist sie deutlich lauter als bei den anderen Traktoren im Test. Die Verarbeitung der Bedienelemente wirkt filigran. Der Beifahrersitz aus Hartplastik lässt wenig Komfort aufkommen. Dafür sorgen jedoch eine Getränkehalterung sowie die vielen Ablagefächer für Ordnung.

Kurzbewertung + viele Gänge + kuppeln auch am Schalthebel + zusätzliche Parksperre + extremer Lenkeinschlag – nur zwei Zapfwellendrehzahlen, hakeliger Wechsel – Stummel Frontzapfwelle weit vorne – laute Kabine – wenig Platz für grosse Personen

3 2019 Schweizer Landtechnik

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Impression | Vergleichstest

Lindner ist mit seinem «Geotrac» nicht umsonst ein Berg-Spezialist.

Der Berg-Spezialist Zu seinem Ruf als Berg-Spezialist trägt beim Lindner «Geotrac 74ep» nicht nur das achsgeführte Fronthubwerk bei. Lindner stellte für den Vergleichstest den «Geotrac 74ep» zur Verfügung. Der Speicher für die Motordrehzahl wird mit zwei Knöpfen bedient: Einer für den Drehzahlspeicher selbst, am zweiten wird das eingestellte Handgas übernommen. Das Getriebe des «Geotrac» ist altbekannt: Es bietet eine zweifache Lastschaltung, aber weder Powershuttle noch 40 km/h bei reduzierter Motordrehzahl. Auch ist der «Geotrac» der einzige Traktor im Test mit mechanischer Wendeschaltung. Super dagegen sind die vier Zapfwellendrehzahlen. Die 430er-Heckzapfwelle in Kombination mit der 1000er-Frontzapfwelle ist beispielsweise ideal zum Eingrasen. Ebenso wie das Getriebe halten

Die Kabine des «Geotrac 74ep» ist hell und gefällig.

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Schweizer Landtechnik 3 2019

wir die «Saisonschaltung» per Hebel vorne an der Zapfwelle sowie deren mechanische Schaltung für nicht mehr ganz zeitgemäss. Die Heckzapfwelle könnte etwas sanfter anlaufen.

Super Hubwerke Die Anschlüsse der drei mechanischen Hecksteuergeräte sind gut zugänglich. Jedoch fehlte eine ordentliche Kennzeichnung, welcher Anschluss zu welchem Steuergerät gehört. Bedient werden die Ventile über einen Kreuzhebel und einen weiteren, arretierbaren Hebel. Die beiden Hubwerke sind elektronisch gesteuert. Das achsgeführte Fronthubwerk ist voll integriert und wartet sogar mit einer Schwingungstilgung sowie einer Geräteentlastung auf – ideal für die Arbeit mit dem Frontmähwerk oder dem Mulcher. Die Unterlenker sind zwar nicht einklappbar, dafür aber ausziehbar. Schönes Detail: Oben auf dem Wendeschalthebel rechts vom Fahrersitz sitzen zwei Taster für die Schnellbedienung des Fronthubwerks. Die Unterlenker des Heckhubwerkes sind vergleichsweise kurz geraten. Das macht den Platz beim Anbau eng, ist ansonsten aber positiv.

Gute Rundumsicht An der Vorderachse fiel ein geringer Pendelweg auf, bedingt durch die achsgeführte Fronthydraulik. Den guten Lenk­ einschlag lobten die Tester dagegen. Beim Geräteanbau gewährt die Scheibe hinter dem Sitz eine gute Sicht nach unten. Der Beifahrersitz aus Hartplastik wirkt etwas spartanisch. Noch dazu ist er in der linken hinteren Ecke platziert. Dafür verbirgt sich darunter eine kleine Werkzeugkiste. Das war es dann aber schon mit Ablagen – mehr gibt es im «Geotrac» nicht. Dass bei geschlossener Kabine über das Gebläse Staub in die Kabine eindringt, lässt auf einen Mangel am Testfahrzeug schliessen. Die Lautstärke bei geschlossener Kabine liegt im Mittelfeld. Die Ergonomie der Bedienelemente ist klar und angenehm.

Kurzbewertung + vier Zapfwellendrehzahlen + Hubwerke elektronisch + Fronthubwerk mit praktischen Details + guter Lenkeinschlag – kein Powershuttle, kein Eco-Modus für 40 km/h – Kennzeichnung Hydraulik-Anschlüsse – geringer Pendelweg an Vorderachse – wenig Ablagen in Kabine


Vergleichstest | Impression

Der MF «3708 WF» ist kompakt wie ein Weinbautraktor, aber dennoch breit genug für den Berg.

Der Kompakteste Der Massey Ferguson «3708 WF» hat seine Wurzeln im Obst- und Weinbau. Man war gespannt, wie er in den Hügellagen zurechtkommt. Von Massey Ferguson stieg der «3708 WF» in den Ring. Der Traktor bietet einen Spei­ cher für zwei Motordrehzahlen. Im Test übernahm er beim Speichern nicht die ge­ naue Drehzahl. Ausserdem fehlte eine An­ zeige, ob der Drehzahlspeicher aktiviert ist. Der Haupttank mit Tankstutzen befindet sich vorne unter der Motorhaube. Der Zu­ satztank braucht wegen der dünnen Lei­ tung recht lange, bis er voll ist. Beim MF «3708 WF» führt der Auspuff nach unten neben den rechten Aufstieg. Die Getriebeabstufung ist verbesserungs­ würdig. Sie macht einen häufigen Grup­ penwechsel nötig. «Trost» spenden die zweifache Lastschaltung sowie das Pow­ ershuttle mit moderner Funktion: Das An­ sprechverhalten ist mittels Drehrad am Ar­ maturenbrett einstellbar. Der Massey Fer­ guson fährt 40 km/h bei Nenndrehzahl. Bei der Zapfwelle gibt es nicht viel zu sa­ gen, weil sie nur den Standard bietet: zwei Drehzahlen und keine Bedienung an den Heckkotflügeln.

Gute Hydraulik Das Gegenteil davon ist die umfangreiche Hydraulikausstattung. Bei den zwei elek­

trischen Steuergeräten und dem einen mechanischen Ventil kann sogar die Öl­ menge eingestellt werden. Leider waren die farbigen Markierungen an den An­ schlüssen nicht mit jenen in der Kabine identisch. Bedient wird die Hydraulik mit­ tels Kreuzhebel sowie mit einem weiteren Hebel (etwas ungünstig) rechts neben dem Armaturenbrett. Die beiden Hub­ werke werden elektronisch bedient. Die Fronthydraulik ist voll in den Traktor inte­ griert. Die Vorderachse des MF «3708 WF» hatte für den Geschmack der Test­ fahrer etwas wenig Pendelweg. Besser erschien dagegen der Lenkeinschlag.

Enge Kabine mit Getriebetunnel Durch die niedrige Sitzposition ist auch die Rundumsicht aus der Kabine eingeschränkt. Insgesamt bietet sie weniger Platz als ande­ re Testkandidaten – und keinen Platz für ei­ nen Beifahrersitz oder Ablagefächer. Ein­ schränkend kommt der Getriebetunnel da­ zu. Noch dazu ragt der Schalthebel für die drei Gruppen in den Einstieg. Das Modell ist mit (zu) vielen piepsenden und blinkenden Warnhinweisen verse­ hen. Das Brems- und das Gaspedal sind

Kabine und Bedienung des MF «3708 WF» sind in Ordnung, der Getriebetunnel und der Schalthebel weniger.

anders herum als sonst üblich angeordnet (innen Gas, aussen Bremse). Der rechts angebrachte Scheibenwischerhebel hat keine Intervallschaltung. Gut gefallen hat die Möglichkeit, die Begrenzungsleuch­ ten zum Schutz nach innen zu drehen. Im Heck ist der weit hinter der Achsmitte montierte Anhängeschlitten aufgefallen. Das erleichtert das Rangieren von Anhän­ gern und gezogenen Maschinen. Nach­ teilig sind eine stärkere Entlastung der Vorderachse sowie höhere Schubkräfte in Bergabkurven.

Kurzbewertung + kompakte Abmessungen + einstellbares Powershuttle + gute Hydraulikausstattung und Hubwerke + guter Lenkeinschlag – wenig Platz sowie Getriebetunnel in Kabine – Getriebeabstufung – einfache Zapfwellenausstattung – vertauschtes Brems- und Gaspedal

3 2019 Schweizer Landtechnik

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Impression | Vergleichstest

Der Deutz-Fahr «5080G» macht auch ohne Frontlader eine gute Figur.

Der Frontlader-Spezialist Mit der «Stop&Go»-Funktion, dem Schnelllenksystem und dem Dachfenster ist der Deutz-Fahr «5080G» ein Spezialist für Frontlader-Arbeiten.

Deutz-Fahr schickte den «5080G» ins Rennen. Er ist das kleinste Modell seiner Baureihe, seine grösseren Brüder müssen bereits AdBlue tanken. Gut gefallen hat der Speicher für zwei Motordrehzahlen. Er übernimmt die aktuell gewählte Drehzahl. Das Getriebe des Deutz-Fahr bietet als einziges im Vergleichstest eine dreifache Lastschaltung. Zudem lässt sich das Powershuttle im Ansprechverhalten einstellen. Gefallen hat weiter die (im Test einzige) «Stop&Go»-Funktion: Damit kuppelt der Traktor beim Treten des Bremspedals aus und bleibt stehen, nach dem Lösen fährt er wieder an – alles ohne Kupplungspe-

Das farbige Bedienkonzept in der hellen Kabine ist man von Deutz-Fahr gewohnt.

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Schweizer Landtechnik 3 2019

dal. Nicht ins sonst gute Bild passt die hakelige Gruppenschaltung. Die Höchst­ geschwindigkeit von 40 km/h erreicht der Deutz-Fahr bei rund 1800 Motorumdrehungen. Seine Trümpfe sind: VierfachZapfwelle im Heck und 18 verfügbare Gänge im Hauptarbeitsbereich – mit Abstand die meisten in dieser Testreihe.

Ordentliche Hydraulik-Ausstattung Der «5080G» war mit drei mechanischen Hydraulik-Steuergeräten ausgestattet. Das Fronthubwerk ist über ein Hecksteuer­ gerät (und Umschaltventil) nutzbar. So sind keine Anschlüsse im Heck belegt. Das gilt leider nicht für die zusätzlichen Anschlüsse vorne: Die Schläuche dafür müssen in die Hecksteuergeräte gesteckt werden. Dadurch wird ein Steuergerät blockiert. Bei Nichtgebrauch bleiben im Heck die losen Stecker – die Gefahr von Verschmutzung steigt. Auch hier wäre ein Umschaltventil die elegantere Lösung. An der Bedienung der Ventile gab es nichts zu kritisieren. Die drei ordentlichen Hebel in der rechten Konsole sind gut zu schalten, zudem lassen sie sich alle arretieren. Das elektronische Heckhubwerk lässt kei-

ne Wünsche offen. Am «angeschraubten» Fronthubwerk von Sauter störte der Oberlenker: In Transportstellung kollidiert er in jeder Länge beim Öffnen mit der Motorhaube.

Leise und geräumige Kabine Die Vierrad-Bremse des «5080G» schätzt man im steilen Gelände. Auch der gute Lenkeinschlag fand bei den Testern Anklang. Ebenso einzigartig im Test wie die «Stop&Go»-Funktion ist das Schnelllenksystem im Deutz-Fahr. Damit lässt sich die Lenkradübersetzung ändern. In den Praxiseinsätzen fiel die leise Kabine auf. Der Beifahrersitz im «5080G» ist geräumig und sogar gepolstert. Auf der rechten Seite in der Kabine sorgen ein Ablagefach und eine Getränkehalterung für Ordnung, links ein Netz für Dokumente. Die Kabine bietet eine gute Sicht nach vorne – und mittels transparenten Dachfensters nach oben. Zusammen mit der «Stop&Go»-Funktion und dem Schnelllenksystem wird der DeutzFahr zum Frontlader-Spezialisten.

Kurzbewertung + «Stop&Go»-Funktion + Schnelllenksystem + Dreifach-Lastschaltung und einstellbares Powershuttle + vier Zapfwellendrehzahlen – hakelige Gruppenschaltung – Wendekreisdurchmesser – J32-Steckdose nötig – Oberlenker-Halterung Fronthubwerk


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105PS/77 kW Nennleistung 30/30 Gang Powershuttle 3-Fach Lastschaltung HSB-gefederte Kabine Klimaanlage, luftgef. Sitz 4-Fach Zapfwelle Gefederte Vorderachse Fronthydraulik und Zapfwelle Druckluft Anhängerbremse

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Impressionen | Einsatzbericht

Einfach(er) geht’s auch Krummenacher Saattechnik ist bekannt für seine einfachen, pneumatischen AufbauSägeräte zur Wiesenübersaat. Das Unternehmen aus Dietwil LU produziert seit einiger Zeit aber auch Sä-Kombinationen. Ruedi Hunger

Welche Saattechnik? – Entscheidend ist immer das Resultat. Bilder: Ruedi Hunger

Sätechnik gibt es von einfach bis umfassend, in allen Varianten. Die Meinungen, wie ausgefeilt Sätechnik sein soll, sind ebenfalls sehr kontrovers. Schlussendlich haben aber alle ein Ziel: Das Saatkorn soll gleichmässig in ein optimales Saatbeet abgelegt werden. Dieses Ziel hatte auch Christian Bosshard vor Augen, als er sich für eine Säkombination von Krummenacher entschied. Bosshard bewirtschaftet in Igis-Landquart einen kombinierten Acker-/Futterbaubetrieb mit Leghennenhaltung und Mutterkühen. Der Betrieb wird nach Bio-Richtlinien bewirtschaftet.

Jahren von einem grossen Traktor auf einen kleineren mit weniger Motorleistung und vor allem weniger Gewicht gewechselt. Bei diesem betriebswirtschaftlichen Entscheid war sich Bosshard im Klaren, dass weniger Eigengewicht auch kleinere Anbaugeräte bedingt. Über Jahre hat er deshalb seine Ackerbauflächen mit Solo-­ Maschinen (keine Kombinationen) be­ arbeitet und bestellt. Im Marktauftritt von Krummenacher Saattechnik mit Ge­ treide­saat­technik sah Christian Bosshard eine Möglichkeit, auch mit seinem 66 kW starken Claas-Traktor eine Säkombina­ tion einzusetzen.

Heute ist dies eine ausgereifte und bewährte Technik. Das Einstellen und Abdrehen des Sägerätes ist einfach. Die Betriebsanleitung ist übersichtlich und leicht verständlich gestaltet.

Hauptargument: Gewicht «Im Vordergrund stand eine Säkombination, die zu meinem Traktor passt», sagt Bosshard. Als einer der wenigen Landwirte hat er bereits vor mehr als zehn 56

Schweizer Landtechnik 3 2019

Pneumatisches Sägerät Wie nicht anders zu erwarten ist, dosiert Krummenacher das Saatgut über Dosierwalzen und transportiert es pneumatisch.

Die Saatgutdosierung erfolgt, abhängig von Saatgutgrösse und Saatmenge mit unterschiedlichen Dosierwalzen.


Einsatzbericht | Impressionen

Einfache Version Krummenacher bietet seine Sätechnik in zwei Varianten an, einmal mit Messer­ scharen und alternativ dazu mit Doppel­ scheibenscharen. Bosshard entschied sich für die Version mit Messerscharen. Grund­ gerät, auf dem die Sätechnik aufgebaut ist, ist eine Kreiselegge. Wenn der Kunde keinen anderen Wunsch hat, stammt die­ se von Breviglieri, dem italienischen Spe­ zia­ listen für Bodenbearbeitungsgeräte. Wie bei den Kreiseleggen üblich, fliesst der bearbeitete Boden unter dem Stau­ balken (Schollenbrecher) ab. Dieser Stau­ balken dient auch als Scharbalken. An ihm sind die 24 Messerscharen pendelnd mon­ tiert. Jede Schar ist einzeln von oben feder­ belastet, sie kann sowohl vertikal wie auch seitlich weichen. Die Sätiefe wird über den stufenlos einstellbaren Schardruck bestimmt. Anhand zweier Skalen können die (Einstell-)Erfahrungs­ werte abgelesen und bei Bedarf wieder­ holt eingestellt werden.

Eigene Mechanisierung mit wenig Lohnarbeit Bio-Betrieb Christian Bosshard, Igis-Landquart (Bündner Rheintal) Traktor: Claas Celtis 446 RX (Jahrgang 2008) 66 kW; ca. 4000 kg Leergewicht mit Front­laderKonsole; 3500 kg durchgehende Hubkraft. Säkombination, 3,0 m: Kreiselegge Breviglieri MekFarmer 120 mit Wechselradgetriebe; Saatguttank 410 l; pneumatisches Sägerät «EPS 5», mech. Ge­ bläseantrieb, Spornradantrieb; 24 Messer­ scharen; Pneupacker 3 m mit integriertem Saatstriegel; Fahrgassenschaltung «Seedcontrol»; Gewicht ca. 1300 kg (Varian­ te mit Scheibenscharen ca. 1400 kg) Richtpreis Fr. 24 000.−

Alternativ: die Lohnunternehmer-Mechanisierung Lohnunternehmer Daniel Leston, Chur • •

Boden- und Saatbeetbereitung, Saat Erntetechnik: Rundballenpressen, Mähdrescher, Feldhäcksler

Auf oder in die Erde Werden die Messerscharen rund zehn Zenti­meter über der Erde geführt (Verstell­ winden), kann das Saatgut durch die anlie­ genden Scharklappen seitlich ausgeblasen und als Flächensaat verteilt werden. Was natürlich nicht für die Getreidesaat in Frage kommt. Ein «Sowohl als auch» gibt es übli­ cherweise bei der Saat nicht. Krumme­ nacher-Sätechnik macht es aber möglich, dass jede zweite Messerschar in der Erde geführt und im Wechsel dazu die übrigen Scharen über dem Saatbeet geführt wer­ den. Das hat zur Folge, dass sowohl eine Drill- und Flächensaat erfolgt. Die angeho­ benen Scharen werden mittels Federstecker im Lochgestänge fixiert. Mit dieser kom­ binierten Drill-/Flächensaat kann bei der Kunstwieseneinsaat auf spezielle Bodenund Saatbedingungen reagiert werden. Schliesslich – und das ist der Normalfall für die Getreideaussaat – werden alle Messerscharen in der Erde geführt. Als Standardversion rüstet Krumme­ nacher die Sätechnik mit einem direkt hinter der Messerschar nachlaufenden Pneupacker aus. Dabei werden je zwei Scharen von einem Packerelement abge­ deckt. V-förmige Federzinken dienen als Saatstriegel und hinterlassen eine ausge­ glichene Oberfläche.

Traktor: Steyr «6.125» (Jahrgang 2012) 110 kW; 10 500 kg Leergewicht; 8257 kg max. Heck-Hubkraft. Säkombination: Kreiselegge Lemken «Zirkon 8» Mech. Sämaschine «Lemken Saphir 7» Richtpreis Fr. 34 500.– Frontpacker 1200 kg Richtpreis Fr. 8500.–

«Als Lohnunternehmer bin ich auf eine schlag­ kräftige Mechanisierung angewiesen die mit den verschiedensten Bodenbedingungen zurechtkommt. Gerade die Saatbedingungen im letzten Herbst waren alles andere als ein­ fach. Im extrem ausgetrockneten Boden war eine exakte und gleichmässige Tiefenführung der Scharen der Schlüssel zum Erfolg. Ich schätze die hohe Dosiergenauigkeit der me­ chanischen Lemken Saphir. Die Handhabung, insbesondere die Tiefenführung, von Krei­ selegge, Packer und Sämaschine ist einfach zu wählen. Natürlich erfordert diese Technik einen starken Traktor mit entsprechendem Gewicht. Dafür erreiche ich unter optimalen Bedingungen auch hohe Flächenleistungen. Ich denke, meine Sätechnik ist schwierig ver­ gleichbar mit einer einfachen Sätechnik. Diese kann aber für einen Betrieb mit Einzel-Mecha­ nisierung sicher richtig sein.»

«Seedcontrol»Fahrgassenschaltung «Gerade unter Bio-Bedingungen gibt es unter Umständen mehrere Durchfahrten

Die eigentliche Sätechnik besteht aus Messerschar, Pneupacker und Saatstriegel.

3 2019 Schweizer Landtechnik

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Impressionen | Einsatzbericht

Maschinenkostenberechnung, Basis TractoScope 2018 Annahmen Auslastung Traktor Claas Säkombination Krummenacher Traktor Steyr Säkombination Lemken Frontpacker 3,0 m

450 Std./Jahr 50 ha/Jahr 550 Std./Jahr 100 ha/Jahr 50 ha/Jahr

Maschinen-/VerfahrenskostenBerechnung (Basis TractoScope 2018, Agroscope)

Eigenmechanisierung (0,75 ha/h)

LohnunternehmerMechanisierung (0,75 ha/h)

Stunde

Hektar

Stunde

Hektar

Arbeitskraft, Fr. je AE

28,00

37,33

28,00

37,33

Traktor Claas Celtis, 450 h/J. (Bosshard) Fr./AE

40,38

53,84 61,51

82,01

Säkombination Lemken 3 m Fr./AE

54,19

72,25

Frontpacker, 3 m Fr./AE

20,67

27,56

164,37

219,15

Traktor Steyr 8.125, 550 h/J. (Leston) Fr./AE Säkombination Krummenacher 3 m Fr./AE

Totale Verfahrenskosten Maschinenkombination Fr./AE

mit Pflegegeräten. Wenn diese ansprechende Arbeitsbreiten aufweisen, hat man als Fahrer ohne Fahrgassen keinen Anhaltspunkt, wie genau das Anschluss­fahren aktuell ist», sagt Bosshard, der sich deshalb für eine elektronische Fahrgassenschaltung entschieden hat. Mit der Variante «Seed-

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control» ist der Fahrgassenschaltrhythmus frei programmierbar. Zusätzlich werden das Saatgutniveau im Tank, der Luftstrom und die Dosierwalze überwacht. Die Flächen werden sowohl einzeln wie auch total erfasst. Optional gibt es noch eine stufenlose Saatmengenverstellung.

Mit «Seedcontrol» wird die Sätechnik von Krummenacher überwacht. Bild: Ruedi Hunger

Von 0 auf 100 in 0,25 Sekunden.

Die MS 500i. Für maximalen Fahrspass. 58

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Landtechnik-Begriffe | Wissen

ALB Teilbeladung Vorrat

ALB Vollbeladung Vorrat Das ALB-Ventil sorgt dafür, dass die Bremskraft entsprechend der Belastung der Achsen automatisch geregelt wird. Bilder: zVg

Gleichmässiger bremsen dank ALB-Regler Transportanhänger müssen künftig über einen automatischen lastabhängigen Bremskraftregler (ALB) verfügen. Wie aber funktioniert ein ALB-Regler? Heinz Röthlisberger Auch wenn es den automatischen last­ abhängigen Bremskraftregler (ALB) schon lange gibt, aufgrund der neuen Bremsvorschriften, die ab Mai in Kraft treten, werden Landwirte noch mehr mit dieser Bremsfunktion konfrontiert werden. Der automatische lastabhängige Bremskraftregler dient der selbsttätigen Anpassung des Bremsdruckes und damit der Bremskraft in Abhängigkeit vom Beladungszustand des Anhängers. Kurz gesagt: Der ALB-Regler sorgt für ein gleichmässiges Bremsverhalten. Bei Anhängern mit Parabelfedern wird die Durchbiegung der Feder für den Regelimpuls benutzt, bei Fahrzeugen mit Luftfederung dient der Balg-Innendruck dazu, den Beladungszustand zu ermitteln. Über ein Gestänge oder eine Feder,

«Landtechnik-Begriffe» In der Serie «Landtechnik-Begriffe» bereits erschienen: «AdBlue», «Common Rail», «Drehmomentwandler», «Ejektor», «Feuerverzinkt», «Metalldampflampe», «Load­ Sensing», «DOC», «LED-Lampe», «NIR-­ Sensor», «Wastegate», «Touchscreen», «Telematik» und «Droplegs».

die an der Hinterachse befestigt ist, wird dem Bremskraftregler der Beladungszustand mitgeteilt.

Parabel-Federung und Luftfederung Bei schwerer Beladung wird die Bremswirkung erhöht und bei wenig Beladung wird weniger gebremst, um die Gefahr des Blockierens der Räder zu minimieren. Den Beladungsstand ermittelt das System durch eine direkte Verbindung mit der Federung. Bei der herkömmlichen Parabel-Federung wird hierzu wie schon eingangs erwähnt der Abstand zwischen Fahrzeugaufbau und Achse gemessen, der bei zunehmender Beladung kleiner wird. Dazu wird ein Gestänge vom Achsträger zu einem am Fahrzeugrahmen befindlichen dreistufigen Ventil geführt. Bei der pneumatischen Federung ist dieser Abstand jedoch immer gleich, da die Luftfederung den Rahmen immer auf das gleiche Niveau hebt. Je schwerer das Fahrzeug, desto grösser muss der Luftdruck in den Federbälgen sein. Über einen Luftschlauch wird der in den Federbälgen herrschende Luftdruck zu einem Ventil übertragen, das je nach Federbalgdruck den Bremsdruck stufenlos regelt.

Fussbremse Bremszylinder

Fussbremse Bremszylinder

Bei Anhängern mit Parabelfedern wird die Durchbiegung der Feder für den Regel­ impuls benutzt. Bei Luftfederungen ist es der Balg-Innendruck.

Schlupf messen Inzwischen gibt es auch Systeme, welche über den Schlupf der Reifen beim Anfahren den Beladungszustand erkennen und somit die Bremswirkung der Achse regulieren. Je höher die Beladung ist, desto höher ist die Verwindung der Profilblöcke beim Anfahren. Dieser Schlupf wird über die ABS-Sensoren erkannt. Der Beladungszustand wird über ein Kennfeld erkannt. Eine automatisch-lastabhängige Bremse ist nicht zu verwechseln mit dem Antiblockiersystem, das ebenso das Ziel verfolgt, ein Blockieren der Räder zu verhindern, jedoch über einen anderen Ansatz.

ALB-Regler wird Pflicht Mit den neuen Bremsvorschriften ab 1. Mai 2019 (siehe auch «Schweizer Landtechnik» 1/2019) wird der ALB-­ Regler bei landwirtschaftlichen Transportanhängern Pflicht. Ausgenommen davon sind so genannte Arbeitsanhänger (Anhänger, mit denen keine Sachentransporte ausgeführt werden) oder 30-km/h-­Anhänger. Bei diesen genügt ein manueller oder ein dreistufiger Brems­kraftregler. Sofern keine Federung oder Fassfüllung vorhanden ist (wie etwa bei kleineren Mistzettern), kann der Anhänger nur für 30 km/h eingelöst werden, da hier ein ALB-Regler nicht eingesetzt werden kann.

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Management | Praxisfragen

Vorsicht mit dem Bügel Der Plattformtraktor bietet die Vorzüge geringer Kosten und tiefer Durchfahrtshöhen. Jedoch müssen beim Einsatz zusätzliche Aspekte der Arbeitssicherheit beachtet werden. Ruedi Burkhalter

Der Einsatz von klappbaren Überrollbügeln ist gesetzlich streng geregelt und bedarf einer kantonalen Sonderbewilligung. Bild: Claas

Zwar ist die Schweiz nicht gerade das Land der Plattformtraktoren, trotzdem sind «Cabriolets» auch hierzulande auf vielen Betrieben anzutreffen. Die tiefen Anschaffungskosten dieser meist einfach ausgerüsteten Fahrzeuge im unteren PS-Bereich sind ein erster Grund dafür, dass Plattformtraktoren in Zeiten des hohen Kostendrucks als Zweit- oder Dritttraktor auch bei den Neuzulassungen wieder eine gewisse Bedeutung erhalten haben. Der optional klappbare Überrollbügel ist ein zweiter häufiger Grund für die Anschaffung eines Plattformtraktors. Er ermöglicht es, Gebäude mit tieferen Durchfahrtshöhen weiterhin zu nutzen, beispielsweise in tiefen Ställen auszumisten oder maschinell zu füttern. Als Beispiel für einen modernen Plattformtraktor stellte die «Schweizer Landtechnik» in der letzten Ausgabe den «4709 Global» von Massey Ferguson vor. Wie in diesem Bericht bereits angekündigt, muss der Arbeitssicherheit beim Einsatz von Plattformtraktoren ein besonderes Augenmerk 60

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gewidmet werden. Dabei steht der Einsatz von klappbaren Fahrerschutzbügeln und von Frontladern im Fokus.

Klappen nur mit Bewilligung! Was viele nicht wissen: Der Einsatz von klappbaren Überrollbügeln ist gesetzlich streng geregelt und bedarf einer kantonalen Sonderbewilligung. Grundsätzlich sind heute die meisten Überrollbügel mit einem Drehpunkt zum Abklappen versehen. Dieser muss jedoch bei der «normalen» Zulassung des Fahrzeugs fest verschraubt sein. Als «klappbar» gilt ein Bügel dann, wenn dessen Position in kurzer Zeit ohne Werkzeuge verändert werden kann, beispielsweise mit splint-gesicherten Bolzen oder Klickverschlüssen. Bei Überrollbügeln ist zu beachten, dass die geprüfte Schutzwirkung nur in der ganz aufgeklappten Position gewährleistet ist. Die Bewilligung für einen klappbaren Überrollbügel muss beim kantonalen Maschinenberater eingeholt werden. Bewilligungen werden nur dann erteilt, wenn

eine betriebliche Notwendigkeit besteht, wenn eine bauseitige Lösung des Problems unverhältnismässig hohe Kosten verursachen würde und wenn es sich um einen regelmässigen Einsatz des Traktors

«ROPS» und «FOPS» Seit 1978 muss jeder neu in Verkehr gesetzte Traktor mit einer geprüften «Roll Over Protective Structure», kurz «ROPS», ausgestattet sein. Dieses System schützt den Fahrer beim Umkippen und Überrollen des Fahrzeugs davor, vom Gewicht des Fahrzeugs erdrückt zu werden. Neu in Verkehr gesetzte Hebefahrzeuge müssen gemäss EU-Maschinenrichtlinie seit zusätzlich mit einer geprüften «Falling Object Protective Structure», kurz «FOPS», ausgestattet sein. Dieses System schützt den Fahrer davor, von einer angehobenen, herunterfallenden Last erdrückt zu werden.


Praxisfragen | Management

handelt. Die Gründe, die eine Bewilligung zulassen, können kantonal unterschiedlich definiert sein. Hansjörg Furter, Maschinenberater im Kanton Aargau, nennt in einem Merkblatt zum Thema folgende Gründe als Beispiele: • Einfahrt in eine Futtertenne zur Fütterung von Tieren. • Einfahrt in niedere Ställe zum Entmisten. • Einfahrt in Obstanlagen, Gewächshäuser oder Tunnels mit tiefliegenden technischen Einrichtungen wie Bewässerungsleitungen, Drahtgerüste oder Hagelnetze. Keine Bewilligung wird hingegen im Kanton Aargau für zu niedere Garageneinfahrten oder für den Einsatz in Obstgärten mit tiefliegenden Ästen gewährt. Wird zusätzlich zum Fahrerschutzbügel ein Wetterdach montiert, darf dieses die Schutzfunktion des Bügels nicht beeinträchtigen.

Bügel sofort wieder aufklappen Im Rahmen der Bewilligungserteilung definiert der Maschinenberater genau, in welchen betrieblichen Situationen der Schutzbügel abgeklappt sein darf. Der Schutzbügel muss sich bei Arbeiten und Fahrten grundsätzlich immer in Schutzposition befinden. Dies gilt ausnahmslos für Strassenfahrten. Ausgenommen sind am Beispiel eines Gewächshauses Arbeiten und Fahrten innerhalb des Gewächshauses, zudem möglicherweise kurze Fahrten im Zusammenhang mit der Arbeit im Gewächshaus und/oder ausserhalb des Gewächshauses – letzteres jedoch nur im selben Betriebsareal, wenn Gefahren durch Gefälle, Böschungen, Gräben und dergleichen auszuschliessen sind. Beispiele hierfür sind Fahrten von Gewächshaus zu Gewächshaus innerhalb des gleichen Betriebsareals oder Fahrten zwischen Gewächshaus und Maschinenpark innerhalb des gleichen Betriebsareals. Eine besondere Beachtung ist in diesem Zusammenhang der Fahrerinstruktion zu schenken. Am Klappbügel muss ein Warnhinweis angebracht sein, der auf die korrekte Position des Fahrerschutzbügels hinweist. Jede Person, die als Fahrer eines solchen Traktors in Frage kommt, muss über die, im Rahmen der Bewilligung definierten, erlaubten Fahrten ausführlich instruiert sein. Im Falle eines Unfalls sollte der Betriebsleiter die korrekte Fahrerinstruktion schriftlich, am besten mit Unterschrift des Fahrers, nachweisen können. Passiert ein Unfall mit abgeklapptem Fahrerschutzbügel ausserhalb der in der Bewilligung

definierten Bereiche, kann dies für den Betrieb massive Folgen nach sich ziehen.

Achtung Maschinenrichtlinie Der Frontladereinsatz mit Plattformtraktoren ist ein mindestens ebenso heisses Eisen. In Ländern ausserhalb des europäischen Raums werden Plattformtraktoren in grosser Zahl mit Frontladern ausgeliefert. Die Schweiz jedoch setzt die EU-Maschinenrichtlinie um. Ein Traktor an sich fällt nicht unter den Geltungsbereich dieser Richtlinie, die für Hebefahrzeuge wie Hoflader und Gabelstapler in jedem Fall ein geprüftes FOPS-System verlangt. Zusätzlich ist ein Rückhaltesystem erforderlich, das verhindert, dass der Fahrer aus dem ROPS/ FOPS-Schutzbereich herausfallen kann. Bei der Kombination von Traktor und Frontlader ist die rechtliche Situation etwas speziell, da der Frontlader nicht fest mit dem Traktor verbunden ist, sondern als demontierbares Anbaugerät betrachtet wird. Das Anbaugerät Frontlader hingegen fällt sehr wohl unter den Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie. Thomas Frey, Geschäftsführer der BUL, sagt zu dieser Problematik: «Die Gesetzgebung ist hier eindeutig: Sobald ein Fahrzeug auch nur temporär mit einer Hebevorrichtung ausgerüstet wird, die Gefahren durch herunterfallende Lasten mit sich bringt, muss in jedem Fall ein FOPS-System vorhanden sein. Die BUL rät in jedem Fall auch bei älteren Traktoren davon ab, Frontlader ohne FOPS einzusetzen.» Einige Hersteller von Traktoren setzen die EU-Maschinenrichtlinie auch in Verbindung mit Frontladern konsequent um und liefern Traktoren ohne geprüfte FOPS gar nicht ab Werk mit Frontlader aus. In der Praxis werden Traktoren dieser Hersteller dann gelegentlich mit Frontladern von Fremdanbietern nachgerüstet, was sicher nicht im Sinn der Maschinenrichtlinie ist. Andere Anbieter liefern Plattformtraktoren auch mit Frontlader aus und argumentieren, dass sie den geplanten Einsatzbereich ja nicht kennen können. Auch ein Landwirt kann argumentieren, dass er mit seinem Frontlader durchaus auch ohne FOPS mit vertretbarem Risiko arbeiten kann, wenn er diesen beispielsweise ausschliesslich zum Ausmisten und zum Umschlagen harmloser Schüttgüter wie Getreide oder Holzschnitzel einsetzt.

Als «klappbar» gilt ein Bügel dann, wenn dessen Position in kurzer Zeit ohne Werkzeuge verändert werden kann, beispielsweise mit splint-gesicherten Bolzen oder Klickverschlüssen. Bild: MF

Grosse Risiken für den Betrieb So oder so gehen Landwirte, die Frontlader ohne FOPS einsetzen, zusätzliche Risiken ein. Dies insbesondere dann, wenn auch nur für kurze Zeit familien-fremde Arbeitskräfte mithelfen. «Bei der Agritop-­ Betriebsabnahme suchen wir zusammen mit dem Betriebsleiter zunächst nach einer alternativen Lösung», sagt Thomas Bachmann von der BUL. «Das können bauliche Massnahmen oder alternative Mechanisierungsvarianten sein. Wir können aber keinen Landwirt dazu zwingen, einen Tele­ skoplader zu kaufen oder zu mieten.» Hier offenbart sich ein manchmal unlösbarer Zielkonflikt zwischen Arbeitssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Die BUL anerkennt diese Realität und bietet in vertretbaren Ausnahmefällen die Möglichkeit einer «verhaltensorientierten» Lösung: Besteht ein Landwirt darauf, einen Frontlader ohne FOPS einzusetzen, muss er sich dazu verpflichten, die Risiken soweit als möglich zu begrenzen. Diese Lösung umfasst unter anderem Vorrichtungen, die verhindern, dass Ladungsstücke auf den Fahrer fallen könnten. Wer beispielsweise zwei Stroh-Quaderballen transportieren will, installiert zusätzlich an der Gabel zwei stehende Rohre, die verhindern, dass eine zweite Strohballe nach hinten wegrutschen kann. Dem höheren Risiko wird mit zusätzlichen Auflagen begegnet: Der Landwirt verpflichtet sich, zusätzliche Warnhinweise anzubringen und muss jeden Fahrer vor der Arbeit auf die speziellen Gefahren dieser Lösung aufmerksam machen. Der Fahrer muss beispielsweise wissen, dass er auf den zwei gesicherten Quaderballen nie eine dritte mitführen darf. Idealerweise sollte auch hier auf einem schriftlichen Dokument festgehalten werden, dass eine korrekte Fahrerinstruktion erfolgt ist. 3 2019 Schweizer Landtechnik

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Bilder: Roman Engeler und Johannes Paar

Antworten auf Trends Die Sima in Paris musste sich entwickeln, um ihren Platz in der Messelandschaft behalten zu können. Anstrengungen wurden unternommen, das Resultat ist spürbar, selbst wenn ausstellermässig die grossen Würfe ausblieben. 12 Roman Engeler Wie fast immer an Messen sind es die Neuheiten, die im Fokus des Interesses stehen. Bahnbrechende Revolutionen gab es an der Sima in Paris zwar nicht zu bestaunen, das aufmerksame Auge konnte aber doch das eine oder andere entdecken. Weiterhin im Trend ist die Digitalisierung, griffen doch nahezu alle namhaften Aussteller dieses Thema in irgendeiner Art auf. Interessante Innovationen gab es im Bereich des Elektroantriebs und generell im Segment der nachhaltigen Bewirtschaftung. Einige Firmenchefs äusserten sich auch zur künftigen (europäischen) Landschaft der Agrarmessen. Sima und Agritechnica scheinen dabei gegeben zu sein, andere Veranstaltungen könnten mehr Mühe bekommen, noch direkt von den Herstellern bedient oder unterstützt zu werden. Für grosse Aufmerksamkeit unter den Ausstellern sorgten die erstmals am offiziellen Sima-Abend überreichten Auszeichnungen «Maschine des Jahres 2019». Die Jury dieses Wettbewerbs bestand aus einigen europäischen Fachzeitschriften, darunter figurierte erstmals auch die «Schweizer Landtechnik». 62

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1 Massey Ferguson pusht die Baureihen «8700S» und «7700S» in die Abgasstufe 5 und ergänzt Letztere mit dem neuen Modell «7719S». 2 Faresin zeigte die Konzeptstudie eines elektrisch angetriebenen Teleskop-Laders, der dann an der Bauma in München im Einsatz gezeigt werden soll. 3 Hier noch nicht, aber künftig soll es die Viehwagen von Joskin mit absenkbaren Rampen mit einem Heck-Abschlussgitter geben, das die Schweizer Vorschriften erfüllt. 4 Case IH nutzte die Messe, um die neue Baureihe «Versum» zu enthüllen. Sie besteht aus vier Modellen mit stufenlosen Getrieben im Leistungsbereich von 110 bis 140 PS. 5 Futuristische Standelemente bei New Holland: Mit den neuen Modellen der Baureihe «T6» und erweiterter Anbaugeräte-Palette wurde auch das Thema «Digitalisierung» visualisiert.

6 Der indische Reifenhersteller BKT war auf der Messe omnipräsent, zeigte am eigenen Stand mit dem «Agrimax Force» (IF 750/75 R 46, Durchmesser 2,30 m) seinen grössten Radialreifen. 7 Väderstad macht weiter Tempo mit seinen Einzelkornsämaschinen «Tempo» und offeriert dieser Baureihe neue Modelle mit variablen Reihenabständen. 8 Nebst viel Digitalem gab es bei Claas den 40 000. Feldhäcksler vom Typ «Jaguar», ausgerüstet mit Raupenlaufwerk, zu sehen. 9 Aus Anlass des 100. Geburtstags der legendären Serie «90» von Fiat haben Ingenieure und Designer von CNH diese Konzeptstudie eines Retro-­M odells entworfen. 10 Manitou baut seine Palette von Ladeund Hebefahrzeugen aus und zeigte erstmals Radlader, Tele-Radlader und Kompaktlader (Skid Steer).


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11 Der Reifen «A585» von Alliance ist sowohl für glatten Boden als auch harte Oberflächen wie Beton und Asphalt ausgelegt und soll sich speziell für Teleskoplader eignen. 12 Beim neuen «Turbofarmer 659CS» von Merlo erkennen Sensoren am Joystick automatisch die Hand des Bedieners und machen so die Benutzung komfortabel und intuitiv. 13 SDF zeigte den «Frutteto CVT» mit 4-Rad-Lenkung, der schon bald auto­ nom in den Reben und im Obstgarten unterwegs sein soll.

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14 Pöttinger mit Geschäftsführer Gregor Dietachmayr und Frankreich-Chef Eric Yoder zelebrierte «20 Jahre Niederlassung in Frankreich».

17 Mit Basak will auch ein türkischer Hersteller den europäischen Markt mit Traktoren (Deutz-Motor, Stufe 4) und Teleskopladern erobern.

15 Rund 20 neue Entwicklungen gab es bei Kuhn zu sehen, darunter die Direktsämaschine «Aurock», Kuhns Antwort auf die Herausforderungen von Morgen.

18 Gleich einige Aussteller zeigten seitlich ausschwenkbare Ladewagen mit integrierten Mähwerken – hier das Modell «Erès 550» des französischen Herstellers Jeulin.

16 N eu im Geschäft ist die Marke «Mancel» der chinesischen Gruppe «Sinomach». Die Traktoren sind mit Motoren von FPT bestückt und erfüllen die Abgasnorm der Stufe 5.

19 Paul Forrer AG unterstrich an der Messe die Kompetenz in Sachen Hydraulik und erklärte den Messebesuchern das hydraulische ZweileiterBrems­system. 3 2019 Schweizer Landtechnik

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20 «Agrirouter» nutzte die Sima, um den offiziellen Live-Gang dieser hersteller­unabhängigen und -übergreifenden Datenplattform zu verkünden. 21 Pessl präsentierte die Wetterstation «iMetos LoRain», die Regen, Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit in Echtzeit misst und direkt auf eine Plattform sendet, von wo sie via App jederzeit abzurufen sind. 22 Krone zeigte unter anderem eine neue Wiegeeinrichtung für Rund­ ballen und ein Sammelsystem für Grossballen, das einer «BigPack» angehängt werden kann. 23 N eu im Programm bei Lemken: Der übernommene Hackspezialist Steketee wird neu als Geschäftseinheit inner­halb der Lemken-Gruppe posi­ tioniert. 64

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24 Treffler bringt ein Mäh-/Mulchgerät für Grünbestände auf den Markt, das nach dem Prinzip des Spindel­mähers funktioniert. 25 Kubota möchte sich weiter in Richtung Komplett-Anbieter in der Landtechnik entwickeln. Als Neuheit bei den Traktoren gab es die Plantagenversion der Baureihe «M5001» mit 1,70 m Breite zu sehen. 26 Feuerwehr-Fahrzeug oder mehr ein Rennauto? Dieses Fahrzeug des koreanischen Herstellers Hanseo kann als selbstfahrender Obstsprayer oder für andere Zwecke eingesetzt werden. 27 Dieser Steinsammler von Elho wird komplett über die Bordhydraulik des Zugfahrzeugs angetrieben, benötigt etwa 100 PS und kann mit einer Geschwindig­ keit zwischen 1 und 7 km/h arbeiten.

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28 McHale will sich weiter als Futter­ernte-­ Hersteller etablieren und kommt mit einem Doppelschwader mit verstell­ barer Arbeitsbreite auf den Markt. 29 Ferngesteuerte Allrounder mit Elektro-, Benzin- oder Dieselantrieb gab es einige zu sehen, hier das Modell «iCut 3» von Ferri mit 40-PS-Dieselmotor. 30 Kverneland unterstrich seine führende Rolle im (wettkampfmässigen) Pflügen und stellte dieses Zweischar-­ Modell mit goldenen Scharen aus.


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Plattform | Ausstellung

Über 30000 Besucher trafen an der Tier&Technik 2019 auf 480 Aussteller: Die Technik stand dabei im Zentrum des Interesses. Bild: Tier&Technik (Fotograf: Joe Pohl)

Innenwirtschaft und Futterernte im Fokus An der Tier&Technik konnte man auch heuer wieder einige Innovationen entdecken – nicht die «weltbewegenden», umso mehr aber für hiesige Betriebe interessante Entwicklungen. Ruedi Hunger und Roman Engeler Fachmessen leben von den Besuchern und die Besucher kommen an diese Ausstellung, um Neuheiten zu sehen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen werden grosse landtechnische Neuheiten nicht primär an der Tier&Technik in St. Gallen präsentiert. Dies ist ganz besonders in einem Simaund Agritechnica-Jahr so. Dennoch gibt es beim genaueren Hinschauen Änderungen und Verbesserungen, welche die Bezeichnung Neuheiten verdienen. Nachfolgend eine Auswahl der diesjährigen Messe.

die 150  000. Maschine, die Brantner für landwirtschaftliche Zwecke gebaut hatte, wurde eigens nach St.  Gallen transportiert.

Neu im Sortiment von Brantner Nachdem der österreichische Landtechnikhersteller Kirchner die Produktion eingestellt hat, konnte Brantner die Rechte für den Mistzetter übernehmen. Unter der Bezeichnung «Power-Spread» hat Brantner nun einen bewährten Mistzetter im Programm. Die Zetter gibt es in Grös­sen von 5,5 bis 12 t. Sie verfügen über ein robustes Streuwerk mit vier stehenden beziehungsweise zwei oder vier liegenden Streuwalzen. Diese wiederum werden über Ölbadgetriebe angetrieben. Der Kratzboden hat zwei oder drei Ketten. Für Sonderkulturen gibt es eine Ausführung mit Knickdeichsel und/oder Lenk­achse. An der Ausstellung war übrigens ein Jubiläumsmodell zu sehen – 66

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mals in der Praxis auf Herz und Nieren getestet. Ab Herbst 2019 soll die Maschine dann die Transporter-Palette von Aebi nach unten vervollständigen. Eingebaut ist ein 55,4 kW starker Turbodiesel-Motor von Kubota. Er erfüllt die neue Abgasnorm der Stufe 5. Der neue Transporter verfügt über ein Reversiergetriebe mit 16 × 16 Gängen. Dank der «Hill-Holder»-­ Funktion ist auch in steilem Gelände ein problemloses Anfahren möglich. Leer wiegt das Fahrzeug 2350 kg und das Gesamt­ gewicht beträgt je nach Radstand-Variante 5000 oder 6500 kg.

Köppl «Crawler» Der Kleine, für grosse Arbeit Aebi Schmidt zeigte in St. Gallen den «TP410». Der Neuling wird im Verlauf des Frühlings mit wenigen Stückzahlen noch-

Ferngesteuerte Allrounder wie den «Craw­ ler» von Köppl gibt es viele. Dennoch hebt er sich von der Konkurrenz ab: Im Vergleich zu klassengleichen Allroundern hat


Ausstellung | Plattform

er extrem viel Bodenfreiheit und dennoch sorgt der tiefe Schwerpunkt für ein sicheres Arbeiten am Hang. Eine weitere Besonderheit ist der direkte Zapfwellenantrieb. Diese mechanische Motorkraftübertragung garantiert einen hohen Wirkungsgrad. Und schliesslich verfügt er über einen vergleichsweise bescheidenen Motor. Der Benziner leistet 17,2 kW/23 PS. Wie es sich für einen Allrounder gehört, ist er mit zahlreichen Anbaugeräten einsetzbar.

Hochdorfer «BlackEx» Die biologische Blacken- und Unkraut­ver­ nichtung ist nicht grundsätzlich neu. Und doch unterscheidet sich die chemiefreie Unkrautbekämpfung von Hochdorfer von bisherigen Verfahren. Neben einem Erdspiess wird der Boden beziehungsweise die Blacke unter einem handgrossen Metall­ schirm mit Heisswasserdampf so stark erhitzt, dass die Pflanzenzellen platzen und die Pflanze daran zugrunde geht. Angebaut am Dreipunkt des Traktors oder an einem Zweiachsmäher verfügt das Gerät über einen 12-V-Heisswasser-­ Dampferzeuger bis 140 °C. Integriert ist ebenfalls eine 12-V/260-A-Batterie mit aufgebautem Ladegerät. Schliesslich werden 1000 l Wasser mitgeführt. Das Gerät wird vorerst noch intensiven Tests unterzogen und ist ab der zweiten Jahreshälfte auf dem Markt.

traktoren kann es problemlos im Hügel­ gebiet eingesetzt werden. Die Konstrukteure optimierten möglichst alle Bauteile und speckten beim Gewicht der Maschine ab, ohne dabei auf Robustheit zu verzichten. Entsprechend bringen die Mähwerke noch 575 bis 635 kg auf die Waage – dies bei Arbeits­breiten von 270 und 314 cm.

Elektro-Bobcat Leiser bietet für seine Ladefahrzeuge der Marken «Bobcat», «Manitou» und «Giant» nun auch eine elektrische An­ triebs­ variante – Marke «Eigenbau». Die Maschinen werden dabei in der eigenen Werkstatt umgebaut. Alle Vorteile der Basis­maschine wie auch die volle Herstellergarantie sollen erhalten bleiben. Ab sofort erhältlich ist als erste Maschine der Bobcat «e-S70». Zum Einsatz kommt die Lithium-Ionen-Batterietechnologie NMC, kombiniert mit einem Batteriemanagement-System inklusive Inverter und Elek­ tro­motor, alles über eine leistungsfähige Elektronik gesteuert. Angetrieben werden damit die zwei standardmässigen Tandem­ hydro­statik­kolben­pumpen, die über zwei umsteuerbare Hydraulik­motoren die zwei wartungsfreien Heavy-Duty-Ketten im geschlossenen Getriebekasten antreiben.

und bietet ihn momentan für die Modelle «TrailedLine 4.0 Compact» und «Premium» für Ein- und Zwei-Schnecken-Modelle und Behältergrössen von 7 bis 30 m3 an.

Nass- und Trockensauger Kärcher bringt zwei neue Modelle von Nass-/Trockensaugern auf den Markt, zeigte diese erstmals an einer Messe und möchte diese Geräte vermehrt auch in der Landwirtschaft positionieren. Die Sauger «NT 30/1 Ap L» und «NT40/1 Ap L» verfügen über ein halbautomatisches Filterabreinigungssystem, das manuell mit einem Tastendruck ausgelöst wird. Der Luftstrom wird dann in kurzen Stössen umgekehrt und der Filter ausgeblasen. Ein sauberer Filter besitzt einen höheren Luftdurchsatz und ermöglicht ein besseres Reinigungsergebnis. Die beiden neuen Geräte sind zur Aufnahme von Schmutz und Stäuben ohne gesundheitsgefährdende Eigenschaften geeignet. Der Abscheidegrad soll 99 % betragen.

Elastische Rohre für Liegeboxen

Elektrisch mischen

Kuhn «GMD Compact» Nicht von ungefähr hat das neue Mähwerk die Zusatzbezeichnung «Compact» erhalten: Diese Baureihe wurde speziell für Hanglagen entwickelt. An Klein- und Berg-

Die Spezialwerkstatt Brunner aus Schwarzenbach (SG) zeigte einen umgebauten Futtermischwagen von Siloking. Statt mit der Traktor-Zapfwelle wird die Maschine mit Strom aus der Steckdose betrieben, gespiesen über ein auf- und abrollbares Kabel. Den Fahrkopf hat Brunner selbst entwickelt

Bei B+M Agrotech gab es das Liege­boxenSystem «EasyFix» zu sehen. Es ermöglicht das bananenförmige, natürliche Liegen der Kuh ohne Verletzungsgefahr und ohne behin­ dernde Querverstrebung im Kopf­ bereich. Die flexible Gummikreuzschelle und das Kunststoffnackenrohr mit 7 mm Wandstärke sorgen zudem für ein natürliches Aufstehen der Tiere. Durch die Dehnbarkeit der Kunststoffrohre passen sich die Boxen den Bedürfnissen der Kühe an. Diese «EasyFix-­Box» soll auf vielfältige Art und Weise montiert werden können.

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Passion | Oldtimer

Das Traktormuseum ist inmitten der Berge von Hokkaido angesiedelt, der nördlichsten der vier japanischen Hauptinseln. Bilder: R. Stumberger

Dampfmonster und Porsche Auf Hokkaido findet sich in Japan das einzige Traktorenmuseum – mit vielen Raritäten und Kuriositäten. Rudolf Stumberger*

Die Gegensätze könnten nicht grösser sein. Da steht am Eingang der Halle «Ernie» ein riesiger dampfgetriebener Traktor aus dem Jahre 1902. Gebaut von der kanadischen Firma George White, bringt es das mit Kohlen befeuerte Monster auf nicht weniger als neun Tonnen Gewicht und leistete so 25 PS. Der Dampftraktor wurde vor allem benutzt, um Ausrüstung und Gerätschaften zu den Einsatzorten zu bringen. Mit seinem mächtigen Rauchfang und dem Kessel erinnert «Ernie» an eine Dampflok. Und dann steht ganz hinten in der Ausstellungshalle eine Art Miniaturtraktor. Das dreirädrige Ding besteht praktisch nur aus dem Motor, dem Sitz für den Fahrer und einem kleinen Tank. Aber auf immerhin sieben PS brachte es der kleine «CT-52» aus dem Jahre 1954. Damals kostete dieser Traktor des japanischen Herstellers Jinnou Kousha an die 600 000 Yen, der Preis für ein ganzes Eigenheim. Die Firma Kousha produzierte ab 1953.

Vielseitige Gegend Kleintraktor und Dampfmonster sind beide im Traktorenmuseum von Kamifurano auf der nördlichsten japanischen Hauptinsel Hokkaido zu sehen. Hokkaido besteht vor allem aus Bergen, Wäldern, Vulkanen und Naturparks. Statt Reis wird hier meist Getreide und Gemüse angebaut, der Boden lässt sich gut landwirtschaftlich nutzen. Das Städtchen Kamifurano liegt mitten im Landesinnern und die Region ist bekannt für ihre Ski-Pisten, hier heissen die Hotels schon mal «Edel Warme». Und hier auf Hokkaido wurde im Jahre 1917 auch die Sugano-Landwirtschaftsmaschinenfabrik gegründet. Heute hat das Unternehmen seinen Hauptsitz nördlich von Tokio und stellt dort Pflüge und Sämaschinen her. Und in Kamifurano betreibt Sugano das einzige japanische Traktorenmuseum unter dem Namen «Tsuchi no Yakata». Das heisst übersetzt soviel wie «Boden und Herrenhaus».

Nationales und Internationales *Rudolf Stumberger arbeitet für das Münchner Pressebüro

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Das Museum zeigt insgesamt 83 Traktoren, davon 19 aus japanischer Produkti-

Tsuchi no Yakata Das Museum auf Hokkaido ist in etwa zwei Stunden von Sapporo aus zu erreichen, auch mit der Bahn. Die Öffnungszeiten sind von 8.30 bis 17.00 Uhr an Werktagen und von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr am Wochenende und an Feiertagen. Der Eintritt ist frei. yakata@sugano-net.co.jp www.sugano-net.co.jp

on. Neben den Zugmaschinen gibt es aber auch eine Abteilung, die sich mit Landwirtschaft und der Bodenbearbeitung allgemein beschäftigt. Auch das Leben des Firmengründers Tojoji Sugano und seine Erfolgsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein Thema. Traktoren wurden von den Bauern auf Hokkaido seit dem Jahre 1951 genutzt. Das erste Modell war ein «Farmall Cub» mit neun PS. Der ab 1947 verkaufte Traktor der amerikanischen Firma kostete damals 545 US-Dollar. Die Bauern auf Hokkaido mussten dafür eine Million Yen hinlegen, deut-


Oldtimer | Passion

Auch ein Porsche

Das Museum beschäftigt sich – neben der Traktorenschau – ganz allgemein mit der Bodenbearbeitung. Träger des Museums ist ein japanischer Hersteller von Pflügen.

Der wohl älteste Traktor der Sammlung ist «Ernie», ein riesiger dampfgetriebener Traktor aus dem Jahre 1902, gebaut von der kanadischen Firma George White.

lich mehr als das Jahreseinkommen einer Familie von 700 000 Yen. Der Kauf eines Traktors war damals also eine sehr wichtige Entscheidung und kam meist nur mit Hilfe eines Kredits zustande.

zum Beispiel der japanische Kleintraktor Shibaura «AT-5» von 1955. Die Maschine mit neun PS wurde im Gartenbau eingesetzt, 92 Exemplare dieses Modells wurden in Hokkaido verkauft, der Preis betrug damals an die 800 000 Yen. Shibaura ging 1950 aus zwei Firmen hervor: Tokyo Shibaura Engineering und Ishikawajima Harima Industries. Ursprünglich produzierte das Unternehmen leichte und schwere Motoren, erst 1961 begann man mit der Fertigung von Traktoren, zunächst mit einer Leistung von bis zu 40 PS in Hinterrad- und Allradausführung. 1978 wurde die Serienherstellung von Traktoren über 50 PS aufgenommen. Ein paar Meter entfernt findet sich ein japanischer Traktor von 1962: Ein Kurogane «KBT» mit elf PS. Kurogane war ein japanischer Automobilhersteller, der unter anderen für die Armee einen Kleinwagen mit Allradantrieb, den «Typ 95» Aufklärungswagen, produzierte. Der ausgestellte Traktor kostete seinerzeit 495 000 Yen und wurde von einer Landwirtschaftsschule angeschafft, um den Studenten den Umgang mit der Maschine zu lehren.

Geschichte der Landmechanisierung Das Museum macht diese Geschichte sichtbar. Es liegt auf einem Hügel mit Blick auf die im Mai noch schneebedeckten Berge von Hokkaido und bevor man die beiden Ausstellungshallen mit den Traktor-­ Klassikern betritt, wird man schon von einem ersten Landwirtschafts-Boliden ­ empfangen. Es handelt sich um einen rostroten Bulldozer japanischer Produktion mit der Bezeichnung «NTK4» von 1953. Der Maschinenbauer NTK war eine Tochter von Nihon Steel, die freilich 1964 Bankrott ging. NTK lebte nach dem Aufkauf durch Sumitomo noch ein paar Jahre weiter, bis der Firmenname 1967 schliesslich als eigenständige Marke verschwand. Betritt man die Haupthalle des Museums, geht es weiter mit japanischer Technologie der 1950er und 1960er Jahre. Da ist

Zu den Exponaten gehört auch ein grüner MAN Ackerdiesel «AS440A» aus dem Jahre 1957. Der Kaufpreis damals: 3 Mio. Yen, was heute rund 430 000 Franken entspricht.

Neben den japanischen Traktoren finden sich im «Tsuchi no Yakata»-Museum auch viele Maschinen aus dem Ausland. Zum Beispiel aus Deutschland der Porsche «329». Der stammt aus dem Jahre 1963, als der Autobauer neben seinen Sportwägen noch Landmaschinen baute. Produziert wurde der Traktor von der Porsche-­ Diesel Motorenbau GmbH am Bodensee von 1961 bis 1963. Ebenfalls in der Sammlung: Ein grüner MAN «Ackerdiesel AS440A» von 1957. Ein gewisser Herr Ichro Nishino aus der Kleinstadt Rikubetsu im Landesinneren von Hokkaido kaufte ihn seinerzeit für stolze drei Millionen Yen, was heute 380 000 Euro entspricht. Herr Nishino muss also ziemlich wohlhabend gewesen sein, denn er war der einzige Bauer, der einen «Ackerdiesel» in Privatbesitz hatte. Die restlichen zehn MAN-Schlepper, die es damals auf Hokkaido gab, waren alle mit Regierungskrediten von Genossenschaften gekauft worden. MAN legte übrigens 1962 seine Traktoren-Produktion mit Porsche zusammen und mit dem Ende der Motorenbau GmbH 1963 kam auch das Ende für den »Ackerdiesel». Man sollte sich Zeit lassen bei einem Besuch des Traktoren-Museums in Kamifurano, denn neben den bereits erwähnten Traktoren warten noch jede Menge anderer Modelle auf den Besucher. Das reicht von schweren amerikanischen Bulldozern wie dem Fordson «Super Major» von 1958 bis zum Fiat-Trecker von 1965. Dazwischen steht auch schon mal ein amerikanischer Willys Jeep «CJ-3A» von 1952, der als Zugmaschine genutzt worden war. In der Haupthalle sind die Beschriftungen an den Traktoren übrigens auch in Englisch. Zu sehen ist auf dem Gelände auch eine Ausstellung von Pflugscharen und hinter den Gebäuden wird auf einem Übungsfeld schon einmal mit modernen Traktoren und Pflügen geübt.

Die Traktorsammlung auf Hokkaido umfasst an die 80 Fahrzeuge, davon knapp 20 aus japanischer Produktion.

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SVLT | Sektionen

FR Kolly folgt auf Zurkinden

Vorstand komplettiert

Nach 21-jähriger Vorstandstätigkeit, davon die letzten neun Jahre als Präsident, trat Robert Zurkinden zurück. Ihm folgt Olivier Kolly im Präsidium der Freiburger Sektion.

Positiver Rechnungsabschluss, steigende Mitgliederzahl, komplettierter Vorstand und informatives Referat: So die Kurzformel der Nidwalder GV 2019.

Catherine Schweizer

Roman Engeler

Für seine letzte Jahresversammlung, die Robert Zurkinden als Präsident des Freiburger Verbands für Landtechnik leiten durfte, wählte man die malerische Gegend des Schwarzsees. Neben den ordentlichen Jahresgeschäften – die Jahresrechnung schloss nicht zuletzt dank Sponsoring-Beiträgen mit einem Gewinn von CHF 6700.– ab und gleichzeitig konnte die Zahl der Mitglieder um drei Personen erhöht werden – standen Neuwahlen auf der Traktandenliste. So trat Robert Zurkinden von seinem Amt als Präsident zurück. Zurkinden war während 21 Jahren Mitglied im Vorstand, zwölf Jahre amtete er als Vize- und neun als Präsident der Sektion. Sein Engagement für den Verband, für die Landtechnik im Speziellen und für die Landwirtschaft im Allgemeinen wurde entsprechend gewürdigt. Seine Nachfolge tritt Olivier Kolly an, der per Akklamation gewählt wurde. Mit Philippe Rouiller trat zudem eine weitere Person aus dem Vorstand zurück. Er war während 13 Jahren in diesem Gremium aktiv. Als neue Vorstandsmitglieder wurden Marc Oberson (Siviriez) und Arno von Niederhäusern (St. Ursen) gewählt. Die Sektion unterstützt auch 2019 die Teilnehmer der «G40»-Fahrkurse mit CHF 50.–, führt Bremsen- und Spritzentests durch, organisiert einen Pflanzenschutztag im August und plant für den 13. April die kantonale Ausscheidung für das nationale Traktor-Geschicklichkeitsfahren.

Im letzten Jahr musste die Nidwalder SVLT-Sektion Abschied nehmen von ihrem Aktuar Ueli Gabriel. Sein Wirken im Vorstand der Sektion – auch im Rahmen der Statutenrevision – und für das kantonale Geschicklichkeitsfahren wurde gewürdigt und seiner Person entsprechend gedacht. Neu als Aktuar wurde Christian Gander gewählt, Landmaschinenmechaniker bei Agomont in Hünenberg, und vom wiedergewählten Präsidenten Ruedi Achermann im Gremium willkommen geheissen. Die Sektions-Rechnung konnte mit einem Gewinn abgeschlossen und die Zahl der Mitglieder leicht erhöht werden – dies nicht zuletzt dank Werbemassnahmen, wie sie die Sektion mit einem Stand am grossen «Bührer-Treffen» vom 22./23. Juni in Buochs auch heuer wieder anpacken wird. Weiter steht am 31. März das kantonale Geschicklichkeitsfahren auf dem Tätigkeitsprogramm.

Maschinen richtig versichern

Die nachmittägliche Exkursion führte die Versammlungsteilnehmer zum Unternehmen Extramet in Pfaffeien. 1980 gegründet, hat sich der einstige Drei-Mann-Betrieb zu einem diversifizierten und heute international tätigen Unternehmen mit über 200 Mitarbeitenden entwickelt. Innovation, Präzision und High-Tech prägen das Unternehmen, das in der Verarbeitung von Hartmetallen spezialisiert ist und Kunden von der Lebensmittel- und Uhrenindustrie über die Medizinal-Technik bis hin zu Luftfahrtunternehmen und Automobilherstellern beliefert.

Für das Fachreferat konnte mit Markus Odermatt, Versicherungsberater bei der Agro Treuhand für die Kantone NW, OW und UR, eine kompetente Person gewonnen werden. Odermatt zeigte auf, wie man versicherungstechnisch sorgenfrei mit Maschinen unterwegs sein und arbeiten kann. Dabei erläuterte er die Vor- und Nachteile von verschiedenen Lösungen, angefangen bei der einfachen Betriebshaftpflicht bis hin zur komplexen Einzelversicherung einer teuren Grossmaschine. Der Referent ging weiter darauf ein, was es bei der Miete und beim Vermieten von Maschinen sowie beim Engagement eines Lohnunternehmers in diesem Zusammenhang zu beachten gilt. Der Vortrag hätte wohl noch zu einer grösseren und beinahe abendfüllenden Fragerunde Anlass gegeben, hätten nicht die kulinarischen Düfte aus «Lussi’s Hofmetzg» das Interesse etwas in die Richtung gemütlicher Teil verschoben.

Der neue Präsident Olivier Kolly, die zurücktretenden Philippe Rouiller und Robert Zurkinden sowie die neuen Vorstandsmitglieder Marc Oberson und Arno von Niederhäusern (v.l.n.r.). Bild: C. Schweizer

Der komplettierte Vorstand der Sektion Nidwalden mit Beat Amstad, Dominik Birchler, Christian Gander, Ruedi Achermann und Peter Windlin (v. l. n. r.) präsentiert sich im neuen Outfit. Bild: R. Engeler

Harte Metalle

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NW

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Sektionen | SVLT

TI

VS

Im Banne der Digitalisierung

Wichtige Unfallprävention

In der «Acienda agricola», einem agrotouristisch genutzten Betrieb in Cadenazzo, liessen sich die Tessiner SVLT-Mitglieder in die Welt der Digitalisierung entführen.

Im Wallis wünschen Landwirtschaftsschüler mehr Unfallprävention auf den Betrieben, verlautete es an der Generalversammlung des WVLT.

Roman Engeler

Dominik Senn

Heuer wird die Tessiner Sektion des SVLT die Generalversammlung des Zentralverbands organisieren, die vom 22.–24. März in Mendrisio stattfinden wird. Um die eigene Jahresversammlung zeitlich von diesem Grossanlass etwas zu trennen, wurde der Sektionsanlass nun etwas vorgezogen und fand so bereits Mitte Februar statt. Gemäss Sektionspräsident Stefano Antonioli sind die Vorbereitungen rund um die erwähnte SVLT-GV auf Kurs, wenn gleich es das eine oder andere Detail noch zu klären gebe. Auf Kurs ist man auch mit der Sektion selbst, konnte die Jahresrechnung doch mit einem schönen Gewinn von rund CHF 4000.– abgeschlossen werden. Zudem blieb der Mitgliederbestand konstant. Konstanz zeigt sich auch beim geplanten Jahresprogramm mit Fahrkursen und Spritzentests. Antonioli wies im Weiteren auf das neue Maschinenvermietungstool (App) «FarmX» hin, das es auch in einer italienisch-sprachigen Fassung gebe.

Sektionspräsident Matthieu Vergère führte in seinem Jahresbericht aus, dass die siebte Auflage der Verkehrspräventions-Kurse analog zu 2017 aufrechterhalten bleibt, «um eine bessere Organisation zu ermöglichen und die Vorbereitung von Ausrüstung und Logistik zu erleichtern.» So fanden diese Kurse bereits 2017 in verschiedenen Betrieben statt. In der Nachbesprechung vom 12. Dezember hiess es, die Kurse seien wirklich wichtig. Einige Auszubildende hätten darauf hingewiesen, dass die Präventionselemente in ihren Lehrbetrieben leider nicht ausreichend berücksichtigt würden, fuhr Vergère weiter. Für die Organisation der Kurse stehen der WVLT, die BUL, die Kantonspolizei und die Walliser Landwirtschaftsschule gerade. Geschäftsführer David Jacquemoud legte von einem kleinen Gewinn in der Rechnung 2018 und einem ausgeglichenen Budget 2019 Zeugnis ab. Der Mitgliederbestand ist mit knapp unter 100 stabil. Der Hausherr der GV, Vorstandsmitglied Remo Tscherry, stellte schliesslich seinen 25-ha-Betrieb mit zwei Dutzend Milchkühen samt Jungvieh, 30 Mastkalbplätzen und bald 40 Mastmuniplätzen vor. Das zweite Standbein ist ein Lohnunternehmen, das dritte das Hof-Stübli mit eigenen Produkten für verschiedene Anlässe. Remo Tscherry hat sich auf Rundballenpressen, Gülle- und Mistausbringen sowie die komplette ­Kette Maisanbau spezialisiert.

Landwirtschaft 4.0 In der Person von Marco Rampazzo war es der Sektion gelungen, einen italienisch-sprachigen Spezialisten für ein umfassendes Referat zum Thema «Digitalisierung in der Landwirtschaft» zu gewinnen. Rampazzo arbeitet bei Breganze (I) für den Landmaschinenkonzern AGCO in dessen Forschungseinheit «Fuse». «Fuse» ist AGCOs Ansatz für die Präzisionslandwirtschaft. Grob umschrieben dreht es sich dabei um den Datenaustausch zwischen den Maschinen untereinander sowie zwischen den Maschinen und dem Hof-Büro. Es betrifft weiter das Flottenmanagement, die elektronische Gerätesteuerung und die gesamte Prozessplanung auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Auch wenn auf dem Papier vieles klar und einfach erscheint: Herausforderung ist und bleibt, diese Daten zwischen verschiedenen Systemen korrekt vernetzen und vor allem mit dieser Fülle von Daten auch die richtigen agronomischen Schlüsse ziehen zu können.

Stefano Antonioli informierte auch über die Neuerungen im Strassenverkehr, die ab 1. Mai 2019 greifen werden. Bild: R. Engeler

Zehn Unfälle 2018 Ein Höhepunkt der Walliser GV sind auch immer die statistischen Angaben des Erziehungs- und Präventionsbeauftragten Strassenverkehr der Kantonspolizei, Clément Formaz, über Unfälle landwirtschaftlicher Fahrzeuge im Strassenverkehr, inklusive Statistik der Unfallursachen bis ins Jahr 2000 zurück. So zeige der Trend, dass im vergangenen Jahr genau die Hälfte der zehn Unfälle im Wallis, an denen ein Landwirt beteiligt war, auf den anderen Unfallbeteiligten zurückzuführen war. Clément Formaz plädierte für das Anlegen der Sicherheitsgurte; es sei ein bisschen wie das Tragen eines Helms beim Skifahren, das Schule mache, obwohl kein Zwang bestehe. Die Unfälle entstanden bei nicht angepassten Geschwindigkeiten, beim Abbiegen und bei einer unsachgemässen Verwendung des Fahrzeuges.

Der WVLT-Vorstand im Lehnen-Stübli mit Hausherr Remo Tscherry, Präsident Matthieu Vergère, Joel Bessard, Dominic Salvati und David Jacquemoud (v. l. n. r.). Bild: D. Senn

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SVLT | Sektionen

GR Neue Vorstandsmitglieder

Vorbereitungen laufen

An der Generalversammlung wurden ein neuer Geschäftsführer sowie Rino Fontana und Pirmin Cotti neu in den Vorstand gewählt.

Heuer wird die Neuenburger SVLT-Sektion das nationale Geschicklichkeitsfahren organisieren. An der Versammlung wurde über den Stand der Arbeiten informiert.

Ruedi Hunger

Roman Engeler

Markus Tanner konnte an seiner ersten Generalversammlung der Sektion Graubünden über dreissig Mitglieder und Gäste begrüssen. Die statutarischen Geschäfte wurden speditiv abgewickelt. Der abtretende Geschäftsführer, Jörg Baumgärtner, und Luzia Föhn, F/G-Kurse, konnten positive Rechnungsabschlüsse präsentieren. Neu als Geschäftsführer wurde das bisherige Vorstandsmitglied Gian Risch Tscharner aus Alvaneu gewählt. Ebenfalls aus dem Vorstand zurückgetreten ist Marco Frei. Die Versammlung ernannte die scheidenden Vorstandmitglieder zu Ehrenmitgliedern der Sektion. Anstelle der Zurückgetretenen wurden Rino Fontana und Pirmin Cotti gewählt. Der Jahresbeitrag bleibt bei ­CHF 100.–. Die Sektion Graubünden hat aktuell 277 Mitglieder. Konrad Merk stellte ein umfangreiches Jahresprogramm für das laufende Jahr vor. Darin enthalten ist unter anderem eine «Aktion Anhängerbremsen prüfen». Stephan Plattner, Mitglied des Schweizerischen Vorstandes (SVLT), erinnerte in seinen Grussworten an das Bemühen des SVLT, sich aktueller Probleme anzunehmen.

Die Neuenburger SVLT-Sektion hielt ihre jährliche Versammlung in La Chaux-de-Fonds ab, wo die Mitglieder im Anschluss an das Treffen mit der Firma Vadec eine zentrale Anlaufstelle für Abfälle aller Art besuchen konnten. Das Unternehmen rezykliert diese Abfälle und produziert daraus Strom sowie Wärme für rund 8000 Haushalte und kann so, gemäss eigenen Angaben, gegen 10 Mio. Liter Heizöl jährlich einsparen.

Positive Rechnung

Konrad Merk, Vorstandsmitglied und Fachlehrer am Tagungsort Planta­ hof in Landquart, verstand es, mit seinen Ausführungen die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Es gelang ihm, die hochaktuelle Thematik spannend und verständlich zu präsentieren. In seinem Vortrag konnte Merk alle Themen zu den neuen Vorschriften im Strassenverkehr ansprechen und erläutern. Der Referent wies insbesondere auch auf die Gefahren hin, die durch ungeeignete Traktor/Anhänger-Kombinationen entstehen können. Wer einen neuen Traktor oder Anhänger kaufen möchte, tut gut daran, sich vorher umfassend zu informieren.

Zuvor führte Präsident Werner Seiler zügig durch die Versammlung, zu der er neben Ehrenmitgliedern auch einige Gäste, darunter die Verantwortlichen kantonaler Institutionen wie Verkehrspolizei und Strassenverkehrsamts sowie Delegationen der Sponsoren – bestehender und neuer – begrüssen konnte. Die von Geschäftsführer Bernard Tschanz vorgelegte Rechnung konnte bei einem gleichbleibenden Mitgliederbestand mit einem Gewinn abgeschlossen werden. OK-Präsident Simon Eschler informierte über die Vorarbeiten zum nationalen Geschicklichkeitsfahren, das am 11. August in Môtiers über die Bühne gehen und tags zuvor mit einer kantonalen Ausscheidung und einem Frauen-Schwingfest kombiniert wird, so dass man für all diese Anlässe die gleiche Infrastruktur benützen kann. SVLT-Direktor Aldo Rui und Jean-Luc Jaton von de BUL wiesen in Statements auf die gestiegenen Todesfälle im letzten Jahr hin, die im Zusammenhang mit dem Betrieb landwirtschaftlicher Maschinen vorgekommen sind. Verschiedene Organisationen wie der SVLT selbst, der Bauernverband und die BUL nehmen sich intensiv dieser Problematik an und haben zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe gebildet. Der SVLT, so Rui, werde sich im Rahmen dieser Diskussionen für pragmatische Massnahmen einsetzen, die in der Praxis auch anwendbar seien.

Ein junger und dynamischer Vorstand blickt zuversichtlich in die Zukunft. Auf dem Bild fehlt Vorstandsmitglied Luzia Föhn, zuständig für die F/G-Kurse. Bild: R. Hunger

Der Vorstand der Sektion Neuenburg ist intensiv an den Vorarbeiten für das nationale Traktor-Geschicklichkeitsfahren, das im August stattfinden wird. Bild: R. Engeler

Neue Strassenverkehrsvorschriften

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Sektionen | SVLT

OW

SZ

UR

Mitgliederwerbung forcieren

Maschinen gemeinsam nutzen

Die Sektion Obwalden forciert die Werbung von Mitgliedern und wird an der BührerOldtimerausstellung im Juni dafür einen Stand mit der Nachbarsektion einrichten.

Gleich zwei Referate an der 58. Sektionsversammlung hatten die gemeinsame Nutzung von Maschinen zum Thema.

Dominik Senn

Roman Engeler

Der Präsident der Sektion Obwalden, Josef Frunz, informierte über die Werbemassnahmen, um die Mitgliederzahl nicht bloss halten, sondern vergrössern zu können. Zusammen mit der Nachbarsektion Nidwalden werde an der 5. Bührer-Oldtimerausstellung auf dem Flugplatz Buochs am 22. und 23. Juni 2019 ein Stand für die Mitgliederwerbung bewirtschaftet. Vor der Tür steht auch das Traktoren-Geschicklichkeitsfahren am 31. März 2019, das von den beiden genannten Sektionen gemeinschaftlich organisiert und turnusgemäss von den Obwaldnern auf dem Areal der Pilatus Getränke AG in Alpnach durchgeführt wird und Mitgliederwerbung im besten Sinne ist. Die statutarischen Geschäfte waren im Nu erledigt: Die Genehmigung des Jahresberichts, der Rechnung mit einer Vermögensabnahme von CHF 1200.–, des Budgets 2019 sowie der Festsetzung des Jahresbeitrags auf gleichbleibende CHF 90.– und die Bestätigung der Vorstandsmitglieder Josef Frunz, Thomas Wagner, Paul Rohrer und Karl Zurmühle erfolgten jeweils einstimmig und mit Applaus.

Hubert Estermann stellte die Maschinengenossenschaft Hildisrieden LU vor, die 1963 gegründet wurde und heute einen modernen Maschinenpark bewirtschaftet. Die einzelnen Maschinen gehören der Genossenschaft, sind aber bei rund 30 Betrieben eingestellt, die für die Bewirtschaftung der Geräte verantwortlich sind. Die Vermietung erfolgt heute über die Online-Plattform Wyby. Jede Maschine ist mit einem Stunden-, Fuhren- oder Hektarzähler ausgestattet. Neben Vorteilen wie tiefere Maschinenkosten oder bessere Auslastung von modernen Maschinen verlangt ein solches System aber eine gewisse Flexibilität des Nutzers, da bei Schönwetter die Verfügbarkeit nicht immer gegeben ist. Zudem müssen die Zugfahrzeuge der Kunden entsprechend ausgerüstet sein (Hydraulik, Anhängung, etc.). Seit Mitte Februar ist «FarmX» aufgeschaltet. SVLT-Direktor Aldo Rui stellte diese moderne Online-Vermittlungsplattform vor, die ebenfalls eine bessere Maschinenauslastung und somit eine Senkung dieses Kostenblocks bezweckt. Die Geräte verbleiben aber beim Besitzer. «FarmX» soll die Administration für den Vermieter wie für den Mieter vereinfachen und eine Maschinennutzung in einem grösseren Rayon ermöglichen.

Verbandsaktivitäten Verbandsdirektor Aldo Rui überbrachte die Grüsse des SVLT und erläuterte die aktuellen und vordringlichen Aktivitäten des Zentralverbands. Weiter wollte ein Versammlungsteilnehmer wissen, «auf welchem Mist» die Einführung des 3-Jahres-Turnus bei den Spritzentests (anstelle von vier Jahren) gewachsen sei. Gemäss Aldo Rui hat es damit zu tun, dass die Schweiz und die EU die Prüfungen gegenseitig anerkennen und die EU dieses Intervall auf 2020 einführt. Es würde zudem auch über die Landesgrenzen hinweg Spritzarbeiten ausgeführt, was die schweizerische Arbeitsgruppe Spritzentest bewegte, die Harmonisierung vorzunehmen.

Kurse am PC

Die wiedergewählten Vorstandsmitglieder der Sektion Obwalden Karl Zurmühle, Präsident Josef Frunz, Thomas Wagner und Paul Rohrer (v. l. n. r.). Bild: D. Senn

Hubert Estermann von der Maschinengenossenschaft Hildisrieden LU mit Präsident Armin Brun (SVLT-Sektion Schwyz/Uri) und SVLT-Direktor Aldo Rui (v. l. n. r.). Bild: R. Engeler

Präsident Armin Brun konnte die 58. Versammlung der Sektion Schwyz/Uri vor einem gut gefüllten Saal im «Märchtstübli» zu Rothenthurm eröffnen. Geschäftsführer Florian Kälin präsentierte eine Rechnung, die mit einer schwarzen Null abgeschlossen werden konnte. Eine wesentliche Einnahmeposition stellte dabei das Traktorengeschicklichkeitsfahren dar, das die Sektion in Zusammenarbeit mit dem Oldtimer-Club organisierte. Den Jahresbeitrag beliess man bei CHF 85.–. Die G-Kurse entwickeln sich rückläufig und sind kaum mehr kostendeckend. Deshalb wird die Sektion den Interessenten künftig eine CD zum Selbststudium anbieten. Mitten in den Vorbereitungen steckt der Vorstand mit der Organisation der Delegiertenversammlung des SVLT, die im März 2020 in der Region Einsiedeln stattfinden soll.

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SVLT | Sektionen

Generalversammlungen  JU

Theoretische Führerprüfung Kat. F/G

Samstag, 16. März 2019, 10 Uhr Café de la Poste, rue du Lomont 1, Glovelier

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Dienstag, 26. März 2019, 20 Uhr Ebenrain, Sissach

AG Aargauer Landtechnikabend: Vorderer Überhang, Achslasten, Adhäsionsgewicht Mittwoch, 20. März 2019, 19.30–22 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen, Aula Im Frühling 2019 treten verschiedene Änderungen bei verschiedenen Stras­ senverkehrsordnungen in Kraft. Am Landtechnikabend zeigen wir Ihnen anhand von Beispielen auf, von welchen Erleichterungen der Landwirt profitieren kann und welche neuen Anforderungen dazu erfüllt werden müssen. Insbesondere werden folgende Themen behandelt: Vorderer Überhang, Achslasten, Adhäsionsgewicht. Die Kursleitung hat Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung steht allen interessierten Personen unentgeltlich offen.

Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag, 11. April oder Freitag, 12. April 2019, 9–16.15 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit und ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen. Dies ohne Stress und Zeitdruck, damit Sie das nächste Mal, wenn «Not an der Frau» ist, Bescheid wissen bezüglich Bedienung des Traktors, wichtige Kontrollen, sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät sowie Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse. Dieser Kurs richtet sich an Frauen, welche ihre praktischen Traktor-­ Kenntnisse verbessern wollen. Der PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt. Es sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Kursleiter ist Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Die Kosten betragen CHF 110.– inkl. Kursunterlagen und Mittagessen, wenn der Ehemann, Partner oder Freund Mitglied beim AVLT ist, ansonsten CHF 130.–. Anmeldung bis 27. März 2019 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurs­ sekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch.

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Schweizer Landtechnik 3 2019

Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2019 14 Jahre alt (Jahrgang 2005) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Vorkurs: Mittwoch, 8.5.2019, 13.30 Uhr. Prüfung: Samstag, 25.5.2019 Vorkurs: Mittwoch, 30.10.2019, 13.30 Uhr. Prüfung: Samstag, 16.11.2019. Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 1 Durchführung der Prüfungen: 9 Uhr, Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder CHF 40.– plus Lern-CD CHF 40.–, Nichtmitglieder CHF 80.– plus Lern-CD CHF 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch; bitte unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

FR Bremsenkontrolle 2018 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) erhält die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Sie findet in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers statt. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­ ­agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von CHF 50.– pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen. Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 27. März 2019 in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 15. Mai 2019 in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–.


Sektionen | SVLT

Nächste Termine: Kurs 602: jeweils Samstag, 30. März/06. April 2019, 12–16 Uhr Kurs 604: jeweils Samstag, 11./18. Mai 2019, 13–17 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 402: 4 Abende: Mittwoch, 12. Juni / Donnerstag, 13. Juni / Mitt­ woch, 19. Juni / Freitag, 20. Juni 2019, 19–21 Uhr, in Sursee. Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lek­ tionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wo­ chen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg ist jederzeit möglich. Der nächste Kurs beginnt am 22. März 2019; Durch­führung jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

Voranzeige Spritzentest 2019 18. / 19. / 20. März 2019 Gebläsespritzentest bei Fenaco/Traveco Sursee 21. / 22. und 26.–28. März 2019 Feldspritzentest in Sursee, Altis­ hofen, Triengen, Hohenrain Alle Spritzenbesitzer, welche keine Einladung erhalten bzw. die neu ihre Spritze prüfen möchten, bitten wir uns zu kontaktieren (info@lvlt.ch oder 041 467 39 02).

OW

NW

Traktoren-Geschicklichkeitsfahren in Alpnach Sonntag, 31. März 2019, Areal Pilatus Getränke AG, Alpnach Unter dem Patronat der Sektionen Ob- und Nidwalden des Schweizeri­ schen Verbandes für Landtechnik findet das Traktoren-Geschicklichkeits­ fahren 2019 am Sonntag, 31. März, auf dem Areal der Pilatus Getränke AG in OW statt. Der Umgang mit Maschinen muss gelernt sein, denn ne­ ben den gesetzlichen Vorschriften, die zu beachten sind, leistet auch die richtige Handhabung der landwirtschaftlichen Fahrzeuge Gewähr für unfallfreies Arbeiten. Die Anmeldung ist von 9 bis 14 Uhr auf dem Platz, das Startgeld beträgt CHF 25.–. Das OK freut sich auf interessante Be­ gegnungen – auf dem Parcours und in der Festwirtschaft. Es gibt einen Kinder-Parcours mit «Trätitraktoren». Die Gewinner jeder Kategorie sind an der Schweizer Meisterschaft 2019 teilnahmeberechtigt.

SG

AR

AI

GL

Kreisversammlungen mit Referaten Es können auch Kreisversammlungen anderer Kreise besucht werden.

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2019 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 16. Mrz 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA

24. Apr 19

Wangs, Parkhotel Sa, 6. Apr 19 Wangs, Parkhotel / StVA Mels

8. Mai 19

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 10. Apr 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen / StVA Kaltbrunn

15. Mai 19

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 27. Apr 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

22. Mai 19

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 11. Mai 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

5. Jun 19

Salez, Rheinhof Sa, 25. Mai 19 Wangs, Parkhotel / StVA Mels

19. Jun 19

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 29. Mai 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA

26. Jun 19

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 8. Jun 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA

3. Jul 19

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 22. Jun 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

17. Jul 19

Wangs, Parkhotel Sa, 6. Jul 19 Wangs, Parkhotel / StVA Mels

14. Aug 19

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 10. Jul 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen / StVA Kaltbrunn

28. Aug 19

Trogen, Rest. Krone Mi, 21. Aug 19 Trogen, Rest. Krone / StVA Trogen

11. Sept 19

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 31. Aug 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

18. Sept 19

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 4. Sept 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA

25. Sept 19

Salez, Rheinhof Sa, 14. Sept 19 Wangs, Parkhotel / StVA Mels

9. Okt 19

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 21. Sept 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

16. Okt 19

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 28. Sept 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen / StVA Kaltbrunn

23. Okt 19

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 30. Okt 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde / StVA

27. Nov 19

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 9. Nov 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln / StVA

4. Dez 19

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 20. Nov 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen / StVA Kaltbrunn

11. Dez 19

3 2019 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

Wangs, Parkhotel Sa, 23. Nov 19 Wangs, Parkhotel / StVA Mels

18. Dez 19

SO Vorbereitungskurse für die Traktorund Mofaprüfung Mittwoch, 3. April, 13.30 bis 16.30 Uhr, Wallierhof, Riedholz Die Sektion Solothurn des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik führt im Schulgebäude Wallierhof in Riedholz die Vorbereitungskurse für die Traktor- und Mofaprüfung durch. Der Kurs findet am 3. April statt; ­bitte Schreibzeug mitbringen. Die Schüler können auch weitere Interessierte an den Kurs anmelden. Bei ungenügender Teilnehmerzahl wird der Kurs telefonisch abgesagt oder verschoben. Die Prüfung kann frühestens einen Monat vor dem vierzehnten Geburtstag an der MFK absolviert werden. Das Kursgeld beträgt für Sektionsmitglieder CHF 30.–, für Nichtmitglieder CHF 40.–; zusätzlich kostet die Lern-CD, falls erwünscht. Der Betrag ist am Kurstag zu entrichten, die Prüfungsgebühr wird von der MFK direkt erhoben. Bitte anmelden beim Kursleiter Beat Ochsenbein, 032 614 44 57 oder 076 302 77 42.

Informationsabend zu den Neuerungen der Fahrzeug-Vorschriften Montag, 15. April, 19.30 Uhr, Wallierhof, Riedholz Der Bundesrat hat Ende November 2018 die Anforderungen an Strassenfahrzeuge den neusten Sicherheits- sowie Umweltstandards angepasst und eine neue Verordnung in Kraft gesetzt. Davon ist auch die Landwirtschaft betroffen, gibt es doch Änderungen beim vorderen Überhang oder bei den Anhängerbremsen. Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Informationsabend. Dazu konnten folgende Referenten gewonnen werden: Erich Jenni, Marolf AG, Finsterhennen Hans Stadelmann, BUL, Schöftland

TG Russlandreise VTL/Landtechnik Vom 4. bis 13. Juni 2019 Die Reiseleitung hat Jakob Bänninger, Teilhaber Betrieb Schweizer Milch. Das Programm: 1. Tag Abflug Zürich über Moskau, nach Woronesch. 2. Tag Besuch des Betriebs Ekoniva und der GK «Saretschnoje». 3. Tag Besuch des Bauernmarktes in Woronesch und eines Familienbetriebs, der auf 800 Hektaren Getreide, Soja und Sonnenblumen anbaut. 4. Tag Besichtigung eines Zuchtbetriebs, dann des Bauernhofs Knjazev und der Brauerei «Baltika». Anschliessend Fahrt mit dem Nachtzug nach Moskau. 5. Tag Besuch des Bauernmarktes in Moskau. Stadtrundfahrt mit Bus und Schiff in Moskau. 6. Tag Besuch der Käserei «Russischer Parmesan» und einer Obst- und Beerenplantage. Anschliessend Fahrt nach Kaluga. 7. Tag Besuch des modernen Treibhausbetriebs Agrolnvest, ein Gemüsebaubetrieb

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Schweizer Landtechnik 3 2019

mit 25 Gemüsearten. 8. Tag Besuch des Kosmonautik-Museums in Kaluga. Anschlies­send Fahrt zum Betrieb «Schweizer Milch». 9. Tag Besichtigung bei Ekoniva-Technik (Importeur von JD, JCB, Pöttinger etc.), anschliessend Rückflug nach Zürich. Preise und Leistungen: Person im Doppelzimmer: CHF 2790.–, Einzel­ zimmerzuschlag CHF 250.–. Inbegriffen sind Visum (wird durch uns organisiert), Flug, Eintritte, Besichtigungen, alle Mahlzeiten, Unterkunft in ­Mittelklassehotels mit Dusche/Bad und WC. Nicht inbegriffen An- und Abreise zum/vom Flughafen Zürich, Trinkgeld. Programmänderungen sind noch möglich. Anmeldeschluss ist der 1. März 2019. Bitte sofort anmelden, die Platzzahl ist beschränkt. Anmeldung an: VTL/Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstr. 9, 9542 Münchwilen, 071 966 22 43. Wichtig! Für das Visum werden folgende Unterlagen benötigt: Kopie des Passes (Gültigkeit mindestens bis 15. Dezember 2019. Zudem muss zwingend eine Doppelseite leer sein), Kopie einer Rückreiseversicherung (Rega, TCS oder, wenn in Krankenkasse enthalten, Kopie der Versicherungskarte). Bevorzugt wird die Kopie des Rega-Ausweises.

ZH Grosse Verbandsreise nach Belgien Gruppe 1: Sonntag bis Sonntag, 19.–26. Mai 2019 Gruppe 2: Sonntag bis Sonntag, 9.–16. Juni 2019 Klein, aber fein – mit einem faszinierenden, facettenreichen Feuerwerk von traditionellen, kulturellen Schätzen, stimmungsvollen Landschaften, charmanten Dörfern, mondänen Küstenorten, märchenhaften Schlössern und Abteien brilliert Belgien auf kleinstem Raum. Reiseverlauf: 1. Tag: Sonntag, 19. Mai / 9. Juni 2019: Ostschweiz–Luxemburg–Arlon. 2. Tag: Montag, 20. Mai / 10. Juni 2019: Wallonien–Romantisches Maastal. Mit Besuch einer Farm und Übernachtung im Hotel Van der Valk in Nivelles-­Süd. 3. Tag: Dienstag, 21. Mai / 11. Juni 2019: Provinz Hennegau–Oostkamp. Mit Besichtigung eines Milchwirtschafts- und eines Ackerbaubetriebs. 4. Tag: Mittwoch, 22. Mai / 12. Juni 2019: Westflandern–Nordseeküste. Nahe der französischen Grenze gibt’s einen Mischbetrieb und einen Hopfen-Hof zu besichtigen. 5. Tag: Donnerstag, 23. Mai / 13. Juni 2019: Nirgendwo anders findet sich so viel Geschichte pro Quadratmeter in einer völlig autofreien Innenstadt wie in Gent. 6. Tag: Freitag, 24. Mai / 14. Juni 2019: Am Vormittag kann Brügge, das Venedig des Nordens, mit seinen Grachten, kennengelernt werden. In der Nähe der niederländischen Grenze wird ein Ackerbaubetrieb mit Rinder- und Truthahnzucht besucht. 7. Tag: Samstag, 25. Mai / 15. Juni 2019: Nach dem Frühstück geht’s nach Brüssel und am frühen Nachmittag ins nahe gelegene Kampenhout zu einem Betrieb, welcher Chicorée anbaut. Übernachtet wird in Lüttich. 8. Tag: Sonntag, 26. Mai / 16. Juni 2019: Heimreise über Koblenz–Mainz–Worms–Heidelberg –Stuttgart zurück in die Schweiz und an den Einsteigeort. Leistungen: Carfahrt in modernem Rattin-Reisecar, 7 × Übernachtung mit Frühstücksbüffet in den aufgeführten Hotels, 4 × Abendessen in den Hotels, 3 × Abendessen in Restaurants, 3 × Mittagsimbiss, Stadtführung in Luxem­


Sektionen | SVLT

burg, Gent und Brüssel, Grachtenfahrt durch Brügge, Schifffahrt durchs Maastal, alle Besichtigungen inkl. Eintritte, Degustationen und Verkostungen gemäss Programm, deutschsprachige Reiseleitung vom 2. bis 7. Tag sowie durchgehende Rattin-Reiseleitung durch Esther Stamm. Preis: Arrangement im Doppelzimmer pro Person CHF 1960.– Zuschlag Einzelzimmer pro Person CHF 330.– Annullierungs- und SOS-Schutz pro Person CHF 80.– Auf Anmeldungen bis 31. Januar 2019 freut sich: Rattin AG, Frau Leila Wanner, Zollstrasse 95, 8212 Neuhausen, Tel. 052 633 00 00, leila.wanner@rattin.ch

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F / G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Vorbereitungskurse zur Traktorenprüfung 15. Juni / 21. Sept. / 16. Nov., je von 9.30 bis 15.30 Uhr AG

Die Teilnahme ist 4–6 Monate vor dem 14. Geburtstag möglich (Not­ helfer- und Verkehrskundeausweis sind in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben). Die Kosten betragen CHF 110.–, für Mitglieder des SVLT Zürich CHF 80.–. Im Preis inbegriffen sind eine Lern-CD oder Stick sowie eine Mittagsverpflegung mit Getränk. Onlineanmeldung: www.fahrkurse.ch, www.svlt-zh.ch, SVLT Zürich, Auskünfte unter 058 105 99 52

Kursorte und -daten: Do, 2./9.5.2019, Frick FIBL, jeweils 18.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Vorkurs Ebenrain, Sissach: Mi, 8.5.2019, 13.30 Uhr; Mi, 30.10.2019, 13.30 Uhr. Prüfung MFP Münchenstein: Sa, 16.2.2019; Sa, 25.5.2019; Sa, 16.11.2019 Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch

DER NEUE KRAFTPROTZ IM MARKT BIS ZU 100 KM!

SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kursorte und -daten: Altnau: Sa, 16.3. / Mi, 27.3.2019; Neukirch-Egnach: Sa, 27.4. / Mi, 8.5.2019; Bürglen: Sa, 24.8. / Sa, 7.9.2019; Bürglen: Sa, 24.8. / Sa, 7.9.2019; Müllheim: Sa, 26.10. / Mi, 6.11.2019; Fritschen: Sa, 7.12. / Mi, 18.12.2019 Kontakt: VTL / Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD

Gitter-Gewebe-Blachen

Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kursdaten: März, Juni und Oktober 2019 Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

50_Advert_Schweizer Landtechnik_105x74mm.indd 1 28-02-19 15:43 ZG ∙ transparent, gewebeverstärkt www.flynnflex.ch Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ∙ optimaler Witterungsschutz Blachen, Netze, Witterungsschutz ∙ UV-beständig und lichtdurchlässig FLYNN FLEX AG P. O’Flynn Trading ZH ab CHF 1.70/m2 Büro: Riedhofstrasse ∙ 8049 Zürich Mengen-Rabatte. Versand ganze Schweiz. T 044 342 35 13 ∙ info@flynnflex.ch Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, Eschikon 21, 058 105 98 22, Postfach, 0119

8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

Schweizer Landtechnik 89x28 mm 3 2019 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Porträt

Alpkäse und Damhirsche Das zweite Lehrjahr seiner Grundausbildung zum Landwirt bestritt Dario Thöny mit Jahrgang 1997 bei Lehrmeister Jörg Baumgärtner, Geschäftsführer der SVLTSektion Graubünden. «Von ihm habe ich viel über Maschi­nen gelernt», sagt er. Kurz nach beendeter Ausbildung zum Landwirt 2016 kam die Anfrage von Landwirtschaftslehrer Koni Merk, ob er dem Sektionsvorstand beitreten wolle. Er wollte, schon aus der Überlegung heraus, «jederzeit über den neusten Stand des Landtechnik­ angebots informiert zu sein», so Dario Thöny. Der elterliche Betrieb Balzarüti an der Überlandquartstras­ se 6 in Grüsch, 900 m ü. M., ist sowohl für die Berg- als auch für die Tal-Landwirtschaft gut mechanisiert. Von den rund 50 ha des Bergbetriebs sind einige wenige eben. Dort betreibt Vater Joos Thöny Ackerbau, hauptsächlich Mais, aber auch Getreide. Ein Same-Traktor mit 110 PS, Pflug und Häcksler leisten ihm dabei wertvolle Hilfe. Die restlichen Parzellen, darunter zwei Kunstwiesen, dienen der Futterbeschaffung für die rund zwanzig Brown-Swiss-Milchkühe, das Aufzuchtvieh und die gegen zwanzig Mastkälber, insgesamt rund 70 Stück. Zur Sömmerung geht’s abwechselnd auf die Alp Vals und Fasuns sowie aufs Grüscher Älpli. Die gewonnene Milch wird für die Kälbermast verwendet. Gemäht wird mit einem Metrac und einem Reform «M12». Für Dario Thöny war immer klar, dass er Landwirt wird und Vaters Hof übernimmt. Bruder und Schwester waren an diesem Beruf nicht interessiert: «Ich denke, etwa dreissigjährig werde ich den Hof übernehmen und Vater bis zu seiner Pensionierung anstellen.» Seit der Heimkehr hat der ledige Junglandwirt praktische Anpassungen im Viehstall vorgenommen und hält – ganz neu – in Fanas Damhirsche. Damit hat’s sich’s mehr oder weniger. «Die Betriebsflächenstruktur ist gegeben und damit auch die ideale Bewirtschaftungsform. Für die Muni­mast hätte ich zu wenig Mais. Die Mutterkuhhaltung wäre unrentabel; sie würde auch nicht Alpkäse und Butter abwerfen», erklärt er. Bis zur Hofübernahme geht er Nebenerwerbsjobs nach: Im Auftrag eines Lohnunternehmers presst er Rundballen und besorgt Muldendienste, für den Maschinenring Graubünden hat er diesen Winter Schneeräumungsarbeiten in Seewis aufgenommen und nebenbei lernt er Lastwagenfahren. Dazu hilft er Vater bei der Brennholzbeschaffung im eigenen Wald, beim Aushöhlen von Baumstämmen für Brunnen und seltener beim Figurenschnitzen. Eine Investition will er möglichst bald angehen: Den Bau einer Maschinenhalle anstelle des alten Stalls, um die Geräte und Maschinen endlich unter einem Dach vereinen zu können. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 3 2019


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2019

1260 Nyon VD* 1315 La Sarraz VD* 1510 Moudon VD* 1562 Corcelles-près-Payerne VD* 1630 Bulle FR** 1786 Sugiez FR** 1860 Aigle VD* (neuer Kursort) 1920 Martigny VS* 1964 Conthey VS* 2208 Les Hauts-Geneveys NE* 2720 Tramelan BE* 2852 Courtételle JU* 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW 6130 Willisau LU

6170 Schüpfheim LU (neuer Kursort) 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 Claro TI*** 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR**** 7550 Scuol GR**** 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8625 Gossau ZH 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch *** Sprache Italienisch **** Sprache Italienisch u. Deutsch

Direkt zu den «G40»-Fahrkursen

Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Mehr Informationen und Homepage: www.fahrkurse.ch

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

auf Anfrage

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

22.7.2019

Ladungssicherung, Deutsch

auf Anfrage

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch

05.8.2019

Hebegerätekurse SUVA-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Kurstag 2

Ardon VS, Französisch

25.03.2019

26.03.2019

Ardon VS, Französisch

02.05.2019

03.05.2019

Chavornay VD, Französisch

auf Anfrage

auf Anfrage

Goldach SG, Deutsch

10.04.2019

11.04.2019

Goldach SG, Deutsch

29.10.2019

30.10.2019

Oberbipp BE, Deutsch

16.10.2019

17.10.2019

Oberbipp BE, Deutsch

18.10.2019

19.10.2019

Rümlang ZH, Deutsch

07.05.2019

08.05.2019

Rümlang ZH, Deutsch

10.05.2019

11.05.2019

Schweisskurse

Über diesen QR-Code gelangen Sie direkt zu den Terminen und Anmeldungen der diesjährigen «G40»-Fahrkurse des SVLT.

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdaten Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

20. und 21.03.2019

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

13. und 14.05.2019

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

04. und 05.11.2019

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

11. und 12.11.2019

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

20. und 21.11.2019

Impressum 81. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2019. Kombinationsrabatt bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt: Futterernte: Technisch fit ins Grünland Markt: Schweizer Markt für Ladefahrzeuge Management: Details zu neuen Fahrzeugvorschriften Plattform: Traktoren der Zukunft

Nr. 4/2019 erscheint am 11. April 2019 Anzeigenschluss: 1. April 2019

3 2019 Schweizer Landtechnik

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Preisvorteil

Teleskoplader –2’000.– 7 Meter CHF –3’000.– 9 Meter CHF –4’000.– 6 Meter CHF

Angebot gültig bis 30. 4. 2019. Nur bei teilnehmenden Vertriebspartnern.

www.robert-aebi-landtechnik.ch

Ihr Verkaufsberater: Verkauf Ostschweiz: Jeannot Hermann 079 871 36 90 Verkauf Mittelland: Xaver Meier 079 365 58 89 Verkauf Westschweiz: Eric Fasquel 079 252 14 26

Starke Marke – starke Vertriebspartner Robert Aebi Landtechnik AG 1373 Chavornay

Saanenlandtechnik AG 3792 Saanen

Egli Landmaschinen AG 8154 Oberglatt

Genoud B. Sàrl 1623 Semsales

Robert Aebi Landtechnik AG 3952 Susten

Emil Manser AG 8344 Bäretswil

Rimatech AG 1715 Alterswil

Gerber & Reinmann AG 4911 Schwarzhäusern

Freitag Landmaschinen GmbH 8451 Kleinandelfingen

Fritz Spahr AG 2543 Lengnau

Hans Rohrer AG 6055 Alpnach

Chapatte Maurice SA 2824 Vicques

Bucher Agro-Technik 6289 Hämikon

Heller Baumaschinen & Landtechnik GmbH 8468 Guntalingen

Fritz Spahr AG 3270 Aarberg

Robert Aebi Landtechnik AG 6517 Arbedo

Robert Aebi Landtechnik AG 3423 Ersigen

Robert Aebi Landtechnik AG 7302 Landquart

Huber Mechanik AG 3629 Oppligen

Robert Aebi Landtechnik AG 8105 Regensdorf

www.robert-aebi-landtechnik.ch

Rüegsegger AG 8618 Oetwil am See Bruno Oetiker GmbH 8852 Altendorf Robert Aebi Landtechnik AG 9200 Gossau Forrer Landtechnik AG 9320 Frasnacht Lüthi Landmaschinen 9556 Affeltrangen