mia Surselva Gästemagazin

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mia Surselva

Das Gästemagazin aus der Tourismusregion Surselva


Von den Gletschern zu den Palmen Die spektakulärste Alpenüberquerung www.berninaexpress.ch


MIA SURSELVA

Inhalt

Langlauf-Paradies Surselva Eigentlich müsste ich nicht mehr «von Berufs wegen» Trainingskilometer abspulen, und doch nutze ich jede Gelegenheit, um ebendies zu tun – Langlauf-Profi hin oder her. Doch wann und warum hat sich in mir diese Leidenschaft für den Langlaufsport entwickelt? Um diese Frage zu beantworten, versetze ich mich in meine Kindheit zurück. Aufgewachsen in Trun, mit der Loipe vor der Haustüre, war es für mich und meine Schwestern ein natürlicher Schritt, uns dem lokalen Skiclub und dem «Team Panda» anzuschliessen. Ich mochte sowohl die spielerischen JO-Nachmittage, genoss aber bereits als Kind die Ruhe, welche das Langlaufen in freier Natur mit sich brachte. Die Loipe Nordic Surselva, welche wunderschön koupiert dem Vorderrhein entlang von Trun nach Disentis führt, ist für mich bis heute etwas Besonderes. In Trun startend, ist der Rückweg topografie-bedingt etwas einfacher. Dies «rettete» mich, als ich mir als 10-jähriger Bub in den Kopf gesetzt hatte, eben diese Strecke nach Disentis und zurück erstmals und ganz alleine zurückzulegen. Ab Surrein träumte ich von der warmen Ofenbank, dem Orangenpunsch und den Weihnachtsguezli – doch irgendwie habe ich es geschafft und damit den Grundstein für viele weitere schöne Touren auf den Langlaufski gelegt. Seit dieser Zeit ist viel passiert und ich sah auf Reisen zu Trainings- und Wettkampfstätten die Langlaufloipen der ganzen Welt. Und doch kehre ich sehr gerne in die Surselva zurück. Sei es wegen der imposanten Bergkulisse, wegen der schneesicheren und herausfordernden Rund­ loipen oder ganz speziell wegen meiner Heimloipe Nordic Surselva: Das Loipen­netz der Surselva bietet für jeden etwas und lässt jedes Langläuferherz höherschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ausserdem ist Langlaufen für mich Freiheit pur, hält richtig fit, und wenn du den Blick für die wunderschöne Natur entlang der Loipe niemals verlierst, nimmst du von jeder Tour unvergessliche Bilder mit. Passion und Leidenschaft eben. Bis bald auf der Loipe Toni Livers, ehemaliger Spitzenlangläufer aus Trun und heute Langlauftrainer bei Swiss Ski

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«Back to the roots»

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Hornschlittentradition in Breil/Brigels

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Auf schmalen Latten

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Tiefschnee mit ­Suchtpotenzial

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Loipen von Giusep

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Wie aus Luft Sauerstoff oder Stickstoff wird

20 Übersichtskarte Winter 22 Wilde Pisten und coole ­Schanzen 25 Ein Leben für den perfekten Ski 27 Skitourparadies Safiental 30 Die Natur als Lehrmeisterin 33 Über Nacht geschehen ­wundersame ­Dinge 36 Die schönsten ­Winterwanderwege 37 Die Surselva auf einen Blick

Impressum Herausgeberin: Surselva Tourismus AG Redaktion: Cornelius Raeber, Viaduct Auflage: 28 000 Exemplare Design und Produktion: Viaduct, viaduct.ch Fotografie: Daniel Ammann, Philipp Baer, Stefanie Blochwitz Fotografie, Festungs­ museum Sperre Trin

www.surselva.info


BREIL /BRIGEL S – PUR A . IDILL A .

Breil/Brigels

«Back to the roots» In Brigels erlebt «Banked Slalom» eine Renaissance. Beim geplanten Event zum Saisonabschluss stehen Freude am Schneesport, das gemütliche ­ Zusammensein sowie das attraktive, musikalische Rahmen­programm im Vordergrund. Sie sind Macher und haben Spass daran, in Brigels etwas zu bewegen. Sie, das sind Renato Livers, Darius Tuor und rund 40 weitere Helferinnen und Helfer aus ihrem Freundeskreis, die 2016 einen ersten «Sport Beat Banked Slalom» auf die Beine respektive auf die Bretter gestellt haben. «Wir waren und sind immer noch begeisterte Boarder und sind früher auch Rennen gefahren», erzählt Initiant Livers bei einem Treffen. Gemeinsam mit einem treuen Helferteam haben die jungen Wilden einen attraktiven Event zum Saisonabschluss eingefädelt. Wobei eingefädelt – um bei slalomtechnischen Begriffen zu bleiben – haben die Organisatoren defini­ tiv nicht. Der Anlass, der wie erwähnt 2016 zum ersten Mal durch die Steilwandkurven ging, fand Jahr für Jahr mehr Zuspruch und Wertschätzung – und wurde erst 2020 und 2021 durch einen fiesen Winzling ausgebremst. Musik als wichtiges Element Aber das ist Schnee von gestern und es ist geplant, sofern es die Umstände zulassen, zum Saisonabschluss wieder an den Start zu gehen. «Bei diesem Event steht ganz klar der Faktor Spass im Vordergrund – und nicht der Wettbewerbsgedanke», so Livers weiter. «Auch ist es nicht unser Ziel, kommerzielle Erfolge zu feiern und Geld zu verdienen, wir sind und bleiben eine Non-Profit-Organisati­ on.» Dank vielen Partnern, Dienstleistern, Sponsoren und mehreren Organisationen könne das mittlerweile 5-stellige Budget gestemmt werden. Zum Faktor Vergnügen gehöre neben dem Schneeerlebnis auch eine gehörige Portion Musik mit coolen Bands und DJs. «Wenn immer möglich, laden wir auch einheimische Künstler ein – wie z. B. Pascal Gamboni beim ersten Anlass 2016», sagt Livers und verspricht

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schon mal: «Alte und wilde Zeiten aufleben zu lassen – und ‹back to the roots› zu gehen.» Dabei vergisst Livers nicht zu betonen, dass der An­lass von Beginn an auch für Skifahrer geöffnet gewesen sei und nicht nur Snowboarder willkommen seien. Trotz unveränderter Grundidee, würden selbstverständlich Arbeits- und Ablaufprozesse laufend optimiert und auch die Strecke beim Skischulareal bei der Talstation noch interessanter gestaltet. Diverse Bars entlang der Strecke wurden erweitert sowie die Grill-&-Chill-Area im Zielbereich stetig perfektioniert. Im Sponsorendörfli gibt es unter anderem auch die Möglichkeit, Testmaterial diverser Snowboardmarken auszuprobieren. Ideale Infrastruktur beim Skischulgebäude Findet das eher fun-sportliche Spektakel während des Tages auf dem Areal der Skischule in gut erreichbarer Distanz zum Dorf statt, ist das angrenzende Skischulgebäude mit seinem Restaurant am Abend das Zentrum für eine ausgelassene After­party der besonderen Art. «Das dortige Gelände und die Räumlichkeiten mit der vorhandenen Infrastruktur sind ideal für unseren Event», gibt sich Livers glücklich und zufrieden. Der ganze Raum werde jeweils ausgeräumt und stilvoll dekoriert – 2019 sei es ein Grafiker aus dem Unterland gewesen, der alles gratis und franco topprofessionell eingerichtet habe, erzählt er weiter. Und nochmals erwähnt Livers die vielen Freunde und Bekannten, die unglaubliche Arbeit zum Gelingen des Events leisten würden. «Denn nicht zuletzt ist unser Anlass ein verbindendes Element zwischen Ein- und Zweitheimischen, die nicht selten mit Bekleidungen und Material aus früheren Schneesportzeiten auftauchen», erwähnt er. 6

Zudem mache es einfach Spass, zusammen mit Gleichgesinnten den «Back-to-the-roots-Gedanken» zu pflegen. Und noch etwas möchte er loswerden: «Es ist ein sehr gutes Gefühl, etwas für Brigels zu machen, wir freuen uns riesig auf die fünfte Ausgabe.»

Banked Slalom – oder was hat Slalom mit einer Bank zu tun? Das englische Wort «bank» bedeutet ebenso wie in der deutschen Sprache Bank oder Geldinstitut. «Bank» ist aber auch ein technischer Bergriff für «Überhöhung» und auch in der Aviatik spricht man von «bank» – und meint damit Querneigung, Kurven- oder Schräglagen. Weiter könnte «bank» die Bande bedeuten, zum Beispiel die Bande eines Billardtisches oder eines Eisfelds. Die Bezeichnung «bank» respektiv «banked» stammt aber auch aus den frühen Anfängen des Snowboardsports auf der anderen Seite des Ozeans und meint sinngemäss Steilwand­ kurve. Dazu Renato Livers, einer der Organisatoren des jährlichen Banked-Slalom-Events in Brigels. «Die ersten Snowboarder und Snowboarderinnen Anfang der 70er-Jahre waren für die Bergbahnbetreiber gelegentlich ein rotes Tuch und auf den Skipisten nicht erwünscht.» Was blieb den geächteten Snowboardern, die angeblich die bestens präparierten Unterlagen zerstörten, anderes, als neben die Pisten auszuweichen und ihre Abfahrtswege durch verschneite und un­ berührte Landstriche zu ziehen. «Durch mehrfach befahrenen Spuren im Tiefschnee und in den Wäldern entstanden dabei die typischen Kanäle und Kurven mit ihren hohen Steilwänden», erklärt Livers – geboren war das kultige «Banked»-Treiben der Snowboarder. Zum Abschluss der Wintersaison lebt die «Tradition» in Brigels weiter – zum Vergnügen von rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und rund 200 Schaulustigen aus dem Inund Ausland.

Details siehe www.surselva.info


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Vom Arbeits- zum High-Tech-Sportgerät: In Breil/Brigels lebt die Hornschlittentradition War der Hornschlitten einst ein Arbeitsgerät für die Bauern in den Alpen, ist er heute zum Renn- und Plauschgerät geworden. Sehr erfolgreich wird die Sportart Hornschlittenfahren noch in Breil/Brigels betrieben. Eschenholz eigne sich am besten für einen Hornschlitten, denn Esche sei ein hartes Holz, aber auch elastisch. «Darum ist ein Schlitten mit Druck und Zug auf die handlichen Hörner gut lenkbar», erklärt Schreinermeister Dietmar Martin aus Sonthofen im So entsteht ein traditio- Allgäu in der SWR-Sendung Handneller Hornschlitten: werkerkunst. Martin ist einer der letzten Hornschlittenbauer weit und breit, aber nur noch selten bekommt er den Auftrag, einen neuen «Horner» zu produzieren, wie die urchigen Schlitten auch genannt werden. Fachgerecht und mit viel Handarbeit sägt er dann die Einzeltteile wie Beine und Sattel zurecht, spannt verleimte Holzschienen, die zu geschwungenen Kufen werden, in eine Passform, verbindet die Elemente millimetergenau und verstärkt die am meisten beanspruchten Stellen – immer mit dem Ziel, den Rahmen des Gefährts beweglich zu halten. Drei Arbeitstage später folgt noch der Besuch beim Schmied, der die glühend heissen Metallkufen aufzieht und anpasst. Fertig ist der ursprüngliche Hornschlitten, der einst ein wichtiges Arbeitsgerät der alpinen Landwirte war. Damit haben sie unter anderem während des Winters Heu vom Maiensäss ins Tal ge­fahren oder auch geschlagene Baumstämme aus höher gelegenen Wäldern in die Sägerei transportiert. Freaks aus Breil/Brigels als Trendsetter Aber irgendwann kam der Faktor Spass dazu und findige Freaks haben begonnen, mit diesen traditionellen Geräten, aber auch mit neuen Konstruktionen, Rennen zu fahren oder Funanlässe zu organisieren. Denn mittlerweile sind Hornschlitten ebenso High-Tech-Geräte, die teilweise von den Athleten selber gebaut werden und schnell mal einige Tausend Franken kosten. 7

Als acht oder neun solcher Freaks am 10. März 1993 in Breil/Brigels den Hornschlittenverein gründeten, war Andrin Cavegn, der heutige Präsident des Vereins, gerade mal dreijährig. «Damals stand bei unseren Aktivitäten vor allem der Spass im Vordergrund», weiss Cavegn zu berichten, «aber irgendwann hat die Mitglieder der Ehrgeiz gepackt und einige von ihnen haben in den Kampfmodus gewechselt» – unter anderen sein Onkel, der sogar einmal Europasieger wurde. Apropos Kampfmodus – er habe als Fahrer auch schon zu viel gewollt, und wer vor der Kurve nicht bremse, riskiere eben einen Bandencrash, so seine Erfahrung. Aber der Reihe nach: Ab 1995 fanden in der Folge erste Hornschlittenevents auf der Rennstrecke Artugl–S.Giacun statt, die jeweils von mehreren 100 Zuschauern verfolgt wurden. Im Jahre 1998 war dann auch der heutige Präsident als Achtjähriger erstmals mit Kollegen am Start und als Höhepunkt winkte 2003 die Durchführung einer Europameisterschaft auf der Brigelser Strecke. Nach einer kurzen Pause übernahmen 2007 die jungen Wilden um Andrin Cavegn das Ruder, sprich die Lenk-Holmen der Hornschlitten, und organisieren seitdem jedes Jahr Anfang Januar auf der Artugl–S.Giacun-Piste Plauschrennen im Rahmen der SHSV-Trophy des


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Schweizerischen Hornschlitten und Schlittenvereins. Am Start verschiedene Kategorien für Horn- und Rodel- sowie «normale» Schlitten und Bobs. Weiter zeichnete der Verein 2014 für die Durchführung der Hornschlitten-Schweizer-Meisterschaften und die Bündner Rodel- und Schlittelmeisterschaft verantwortlich. 2018 traf sich weiter die HornschlittenElite in Breil/Brigels zur Schweizer Meisterschaft. Neue Strecke und Angebote «Die bisherige Rennpiste hatte jedoch einige Nachteile», erklärt Cavegn und präzisiert: «Sie lag über weite Strecken im Wald und war dementsprechend oft mit Ästen und sonstigen Waldrückständen bedeckt, zudem war sie für das Publikum nicht gut einsehbar und der Transport der Schlitten an den Start war auch aufwendig.» Also ging man über die Bücher, eine neue Piste war gefragt – und man wurde fündig. Seit 2020 dürfen die Sportsfreunde aus Breil/Brigels ihre Lieblingsbeschäftigung auf der neu angelegten Piste Tgariel am oberen Dorfrand ausüben. «Auf der knapp 800 Meter langen Strecke können wir den Schnee besser einbringen und verteilen und auch die Transportmöglichkeiten der verschiedenen Schlitten vom Ziel an den Start sind viel besser», begründet Cavegn die Wahl für eine neue attraktive Bahn. Bei den anfallenden Arbeiten für die aufwendige Pistenpräparation kann er 8

auf viele Helferinnen und Helfer aus dem Umfeld des Vereins zählen. Mit dem Wechsel auf die neue Bahn erhofft er sich zudem, das Interesse für seine Sportart in den diversen Kategorien (Hornschlitten, Rodel, Schlitten und Bobs) wieder neu zu wecken. «Bis vor fünf oder sechs Jahren haben zwischen 25 und 30 Teams an unseren Events teilgenommen, davon auch einige reine Frauen- oder EhepaarMannschaften», weiss Cavegn – mittlerweile seien es noch 6 bis 8 Teams. Mit dabei immer Cavegn und einige Kollegen. Als Surselva- oder Pista-Boys sind sie kreuz und quer in Österreich oder im Südtirol unterwegs, um Europacup- und andere Rennen zu bestreiten. Mit im Gepäck immer Helm, Rückenpanzer, andere Schutzkleidungen sowie die speziellen Sportschuhe mit Spikes für den Anschieber und Skischuhe mit Metallplatten, welche dem Steuermann besseres und sicheres Lenken ermöglichen. Denn schon die Vorfahren und ihre Arbeitsgeräte haben erfahren, so ganz ungefährlich sind die rasenden Abfahrten mit den Hornschlitten nicht. PS: Die mittlerweile 18 Mitglieder und Könner des Club da Schliusas Breil/ Brigels zeigen gerne, wie Hornschlittenfahren geht. Entsprechendes Equipment sowie Schutzkleidung können vor Ort gemietet werden.

Andrin Cavegn: ein Meister auf zwei Kufen

Mehr Informationen zum Hornschlittenrennen findest du hier: www.surselva.info

Der Schweizerische Hornschlitten und Schlittenverein (SHSV) ist Teil von Swiss Sliding (www.swiss-sliding.com) und setzt sich für den Erhalt des traditionellen Hornschlittensports in der Schweiz wie auch im Europacup ein. Er vertritt sechs Hornschlitten-Clubs und Schlitten-Vereine aus den Kantonen Graubünden, St. Gallen und Uri. www.swiss-sliding.com www.hsc-brigels.ch www.issu.at


OBERSA XEN MUNDAUN – PUR A . VESTA .

Auf schmalen Latten durch die Nacht gleiten Mit der beleuchteten und beschneiten Nachtloipe in Flond kann Obersaxen Mundaun den Langläuferinnen und Langläufern ein besonderes Ferien- und Sporterlebnis bieten. Auf diesen Winter hin wird dieses Angebot optimiert und ausgebaut. «Wenn es frisch geschneit hat, fahre ich jeweils um 4 Uhr morgens los, um die neuen Spuren zu ziehen», sagt Obersaxen Mundaun Ludwig Tschuor, «ansonsten bin ich vor allem ab dem späteren Nachmittag im Einsatz.» Für die paar wenigen Menschen, die ihn noch nicht kennen: Tschuor ist derjenige, der im Schneegebiet von Obersaxen Mun­ daun Loipen- aber auch Schlittel- und Wanderwege pflegt und «fit» hält, damit die Gäste täglich ihre Genussmomente erleben dürfen. Sein treuer Freund und Helfer – ein Pistenbully Kässbohrer 100 mit 6-Zylindermotor und 253 Pferdestärken. «Ich wohne in Untermisanenga und gehe in der Regel zu Fuss nach Obermisanenga, wo ‹meine› Maschine steht», sagt Tschuor. Bei Neuschnee gehe es dann zuerst am Rufalipark vorbei nach Affeier und nach Miraniga, dann auf die Kartitscha und je nach Witterung auch ins Wali. Anschliessend sind Surcuolm, die Bündner Rigi und Sasolas an der Reihe und auch der Schlittelweg nach Ilanz wartet auf professionelle Pflege und Behandlung. «In Valata bei den Bergbahnen tanke ich jeweils voll und um circa 9 Uhr bin ich in Flond, wo ich die beliebte Hauptloipe präpariere und mir auch Zeit für einen kurzen Znüni nehme», sagt Tschuor. Anschliessend, wenn andere gemütlich aus den Federn steigen, nimmt er die Wanderwege in Richtung Dachlisee und Pifal, Markal und Chlinga unter die Raupen. «Alles in allem fahre ich an einem solchen Tag wohl gegen 100 Kilometer», schätzt Tschuor und führt weiter aus, dass nach seiner Mittagspause und einem Picknick aus dem Rucksack noch Wege über Tusa, Giraniga, St. Martin bis zum Wali auf dem Präparierprogramm stünden. Allzeit bereit – für alle Fälle Auf seinen Touren durch den Obersaxer und Mundauner Schnee hat Tschuor schon das eine oder andere erlebt: besondere Naturbeobachtungen und Tierbegegnungen sowieso, aber auch mit Ordnungshütern hat er seine Erfahrungen gemacht. «Einmal hat mich in Flond die Polizei angehalten», erzählt er. Nach kurzem, ungutem

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Gefühl sei er jedoch nur gebeten worden, auf die Schnelle einen Heli-Landeplatz zu präparieren. Im Zusammenhang mit einem Unfall wurde die Rega angefordert. Lächelnd erzählt er weiter, er habe auch schon eine langlaufende Dame «gerettet», die dermassen im Tiefschnee eingesunken sei, dass sie sich nicht mehr selber habe befreien können. «Hie und da fallen zudem Äste oder ganze Bäume auf die Pisten und Wege, und auch schon ist mir eine Raupe von den Rädern gesprungen – und das bei minus 15 Grad», erzählt er. «In solchen Momenten fallen dann schon ein paar Flüche.» Darum hat Tschuor immer das entsprechende Werkzeug wie Kettensäge, Schraubenschlüssel, Raupenspanner und dergleichen im Gepäck – für alle Fälle. Ansonsten habe er nicht viel zu fluchen, wie er ausführt, denn er ist mit seinem Job sehr zufrieden und freut sich darüber, wenn es auch die Gäste sind. 10

Weniger ist mehr «Die Ansprüche unserer Gäste sind hoch, aber das ist gut so», sagt Claudio Bernasconi von den Werkbetrieben Obersaxen Mundaun. Nicht zuletzt darum habe man 2018 beschlossen, das Langlaufnetz zu optimieren, zu konzentrieren und die Loipe in Flond aufzuwerten, sprich mit einer Beleuchtung und einer Beschneiungsanlage zu versehen. «Wir müssen haushälterisch mit unseren Ressourcen umgehen, sind doch die Aufwendungen für alle Loipen und Winterwanderwege nicht zu unterschätzen», so Bernasconi. «Lieber einige Kilometer weniger präpa­ rieren, dafür die Qualität erhöhen». So ist der Entscheid für die Beleuchtung und die Beschneiung der Flonder Loipe sehr gut aufgenommen worden. «Dank der Schneeproduktion können wir kritische Stellen gezielt aufbessern und auch das abendliche Langlaufen entspricht einem grossen Bedürfnis


und ist sehr beliebt», hat er die Erfahrung gemacht. Dabei hat Bernasconi, der selber in Flond wohnt, bezüglich der Schneeproduktion ein gutes Gewissen, stammt das dafür nötige Wasser doch aus dem Überlauf des gemeindeeigenen Reservoirs. «Die Loipe in Flond ist auch deshalb sehr beliebt, weil sie für die Region sehr gut erreichbar, mit dem ÖV erschlossen ist und auch genügend Parkplatzmöglichkeiten zur Verfügung stehen», weiss der Flonder. Zudem verfüge das angrenzende Mehrzweckgebäude über Duschen und Garderoben, die genutzt werden können. Das Langlaufangebot gezielt ausbauen Ein besonderes Augenmerk legen die Verantwortlichen der Gemeinde ebenso darauf, Loipen und Winterwanderwege zu entflechten. «Mit weniger Wegkreuzungen und getrennten Spuren vermeiden wir Konflikte und Schäden bei der Nutzung unserer 11

Anlagen», erklärt Bernasconi. Nebenbei erwähnt er auch, dass dank einer neu angeschafften Fräse tadellose Profilspuren für das klassische Langlaufen angeboten werden können. «Der klassische Stil ist stark im Kommen», weiss er. Aber nicht nur in die Spuren wird investiert. «Ab diesem Winter sind wir in der Lage, auf der Flonder Ebene nicht nur die knapp 900 Meter lange Loipenschlaufe, sondern auch die erweiterte Loipe Nr. 2 und total 1,6 Kilome­ ter zu beleuchten», bestätigt er. Weiter können die Verant­wortlichen auf eine mobil einsetzbare Beschneiungsanlage zählen, wie Bernasconi ergänzt – und denkt, dass den Gästen in der Region ein tolles Angebot in herrlicher Landschaft zur Verfügung steht. Der Winter kann kommen.


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Durch den Tiefschnee zu stapfen hat ­Suchtpotenzial Auch im Winter, wenn alles schneebedeckt ist und die Temperaturen im Minusbereich verharren, lebt die Natur. Eine Möglichkeit, das hautnah und sorgenfrei zu erleben, ist eine Wanderung auf einem ausgesteckten Schneeschuhtrail in Obersaxen. Im eigenen Rhythmus und Tempo durch den frischen Tiefschnee stapfen, die frische Bergluft einatmen, den Fernblick über die Berge der Surselva schweifen lassen und die Ruhe geniessen – nur dem eigenen Ein- und Ausatmen oder einem im verschneiten Geäst raschelnden Vogel zuhören (ja, die Natur lebt auch im Winter). Es ist diese spezielle Winterruhe, die man zu Hause kaum erleben darf und die Alltagssorgen vergessen lässt. Wer es schon ausprobiert hat, weiss, wie sich das Wandern auf einem Schneeschuhtrail anfühlt und welche unvergesslichen Empfindungen das Stapfen im Schnee auslösen können – und damit sei es gesagt: Schneeschuhwandern hat Suchtpotenzial. Auch im Winter lebt die Natur Weil das Schneeschuhwandern so beliebt ist, haben die Obersaxer drei neue und attraktive Schneestrecken ausgesteckt. «Wobei die Strecken nicht nur schön, sondern auch sicher sein sollen», erklärt Markus Isenmann, der für die Streckenwahl verantwortlich ist und die Wege jeweils schon vor der Wintersaison aussteckt. «Die Trails sind ohne Karten begehbar, da die Routen mit rosafarbenen Pfosten gut sichtbar ausgesteckt sind. Aber wer will, kann die Ortung auch auf sein Smartphone runterladen», ergänzt er. Allerdings rät er davon ab, sich bei sehr dichtem Nebel in unbekanntem Gelände zu bewegen. Spezielle Lawinenkenntnisse hingegen seien nicht nötig, um die Obersaxer Trails zu nutzen, weiss Isenmann und betont, dass die Begehung der Wege absolut ungefährlich sei. «Einzig die Strecke Surcuolm–Bündner Rigi ist bei unsicheren Lawinenverhältnissen zu meiden», gibt er zu bedenken.

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Markus Isenmann Isenmann ist in Horgen am Zürichsee aufgewachsen und war 1999 erstmals als Biketourenführer in der Surselva unterwegs. Gleichzeitig hat er seinen Wohnsitz in die Region verlegt. Der gelernte Innendekorateur hat auch im Sport­handel gearbeitet und in der Folge diverse Ausbildungen zum Schneeschuh- und Wanderleiter absolviert. Isenmann liebt das Bergsteigen, das Biken und hat schon diverse Wander­ expeditionen in Alaska und Südamerika geleitet. Die Surselva hat ihn nicht mehr losgelassen – heute wohnt er in Tenna im Safiental.


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Appetit auf mehr bekommen Bezüglich der richtigen Ausrüstung empfiehlt er, auch bei kurzen Strecken die Stöcke nicht zu vergessen. «Sie geben einfach eine bessere Balance», macht Isenmann regelmässig die Erfahrung. Ansonsten rät er, Schneeschuhe zu tragen und sich wie für ein Schlittelabenteuer oder eine Wanderung ­anzuziehen. Weiter sei es zweckmässig, einen Rucksack mit ausreichend Verpflegung, Getränken und allenfalls Ersatzwäsche mitzunehmen. «Wer will, Dem «Gemschi» bei der Schatzsuche helfen Das Wintersportgebiet um den Piz Mundaun auf spielerische Art und Weise kennenlernen – dank einer Schatzsuche mit dem lustigen «Gemschi». «Gemschi», die flinke Skikanone aus der Obersaxer Bergwelt, hat ein kleines Problem – aber wirklich nur ein kleines. Und ganz genau genommen ist es auch gar keins, im Gegenteil: Es hat (zu) viel Schnee im Wintersportgebiet von Obersaxen Mundaun. Ehrlich gesagt ist es ja genau das, was sich alle grossen und kleinen Wintergäste in der Region und sowieso die Menschen rund um den Piz Mundaun für die anstehende Wintersaison erhoffen. Das Skigebiet auf spielerische Art und Weise kennenlernen Aber zurück zu «Gemschis» (kleinem) Problem. Noch vor dem grossen Schnee hat es zehn Schatzkisten im Wintersportgebiet versteckt und kann sie jetzt nicht mehr finden – eben, weil es zu viel Schnee hat. Aber das sympathische «Gemschi» darf bei seiner Suche natürlich auf die Hilfe von vielen Kindern, Eltern und anderen Schatzjägern zählen. Also, nichts wie los und ab auf die Pirsch – oder besser gesagt auf die Piste zur «Gemschi»-Challenge. «Die Idee hinter dieser heiteren Schatzsuche ist, dass unsere Gäste das Wintersportgebiet auf eine spielerische Art und Weise besser kennenlernen», sagt Markus Isenmann, einer der Initianten dieses spassigen Wintererlebnisses. «Kreuz und quer im Wintersportgebiet zwischen Wali und Sasolas und zwischen Stein und Valata sind die zehn Boxen versteckt, aber alle sind gut mit den Ski oder mit dem Board erreichbar und nicht allzu schwer zu finden», weiss Isenmann. «Eine Schatzkarte gibt entsprechende Hinweise», verrät er schon mal. Diese Schatzkarte ist bei Surselva Tourismus Info Obersaxen in Meierhof erhältlich.

kann natürlich in einem der aufgeführten Restaurants einen feinen Lunch oder sonst eine Stärkung zu sich nehmen.» Neueinsteigern empfiehlt er, für die ersten Trails nur kurze Routen auszuwählen. «Dann hoffe ich, dass die markierten Wanderstrecken Appetit auf mehr machen und unsere Gäste Lust bekommen, sich für ihren Aufenthalt in den Bergen weiterzubilden – zum Beispiel lawinentechnisch.» Wer einen Schneeschuhtrail lieber mit professioneller Begleitung begehen will, nutzt die angebotenen geführten Touren.

Zur Belohnung die exklusive Obersaxen-«Gemschi»-Tasse Und so funktioniert die «Gemschi»-Challenge: Hol dir im Infobüro in Meierhof eine Schatzkarte und lege gleich los. Suche anhand dieser Karte die zehn versteckten «Gemschi»-Schatzkisten im Wintersportgebiet von Obersaxen Mundaun. Wenn du alle erfolgreich aufgespürt hast, gibt es zur Belohnung die exklusive Obersaxen-«Gemschi»-Tasse. Diese kannst du im Informationsbüro Meierhof abholen – da lässt sich der kleine «Charmebolzen» nicht lumpen. Er ist ja so froh, darf er auf die Unterstützung von vielen Schatzjägern und -jägerinnen zählen, um sein (kleines) Problem zu lösen. Kosten: 8 Franken pro Schatzkarte, 35 Franken pro Familie ( 2 Erwachsene und maximal 3 Kinder )



IL ANZ/GLION – PUR A . CULTUR A .

Ilanz/Glion

Lang laufen auf Loipen von Giusep Langlauf-Geheimtipp Ilanz/Glion: Wer es nicht glaubt, teste die schön in die Natur eingebetteten und aussichtsreichen Loipen in Ladir, Siat und Castrisch. Gut möglich, dass man ­dabei auf ­Giusep Arpagaus trifft – entweder in der Funktion als Langlauflehrer oder beim ­Präparieren von ­ Loipen und Winterwanderwegen. Das Langlauffieber habe ihn schon vor mehr als 30 Jahren gepackt, erzählt Giusep Arpagaus aus Ladir. Anscheinend hat er seine Passion im Laufe der Jahre mit so viel Begeisterung gelebt, dass ihn immer wieder Kolleginnen und Kollegen um langlauftechnischen Rat gefragt haben. «Ich war jedoch nicht Langlauflehrer und wollte auch keine falschen Tipps geben», sagt Arpagaus. «Was nicht ist, kann ja noch werden», hat er sich wohl gesagt – und liess sich vor knapp zehn Jahren bei Swiss Snowsports in mehreren Modulen zum Langlauflehrer ausbilden. Seine ersten Angebote für Langlaufkurse – jetzt als ausgebildeter Langlauflehrer – stiessen auf steigendes Interesse und vor fünf Jahren organisierte er auf An­regung von zwei Neffen den ersten Langlaufkurs in Siat. Die beiden Neffen waren es auch, die mit einem alten Schneetöff, einer selbst konstruierter Walze und dem Verein Pro Siat im Rücken im Gebiet Tuf eine 950 Meter lange Loipe in den Schnee gezogen haben. «Ein aufwendiges Projekt, das aber grossen Anklang fand und von vielen Sponsoren unterstützt wurde», weiss Arpagaus. Mittlerweile erleichtert eine kleine Pistenmaschine die Präparierung der Loipe. Pistenbully anstatt Harley Davidson Vor zwei Jahren dann hat Arpagaus – ebenfalls aus persönlichem Interesse – eine frühere, während zweier Jahre bestehende Loipe in Ladir wiederbelebt, so dass sich Gäste und Einheimische über zwei perfekt in der Landschaft gelegene Loipen freuen. «Eine 750 Meter lange Spur liegt im Flachen und kann sowohl im klassischen Stil wie für Skating benutzt werden», berichtet der als Jobcoach

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bei der Argo in Chur tätige Arpagaus. Die zweite, anspruchsvollere Skatingspur über 3,5 Kilometer sei sogar für ambitionierte Athleten eine ideale Trainingsstrecke, das habe ihm der ehemalige Trainer der estländischen OL-­­Nationalmannschaft und heutige Trainer des Schweizer Ski-OL-Kaders, Gion Schnyder bestätigt, erwähnt Arpagaus. Wer denn die Loipen fachgerecht unterhalte und stets im Schuss halte, so die Frage. «Während sich andere in ihrer Midlifekrise eine Harley Davidson kaufen, habe ich mir einen Occasion-Pistenbully 100 geleistet, für den ich auch bald eine feste ‹Behausung› bauen will», klärt Arpagaus die gestellte Frage mit einem Schmunzeln auf den Stockzähnen (aktuell ist sein Gefährt noch in einer provisorischen Zeltgarage untergebracht). Dabei vergisst er nicht, seine Familie zu erwähnen, die ihn bei seinem Projekt tatkräftig unterstützt. Menschen zusammenführen Für die Zukunft wälzt Arpagaus aber noch viele andere Pläne mit «seiner» Langlaufloipe, die neben derjenigen in Siat und Castrisch zu einem attraktiven, noch nicht übernutzten und aussichtsreichen Loipenangebot in der Gemeinde Ilanz/Glion gehört. So schwebt ihm u. a eine Besenbeiz entlang der

Ladirer-Loipe als sozialer Treffpunkt vor. Ein Thema seien auch Langlaufkurse für Grosseltern mit ihren Enkeln oder solche für Menschen mit einer psychischen Erkrankung, zählt der initiative Arpagaus auf. Und deutet damit an, welches die eigentliche Hauptmotivation für sein Wirken ist: Menschen zusammenführen und ihnen die Freude am Langlauf weitergeben. Dabei kommt er auf seine lernwilligen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer zu sprechen, von denen viele wiederkommen und von den schönen gesellschaftlichen Erlebnissen auf der Loipe schwärmen. «Hoffnungslose Fälle, die den Langlaufsport schnell wieder aufgeben, kenne ich nicht», sagt der Langlauflehrer überzeugt und macht damit den letzten Zweiflern Mut, das Laufen auf schmalen Latten auszuprobieren – am besten auf einer der drei Loipen rund um Ilanz. Strenge, aber schöne Tage und Wochen während der Hauptsaison Als Eigentümer eines Pistenbully ist Arpagaus noch zu einem weiteren zeitintensiven Zusatzjob gekommen. Im Auftrag der Weissen Arena und der Gemeinde Ilanz/Glion unterhält er das Winterwandernetz zwischen Ruschein, Ladir und Falera sowie einen Teil der Talabfahrt vom Crap Masegn


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nach Ruschein und Ladir. «Das heisst schon mal, morgens um 2 Uhr aufzustehen, sich durch hohe Schneemassen zu kämpfen und die vom Schnee verwehten Wegmarkierungen anzupeilen, um sich nicht im Nebel zu verfahren», führt er aus. Drei Stunden seien für diese Arbeiten veranschlagt, das reiche jedoch, um rechtzeitig am Morgen Termine für seine Arbeitgeberin in Chur wahrzunehmen. Am Abend, nach der Arbeit bei der Argo, sei es dann wieder die Loipe, welche auf eine frische Präparierung warte. «Ja, es sind oftmals strenge und lange, aber auch schöne Tage zwischen Januar und März», betont Arpagaus und rechnet vor, dass er während der Hauptsaison rund 400 Stunden im nur teilweise entlöhnten Einsatz steht. «Rund 230 Stunden gehen auf das Konto für die Pisten- und Wegpräparationen und während 170 Stunden – meist an Wochenenden und Feiertagen – leite ich meine Kurse für langlauffreudige Einheimische und Gäste» – das alles neben seinem Beruf, den er jedoch sehr flexibel handhaben könne. Was sagt uns dieses enorme Engagement Arpagaus’ für den Langlaufsport? Das Fieber ist noch nicht abgeklungen.

www.surselva.info/Langlaufloipe-Ladir

Giusep Arpagaus Der gelernte Schreiner und ehemalige Mitinhaber einer eigenen Schreinerei in Rueun hat als Lehrmeister und Prüfungsexperte immer wieder Berufslernende mit besonderen Bedürfnissen kennengelernt. Die Arbeit mit den lernschwächeren Jugendlichen hat ihn dazu bewogen, sich vermehrt mit sozialpädagogischen Themen auseinanderzusetzen. Nach einem Praktikum in der Casa Depuoz in Trun, im Zentrum für Schule, Ausbildung und Integration, hat er als Betreuer und Gruppenleiter einer Erwachsenenwohngruppe gearbeitet, die Matura nachgeholt und anschliessend ein Studium für Soziale Arbeit an der Fachhochschule St. Gallen absolviert. Heute arbeitet der Sozialpädagoge als Job-Coach bei der Argo-Stiftung für die Integration von Menschen mit Behinderung in Chur.


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Wie aus Luft Sauerstoff oder Stickstoff wird Dass bis 2005 eine Fabrik in Ilanz Atemluft ansog, diese in Einzelstoffe «zerlegte» und die Endprodukte neuen Nutzungen zuführte, ist nur wenig bekannt. Ein Besuch in einer stillgelegten Sauerstofffabrik. Zu finden ist die Ende der 60er-Jahre erbaute und etwas versteckte Lufttrennanlage zuhinterst an der Via Santeri in einem Ilanzer Industriequartier. Betritt man das Gebäude, wähnt man sich in einer anderen, vergangenen Zeit. Mechanische Geräte, Schaltpulte, Kompressoren und geheimnisvolle Röhrensysteme erzählen von einem Produktionskreislauf, den man in Ilanz kaum erwartet: «In dieser Fabrik, die die letzte ihrer Art ist, wurde bis 2005 im Auftrag der Armee Sauerstoff, Stickstoff und Pressluft fabriziert», weiss Markus Diethelm vom Festungsmuseum Sperre Trin. Er betreut diesen seltsamen Maschinenpark. Um unabhängig von der Privatwirtschaft zu sein, wurde einst in den drei Anlagen Langenthal BE, Luchsingen GL und eben in Ilanz Umgebungsluft angesogen, komprimiert und in einem Molekularsieb entfeuchtet. In einem weiteren Wechselbetrieb zwischen Trennturm und Entspannungsmaschine wurde das Kondensat abgekühlt – wobei abgekühlt recht nett tönt. «Bei Minus 183 Grad wurde der Sauerstoff flüssig, bei Minus 196 Grad auch der Stickstoff», erklärt Diethelm das Prozedere. Allerdings war das noch nicht das Ende der Produktionskette. «Die gewonnenen Flüssigkeiten wurden auf einen Kondensator geleitet und verdampft respektive in Gasform umgewandelt und in grossen Ballons im Dachstock des Fabrikgebäudes zwischengelagert», führt er weiter aus. Bis 10 000 Liter Gas habe ein solcher Ballon gefasst. Diverse Nutzungen der Endprodukte Genutzt wurden die produzierten Stoffe auf vielfältige Weise. «Abgefüllt in 2,5-Liter-Flaschen, gehörte der Ilanzer Sauerstoff zur Grundausrüstung jedes Kampfpiloten, grössere Einheiten kamen in 200-­Liter-Flaschen als medizinaler Sauerstoff in ­Militärspitälern zum Einsatz und der Stickstoff wurde zum Schweissen oder zum Ausblasen der Hülsen von verschossener Munition eingesetzt», berichtet Diethelm. 18

Zum Abschluss der kurzen Führung durch das «Museum» erwähnt Diethelm, sogar die für die Anlage nötige Energie sei direkt vor Ort produziert worden – und führt in einen angrenzenden Nebenraum. «Um auch diesbezüglich unabhängig vom örtlichen Energienetz zu sein, wurde ein mehrere Tonnen schwerer 400-PS-Schiffsmotor nach Ilanz geschafft.» Betrieben worden sei das Ungetüm mit Diesel und habe pro Stunde Laufzeit mehr als 40 Liter verbrannt. Heute werde das Monster nur noch gelegentlich für Funktionskontrollen angeworfen. Gefährliche Arbeiten Dass die Arbeit in der Sauerstofffabrik nicht ganz ungefährlich war, beweist die Notfalldusche gleich beim Eingang. «Die Mitarbeitenden seien angewiesen gewesen, ihre Kleider täglich zu wechseln, denn ein Ölfleck auf dem Overall und Sauerstoff würden sich schlecht vertragen. Heute sei ein Besuch in der Fabrik jedoch absolut ungefährlich, auch wenn ein Besucher, eine Besucherin aus Versehen irgendeinen der vielen Knöpfe drücken oder Hebel bedienen sollte, beruhigt Diethelm, «das ganze System ist ausser Betrieb und zudem fehlt das exakte Wissen, um die Anlage wieder fachgerecht in Betrieb zu nehmen.» Schlechtwetterprogramm: Führungen sind möglich Wer sich die interessante Anlage ansehen will, kann das aktuell an einzelnen Freitagen und Samstagen pro Monat tun. Auf Anfrage sind auch Gruppenführungen möglich. Wie lange das Gebäude, das im Eigentum der Stadt Ilanz ist, noch stehen werde, sei jedoch offen, mutmasst Diethelm, irgendwann werde es wohl abgerissen. Hinweise zu Führungen sind im Veranstaltungskalender von Surselva Tourismus zu finden.

www.surselva.info/Sauerstofffabrik-Ilanz



Winterkarte Tourismusregion Surselva

Hausstock Bündner Vorab

Skigebiete

Piz d’Artgas Tödi Bifertenstock

Pigniu/Panix

Brigelserhörner Waltensburg/Vuorz

Rueun

Breil/Brigels Surcuolm Trun

Meierhof Piz Mundaun

Sumvitg

Stein

Vella

Piz Sezner

Disentis/Mustér

Uors

Piz Nadéls Lumbrein

Schneeschuhtrails chneeschuhwanderung Cuolms da Siat S Schneeschuhwanderung Giraniga / Huot, Piz Muraun Obersaxen Mundaun Schneeschuhwanderung Rundtour Riein Schneeschuhtrail Camana, Camana – Safien Platz Schneeschuhtrail Tscheurig, Thalkirch – Turrahus, Safiental Schneeschuhwanderung Um Su, Val Lumnezia Schneeschuhwanderung Cumbel – S. Carli, Val Lumnezia Schneeschuhwanderung Tenner Chrüz, ­Safiental Schneeschuhwanderung Flanz ab Brigels Schneeschuhwanderung Ladinas ab Andiast, Brigels Schneeschuhwanderung Piz Medel Munt Sogn Gieri ab Waltensburg Schneeschuhwanderung Rumasal, Brigels Schneeschuhwanderung Uaul Chiglina ab Andiast Schneeschuhwanderung St. Martin / Wasma, Obersaxen Mundaun Schneeschuhwanderung Surcuolm / Bündner Rigi, Obersaxen Mundaun Schneeschuhwanderung Val Zuorden ab Brigels Schneeschuhwanderung Val Lumnezia – Obersaxen

www.surselva.info/Schneeschuhtouren/Touren

Vrin

Piz Aul

Piz Terri

Vals


Chur

Flims

Bonaduz

Laax Versam

Ladir

Valendas

Ilanz/Glion Castrisch

Tenna

Riein Piz Riein Piz Fess

Duvin

Thusis

Safien Platz

Loipen Piz Beverin

Crap Grisch

Thalkirch Piz Tomül

anglaufloipe Castrisch, Ilanz / Glion L L anglaufloipe Degen, Val Lumnezia Langlaufloipe Gonda Ladir, Ilanz / Glion Langlaufloipe Migliè / Plaun sut, Brigels L anglaufloipe Plaun Rueun, Brigels L anglaufloipe Siat, Ilanz / Glion L anglaufloipe Thalkirch, Safiental L anglaufloipe Trun – Disentis L anglaufloipe Trun – Surrein L anglaufloipe Tschuppina, Brigels L anglaufloipe Vella, Val Lumnezia Langlaufloipe Plaun in Flond, Obersaxen Mundaun L anglaufloipe Foppa in Flond, Obersaxen Mundaun L anglaufloipe Valata in Flond, Obersaxen Mundaun Andeer Nachtloipe Degen, Val Lumnezia Nachtloipe Plaun Rueun, Brigels Nachtloipe Trun Nachtloipe in Flond, Obersaxen Mundaun

Alperschällihorn Bärenhorn

www.surselva.info/Loipen-Touren



SUMVITG UND TRUN – PUR A . QUIETEZIA .

Sumvitg

Trun

«Wilde Pisten erfinden und die coolsten Schanzen bauen» Seit 50 Jahren gibt es den Runal La Péra in Campliun bei Trun. Unzählige Kinder haben hier gelernt, ihre Ski und Boards in den Griff zu kriegen – aber nicht nur. Auch Eltern und Spaziergänger schätzen das Gebiet als familien­freundlichen Treff- und Ausgangspunkt. Zum 50. Geburtstag war ­jedoch ein kostenintensives «Facelfting» für den Skilift vonnöten. Seine Ski- oder Snowboardspuren gemächlich durchs verschneite Gelände ziehen – zielgenau hindurch zwischen halbhohen Stauden und Büschen. Oder doch lieber auf schön präparierten und übersichtlichen Pisten talwärts sausen, vorbei an Ställen, die von früheren Zeiten erzählen. Da und dort vorbei an wackeren mit grossem Aufwand gebauten Schanzen. Schanzen, welche bei einem Sprung für Sekundenbruchteile annähernd ein Gefühl von Schwerelosigkeit vermitteln – oder so! Alles in allem: ein sympathisches und fami­ lienfreundliches Mini-Skigebiet mit einem «Schlepper», der knapp 700 Meter lang ist und seine Gäste von Campliun auf etwas über 900 m ü. M. nach Cumadé auf gut 1000 m ü. M. transportiert. Ein Liftmotor als Signal zum Skifahren Dank La Péra müsse man nicht anderswo hin, um Ski zu fahren und im Gelände des Skilifts könne man wilde Pisten erfinden und die coolsten Schanzen bauen, berichten zwei unerschrockene Jünglinge in einem Video auf der Website des Skilifts. Könnte gut sein, dass bereits ihre Eltern erste Skierfahrungen an diesem Hang gemacht haben. Denn immer während der schulfreien Zeiten am Mittwochund Samstagnachmittag, am Sonntag sowie während der Ferien­ zeiten (und früher sogar während der ganzen Woche) war die Beförderungsanlage in Betrieb. Wenn der Lift seine Runden gedreht habe, sei sein Motor weit herum hörbar gewesen, so ein anderer Zeitzeuge in besagtem Video. Das typische Geräusch eines sich drehenden Rads als ultimatives (Hör-)Zeichen, sich die Schneesportgeräte zu schnappen, aufzubrechen, sich mit Kolleginnen und Kollegen am Lift zu treffen – und sich von drei verschiedenen Bügel-

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typen­in die Höhe ziehen zu lassen (dies, weil im Laufe der letzten 50 Jahre defekte Bügel sukzessive durch andere Modelle ersetzt wurden). Das Restaurant Refugi als Magnet Mit dem Restaurant Refugi, das im Jahr 2000 gebaut wurde, stand den Schneesportlerinnen und Schneesportlern sowie Spaziergängern ein neues Magnet zur Einkehr zur Verfügung und machte das kleine, technisch nicht beschneite Gebiet zusätzlich attraktiv. «Im Refugi können sich beispielsweise Eltern treffen, während ihre Kinder selbstständig im Skigebiet unterwegs sind», erzählt Nora Zürcher, die Präsidentin des Verwaltungsrats Runal Péra SA – und hebt damit den familienfreundlichen Aspekt von La Péra hervor. Generalüberholung zum runden Geburtstag Aber just zum 50. Geburtstag stand das Weiterbestehen dieser gemächlichen Familienidylle für jedermann auf der Kippe. «Seit Sommer 2020 war klar, dass für die Weiterführung des Betriebs umfassende Sanierungsmassnahmen nötig waren und gehandelt werden musste», so Nora Zürcher. Antrieb, Steuerung, Bügel, das Spannseil und auch das Förderseil waren in einem mangelhaften Zustand und die Betriebssicherheit habe nicht mehr gewährleistet werden können. Gefragt waren Taten – Taten, die jedoch ihren (hohen) Preis haben. War bereits der jährliche Saisonbetrieb nur dank Beiträgen der Bergbahnen, Sponsorengeldern, moderaten Löhnen für das Betriebspersonal und mit viel Freiwilligenarbeit möglich, hätten die nötig gewordenen Investitionen von rund 470 000 Franken das Unternehmen definitiv überfordert. Kein Grund für die Verantwortlichen, aufzugeben. Denn der Skilift La Péra soll auch in den nächsten Jahrzehnten ein familiärer Treffpunkt für Gäste und Einheimische bleiben und Raum für gemeinsame Erlebnisse im Schnee bieten, so die definierte Vision. Pate eines Skiliftbügels sein oder ein Stück ­Förderseil kaufen So ging man ans Werk und wurde kreativ, um das nötige Geld für die Investitionen zu organisieren. «In erster Linie haben die Gemeinden namhafte Beträge in Aussicht gestellt aber auch Aktionäre, Sponsoren und diverse Organisationen haben mit24

geholfen, unsere Ziele zu erreichen», weiss Nora Zürcher. Auch erfolgreiche Crowdfunding-Aktionen (wie ein Skitesttag mit Jacomet-Ski, siehe Seite 36 in diesem Magazin) hätten dazu beigetragen, den Skilift der Herzen zu retten. Solche waren die 1000-Franken-Patenschaft für einen neuen Skiliftbügel oder der «zentimeterweise» Verkauf des alten Förderseils. Weiter hat der einheimische Nationalrat Martin Candinas Bundeshausführungen angeboten, um das Projekt zu unterstützen. «Auch haben wir über Social Media unsere Netzwerke aktiviert und vom guten Medienecho profitieren können», zählt Nora Zürcher weiter auf. Warten auf Holle An der Anfang Oktober durchgeführten Generalversammlung dann die Erlösung: «Das nötige Geld für die Sanierung ist beisammen, der Skilift ist gerettet», konnte La-Péra-Präsidentin Zürcher verkünden. Das heisst, Schneesport ohne Hektik ist in Campliun auch in Zukunft möglich. Oder wie es eine Mutter aus Rabius ausdrückt: «Auf La Péra können meine Töchter und ich auch mal ganz spontan die Ski anschnallen und nette Leute treffen.» Und dank der Saisonkarte eines anderen Skigebiets habe sie für alle sehr preisgünstig Saisonkarten kaufen können, so die ortsverbundene Frau weiter. Jetzt fehlt nur noch eine andere Frau: Holle heisst diese und soll tunlichst und termingerecht ihren Job ausführen.

www.surselva.info/Skilift-Runal-Pera

Geschichte eines Skilifts – «Lein salvar nies Runal Péra» Je nach Witterungs- und Schneeverhältnissen finden in La Péra wiederum Skischulwochen, Skirennen und Vollmondskinächte mit Fondueplausch statt. Ausserhalb der regulären Betriebszeiten kann das Restaurant wie auch das gesamte Skigebiet für private Anlässe, Firmenanlässe oder Schullager gemietet werden. 1971/1972 Bau des Skilifts, Investition 200 000 Franken 1992 Erster Ersatz der Steuerung 2000 Bau des Restaurants Refugi bei der Talstation ­Clavauniev oberhalb von Campliun 2010/2011 Ganze Saison kein Betrieb infolge Schneemangels 2017 Ersatz der Fernüberwachung 2020 Planung für eine umfassende Sanierung und ­Rettung des Skilifts Péra 2021 Inbetriebnahme der sanierten Anlage «Lein salvar nies Runal Péra» – «Runal Péra ei salvaus»


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Ein Leben für den perfekten Ski Mit den passenden Ski an den Schuhen das Skifahren so richtig geniessen. Was genau der passende Ski ist, dazu macht sich der innovative Skibauer Simon Jacomet aus Surrein/Rabius täglich seine Gedanken – und experimentiert und optimiert und macht immer weiter. In der freien Natur unterwegs sein, die Sonne geniessen, frische Luft atmen und über herrliche Aussichten staunen. Freunde treffen, sich an der regionalen Küche erfreuen und nicht zuletzt dem Körper Gutes tun – oder einfach den Alltag vergessen und Glück «erfahren»: Zu viel versprochen? Nein, denn diese Abenteuer könnten Skifahrern und anderen Wintersportlern «blühen», wenn sie in den Bergen der Surselva unterwegs sind. Das Spiel mit Energien und Kräften Noch steigern kann man solche unvergessliche Wintergefühle, wenn Skifahrerinnen und Skifahrer den passenden Ski für den perfekten Schwung an den Füssen haben. Aber wo liegt das Geheimnis des passenden Skis? «Die Fahrfreude beim Skifahren liegt in der Leichtigkeit», philosophiert Skibauer Simon Jacomet aus Surrein/Rabius. Der Produzent von hochwertigen Ski hat den Skibau revolutioniert und darf als Ski- und Snowboardlehrer, als Instruktor sowie als Gründer der Edel-Skimarke Zai auf einen riesigen Erfahrungsschatz zählen. «Die 14 Jahre bei Zai waren enorm spannend und ich habe viel experimentieren und mich mit Innovationen austoben können», erzählt der Profi. Auf seinem konsequenten Weg zu radikalen und einfachen Skilösungen nutzt er heute das erworbene Know-how für seine neue und unverkennbare Skimarke «Jacomet», die er seit 2019 in einer kleinen Manufaktur in Rabius fertigt. Ski, die ohne Logo auf dem Produkt auskommen – dafür mit differenzierter Oberflächenoptik auffallen. «Meine neuen Ski verhalten sich nicht aggressiv, sie sind ‹frei›, solange sie flach geführt werden», so Skibauer Jacomet zu den Eigenschaften seiner Errungenschaft – und erklärt auch, was er damit meint: «Mit aggressiven Ski wird man zum Passagier und 25

Simon Jacomet – ein Original Jacomet ist am 5. Oktober 1963 in Disentis geboren. Nach der Primarschule besuchte er das Gymnasium an der Klosterschule und schloss das Gymi 1983 mit der Matura ab. Das Kloster und im Speziellen die Persönlichkeit von Pater Daniel Schönbächler haben ihn stark geprägt und ihn zu eigenständigem Denken angeregt sowie sein Interesse geweckt, der Sinnhaftigkeit aller Handlungen auf den Grund zu gehen. Nach der Matura hat Jacomet vier Jahre Kunstgeschichte in Florenz studiert. Nebenbei liess er sich zum Ski- und Snowboard­lehrer ausbilden. Später war er als Instruktor für die Ausbildung von Skilehrerinnen und Skilehrern zuständig. Durch seine Tätigkeit als Schneesportlehrer hat er begonnen, sich für biomechanische Bewegungsabläufe und den Skibau zu interessieren. Sein damaliges Fazit: Die gängigen Ski sind falsch konstruiert. Das war der Startschuss zu seiner Karriere als Skiproduzent.


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kann nicht mehr selber mit den Fliehkräften und den Energien spielen.» Denn trotz wenig Krafteinsatz des Fahrers oder der Fahrerin soll ein Ski sein Energiepotenzial je nach Aufkantwinkel bei jedem Fahrniveau dosiert und stabil entfalten können. «So ist man jederzeit Meister der Situation.» Der richtige Materialmix ist das Geheimrezept Sticht zum Ersten das raffinierte und auffällige Design seiner Ski ins Auge, liegt zum Zweiten ein anderer Sachverhalt sozusagen auf der Hand: Die Ski sind sehr leicht! «Das hängt natürlich mit dem sparsamen und ausgeklügelten Einsatz der verwendeten Materialien zusammen», klärt Jacomet auf. Als Basis seiner selbst entwickelten Skikerne diene u. a. schnell wachsendes und zertifiziertes Balsaholz. Das bestimme das Gewicht, verlange aber wegen der Festigkeit eine neue Herangehensweise. Für die Seitenwangen verbaut er keinen Kunststoff (wie das sonst üblich sei bei der industriellen Produktion) sondern Eschenholz und die eingesetzten Carbon­ fasern seien entscheidend, um die Kräfte zu übernehmen und für das Produkt eine längere Lebensdauer zu garantieren. «Carbonfasern sind definitiv besser als Glasfasern und dank der erzielten Gewichtsreduktion erhöht sich auch die Drehfreudigkeit», weiss Jacomet. Weitere Materialien, die den perfekten Mix ausmachen sind Gummi, Stahl für die Kanten sowie die Aluminiumlegierung Titanal. Ab in die Presse «Ich lege sehr grossen Wert auf eine sorgsame Verarbeitung der Materialien», betont Jacomet und ergänzt, dass anfallende Reste wieder für die Skiproduktion verbaut würden oder er damit auch andere Produkte wie Stühle und Sessel herstelle. Diese resourcenschonende Produktion ist auch möglich, weil Jacomet seinen Maschinenpark optimiert hat. «Die neu angeschaffte CNC-Fräsmaschine ermöglicht es mir, meine Produkte mit höchster Präzision herzustellen und so auch Material zu sparen.» Sind die Rohlinge in ihren Metallformen bereit, folgt der nächste Produktionsschritt. Eine Presse, die äusserst exakt eingestellt werden kann, bringt die Ski unter Druck und Temperatur in die gewünschte Form. «Leider wurde die Presse verspätet geliefert und ich habe den Winter 2019/2020 etwas verpasst», bedauert Jacomet. Aber bereits im letzten 26

Winter 2020/2021 konnte er erste Serien ausliefern. Ab diesem Winter arbeitet er zudem mit einem regionalen Händler zusammen. Auch ein Onlinekanal für den Verkauf ist im Aufbau. Hilfe bekommt er dabei von seiner Frau Lucretia, die ihm die Buchhaltung abnimmt und auch sonst den Rücken freihält – ansonsten ist Jacomet der klassische Selfmademan. Das Glück gefunden So wie es scheint, hat der Tüftler mit seiner Manu­ faktur das Glück gefunden, um seine Vision vom perfekten Ski Wirklichkeit werden zu lassen. «Meine Unabhängigkeit ermöglicht mir die bedingungslose Radikalität, die ich beim meinen Ski suche», betont der Künstler, der seinen innovativen Weg unbeirrt weitergehen will. Auf diesem Weg will er seine Produkte stets weiterentwickeln, sie gründlich testen und auch mit neuen Materialien experimentieren – damit seine Kunden mit grosser Freude und ohne grosse Kraftanstrengung durch die Kurven gleiten und mit den Fliehkräften spielen können. «Denn Skifahren ist wie der Rhythmus guter Musik», so Funk-, Jazz- und Rockfan Jacomet und fügt an: «Meine Arbeit kann man ein bisschen mit Rockmusik vergleichen: radikal, straight, bodenständig und ehrlich.»

Simon Jacomet goes La Pera Was ihn denn mit dem Skilift La Pera in Campliun/Trun verbinde? «Meine erste Freundin stammt aus Campliun, das war ein zusätzlicher und guter Grund in diesem besonderen Gelände Ski zu fahren», erinnert sich Jacomet. Er schätzt den kleinen Skilift La Pera aber noch aus einem anderen Grund. «Das nahe gelegene Gebiet eignet sich bestens als spontanes Testgebiet. Dort kann ich neue Exemplare auch bei tieferen Tempi austesten.» Darum ist es auch ein grosses Anliegen Jacomets, diesen sympathischen Skilift am Leben zu erhalten. Am 6. Februar dieses Jahres hat er darum im Rahmen eines besonderen Events einen Testtag mit seinen Jacomet-Ski durchgeführt. Der ganze erzielte Erlös ging an das Crowdfunding-Projekt der Skilift Péra AG.


SAFIENTAL – PUR A . NATIR A .

Safiental

Camaner Grat, Tälli- oder Strätscherhorn, Piz Tomül oder doch Schlüechtli – «ier chönnt uslääsä» Skitourparadies Safiental – Hochgefühle und unvergessliche Naturerlebnisse sind garantiert. Eine begeisterte Skitourengängerin (die anonym bleiben will) erzählt von ihrer Tour aufs Schlüechtli. Der Tenner Hausberg ist Teil der Signina-Bergkette zwischen dem Safiental und der Val Lumnezia. Ausgangspunkt der Tour ist das schmucke Dörfchen Tenna auf 1654 m ü. M. – aber schöön dr Reiä nòò. «Nach den Schneefällen der letzten Tage wurde für unser Abenteuer schönstes Winter-Wochenende-Wetter vorausgesagt. Der Entscheid, die Bretter anzuschnallen und das Schlüechtli anzupeilen war schnell gefasst. Bereits am Vortag haben wir das Lawinenbulletin gecheckt, uns über Wildruhezonen schlau gemacht und das nötige Material bereitgelegt und präpariert – es musste ja früh losgehen am nächsten Morgen. Versammelt hat sich unsere erwartungsfrohe Tourengruppe bereits früh am Morgen in Versam auf 909 m ü. M. Mit dem Postauto gings weiter taleinwärts und bei der Abzweigung Tenna auf 1300 m ü. M. nahm das Gefährt die letzten Kehren zum alten Walserdörfli unter die Räder. Das grosse Staunen am Berg Voller Vorfreude stehen wir bei der bekannten reformierten und wunderschön gelegenen Kirche aus dem Jahre 1408 (den bekannten und einzigartigen Bilderzyklus in der Kirche schauen wir uns nach der Tour an). Obwohl die Sonne bereits über die Bergspitzen guckt, ist es bitterkalt. Die Felle sind montiert, muntere Witze fallen, die Stimmung ist hervorragend. Kurz folgen wir dem Winterwanderweg, zweigen bei der nächsten Kurve links ab und ziehen unsere

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Vorbereitung und Planung einer Skitour – To-do-list — Planungsunterlagen: Skitourenkarte Safiental 257S, 1 : 50 000 sowie SAC-Skitourenführer «Nordbünden» — Routenplanung (Erkennung Gefahrenstellen) und Zeitplanung angehen — detaillierte Information über Wildruhezonen einholen — Lawinenbulletin konsultieren (auch Vortage einbeziehen) — Wettervorhersage konsultieren — unterwegs rollend prüfen, ob bei der Planung die richtige Annahme getroffen wurde

Must-haves der Ausrüstung für die Skitour — Tourenski mit entsprechender Bindung — Tourenskischuhe, Tourenskistöcke, Felle, Harscheisen (vor allem bei Frühlingstouren oder wenn der Aufstieg hart und eisig ist) — passende Skibekleidung, Wechselkleidung, Skibrille, Sonnenbrille, Helm — Sonnenschutz, Sonnencreme — Rucksack (20 bis 30 l) ev. Rucksack mit Airbagfunktion (natürlich mit einer gefüllten Kartusche) — Sicherheitsausrüstung: Lawinenverschüttetensuch­ gerät, Lawinenschaufel, Lawinensonde — Erste-Hilfe-Set — Karte zur Orientierung — geladenes Mobiltelefon — Proviant, mit warmem Tee gefüllte Thermosflasche

Naturverträgliche Skitouren – Regeln für mehr Natur — Anreise mit öV oder in Fahrgemeinschaften — offizielle Parkplätze benutzen, keine Einfahrten oder Ausstellplätze versperren — noch besser eine oder mehrere Übernachtung/en ­einplanen, denn Tourenziele gibt es viele — geniesse nebst der Landschaft auch die lokale Gastfreundschaft und geniesse lokale Leckereien — keine «Machenschaften» in oder hinter Ställen hinterlassen — Schneesport rücksichtsvoll geniessen: Wir sind im Wohnzimmer der Wildtiere unterwegs. Verzichte im Zweifelsfall auf die coole Abfahrt zum Wohle der ­Wildtiere — bleibe im Wald auf den Routen: So können sich Wild­ tiere an den Menschen gewöhnen

www.respektiere-deine-grenzen.ch

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Solarskilift Tenna Das Gebiet rund um den Solarskilift Tenna ist ein wunder­ barer Ort für Familien mit Kindern. Auf dem bestens präparierten vier Kilometer langen Pistennetz dürfen sich junge «Skistars» so richtig austoben. Mama und Papa können mitfahren oder sich derweil im Pistenbeizli entspannen. Dank der guten Übersicht geht niemand verloren. Kein Rummel, kein Stress, einfach den Winter im Safiental geniessen und umweltfreundlichen Sport mit Solarstrom und Naturschnee treiben!

www.solarskilift.ch

Skitourenparadies Safiental

Weitere Skitourenziele siehe Skitourenkarte Safiental, 257S, 1:50 000 Wer keine Skitourenerfahrung hat, schliesst sich einem Bergführer an. Diese bieten auch Ausbildungskurse an. Bergführer im Safiental: www.bergfuehrer-safiental.ch oder www.chriszinsli.ch

Weitere: www.bergfuehrer-gr.ch


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Spuren entlang eines im Safiental typischen «Stegel­ zuun» (Schrägzaun). Er ist tief verschneit, nur die Doppelspitzen gucken hervor. Der frisch gefallene Schnee glitzert im Morgenlicht, der Blick ins Safiental und zum mächtigen Piz Beverin öffnet sich mit jedem Schritt. Majestätisch ragen Under- und das knapp 2800 Meter hohe Oberhorn in den blauen Himmel. Der Anblick ist fantastisch, das Staunen gross.

Schlüechtli ist kein Riese – dafür ist der Ausblick riesig Vorbei an braun gebrannten Maiensässen steigen wir gemächlich durch den frischen Pulverschnee in Richtung Bleichtaboda, besser bekannt als Tenner Alp. Während einer kurzer Rast geniessen wir die wärmenden Sonnenstrahlen und fantastische Aussichten – und stärken uns für die nächste Etappe. Nächstes Ziel sind die Stelli Seelein. Die letzten rund 150 Meter Höhendifferenz hinauf zum Schlüechtli meistern wir zackig respektive im Zickzack. Mit nur 2283 m ü. M. ist der Berg kein Riese, dafür ist die Aussicht riesig. Vor uns präsentieren sich die Surselva, die Ruinaulta, das Unesco-Welterbe Tektonikarena Sardona, die Kantonshauptstadt Chur mit ihrem Hausberg Calanda. Im Süden thronen einige Engadiner Berge und, und, und … ein unglaubliches Panorama und unserer Gruppe bleibt ehrfürchtiges Staunen – immer wieder. Währschafter Picknick und pulvrige Abfahrten Zu einer Skitour gehört natürlich auch ein währschafter Picknick, aber allzu lange dürfen wir nicht trödeln. Obwohl wir noch lange über die vor uns liegende Landschaft und die Bergspitzen fachsimpeln sowie von früheren Skitourerlebnissen im Safiental schwärmen könnten – es ruft die Talfahrt. Also Felle abmontieren und die Bindung auf Abfahrt umstellen. Mit kräftigen Stockstössen geht es los durch den pulvrig-stiebenden Neuschnee. Ein Schwung reiht sich an den nächsten, es lacht das Herz, es jauchzt die Seele. Beim Bawald gilt es, den richtigen Korridor zu finden, die letzten Pulverhänge bis zur Talstation des Solarskilifts machen Lust auf mehr. Die Schneeverhältnisse sind optimal, ein guter Grund, sich noch einige Bergfahrten zu gönnen – und freudig und zufrieden die letzten Abfahrten zu geniessen. Fehlt nur noch etwas zum perfekten Glück: Zum Beispiel ein hausgemachtes Stück Kuchen und dazu ein duftend heisser Kaffee im Berghotel Alpenblick oder im Pistenbeizli.» Informationen zu dieser Tour: Route 372a ab Tenna; Dauer: rund zwei Stunden; Schwierigkeit: leicht und auch für Snowboarderinnen und -boarder geeignet.

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«Die Natur ist meine beste Lehrmeisterin» Als Wildhüter sei jeder Tag ein Erlebnis, sagt Paul Gartmann aus Thalkirch im Safiental. Der 62-jährige ist gelernter Landwirt und seit 1991 als Jagdaufseher im Tal unterwegs. Im Jahr 1991 wurde er von der Regierung des Kantons Graubünden als Wildhüter gewählt. Seit 2009 ist er auch im Besitz des eidgenössischen Fachausweises. «Wenn ich all die Beobachtungen, die ich in der Natur mache, zusammenfüge, so erhalte ich ein wunderbares Buch, dass mir Seite für Seite spannende Details, packende Geschichten, aber auch von den grössten Zusammenhängen der Natur im Safiental erzählt», sagt Gartmann und ergänzt, die Natur sei seine beste Lehrmeisterin.

Auch die Leidenschaft, Wild zu beobachten und auf die Jagd zu gehen, habe ich schon von klein auf von meinem Vater mitbekommen. Sie blieben jedoch nicht «nur» Landwirt, wie ging es weiter? Seit 1991 bin ich beim Amt für Jagd und Fischerei angestellt. Angefangen habe ich als Jagdaufseher mit einem Anstellungsverhältnis von 65 Prozent. Als ich vor 30 Jahren als Jagdaufseher im Safiental gewählt wurde, hat sich für mich eine neue Welt eröffnet und ich darf einen sehr schönen, interessanten, abwechslungsreichen, aber auch herausfordernden Beruf ausüben. Im Jahr 2009 erwarb ich dann den eidgenössischen Fachausweis als Wildhüter. Was war ihre Motivation, eine AusIm Interview erzählt er über seine Bebildung zum Wildhüter zu machen? ziehung zu seinem Heimattal und zur Ganz einfach gesagt: die Freude an Natur und erklärt, welches seine AufPaul Gartmann, der Natur und an den Wildtieren. Ich Wildhüter im Safiental gaben als Wildhüter sind. habe schon immer gerne Flora und Fauna und ganz speziell Wildtiere Herr Gartmann, Sie sind ein echter Safier und beobachtet und mich zudem für unser vielfältiges schon im Tal geboren. Wie würden Sie Ihre BezieÖkosystem im Tal interessiert. hung zu diesem schönen Tal umschreiben? Welches sind denn Ihre genauen Aufgaben als Wenn man in einem Tal wie dem Safiental aufwächst, Wildhüter? baut man eine besondere Beziehung auf. Hier habe Meine Hauptaufgabe als Wildhüter ist in erster Linie, ich meine Wurzeln und das spezielle Tal ist mir ans das Wild genau zu beobachten. Gibt es von einer Herz gewachsen. Ich möchte damit nicht sagen, Population zu viele oder ist eine Art sogar bedroht? dass es keine anderen Orte gibt, wo ich mich nicht Wie ist der Gesundheitszustand der Tiere und wie zu Hause fühlen könnte. Es gibt in unserem Kanton ist die Reproduktionsrate der verschiedensten Arten? viele schöne Täler und auf der ganzen Welt viele Im Moment hat es im Safiental einen ausreichenbesondere Orte, aber das Safiental ist halt schon den Bestand der jagdbaren Wildarten, aber es gibt ein speziell schönes Tal. immer wieder – aus verschiedenen Gründen – VerEin speziell schönes Tal, aber auch ein enges! änderungen, z. B. aus klimatischen Gründen, sei das Wenn man es schafft, bis zuhinterst ins Tal zu komein strenger Winter oder wegen Wildkrankheiten. men öffnet es sich – und die Einwohner auch. Ich Wichtig ist, dass man solche Veränderungen immer glaube man spürt, dass ich zuhinterst im Safiental im Auge behält, um reagieren zu können, wenn es aufgewachsen bin! nötig ist. Wie verlief ihre Berufswahl? Welche weiteren Aufgaben fallen an? Ich bin auf dem Bauernbetrieb meiner Eltern aufge- Eine wichtige Arbeit im Herbst ist, die Jagden zu wachsen. Mein Bezug zur Landwirtschaft und bekontrollieren. Das heisst die Hochjagd, Niederjagd, sonders zu den Tieren war gross, darum entschloss die Hegejagd auf Steinwild, die Herbstjagd auf ich mich, die Landwirtschaftliche Lehre zu machen. Hirschwild und nicht zuletzt die Pass- und Fallenjagd 30


SAFIENTAL – PUR A . NATIR A .

auf Haarraubwild. Ebenso ist es meine Aufgabe, den Bestand aller Schalenwildarten, des Birkwildes sowie der Schneehühner aufzunehmen. Weist eine dieser Wildarten einen Rückgang oder eine Zunahme auf, kann das bei der Jagdplanung berücksichtigt werden. Und wenn gewünscht und die Nachfrage da ist, mache ich auch Öffentlichkeitsarbeit in den Schulen, denn es ist ebenso meine Aufgabe, Erfahrungen, Beobachtungen und mein Wissen weiter­ zugeben. Wie zeigt sich für Sie der oft zitierte Interessenkonflikt Natur und Tourismus? Diese Frage beschäftigt mich ebenfalls sehr stark. Stelle ich beispielsweise fest, dass das Wild durch touristische Aktivitäten gestört oder sogar in Richtung gefährlicher Stellen vertrieben wird, muss eine Lösung gefunden werden. Im Sommer ist das meist weniger ein Problem, da das Wild genügend Ausweichmöglichkeiten hat. Und im Winter? Im Winter sind es vor allem Eisfallkletterer, die sich an bestimmten Gebieten und Eisfällen orientieren müssen. Dabei gilt es, die Wildruhezonen zu berücksichtigen. Ebenso ist das Schneeschuhlaufen sehr stark im Trend. Auch hier müssen die ausgesteckten Schneeschuhtrails benützt und die Wildruhezonen eingehalten werden. Die Wildruhezonen hat man dort angelegt, wo sich das Wild im Winter ansammelt und nicht gestört werden darf. Dies, weil die Tiere in diesen Gebieten genügend Äsung und auch ihre Ruhe finden. Wird es jedoch in diesen Zonen immer wieder gestört, verbraucht es zu viel Energie und wird geschwächt, das kann auch sehr schnell zum Tod von Tieren führen. Darum ein dringender Aufruf an die Touristen: haltet euch an die gekennzeichneten und beschrifteten Wege und informiert euch genau, wo sich die Wildruhezonen befinden.

Wie wird man Wildhüter/Wildhüterin? Wildhüter/Wildhüterinnen sind Angestellte der kantonalen Fachstellen für die Jagd. Wer diesen Beruf ausüben möchte, muss sich zuerst um eine Stelle als Wildhüter/als Wildhüterin bewerben. Diese werden von den kantonalen Fachstellen für die Jagd öffentlich ausgeschrieben. Das Angebot an Stellen ist allerdings gering, zurzeit werden jährlich gesamtschweizerisch 10 bis 15 Stellen frei. Das Anforderungsprofil ist von Kanton zu Kanton etwas verschieden. In der Regel werden folgende Anforderungen an die Bewerber/innen gestellt: —a bgeschlossene Berufsausbildung oder gleichwertige Ausbildung — Jagdfähigkeitsausweis —k örperliche Leistungsfähigkeit —g ute mündliche und schriftliche Ausdrucksweise — s icheres Auftreten und Verhandlungsgeschick — selbstständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten — Anwendungskenntnisse Informatik — Bereitschaft zu unregelmässigen Arbeitszeiten Gutes Fachwissen oder Vorkenntnisse in den Bereichen Wildbiologie, Jagd, Naturschutz erhöhen die Chancen, eine Stelle zu erhalten. Aus- und Weiterbildung Die Struktur der Wildhüter/innen-Ausbildung in der Schweiz unterscheidet sich wesentlich vom Ausbildungsweg anderer Berufsgattungen. Für die Grundausbildung zugelassen sind nur bereits bei einem Kanton angestellte Wildhüter/innen und Nationalparkwächter/innen. Die Ausbildung Wildhut Schweiz AWS besteht aus 7 Modulen, welche über 3 Jahre verteilt sind. An insgesamt 25 Kurstagen erlangen die Kursbesucher/ innen berufsbegleitend theoretisches und praktisches Grundwissen als wichtige Basis für die Ausübung ihres Berufes. Es handelt sich dabei um eine höhere Berufsbildung. Verantwortlich für die Durchführung dieser Grundausbildung ist die Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz JFK bzw. eine daraus formierte Ausbildungskommission. Nach Abschluss der Ausbildung legen die Kursbesucher/ innen eine schriftliche Zertifikatsprüfung des Schweizer Wildhüterverbandes SWHV ab. Wer die Ausbildungsmodule besucht und die Zertifikatsprüfung erfolgreich absolviert hat, wird zur Berufsprüfung für Wildhüter/innen zugelassen. Das erfolgreiche Bestehen der Berufsprüfung berechtigt zum Tragen des Titels «Wildhüter/Wildhüterin mit eidg. Fachausweis». Neben dieser interkantonalen Grundausbildung besuchen Wildhüter/innen regelmässig kantonsinterne, fachspezifische Aus- und Weiterbildungen. Für Wildhüter/innen, welche eidg. Jagdbann­gebiete (bundesrechtliche Schutzgebiete) in ihrem Aufsichtsgebiet ­betreuen, bietet das Bundesamt für Umwelt BAFU zusätzlich alljährlich einen 2-tägigen Weiterbildungskurs, den sogenannten eidgenössischen Wildhüterkurs, an. Sowohl die Grundausbildung wie auch die übrigen Ausund Weiterbildungen dürfen nur von Wildhütern/innen besucht werden, welche bereits bei einer kantonalen Fachstelle angestellt sind. Man kann sich in der Schweiz also nicht vorgängig durch einen Wildhüterkurs auf einen Job als Wildhüter vorbereiten bzw. sich zum Wildhüter/ zur Wildhüterin ausbilden lassen.

Quelle: www.wildhueterverband.ch/­ wie-wird-man-wildhueter.html 31



LUMNEZIA – PUR A . GLISCH.

Lumnezia

Über Nacht geschehen wundersame D ­ inge Seit zehn Jahren kümmert sich Werner Tanno u. a. um die Präparierung der Langlauf­ loipen und der Winterwanderwege in der Val Lumnezia. Damit die Gäste jeden ­Morgen perfekte Bedingungen für ihre Lieblingsbeschäftigung vorfinden, geschieht der Loipen- und Wegunterhalt vor allem während der Abend- und frühen Morgenstunden. Dabei erlebt Tanno Lustiges, Schönes und Eindrückliches – gelegentlich muss er sich aber auch ärgern. Er habe nicht schlecht gestaunt, als er eines Morgens so gegen 9 Uhr mit seinem Pistenbully um die Ecke gefahren kam und vor sich auf der Loipe ein junges Pärchen angetroffen habe: Sie im Bikini, er hinter der Fotokamera. «Es war bitterkalt, immerhin hatte die junge Frau eine Fellmütze auf dem Kopf und Fellstiefel an den Füssen, sonst hätte ich mir Sorgen gemacht», erzählt Pistenpräparierer Werner Tanno leicht amüsiert. So unerwartet die Szenerie, so einfach erklärbar ist die Geschichte. «Die beiden haben ein privates Fotoshooting veranstaltet», so Tanno weiter und fügt an, dass sein ­Gefährt umgehend als zusätzliche Kulisse für das Shooting diente. «Ich habe gerne mitgemacht, aber auch eine BeWerner Tanno dingung gestellt: selber nicht auf einem Bild zu sein.» Frühe Tagwache und schöne Erlebnisse Dafür ist Tanno sonst im Bild, kennt er doch die Val Lumnezia und das gesamte Loipen- und Winterwanderwegesystem im Tal wie die eigene Hosentasche. «Seit zehn Jahren mache ich nun diesen Job und erlebe auf meinen Touren sehr viel Positives», erzählt er und denkt dabei an dankbare Feedbacks vor Ort oder an «Daumen hoch» oder schöne Winterbilder, die ihn über die Sozialen Medien erreichen. «Das sind dann jeweils richtige Aufsteller.» Aber auch von anderen persönlichen Highlights schwärmt der Verantwortliche für Loipen und Wanderwege. «Oft ‹begleiten› mich Hasen oder 33


andere Tiere minutenlang im Lichtkegel meines Pistenbullys oder ich erlebe wunderbare Sonnen- oder Mondauf- und -untergänge. Ebenso begeistern mich die beleuchteten Dörfer im Tal immer wieder.» Dabei muss man wissen: Tanno ist schon sehr früh unterwegs und bis abends spät auf Achse. «Mein Arbeitstag während des Winters beginnt regelmässig um 3 Uhr in Vella, wo ich wohne», erzählt er. Erste Station auf seiner Wanderwegetour ist die Bündner Rigi hinter dem Péz Mundaun. Seit drei Jahren bestehe eine direkte Verbindung über Triel und die Alp S. Carli durch den Wald, so Tanno. 34

Und nein, Zeit für einen Kaffee in der Bündner Rigi habe er nicht, denn weitere Wegabschnitte in Richtung Morissen und Cumbel würden darauf warten, bearbeitet zu werden. Circa um 7 Uhr ist er retour, um noch beizeiten die 5 Kilometer langen Loipen bei Degen und in Vella zu präparieren. «Um 9 Uhr sind die Wanderwege und Pisten in der Regel bereit für die Wanderer und Langläufer», führt der Frühaufsteher und Familienvater aus, ansonsten kann es schon mal Rückfragen – sprich Reklamationen geben. «Wenn es über Nacht nur wenig Neuschnee gegeben hat, ist die


LUMNEZIA – PUR A . GLISCH.

Verdichtung von Loipen kein Problem», erklärt er. Wenn es jedoch viel geschneit habe, brauche es einfach eine gewisse Zeit, bis sich die weiche Loipe wieder verfestigt hat, so Tanno – und wirbt dabei für etwas Verständnis bei den Langlaufgästen im Tal, wenn mal etwas nicht ganz perfekt präpariert ist. Gelegentlich auch etwas Ärger Nach einer verdienten Mittagspause, die bis in den Nachmittag hinein dauert, folgt die Präparierung der weiteren Abschnitte zwischen Triel, Vignogn und Lumbrein. «Sobald die Bergbahnen am späteren Nachmittag ihren Betrieb einstellen, geht es für mich nochmals einige Stunden auf den Berg – oft bis tief in die Nacht», erzählt der gelernte Bäcker/ Konditor, der aber auch 25 Jahre in der Baubranche tätig war. «Alles in allem lege ich auf einer Tagestour sicher mehr als 40 Kilometern zurück.» Neben den vielen schönen Erlebnissen mit Gästen muss sich der bald 63-Jährige gelegentlich aber auch ärgern. Dann nämlich, wenn die neu gestrichenen und auf pink umgerüsteten Winterwegmarkierungen, die er jeweils ab Mitte Oktober platziert, als Depots für Hundekotsäckli dienen. Es werde Licht im Tal des Lichts Und da ist noch etwas, was ihn beschäftigt. Wenn er im Dunkeln mit seinem Bully unterwegs ist oder hie und da auch Skipisten queren muss, hat er als Pistenbullyfahrer schon gefährliche Situationen erlebt. Immer wieder trifft er spätabends auf Jogger, die entlang der Pisten oder auf Winterwanderwegen ihrem Hobby frönen – und das ohne Reflektoren oder sonstige Lichtquellen. «Da hatte ich schon Glück, niemanden zu überfahren», gibt er zu bedenken. Einmal sei unvermittelt auch ein einheimischer Schafbauer auf dem Weg zum Maiensäss vor seiner Pistenmaschine gestanden – eine Situation, die böse hätte enden können. Darum rät Tanno Winterwanderern und anderen Spätheimkehrern auf den Loipen und Pisten, sich immer mit Licht bemerkbar zu machen.

Für «Boxenstopps» beim Winterwandern Bergrestaurant Triel Das Berggasthaus Triel wurde im Sommer 2014 neu eröffnet und bietet eine grandiose Aussicht über die Val Lumnezia. Das Restaurant ist Sommer wie Winter geöffnet. Im Winter ist Triel bequem erreichbar per Sessellift via die Talstation in Vella. Bergrestaurant Triel Triel 231 7144 Vella Telefon 0041 79 700 01 50 info@purcatering.ch

www.surselva.info/Bergrestaurant-Triel

Seecafé Davos Munts Das Restaurant am Badesee Davos Munts kocht täglich feine Köstlichkeiten für den kleinen und grossen Hunger. Neben besonderen Leckerbissen vom Grill überzeugt das Restaurant auch mit frischen Salaten oder einheimischen Spezialitäten wie Capuns. Geniessen Sie selbstgemachte Kuchen, diverse Glacé-Variationen oder einen der bunten Smoothies. Seecafé Davos Munts Davos Munts 190 A 7146 Vattiz Telefon: 0041 79 611 02 11

www.surselva.info/Seecafe-Davos-Munts

Bar Canorta Alp Sezner Kurz und bündig gesagt: tolle Bar. Im Angebot sind gute Grilladen, die Preise sind fair und das Personal ist freundlich – ein Platz zum Geniessen und Entschleunigen – geniale Aussicht. Kleine Auswahl an Gerichten. Feine Kuchen. Dieses Kleinod liegt an der Piste Sezner–Vella und kann auch auf Winterwanderwegen entlang der Skipiste erreicht werden. Alp Sezner 7147 Vignogn Telefon: 0041 79 611 02 11

www.surselva.info/Canorta

Berggasthaus Bündner Rigi Auf 1600 Meter über Meer, mit der schönsten Aussicht über die Surselva, liegt das geschichtsträchtige Berggasthaus Bündner Rigi. Das Berggasthaus ist auch Ziel oder Ausgangspunkt für Winterwanderungen rund um den Pèz Mundaun. Im Winter führen die Skipisten unweit des Berggasthauses vorbei. Berggasthaus Bündner Rigi Bündner Rigi 1 7138 Surcuolm Telefon: 0041 81 933 30 40

www.surselva.info/Buendner-Rigi 35


LUMNEZIA – PUR A . GLISCH.

Die schönsten Winterwanderwege in der Val Lumnezia Die Val Lumnezia erstreckt sich, als grösstes Seitental der Surselva von Ilanz aus südwärts. Die Ruhe und Abgeschiedenheit verdankt das Tal nicht zuletzt dem fehlenden Durchgangsverkehr. Somit ist die abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft prädestiniert für stressfreie und erholsame Ferien. Im breiten und sonnigen Alpental liegen die Ortschaften Cumbel, Degen, Lumbrein, Morissen, Peiden, Vattiz, Vella, Vignogn und Vrin auf der linken Talseite sowie Camuns, Surcasti, Tersnaus und Uors auf der rechten Talseite. Neben dem Zugang zum Wintersportgebiet Obersaxen Mundaun Val Lumnezia in Vella bietet die Val Lumnezia ein umfangreiches Netz an Winterwanderwegen, zwei Langlaufloipen und unberührte Natur für Ski- und Schneeschuhtouren. Nachfolgend die sieben schönsten Winterwanderwege in der Val Lumnezia.

1.

Rundwanderung: Senda d’unviern Triel

Die Winterwanderung beginnt bei Sumsiaras und führt über einen kurzen Anstieg zum Dorfrand in Bual. Den pyramiden­förmigen Péz Terri immer in Sicht, geht es ohne nennenswerte Steigung weiter Taleinwärts Richtung Davos Munts. Beim idyllisch verschneiten Badesee Davos Munts beginnt der langgezogene, nur mässig steile Aufstieg nach Triel. Die Mittelstation der Bergbahnen Obersaxen Mundaun Lumnezia liegt an einem der schönsten Aussichtspunkte der Val Lumnezia. Das Panorama erstreckt sich von der Signina-Gruppe über den Péz Regina bis zum Péz Terri. Von Triel aus besteht die Möglichkeit, mit der Sesselbahn zurück nach Vella zu fahren. Die Route führt weiter durch verschneite Maiensässe hinunter nach Morissen. Nach dem Durchqueren des Bergdorfs geht es zurück nach Vella, dessen Dorfkern geprägt ist von behäbigen Steinhäusern. mittelschwer → 10,6 km   3:45 h  ↗ 369 m  ↘ 369 m

2.

Rundwanderung ­Lumbrein

Die Wanderung führt zuerst auf der meistens schneegeräumten Strasse hinauf in Richtung Planezzas. Hier beginnt die eigentliche Winterwanderung. Auf dem gut präparierten Winterwanderweg geht es hinauf nach Curschellas. Von Curschellas führt der Weg durch die tiefverschneite Landschaft über Rumassal hinunter in Richtung Vignogn. Oberhalb des Dorfs zweigt der Weg rechts ab, stetig leicht ansteigend geht es dann zurück nach Lumbrein. mittelschwer → 10,5 km   4:00 h  ↗ 541 m  ↘ 541 m

3.

Rundwanderung ­Cumbel

Die Wanderung führt zuerst dorfauswärts in Richtung Grillplatz Plaun Rueun. Nachdem man die letzten Häuser von Cumbel hinter sich gelassen hat, taucht man in eine ruhige, idyllische Winterlandschaft ein. Stetig leicht ansteigend führt der Weg hinauf an den oberen Dorfrand von Morissen. Von hier aus hat man eine herrliche Aussicht auf die ganze Val Lumnezia. Nachdem man das schöne Bergdorf Morissen durchquert hat, führt der Weg am unteren Dorfrand rechts in Richtung Vella. Bei den ersten Häusern von Vella biegt der Weg in Richtung Cumbel ab. mittelschwer → 9,5 km   2:40 h  ↗ 260 m  ↘ 260 m

4.

Winterwanderung Lumbrein–Vrin

Ab Lumbrein geht es zuerst auf der (meistens) schneegeräumten Strasse hinauf in Richtung Punt Val Mulin. Oberhalb von den letzten Stallungen beginnt dann der schneebedeckte Winterwanderweg, welcher zur imposanten Holzbrücke der Val Mulin führt. Nach der Brückenüberquerung führt ein Wanderpfad weiter in Richtung Val Mulin. Der Pfad führt über offene Wiesen und zum grössten Teil durch den tief verschneiten Wald. Oberhalb Vrin mündet der Winterwanderpfad in die Hauptstrasse. Die letzten 500 Meter geht es der Hauptstrasse entlang bis ins Dorf.

meistens nur geradeaus, genau richtig um sich warm zu laufen. Nach dem Badesee Davos Munts führt der Weg an den Häusern von Val Tiarm vorbei. Es folgt ein kurzer, aber doch etwas steilerer Abstieg durch das Tobel von Val Tiarm nach Vignogn. Oberhalb vom Dorf Vignogn beginnt der langgezogene Aufstieg über Dimaz und Pastais. Ab Planezzas geht es dann auf der meistens schneegeräumten Strasse hinunter ins Dorf von Lumbrein. mittelschwer → 7 km   2:30 h  ↗ 310 m  ↘ 158 m

6.

Die Wanderung startet in Morissen und führt durch die Maiensässlandschaft hinauf in Richtung Giatries. Von dort aus geht es durch den tief verschneiten Wald von S. Carli bis zur Abzweigung Richtung Antenne. Kurz vor der Antenne verlässt der Weg den Wald und führt über die Wiesen hinunter nach Linaus. Wieder folgt ein Abschnitt durch den tiefverschneiten Wald, bevor es zum Abschluss, leicht ansteigend, zurück nach Morissen geht. mittelschwer → 6,3 km   2:15 h  ↗ 247 m  ↘ 247 m

7.

Winterwanderung Vella–Lumbrein

Winterwanderung: Vella–Davos Munts

Nach einem kurzen Anstieg vom Dorf bis zum Fussballplatz in Bual geht es ganz gemütlich taleinwärts zum Badesee Davos Munts oberhalb Vattiz. Baden können Sie im Winter natürlich nicht, aber sich in einen mit Lammfell gepolsterten Liegestuhl kuscheln und die Sonne und die schöne Aussicht geniessen oder sich im Seecafé kulinarisch verwöhnen lassen. leicht → 1,9 km

 0:39 h

↗ 66 m  ↘ 0 m

Morissen

6 1 7

3

Cumbel Duvin

Vella

Davos Munts Uors

5 Lumbrein

mittelschwer (nicht immer gespurt) → 8,4 km   2:45 h  ↗ 279 m  ↘ 234 m

5.

Rundwanderung ­Morissen

2

4

Vrin

Der erste Teil der Wanderung führt von Vella zum Badesee Davos Munts. Auf diesem Teilstück geht es

36 Vals


MIA SURSELVA

Die Surselva auf einen Blick

Ski und Snowboarden

Winterwandern

Schlittschuhlaufen

Die familienfreundlichen Wintersportregionen überzeugen vor allem durch entspanntes Skifahren – statt Warteschlangen und Anstehen finden Sie hier viel Platz auf den extrabreiten Pisten. Hier kommt Gross und Klein auf seine Kosten. surselva.info/Ski-Snowboarden

Über 200 km markierte Spazierund Winterwanderwege warten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Knirschender Schnee, herrlicher Sonnenschein, frische Winterbergluft – hier vergessen Sie den Alltag und können abschalten. surselva.info/Winterwandern

Die Eisfelder in der Surselva eignen sich bestens für einen Ausflug mit der ganzen Familie. Schlittschuhe können direkt vor Ort gemietet werden.

Langlaufen

Schneeschuhtouren

Skitouren

Die Surselva überzeugt mit einem vielfältigen und weitläufigen Loipenangebot. Die Bergkulisse, die malerischen Wälder und die Landschaft dem Rhein entlang machen das Langlaufen in der Surselva zu einem einzigartigen Erlebnis. www.surselva.info/Langlaufen

Die weitläufigen Naturlandschaften in der Surselva laden zu kurzen, aber auch ausgedehnten Schneeschuhtouren ein. Die Tourenmöglichkeiten sind fast unbeschränkt und eignen sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene. surselva.info/Schneeschuhtouren

Die weitläufigen Naturlandschaften mit aussichtsreichen Gipfeln und weiten Hängen laden in der Surselva zu ausgedehnten Skitouren ein. Geniessen Sie die Ruhe abseits von Wegen und Pisten.

surselva.info/Schlittschuhlaufen

Schlitteln Schlitteln in der Surselva ist ein ganz besonderer Spass. Die Schlittelwege eignen sich für die ganze Familie sowie für Gruppen. Wie wäre es mit Schlitteln auf einer der längsten Abfahrten der Schweiz? Oder mit Freeride Schlitteln im Tiefschnee und Erholung danach im Schlittelbeizli? www.surselva.info/Schlitteln

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www.surselva.info/Skitouren


MIA SURSELVA

Die Surselva auf einen Blick

ÖV-Nulltarif Fahren Sie kostenlos mit dem Postauto ab Ilanz nach Ober­ saxen, Vrin und Luven.

Kultur

www.surselva.info/Nulltarif

Die Surselva präsentiert ein vielseitiges und dichtes Angebot an kulturellen Sehenswürdigkeiten. Erleben Sie Kultur von A bis Z in der Bergkulturregion. www.surselva.info/Kultur

Veranstaltungskalender

Einkaufsmöglichkeiten

Gastronomie

Die Surselva hat ein vielfältiges und grosses Angebot an Veranstaltungen und Events zu bieten. Ob kulturelle oder kulinarische, sportliche oder musikalische – unsere Events begeistern Gross und Klein. www.surselva.info/Events

Die Surselva verfügt über vielfältige Einkaufsmöglichkeiten. Im Einkaufszentrum Ilanz gibt es Sport- und Kleidergeschäfte, Drogerien/Apotheken, Spezialitätengeschäfte, Geschenklädeli, zahlreiche grössere Lebensmittelgeschäfte und vieles mehr. Draussen in den Dörfern lohnt sich ein Besuch der Dorf- und Hofläden, wo Sie viele feine lokale und auch selbst gemachte Produkte finden. www.surselva.info/Einkaufen

Die Surselva ist ein Paradies für Schlemmer. Die Vielzahl gastronomischer Betriebe ist beeindruckend. Von der einfachen Berghütte mit herzhaften Gerichten bis hin zum edlen Lokal mit auserlesenen Spezialitäten ist alles zu finden. www.surselva.info/Kulinarik

«mia Surselva»-App Die «mia Surselva»-App – Ihr digitaler Ferienbegleiter für die Region Surselva. App herunterladen und Teil der Community werden. www.surselva.info/mia-Surselva-App

Familien Die beiden Wintersportgebiete Brigels Waltensburg Andiast und Obersaxen Mundaun Val Lumnezia eignen sich bestens für ein unbeschwertes Wintervergnügen. Das Familienparadies in der Surselva bietet nebst familienfreundlichen Unterkünften auch ein spannendes Kinder- und Familienprogramm. www.surselva.info/Familien

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Fotografie

On- und Offline Marketing

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