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STADTISTIK


STADTISTIK


INHALT

STAGILTISTIK – mobil und agil in Graz

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STADTTRAKTIVISTIK – belebte und beliebte Bezirke

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STATUSTIK – alleine oder gemeinsam leben in Graz

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STHATISTIK – Fläche und Raum in Graz

22

STATI(STI)K – Bauen und Wohnen in Graz

24

STRASSTISTIK – von A nach B in Graz

26

SKYTISTIK – der Himmel über Graz

32

STAQUATISTIK – alles fließt in Graz

34

STATSPRIESSTIK – eine Stadt wächst und gedeiht

36

STAMMTISTIK – Wälder und Bäume in Graz

38

STAUTISTIK – Graz macht mobil

44

STARTISTIK – Abheben und Landen in Graz

46

STUDISTIK – Universitäten und Hochschulen in Graz

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SCHLAUTISTIK – lehrreiche und erfinderische Stadt

54

STATOURISTIK – die Welt zu Gast in Graz

58

STADIEUTISTIK – von Graz in die Welt

60

STATISSTIK – Essen und Trinken in Graz

66

STATISTIEG – 260 Stufen über Graz

68

SCHADETISTIK – was die Stadt verliert und findet

70

STREBEN NACH GLÜCK – Lebensqualität in Graz

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VORWORT

Wenn Sie in unserer schönen Stadt einem Amerikaner im Dezember oder einer Italienerin im Juli begegnen, so ist das rein statistisch weniger wahrscheinlich als umgekehrt. Und selbst in einer Kulturstadt wie Graz können sichtlich verlorene, weil beim Fundservice abgegebene Geldbörsen ungleich häufiger der rechtmäßigen Besitzerin/dem rechtmäßigen Besitzer zurückerstattet werden als herren- oder vielleicht auch damenlose Musikinstrumente. Statistik ist und bleibt die Kunst, Zahlen ­lebendig werden zu lassen, mit Daten und Fakten Geschichten zu erzählen, uns zum Lächeln, zum Staunen oder manchmal auch zum Kopfschütteln zu bringen. Dieses Statistikbuch der Stadt enthält eine große Zahl solcher Geschichten, es ist zugleich eine unverzichtbare Dokumentation des Stadtlebens und gibt der Politik ein vielfältiges Spektrum an Handlungsimpulsen. Testen Sie sich doch ganz einfach selbst (raten und schätzen ist natürlich erlaubt): a) Wie viele Bäche und Flüsse verlaufen durch Graz? b) In welchem Grazer Bezirk ist das Durchschnittsalter der BewohnerInnen am niedrigsten? c) Wie lange ist das Streckennetz unserer Öffis? Die Antworten finden Sie unten.

a: 53; b: Gries; c: 443 km

Foto: DJAKOB photo graphic design e.U.

Ich bin zu 100 Prozent leidenschaftlicher Grazer! Ich danke allen, die an diesem Buch mitgewirkt haben, stellvertretend Barbara Rauscher BA, der Leiterin unserer Statistik, und wünsche allen Leserinnen und Lesern bei der Lektüre Freude und Erkenntnisgewinn. Apropos Statistik: Bei der 2018 durchge­ führten Befragung zur Lebensqualität in Graz haben uns 91,2 Prozent gesagt, dass sie hier sehr gerne oder gerne leben. An den fehlenden 8,8 Prozent arbeiten wir täglich!

Mag. Siegfried Nagl Bürgermeister der Landeshauptstadt Graz

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DIE ZWEI HÜTERINNEN DES GRAZER ZAHLENSCHATZES Daten sind ein wertvolles Gut, nicht zuletzt bauen sie die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Neben der Grazer Stadtverwaltung arbeiten auch städtische Unternehmen im Dienst der BürgerInnen – gemeinsam versteht man sich als das „Haus Graz“. Darin befindet sich unter anderem das Referat für Statistik, welches von Barbara Rauscher geleitet wird, die übergeordnete Präsidialabteilung steht unter der Leitung von Verena Ennemoser. Für die beiden Powerfrauen gibt es für eine innovative Stadtentwicklung nichts Lebendigeres als Zahlen. Frau Ennemoser, die Statistik ist für Sie ­als Leiterin der Präsidialabteilung ein Teilgebiet Ihres Verantwortungsbereiches. Welchen Stellenwert messen Sie dem Referat für Statistik bei? Ennemoser: Einen sehr hohen Stellenwert. Die Statistik hilft dem „Haus Graz“, mittels valider Zahlen herauszufinden, wo wir genauer hinschauen müssen. Sie zeigt vor allem mit der regelmäßigen BürgerInnenbeteiligung in Form von Befragungen auf, wo in der Politik Handlungsbedarf besteht. Das macht die Statistik zu einem wertvollen Steuerungsinstrument – unabhängig davon, welche Parteien regieren. Dabei ist es auch wichtig, aufgrund der Statistiken gemeinsame konkrete Ziele im „Haus Graz“ zu definieren, wie etwa die Reduktion von Emissionen, um die Feinstaubbelastung zu bekämpfen. Können Sie uns kurz erklären, worin die zentralen Aufgaben des Referats für Statistik bestehen? Ennemoser: Das Referat erfüllt einerseits den gesetzlichen Auftrag. Darüber hinaus ist es den Bürgerinnen und Bürgern von Graz verpflichtet, die sich mit verschiedenen Anfragen an uns wenden. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Im Referat für Statistik erheben wir Daten über die Bevölkerungsentwicklung, die Lebensqualität, den Tourismus, den Weinanbau in Graz oder Daten zur Entwicklungszusammenarbeit. Auch das Erstellen der monatlichen

Preisstatistik für die Statistik Austria gehört zu unseren Aufgaben. Die Arbeit ist vielseitig, umfassend, interessant und manchmal auch durchaus unterhaltsam. Zum Beispiel, wenn im Ausschuss für den Verbraucherpreisindex besprochen wird, wie sich ein Warenkorb zusammensetzt, auf dessen Basis der Index erstellt wird. Kommt der Dampfgarer statt der Mikrowelle in den Warenkorb? Das gehört ebenso zu unseren Aufgaben wie die Durchführung unserer kontinuierlichen Lebensqualitätsindikator-Überprüfung. Diese ist in ihrer Art und dem erhobenen Umfang einzigartig. Zuletzt im April und Mai 2018 konnten die GrazerInnen in einer Umfrage Auskunft über ihre Zufriedenheit zur Lebensqualität in Graz geben. 20.571 Personen nutzten diese Gelegenheit und äußerten sich über Nahversorgung, Kindergärten, Parkanlagen, Wohnungspreise, Verkehrswege und vieles andere. In der Befragung im Vorjahr gaben 91,2 % an, dass sie sehr gerne oder gerne in ihrem Stadtteil leben. Seit wann werden Daten in Graz systematisch erhoben bzw. seit wann gibt es statistische Aufzeichnungen in der Stadt? Rauscher: Diese Frage lässt sich nicht ganz eindeutig beantworten. Klar ist aber, welche Daten immer schon Gegenstand statistischer Erhebungen waren: Zum Beispiel waren Aufzeichnungen über die Bevölkerungsentwicklung oder baugeschichtliche

Zahlen und Fakten schon immer interessant – der Beginn der Aufzeichnungen geht auf das Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Sie sind wesentlich, wenn es da­ rum geht, die Entwicklung einer Stadt nachzuvollziehen. Erste systematische Katalogisierungen von Bauten in Graz stammen aus dem Jahr 1919. Sie sind im Vergleich zur heutigen Datenerhebung natürlich noch relativ ungenau. Es gilt: Je näher wir ans Heute kommen – und darauf bin ich auch sehr stolz –, umso besser ist die Qualität der erhobenen Daten und umso genauer können wir valide Aussagen treffen – und das zu den unterschiedlichsten Bereichen. Ennemoser: Was auch dazu führt, dass sich die Bedürfnisse immer weiter konkretisieren. Es erreichen uns immer mehr Anfragen und vor allem immer differenziertere Anfragen. Um beim Beispiel „Bauen und Wohnen“ zu bleiben: Es wird nicht mehr nur angefragt, wann welches Gebäude in Graz gebaut wurde. Stattdessen wird zum Beispiel erfragt, wie hoch die Anzahl der Single-Haushalte im Vergleich zu Familienhaushalten ist. Aus solchen Daten leitet sich unter anderem ab, wie in Zukunft gebaut wird. Man wird kaum mehr 200-m2-Wohnungen bauen. Auch Graz als Studierenden-Stadt braucht eher kleinere Wohneinheiten. Der internationale Städtetrend –­vor allem für Familienwohnungen und Wohngemeinschaften für Alt und Jung – geht hin zur Gemeinschaftsnutzung, vor allem


rechts: Mag.a Verena Ennemoser ist die Leiterin der Präsidial­ abteilung in Graz

Foto: Miriam Primik

links: Barbara Rauscher, BA leitet das Referat für Statistik

im Außenbereich. Wir liefern die solide Datenbasis für solche baupolitischen Entscheidungen. Um diese Entscheidungsgrundlagen liefern zu können, benötigen Sie valide Zahlen. Wie werden diese generiert? Rauscher: Um Validität gewährleisten zu können, müssen wir uns die Zahlen – unabhängig von der Datenquelle – vor allem regelmäßig genau anschauen. Nur so lassen sich Entwicklungen zeitnah erkennen. Und nur so können die Verantwortlichen in der Stadt rechtzeitig dementsprechende Steuerungsmaßnahmen ergreifen. Um erneut beim Beispiel „Bauen und Wohnen“ zu bleiben, lässt sich ein deutlicher Trend in Richtung „Kleinräumigkeit“ erkennen, so hat das auch einen Einfluss auf die Umgebung der Bauten oder die benötigte Infrastruktur in diesen Gebieten. Ich muss schmunzeln, wenn ich höre, die Statistik sei

langweilig und beschäftige sich nur mit der Vergangenheit. Denn jeden Tag – egal in welcher Lebenssituation – trifft man auf Statistik. Gilt es, eine wichtige Entscheidung zu treffen, sollte man sich die vorhandenen Zahlen präzise vor Augen führen. Ennemoser: Wichtig ist die ordnungsgemäße Erfassung der Zahlen. Nur präzise erfasste Daten können optimal genutzt und verglichen werden. Exakte Informationen führen zu gesicherten Aussagen und Vergleichen – auch international mit anderen Städten. Kommen wir von der Relevanz zur Faszination der Statistik: Frau Rauscher und Frau Ennemoser, was macht diese für Sie persönlich aus? Rauscher: Ich bin nicht bewusst zur Statistik gekommen, aber ich habe recherchiert und ein Kindheitsfoto von mir gefunden. Darauf ist zu sehen, wie ich im Sandkasten meine Türme schön in Reih und Glied

aufgestellt habe. Das zeigt: Ich ordne und rechne seit jeher gerne. Ich finde es schön, wenn Ergebnisse stimmen und Rechnungen sich ausgehen. Besonders erfreulich zu sehen ist es, wenn „meine“ Daten in verschiedenen Bereichen Eingang finden. Wenn andere Menschen mit diesen Zahlen arbeiten, wenn Projekte entstehen und davon in den Zeitungen zu lesen ist. Oder wenn uns Anfragen für Forschungsprojekte erreichen und wir diese unterstützen können. All das finde ich faszinierend und toll. Ennemoser: Statistik begleitet mich bereits mein gesamtes Berufsleben lang. Im Zuge meiner Tätigkeit für den Grazer Congress waren BesucherInnenzahlen und deren Erhebung von größter Relevanz. Beim Arbeitsmarktservice ging es um die wichtigsten Zahlen in unserer Republik – die Arbeitslosenstatistik. Die gesamten Ziele der Institution haben sich daraus abgeleitet. Im Anschluss war ich für ein politisches Büro


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tätig. Hier gab es fast nichts Wichtigeres als Prozente. Sie sehen, meine Vorgeschichte und die Entwicklung hin zum Referat für Statistik in der Präsidialabteilung kommen also nicht von ungefähr. Welche Themen werden für dieses Referat in Zukunft wichtig sein? Ennemoser: Wir bleiben nicht stehen und geben uns nicht zufrieden mit dem, was wir können. In Zukunft wollen wir verstärkt in die Prognose gehen und uns die Digitalisierung weiter zunutze machen. Standarddaten, die veröffentlicht werden dürfen, sollen jederzeit aktuell im Internet verfügbar sein – zum Beispiel eine monatlich aktualisierte Bevölkerungsstatistik. Wen könnten diese Zahlen interessieren bzw. von wem werden Statistiken angefragt? Rauscher: Die Zahlen sind für BürgerInnen ebenso interessant wie für Firmen oder Institutionen, die Marktforschung betreiben wollen. Sie alle stellen Anfragen an uns. Manche davon erscheinen auf den ersten Blick einfach zu beantworten und entpuppen sich dann als sehr umfangreich. Dann wieder gibt es komplexe Anfragen, die sich rasch – in drei Sätzen – beantworten lassen. Seit immer mehr Daten auf der „Open-Government-Data-Plattform“ zur Verfügung stehen, werden die individuellen Anfragen zwar weniger, sind aber gleichzeitig auch komplexer zu beantworten. Ennemoser: Apropos schwierig zu beantworten: Ich bin immer wieder fasziniert, welche Quellen das Referat bei seinen Recherchen – unter Berücksichtigung der Datenschutzgrundverordnung – auftut. Deren Novelle hat bewirkt, dass bewusster mit Daten umgegangen wird. Damit wurde wirklich allen bewusst, dass Daten ein Schatz sind, der gut behütet werden muss. Und wir sind die Hüterinnen des Grazer Zahlenschatzes.

Frau Rauscher, welcher Quellen bedienen Sie sich in Ihrer täglichen Arbeit? Rauscher: Wir nutzen einerseits große Datenquellen – auch die Statistik Austria ist eine davon –, um den Vergleich mit anderen Städten gewährleisten zu können. Schließlich ist es für Graz interessant zu sehen, wo wir in einzelnen Bereichen – vom Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes bis hin zur AkademikerInnenquote – liegen. Aber wir bedienen uns nicht nur vorhandener Quellen, sondern – und das gefällt mir besonders an meiner Arbeit – erheben auch selbst. Das beginnt bei kleinen Erhebungen – zum Beispiel für die Bundeskellerei-Inspektion. Kaum zu glauben, aber es gibt auch Weinbau in Graz. Zudem ist Graz die Gemeinde mit den meisten gemeldeten Agrarbetrieben der Steiermark. Neben kleinen machen wir aber auch große Erhebungen – zum Beispiel die Befragung zum LQI (Lebensqualitätsindex) mit wie gesagt über 20.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Wie läuft diese Erhebung genau ab? Rauscher: Mittlerweile haben wir den Ablauf sehr gut im Griff, weil wir die Befragung bereits zum vierten Mal in der bewährten Methode durchgeführt haben. Grundsätzlich gibt es 46 Befragungszonen. Wir haben diesmal bei der LQI-Befragung jedes Postfach in Graz mit einem Fragebogen beschickt und diesen auch online zur Verfügung gestellt. Rund 10 % des gesamten Rücklaufs haben uns online erreicht. Man sieht: Papier ist bei so großen Befragung nach wie vor nicht wegzudenken. Dennoch ist es mittlerweile State of the Art, einen Fragebogen auch online zur Verfügung zu stellen. Bei der diesjährigen Befragung sind etwa 18.000 Papierfragebögen ausgefüllt zurückgekommen. Diese wurden dann von uns digitalisiert. So erhalten wir relativ schnell Ergebnisse und können über diese informieren.

Für wen sind diese Informationen relevant? Rauscher: Diese Ergebnisse betreffen viele. PolitikerInnen können daraus ebenso Erkenntnisse gewinnen, wie BürgerInnen oder Unternehmen zur Marktanalyse. Nachdem wir die Befragung bereits seit zehn Jahren durchführen, sind Vergleichbarkeiten gegeben. Ennemoser: Dieser Vergleichbarkeit ist es auch zu verdanken, dass die Befragung immer stärker wahrgenommen wird. Weil immer mehr Entwicklungen ablesbar werden. Rauscher: Die immer stärkere Wahrnehmung ist auch darauf zurückzuführen, dass die Befragung in dieser Komplexität und Größe von keiner anderen Stadt durchgeführt wird. Wir fragen 11 verschiedene Bereiche – vom Arbeitsplatz über die Einkaufssituation bis hin zum Zusammenleben mit anderen – ab. Andere Städte fragen bereits an, ob sie die Erhebung in gleicher Weise durchführen dürfen. Das freut uns. Und natürlich sind wir anderen Städten gerne dabei behilflich, eine solche Erhebung technisch und operativ durchzuführen. Denn: Je mehr Städte in dem Modell erheben, umso besser können wir uns vergleichen. Da drängt sich natürlich die Frage auf: Wo liegt Graz im Vergleich mit anderen Städten? Rauscher: Im Vergleich mit anderen österreichischen Städten liegen wir sehr gut. Auch wenn wir an Wien, das quasi eine große Schwester ist, nicht immer herankommen. Ennemoser: Zum Thema „große Schwester“ muss aber auch gesagt werden: Graz ist eigentlich die größte Stadt Österreichs. Denn Wien ist ein Bundesland (lacht). Sind solche Vergleiche und die dafür erhobenen Daten auch über die eigenen Stadtgrenzen hinaus relevant? Ennemoser: Vor allem Daten, die Themen wie die Mobilität betreffen, interessieren


natürlich auch Umlandgemeinden. Andere Daten wiederum sind für Firmen, die sich in Graz ansiedeln wollen, relevant. Dabei zeigt sich: Graz bietet eine tolle Mischung und ist attraktiver Unternehmensstandort mit allem, was in unterschiedlichsten Bereichen geboten wird. Rauscher: Auch Hotels, die überlegen, sich in Graz anzusiedeln, fragen bei uns nach. Sie wollen Auskunft zu Tourismusund Nächtigungszahlen. Oder Marktforschungsinstitute – zum Beispiel aus Deutschland – interessieren sich für unsere Erhebungsmethode und die gewonnenen Zahlen. Rohdaten aus dem LQI können wir selbstverständlich nicht weitergeben, dennoch ist es uns möglich, gewisse konkrete Fragestellungen zu beantworten. Im deutschsprachigen Raum gibt es einfach keine vergleichbare Erhebung. Besonders die Unterteilung in 46 Befragungszonen liefert wertvolle Erkenntnisse. Denn es macht einen Unterschied, ob in der Nähe des Südtiroler Platzes gewohnt und die Lebensqualität in Gries beurteilt wird oder ob weiter stadtauswärts abgefragt wird. Auch in Geidorf gibt es Unterschiede zwischen Universitäts- oder LKH-Nähe. Im LQI werden diese Unterschiede abgebildet. Was dazu führt, dass dementsprechend reagiert und bei Bedarf unterstützt werden kann. Was sind laut aktuellen Umfragen Themen, auf die man derzeit in Graz reagieren sollte? Ennemoser: Auch wenn es Schwankungen gibt, erfreuen uns die Nächtigungszahlen immer wieder aufs Neue. Letztes Jahr hatten wir 1.129.209 Nächtigungen in Graz. Die Hotelbetten sind zum Beispiel also ein starkes Thema. In Graz könnten wir auch große Kongresse und bestimmte Themen-Festivals anziehen. Die Kapazität an Veranstaltungsorten ist gegeben. Was fehlt – das zeigen die Daten –, sind Hotelbetten im 4- oder 5-Sterne-Segment. Wir bräuch-

ten also mehrere große Luxushotels in der Stadt sowie dementsprechende Attraktivierung durch zum Beispiel internationale Großevents und Erlebnistourismus. Solche Trends und Entwicklungen kann man aus statistischen Erhebungen ablesen. Und sie helfen dabei, die richtigen Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Aber auch in den Bereichen Mobilität, Regionalität, ökologische Wirtschaft und im Kulturmanagement ist noch einiges für Graz drinnen. Von den Trends in der Stadt zu den Trends in der Statistik – welche sind aktuell zu beobachten? Ennemoser: Es ist festzustellen, dass Tra­ cking von Personen und die Zählung von Kundinnen und Kunden in Geschäften ein immer größeres Thema werden. Der Trend geht dahin, mit Mobilfunkanbietern zu kooperieren und die Herkunft von Kundinnen und Kunden mittels SIM-Karte im Handy zu tracken. In den USA ist das bereits üblich. Bei uns geht das noch nicht so einfach. Dennoch gibt es auch in Graz bereits Geschäfte, die über die Kundenkarte tracken. Rauscher: In der Statistik wird es aufgrund solcher Phänomene in Zukunft noch stärker darum gehen, die personenbezogenen Daten nur äußerst verantwortungsvoll zu nutzen. Und darum, klar zu entscheiden, welche Daten erhoben werden können und welche Daten wirklich benötigt werden, um relevante Fragen beantworten zu können. Wichtig dabei ist auch die Fragestellung: Welche Daten können allen zur Verfügung gestellt werden? Zahlen sollten nicht nur wenigen, sondern allen zur Verfügung stehen. Technisch ist vieles möglich, aber es geht um einen verantwortungsvollen und ethisch vertretbaren Umgang mit persönlichen Daten. Im Referat für Statistik sind wir enorm sorgsam. Der Datenschutzbeauftragte in der Präsidialabteilung ist äußerst gründlich. Dafür bin ich sehr dankbar.

In Zusammenhang mit Daten geht es also auch um Macht? Ennemoser: Ja, und um Geld. Denn Daten sind teuer. Rauscher: Der genaue Wert lässt sich vielleicht noch nicht konkret beziffern, aber er ist hoch. Einige dieser gewonnenen Daten haben Sie nun in einem Statistik-Buch veröffentlicht. Was soll es den Leserinnen und Lesern zeigen? Rauscher: Wir wollen mit dem Buch illustrieren, dass Statistik lebt und Veränderungen notwendig sind, um sich verantwortungsvoll an aktuelle Bedürfnisse anzupassen. Dazu haben wir diesen Bereich mit einem sehr liebevollen Auge betrachtet. Eine Sichtweise, die wir auch anderen näherbringen wollen. Daher haben wir eine Form der Präsentation gesucht und gefunden, die lebendig, bunt und unterhaltsam ist – egal ob man sich in das Buch vertieft, darin konkrete Informationen sucht oder sich von manchen Auswertungen einfach überraschen lässt. Graz ist eine faszinierende Stadt. Jeden Tag gäbe es hier Neues zu entdecken. Das Buch soll das zeigen. Daher freut es mich sehr, dass es jetzt erschienen ist. Ennemoser: Wir ÖsterreicherInnen neigen bekanntlich dazu, eher zu viel als zu wenig zu jammern. Wir sind gleich zur Stelle, wenn es darum geht zu sagen, was alles nicht passt in unserem Land oder in unserer Stadt. Das Buch soll zeigen, was die Präsidialabteilung – und im Speziellen das Referat für Statistik – macht. Und zwar ohne erneut Problembereiche aufzuwerfen, sondern Mut zur Innovation unter Voraussetzung des Respekts vor der öffentlichen Meinung zu zeigen. Es soll wie ein Bilderbuch für Erwachsene funktionieren. Ein Bilderbuch, das den Leserinnen und Lesern vor Augen führt, wie toll, bunt und vielfältig Graz ist – und wie schön es ist, hier zu leben.


Willst du in die Zukunft sehen, geh in die Hauptstadt. Christoph Mauny


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STAGILTISTIK MOBIL UND AGIL IN GRAZ GrazerInnen haben die Wahl: 17 verschiedene Bezirke hat die Stadt zu bieten. Da fällt es schwer sich für einen zu ­entscheiden. Deshalb zieht man innerhalb von Graz auch gerne um. Wohin Menschen ziehen und wo es sich am ­ besten alt werden lässt, veranschaulichen die Zahlen.

BINNENWANDERUNG Eine Stadt in Bewegung: Menschen ziehen nach Graz. Und innerhalb der Stadt auch gerne um. Zahlen aus den Jahren 2008 bis 2018 zeigen anschaulich, wie viele Men­ schen aus welchem Bezirk in welchen Bezirk gezogen sind.

DURCHSCHNITTSALTER 100-JÄHRIGE IN GRAZ

XVII. PUNTIGAM 39,7 Jahre

XVI. STRASSGANG 41,5 Jahre

XV. WETZELSDORF 43,6 Jahre

XIV. EGGENBERG 40,1 Jahre

1

XIII. GÖSTING 41,3 Jahre

XI. MARIATROST 40,9 Jahre

1

XII. ANDRITZ 43,7 Jahre

X. RIES 43,8 Jahre

VIII. ST. PETER 42,4 Jahre

VII. LIEBENAU 41,6 Jahre

VI. JAKOMINI 38,0 Jahre

V. GRIES 37,2 Jahre

IV. LEND 37,9 Jahre

III. GEIDORF 38,8 Jahre

II. ST. LEONHARD 38,3 Jahre

Anzahl der über 100-Jährigen

I. INNERE STADT 38,0 Jahre

In Graz lässt es sich alt werden: in manchen Fällen sogar sehr alt. 24 über 100-Jährige leben derzeit in Graz. Davon 3 Männer und 21 Frauen – die älteste von ihnen lebt mit aktuell 107 Jahren im Bezirk Jakomini.

IX. WALTENDORF 44,2 Jahre

Wie alt ist die Grazer Bevölkerung in den einzelnen Bezirken durchschnittlich? Diese Grafik zeigt die Alters­ struktur der einzelnen Stadtteile – vom mit 37 Jahren jungen Gries bis zum im Alter beliebten Waltendorf.

8

3 2 2

1 0

1

1

2 1

1 0

0

0

0


V. GRIES 5 50.552

VI. JAKOMINI 6 49.356

IV. LEND 4 45.795

III. GEIDORF 3 36.115

XIV. EGGENBERG 14 24.146

II. ST. LEONHARD 2 22.970

XII. ANDRITZ 12 12.693

V. GRIES fünf 47.264

VI. JAKOMINI sechs 46.999

IV. LEND vier 46.396

III. GEIDORF drei 34.272

XIV. EGGENBERG vierzehn 24.167

II. ST. LEONHARD zwei 23.049

XII. ANDRITZ zwölf 13.909

XV. WETZELSDORF fünfzehn 13.684

XV. WETZELSDORF 15 12.473

XIII. GÖSTING 16 11.320

XVI. STRASSGANG 8 11.462

VIII. ST. PETER acht 11.853

VIII. ST. PETER 13 11.401

VII. LIEBENAU sieben 11.593

VII. LIEBENAU 7 10.427

XIII. GÖSTING dreizehn 11.498

XVI. STRASSGANG sechzehn 12.759

IX. WALTENDORF 9 10.138

IX. WALTENDORF neun 10.594

XI. MARIATROST 118.723

XI. MARIATROST elf 8.570

XVII. PUNTIGAM 176.777

XVII. PUNTIGAM siebzehn 7.430

I. INNERE STADT 1 6.393

I. INNERE STADT eins 6.550

X. RIES 10 4.728

X. RIES 4.882 zehn


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STADTTRAKTIVISTIK BELEBTE UND BELIEBTE BEZIRKE ZUZUG IN DEN BEZIRKEN

Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der in Graz lebenden Personen. Eine erfreuliche Entwicklung, die für die Stadt und deren 17 Bezirke spricht. Von 8010 bis 8055 – jeder Stadtteil ist speziell und auf seine Art lebens- und liebenswert.

Im Herbst ziehen die meisten Leute nach Graz. Am stärks­ ten bemerkbar macht sich das in den Bezirken Geidorf bis Jakomini, Eggenberg ist am Aufholen. Wie beliebt die einzelnen Bezirke in den vergangenen Jahren waren, zeigt die Grafik rechts.

BEVÖLKERUNGSANZAHL Die Tendenz ist steigend – und zwar in ganz Graz. Alle Stadtteile haben an Bevölkerung zugelegt. Die Grafik unten zeigt die Bevölkerungsanzahl in den einzelnen Be­ zirken im direkten Vergleich. So sind z. B. Jakomini, Lend und Gries die bevölkerungsreichsten Bezirke, dicht gefolgt von Geidorf. Eggenberg und St. Leonhard legen stark zu.

VI. JAKOMINI

IV. LEND

30.000

V. GRIES III. GEIDORF

2012 wird Wetzelsdorf erstmals von Straßgang überholt

XIV. EGGENBERG

20.000 XII. ANDRITZ

II. ST. LEONHARD

XV. WETZELSDORF

VIII. ST. PETER

XVI. STRASSGANG

VII. LIEBENAU

10.000

XIII. GÖSTING

IX. WALTENDORF

XI. MARIATROST

XVII. PUNTIGAM

X. RIES I. INNERE STADT

0

2008

2010

2012

2014

2016

2018


2006

+ 22.381 11.732 10.649

2007

+ 23.115 11.789 11.326

2008

+ 26.597 13.378 13.219

2009

+ 25.279 12.648 12.631

2010

+ 27.145 13.672 13.473

2011

+ 28.257 14.193 14.064

2012

+ 31.026 15.405 15.621

2013

+ 30.242 15.084 15.158

2014

2015

+ 32.058 16.400 15.658

+ 31.725 16.273 15.452

2016

+ 32.319 16.241 16.078

2017

+ 31.488 15.747 15.741

2018 V. GRIES

VI. JAKOMINI

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Geringster Zuzug: März 2006 22 Personen

XVII. PUNTIGAM

XVI. STRASSGANG

XV. WETZELSDORF

XIV. EGGENBERG

XIII. GÖSTING

XII. ANDRITZ

XI. MARIATROST

X. RIES

IX. WALTENDORF

VIII. ST. PETER

VII. LIEBENAU

IV. LEND

7+4+2+4+3+4+5+5+4+6+3+3+4+3+5+3+4+4+4+5+6+4+3+3+4+5+5+6+4+3+4+4+3+5+3+4+3+6+8+5+4+4+4+5+5+3+4+4+3+6+5+3+5+3+7+3+4+4+6+4+4+6+6+2+5+5+6+6+7+6+4+7+6+4+6+5+5+6+7+6+7+9+6+4+7+5+5+5+4+10+6+9+7+5+6+4+5+6+5+7+6+5+6+5+5+7+6+8+6+7+9+5+8+7+9+9+9+9+9+7+9+10+10+6+5+6+6+8+7+8+7+6+10+9+10+8+10+9+15+13+11+14+14+5+12+14+10+12+11+9+12+12+13+12+10+6 6+6+5+5+6+6+8+8+9+10+6+4+8+7+8+6+6+6+7+7+10+8+7+6+7+8+7+7+8+9+10+7+8+9+8+6+5+9+11+7+5+8+7+7+8+7+6+5+7+5+7+7+6+8+7+9+8+7+6+5+7+6+8+7+6+5+10+9+10+8+7+10+10+7+8+10+8+7+10+10+9+10+10+8+9+8+7+9+7+17+10+9+10+12+7+8+8+7+11+10+7+9+9+8+13+9+8+8+9+7+11+13+7+10+14+11+14+16+13+13+9+11+9+8+8+9+9+10+11+11+10+10+11+10+11+8+8+11+13+10+10+10+13+8+11+11+9+11+9+13+14+17+16+15+15+6 7+6+5+5+5+6+5+8+6+7+6+4+5+6+6+6+4+5+6+5+9+8+6+4+7+5+4+6+5+7+7+5+9+7+4+5+4+10+12+7+5+6+7+5+7+7+7+4+5+5+7+7+6+5+9+8+9+7+7+6+7+7+6+6+8+6+9+8+9+9+5+7+9+6+7+7+6+6+5+8+8+8+6+5+9+6+6+5+6+17+10+7+12+10+10+6+8+7+8+7+7+8+10+11+9+9+7+8+8+7+8+8+6+8+13+7+11+8+9+9+7+7+6+6+7+7+10+8+9+8+9+7+7+7+8+6+9+9+8+11+9+11+10+8+9+6+7+7+6+10+8+7+6+10+10+6 12+8+9+11+11+8+11+8+30+17+12+8+12+11+11+11+8+11+13+12+20+19+10+7+12+11+15+9+9+11+11+13+26+16+9+8+9+17+21+12+10+13+11+13+26+17+13+7+10+13+13+9+10+10+14+14+24+15+11+11+14+15+11+9+11+12+12+15+27+19+11+10+13+10+15+10+11+11+15+14+25+20+17+10+16+14+13+11+12+23+16+18+25+23+13+12+12+16+13+11+12+11+17+14+31+25+15+13+15+15+17+13+12+16+19+16+30+24+14+10+17+17+15+11+17+14+19+21+31+22+15+15+17+18+19+11+13+14+17+19+34+28+17+15+18+18+14+15+12+13+16+22+33+25+16+10 6+5+4+9+6+4+6+7+5+7+7+5+5+4+6+6+6+5+7+5+6+8+4+5+6+5+7+4+5+6+6+5+9+6+5+5+4+8+9+5+4+7+8+7+7+8+6+4+6+4+7+3+5+7+5+5+8+6+6+4+7+6+9+5+6+5+9+7+10+7+8+5+7+5+7+6+6+9+9+8+8+9+8+8+8+6+7+6+7+14+5+7+11+9+8+6+9+6+6+5+7+8+9+6+9+10+5+7+7+8+8+8+7+7+7+5+11+9+7+5+7+9+11+7+6+6+10+11+10+9+7+7+9+8+10+8+11+9+8+9+10+11+7+5+10+7+8+5+8+8+9+10+9+9+6+6 8+7+5+6+5+5+6+9+8+9+5+6+7+5+7+7+6+5+8+7+6+9+6+6+7+5+6+7+5+7+8+7+10+8+6+4+7+11+17+7+6+10+7+6+10+9+8+6+6+6+7+8+6+7+8+7+12+11+7+8+9+9+9+7+8+9+9+8+9+9+7+6+8+8+8+7+7+8+10+9+9+10+9+8+10+7+6+6+7+20+10+10+12+10+8+7+6+8+6+9+7+9+9+9+12+8+7+7+10+9+8+8+6+10+9+9+13+12+11+8+16+17+13+11+9+11+8+11+10+13+10+9+8+8+10+10+8+9+11+10+13+10+7+7+11+7+7+8+7+7+10+9+11+11+9+7 4+5+5+3+4+3+4+4+8+11+5+4+5+4+5+5+3+4+4+5+8+13+5+3+5+4+5+5+4+5+6+6+11+12+4+3+4+8+10+5+4+5+5+5+12+13+5+3+5+4+7+5+4+5+5+5+12+13+5+3+5+6+6+3+4+6+6+8+13+13+7+3+4+6+8+5+6+6+6+5+16+15+6+4+4+6+7+5+6+7+5+5+17+11+5+4+6+7+6+4+4+5+7+6+16+15+5+5+6+6+6+6+3+5+7+6+16+12+6+6+6+7+6+5+10+7+5+8+17+11+8+4+6+6+6+5+5+5+6+7+14+12+6+5+7+8+6+5+5+4+5+8+17+11+4+3 10+4+3+3+3+2+2+3+5+8+3+3+3+2+4+2+3+2+3+3+5+6+4+2+3+4+3+2+2+4+2+3+5+6+3+2+2+4+8+4+3+4+3+3+7+9+2+4+2+3+4+2+3+3+3+5+7+8+4+3+4+4+3+4+3+3+3+4+5+8+4+3+2+4+4+4+3+3+2+5+6+8+4+1+4+3+5+4+3+6+4+4+6+8+3+2+5+4+4+3+4+2+4+4+8+7+4+4+4+3+4+3+2+4+4+6+6+7+4+3+3+4+4+3+3+2+3+4+8+7+3+2+3+2+4+4+3+2+4+3+6+8+4+3+4+4+3+3+4+5+4+6+8+8+4+2 5+4+6+5+4+5+3+7+6+9+4+5+5+5+4+4+4+4+4+5+8+7+6+4+5+6+4+6+4+5+5+6+9+10+4+6+5+8+13+7+4+5+6+6+9+9+6+4+5+7+5+5+4+5+4+8+9+9+6+5+5+6+6+5+7+6+5+8+9+9+5+6+5+6+8+5+4+5+6+8+12+12+7+5+7+4+6+7+5+10+8+8+11+8+6+4+8+5+8+3+6+5+6+8+11+10+6+6+5+7+8+6+5+4+6+7+12+10+7+7+7+6+7+6+6+4+7+6+11+9+7+5+6+7+6+7+8+6+6+7+12+13+7+7+6+6+6+6+6+6+6+8+10+8+8+5 6+6+8+5+6+6+7+8+9+8+7+5+6+5+7+7+5+5+8+8+9+9+5+5+6+6+5+6+5+6+7+7+9+9+4+6+4+9+14+7+6+5+6+8+8+8+6+4+8+6+6+7+7+8+10+8+10+10+6+5+5+6+8+5+7+7+7+10+10+9+9+6+7+6+8+6+7+8+10+7+12+10+8+5+8+7+7+8+6+14+11+7+11+8+9+5+8+8+8+6+9+7+10+6+12+10+7+8+10+7+10+8+8+9+9+9+12+12+10+7+10+10+9+7+8+9+9+10+14+10+8+7+8+7+10+7+8+8+8+10+12+12+8+8+10+8+9+9+8+8+12+11+13+12+10+8 5+4+6+3+4+5+6+4+9+7+4+5+8+5+7+4+6+6+8+7+6+8+6+4+5+6+4+6+5+7+7+6+5+6+5+3+6+8+14+7+6+6+6+8+9+5+6+5+6+6+6+6+5+5+7+8+7+11+8+5+6+6+6+6+7+8+7+7+8+8+6+7+10+6+7+5+7+9+8+8+10+10+9+9+8+8+8+8+6+15+8+9+10+11+9+7+7+10+8+9+9+11+8+9+15+14+9+9+9+9+8+9+7+12+13+10+13+12+10+8+10+13+8+8+6+8+9+12+12+10+10+7+11+7+9+8+10+11+12+11+14+12+12+8+10+9+10+9+9+8+11+15+10+13+10+7 24+27+28+23+25+25+26+28+59+69+30+25+26+31+28+25+20+22+28+27+64+63+29+17+26+31+30+25+22+23+26+23+76+53+30+24+24+44+54+27+23+25+26+29+79+61+32+24+20+31+34+24+22+25+23+33+89+56+32+24+27+40+30+24+25+24+41+34+90+79+31+28+29+42+41+27+26+24+36+32+82+62+33+22+31+37+31+30+25+49+35+33+88+63+30+27+32+36+36+27+22+31+35+30+90+64+30+23+29+43+35+29+25+29+32+35+99+56+37+25+26+40+37+31+26+28+33+34+81+58+34+26+28+40+37+22+27+26+33+33+86+62+32+24+27+37+31+28+22+24+30+34+73+63+30+22

2131+57+66+37+27+27+25+25+30+39+32+21+28+65+74+37+29+30+29+26+35+38+28+22+27+59+77+38+29+25+28+24+31+44+25+26+33+49+85+30+28+31+23+27+38+34+24+21+28+42+79+31+30+26+24+28+30+34+29+22+27+43+73+27+31+54+25+28+26+39+33+21+30+55+76+35+35+24+23+22+29+36+21+19+26+43+76+23+28+21+22+23+25+32+26+18+24+40+75+26+27+21+20+21+29+30+20+19+22+34+66+22+23+20+19+22+45+39+18+17++23+32+57+27+21+23+16+20+26+28+20+15+24+42+44+23+24+19+17+20+26+22+23+19+27+46+40+20+22+16+19+18+22+2322+

III. GEIDORF

24+22+30+27+23+20+20+34+35+36+30+23+29+25+27+23+23+21+24+25+31+37+27+18+27+23+26+24+20+25+25+26+36+36+26+16+20+32+45+29+22+27+24+30+40+41+27+21+25+24+33+26+23+26+27+32+52+38+31+23+34+29+28+28+30+30+33+34+52+45+31+25+30+31+32+32+28+27+33+33+44+50+33+24+28+29+29+27+23+61+37+35+51+53+37+29+37+34+39+34+32+32+37+38+70+61+39+31+34+41+44+34+34+40+40+42+56+52+41+33+38+39+39+34+34+36+41+42+61+69+37+30+42+39+43+32+43+34+42+47+70+56+42+30+38+34+40+39+33+36+43+41+65+64+40+26

II. ST. LEONHARD

I. INNERE STADT

22+23+22+18+19+16+22+20+40+46+27+19+23+22+26+20+17+19+24+23+44+42+24+15+20+28+26+20+16+23+21+27+57+32+23+17+18+39+45+22+19+20+23+22+66+34+22+19+20+30+29+21+20+21+27+26+75+40+24+18+26+32+25+23+22+21+28+23+76+43+26+19+21+36+29+22+23+24+35+35+76+55+30+21+33+39+26+28+25+54+31+27+73+43+27+22+29+34+30+28+24+26+30+31+79+42+28+21+24+34+38+27+23+31+28+30+85+49+33+26+25+44+31+24+28+25+29+38+77+59+27+22+28+38+35+26+29+30+29+37+74+65+28+21+32+39+30+25+25+27+27+37+66+57+31+21

100 Zuzüge

18+20+21+14+15+11+13+18+28+58+21+18+19+13+18+13+12+12+15+13+46+58+19+15+21+16+19+15+13+15+15+17+54+52+18+16+13+30+42+20+15+13+17+18+63+50+22+13+13+21+24+14+15+15+18+23+59+50+24+16+16+20+22+13+14+13+18+23+62+55+20+16+15+19+20+16+12+11+18+27+53+54+21+26+28+22+23+20+14+25+23+26+83+74+20+14+18+21+27+17+14+15+22+24+76+62+23+20+17+24+25+16+16+19+26+32+74+63+22+17+17+24+25+17+14+19+20+29+67+63+23+15+18+21+29+16+17+18+20+22+64+53+26+16+21+24+21+21+16+16+19+26+63+61+22+14

1422+61+63+26+19+16+16+21+21+24+21+16+26+53+64+22+20+18+17+16+29+21+18+15+23+63+67+29+20+19+14+17+25+24+17+17+22+63+74+32+26+19+16+16+25+24+17+20+23+62+76+24+22+15+14+17+27+21+18+14+20+74+83+26+23+25+14+20+23+22+28+26+21+54+53+27+18+11+12+16+20+19+15+16+20+55+62+23+18+13+14+13+22+20+16+16+24+50+59+23+18+15+15+14+24+21+13+13+22+50+63+18+17+13+15+20+42+30+13+16++18+52+54+17+15+15+13+15+19+16+21+15+19+58+46+13+15+12+12+13+18+13+19+18+21+58+28+18+13+11+15+14+21+2018+

10+9+10+7+8+5+9+10+18+25+10+9+8+8+10+7+6+8+11+11+19+26+15+7+9+9+8+9+9+8+10+12+21+27+15+9+10+15+26+11+6+7+10+10+27+29+12+8+8+10+13+8+6+9+9+11+29+39+14+9+9+9+13+8+8+7+9+12+29+31+14+11+10+11+14+8+7+6+8+14+33+30+13+9+14+10+11+8+8+15+15+15+34+33+10+12+10+9+12+10+8+10+11+14+38+35+13+10+10+12+14+9+9+8+13+16+36+34+17+9+11+14+16+9+11+9+14+18+32+29+14+9+13+12+14+10+12+11+10+15+32+32+16+9+11+12+12+10+10+8+12+12+30+30+16+8 6+7+5+5+5+4+4+5+8+9+6+4+4+6+6+4+3+4+3+4+6+8+6+3+5+4+5+5+4+4+6+5+10+9+6+3+5+7+9+5+5+4+5+6+8+7+4+5+5+5+6+4+4+4+4+4+9+9+6+4+6+4+6+4+3+5+5+7+9+9+5+3+6+4+9+6+4+5+5+5+25+16+6+3+6+9+6+5+3+6+3+5+23+13+5+6+5+7+6+3+4+3+3+4+25+11+3+5+5+8+6+6+3+4+5+6+24+13+7+5+4+9+6+6+3+4+5+5+23+11+6+3+3+7+6+4+5+4+5+6+25+10+6+4+6+7+5+3+3+4+3+5+26+9+4+3

34+9+26+5+3+4+3+3+5+7+6+4+6+10+25+6+5+4+5+4+6+7+3+3+6+11+23+5+5+4+3+6+6+9+4+5+7+13+24+6+5+4+3+6+6+8+5+5+3+11+25+4+3+3+4+3+6+7+5+6+5+13+23+5+3+6+3+5+6+9+6+3+6+16+25+5+5+5+4+6+9+4+6+3+5+9+9+7+5+5+3+4+6+4+6+4+6+9+9+4+4+4+4+4+6+5+5+5+4+7+8+6+5+4+5+5+9+7+5+3++6+9+10+5+6+4+4+5+5+4+5+3+6+8+6+4+3+4+3+4+6+6+4+4+6+9+8+5+4+4+5+5+5+76+ 816+30+30+12+12+8+10+10+12+12+11+9+16+32+32+15+10+11+12+10+14+12+13+9+14+29+32+18+14+9+11+9+16+14+11+9+17+34+36+16+13+8+9+9+14+12+10+10+13+35+38+14+11+10+8+10+12+9+10+12+10+33+34+15+15+15+8+8+11+10+14+9+13+30+33+14+8+6+7+8+14+11+10+11+14+31+29+12+9+7+8+8+13+9+9+9+14+39+29+11+9+9+6+8+13+10+8+8+12+29+27+10+10+7+6+11+26+15+10+9++15+27+21+12+10+8+9+9+8+9+9+7+15+26+19+11+11+8+6+7+10+8+8+9+10+25+18+10+9+5+8+7+10+910+

+ 22.578 11.658 10.920


16

STATUSTIK

V. G

II. S

o rf : 12.4

r ie

II I. G e id

s: 1 2.5 91

IV. Len d: 13.8

Single, in Partnerschaft oder Ehe, mit oder ohne Kinder – in jeder Lebenssituation lässt es sich in Graz gut leben. Das beweisen die Zahlen. Sie zeigen auch, dass GrazerInnen sich „viel trauen“.

63

ALLEINE ODER GEMEINSAM LEBEN IN GRAZ

t. L nha

22

eo rd: 18 8.1

J VI.

I. I

X VII

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2.0 6

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3 .21 16 : i in

Personen pro Haushalt 6

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6.033

XVI. Straßgang: 6.346 VIII. St. Pete

4 .95

IX .

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X. s: 2. 66

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5. 6

53

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43 : 3.9

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873

XI. M

HAUSHALTE IN DEN BEZIRKEN XII. And ritz: 8.26 6

XI

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r: 6.510

Wo in der Stadt leben wie viele Menschen alleine oder ge­ meinsam in einem Haushalt? Die größten Prozentanteile von Single-Haushalten sind in Jakomini, Lend, Geidorf und Gries zu finden, die meisten Großfamilien (5 Personen und mehr) leben – auch prozentuell gesehen – in Gries, Lend und Jakomini.


LANDESHAUPTSTÄDTE

TRAUUNGSORTE

Wie liegt Graz im Vergleich zu anderen österreichischen Landeshauptstädten, wenn es um die Anzahl der Ehen und Scheidungen geht? Die Grafik gibt Aufschluss.

Ob im historischen Gebäude oder doch lieber im Grünen – Graz bietet vielfältige Möglichkeiten, im festlichen Rahmen „Ja“ zu sagen.

Bregenz 5,5 Eisenstadt 5,6 Graz 5,4 Innsbruck 4,6 Klagenfurt 5,0 Linz 5,9 Salzburg 5,2 St. Pölten 4,7 Wien 5,1

Bregenz 2,0 Eisenstadt 2,5 Graz 1,5 Innsbruck 1,4 Klagenfurt 2,3 Linz 2,0 Salzburg 2,1 St. Pölten 2,0 Wien 2,2

RATHAUS

Hauptplatz 1 8010 Graz

RESTAURANT SCHLOSSBERG

Schlossberg 7 8010 Graz

SCHLOSS EGGENBERG

Eheschließungen pro 1.000 EinwohnerInnen

Eggenberger Allee 90 8020 Graz

Scheidungen pro 1.000 EinwohnerInnen

BURGGARTENORANGERIE

Stadtpark 2 8010 Graz

€ 60,– BIS € 580,–

75 UND 30 JAHRE

Soviel kostet eine Eheschließung in Graz. Abhängig ist das von Zeremonienrahmen und Location.

2017 hatte das Paar mit dem größten Altersunterschied eine Altersdifferenz von 45 Jahren: Er war 75 Jahre und sie 30 Jahre alt.

ST. VEITER SCHLÖSSL

Andritzer Reichsstraße 144,8046 Graz

ALTE UNIVERSITÄT

VERHEIRATET UND VERPARTNERT

Hofgasse 14, 8010 Graz

Die Grafik zeigt, wie viele Ehen und eingetragene Partner­ schaften – möglich seit 2010 – in Graz geschlossen wurden. Es wird ersichtlich, wie sich die Zahlen im Zeitraum 2006 bis 2018 entwickelt haben.

BOTANISCHER GARTEN

Schubertstraße 59 8010 Graz

MEERSCHEINSCHLÖSSL

752

877

810

791

765

830

828

802

771

739

784

789

957

Mozartgasse 3 8010 Graz

AULA DER KF-UNI

Universitätsplatz 3 8010 Graz

CHINESISCHER PAVILLON

36

28

18

17

27

34

20

17

19

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2009

2008

2007

2006

Schlossberg 2 8010 Graz

SEIFENFABRIK

Angergasse 41, 8010 Graz


18

GOOD OLD GRAZ Innerhalb von 100 Jahren stieg die Lebenserwartung in Europa von etwa 50 auf 80 Jahre. Gleichzeitig stieg auch der Anteil an Jahren, die wir mit Erkrankungen verbringen, dramatisch an. Gesundes und langes Leben kann nur erreicht werden wenn es uns gelingt den Alterungsprozess selbst zu verlangsamen. Das ist die Vision der Graz Study on Health & Aging (GSHA).

Im Laufe der menschlichen Geschichte blieb die Lebenserwartung über Tausenden von Generationen unverändert bei ca. 20 bis 30 Jahren. Auch in Westeuropa stieg die Lebenserwartung erst nach 1800 auf 40 Jahre an und lag um 1900 bei 50 Jahren. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird ein stetiger linearer Anstieg der Lebenserwartung um ca. 2,3 Jahre pro Dekade beobachtet. Derzeit liegt sie in Österreich bei 78 Jahren für Männer und bei 83 Jahren für Frauen. Ein Ende dieses Trends ist momentan anhand demografischer Daten nicht in Sicht. Laut Prognosen soll die Lebenserwartung in Japan, dem Land mit der höchsten Lebenserwartung, in 60 Jahren 100 Jahre erreichen. Die Erhöhung der Lebenserwartung ist das Ergebnis der dramatischen Reduktion der Mortalität in allen Altersgruppen bedingt durch bessere Hygiene, medizinische Versorgung und soziale Absicherung. Interessanterweise ist der gegenwärtige fortlaufende Anstieg der Lebenserwartung allerdings primär auf eine Verminderung der Mortalität bei den über 65-Jährigen zurückzuführen. So ist die Wahrscheinlichkeit eines 80-Jährigen, 100 Jahre alt zu werden, heute 20fach höher als noch vor 50 Jahren. In sehr hohem Alter kann die Sterberate sogar abnehmen, ein Phänomen, das wahrscheinlich durch Selektion bedingt ist, nur die stressresistentesten Individuen erreichen ein hohes Alter. Das hohe Maß der Plastizität des menschlichen Alterns ist erstaunlich und wurde in keiner anderen Spezies, nicht einmal unter künstlichen Laborbedingungen, beobach-

tet. Dies steht auch in krassem Widerspruch zu dem weitverbreiteten Glauben, dass es eine biologisch festgelegte maximale Lebenserwartung gibt. Allerdings wurde die Erhöhung der Lebenserwartung bis jetzt nur dadurch erreicht, dass die Mortalitätskurve sich zu höherem Alter verschoben hat. Ihr Verlauf hat sich nicht geändert. Die sogenannte „mortality rate doubling time“, welche als Maß für die Alterungsgeschwindigkeit einer Spezies herangezogen wird, also die Anzahl der Jahre, in denen sich die Mortalität verdoppelt, liegt seit jeher bei ca. 8,6 Jahren für Menschen und blieb unverändert auch in den letzten Jahrzehnten. Wir konnten zwar die Mortalität reduzieren, aber den Prozess des Alterns selbst nicht verlangsamen. Um das tun zu können, müssen wir das Altern mit seinen genetischen und umweltbedingten Determinanten besser verstehen. Experimente in Modellorganismen zeigten einige diese Faktoren auf. Sie spielen vor allem bei der DNA-Reparatur und dem Energiestoffwechsel eine wichtige Rolle. Ganz unerwartet zeigten diese experimentellen Studien auch, dass es bis ins hohe Alter möglich ist, z. B. mittels einer niedrigeren Kalorienzufuhr die Lebenserwartung eines Tieres massiv zu erhöhen. Das lässt uns hoffen, dass es auch bei Menschen nie zu spät ist, solche Maßnahmen zu setzen. Das menschliche Altern ist ein multidimensionaler Prozess. Seine Definition ist vielseitig und keineswegs einheitlich. Aus der demografischen Perspektive ist Altern durch die Erhöhung der Sterblichkeit und die Reduktion der Fertilität definiert. Aus epidemiologischer Sicht ist es ein multifaktorieller

Prozess bedingt durch genetische, Lifestyleund Umweltfaktoren bzw. ihre Interaktionen. Auf individueller Ebene ist Altern durch die Abnahme von Organfunktionen und die Erhöhung des Risikos für altersassoziierte Erkrankungen gekennzeichnet. Zellulär ist es mit der Aktivität von bestimmten Stoffwechsel- und Signalwegen assoziiert und geht mit einer Verkürzung der Chromosomenenden (Telomere) und Veränderungen des Methylierungsgrades an sogenannten CpG-Inseln in unserem Genom einher. Bei Menschen kommen noch weitere subjektive, soziale und wirtschaftliche Dimensionen dazu. Tiermodelle können zwar wichtige einzelne Aspekte des menschlichen Alterns beleuchten, ihre Ergebnisse sind aber wegen der Kurzlebigkeit und der abweichenden Alterungsmuster der Modellorganismen nur bedingt auf Menschen übertragbar. Das menschliche Altern in seiner Komplexität kann nur durch epidemiologische Studien in einem multidisziplinären Ansatz, wie es die Graz Study on Health & Aging ist, untersucht werden. Würde es uns gelingen den Alterungsprozess zu verlangsamen, könnten wir sowohl eine markante Verbesserung der Gesundheit in der Bevölkerung, als auch eine massive Einsparung im Gesundheits- und Sozialsystem erreichen. Laut Berechnungen aus den USA würde eine Verlangsamung des Alterns um 20% in den nächsten 50 Jahren etwa 7 Millionen US-Dollar an sogenanntem "major entitlement spending" einsparen. Gezielte präventive Programme, um die Inzidenz von Krebs bzw. von kardiovaskulären


Erkrankungen um 25 % zu senken, hätten dagegen keinen Effekt auf den Status quo. Ein Strategiewechsel in der medizinischen Forschung ist also notwendig: Statt altersassoziierte Erkrankungen wie Demenz, Krebs oder Herz-Kreislauf-Krankheiten einzeln zu bekämpfen, sollte der Fokus auf das Altern als präventives und therapeutisches Target gelenkt werden. Der erste Schritt auf diesem Weg ist es, ein besseres Verständnis des menschlichen Alterns zu erreichen. Die Erforschung des menschlichen Alterns stellt daher einen hocheffizienten Weg dar, um die Gesundheit der Bevölkerung zu erhöhen. Das Hauptziel der Graz Study on Health & Aging ist es, die Kernprozesse des Alterns zu entschlüsseln und dadurch sogenannte „high impact targets“ zur Vorbeugung und Bekämpfung vieler, wenn nicht sogar der meisten altersassoziierten Erkrankungen zu identifizieren. Es ist zu erwarten, dass die Ansteuerung solcher „high impact targets“ durch präventive und therapeutische Maßnahmen eine deutliche Reduktion der Kosten im Gesundheits- und Sozialsystem zur Folge haben wird. In der Studie wird eine repräsentative Stichprobe von bis zu 3.000 Grazerinnen und Grazern ab 45 Jahren mittels Fragebögen, klinischer Untersuchungen bzw. Imaging-Technologien wie MRI und Ultraschall auf altersbedingte Veränderungen des Gehirns, der Augen, der Haut, des Hals-Nasen-Ohren- und Herz-Kreislauf-Systems und des Bewegungsapparates untersucht. Die Ergebnisse werden in Relation zu ebenfalls erfassten genetischen, Umwelt- und Lifestylefaktoren gesetzt. Ins-

besondere werden Graz-spezifische und kommunal beeinflussbare Prädiktoren des Alterns wie Wohnumgebung, Mobilität oder Versorgung untersucht. Die Graz Study on Health & Aging wird in Zusammenarbeit von 17 Kliniken und vorklinischen Instituten der Medizinischen Universität Graz, der Karl-Franzens-Universität, der FH Joanneum sowie den Geriatrischen Gesundheitszentren und der Stadt Graz durchgeführt. Leiterin der Studie ist Frau Prof.in Drin.med Drin.phil Helena Schmidt, Professorin für Genetische Epidemiologie und Suszeptibilitätsdiagnostik am Lehrstuhl für Molekularbiologie und Biochemie, Gottfried Schatz Research Center for Cellular Signaling, Metabolism and Aging, Medizinische Universität Graz. Die Studie wurde während der 5-jährigen Entwicklungsphase kontinuierlich von führenden Epidemiologinnen und Epidemiologen sowie Altersforscherinnen und Altersforschern. So gehören Prof. Albert Hofman, Leiter des Department of Epidemiology, Harvard Medical School, Prof.in Sudha Seshadri, Leiterin der Glenn Biggs Institute for Alzheimer's Neurodegenerative Diseases, Prof.in Lenore Launer, Leiterin des Laboratory of Epidemiology & Population Sciences und Prof. André Uitterlinden, Direktor des Netherlands Consortium of Healthy Aging, dem wissenschaftlichen Beirat der Studie an. Die Graz Study on Health & Aging ist damit bestens in der internationalen Forschungslandschaft verankert und wird von der EU, der Österreichischen Nationalbank und der Stadt Graz gefördert.

Die Studie wird in enger Vernetzung sowohl mit der Grazer Bevölkerung als auch mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern der Stadt durchgeführt. Einzigartig ist die Verknüpfung von kommunalen Daten (digitale Daten der Stadt Graz) mit Gesundheitsdaten. Das objektivierbare Angebot z.B. an Ärztinnen und Ärzten, Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten oder Grünflächen in der Wohnumgebung kann auf die klinisch messbare Gesundheit und das Altern der Bevölkerung bezogen werden. Weiters werden Informationen durch direkte Befragung der StudienteilnehmerInnen zu Wohnumgebung, Mobilität oder dem Konsumverhalten wie Bevorzugung regionaler Produkte erfasst, die Informationen zum subjektiven Empfinden der Bevölkerung in Bezug auf kommunale Angebote liefern. Durch die Einbindung der Geriatrischen Gesundheitszentren Graz und des Albert-Schweitzer-Instituts können die wissenschaftlichen Fragestellungen auch auf bereits pflegebedürftige, hochbetagte Menschen angewandt werden. Durch diesen innovativen Ansatz werden wir in der Lage sein, wissenschaftlich fundierte Daten zur Auswirkung objektivierbarer und subjektiv empfundener kommunaler Faktoren auf die Gesundheit der Grazer Bevölkerung zu liefern. Aus den Studienergebnissen kann man Erkenntnisse für eine gesundheitsökonomisch effektivere Versorgung in der Steiermark und Graz gewinnen und somit in Zukunft Kosten sparen. Die GSHA gliedert sich damit hervorragend in die vom Wissenschaftsrat Steiermark empfohlenen Forschungsschwerpunkte „Healthy Aging“ und „Smart Cities“ ein.

Foto: Martin Wiesner

Univ.-Prof.in DDr.in Helena Schmidt ist Projektleiterin der Graz Study on Health & Aging an der Medizinischen Universität Graz


Wie Menschen denken und leben, so bauen und wohnen sie. Johann Gottfried von Herder


22

STHATISTIK FLÄCHE UND RAUM IN GRAZ Ob zum Wohnen, Erholen oder Arbeiten – der Grazer Stadtraum ist für alle da. Wichtig dabei: Für die einzelnen Flächen in der Stadt muss eine Nutzung definiert werden. Wie viel Platz wofür vorgesehen ist, erfahren Sie hier.

Büroflächen 1,12 % Wohnung 90,09 %

Groß- und Einzelhandelsflächen 0,88 % Hotels/kurzfristige Beherbergung 0,33 % Industrie und Lagerei 0,73 % Kellerfläche 3,62 % Kultur, Freizeit, Bildung, Gesundheit 0,49 % Sonstige Bauwerke 1,74 % Verkehrsflächen 1 %

Wien

Landwirtschaft

Baufläche

FLÄCHENVERTEILUNG Bauwerke in der Stadt werden zu unterschiedlichen Zwecken genutzt. Die Grafik zeigt die Flächenvertei­ lung der Nutzungseinheiten nach Nutzungsart.

FLÄCHENINANSPRUCHNAHME Wie liegt Graz in Bezug auf die Inanspruchnahme der Flächen nach Nutzungsart im Vergleich zu ande­ ren Hauptstädten? Antwort gibt die Grafik unten.

Graz

Salzburg Linz St. Pölten Klagenfurt Eisenstadt

Sonstiges

Innsbruck

Verkehrsfläche

Bregenz


FLÄCHENWIDMUNG Der Grazer Stadtraum ist für alle da. Zu welchem Zweck welche Flächen genutzt werden dürfen, wird im Flächenwid­ mungsplan definiert. Die Grafik zeigt den aktuellen Stand und die Verteilung der unterschiedlichen Flächen in der Stadt.

Reines Wohngebiet Allgemeines Wohngebiet Dorfgebiet Kerngebiet, Einkaufszentrum Kurgebiet Erholungsgebiet Kerngebiet/allg. Wohngebiet Gewerbegebiet Industrie- und Gewerbegebiet Landwirtschaftlich genutzte Fläche Sondernutzung Freiland Sondernutzung Freiland Gemeindegrenze


24

STATI(STI)K BAUEN UND WOHNEN IN GRAZ Die Grazer Bevölkerung wächst – und damit auch der Bedarf an Wohnraum. Neue Häuser entstehen und alte Bauten werden saniert – damit neben dem öffentlichen Stadtraum auch der eigene Wohnraum den Bedürfnissen der GrazerInnen entspricht.

HÖCHSTES WOHNHAUS

HÖCHSTES GEBÄUDE

Ab sechs Geschoßen und 25 Meter Höhe spricht man von einem Hochhaus. In den 60er-Jahren errichtet, ist das Elisabeth­ hochhaus mit 75 Meter Höhe das höchste Wohnhaus in Graz.

Die Herz-Jesu-Kirche ist mit 109,6 Metern das höchste Bauwerk der Stadt Graz. Das von 1881bis1887 erbaute Gebäude hat den dritt­ höchsten Kirchturm Österreichs und zählt zu den bedeutendsten Bauten des Historismus in der Steiermark.

Person mit 1,80 Meter Größe


ohne Angabe

RAUMANZAHL

WOHNFLÄCHE

3.722 5.077

20.111

18.869 17.800 1919 bis 1960 71.263

19.049 1961 bis 1980

42.347

47.280

1981 bis 2000

26.553

19.688

2001 bis 2010 15.260

2011 bis 2017 15.418

26.053

52.885 2018 4.795

BAUPERIODE

23.255

In welcher Bauperiode wurden die Grazer Wohnungen gebaut?

WOHNRAUM Der Traum von den eigenen vier Wänden: Im Herbst 2018 gibt es 186.764 Wohnungen in Graz, davon sind 10 Prozent (18.869) mit nur einem Wohnraum ausge­ stattet, fast ein Drittel (52.885) mit drei Wohnräumen. Das zeigt die linke Seite der Grafik. Die rechte Seite zeigt die Wohnungsgrößen in Graz.

19.600

41.261

12.416

18.671

30.757

>= 300 m2

200–299 m2

100–199 m2

90–99 m2

80–89 m2

70–79 m2

60–69 m2

50–59 m2

40–49 m2

30–39 m2

20–29 m2

< 20 m2

1

2

3

4

5

2.042 440 6

7

8

7.636

9

10

11

>12

3.025 1.059 490 263 235 23


26

STRASSTISTIK VON A NACH B IN GRAZ

1.637

1.637 Straßen gibt es in den 17 Grazer Bezirken – und noch viel mehr Adressen und Hausnummern. Jede Straße hat ihre Geschichte, ihren Verlauf und ihren Namen. Man kann sie meistens befahren und einiges über sie erfahren.

STRASSEN

44.593 ADRESSEN

ADRESSEN NACH BUCHSTABEN

29

Wie viele Adressnamen (Straße und Hausnummer) beginnen eigentlich mit welchem Buchstaben? In Graz fangen 11,3 % der Adressen mit dem Buchstaben S an. Der 19. Buchstabe im Alphabet liegt damit in Führung – vor dem 1. Buchstaben: Denn mit A beginnen immerhin 7,64 % der Adressen in Graz.

STRASSEN MIT NUR 1 ADRESSE

528 5.029

824

2.744 426 5.029 1.835 2.840

797

847

3.080

1.756

1.388

1.207

3.405

2.640

62 3.371

1.789

309 1.906

503

3.195

2.998


aße

Rudersdorfer Straße 1.950 m

S t e i n b e rg s t r

Baiernstraße 2.200 m 3.7 40 m

Judendorfer Straße 3.220 m

Radegunder Straße 3.280 m

5.

Kärntner Straße 4.610 m

t ra ß e 0m 61

Kirchfelderweg 80 m

Enzianweg 90 m

Mödlingergasse 70 m

Komzakgasse 70 m

Kudlergasse 60 m

Arthur-Schnitzler-Gasse 50 m

Matthias-Anker-Weg 60 m

S t i f t in g t a ls

303 x STRASSE

XVII. PUNTIGAM

XVI. STRASSGANG

XV. WETZELSDORF

XIV. EGGENBERG

XIII. GÖSTING

XII. ANDRITZ

XI. MARIATROST

Pesendorferweg 70 m

09

X. RIES

e 7.

Waltendorfer Hauptstraße 3.690 m

t ra ß

Jandlweg 40 m

St.-Peter-Hauptstraße 3.570 m

st e r S

IX. WALTENDORF

Flurerweg 60 m

M a r i a t ro

VIII. ST. PETER

Heuweg 40 m

Liebenauer Hauptstraße 3.890 m

57 x PLATZ

VII. LIEBENAU

38 x BACH

Münzgrabenstraße 2.330 m

Grieskai 1.610 m

Lendkai 1.620 m

Theodor-Körner-Straße 1.750 m

Leonhardstraße 1.490 m

Glacisstraße 1.080 m

405 x WEG

Hollerweg 60 m

Jakob-Lorber-Gasse 40 m

Stigergasse 30 m

Rittergasse 50 m

Obstgasse 70 m

Nürnbergergasse 30 m

638 x GASSE

VI. JAKOMINI

V. GRIES

IV. LEND

III. GEIDORF

II. ST. LEONHARD

I. INNERE STADT

NAMEN LÄNGEN NUMMERN

Alles hat eine Endung – auch die Namen und Bezeichnungen für Straßen oder Plätze in der Stadt. Wie diese enden, sehen Sie hier. Die jeweils längste und kürzeste Straße in den 17 Grazer Bezirken bildet diese Grafik ab – inklusive genauer Längenangaben. Die längste bezirksübergreifende Straße ist die Wiener Straße mit 7.340 m und damit ist sie die längste Straße im Grazer Stadtgebiet. Die fünf Grazer Straßen mit den meisten Hausnummern und Adressen werden hier aufgelistet.

Mariatroster Straße 381

Liebenauer Hauptstraße 325

Kärntner Straße 292

Stiftingtalstraße284

Waltendorfer Hauptstraße 282

0m


28

DER BREZENMANN Seit 30 Jahren gehört er zum Grazer Stadtbild: Hans Jörg Mackeldey ist DER Brezenmann. Als Institution in der Innenstadt kennt er den Geschmack der GrazerInnen wie kein anderer.

Herr Mackeldey, wie wird man zum berühmtesten Brezenverkäufer der Stadt? Vor 30 Jahren war ich bereits bei der Bäckerei Strohmayer berschäftigt – das bin ich immer noch. Mein Chef hat mich damals gefragt, ob ich nicht Lust hätte in der Stadt Brezen zu verkaufen. Ich habe Ja gesagt und dabei ist es geblieben – zuerst auf der Hauptbrücke, später dann in der Herrengasse. Was hat sich in den letzten 30 Jahren hier in der Innenstadt verändert? Die Frequenz an Passanten war früher höher. Damals gab es noch nicht viele Einkaufszentren. Als diese entstanden, hat die Frequenz in der Innenstadt nachgelassen. Ich glaube aber, dass in Zukunft wieder mehr Menschen in die Innenstadt kommen werden. Deshalb freut es mich auch, wenn wieder neue Geschäfte eröffnen. Je mehr Geschäfte, desto besser. Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Tätigkeit? Ich habe die Gelegenheit, die Menschen zu beobachten und viel über sie zu lernen. Im Laufe der Zeit sind mir so viele Menschen begegnet. Einige kenne ich bereits seit ihrer Kindheit – manche davon haben mittlerweile selbst Kinder. Ist Graz Ihrer Meinung nach eine freundliche Stadt? Ja, das finde ich schon. 90 Prozent der Menschen sind sehr freundlich. Was mich traurig macht, ist, wenn ich rassistische Aussagen höre. Ein paar solcher Momente

gab es bereits. Das finde ich nicht in Ordnung. Wir sind alle Menschen. Und wir haben alle Platz in der Stadt. Welche Vorteile hat es, in der Stadt quasi eine „Institution“ zu sein? Ich werde oft erkannt. Auch wenn ich aufs Amt gehe. Da heißt es dann: „Der Brezenmann kommt.“ Und das freut mich. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich in einem Geschäft einen Rabatt bekommen habe, weil ich der Brezenmann bin (lacht). Der Bürgermeister kennt Sie auch? Ja, auch er war bereits ein paar Mal bei mir und hat eine Brezen gekauft. Sie haben auch viele Stammkundinnen und -kunden. Wie oft kommen sie an Ihren Stand? Es gibt Kundinnen und Kunden, die jeden Tag kommen. Andere schauen zwei- bis dreimal im Monat vorbei. Ich erkenne sie sofort und dann plaudern wir ein wenig. Gibt es die typische Brezenkäuferin oder den typischen Brezenkäufer? Eigentlich nicht. Meine Kundschaft ist bunt gemischt. Was allerdings auffällt, ist, dass viele Kinder gerne zu mir kommen. Sie grüßen mich dann schon von Weitem mit „Hallo Brezenmann!“ oder fragen meinen Sohn nach mir, wenn ich einmal nicht da bin. Kinder kommen immer wieder und es ist schön zu sehen, wenn sie dann auch noch als Erwachsene vorbeischauen. Haben sich die Brezen in ihrem Geschmack oder ihrer Form verändert?

Nein. Das Rezept wurde in all den Jahren nie verändert. Natürlich ist es streng geheim. Sagen kann ich nur, dass die Brezen zuerst gebrechelt und dann gekocht werden. Wie ist dieses Rezept entstanden bzw. von wem wurde es entwickelt? Begonnen hat alles mit Gottfried Wagner. Er hat in Graz die erste Grazer Brezen-Bäckerei eröffnet. Das Rezept für die Brezen hatte er angeblich aus einem italienischen Kloster. In der Zwischenkriegszeit ist die Bäckerei von Gottfried Wagner, die mittlerweile seinem Enkel gehörte, einem Brand zum Opfer gefallen. Sein Freund Andreas Strohmayer hat ihm geholfen, indem er Toni die Brezen in seiner Bäckerei produzieren ließ. Kurz vor seinem Ableben im Jahr 1956 hat Toni Wagner seinem Freund als Dank dafür das Brezen-Rezept anvertraut. Dieser hat dann den Musterschutz beantragt. Seit damals sind es die „Strohmayer-Brezen“. Am Originalrezept wurde aber nie etwas verändert. Was schätzen Ihre Kunden an den Brezen besonders? Es ist eine lieb gewonnene Grazer Tradition. Und mittlerweile sind die Brezen schon über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Zum Beispiel auch bei Gästen aus Wien oder Deutschland. Bei unseren Nachbarn kennt man diese Art der Brezen ja gar nicht. Dort gibt es nur Laugenbrezen. Aber das ist etwas ganz anderes. Viele Gäste kosten und nehmen auch ein paar Brezen mit nach Hause.


SCHRITT 1: DER TEIG

SCHRITT 2: DIE VORBEREITUNG

Man erschleiche sich das streng geheime Rezept, vermische alle Zutaten zu einem Teig und knete diesen mit Hingabe. Den Teig ruhen und gehen lassen.

Man schneide den Teig in Stücke und rolle ihn zu Würsten, die an den Enden dünner werden.

SCHRITT 3: DIE FORM Brezen gemäß der Anleitung formen, an den Enden leicht anfeuchten und andrücken.

SCHRITT 4: DAS VORKOCHEN Man koche die fertig geformten Brezen in Salzwasser – genau so lange, bis diese aufschwimmen.

SCHRITT 5: DAS BACKEN Die gekochten Brezen mit einer Prise Salz bestreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C backen.

SCHRITT 6: DER GENUSS Sollte der Versuch, eine Kopie der originalen Wagner-Brezen herzustellen gescheitert sein, empfehlen sich ein Besuch beim Brezenmann am Eisernen Tor und eine erneute Verkostung mindestens einer seiner Brezen.

200 °C


Alles ist gut, wie es aus den Händen der Natur kommt! Johann Wolfgang von Goethe


32

SKYTISTIK DER HIMMEL ÜBER GRAZ In Graz herrscht ein angenehmes Klima – nicht nur zwischenmenschlich, sondern auch in Bezug auf die Witterung. Die günstige Lage der Stadt und das ganzjährig gemäßigte Wetter laden in Graz zum Verweilen im Freien ein.

LUFTTEMPERATUR  + 27,9 ˚C + 26,8 ˚C

Jeweils um 14 Uhr | Mittelwert + 26,6 ˚C

– 0,4 ˚C

– 1,0 ˚C 2008

2010

2012

2014

WINDGESCHWINDIGKEIT 

2016

2018

Tage mit mehr als 60 km/h

4

2008

2010

2012

2014

2016

2018

2012

2014

2016

2018

HAGELTAGE 2

+ 38,1 ˚C / — 14,4 ˚C MAXIMALE TEMPERATUREN Die höchste und niedrigste je in Graz gemessene Temperatur zeigt: In Graz war es nie so heiß wie im Juli und August 2011 (+ 38,1 °C) und nie so kalt wie im Dezember 2009 und im Jänner 2017 ( – 14,4 °C).

94,6 l/m

2008

2010

SCHNEEFALL 

Tage mit mehr als 1 cm Schneedecke

31

26

2

HÖCHSTER TAGESNIEDERSCHLAG Seit Beginn der Aufzeichnungen ist nie so viel Nieder­ schlag gefallen wie am 16. 4. 2018. An diesem Tag wurde die höchste Niederschlagsmenge in Graz gemessen. Der Wert betrug 94,6 Liter/m2.

4,3 ˚C / 18,6 ˚C

2008

2010

2012

2014

EISTAGE 

2016

2018

Tage mit max. 0,0 ˚C 17

14

14

DURCHSCHNITTSTEMPERATUR In den Wintermonaten 2018 hatte es in Graz im Durch­ schnitt 4,3 °C. Im Sommer des gleichen Jahres waren es im Schnitt 18,6 °C.

1 2008

2010

2012

HEIZTAGE 

535

2014

2016

2018

Tagestemperatur Ø unter 12 ˚C

31

BLITZEINSCHLÄGE 535 Blitze wurden im Jahr 2010 in Graz registriert. Um einiges weniger waren es z. B. 2014 mit nur 151 Einschlä­ gen. 2017 hat der Blitz 181 Mal in Graz eingeschlagen. 2008

2010

2012

2014

2016

2018


20 07 93 2018

71

20

20 17

08

20 0 9

63

75

2015

73

2016

85

62

77

61

SONNENTAGE IN GRAZ

2010

Die Grafik zeigt die Anzahl der Tage mit mehr als 10 Sonnenstunden. Werte, die GrazerInnen ebenso strahlen lassen, wie BesucherInnen der Stadt.

68 11 20

14 20

93

96 2013

2012

HÖCHSTTEMPERATUR IN GRAZ

August 34,5 ˚C

Juni 31,3 ˚C

Juli 35,2 ˚C

August 33,9 ˚C

Juli + August 38,1 ˚C

August 33,8 ˚C

August 33,9 ˚C

Juni + Juli 34,3 ˚C

Juli 34,7 ˚C

Juli 36,0 ˚C

Mai 34,1 ˚C

Juli 33,5 ˚C

Hier ein Vergleich der maximal in Graz gemessenen Temperaturen – von 2007 bis 2018. Wann war das Pflaster in der Stadt am heißesten? Sehen Sie selbst:

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018


34

STAQUATISTIK

Geschirrspüler 2 Liter Badewanne 4 Liter

ALLES FLIESST IN GRAZ Nicht nur die Mur, sondern noch 52 weitere Flüsse und Bäche prägen das Grazer Stadtbild. Sie sind wichtige Quelle der Lebensqualität in der Stadt – ebenso wie das Trinkwasser, das Graz vom Hochschwab bezieht.

Außenbereich Pool 7 Liter Außenbereich Pflanzen etc. 12 Liter

Dusche 25 Liter

Im Rahmen der Umfrage zur Lebensqualität im Jahr 2018 wurde die Trinkwasserversorgung mit 96,2 von 100 Punkten unter die 3 für GrazerInnen wichtigsten Themen gewählt.

23

Wasserwerk Friesach 40 %

rd. 19 Mio. m3/Jahr

WICHTIG FÜR GRAZ

Die Länge der Rohrleitungen des Grazer Wassernetzes entspricht mit 1.376 Kilometern fast exakt der Länge des Rheins – oder der dreifachen Länge der Mur.

WC 32 Liter

WASSERVERBRAUCH

96,2

GRAZER WASSERNETZ

Zentral Ø-Pro-KopfWasserversorgung Verbrauch: Hochschwab Süd GmbH 130(ZWHS) Liter 30%

Waschmaschine 13 Liter

Zentral-Wasserversorgung Hochschwab Süd GmbH (ZWHS) 30 %

1.376 km

Wasserhahn in Bad/WC/ Küche 35 Liter

Wasserwerk Andritz 30 %

Liter/EinwohnerIn und Tag in österreichischen Haushalten

WASSERGEWINNUNG Primäre Bedarfsabdeckung

HOHE WASSERQUALITÄT Bezeichnung

Einheit

pH-Wert Gesamthärte

Messwert

*

Parameterwert Indikator-Parameterwert

7,3—7,7 °dH

15—17

6,5—9,5 15—21

Karbonathärte

°dH

11—14

11—16

Kalzium

mg/l

70—90

70—110

Magnesium

mg/l

14—22

14—24

Natrium

mg/l

5—12

5—22

200

Kalium

mg/l

1,5—2,5

1,5—4

Chlorid

mg/l

6—12

6—50

TRINKWASSERHOCHBEHÄLTER

Nitrat

mg/l

6—10

6—35

Sulfat

mg/l

35—75

Zur Sicherung der Versorgung und als Reserve im Fall von Störungen werden in Graz mehr als 36.000 m3 Wasser in 23 Hochbehältern gespeichert.

Fluorid

mg/l

0,05—0,08

1,5

Pestizide

μg/l

nicht nachweisbar

0,1

24.500 KANALDECKEL Ca. 24.500 Kanaldeckel gibt es in Graz. Durchschnittlich 50 Schlüssel, die durch diese Deckel gefallen sind, werden jährlich im Kanal gefunden.

200 50 250

PH-Wert: Säuregrad von Wasser. Trinkwasser hat einen pH-Wert von 7,0 bis 8,5. Gesamthärte: Kalzium- und Magnesiumgehalt. Deutsche Härtegrade (°dH) Karbonathärte: Gehalt an gelöstem Kalk Kalzium und Magnesium: bestimmen die Gesamthärte des Wassers Chlorid: ist ein Zeichen für Verunreinigungen durch Abwässer oder Streusalze Nitrat: kommt durch Düngemittel ins Trinkwasser Sulfat: gelangt durch Gipslagerstätten oder Deponieabflüsse ins Wasser Fluorid: im natürlichen Wasser nur sehr gering vorhanden Pestizide: Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel *B  ei höherem Wasserbedarf bzw. bei Störfällen geht auch das Wasserwerk Feldkirchen in Betrieb. Dann können in den südlichen Stadtbezirken einige Hauptmineralstoffe höhere Werte aufweisen.


LÄNGSTE GEWÄSSER IN GRAZ

Die Grafik bietet eine Übersicht über die Grazer Flüsse und Bäche – insgesamt 53 von ihnen machen Graz zu einer Stadt am Wasser.

Die Mur ist das längste Gewässer, das durch Graz fließt. Welche Gewässer im Längenvergleich auf Platz 2 bis 5 landen, sehen Sie hier.

Mur 15,77 km (in Graz)

GRAZER FLÜSSE UND BÄCHE

ac bri

Ga ch

a hb

Dürrgraben

Pfan

b ac

h

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Falkenbach

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h

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Jo se fb

ang

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rB

Thale

h

Mariatroster Bach 11,67 km

Rettenbac

Mur

Weizbach

Stufenbach

Ba

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ria rün Ma g

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rB

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Ma

Stiftingbac

Mur

hl Mü

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Ragnitzbach

ch

aba

Ann

h

Mühlgang

Katzelbach

1,6 m hohe Niro-Säule Selbstschlussventil Durchflussregelung Nahezu wartungsfrei Vandalensicher Hundenapf

TRINKBRUNNEN IN GRAZ Die Grafik zeigt die Standorte der Trinkbrunnen in Graz, die von der Holding Graz aufgestellt und gewartet ­werden. Sie erfrischen Zwei- wie VierbeinerInnen.

ch r fba Messendo

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Petersbach 6,35 km

Mur

B r ün dlbac

Stiftingbach 6,49 km

Einödbach

Mühlgang 12,46 km

ch


36

STATSPRIESSTIK

PARK- UND GRÜNFLÄCHE 235 Hektar werden in Graz bepflanzt, gehegt und gepflegt. Die Stadt hat im Vergleich dazu eine Fläche von 12.760 Hektar. Es grünt also ganz schön grün in Graz.

EINE STADT WÄCHST UND GEDEIHT

235 ha betreute Fläche

Nicht nur die Bevölkerung wächst in Graz, sondern auch der Bedarf an Grünflächen. Spielwiesen, Parks und Sportanlagen gehören zum Stadtbild. Grüne Oasen, die dem Klima ebenso guttun, wie allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt.

12.760 ha

Fläche von Graz

Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Friedrich Schiller

69 SPIELPLÄTZE IN 17 BEZIRKEN

Innere Stadt 3 Spielplätze, 1.980 m2

I

stehen kleinen GrazerInnen zur Verfügung. Auf einer Fläche von insgesamt 260.573 m2 befinden sich ca. 480 Spielgeräte, die zum Austoben einladen.

Geidorf 6 Spielplätze, 18.000 m2

III

St. Leonhard 4 Spielplätze, 8.467 m2

Lend 8 Spielplätze, 17.381 m2

IV II

V

Gries 9 Spielplätze, 30.438 m2

Jakomini 8 Spielplätze, 50.900 m2

Liebenau 4 Spielplätze, 32.206 m2 VI VII

Ries 1 Spielplatz, 650 m2

Waltendorf 1 Spielplatz, 1.850 m2

X IX

XI

St. Peter 3 Spielplätze, 21.831 m2 Eggenberg 2 Spielplätze, 8.369 m2

VIII

XII XIV

Gösting 4 Spielplätze, 11.943 m2 Wetzelsdorf 4 Spielplätze, 19.367 m2

Mariatrost 1 Spielplatz, 2.943 m2

Andritz 4 Spielplätze, 14.842 m2

XIII

Straßgang 4 Spielplätze, 5.969 m2 XV

XVI

XVII

Puntigam 3 Spielplätze, 13.437 m2


JÄHRLICHE PFLANZUNGEN 169 stadteigene Bäume

360 QUADRATMETER

14 HUNDEWIESEN

groß ist das Beet am Eisernen Tor in Graz. Es ist die größte Fläche, die in der Stadt mit Blumen bepflanzt wird.

und Hundezonen stehen Grazer Hunden zur Ver­ fügung. Auch diese Flächen werden von der Stadt Graz in Stand gehalten. Ebenso wie die mehr als 400 unentgeltlichen Gassi- Automaten.

25.000 Gehölze 280.000 saisonale Pflanzen

Crocus vernus bunt, bunt, , ist alles, was ich liebe

bunt

KONSTANTE FARBEN Bei den Bepflanzungen dominieren seit Jahren die Farben Orange, Weiß, Violett und Rotgold.

126.000 BLUMEN blühen in den öffentlichen Grazer Beeten. 36.000 Tulpen-, Hyazinthen-, Narzissen- und Krokuszwie­ beln werden alljährlich im Oktober für das nächste Jahr gepflanzt. Ab Mitte Mai kommen weitere 90.000 Sommerblumen dazu. Blumenzwiebel Originalgröße

50 MITARBEITERiNNEN begrünen in Graz 61 verschiedene Örtlich­keiten mit einer Gesamtfläche von 3.500 m2.


38

STAMMTISTIK WÄLDER UND BÄUME IN GRAZ Graz ist vielfältig – auch was den Baumbestand betrifft. Heimische Bäume aller Art prägen das Stadtbild. Den grünen Riesen verdankt Graz nicht nur seinen Ruf als grüne Stadt, sondern auch eine bessere Luft- und Lebensqualität.

11

ARTEN ULMEN

44 ARTEN AHORN

GEMEINE ROSSKASTANIE HÄUFIGSTER BAUM: 1.067 EXEMPLARE

BAUMBESTAND DER STADT 17.056 Bäume wachsen in Graz auf öffentlichem Grund. Aber das ist nicht alles. Schließlich gibt es noch 5.479 Bäume auf Bestandsflächen (dicht be­ wachsene Waldflächen) und unzählige Bäume auf Privatgrund. 10 Bäume =

17.056 BÄUME AUF ÖFFENTLICHEM GRUND


BAUMBESTAND NACH BEZIRKEN Wie viele Bäume wachsen in welchen Bezirken? Die Grafik unten gibt Aufschluss über den Baum­ bestand in den einzelnen Stadtteilen.

XVI. XVII. XV.

XIV.

XIII.

I.

XII. XI.

X. IX.

II.

VIII. VII. III. VI.

V.

IV.

I. INNERE STADT

VI. JAKOMINI

XI. MARIATROST

XVI. STRASSGANG

II. ST. LEONHARD

VII. LIEBENAU

XII. ANDRITZ

XVII. PUNTIGAM

III. GEIDORF

VIII. ST. PETER

XIII. GÖSTING

IV. LEND

IX. WALTENDORF

XIV. EGGENBERG

V. GRIES

X. RIES

XV. WETZELSDORF

2.943 Bäume

722 Bäume

2.239 Bäume

1.789 Bäume

2.216 Bäume

1.626 Bäume

716 Bäume

301 Bäume

421 Bäume

47 Bäume

252 Bäume

544 Bäume

343 Bäume

1.503 Bäume

493 Bäume

537 Bäume

364 Bäume


40

IHR TÄGLICH BROT Gemeinsam mit ihrem Mann Martin leitet Barbara Auer das Bäckereiunternehmen – mit jahrhundertealter Tradition im Hintergrund, 30 Filialen in der ganzen Stadt und einem Gespür für Exzellenz. Diese immer weiterzuentwickeln, aktuelle Trends aufzugreifen und täglich den Geschmack der GrazerInnen zu treffen, ist ihr täglich Brot.

Frau Auer, Brot ist eines der ältesten Lebens­mittel der Welt, das haben Funde aus der Altsteinzeit von vor ca. 30.000 Jahren in Italien und Tschechien belegt. Mit Ihrem Stammhaus am Dietrichsteinplatz sind mehr als 650 Jahre Grazer Bäckergeschichte verbunden. Sie haben sich als Marke in den letzten Jahren unglaublich verjüngt, das Auftreten der Firma MARTIN AUER ist deutlich lebendiger geworden. Ist dieser Spagat aus sehr viel Tradition und eigener Moderne so herausfordernd, wie er klingt? Ich glaube, dass die Führung eines Unternehmens immer herausfordernd ist. Doch um das Moderne und das Traditionelle miteinander zu verbinden, bedarf es gar keiner so großen Anstrengung. Denn eigentlich holt man sich aus dem Überlieferten ja die Stärken und nutzt sie für das Heute. Und das funktioniert gut, wenn man mit etwas emotional so stark Behaftetem wie Brot arbeiten darf. Jetzt schreiben wir das Jahr 2019, der durchschnittliche monatliche Verbrauch von Brot liegt laut Statistik Austria in Österreich bei 3 Kilogramm. Ist das für Sie und Ihre Familie ein realistischer Wert? Und was sind die Lieblingsbrotprodukte bei Ihnen zuhause? Martin und ich haben natürlich das Glück, sehr stark an der Entwicklung unserer Pro-

dukte Anteil nehmen zu können. Daraus ergibt sich, dass wir produzieren und backen, was uns schmeckt. Da steigt der Verzehr dann ganz automatisch. Und unseren Kindern haben wir Brot und Gebäck nicht nur sprichwörtlich bereits in die Wiege gelegt. Jeder von uns in der Familie hat sein eigenes Lieblingsbrot. Wenn Sie reisen, achten Sie auf das Brotangebot im Ausland? Und nehmen Sie Graz als Stadt mit großer Brot- und Gebäckauswahl wahr? Oder könnte es noch mehr, ein noch größeres Angebot an Sorten geben? Die Vielfalt im Angebot sollte meiner Ansicht nach nie im Fokus stehen. Das macht es nicht besser. Abwechslung ja, aber stets muss das Augenmerk auf der Exzellenz liegen; Qualität sagt man für gewöhnlich. Und Inspirationen holt man sich überall. Das ergibt sich von selbst, wenn man Interesse hat. Erwartung und Anspruch an die Qualität von Lebensmitteln und an Brot steigen laufend und Kundinnen und Kunden sind auch bereit, dafür passend zu bezahlen. Nehmen Sie die aktuellen Ernährungstrends der KonsumentInnen auch in Ihren Geschäften wahr? Wir versuchen, zwischen Mode und Trend zu unterscheiden. Vieles ist dem Zeitgeist geschuldet und verflüchtigt sich zu einem guten Teil wieder. Trends sind da etwas nachhaltiger. Sie sind es wert, aufmerk-

sam beobachtet zu werden. Wir sehen es als unsere Aufgabe, das Beste zu geben, was unser Handwerk zu bieten hat. Dazu gehört vor allem eine gesunde und bekömmliche Ernährung. Die Lebensmittelindustrie hat im Laufe der letzten Jahrzehnte starken Einfluss auf die Zusammensetzung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln genommen. Emulgatoren, Enzyme, Glutamat usw. waren der Verträglichkeit von Lebensmitteln nicht zuträglich. Um hier gegenzusteuern, bedarf es vieler Schritte. Vom Rohstoff und den natürlichen Zutaten angefangen bis zur richtigen Verarbeitung, wie wir heute wissen. Lange Teigentwicklungsphasen zum Beispiel, sind ein Schritt auf dem richtigen Weg. Mit dem Verein PANE in der Maria­ hilferstraße, wo Sie seit 2013 Brot vom Vortag um den halben Preis anbieten, dessen Erlös gespendet wird, leisten Sie einen großen Beitrag zum nachhaltigen Graz und zur Wertschätzung von Lebensmitteln. War Graz bereit für dieses Geschäft, als Sie eröffnet haben? Ist Ihnen auch Skepsis begegnet? Wichtig ist, dass wir mit PANE spürbar helfen können. Unsere Idee klang 2013 zwar ungewöhnlich, aber tatsächlich war es für uns fast naheliegend, dass der sorgsame Umgang mit etwas so Bedeutendem wie Brot weitreichend sein soll. Das Feedback war von Beginn an ausschließlich positiv.


Foto: martin auer/moodley brand identity

Barbara Auer führt gemeinsam mit ihrem Mann die Bäckerei MARTIN AUER.

Ein zweites Standbein von Ihnen ist eines der schönsten Geschäfte von Graz – es bringt Augen zum Leuchten, wenn man vor dem Geschäft Ferdinand Haller in der Herrengasse steht – und das Strahlen wird noch größer, wenn man sich drinnen umschaut. Würden Sie selbst Ihr Geschäft als eine „Sehenswürdigkeit von Graz“ bezeichnen – erleben Sie und Ihr Team es so? Na ja, Ferdinand Haller ist das älteste Geschäft der Grazer Herrengasse. Als solches alleine ist es eine Besonderheit. Doch auch hier ist es wie bei der Bäckerei. Tradition alleine ist zu wenig, um bestehen zu können. Unzählige Betriebe, die auf eine bedeutende Tradition zurückblicken konnten, mussten im Laufe der Zeit zusperren. Ferdinand Haller und sein Team freuen sich seit Jahren über einen wachsenden Zuspruch. Das motiviert natürlich ungemein. BesucherInnen dieser einstigen Kapelle der Stadtpfarre nicht nur mit dem Ambiente, sondern auch mit dem speziellen, sehr feinen Angebot begeistern zu können, ist ein schönes Gefühl. Und ja, zur Weihnachtszeit zählt die Auslage des kleinen Geschäftes sicherlich zu einer echten Sehenswürdigkeit unserer Stadt. Bei all dem Trubel in Ihrem Leben, nicht zuletzt auch mit drei Söhnen, haben Sie in Graz ein persönliches „Kraftquellen-Eck“? Gibt es Lieblingsplätze – die Sie natürlich nicht verraten müssen?

So viel Trubel ist das gar nicht. Ich versuche, mir die Zeit gut einzuteilen, Balance zu halten und im Alltag nicht nur zu geben, sondern auch Kraft zu schöpfen. Sie kennen Graz schon länger, haben es aus unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt: Als Studentin, als Pädagogin, jetzt als Unternehmerin – wie empfinden Sie die Entwicklung der Stadt, die kleinen und großen Entwicklungsschritte der letzten Jahre? Mein Mann und ich sind wenig konservativ. Daher lieben wir auch Veränderung und Fortschritt. Generell sehe ich die Stadtentwicklung positiv. Das erkennt man am besten, wenn man auch Vergleiche zu anderen Städten heranzieht. Stets gibt es natürlich immer auch rein persönliche Verbesserungs- oder Veränderungswünsche. In meinem Fall vielleicht den Wunsch nach mehr Grün auf Straßen und Plätzen. Zum Abschluss: Stellen Sie sich vor, es ist ein angenehmer Sommertag, Sie haben Zeit und können einen Tag lang in Graz alles tun, was Sie möchten – womit fangen Sie an? Wenn meine Familie noch schläft, einfach sehr früh (5 Uhr) eine kleine Runde durch Graz laufen. Unterwegs schau ich bei Alex, unserem Bäcker am Hauptplatz, vorbei, treffe den einen oder anderen Zusteller, der gerade das frische Gebäck in

sein Auto am Dietrichsteinplatz einlädt oder unterwegs zu einer Filiale ist. Nach dem Sport hole ich in einer unserer Filialen Kaffee für meinen Mann und mich und für die ganze Familie Frühstück.


Der Weg ist das Ziel. Konfuzius


44

STAUTISTIK

Wien 1.128 km

GRAZ MACHT MOBIL Ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem privaten Pkw oder per Rad – wer in Graz von A nach B möchte, hat viele Möglichkeiten. Auch was die Antriebsformen motorisierter Vehikel betrifft.

H

HALTESTELLEN In Graz gibt es 688 Bus- und 189 Straßenbahn-Haltestellen

EINPENDLERINNEN im Vergleich zur Bevölkerungszahl

WERKTAG VS. SONNTAG

Wien 17 %

Der Grazer ÖV legt an Werktagen mehr als doppelt so viele Kilometer zurück wie an Sonntagen.

Bregenz 57 %

Eisenstadt 113 %

Innsbruck 51 %

Werktag: 41.763 km Klagenfurt 46 %

Sonntag: 20.122 km

Graz 38 % Salzburg 43 %

St. Pölten 73 %

Linz 64 % RADWEGE inkl. Radfahr- und Mehrzweckstreifen Eisenstadt 40 Klagenfurt 84

Wien 349 Innsbruck 333 km

St. Pölten 64

Linz 149

Bregenz 39 Innsbruck 35

Graz 443 km

Salzburg 81

Bregenz 271 km

Graz 128 VERKEHRSFLÄCHE pro EinwohnerIn

Salzburg 406 km

Wien 34 m2 Eisenstadt 200 m

LÄNGEN DER ÖFFI-STRECKEN

2

Bregenz 58 m2 Innsbruck 49 m2

Klagenfurt 97 m2

Graz 46 m2 Salzburg 51 m2

Wo sind die ÖV-Strecken wie lang? Ein StädteVergleich:

St. Pölten 190 m2

St. Pölten 138 km

Linz 63 m2

Klagenfurt/Linz 194 km


KRAFTFAHRZEUGE IN GRAZ Hier eine Aufteilung der Grazer Kraftfahrzeuge in die Kategorien Lkw, Pkw und Motorrad. Ebenfalls in der Grafik ersichtlich: die Verteilung nach Antriebsarten.

100 Lastkraftwagen = 100 Personenkraftwagen = 100 Motorräder, Motorfahrräder = Diesel

Benzin

Elektro

Sonstiger Antrieb


STARTISTIK

Richtung Rundlauf

Level-1-Scan Automatische Freigabe sicherer Gepäckstücke, unsichere werden zu weiteren Sicherheits­ stufen geleitet

ABHEBEN UND LANDEN IN GRAZ Mehr als eine Million Passagierinnen und Passagiere aus aller Welt durfte der Flughafen Graz im Jahr 2018 begrüßen. Die zentrale Flugverkehrs­ drehscheibe im Süden Österreichs ist aber auch eine Welt für sich.

Verteilung auf die Flugzeuge

Level-3-Scan Intensivcheck

Sammelband Mit 0,5 m/sek geht es zum Röntgen

1.008.330 948.590 990.118 976.543 930.617 881.740 897.421 963.396 981.884 959.098 1.030.929

PASSAGIERINNEN UND PASSAGIERE

19.603 18.167 17.387 15.958 14.581 14.879 14.385 15.466 14.435 14.466 14.888

STARTS UND LANDUNGEN

Check-in-Schalter 2 Förderbänder leiten die Koffer in den Keller

Graspiste West

Fallschirmlandeplatz

Der Flughafen Graz verfügt über 2 Graspisten

liegt im westlichen Flughafen­­ areal, die Landefläche aus Gras hat einen Radius von 100 Metern, der Zielkreis aus Kies misst 50 Meter

Start- und Landebahn

FLUGHAFEN-FEUERWEHR

2018

2016

2014

2012

2010

2008

2018

2016

2014

2012

2010

Die Runway RWY 35C ist 3.000 Meter lang und 45 Meter breit

2008

46

14 Einsatzkräfte (7 in Bereitschaft) 5 Fahrzeuge 26.500 l Löschmittel pro Boeing 320 und 321

Graspiste Ost

Wartungshangar

Rollweg Bravo

Flugeinsatzstelle BMI Werft

Rundhangar

Fracht

Werkstätten

900 BESCHÄFTIGTE

BARRIEREFREIHEIT

PASS

gibt es am Flughafen Graz. Davon sind 190 MitarbeiterInnen bei der Flughafen Graz Betriebs GmbH und Tochterunter­ nehmen beschäftigt.

Das Fluggastgebäude ist durchgehend barrierefrei und entspricht den Pla­ nungsrichtlinien des „Airports Council International – Airports & Persons with Disabilities“. Auch barrierefreie WCAnlagen mit Eurokey sind vorhanden.

Seit März 2007 gibt es eine Notpassstelle am Flughafen. Die Ausstellung erfolgt von 5 bis 22 Uhr und dauert ca. 30 Minuten. Ein amtlicher Lichtbildausweis ist erforderlich.


DAS HAUPTGEBÄUDE

Restaurant „Globetrotter“ Dachterrasse

mit Gratis-WLAN, 2 Cafés, 1 Restaurant, 1 Supermarkt, Reisebüros etc.

VIP-Bereich

OG

Seminarräume Koffer-Rundlauf

DER WEG DES KOFFERS Die Gepäckstücke durchlaufen ein mehr­ stufiges Kontrollverfah­ ren. Daher muss recht­ zeitig vor dem Abflug eingecheckt werden. Im Jahr 2018 wurden 618.000 Gepäck­ stücke bearbeitet.

Check-InSchalter Sicherheitskontrolle

EG

Schengen Marktcafé Passkontrolle Non-Schengen Lokal „Take Off“

TOWER FACTS Vom 42 Meter hohen Tower aus sorgen die Fluglotsinnen und Fluglotsen von Austro Control für eine sichere Abwicklung des Flugverkehrs am Flug­ hafen Graz. Darüber hinaus werden von hier die technischen Flugsicherungs­ anlagen wie Funknavigations-, Flugfern­melde- und Wetteranlagen betrieben. Feuerwehr

Ankunft

Notpassstelle

Rollweg Charlie

RETTUNGS- UND POLIZEIHUBSCHRAUBER 2 Hubschrauber stationiert (ÖAMTC und Flugpolizei/BMI)

Abflug

Photovoltaikanlage Tower Gerätehalle

Modulfläche 280 m2, Jahresertrag ca. 39.000 kWh, CO2-Einsparung ca. 17.000 kg pro Jahr

PARKEN

ANBINDUNGEN BUS UND ZUG

2.399 Plätze im Freigelände und Parkhaus (überdachter Zugang zum Terminal).

Bushaltestelle direkt vor dem Fluggastgebäude beim Abflugbereich. Bahn­station (Flughafen Graz/Feldkirchen, S-Bahn-Linie S5) ist ca. 300 Meter vom Terminal entfernt.


Ă&#x201E;lter werde ich stets, niemals doch lerne ich aus. Solon


50

GRAZ TRIFFT PARIS Mag. Dr. Franz Prettenthaler ist Leiter von LIFE. Das Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft am Joanneum Research mit Sitz im Leuchtturm der Smart City Graz – dem Science Tower – beschäftigt sich mit zentralen Fragen rund um den Klima­wandel. Und damit wie sich der „Pariser Lebensstil“ auf Graz übertragen lässt.

Herr Prettenthaler, zuerst zu LIFE – womit beschäftigen Sie sich in Ihren Forschungen genau? Wir haben den Auftrag von unseren Eigentümern – Land Steiermark, Land Kärnten und Land Burgenland –, uns um zwei zentrale Themen zu kümmern: zum einen die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Wetter- und Klimarisiken zu steigern und zum anderen den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und Gesellschaft bis 2050 zu begleiten.

Vom Science Tower zu den großen Themen, die Sie beschäftigen – woran wird aktuell geforscht? Das große Thema im urbanen Raum ist natürlich der Verkehr. Wir haben einen neuen Verkehrsmodell-Typ in Entwicklung: agentenbasierte Verkehrsmodellierung. Das heißt, jeder Weg aller EinwohnerInnen wird modelliert, um geplante Verbesserungen im öffentlichen Verkehr zuerst modellhaft abbilden zu können.

Wie kommen Sie zu diesen Wegedaten der einzelnen BewohnerInnen? LIFE hat seinen Sitz im Grazer Das hat nichts mit „Big brother is watching Science Tower. Warum gerade dort? Es geht uns auch um die Integration ande- you“ zu tun. Es geht darum, eine künstliche rer Unternehmen, die hier angesiedelt sind: Bevölkerung, die alle sozioökonomischen Start-ups, der Green Tech Cluster, die TU Faktoren der Realbevölkerung aufweist, zu Graz, die Fachhochschule Joanneum –­ analysieren. Reale Handydaten werden mit ihnen kooperieren wir in unseren For- nur zur Kalibration des Models verwendet. schungen. Gleichzeitig ist der Turm ein Diese Art der Verkehrsplanung beeinflusst Vorzeigeobjekt, das viele Zunkunftstechno- natürlich auch die Stadtplanung. logien, an denen wir und andere forschen, Stichwort Stadtplanung: Was sind die schon konkret umsetzt. zentralen Fragestellungen in Graz? Wir haben es mit einer neuen Gründerzeit Welche Technologien der Zukunft zu tun. In Reininghaus – und damit innersind hier gemeint? Am Gebäude natürlich die gesamte Bauteil- halb der Grenzen von Graz – wird in den aktivierung – also das Heizen und Kühlen nächsten Jahren eine Stadt in der Größe ohne CO2-Ausstoß, die Grätzelzelle oder von Kapfenberg gebaut. Graz hat dieses das Smart-City-Rooftop-Gardening. Bei Wachstumspotenzial. Bezogen auf die diesem Projekt betreiben wir ernsthafte Fläche ist Graz größer als Paris. In Paris Landwirtschaft dort, wo auch konsumiert leben aber 2 Millionen Menschen. Das wird. Die Fläche wird professionell bewirt- zeigt, welche Möglichkeiten es für den schaftet, die Ernte wird idealerweise in öffentlichen Verkehr und zur Verdichtung den Büroküchen zubereitet und verspeist. gibt. Gleichzeitig will man natürlich GrünZudem sorgen Dachgärten für zusätzliche raum erhalten. Solche Herausforderungen Verdunstung und damit Kühlung in städti- gilt es, mit gestalterischer Nachhaltigkeit zu bewältigen. schen Hitzeinseln.

Welche Herausforderungen sind in klimapolitischer Hinsicht zu meistern? Die Transformation der Gesellschaft hin zu einer Null-Emissions-Gesellschaft bis 2050. Wir sprechen hier von der Umsetzung des „Paris Lifestyle“, was mit dem Klimaabkommen, das in Paris verabschiedet wurde, zu tun hat. Die Vorgabe lautet, unter eine Tonne CO2--Emission pro Kopf zu kommen. Derzeit liegen wir bei 15 Tonnen. Lebt die Chance, diese Ziele bis 2050 zu erreichen? Selbst wenn wir die Ziele erst 2060 erreichen, ist es besser, als nichts zu unternehmen. Bereits ein 4 bis 5 Grad wärmeres Klima wäre katastrophal. Die Hitzewellen im Sommer sind ein kleiner Vorgeschmack. Was kann Graz zum Erreichen der Ziele beitragen? Ein Beitrag ist sicher, dort, wo die Zukunft gebaut wird, mutig zu sein und verstärkt auf CO2-neutrale Energieversorgung oder weitgehend autofreie Konzepte zu setzen. Was kann jede/jeder Einzelne tun? Weniger und dafür in besserer Qualität zu kaufen, ist ein Ansatz: 50 Prozent der Emissionen von uns MitteleuropäerInnen entstehen durch den Kauf von Gebrauchs- und Luxusartikeln. Bei der Ernährung hilft die Reduktion des Fleischkonsums. Im Verkehrsverhalten wäre es günstig, soviele Wege wie möglich mit dem Rad oder zu Fuß zurückzulegen. „Pariser Lebensstil“ hat weniger mit Verzicht als mit einem smarten Umdenken zu tun, und hier können wir Firmen dabei unterstützen, entsprechende Produkte zu entwickeln.


Höhe 60 Meter Energieglas-Fassade Eine einzigartige und neue Glastechnologie wandelt (Sonnen-)Licht in elektrische Energie um, ist dabei färbig transparent.

24/7 PV – Beschattung Fahrbarer Sonnenschutz mit integrierter Photovoltaik-­ Anlage, die der Sonne folgt und stets die ihr zugewandte­Seite verschattet.

SCIENCE TOWER Der 60 Meter hohe Science Tower be­ herbergt auf 13 Geschoßen Wissenschaft und Forschung und ist selbst Forschungs­ objekt für neue Gebäudetechnologien.

Urban Farming In der Biosphäre am Dach des Science Towers werden Gemüse, Obst und Kräuter aufgezogen.

Smart Lift Die Lifte im Science Tower sind besonders effizient, da sie selbst Energie erzeugen.

Lüftungssystem Tagsüber werden die Büros mit gefilterter, gereinigter Luft versorgt, nachts wird die Gebäudetemperatur mit natürlicher Nachtlüftung gesenkt. ELI-Induktions-Port Am Vorplatz rund um den Turm können E-Fahrzeuge geladen werden, die durch bidirektionales Laden auch als Energiespeicher verwendet werden können.

Platzbeheizung Durch die Kopplung der GeothermieAnlage mit einer Flächenheizung wird der Vorplatz schneeund eisfrei gehalten.

Erdwärmepuffer Die Geothermie-Anlage sorgt für Kühlung im Sommer und wärmt im Winter.

Helmut-List-Halle


52

STUDISTIK UNIVERSITÄTEN UND HOCHSCHULEN IN GRAZ 283.869 Menschen leben in Graz – davon sind 2018 über 52.000 Studentinnen und Studenten. Diese können zwischen 336 Studienrichtungen an den 4 großen Grazer Universitäten und 4 Fachhochschulen wählen – eine Vielzahl an Möglichkeiten, die sich sehen lassen kann.

Bregenz

BELIEBTESTER STUDIENGANG

10,40 %

4.266 Studentinnen und Studenten waren im Sommerse­ mester 2018 für den Studiengang Rechtswissenschaft an der Universität inskribiert. Damit liegt dieser im Beliebtheits­ ranking an erster Stelle. Danach folgen Humanmedizin (2.928), Pädagogik (2.132), Betriebswirtschaft (1.717) und Umweltsystemwissenschaften (1.565).

32,61 %

4.270 ERASMUS-STUDIERENDE

Schulen

Universitäten

Fachhochschulen

3

Kindergärten

Horte Krippen 22,83 %

23,91 %

24,44 %

100

28

Altersgemischte Einrichtungen

An der Fachhochschule Joanneum haben in den letzten Jahren über 720 Studentinnen und Studenten aus 60 Ländern studiert, an der Kunst-Universität waren im letzten Wintersemester 66 Nationen mit 983 Studierenden ver­ treten. Die Top-5-Herkunftsländer der FH Campus02 sind Deutschland, Finnland, Kroatien, Spanien und Slowenien.

34,16 %

St. Pölten 12,67 % 31,37 % 32,05 %

Linz 18,71 % 29,58 %

27,26 %

Klagenfurt 20,15 % 29,94 % 16,29 %

23,86 % 13,71 %

21,91 %

33,63 %

Eisenstadt 21,37 % 23,86 %

Salzburg 21,83 % 29,89 % 26,37 %

30,82 % 22,21 % 24,16 %

27,23 % 29,84 % 23,15 % 19,78 %

29,45 % 30,93 % 22,15 % 17,47 %

Hochschule Höhere Schule und Akademie Lehre Allgemeinbildende Pflichtschule

Wien

Alle vier Grazer Universitäten – bis auf jene mit Zugangsbe­ schränkung – erfreuen sich in den letzten Jahren steigender Beliebtheit. Das zeigt auch die Grafik rechts.

22,80 %

Die Österreichischen Landeshauptstädte im Bildungsvergleich: Wo (prozentuell) wie viele Leute welchen Bildungsgrad, sehen Sie unten.

Innsbruck

STUDIERENDE IN GRAZ

Graz

BILDUNGSGRAD

4

4

154

170


* Universität für Musik und 2018

darstellende Kunst Graz WS 2005 1.264 WS 2006 1.321 WS 2007 1.356 WS 2008 1.470 WS 2009 1.542 WS 2010 1.575 WS 2011 1.566 WS 2012 1.632 WS 2013 1.597 WS 2014 1.611 WS 2015 1.652 WS 2016 1.930 WS 2017 1.880 WS 2018 1.925

29.097

17 20

20 0 5

0 .13 30

20

06

19.85 3

30 .13 5

7 .24 16

15. 918

4

3.534 3.7 2

3. 5

08

13.157

27.458

96 3. 8

3.716

3.651

3.

55

4

24 .98 2

7 .68 11

12.094

12.32 5

761 12. 1 2 .5 45

47

27 .5 37 20 13

10 20

27.513

2011

28.13 1 2012

2008

11. 24 8

551 27.

21.994

*

10.253

4.042 4. 00 58 3

4 201

3

3. 98 1

4 .0

2015

9.1 87

5.380

3.755

0

7

9.76

36 3. 7

6 21.2

8. 7 7

7 20 0

.4 26

201 6

20 .51 5

15.809

Universität Graz Technische Universität Graz Medizinische Universität Graz

Universität für Musik und darstellende Kunst Graz

20

09


54

SCHLAUTISTIK LEHRREICHE UND ERFINDERISCHE STADT In Graz entwickeln sich Lehrlinge verschiedenster Sparten zu Meisterinnen und Meistern ihres Faches. Aber nicht nur ausgezeichnete Fachkräfte, sondern auch viele neue Patente stammen aus der Mur-Stadt.

GUT GESCHÜTZT Wodurch sich ein Patent von einem Gebrauchsmuster unterscheidet, zeigen die beiden Prozessgrafiken unten.

Keine Erteilung

PATENT

Prüfung

Anmeldung

Laufzeit Patent: max. 20 Jahre

Erteilung

Veröffentlichung nach 18 Monaten

Einspruch Nichtigkeit

Senat

GEBRAUCHSMUSTER

Anmeldung

Patent nichtig

Laufzeit Gebrauchsmuster: max. 10 Jahre

Recherchenbericht

Änderung der Ansprüche möglich

Registrierung

Nichtigkeit

Senat

Gebrauchsmuster nichtig

GRAZER ERFINDUNGEN 305 242

158

195

121

117

140

219

198

185 120

Erteilte Patente

2012

2013

28

16

25 2011

2014

2015

20

2010

28

56

87 36

110

86 36

140

186

207

204

190 95 2009

Angemeldete Patente

18

2008

49

32

113

201

Nicht jedes angemeldete Patent wird auch erteilt und nicht jedes angemeldete Gebrauchsmuster wird auch registriert. Wie sich die Verhältnisse im Laufe der Jahre entwickelt haben, sehen Sie hier.

2016

2017

Angemeldete Gebrauchsmuster Registrierte Gebrauchsmuster


Einzelhandel

318

248

311

168

273

87

196

Metalltechnik

49

114

Pharmazeutischkaufmännische Assistenz

47

99

Koch

38

96

Installations- und Gebäudetechnik

34

64

Karosseriebautechnik

Köchin

28

63

Informationstechnologie — Technik

Elektrotechnik

24

54

Bürokauffrau Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin) Verwaltungsassistentin

TOP-10-BERUFE

Metalltechnik

273

Welche 10 Lehrberufe in Graz im Jahr 2018 bei weiblichen bzw. männlichen Lehrlingen besonders beliebt waren, zeigt die Grafik rechts.

Labortechnik Versicherungskauffrau

WAS GRAZ LERNT

Elektrotechnik Kraftfahrzeugtechnik Einzelhandel Mechatronik

Bürokaufmann

Überbetriebliche Lehrausbildung

Sonstige Lehrberechtigte

Information & Consulting

Tourismus & Freizeitwirtschaft

Transport & Verkehr

Bank & Versicherung

Handel

Industrie

Gewerbe & Handwerk

So haben sich die Lehrlingszahlen in Graz von 2014 bis 2018 in den einzelnen Sparten verändert.

2014

4.134

4.018

2015

2016

2017

2018

3.870

3.926

3.867


Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt Leben Reisen ist. Jean Paul


ENGLAND

58

NIEDERLANDE

STATOURISTIK DIE WELT ZU GAST IN GRAZ

BELGIEN

Kultur, Lebensgefühl und Gastfreundschaft – eine Mischung, die Graz zu einem beliebten Reiseziel macht. Gäste aus dem In- und Ausland besuchen die Stadt, die sowohl im Sommer als auch im Winter ihren speziellen Reiz hat.

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

1.129.209

1.161.095

1.125.372

1.080.409

1.029.022

984.780

943.718

824.294

788.223

796.560

779.618

738.295

729.029

717.963

839.894

693.626

619.800

620.922

589.890

1998

2018

24,3 %

1996

561.831

547.925

519.735

479.715

Die Grafik zeigt, wie viele Personen in den vergangenen 23 Jahren in Graz genächtigt haben. Besonders auffällig ist der statistische Anstieg im Jahr 2003. In jenem Jahr war Graz Kulturhauptstadt Europas.

907.964

FRANKREICH

NÄCHTIGUNGSENTWICKLUNG

21,1 %

HOCHSAISON Gäste aus Wien statten Graz das ganze Jahr über gerne einen Besuch ab. Gäste aus Italien sind am liebsten im August und Dezember hier, Gäste aus den USA kommen am liebsten im März und Juli. 13,9 %

SPANIEN

USA ITALIEN WIEN

PORTUGAL

JAN

FEB

MAR

APR

MAI

JUN

JUL

AUG

SEPT

OKT

NOV

DEZ


NÄCHTIGUNGSVERTEILUNG

POLEN

Im Sommer 2018 verzeichnete Graz mehr Nächtigungen­ als im Winter. Zudem haben mehr Touristinnen und Touristen aus dem Ausland eine Unterkunft gebucht.

DEUTSCHLAND

WINTER VS. SOMMER

D eut sc h

TSCHECHIEN

land: 7 25.97 6

W: 43 %

S: 57 %

SLOWAKEI

ie n : 2.1 57.689

8.796 : 86 NÖ

OÖ: 784.60 0

Sa SCHWEIZ

u rg : 48

A: 58 %

I: 42 %

W

Stmk: 1.193.194 lzb

SOMMER: INLAND VS. AUSLAND

GRAZ

5.161

UNGARN

27 6.9 Kärnten: 55

WINTER: INLAND VS. AUSLAND

SLOWENIEN

KROATIEN

USA: 668

A: 51 %

I: 49 %

ITALIEN

.455

BOSNIEN UND HERZEGOWINA

.958 940 : n e i I tal

SERBIEN

ÜBERNACHTUNGEN

NÄCHTIGUNGSKATEGORIEN

Gäste, die in Graz übernachten, kommen aus anderen österreichischen Bundesländern ebenso wie aus dem Ausland – das zeigen die Grafiken der Top-10-Nächtigungen der letzten 20 Jahre.

Die Nächtigungskategorien „4—5 Sterne“ ist die beliebteste bei Graz-Gästen, die Hälfte der Übernachtungen wird in diesen Häusern verbracht. MAZEDONIEN

Kärnten 556.927

Salzburg 485.161

Sonstige Unterkünfte 11,35 %

Wien 2.157.689

USA 668.455 Deutschland 725.976

Steiermark 1.193.194

OÖ 784.600 NÖ 868.796

Italien 940.958

Private Quartiere 1,13 %

4—5 Sterne 49,50 %

1—2 Sterne 11,76 %

3 Sterne 26,26 %


60

STADIEUTISTIK VON GRAZ IN DIE WELT Ob aus beruflichen Gründen, der Liebe wegen oder um sich klimatisch zu verändern – nicht alle GrazerInnen bleiben ihrer Stadt ewig treu.

ÖsterreicherInnen leben in vielen Teilen der Welt. Ihnen könnte man in Europa ebenso begegnen wie in Afrika, Australien oder Amerika. Wo genau der Großteil der AuslandsösterreicherInnen lebt, zeigt die Grafik.

Deutschland 257.000

Vereinigtes Königreich 25.000

Vereinigte Staaten 35.000

WOHIN GEHT DIE REISE?

Schweiz 65.000 Spanien 9.900

Brasilien 10.000

Italien 8.500

Südafrika 11.000

Argentinien 17.000

Australien 25.000

DER HEIMAT VERBUNDEN

83 %

73 %

45 %

20 %

75 %

Wie AuslandsgrazerInnen die Verbindung zu ihrer Heimat halten, sehen Sie hier.

Telefonieren mit Freundinnen/Freunden und Verwandten

Online-Netzwerke wie Facebook/Twitter

Lokale Tageszeitungen

Lokale Fernsehsender

Reisen nach Graz


B er u flic he G r ünde 42,4 %

< 1 x in 5 Jahren 1,1 %

e

Alle 3–5 Jahre 4,0 % Alle 1–3 Jahre 31,0 %

So

g

ns t

un

ig e

ild

Gr

sb

ün

Au

d

< 1 x in 10 Jahren 2,9 %

26,3 %

8,3 %

nde

13,4 %

t is c Po l i

Mehrmals pro Jahr 54,0 %

G rü

he G r

7,8 %

Fa m iliä re

ünde

1,4 % 0,5 %

1–2 x pro Monat 4,0 % > 2 x pro Monat

2,9 %

MAN SIEHT SICH WIEDER AuslandsgrazerInnen zieht es unterschiedlich oft in ihre Heimat. Manche mehr als zweimal im Monat.

Be

z ie

hun

g

K

li m a

Die Gründe für einen Wegzug aus Graz können unterschiedlich sein. Von beruflich bis privat reichen die Begründungen. Fast die Hälfte (42,4 %) zieht aus beruflichen Gründen weg, etwas mehr als ein Viertel (26,3 %) verlassen Graz zur Ausbildung.

Graz ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität. Diese und andere Aspekte – vom kulturellen Angebot bis zu den Menschen – werden vermisst: Am häufigsten sind es Lebensqualität, das Essen und Trinken und die GrazerInnen selbst.

Grünflächen/Parks

Verkehr

Infrastruktur

Wetter

Kulturelles Angebot

Essen und Trinken

Lebensqualität

GRAZ, WIR VERMISSEN DICH

Menschen

GRÜNDE FÜR DEN WEGZUG

54 %

24 %

37 %

65 %

9%

39 %

61 %

41 %


Viele gehen durch die Gassen, und nur wenige schauen zu den Sternen auf. Oscar Wilde


64

DIE KÜCHENCHEFIN Sie war lange Jahre selbst Gastronomin. Jetzt ist Waltraud Hutter Projektmanagerin der Genusshauptstadt Graz, Initiatorin der Langen Tafel und Feinschmeckerin mit Liebe zur Regionalität: ein Gespräch über die Geschmäcke der Stadt, Kernöl, den Grazer Krauthäuptel und das Rezept des Erfolges.

Frau Hutter, wie kam es dazu, Graz zur Genusshauptstadt zu erheben? Ende 2007 – als die Idee entstand – war die hohe Qualität der Produkte aus den steirischen Regionen bekannt. In Graz war damals wenig davon zu spüren. Ganz im Gegenteil. Damals galt in der Gastronomie: Je weiter der Weg, den ein Produkt zurücklegen musste, umso interessanter und besser war es. Zudem waren die Tourismusverantwortlichen der Stadt Graz auf der Suche nach einem zusätzlichen, neuen Profil. Daraus entstand die Idee, Produkte, die unsere steirischen Landwirtinnen und Landwirte so hervorragend produzierten, in die Stadt zu holen und Graz so zum Zentrum des Genusses zu erheben. Welche Philosophie verfolgt Graz als Genusshauptstadt? Es geht in erster Linie um das Produkt. Die PartnerInnen der Genusshauptstadt – das sind derzeit 30 Betriebe in Graz – verarbeiten und veredeln in ihren Küchen zu 80 Prozent Produkte aus der Steiermark. Im Fokus steht die Überlegung: bessere Qualität durch kürzere Anlieferungszeiten und dadurch natürlich auch Reduktion der Schadstoffe. Das war uns schon 2007 sehr wichtig. Was uns ebenfalls wichtig ist: die Stärkung unserer steirischen Landwirtschaft. Wir müssen schauen, dass unsere heimischen Produzentinnen und Produzenten am Leben bleiben. Nur so können wir hohe Lebensmittelqualität für folgende Generationen sichern. Hat die Qualität der Produkte auch die Qualität der Küchen beeinflusst?

Ja, und zwar sehr positiv. Aber das ist nicht nur der Genusshauptstadt zu verdanken. Sondern auch der Tatsache, dass sich die Grazer Köchinnen und Köche immer besser austauschen. Köchinnen und Köche erzählen einander, woher sie ihre Produkte beziehen, und gleichzeitig ist ein gesunder Wettkampf entstanden. Dieser Austausch und das teils sogar freundschaftliche Verhältnis der Köchinnen und Köche untereinander sind einzigartig. Das gibt es so nur in Graz. Wo fangen Gäste am besten an, die Genusshauptstadt zu entdecken? Man muss nur durch die Stadt spazieren. Ich empfehle natürlich unsere Partnerbetriebe. Aber auch andere haben sich in letzter Zeit ganz stark entwickelt. Ich habe noch von niemandem gehört, dass sie oder er in Graz schlecht gegessen hätte. Hier kann es auch nicht passieren, dass Gäste in eine klassische „Touristenfalle“ tappen. Apropos Gäste: Wie haben sich deren Geschmäcke verändert? Der Anspruch – auch an die Produkte – ist gestiegen. Wobei: Am Anfang war es nicht einfach, den Gästen zu vermitteln, dass zum Beispiel nicht der Seeteufel das Nonplusultra ist, sondern dass wir lieber fantastischen heimischen Seesaibling servieren. Welche kulinarischen Highlights hat die Genusshauptstadt zu bieten? Wofür wir natürlich bekannt sind, sind die kulinarischen Rundgänge immer samstags und sonntags. Freitags bieten wir auch einen Bierrundgang. Im April 2019 werden wir

den Meilenstein von 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei den kulinarischen Rundgängen erreichen. Dabei ist uns gelungen, dass noch kein Rundgang gleich wie der andere war. Ebenfalls ein Highlight: unsere seit Jahren bestehende Kooperation mit der Opernredoute. Das Menü wird immer mit Produkten aus den Genussregionen und aus steirischer landwirtschaftlicher Produktion gekocht. Schon bei der Eröffnung des Balls heißt es: „Willkommen in der Genusshauptstadt Graz!“ Das freut uns. Ein besonders schönes Projekt – auch für mich persönlich – sind die Kinderkochkurse. Die Chefköche der Partnerbetriebe halten diese Kurse ab. Die mittlerweile fast 2.500 Kinder, die an den Kursen teilgenommen haben, fanden es großartig, mit eigener Kochhaube und Schürze in einer Restaurantküche zu stehen. Eine Familie aus Seattle hat sogar den Urlaub in Graz so geplant, dass die Tochter noch den letzten Kochkurs vor der Sommerpause besuchen konnte. Wenn wir mit den Kindern über den Kaiser-Josef-Markt spazieren und mit den Standlerinnen und Standlern reden, entsteht bei den Kleinen auch eine Wertschätzung für gute Lebensmittel. Das halte ich für sehr wesentlich. Um die Wertschätzung der Qualität geht es auch bei unseren Kernöl-Degustationen. Die Idee dazu entstand, weil wir uns gefragt haben, warum wir zwar nach Italien fahren, um Olivenöl zu verkosten, gleichzeitig aber kein Kernöl zur Verkostung anbieten. Das haben wir geändert. Schließlich ist das Kernöl mittlerweile international bekannt. Was wir auch jedes Jahr bei den Chef Days inklusive Masterclass merken,


Waltraud Hutter Projektmanagerin Genusshauptstadt Graz

wenn sich die Crème de la Crème der internationalen Kochszene in Graz trifft. Die Köchinnen und Köche bleiben meist länger und sind begeistert von der Stadt. So geht es auch den Gästen des internationalen Foodfestivals. Es bildet den Auftakt zur Langen Tafel, die Höhepunkt des Genusshauptstadt-Jahres ist. Welche Momente sind Ihnen von den Langen Tafeln der letzten Jahre besonders in Erinnerung geblieben? Neunmal hat sie bisher stattgefunden, einmal ist sie sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Wobei auch damals hatten wir noch Glück im Unglück und zum ersten Mal im Vorfeld den Stefaniensaal gebucht. So konnten zumindest jene 260 Gäste, die mit Übernachtung gebucht hatten, die Lange Tafel in festlichem Rahmen genießen. Viele der Gäste kamen schließlich von weit her: aus Hongkong, Neuseeland, Australien, London, Skandinavien, New York usw. Am Ende haben uns die Gäste, die mit einer Absage gerechnet haben, vor Begeisterung umarmt. Das war besonders. Ein Blick hinter die Kulissen. Wie laufen die Vorbereitungen zur Langen Tafel ab? Die Köchinnen und Köche freuen sich jedes Jahr darauf. Im Februar beginnen die Vor-

bereitungen. Da denken wir uns gemeinsam in den August hinein und entwickeln ein saisonal passendes Menü. Darauf legen wir großen Wert. Wenn das Menü steht, gibt es das Probekochen. Alle Gerichte werden besprochen. Im Anschluss werden die Weine dazu verkostet. Dann mache ich die Bestellungen. Da die Lange Tafel mitten in der Stadt aufgebaut wird, ist nichts da. Da schwingt die Angst, etwas zu vergessen, natürlich mit. Denn wenn etwas nicht bestellt wurde, fehlt es am großen Abend. Auch ein Menü zu kreieren, das allen 750 Gästen schmeckt, ist nicht einfach. Von Jahr zu Jahr werden wir mutiger. Die Lange Tafel hat schon Tradition. 2018 gab es erstmals ein Trüffelfestival. Wie wurde dieses angenommen? Es hat eingeschlagen wie eine Bombe. Die Kombination aus Trüffelgerichten in den Partnerbetrieben, internationalem Trüffelmarkt – auf dem auch die Grazer Trüffel vertreten war – und den Trüffelwanderungen war eine stimmige Geschichte. Nächstes Jahr werden wir dem steirischen Trüffelwein noch mehr Raum zur Präsentation geben. Am internationalen Trüffelmarkt werden sich 2019 wahrscheinlich auch Umbrien und die Toskana beteiligen. Schön war auch zu sehen, dass die Graz Trüffel den internationalen Vergleich nicht scheuen muss.

Was ist neben der Graz Trüffel ein beliebtes kulinarisches Graz-Souvenir? Das beliebteste Souvenir ist sicherlich das Kernöl – für den Fluggast in Dosen. Auch getrocknete Käferbohnen werden gerne mitgenommen. Von den steirischen Souvenirs zu einem Grazer Original: dem Grazer Krauthäuptel – was macht ihn so besonders? Zuerst einmal ist der Grazer Krauthäuptel der Beweis, dass Graz auch selbst Genussregion ist. Der Krauthäuptel ist sehr schwer zu ziehen. Es darf nicht zu nass oder zu warm sein. Er darf keinen großen Wetterkapriolen ausgesetzt sein. Er braucht also genau das Grazer Klima, um gedeihen zu können. Und er braucht den entsprechenden Boden. Ich liebe den Grazer Kräuthäuptel – vor allem in Verbindung mit Kernöl. Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft: Wohin wird die kulinarische Reise gehen. Welche Trends lassen sich erkennen? Der Gast möchte wieder stärker das Produkt schmecken. Die Anzahl der Komponenten auf dem Teller werden weniger. Jedes einzelne Produkt soll zu schmecken sein. Das ist eindeutig ein Trend.


66

STATISSTIK 4 LKW

ESSEN UND TRINKEN IN GRAZ In Graz gibt es auch für Gaumen Spannendes zu entdecken: Das ganze Jahr über machen spezielle Events, kulinarische Stadtführungen oder exklusive Verkostungen Appetit auf mehr. Ein Highlight ist dabei alljährlich zweifelsohne die Lange Tafel.

7 KÜCHEN

DIE LANGE TAFEL Höhepunkt des Genusshauptstadt-Jahres ist zweifellos die Lange Tafel. Im Spätsommer erstreckt sich die prächtig ge­ deckte Tafel vom Hauptplatz über die Schmiedgasse bis zur Landhausgasse. BesucherInnen freuen sich über kulinarische Spitzenleistungen, beste Weine und die traumhafte Kulisse.

450 m TISCH

750 KARTEN

375 KERZEN

7.500 TELLER

7.000 GLÄSER

8.500 BESTECKE

GRAZER TRÜFFEL

3–4 Trüffel pro Führung

Auch die Grazer Wälder haben es kulinarisch in sich. Hier wachsen verschiedene Trüffelpilz-Arten, die darauf warten, entdeckt zu werden. Um die Trüffel auch zu finden, nimmt man am besten an einer Trüffelwanderung – in Begleitung speziell trainierter Hunde – teil.

146 FUNDORTE

bei der Kartierung 2017

3 STUNDEN

7 ARTEN

der Gattung Tuber

dauert die Veranstaltung

19 FÜHRUNGEN

339 PERSONEN

gab es 2018

haben 2018 teilgenommen


58 % Österreich

14 SECURITYS

42 % Ausland

TOP-5 GRAZER WEINE 2018

DIE GANZE WELT ZU TISCH 30 KÖCHINNEN UND KÖCHE

An der Langen Tafel nehmen auch 42 % ausländische Gäste Platz. Manchen ist dafür kein Weg zu weit – wie zum Beispiel jenem Gast, der eigens aus Neuseeland angereist ist, um an diesem Event teilzunehmen.

Blauer Wildbacher 2.836 Liter

Chardonnay (Morillon) 3.367 Liter

95 SERVICEKRÄFTE

8.825 Liter Welschriesling

7.725 Liter Muskateller

6.215 Liter Sauvignon Blanc

2.836 Liter Blauer Wildbacher

2.700 Liter Zweigelt

2.200 Liter Blaufränkisch

1.740 Liter Blauer Burgunder

1.392 Liter Merlot

1.300 Liter Cabernet Sauvignon

1.250 Liter Weißer Burgunder

1.101 Liter Grauer Burgunder

1.100 Liter Cabernet Franc

900 Liter Müller Thurgau

880 Liter Souvignier gris

585 Liter Scheurebe (Sämling 88)

100 Liter Muscaris

80 Liter Traminer

15 Liter Blütenmuskateller

Die Grafik zeigt alle 2018 in Graz wachsenden Weinsorten nach produzierten Litern.

3.367 Liter Chardonnay (Morillon)

GRAZER WEIN

5.400 Liter Sortenverschnitt weiß

Sauvignon Blanc 6.215 Liter

Muskateller 7.725 Liter

Welschriesling 8.825 Liter


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STATISTIEG 260 STUFEN ÜBER GRAZ Der Grazer Schloßberg, ein wuchtiger Fels aus Dolomitgestein mit der 1125 errichteten romanischen Burg, gab Graz seinen Namen („gradec“ bedeutet „kleine Burg“). Die Burg wurde gotisch erweitert, ab 1544 zu einer Renaissancefestung ausgebaut und im Guinness-Buch der Rekorde als stärkste Festung verzeichnet. Napoleon konnte sie nicht erobern. Erst als er 1809 Wien besetzte, ergab sich das erpresste Graz. Die Festungsanlagen wurden zerstört – Glockenturm und Uhrturm nicht. Sie wurden von den Grazerinnen und Grazern freigekauft. Glockenturm 1588 erbaut; drittgrößte Glocke der Steiermark („Liesl“, 4.633 kg) Diese wird täglich um 7, 12 und 19 Uhr mit 101 Schlägen geläutet.

Kasematten Die heutige Freilichtbühne wurde 1937 errichtet und im selben Jahre mit Beethovens „Fidelio“ eröffnet. 1987 wurde eine mobile Überdachung angebracht.

Kanonenhütte Restaurant Schloßberg

Fernberger Bastei

Starcke-Häuschen Ehemaliges Winzerhaus, heute ein Restaurant

W

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bu

g rg

as

se Schloßbergbahn Die Standseilbahn führt vom KaiserFranz-Josef-Kai zur Festungsmauer unterhalb der Kasematten

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Bahnstrecke Länge: 212 m Höhenunterschied: 108 m Steigung: 60 % Stufen: 655 Türkenbrunnen Fahrtzeit: 180 sec 94 Meter tief, sicherte früher die Wasserversorgung auf dem Schloßberg


SCHLOSSBERGBAHN Bereits seit 1894 werden Fahrgäste in der Stand­ seilbahn auf den Schloßberg befördert. Mittler­ weile – seit 2004 – ist die dritte Generation an Wagen im Einsatz.

116 beförderte Personen/Fahrt (je 58 Richtung Berg und Tal) 480.000 verkaufte Karten/Jahr (Durchschnitt 10 Jahre) 15-Minuten-Takt 13 Tonnen maximales Gesamtgewicht eines Wagens 240 Meter Seillänge 26 Millimeter Seildurchmesser

sei

t2 00

4

26 mm

Stallbastei Der Bau ersetzte 1544 ein an derselben Stelle stehendes Vorwerk der mittelalterlichen Burg. Auf ihr standen Stallungen, die der Bastei ihren Namen gaben.

19 61 —

20 0

4

Chinesischer Pavillon

Café/Restaurant Schloßberglift

Uhrturm Das Grazer Wahrzeichen wurde im 13. Jahrhundert erbaut. 1560 wurde es in seine heutige Form gebracht. Höhe: 28 Meter

Schloßberglift

19 60

Bürgerbastei, Herbersteingarten

Schloßbergrutsche Mit 64 Metern ist sie die höchste Indoor-Rutsche der Welt. Die insgesamt 175 Meter Länge garantieren ca. 40 Sekunden Rutschspaß

Kriegssteig 260 Stufen führen als Zickzack-­ Weg vom Schloßbergplatz den Felshang hinauf zum Uhrturm. Bauzeit: 1914 bis 1918

18 94 —

Schloßberg-Stollen 6,3 km Länge, 20 Eingänge, ca. 12.000 m² Nutzfläche. In den Stollen befinden sich: — Schloßberglift — „Dom im Berg“ — Grazer Märchenbahn — Schloßbergrutsche — Montan- und Werksbahnmuseum — Fußweg


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SCHADETISTIK WAS DIE STADT VERLIERT UND FINDET Wer in Graz etwas verliert, wendet sich an das Fundamt. Hier findet die Suche ein Ende. Egal ob ein Kleidungsstück, die Geldbörse oder das Gebiss verloren wurde: Aufgabe des Fundamts ist es, alle Gegenstände zu verwahren und – sofern möglich – an die EigentümerInnen zu retournieren.

AUTO-DACHBOX EROTIKSPIELZEUG An FinderIn retourniert

SCHULJAHRESZEUGNISSE KRÜCKEN ROLLSTUHL

1,4 %

An EigentümerIn retourniert 34,1 %

2018

GEBISSE HÖRGERÄT PC-DRUCKER GRAF-CARELLO-FAHRZEUG AUSSENBORDMOTOR SCHWERT MÜNZSAMMLUNG

Verbleibt im Fundamt 64,5 %

ZURÜCKGEFUNDEN 10.847 Gegenstände wurden 2018 in Graz gefunden. 3.699 davon haben den Weg zurück zu ihren Eigentü­ merinnen und Eigentümern gefunden, 150 gingen in den Besitz der FinderInnen über.

IN GRAZ GEFUNDEN FinderInnen sind verpflichtet, den Fund an die Eigentü­ merInnen zurückzugeben oder diesen im Fundservice abzugeben. Die Grafik rechts zeigt, was in Graz 2018 abgegeben wurde und wie viel davon an die Eigen­ tümerInnen zurückgefunden hat.

KINDER-KLO LANGLAUFSKI 5 KG SCHWEINEFLEISCH

KURIOS GEFUNDEN Zwar nicht alle Tage, aber doch immer wieder finden auch ungewöhnliche Gegenstände ihren Weg ins Fundamt. Die Grafik links zeigt die Fund-Kuriositäten der letzten Jahre.


1

Geld, Wertpapiere Sonstiges 426 abgegeben 89 retourniert

201 abgegeben 24 retourniert

Schlüssel, Schlüsselanhänger

2 4 5 3 6

7

1.333 abgegeben 409 retourniert

Schmuck, Uhren, Wertsachen 235 abgegeben 8 retourniert

8

Brillen, med. Geräte, Medikamente 381 abgegeben 35 retourniert

Schirme, Stöcke 369 abgegeben 42 retourniert

Elektronik und EDV-Geräte 1.039 abgegeben 315 retourniert

Bekleidung

1 Musikinstrumente

1.795 abgegeben 165 retourniert

9 abgegeben 6 retourniert

Geldbörsen 1.244 abgegeben 1.027 retourniert

2 Haushalt, Werkzeug 30 abgegeben 1 retourniert 3 Fahrzeuge, Boote 16 abgegeben 3 retourniert 4 Nahrungs-, Genussmittel 3 abgegeben 0 retourniert

Ausweise, Dokumente, Plastikkarten 1.697 abgegeben 876 retourniert

Taschen, Koffer, Rucksäcke usw.

5 Tiere und Zubehör

1.843 abgegeben 676 retourniert

4 abgegeben 0 retourniert 6 Spielzeug 67 abgegeben 6 retourniert 7 Fahrräder, Kinderwagen 77 abgegeben 0 retourniert 8 Sportartikel 78 abgegeben 17 retourniert

An EigentümerIn retourniert


Wir kÜnnen den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. Aristoteles


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STREBEN NACH GLÜCK Wodurch bestimmt sich die Lebensqualität der GrazerInnen? Eine Frage, der die LQI-Bevölkerungsbefragung der Stadt Graz auf den Grund geht. Sie lieferte 2018 bereits zum vierten Mal umfassende und spannende Antworten. Wissenschaftlich aufbereitet von Joanneum Research.

Politik benötigt Orientierungshilfen, die ihr den richtigen Weg weisen. Ideal für die Politikerin/den Politiker wäre natürlich eine einzige Richtschnur, an der jegliches Handeln ausgerichtet werden kann. Die Volkswirtschaftslehre bedient sich in diesem Zusammenhang des Konstrukts der „Wohlfahrt“, die das aggregierte Wohl­ergehen beschreibt und sich im Wesentlichen aus dem Konsumniveau einer Gesellschaft bestimmt. Daraus abgeleitet definieren sich Zielindikatoren wie BIP-Wachstum, Beschäftigungswachstum, Steigerung des Einkommens etc. Oft werden diese Ziele als ausschlaggebend für WählerInnenumfragen und Wahlergebnisse und damit den politischen Erfolg gesehen. Der Vorteil dieser Zielindikatoren besteht darin, dass sie vergleichsweise leicht beschreibbare Zieldimensionen darstellen. Das Streben der Menschen nach Zufriedenheit, Glück und Lebensqualität kann mit diesen Instrumenten jedoch nur teilweise korrekt abgebildet werden. Die Stadt Graz hat sich mit der Bevölkerungsbefragung zur Lebensqualität (LQI-Befragung) im Jahr 2008 daher ein ergänzendes Planungs- und Kontroll­ instrument geschaffen, in dem das subjektive Wohlbefinden und die gefühlte Lebensqualität der GrazerInnen im Rahmen einer umfangreichen, wiederkehrenden Befragung erhoben werden. Mittlerweile liegen mit den Jahren 2008, 2013 und 2018 die Ergebnisse aus drei Befragungswellen vor. Vor allem die Kontinuität der Erhebung, das weitgehend gleichbleibende Set an Kernfragen, die große Stichprobe sowie der hohe Detailgrad machen die LQI-Be-

fragung zu einem nützlichen Instrument für eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung bzw. zur Politikevaluierung. Dies ermöglicht es, politische Maßnahmen gezielt auf ihre Wirkung auf die Lebensqualität hin auszurichten. Dem folgend ist der Begriff der „Lebensqualität“ eines der bedeutsamsten Kriterien, auch wenn es sich um einen subjektiven Begriff handelt. Laut Definition der WHO ist Lebensqualität die eigene Wahrnehmung einer Person über ihre Stellung im Leben in Relation zur Kultur und den Wertesystemen, in denen sie lebt und in Bezug auf ihre Ziele, Erwartungen, Standards und Anliegen (WHO, 1997). Viele Städte streben heutzutage an, eine lebenswerte, gesunde und nachhaltige Stadt zu sein. Das bedeutet, dass sie eine ökologische, ökonomische, soziale und gestalterische Struktur, welche das menschliche Maß respektiert, aufweisen sollen. In diesem Zusammenhang gewinnt etwas immer mehr an Bedeutung, das man das „räumliche Kapital“ nennen könnte: Denn es ist letztlich immer der Raum, in dem gewohnt und gearbeitet werden muss. Zudem sollten auch Kultur, Ausbildung, Gesundheit und Sport Platz in der Stadt finden, all das, was wir heute für ein gutes Leben brauchen. Aber gelingendes städtisches Leben braucht auch Möglichkeitsräume, also Raum, der den Menschen die Freiheit gibt, sich selbst zu organisieren. Nach diesen Merkmalen einer lebenswerten Umgebung bzw. nach der Economist-Rangliste 2018 ist Wien von allen Großstädten der Welt die Stadt, in der es sich am besten leben lässt (The

Economist, 2018). Ausschlaggebend für die Erstplatzierung Wiens waren die Zufriedenheitsaspekte betreffend die soziale Sicherheit, die politische Stabilität und die niedrige Kriminalitätsrate – Kriterien, die in Graz, das aufgrund seiner Größe nicht vom Ranking erfasst ist, in gleichem Maße gegeben sind. Seitens der Stadt Graz stehen zu den einzelnen Befragungswellen umfangreiche deskriptive Auswertungen öffentlich zur Verfügung (Stadt Graz, 2018). In diesem Beitrag werden diese Analysen erweitert: Eine multivariate Regressionsanalyse der Lebensqualitätsindikatoren untersucht unter Berücksichtigung von Kontrollvariablen die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Befragungs­ dimensionen. Dadurch entsteht ein genaues Bild über die implizite Wichtigkeit der einzelnen Zufriedenheitsfaktoren, als Ausgangspunkt zur Schärfung der politischen Prioritätensetzung. Im ersten Analyseschritt wurden die mehr als 80 spezifischen Zufriedenheitsaspekte, die in den LQI-Fragebögen erfasst wurden, mittels Faktorenanalyse aggregiert. Es wurden jeweils Aspekte in einem Einflussfaktor zusammengefasst (siehe Tabelle 1), die in allen drei LQI-Umfragen mit vergleichbarem Wortlaut erhoben wurden und in allen drei Befragungen konsistente Antwortmuster aufweisen (ähnlich hohe Faktorladungen zu allen Messzeitpunkten, schwache Kreuzladungen zu anderen Faktoren). Für jeden Einflussfaktor wurde aus


Tabelle 1: Aggregierte Zufriedenheitsindikatoren

EINFLUSSFAKTOR

BESCHREIBUNG

Umweltqualität

Naturraum, Luftbelastung, Lärm

Wohnsituation

derzeitiger Wohnraum

Zusammenleben mit Fremden

Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen

Sicherheit

Beleuchtung, öffentlicher Raum bei Tag/Nacht

Sauberkeit

Sauberkeit von Straßen und Parkanlagen

Lebenshaltungskosten

Wohnausgaben, Preise für alltäglichen Bedarf, Fahrpreise

Parks

Erreichbarkeit und Ausstattung von Grünräumen

Arbeitsmarkt

Angebot und Vermittlung von Arbeitsplätzen

Mitgestaltung des Wohnumfelds

Einbeziehung von Bewohnerinnen und Bewohnern bei der Gestaltung

Kinderbetreuung und Schulen

Angebot für Kinder verschiedener Altersstufen

Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes

Erreichbarkeit mit verschiedenen Verkehrsmitteln

Freizeitmöglichkeiten

Sporteinrichtungen, Vereine, öffentliche Plätze

Öffentlicher Verkehr

Angebot bei Tag/Nacht, Erreichbarkeit des Stadtzentrums

Barrierefreiheit

bei öffentlichen Einrichtungen, Wohnungen, Gehsteigen, Haltestellen

Gesundheitseinrichtungen für Ältere betreutes Wohnen, mobile Pflege, Wohnheime Parkplatzverfügbarkeit

Verfügbarkeit im Wohnumfeld

Nahversorgung

Angebot und Erreichbarkeit mit verschiedenen Verkehrsmitteln

Zusammenleben mit NachbarInnen

Kontakt, Hilfsbereitschaft, Menschen mit Beeinträchtigungen


76

den zugeordneten Zufriedenheitsaspekten ein Mittelwert-Index berechnet, der mit der gleichen Skala (1 = sehr zufrieden bis­ 5 = sehr unzufrieden) zu interpretieren ist wie die Einzelaspekte. Die Einflussfaktoren entsprechen teils den Themen der LQI-Fragebögen (z. B. Lebenshaltungskosten), teils werden Themen ausdifferenziert­ (z. B. das Thema Umweltqualität wird aufgeschlüsselt in Umweltqualität, Sauberkeit und Parks). Mit der gleichen Vorgangsweise wurde die Lebensqualität, das zentrale zu erklärende Merkmal dieser Studie, aus den Einzelfragen, wie gerne man im Stadtteil lebt, im Vergleich zu anderen Stadtteilen/Städten/Jahren erstellt. Abbildung 1 zeigt die Lebensqualität 2018 in den Grazer Bezirken sowie die Veränderung gegenüber 2008 und 2013. Insgesamt liegt die Lebensqualität im mittleren Bereich (1 = sehr gut, 4 = sehr schlecht), wobei sich ein deutlicher Unterschied zwischen dem Osten und dem Westen von Graz zeigt. In den Bezirken westlich der Mur ist demnach die Lebensqualität schlechter ausgeprägt als im Osten. Am geringsten ist die Lebensqualität im Bezirk Gries, gefolgt von Lend, Puntigam und Straßgang. Gegenüber 2013 hat sich die Lebensqualität in den meisten Bezirken etwas verbessert, insbesondere in den östlichen Bezirken – allen voran St. Leonhard und Innere Stadt. Im Vergleich zu 2008 hat sich die Lebensqualität jedoch überwiegend verschlechtert – insbesondere in Gries. Gegenüber 2008 verbessert haben sich lediglich Jakomini und Geidorf. Mithilfe eines linearen Regressionsmodells wurden nun die Einflussfaktoren auf die Lebensqualität in den Jahren 2008, 2013 und 2018 untersucht. Neben den Zufriedenheitsfaktoren wurden folgende sozio-

demografische Parameter als Kontrollvariablen berücksichtigt: Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit, höchster Ausbildungsgrad, Erwerbstätigkeit, Haushaltsgröße (eine Person, zwei und mehr Personen), Kinder zwischen 0 und 14 Jahren sowie das Netto-Haushaltseinkommen. Während die soziodemografischen Parameter lediglich zwischen 3 % (2008, 2013) und 4 % (2018) der Varianz der Lebensqualität erklären, erhöht sich bei Berücksichtigung der Zufriedenheitsfaktoren die erklärte Varianz auf 30 % (2008) und 41 % (2008, 2013). Damit zeigt sich, dass der politische Gestaltungspielraum zur Erhöhung der Lebensqualität mittels Verbesserung bei den einzelnen Faktoren durchaus gegeben ist, wenn auch ein relativ großer Anteil der Varianz unerklärt bleibt. Die unerklärte Varianz zur subjektiven Einschätzung der Lebensqualität stellt die vielen weiteren persönlichen Merkmale und biografischen Umstände, die mit diesem Modell nicht erfasst werden können, dar. Abbildung 2 zeigt die geschätzten Regressionskoeffizienten der Zufriedenheitsfaktoren mit einem 95-%-Konfidenzintervall für jedes Erhebungsjahr, kontrolliert um den Effekt der soziodemografischen Einflussfaktoren. Den stärksten Einfluss in allen drei Jahren hat die Umweltqualität, gefolgt von der Wohnsituation. Diese beiden Faktoren stellen damit den größten Hebel für die politische Einflussnahme zur Erhöhung der Lebensqualität dar. Weitere Faktoren, die in allen drei Jahren einen signifikant positiven Einfluss auf die Lebensqualität haben, sind Zusammenleben mit Fremden, Lebenshaltungskosten, Sicherheit, Sauberkeit, Arbeitsmarkt und die Mitgestaltung des Wohnumfeldes. Keinen signifikanten Einfluss auf die Lebensqualität in allen drei Erhebungsperioden haben

hingegen die Gesundheitseinrichtungen für Ältere, Parkplatzverfügbarkeit, Barrierefreiheit, Nahversorgung sowie Kinderbetreuung und Schulen. Die absolute Einflussstärke ist insgesamt aber gering: Umweltqualität, der relativ stärkste Einflussfaktor, weist einen Schätzer von 0,16 auf. Das bedeutet, eine Verbesserung der Umweltqualität um einen Punkt auf der fünfstufigen Skala führt zu einer Verbesserung der Lebensqualität um 0,16 Punkte auf der vierstufigen Skala (für das Aggregat „Lebensqualität“). Dies unterstreicht, dass Lebensqualität ein stabiles Merkmal ist und dass es deutliche politische Anstrengungen erfordert, um die Lebensqualität längerfristig zu verbessern. Da einige dieser Faktoren nur für manche Personengruppen relevant sind (z. B. Gesundheitseinrichtungen für Ältere, Barrierefreiheit, Arbeitsmarkt, Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes, Kinderbetreuung und Schulen) und viele Themenblöcke in der Umfrage daher von vielen nicht beantwortet wurden, ist die Anzahl fehlender Werte teilweise sehr hoch. Aufgrund dieser fehlenden Werte reduziert sich die Stichprobe, die in der Regressionsanalyse berücksichtigt wird, um bis zu 60 % (Original-Stichprobenumfang 2018: 20.751, 2013: 9.550, 2008: 7.551). Um die Robustheit der Regressionskoeffizienten hinsichtlich der reduzierten Stichprobe zu überprüfen, wurden diese Faktoren in einem weiteren Analyseschritt nicht berücksichtigt. Es hat sich gezeigt, dass sich die verbleibenden Zufriedenheitsfaktoren in ihrem Einfluss nicht wesentlich verändert hatten und somit als robust erachtet werden können.


LEBENSQUALITÄT 2018

XII XI Abbildung 1: Einschätzung der Lebens­qualität 2018 und Veränderung gegenüber 2008 und 2013

XIII

X

III IV XIV

I

V

IX

II

VI

XV

VIII

2 bis < 2,1 2,1 bis < 2,2 2,2 bis < 2,3

XVI XVII

2,3 bis < 2,4

VII

2,4 bis < 2,5 2,5 bis < 2,6 1 = sehr gut, 4 = sehr schlecht

— 0,15 bis < — 0,1 — 0,1 bis < — 0,05 — 0,05 bis < 0 0 bis < 0,05 0,05 bis < 0,1 0,1 bis < 0,15 0,15 bis < 0,2 negativ = Verbesserung positiv = Verschlechterung

Veränderung 2018 gegenüber 2013

Veränderung 2018 gegenüber 2008


78

Bei nahezu allen Zufriedenheitsfaktoren unterscheiden sich die Einflussstärken auf die Lebensqualität nicht zwischen den Jahren 2008, 2013 und 2018 (überlappende Konfidenzintervalle bedeuten keine statistisch signifikante Veränderung). Das heißt, die Treiber der persönlichen Lebensqualität sind weitgehend stabil. Es sind aber einzelne Ausnahmen zu beobachten: Die Zufriedenheit mit der Umweltqualität und mit Parks leistet über die Jahre einen tendenziell zunehmenden Beitrag zur Lebensqualität. Diese Verlagerung könnte auf höhere mediale Aufmerksamkeit oder auf bessere Informationen und daher höheres Bewusstsein über aktuelle Problemlagen zurückgeführt werden. Hingegen wird das Zusammenleben mit den Nachbarinnen und Nachbarn immer weniger relevant für die Lebensqualität. Ein zentraler Vorteil des regressionsanalytischen Zugangs liegt darin, die implizite statt der expliziten Wichtigkeit der Zufriedenheitsfaktoren für die allgemeine Lebensqualität aufzuzeigen. Alle LQI-Umfragen erheben mit einer eigenen Antwortskala, wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern persönlich die jeweiligen Themen sind. Oft spiegelt die subjektiv empfundene Wichtigkeit aber nicht die tatsächliche Bedeutung wieder, die ein bestimmtes Thema für jemanden hat. Ein Beispiel aus einem anderen Forschungsfeld illustriert diesen Unterschied: Mütter geben Sicherheitsbedenken als wichtiges Motiv für ihre Verkehrsmittelwahl auf Hol-/Bringwegen für ihre Kinder zur Schule an (explizite Wichtigkeit); regressionsanalytisch zeigt sich aber die Tagesstruktur der Mütter als entscheidender Faktor, warum Begleitwege meistens mit dem Auto unternommen werden (implizite Wichtigkeit; Johansson 2006). Die hier ermittelten impliziten Einflussstärken auf die Lebensqualität der

GrazerInnen können präziser die zugrunde ­liegenden Präferenzen erfassen, ohne durch Selbstwahrnehmung verzerrt zu sein. Beim Zufriedenheitsfaktor Umweltqualität stimmen implizite und explizite Wichtigkeit überein: Die Umweltsituation war den Grazer Bürgerinnen und Bürgern bei allen drei LQI-Umfragen sehr wichtig (Mittelwerte um 1,5 auf einer fünfstufigen Skala; Stadt Graz 2018). Ebenso ist Umweltqualität durchgehend der stärkste Einflussfaktor auf die Lebensqualität. Beim Zufriedenheitsfaktor Sicherheit zeigen sich aber Diskrepanzen: Explizit wird Sicherheit in allen drei LQI-Umfragen als gleich wichtig wie die Umweltsituation eingeschätzt. Implizit ist der Einfluss von Sicherheit auf die Lebensqualität aber nicht einmal halb so stark wie der Einfluss der Umweltqualität. Für die Stadtpolitik bedeutet das: Gezielte Maßnahmen für mehr Sicherheit folgen zwar den artikulierten Bedürfnissen der BürgerInnen, können deren Lebensqualität jedoch kaum erhöhen. Maßnahmen für bessere Umweltqualität hingegen erzielen einen doppelten Effekt: Sie treffen die Erwartungen der BürgerInnen und führen tatsächlich zu mehr Lebensqualität. Diese Analyse ist als eine erste statistische Annäherung an den umfangreichen und detailreichen Datensatz der LQI-Erhebung anzusehen, indem prinzipielle Zusammenhänge zwischen den einzelnen Zufriedenheitsindikatoren und „Problembereiche“ aufgezeigt wurden. Hier wird eine Methodik demonstriert, auf Grundlage derer eine Implementierung als Steuerungsinstrument erfolgen kann. Um Trends zwischen den einzelnen Erhebungen valide abbilden zu können, bedarf es jedoch detaillierter Repräsentativitätsprüfungen, wie gut die Stichprobe die Bevölkerungszusammen-

setzung in den einzelnen Grazer Stadtbezirken abbildet, und ggf. die Berechnung von Gewichtungsfaktore, sowie die Einbeziehung von Interaktionstermen in das Regressionsmodell, welche die Einflussstärken in bestimmten Bevölkerungssegmenten beschreiben. Die bereits offengelegten impliziten Wichtigkeiten können dazu verwendet werden, den Blick auf das politische Handeln hinsichtlich seiner Wirkung auf die urbane Lebensqualität zu schärfen. Die ausgewiesenen Zufriedenheitsfaktoren helfen bei einer grundsätzlichen Ausrichtung, sind aufgrund ihrer aggregierten Natur jedoch oftmals noch zu unscharf, um konkrete Entscheidungen darauf aufzubauen. Der Datenumfang der Erhebung erlaubt grundsätzlich zusätzliche Auswertungen mit höherer Detailtiefe. Doch ist diese anhand konkreter Fragestellungen und da­raufhin formulierter statistischer Hypothesen zu entwickeln. Überall, wo ein darüber hinausgehendes Wissen verlangt wird, empfiehlt es sich, aufbauend auf den Erhebungsdaten, weiterführende Methoden wie Fokusgruppen sowie themenbezogene Zusatzbefragungen anzudenken. Im Rahmen dieser könnte beispielsweise untersucht werden, was genau unter Umweltqualität in der Stadt bzw. im betreffenden Stadtteil zu verstehen ist und wo konkreter Handlungsbedarf in Hinblick auf Lebensqualität besteht. Aufgrund der Kontinuität empfiehlt es sich jedoch in den LQI-Befragungen, das Set der über die bisherigen Erhebungswellen identen Fragestellungen beizubehalten. Letztendlich folgt die Erhebung dem Ziel, der Stadt Graz dabei zu helfen, die knappen Mittel so einzusetzen, dass die Lebensqualität der GrazerInnen möglichst groß wird. Nur durch die Kenntnis der wirkmächtigsten Hebel kann dieses auch gelingen.


Umweltqualität Wohnsituation Zusammenleben mit Fremden Lebenshaltungskosten Sicherheit Sauberkeit Parks

nicht signifikant nicht signifikant

Arbeitsmarkt Mitgestaltung des Wohnumfeldes Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes Freizeitmöglichkeiten Öffentlicher Verkehr

nicht signifikant nicht signifikant nicht signifikant

nicht signifikant nicht signifikant

Gesundheitseinrichtungen für Ältere

nicht signifikant nicht signifikant nicht signifikant

Parkplatzverfügbarkeit

nicht signifikant nicht signifikant nicht signifikant

Barrierefreiheit

nicht signifikant nicht signifikant nicht signifikant

Nahversorgung

nicht signifikant nicht signifikant nicht signifikant

Kinderbetreuung und Schulen

nicht signifikant nicht signifikant nicht signifikant

Zusammenleben mit Nachbarinnen und Nachbarn

nicht signifikant nicht signifikant

—0,10

—0,05

0,00

0,05

0,10

0,15

Abbildung 2: Regressionskoeffizienten der Zufriedenheitsfaktoren bei einem 95-%-Konfidenzintervall. Nicht signifikante Parameter (Signifikanzlevel p < 0,05, Konfidenzintervall überlappt mit Null-Linie) werden angeführt. 2008

2013

2018

Verfasser: Andrea Damm, Michael Kernitzkyi, Sanela Pansinger, Franz Prettenthaler, Sebastian Seebauer JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, LIFE — Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft Referenzen: Stadt Graz, Präsidialabteilung und Referat für Statistik (2018): LQI-Umfrage 2018. Ergebnisse Graz gesamt. Johansson, M. (2006): Environmental and parental factors as determinants of mode for children’s leisure travel. Journal of Environmental Psychology 26, 156—169. The Economist (2018): Vienna overtakes Melbourne as the world’s most liveable city. Mid-sized cities in wealthier countries perform well, according to the latest survey. https://www.economist.com/graphic-detail/2018/08/14/vienna-overtakes-melbourne-as-the-worlds-most-liveable-city (17. 10. 2018) WHO World Health Organization (1997): WHOQOL Measuring Quality of Life.


80

IMPRESSUM Medieneigentümer und Herausgeber Stadt Graz Präsidialabteilung – Statistik Hauptplatz 1, 8010 Graz Fotos (falls nicht anders gekennzeichnet) Joel Kernasenko Gestaltung, Gesamtkonzept und Infografiken achtzigzehn – Konzept & Gestaltung GmbH Andreas-Hofer-Platz 15, 8010 Graz Ein Unternehmen der Holding Graz Druck Platinium fine art print GmbH Am Hartboden 48a, 8101 Gratkorn 1. Auflage, 2019

Quellennachweise S. 12, 13, 14, 15: Stadt Graz Präsidialabteilung – Statistik S. 16: Stadt Graz BürgerInnenamt, Statistik Austria S. 22: Stadt Graz Stadplanung, Umweltbundesamt S. 24: Stadt Graz Präsidialabteilung – Statistik S. 26: Stadt Graz Stadtvermessung S. 32: Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik S. 34: Stadt Graz Grünraum und Gewässer, Holding Graz Wasserwirtschaft S. 36: Stadt Graz Grünraum und Gewässer, Holding Graz Stadtraum S. 38: Holding Graz Stadtraum S. 44: Holding Graz Linien, Statistik Austria S. 46: Flughafen Graz S. 52: BMBWF Hochschulstatistik S. 54: Österreichisches Patentamt S. 55: Wirtschaftskammer Steiermark S. 58: Stadt Graz Präsidialabteilung – Statistik S. 60: grazoutside.net S. 66: Genusshauptstadt Graz, Gebäude- und Baumanagement Graz, Stadt Graz Präsidialabteilung – Statistik S. 68: Holding Graz Freizeit S. 70: Stadt Graz Präsidialabteilung – Fundservice


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STADTistik Graz  

Statistik-Jahrbuch der Landeshauptstadt Graz

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