LIEBES PUBLIKUM, wir sind optimistisch! Nachdem wir im März 2020 den Druck unseres Spielzeitheftes in letzter Minute stoppen mussten und uns fast ein Jahr lang in Spontaneität und Flexibilität übten, halten Sie nun die Spielzeit 21/22 in Händen. Während wir in der vergangenen Saison vorwiegend digital zu erleben waren, haben wir hinter den verschlossenen Theatertüren durchgehend Neues erarbeitet und freuen uns sehr darauf, Ihnen all das nun endlich zeigen zu dürfen. Da nur wenige von Ihnen die eine oder andere Produktion in kleinem Kreis sehen konnten, bevor der Spielbetrieb im vergangenen Herbst nach nur wenigen Wochen wieder beendet wurde, empfinden wir fast alle Produktionen der neuen Spielzeit als Premieren. Allerdings, eine ausgedünnte Bestuhlung sowie diverse Hygienekonzepte werden uns wohl noch eine ganze Zeit lang begleiten. Und das hinterlässt auch im Bereich des Abonnementsystems Spuren: Da es in der bisherigen Form noch nicht wieder umsetzbar ist, bieten wir Ihnen dieses Mal die exklusive Möglichkeit, sich ein ganz persönliches Programm maßzuschneidern. So setzt sich der Spielplan 21/22 aus lang Geplantem, Verschobenem und neu Erdachtem zusammen. Er beginnt mit der ‚Demokratischen Sinfonie‘ – einer Uraufführung von Schauspiel und Staatsorchester mit unmittelbarem Bezug zu den diesjährigen Bundestagswahlen –, zeigt die deutsche Erstinszenierung von Rameaus letzter Oper ‚Les Boréades‘, folgt Foxfindern durch eine dystopische Gesellschaft, erzählt choreografisch von Alices Abenteuern im Wunderland … und endet mit unserem ‚Ring‘-Zyklus, der ursprünglich für den Sommer 2020 geplant war. Zusätzlich lässt unsere Theaterinsel auf dem Vorplatz Raum für zwanglose Begegnungen, intensive Gespräche und manch neues Kulturformat. Eines der vielen Diskussionsthemen des vergangenen Jahres war immer wieder die Frage nach dem Stellenwert von Kunst, über den auch wir intensiv und selbstkritisch viel nachgedacht haben. Wir sind sehr froh, dass sich das Fazit der Debatte mit unserer eigenen Wahrnehmung deckt: Kunst und Kultur sind nicht nur relevant, sie sind existenziell! Nirgendwo sonst lässt sich Empathievermögen, das doch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unabdingbar ist, so unmittelbar üben. Und wiederum unerlässlich für Theater ist: das Publikum. Wir freuen uns auf Sie! Ihr
Christian Firmbach Generalintendant