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Dezember /Januar 2010/11 | Nr. 132 | kostenlos | SPIESSER.de

Hegen Eselreiten mit dem jungen Ochsenknecht

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pflegen 24 Stunden in der Altenpflege spezial

ernten SPIESSER verlost Spielekonsolen, iPods und 6000 Downloads

Klima satt Ständig sollen wir die Erde retten – dabei geht das gar nicht. Oder? 6


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n h a B r e Mi t d r u o T f u a

er lin ein. Am Schüler nach B hn ze n de la n ah Wer ks die Deutsche B issen eines ICEul K e di er nt SPIESSER und hi könnt ihr und Studenten ebruar 2011 r tref ft A zubis ih 17. und 18 . F n, ue ha sc fs i. Und Hauptbahnho Hotel sind dabe im g un ht ac und des Ber liner rn t und Übe innen Bahn. Bahnticke SER.de/gew S der Deutschen IE P S f u a t sein wollt, geh wenn ihr dabei

D ie e t sc h De u h n Ba Rund 8.800 Jugendliche bildet die Deutsche Bahn in über 25 Berufen und 15 Dualen Studiengängen aus. Damit ist die DB einer der größten Ausbilder in Deutschland. Die Deutsche Bahn bietet Schulabgängern ein Duales Studium an. (Fach-)Abiturienten haben die Wahl zwischen einem dreijährigen Dualen Studium an einer Berufsakademie/ dualen Hochschule und einem in der Regel vierjährigen Studium an einer Fachhochschule/Universität mit integrierter Berufsausbildung. Die DB kooperiert deutschlandweit mit elf Hochschulen und Berufsakademien

i D re n e g F ra n a

Was et ar t e r w c h? eu

Im Berliner Hauptbahnhof steigen Millionen ein, aus und um. Aber ihr kommt dorthin, wohin sonst niemand kommt. Bei eurer Tour schaut ihr euch das Ganze mal von der Mitarbeiterseite an. Was ist denn nötig, damit an so einem Verkehrsknotenpunkt alles reibungslos läuft? Ihr erfahrt es.

Das ICE-Werk in Rummelsburg ist eines der modernsten in Deutschland. Bis zu 60 ICE werden hier täglich gewartet und repariert. Ihr könnt den Hochgeschwindigkeitszügen dabei sehr nah kommen, von innen, unten und oben, Blick in den Führerstand inklusive. Bei allen Stationen trefft ihr Auszubildende, Studenten der Dualen Hochschule/Berufsakademien und Personalverantwortliche der Deutschen Bahn. Von ihnen könnt ihr erfahren, wie der Arbeitsalltag aussieht und was ihr für die Ausbildung mitbringen müsst.

Katharina, du studierst Bauwirtschaftsingenieurwesen bei der Deutschen Bahn. Was macht man als Bauwirtschaftsingenieurin bei der DB? Ich bin jetzt in Berlin. Da arbeiten wir am Ausbau der Bahnverbindung zum neuen Flughafen. Die Strecke und die Stationen werden für eine schnellere Anbindung erneuert. Ich bin in der Bauüberwachung eingesetzt.

sowie sechs Fachhochschulen und Universitäten. Nach drei Jahren wird der international anerkannte Bachelor erworben. Beim berufintegrierenden Studium wird zusätzlich der IHKFacharbeiterbrief erlangt. Neben dem Studium gibt es vier Ausbildungsbereiche: Verkehrsberufe, gewerblich-technische, kaufmännischserviceorientierte und IT-Berufe. Den größten Teil der Ausbildungsangebote machen bei der Deutschen Bahn die gewerblich-technischen Ausbildungsberufe aus, beispielsweise zum Industriemechaniker/-in, Mechatroniker/-in oder Elektroniker/-in

War das deine erste praktische Erfahrung? Nein, ich war auch schon für vier Monate in der Mongolei eingesetzt. Dort wurde ein internationales Bauvorhaben geplant. Nämlich eine Mineneisenbahn von den mongolischen Kohle-, Gold- und Kupferminen ins benachbarte China.

für Betriebstechnik. In der Fahrzeuginstandhaltung, in Stellwerken und bei der Wartung von Maschinen und Anlagen sind technische Fachkräfte gefragt. Auszubildende und Studenten bekommen neben der Vergütung auch Sozialleistungen, zum Beispiel Fahrvergünstigungen sowie Weiterbildungsangebote. Im vergangenen Jahr wurden

Sind die technischen Berufe immer noch Männersache? Im Baubüro, in dem ich arbeite, herrscht eine ziemlich hohe Frauenquote. Ich würde sagen: fast 50 Prozent. Alle Infos zu Einstiegswegen und zur Deutschen Bahn sowie Ansprechpartner aus eurer Region gibt es auf www.deutschebahn.com/schueler

rund 90 Prozent der Studenten und Auszubildenden übernommen. Weitere Informationen findet ihr auch unter facebook.com/dbstart und youtube.com/dbkarriere


3 Revanche

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Diesmal strahlt das RentnerKompetenz-Team am Pophimmel. Autorin Saskia: „Die Herren machten keinen einzigen Rückzieher. Sogar zu Lady Gagas ‚Pokerface‘ stammelten und schaukelten die Drei. Und dann hatte plötzlich ich das Mikro in der Hand und musste ‚Über sieben Brücken‘ singen.“

Wortwechsel aus der Redaktion Wir hatten die Handwerker im Haus – mit Radio: Grafiker Ronny lauscht: „Das ist Andrea Berg!“ Art Director Maik: „Wenn ich sowas mal erkenne,

erschießt mich.“

Inhalt

SPIESSER-Spezial: Wir pflegen – keine Vorurteile

Bussi für Gustav

einmischen & mitreden

Beim Interview mit Wilson Gonzales Ochsenknecht ging es in Berlin ganz schön tierisch zu. Der Schauspieler wurde von kreischenden Mädels angeschmachtet, Autor Gustav (leider?) nur von Bock Ernie.

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Frostige Fotos aus der SPIESSER-Community – und eure Meinung zum Beine rasieren Geschrieben wie gesprochen: Liebe und/oder Sex?

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Titelgeschichte:

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Na Klima! Warum die Erde nicht zu retten ist Vertretungsstunde: Multikulti mit Rick Kavanian

einsteigen & loslegen 12

Berufe in Medientechnik und Telekommunikation: Ein Gespräch unter Laborbedingungen

austoben & entspannen 25 28

Rentner-Kompetenz-Team: in der Karaoke-Bar Testlabor: Konsolenspiele, Sprachcomputer,

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SPIESSER-Kosmos: Meinungen, Fragen, Aktionen,

Guinness-Buch der Rekorde, Smartpen

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Impressum Kino: Wilson Gonzales Ochsenknecht im Interview, Tom Tykwer mit „Soulboy“ Musik: Auf Bustour mit Fettes Brot, Downloads Rätsel: Gewinnt schicke Klamotten, außerdem Wiis, iPods und PC-Spiele Letzte Seite: Brief an den Perfektionismus, Comic

So was von Bettina Aufschieberitis Lernen? Keine Zeit! Wenn Klausuren anstehen, sind 1.000 Dinge wichtiger: bei der Fahrschule reinschnuppern. Büchereibücher zurückbringen. Den neuen Nagellack ausprobieren. Uns fällt ein: Dem Jonne vom Malle-Urlaub wollten wir doch mal schreiben! Und wenn wir schon mal online sind, päppeln wir kränkelnde Kontakte auf. Und haben noch mehr Verabredungen. Wann bitte sollen wir da lernen? Dabei wissen wir: Kein Lehrer akzeptiert die Ausrede: „Substituieren? Äh, nee, kann ich immer noch nicht. Aber dafür hab ich alle Nachrichten beantwortet!“

Das Wochenende nehmen wir uns frei. „Nee, sorry, muss lernen“, erzählen wir Freunden. Doch unser Schreibtischstuhl bleibt kalt, statt Nullstellen suchen wir neue Aufgaben. Wir tanzen mit Staubwedel durchs Haus, heften alte Arbeitsblätter ab, ordnen Ohrringe nach Farben und das Essen im Kühlschrank nach Inhaltsstoffen. Immer mit dabei: unser Gewissen. Wie eine Gewitterwolke schwebt es über uns. „Guck doch, wie staubig die Kommode ist!“, versuchen wir es zu beschwichtigen. Doch irgendwann ist auch der letzte Chipskrümel aus der Sofaritze

gepuhlt, die Festplatte defragmentiert. Unweigerlich schlägt die

„Scheiße-schonso-spät-undnichts-gelernt!“Stunde. Das Gewitter tobt. Wir prügeln uns Gleichungen ins Kurzzeitgedächtnis, verzweifeln an Formeln, die um zwei Uhr morgens den Einzug in unser Hirn verweigern, schütten mehr Kaffee in uns hinein, als ein Kamel in die

Höcker kriegt. Der nächste Morgen, Klausur: die Ärmel voller Spickzettel, die Augenlider schwer wie Laster, der Kopf voller Selbstvorwürfe. Wir frieren vor Übermüdung und uns ist schlecht vom vielen Kaffee. „Das nächste Mal aber...“, schwören wir uns. Der Vorsatz hält genau bis zu dem Tag, an dem wir für die nächste Klausur lernen müssten. Bet tinas Leben: ein K o l u m n e n l e b e n . Wa s sie sonst noch schreibt, er fahr t ihr auf SPIESSER .de, Profilname: senfgruen


4 einmischen & mitreden

von mon

von laleander

Moment! kalt „Kälte“, lesen wir, „bezeichnet das Fehlen von Wärme“ Aha. Was für eine nichtssagende Definition. Hier lassen wir lieber Bilder statt Worte sprechen. Noch mehr Bilder zum Thema „kalt“ seht ihr in der Gruppe „kalt“ auf SPIESSER.de Wollt ihr mit einem Bild zum Thema „mutig“ ins nächste Heft? Dann werdet Mitglied der Gruppe „mutig“ auf SPIESSER.de und veröffentlicht dort eure Bilder.

von Tobinator

v o n p i u p2

von Linaa

Eure meinung SPIESSER.de User Sprolle 1A denkt:

„Beine rasieren ist reine Zeitverschwendung.“ 

Was sollte endlich mal laut gesagt werden? Sagts auf SPIESSER.de/eure-meinungen

SPIESSER.de-User sagen dazu

„Das Empfinden von Schönheit wandelt sich eben auch mit der Zeit. Evolutionär betrachtet haben Frauen in ein paar hundert Jahren eh keine Körperbehaarung mehr.“ R o b e r t T. „Stehst du auf Urwald an der Frau? Kann sein, dass es solche Fetischisten gibt, aber das sind vielleicht 4 Prozent der Masse. In der heutigen Gesellschaft ist Auftre-

ten das A und O. Da kann man sich nicht gehen lassen, nur weil man mal zu faul ist.“ B e h e m o t h „Wer die Haare nicht mag, rasiert sie. Wer die Haare mag, lässt sie wachsen. Keines von beiden zeugt von großer Hygiene oder Unhygiene.“ R o b a t t „Wenn ich mir die Beine mal nicht rasiert habe und ich abends mit ei-

nem Kerl im Bett liege, dann fühl ich mich total unwohl, wenn er meine Beine berührt. Ich denke, das geht euch auch fast allen so.“ slow motion riot

„Ich mag es, das Rasiergel auf meinen Beinen zu verteilen, bis es schäumt. Und ich liebe es, nach dem Rasieren mit den Händen über meine aalglatten Beine zu fahren.“ S e n f g r u e n


einmischen & mitreden

„Das steigert dein Ego, wenns in der Kiste klappt.“

Geschrieben wie gesprochen: Diesmal diskutieren Victoria, 18, und Robert, 20, über Liebe, Sex, Zärtlichkeit – und Lustspielzeug. Aufgezeichnet an einer Bushaltestelle v o n C l a u d i a F l a c h , 20

Fotos: André Forner

Robert war noch nie bei einem Mädelsabend. „Kann ja sein da geht‘s um Backrezepte“. Falsch gedacht: „Man redet über Stellungen, tauscht Erfahrungen aus, gibt sich Tipps. Warum sollte es anders sein als bei euch?“

[…] Victoria Was für ne Rolle spielt Sex in einer Beziehung bei dir? Robert Eine ziemlich große. Zum einen bin ich der Meinung, wenn im Bett, wenn da… chronische Unlust vorherrscht […], dann schlägt sich das auch auf die Beziehung nieder. […] Das ganze sexuelle Zusammenspiel trägt ja auch zu nem Wohlbefinden bei. Das steigert dein eigenes Ego, wenns in der Kiste klappt. (Gekicher) […] Victoria Aber ich finde trotzdem, dass es nur das i-Tüpfelchen ist. Eine Beziehung baut auf viel mehr auf als auf Sex. Es gibt viel mehr Sachen, die dem Gefühl eines Orgasmus nah kommen [...] Endorphine fließen durch deinen Körper, aber die fließen ja vielleicht auch, wenn du ne Tafel Schokolade isst. Oder bei nem tollen Rockkonzert … Robert Das ist ja was anderes. Sich mit tausend verschwitzen Körpern bei nem Konzert aneinander reiben oder

mit einem verschwitzen Körper.

nur

[...] Ich würde jetzt 'n Rockkonzert nicht unbedingt mit ner Nacht im Bett vergleichen wollen. […] Aber wie siehts aus mit Sex ohne Liebe bei dir? Wäre das denn machbar, zu sagen, ich lass mich jetzt hier einfach nur … betüdeln oder muss da ein Gefühl hinter stehen?

Victoria Aus meiner derzeitigen Situation isses für mich überhaupt kein Thema, weil ich einen Freund habe. […] Und vorher konnte ich mir das ehrlich gesagt auch nicht vorstellen. Vielleicht war ich da 'n bisschen naiv oder einfach begrenzt in meinem Denken. […] Robert Warum? Was machts für dich so wichtig, dass du die Person, die dort an dir rumspielt, auch lieben musst? Victoria [...] Ich könnts mir, wie gesagt, nicht vorstellen, auch wenn ich noch zehn Angebote hätte. […] Liebe muss vorhanden sein, bevor man mit dem anderen ins Bett springt, außer man ist wirklich so notgeil, dass es sein muss, aber dazu ... ist es bei mir noch nicht gekommen. Und bei dir? Robert Ich glaube, das sind zwei verschiedene Dinge … Also ne Gefühlswelt zu jemandem zu haben und mit ihm in die Kiste zu steigen […] Victoria Also hast du schon Erfahrung gesammelt? Robert Man probiert sich halt so aus... Victoria Ich deute das mal als ja. Robert Ja. […] Wie lange kann ich warten, wenn ich nur liebe? Da gehts ja auch ohne Sex und es geht genauso gut aber auch andersrum, sich nur die körperliche Befriedigung zu holen, zu sagen: „Gut, … das, was jetzt hier nackig vor mir rumhüpft, sieht bombig aus, aber zusammen sein wollt ich damit nicht“, das ist machbar, denk ich.

Victoria Anderes Thema: Was sagst du zu Sexspielzeug? Besitzt du so was? Robert Ja. Pass mal auf: Du hast ja an deinem Körper und am Körper des anderen 'n gewisses Potential, was du so ausprobieren kannst. Irgendwann isses ausgespielt. […] Du musst natürlich irgendwas reinbringen, was wieder Laune macht. […] Das müssen nicht Ledermasken mit Nieten sein … Man kann da auch durchaus mit … kleineren Geräten anfangen. [...]

15 Bücher zu gewinnen

Sexspielzeug ne ganz gute Sache, wenns beiden

Victoria Prinzipiell finde ich

auch was bringt, wenns nicht zu teuer ist. Und ich finde es manchmal sehr lustig, wenn man mal so nen Katalog durchblättert. […] Ich würde nicht alles Mögliche durchtesten, weil ich in meinem Horizont noch nicht soweit gekommen bin. Vielleicht auch nicht kommen will, wer weiß. Robert Richtig. […] Spaß ist, wenns beiden gefällt, quasi. [...]

Worüber SPIESSERA u t o r i n C l a u d i a , 20 , b e i m Mädelsabend am allerliebsten r e d e t? F r a g t s i e a u f S P I E S S E R . d e , Profilname: Aluni

Immer diese ersten Male: Die ersten Pickel, die ersten gescheiterten Pickel-Bekämpfungsversuche – und natürlich der erste Sex. „Das war ich nicht, das waren die Hormone“ liefert 40 Kurzgeschichten rund um die Pubertät. Ihr könnt 15 Exemplare gewinnen, auf SPIESSER.de/gewinnen Das Video von Victoria und Robert findet ihr auf SPIESSER.de, Webcode: @geschrieben. Dort gibts auch das Video mit Benedikt und Jonas über den Wehrdienst.

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6 einmischen & mitreden

DIE DR EI F R AGE ZEI CHE N R e s i , 20 , studier t seit Ok tober in Hamburg. Nach dem Gespräch weiß sie immerhin, was sie sich mal für ein Auto kaufen sollte. Und dass sich ihr Fahrrad sicher

Na Klima!

Ständig sollen wir die Welt retten – aber wie? Müll trennen? Auto verkaufen? Urlaub im Süden knicken? Unsere drei SPIESSER-Fragezeichen Resi, Rub en und Björn haben den Klimaforscher Hans von Storch in seinem unbescheidenen Zuhause darüber ausgequetscht, was wirklich zu tun ist. Seine erschütternde Antwort: Nichts davon!

schlecht fühlt – schon d e s h a l b, w e i l e s n o c h

Von Rub e n K ar s chnick , T he r e sia S chne ide r, B jör n Ur bansk y

F otos: Frank Grät z, Mar e n Wohle r s (Inte r v ie w)

nicht mit umgezogen ist. Profilname: Resi

Ruben Ein automatischer Staubsauger im Wohnzimmer, ein Sommerhaus in Dänemark – können Sie das verantworten als Klimaforscher? Storch Klar, ich bin kein Klimaschützer. Ruben Aber Sie beschäftigen sich doch täglich mit dem Klima. Will man es dann nicht auch schützen? Storch Ich möchte gerne, dass das Klima geschützt wird. Das bedeutet, dass wir in großem Umfang den Ausstoß von CO2 reduzieren müssen.

B j ö r n , 24 , hat so langsam den Eindruck: Hanseaten können alles erklären. Ob Helmut Schmidt Politik oder eben H a n s v o n St o r c h d e n Klimawandel. Die wichtigste Lek tion für ihn:

Große Mengen, keine Fürze. Da ist es

K limafor scher sind keine K l i m a s c h ü t z e r. P r o f i l n a me: burb

R u b e n , 18 , hatte immer ein gutes Gewissen, wenn er statt mit dem A u t o F a h r r a d f u h r. A n

Hans von Storch, 61, ist Klimaforscher, Professor für Metereologie an der Uni Hamburg und wird am nächsten Bericht des Weltklimarates (IPCC) mitarbeiten. An den drei Fragezeichen hat ihn eines schockiert: „Sie sind ja zu dritt praktisch so alt wie ich!“

gleichgültig, ob ein Einzelner Auto fährt oder nicht. Wir gucken uns an: Wie passt das zu dem, was man sonst hört – Fahrradfahren, lieber kein Fleisch essen und bloß nicht fliegen. Alles fürs Klima. Ruben Ich fahre ja immer Rad. Storch Es gibt viele Gründe, das Autofahren zu lassen. Da werden zum Beispiel so viele Tiere tot gefahren.

dem guten Gewissen hat sich nichts geänder t – a b e r n u r, w e i l b e i m F a h rradfahren deutlich weniger Tiere sterben. Profilname: RubenKarschnick

Antworten auf Klimafragen bringt der Storch: Resi, Ruben und Björn lassen sich erklären, warum Fahrradfahren „Ego-Orgie“ ist.

Für das Klima ist das egal. Björn Wieso das denn? Storch Weil es viel zu wenig ist. Es ist so, als hätten Sie eine Million Schulden, und ich gebe Ihnen einen Cent. Resi (schüttelt den Kopf) Soll also die komplette Menschheit ruhig weitermachen wie bisher? Storch Wenn die komplette Menschheit beim Klimaschutz dabei wäre, dann wäre das 'ne andere Kiste. Die komplette Menschheit macht aber überwiegend nichts. Schweigen. So haben wir uns das nicht vorgestellt. Besonders Resi legt die Stirn in Falten. Resi Was ist denn aber mit den Menschen hier, die hinter dem Klimaschutz stehen und deshalb Fahrradfahren – sind die alle doof? Storch Nicht, solange sie sich nicht einbilden, dass mit Fahrradfahren das Klima gerettet wird. Wer fürs Klima Fahrrad fährt macht das nur, um sich gut zu fühlen. Das ist die reine Ego-Orgie, bringt aber für das Klima nichts.


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einmischen einmischen & mitreden & mitreden

Zusammen mit Fotograf Frank hat die SPIESSER-WG ganz eigene Klimaschutz-Ideen für die Ewigkeit festgehalten.

Resi Und was soll man bitte machen? Klingt niederschmetternd, wie Sie das erzählen. Storch Man soll sich ernsthaft den Kopf zerbrechen, was wirklich wirksam ist, welche Technologie sich zu unterstützen lohnt. Und wer sich den Kopf zerbrochen hat, kann gerne weiter Fahrrad fahren. Das ist nämlich gut für die Figur. Björn Warum glauben Sie so fest daran, dass es den Klimawandel gibt? Storch Weil sich die Statistik des Wetters verändert hat, und inzwischen ist der Temperaturanstieg besonders steil. Dafür muss es einen Grund geben, den es früher nicht gab. Sonnenaktivität? Vulkane? Oder vielleicht doch Treibhausgase? Ohne den Anstieg von Treibhausgasen kriegen wir die steigende Durchschnittstemperatur gar nicht erklärt. Außer natürlich,

kleine grüne Steinbeißer, die irgend-

es gibt

was uns Unbekanntes unter der Erde anstellen, was die Welt wärmer werden lässt. Ruben Man kann also den Klimawandel nicht leugnen? Storch Kaum. Sie können natürlich sagen: Das waren die kleinen grünen Steinbeißer. Die Möglichkeit des Irrtums können wir nicht ausschließen... Resi …und am Ende war das, was wir jetzt über den Klimawandel wissen, doch alles nur Mist? Storch Kann grundsätzlich sein. Die Wissenschaft ist nicht Verkünder absoluter Wahrheiten. Sie ist nur die beste Erklärung, die wir zurzeit haben. Mir scheint aber, es ist eine sehr gute Erklärung. Ruben Sie sprechen von der Temperatur. Aber was ist mit den Naturkatastrophen, Stürmen, Fluten? Ist der Klimawandel daran schuld? Storch An Naturkatastrophen ist der Klimawandel meist nicht schuld. Kommt aber immer auf die Naturkatastrophe an. Starke Niederschläge in Deutschland? Hitzewellen? Ja, kann sein. Stärkere Stürme? Sicher nicht. Resi Ist Klimawandel also ein Sündenbock? Storch Ja. Klimawandel ist seit einiger Zeit die Erklärung für das Unerklärbare. Dabei sind gar nicht die Naturkatastrophen das Schlimme, sondern die schlechte Vorbereitung darauf. Wenn in 2003 in Frankreich bei einer Hitzewelle Tausende sterben, war das schlechtes Management. Amerikaner mit großen Autos haben keine französischen Hitzetoten auf dem Gewissen.

Resi Wer ist schuld, dass alles mit dem Klimawandel erklärt wird? Die Medien? Storch Die schreiben das, was wir lesen wollen. Also, wir haben selbst Schuld. Resi Weiß nicht, ob das wirklich so ist. Ruben Wir bleiben besser beim Klimaschutz... Resi Klimawandel und Klimaschutz sollten zusammengehören! Storch Klimaschutz ist Aufgabe der Politik. Resi Und Ihnen ist das total egal? Storch Nein, aber als Wissenschaftler beschränke ich mich auf meinen Kompetenzbereich – also das Wissen über Klima, Klimawandel und Klimawirkung. Klimapolitik gehört nicht dazu. Björn Was sagen Sie als Wissenschaftler zu der Frage: Weniger Kohlendioxid in die Luft pumpen oder einfach die Deiche erhöhen und sich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten? Storch Wir sollten alles machen, was wir uns leisten können, um die Emissionen zu reduzieren. Was sozial akzeptabel ist. Aber nicht alles was machbar ist, ist sozial akzeptabel. Das Klima ist übrigens auch ohne Klimawandel gefährlich. Deswegen sollte man Häuser nicht in Überschwemmungsgebieten bauen. Björn Klingt nach Anpassen und wie Aufgeben. Storch Nein, Anpassen allein reicht nicht. Ist aber auch wichtig, denn die Vermeidung von Treibhausgasen wirkt langsam, und die Treibhausgase wirken auch langsam – das Klima in 30 Jahren ist eh schon gekauft. Momentan wird immer ge-

„Wer sind die Klimaschweine?“

Gib Gas, Anne! Wer die Erde liebt, der ziiiiiiiiiiiiiiieht.

Wir stellen vor: Öko-Fön David. Noch nicht im Handel erhältlich.

fragt:

Und die Antwort: „Industrieländer! Die müssen ihre Emissionen reduzieren.“ Aber wenn China und Indien nicht mitmachen, bringt es nichts. Wir müssen dabei helfen, dass dort neue Technik eingesetzt wird, mit der der Ausstoß von Treibhausgas reduziert wird. Ruben Wenn aber alles wie bisher läuft: Wie gehts dann unseren Enkeln? Storch Wenn sie sich in Hamburg niederlassen, dürfte es in 2070 drei und mehr Grad wärmer sein. Weniger Niederschlag im Sommer, mehr im Winter. In Städten ist es ohnehin wärmer als im Umland. Da muss man sich überlegen, wie man den Temperaturanstieg erträglicher macht, etwa durch geeignete Stadtplanung. Resi Was hat die Welt davon?

Nicht lang fackeln: Licht an, und nicht wackeln.


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Davids biologische Formel: Grünes Essen = weniger Futter für Kühe = weniger Kuhfürze

Storch Solche Maßnahmen retten die Welt nicht, sie retten nur Hamburg. So ist das bei der Anpassung. Jede Region muss sehen: Wie kann ich mit dem leben, das ich nicht vermeiden kann? Das wird in der ganzen Diskussion über den Klimawandel ständig überse-

„Wir retten das Klima!“ – ist keine sinnvolle Aussage. hen.

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Wir sorgen höchstens dafür, dass es sich langsamer verändert. Resi Muss man sich denn dann überhaupt für das Klima interessieren – wenn man es nicht retten kann? Storch Jeder Einzelne kann vielleicht nichts tun. Aber er muss sich Gedanken machen, welche Technologie er unterstützen will. Ein Beispiel: Hybrid-Autos. Die sind teurer als andere Autos, und die Technologie ist auch nicht ausgereift – das ändert sich aber nur, wenn Menschen ihr Geld da reinstecken und so ein Auto kaufen. Resi Dann hängts ja doch am Einzelnen. Storch: Ja, aber der Einzelne muss in effektive Technologie investieren – Hybrid-Autos oder alternative Energie. Auto- statt Fahrradfahren für den Klimaschutz, der verschaukelt uns doch. Ganz ruhig, Resi! Resi Haben Sie ein Auto? Storch Ja, aber ich fahre dermaßen wenig damit – für mich lohnt sich ein neues nicht. Das Problem liegt sowieso woanders. Bei Besuchen in China bin ich immer wieder beeindruckt, wie viele Autos es da inzwischen gibt. Wenn wir es schaffen, dass dort klimaökonomische Autos gebaut werden; dann haben wir etwas erreicht. Ruben Und was genau kann jemand machen, der unter 18 ist, keine Technologien entwickelt und auch kein noch so klimafreundliches Auto fahren kann?

Storch Der kann aufmerksam sein und genau hinhören: Welche Maßnahmen sind wirklich effektiv? Und: Welches Thema außer dem Klimawandel ist denn wichtig? Hunger vielleicht? Armut? Ist das Klimathema vielleicht nur in Mode? Björn Vielleicht ist Klimawandel für uns ja nur ein Thema, weil Hunger uns persönlich eben nicht betrifft. Storch Die meisten glauben doch auch, dass der Klimawandel uns gar nicht betrifft, sondern nur die armen Menschen in Bangladesch. Ruben Kommt mir nicht so vor. Ich habe den Eindruck, dass hier alle ziemlich Angst davor haben. Resi Glaube ich auch. Storch Aber nur, wenn man direkt danach fragt. Wenn man aber fragt: „Worüber machst du dir Sorgen: Arbeitslosigkeit, Klima, Werder Bremen?“, dann spielt Klima kaum noch eine Rolle. Werder Bremen schon. Arbeitslosigkeit erst recht. Wir müssen immer Themen haben, über die wir uns aufregen können. Und wenn daheim alles in Ordnung ist, dann regen wir uns eben über das Klima auf. Nur mit Sorgen werden wir artgerecht gehalten. Björn Wenn ich das mal zusammenfassen darf: Klimawandel ist gut für die Stimmung. Storch (lacht) Oh, das klingt aber sehr zynisch. Resi Haben Sie denn den Eindruck, dass die Politik wirklich was fürs Klima tun will? Storch Ähm, kommt drauf an. Bei der deutschen Politik habe ich schon den Eindruck. Natürlich nicht sauber, überall Kompromisse. Aber der gute Wille ist da. In den USA aber ist die Haltung eine andere. Die wollen gar nicht. China und Indien auch nicht. Resi Kann es eigentlich sein, dass immer alle so laut vom Klimawandel schreien, weil es nützlich ist, wenn


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wir ein bisschen Angst davor haben?

Selbstbeschiss ist super, Storch Kollektiver

wenn dabei was Gutes herauskommt. Die Politik darf das, Greenpeace darf das. Nur ich als Wissenschaftler darf nicht mitmachen. Ich liefere die Fakten, entscheiden muss jeder selbst. Ruben Sollte Klima eigentlich auf dem Lehrplan stehen? Storch Gerne, wenn dabei klar wird: Was im Klimaschutz passiert, ist eine politische Entscheidung. Wir Wissenschaftler sagen nur: „Wir haben ein Problem“. Wenn mich Politiker fragen: „Was soll ich tun?“, kann ich nur sagen: „Das, wofür Sie gewählt wurden: entscheiden!“ Und das machen die oft genug, ohne genau Bescheid zu wissen. Wir können die Emission von Treibhausgasen vermindern. Wir können uns anpassen. Wir können Kohlendioxid aus der Luft filtern. Aber: Die Politik muss entscheiden. Ruben Hat sich das Klima für Sie denn spürbar verändert? Storch Ja, die Temperaturen sind deutlich gestiegen, und ohne die Treibhausgase können wir das nicht erklären. Das heißt aber nicht, dass auch alle anderen Wahrnehmungen stimmen. Früher war zum Beispiel der Schnee höher – vielleicht aber auch, weil ich kleiner war. Draußen ist es dunkel geworden. „War schön mit Ihnen, hat Spaß gemacht“ sagt Hans von Storch, bevor wir in den Aufzug steigen, der uns in Hamburgs Winter spuckt. Von Klimaerwärmung merken wir nix.

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10 einmischen & mitreden

Richard „Rick“ Kavanian wurde am 26. Januar 1971 in München geboren. Rick ist Schauspieler, Komiker und Synchronsprecher mit armenischrumänischen Wurzeln. Bekannt wurde er als Teil der „Bullyparade“ auf ProSieben und als Schauspieler im „Schuh des Manitu“. Ab 2. Dezember ist er mit „Otto‘s Eleven“ im Kino zu sehen. Aktuell ist er außerdem mit seinem Programm „Ipanema“ auf Tour. Rick spricht vier Sprachen: Armenisch, Rumänisch, Deutsch und Englisch.

Rick Kavanian: „Ich werde öfter gefragt, ob ich hier in München während meiner Kindheit Probleme mit Rassismus hatte. Ich hatte tatsächlich nur eine blöde Begegnung mal als Kind.“

Im Referat von Elisa (links) und Alina zeigt sich die Weltstadt New York als wahres Integrationswunder. Alina: „8,3 Millionen Einwohner leben dort. Darunter Schwarze, Weiße, Hispanics und Asiaten.“

Rick Kavanian philosophiert über Sprache als Schlüssel zur Integration: „Wir haben es über die Jahrtausende verlernt, Menschen nach dem Karma zu beurteilen. Heute hilft die Sprache ungemein dabei, dass man sich nähert. Und da ist es egal, ob man mit Akzent oder gebrochen spricht.“

Daniel (rechts): „In der Schule und in der Klasse haben wir mit Rassismus kein Problem. Aber manchmal gucken mich so alte Oberbayern blöd an, wenn ich sage, dass ich ein halber Bayer bin.“

Selin: „Ich denke es gibt auf jeden Fall immer noch Vorurteile, aber die sind nicht mehr so ausgeprägt wie früher.“


einmischen & mitreden

V ERT R ET UNG SST UND E

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LEHRER : RICK K AVANIA N FACH: SOZIAL KUNDE THEMA : MULTIK ULTI UND INTEGR ATION

Das Integrationsprodukt

Vo n C h r i s t i n a K u f e r, 19 Fotos: Eva Merz

Alles Multikulti? Comedian und Schauspieler Rick Kavanian diskutiert mit der 10. Klasse des Luitpold-Gymnasiums in München über gelungene Integration 12.25 Uhr Auf dem Flur trifft Rick Kavanian seinen alten Sportlehrer und geht grinsend ins Klassenzimmer. Als die Schüler kommen, kehrt Rick mit einem Besen den Boden – sehr komisch. Dann gehts aber los. Alina beginnt die Stunde mit einem Referat über Kultur in New York. Alina In New York leben 44 Prozent Weiße, 27 Prozent Hispanics, 25 Prozent Schwarze, 11 Prozent Asiaten… Rick Vielleicht habt ihr gehört, dass man New York auch als „Melting Pot“ bezeichnet – als einen Topf, in dem sich alles mischt. Eine Generation Italiener mischt sich mit Juden, Juden wiederum mit Schwarzen. Auf jeden Fall vermischen sich Gott und die Welt. Am Ende hat man ein großes Durcheinander und eine kulturelle Vielfalt, die ich persönlich großartig finde. Ein wirkliches Lehr-Konzept hat Rick für die Stunde nicht, aber dafür eine Herzensangelegenheit: das Thema Integration. Rick Unsere Bundeskanzlerin Merkel hat behauptet: Multikulti ist tot. Mulitikulti ist nicht tot.

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Ein Video der Vertretungsstunde mit Rick Kavanian und andere Vertretungsstunden mit Max Riemelt, den Toten Hosen, Jan Delay und Blumentopf findet ihr auf SPIESSER.de/vertretungsstunde

nicht geworden. Rick versucht es mit direkteren Fragen. Rick Meine Eltern kommen aus Rumänien. Ich werde oft gefragt, ob ich Probleme mit Rassismus hatte: Ich hatte eine blöde Begegnung als Kind, da hat man mir die gängigen Vorurteile über Rumänen an den Kopf geschmissen. Wie ist das mit euch? Max aus der dritten Reihe findet die Frage lustig. Er stupst seinen Banknachbarn an, die beiden machen Witze. Rick Ihr seid beste Kumpels, sonst würdet ihr ja nicht nebeneinander sitzen, oder? Max Ja, sind wir. Aber wir ärgern uns gerne gegenseitig. Rick Das wäre der ideale Nährboden für ein Comedyduo. Selin kommt wieder zum Thema: Ich denke es gibt auf jeden Fall immer noch Vorurteile, aber die sind nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Ganz am Rand sitzt ein dunkelhäutiger Junge, der sich meldet. Er trägt hippe Klamotten, seine Haare sind kraus. Daniel Hier in der Klasse gibt es keinen Rassismus. Manchmal kommen aber auf der Straße so alte Oberbayern auf mich zu und fragen: „Wo kommst du her?“ Dann sag ich, dass ich halber Bayer bin und bekomme immer blöde Blicke zurück. Das nervt. Rick Hast du dir mal eine zünftige Entgegnung für so einen Mist überlegt? Daniel Nein. Rick Sowas richtig Bayerisches, wie:

Ich selber bin ein wirklich gelun„schleich de, Zipfel. genes Produkt Weißt du wo i herder Integration. An der Stelle spielt Rick auf seine komm?“ So ein Kontersatz ist super, armenisch-rumänischen Wurzeln an.

wirklich.

Rick Also hey, wenn ihr einen

Daniel Ja stimmt, das ist gut. Ich überlege mir

Menschen zum ersten Mal seht, versucht, offen zu sein. Wir sind als Menschen doch erst mal alle gleich. Sind wir wirklich alle gleich? Göcki Aber lachen Komiker zum Beispiel nicht mehr als normale Menschen? Rick Nein. Ich steh hier als Rick und ich bin erst mal Mensch. Das heißt, wir alle hier atmen den selben Sauerstoff. Meiner ist jetzt nicht explosiver oder komischer als deiner. Nach der Stunde werden wir uns wahrscheinlich auf dem Klo begegnen und sagen „Hey, dein Gesicht kenn ich.“ Jeder Mensch hat doch erst einmal die selben Bedürfnisse. Ich lache wirklich herzlich gerne. Lachen ist eines dieser Grundbedürfnisse. 12.58 Uhr So ganz warm ist die Klasse mit dem Thema Integration noch

einen Konter. 13.13 Uhr Jetzt meldet sich Kilian aus der letzten Reihe zu Wort. Kilian Vorurteile beruhen auf Angst. Aber liegt das nicht auch an der Gewohnheit oder der Erziehung? Rick Stimmt. Gewohnheit ist ein super Nährboden. Du machst etwas einmal, dann zweimal und beim dritten Mal weißt du nicht mehr warum. 13.15 Uhr Zum Stundenende will es Rick wissen: Wie viel Melting Pot steckt in der 10c? Rick Wer ist denn hier gebürtig aus München? Nur wenige Schüler melden sich. „Italien“, „Berlin“ und „Dortmund“ rufen die Schüler durcheinander. Rick grinst. Die Klasse ist ein gelungenes Integrationsprojekt. Wa s d e n k t A u t o r i n C h r i s t i n a , 19, ü b e r I n t e g r a t i o n? F r a g t s i e a u f SPIESSER .de, Profilname: christina.kufer

Daniel, 17 Das Thema Integration fand ich gut. Rick hat es spannend rüber gebracht, es war nicht so langweilig wie im Schulalltag. Note: 2

Selin, 15 Das war richtig lustig. Ich habe nicht alles verstanden, was Rick erzählt hat. Aber dass es aktuell war, fand ich gut und aufschlussreich. Note: 2

Patrick, 17 Mir hat das gut gefallen. So offen über Integration reden – das machen wahrscheinlich die wenigsten Prominenten. Rick ist gut auf die Fragen eingegangen. Ich war echt zufrieden. Note: 1


12 einsteigen & loslegen

Männer und Technik v o n C o l i n e Er d m a n n , 2 3

Fotos: Holger Koppatsch

Björn, 25, wird Mediengestalter für Bild und Ton bei der Medienproduktionsfirma Cine plus, Robert, 26, lernt IT-Systemelektroniker bei der Telekom und Martin, 24, ist angehende Bachelor of Engineering in Informationstechnik an der DHBA Stuttgart und bei T-Systems (v.l.n.r.)

Drei Männer – drei technische Berufe. Das klingt nach Computerbräu ne, stimmt aber gar nicht. Auch in technischen Berufen sind Kreativität und Einfühlungsvermögen gefragt

C o l i n e , 2 3, i s t d a s l e b e n d e Beispiel, dass Frauen und Te c h n i k k e i n e n W i d e r s p r u c h b i l d e n – schließlich kann sie mit Kamera und Schnittsof t ware umgehen. Seht selbst auf SPIESSER .de, Profilname: Coline.

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Nach zwei Anmeldungen, einer Fahrt in den 18. Stockwerk und gefühlten 100 Türen, die Passwörter und Schlüsselkarten verlangen, erreichen wir die T-Labs. Über den Dächern von Berlin tüfteln hier kreative Köpfe an der Telekommunikation der Zukunft. Ist im Arbeitsalltag der drei Jungs eigentlich auch Kreativität gefragt? Robert Privat arbeite ich gerne mit Photoshop, aber beruflich kann ich mir das nicht vorstellen. Das erfordert zu viel Feinarbeit. Wenn man dann noch Perfektionist ist... Björn ...dann hat man ein Problem. Robert Bei der Verkabelung von einem Gebäude muss man überlegen, wie das am besten zu realisieren ist. Das erfordert auch kreatives Denken. Martin Es gibt halt strenge Vorgaben. Man arbeitet seine Checkliste durch. Wenn ich bei einem Server einfach was weglasse oder hinzudichte, weiß ich nicht, ob das so gut ankommt. Björn Das Problem bei meinem Beruf ist, dass in der allgemeinen Berufsbeschreibung nur Technisches drinsteht. Wer bei Wikipedia „Mediengestalter Bild und Ton“ nachschlägt, dreht sich um und sagt: „Ah, nö, keinen Bock“. Genauso dachte ich am Anfang auch. Dabei habe ich in meiner Firma eine Menge kreativen Freiraum. Nur das Ziel wird dir vorgegeben, der Weg, den du gehst, um dahin zu kommen, ist relativ egal. Robert In wie weit könnt ihr eure Ausbildung selbst gestalten? Björn Ich kann alle Abteilungen durchlaufen von der News- über die

Kameraabteilung bis zur Postproduktion. Und mich dann spezialisieren. Für die Schule muss ich dann natürlich alles lernen. Martin Bei meinem dualen Studium ist das so, dass ich in den Praxisphasen in verschiedenen Bereichen arbeite und mich dann im letzten Jahr festlege. Robert So ist das bei mir auch. Man kann seine Ausbildung dadurch lenken. Vor allem, als ich im Kundendienst eingesetzt war, habe ich viel gelernt. Björn Ja, man entwickelt sich menschlich weiter durch den Umgang mit Kunden. Am Anfang hab ich nicht

wie man einem Kunden beibringt, dass was kaputt ist und er jetzt erstmal eine Stunde Kaffee trinken muss.

gewusst,

Schließlich macht Technik immer mal Probleme. Robert Aber Technik wird grundsätzlich von Menschen bedient. Das ist die größte Fehlerquelle. Martin Wenn jemand ankommt und sagt „Ich habe Tee über mein Notebook gekippt“ oder „Ich habe mein Passwort vergessen und kein Backup gemacht“, kann ich da auch nichts machen.

Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker-/innen sind die Herrscher der Netze: Sie planen und installieren Informationsund Telekommunikationstechnik einschließlich der Geräte, der Stromversorgung und der Software.

Mediengestalter/-innen für Bild und Ton produzieren elektronische Bildund Tonmedien, zum Beispiel Nachrichten- und Magazinbeiträge, Werbespots, Musikvideos oder Multimediaprodukte. Sie beherrschen die Aufnahme- und Schnitttechnik für Bild- und Tonaufzeichnungen und können außerdem die Bildmischung unter Live-Bedingungen durchführen.

Bachelor of Engineering in Informationstechnik behandeln im dualen Studium unter anderem Mathe, Physik, Elektrotechnik, Informatik und Datenverarbeitung. Mit ihren umfassenden Kompetenzen arbeiten sie an der Integration, Weiterentwicklung und Auswahl von Computersystemen und deren Anwendungen.


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Robert: „Dass die Kunden sauer werden, wenn es nach drei Stunden immer noch nicht funktioniert, ist normal.“

Martin: „Das ist das Gute am Dualen Studium: Man ist nicht nur der Theoriedepp, sondern sammelt auch Praxiserfahrung.“ Björn: „Ich bin ich nicht der, der sich anschreien lassen soll. Dafür gibts Projektmanager. Die kriegen Geld dafür, den Kopf hinzuhalten, wenn Probleme auftauchen.“

Ich versuche dann immer zu beruhigen und es freundlich zu erklären. Robert Man braucht viel Geduld. Es hilft, wenn man sagt: „Das hätte mir auch selbst passieren können.“ Man muss den Kunden und sein Problem ernst nehmen, um die

Wie ein technischer Seelsorger. beste Lösung zu finden.

Haben die drei eigentlich Angst, dass sich die Kommunikationstechnologien so schnell entwickeln, dass ihr Wissen schon bald veraltet? Björn Telefoniert wird auch in fünf Jahren noch. Martin Die Frage ist nur wie. Es gibt ein paar Grundlagen, die man lernen kann. Wenn man aber aufsteigen möchte, muss man schauen, welche Technik in Zukunft gefragt ist. Björn Man muss mit der Entwicklung mitgehen, sonst wird man uninteressant für den Markt. Martin Man muss eben aufpassen, dass man nicht dem fahrenden Zug hinterher rennt. Robert Am besten schon am Bahnhof stehen. Björn Das technische Wissen, das du erlernst, brauchst du auch, wenn du später mal Richtung Management gehen will, weil du dann weißt, wovon du überhaupt redest. Wenn ein Projektmanager von der Technik überhaupt nichts versteht, wie soll

er jemandem einen Preis sagen oder einschätzen, wie lange eine Arbeit dauert. Robert In meinem Jahrgang wollen auch viele nach der Ausbildung ein betriebswirtschaftliches Studium dranhängen. Als Systemelektroniker habe ich zwar einen guten Job, habe auch viel, wo ich mitwirken kann. Aber die ganz großen Aufstiegschancen habe ich nicht. Martin Genauso mach` ich‘s ja. Ich habe in meinem Beruf gearbeitet und nebenher mein Fachabi nachgeholt und dann angefangen zu studieren. Robert Das ist der richtige Weg. Das theoretische Wissen aus dem Studium reicht nicht. Du brauchst auch das Fachwissen, das du bekommst, wenn du eine Ausbildung machst und dann einige Zeit in dem Beruf arbeitest. Warum haben sich eigentlich nur Jungs hierher verirrt? Robert Es kommt noch immer nur langsam in Bewegung, dass Mädchen sich für technische Berufe interessieren. In meiner Ausbildungsgruppe gibt es nur ein einziges Mädchen. Und das, obwohl es genauso talentierte Mädchen für diesen Beruf gibt wie Jungs. Martin Jungs sind einfach technikfixierter. Das fängt schon im Kindesalter mit Gameboys und Spielzeugautos an, und das zieht sich durch bis zur Berufswahl. Björn Vielen Frauen fehlt ganz einfach das Interesse an der Technik. Andererseits habe ich das Gefühl, es

kommen langsam mehr Mädchen. Robert Wenn ich an die Girls´ Days bei uns denke, glaube ich auch, dass es mehr werden. Da kommen viele, die sich für technische Berufe interessieren. Martin Wirklich? Ich habe vor dem Studium eine Ausbildung gemacht, da gabs den Girls´ Day auch. Aber die Mädchen sahen aus, als wären sie von ihren Eltern hingezwungen worden. Björn Ich glaube, es hat viel mit der Erziehung zu tun. Meine kleine Schwester ist jetzt gerade aufs Gymnasium gekommen. In ihrer Grundschule gab es auch noch eine Teilung zwischen Jungs und Mäd-

Und die Mädchen haben dann eben gekocht. Als chen.

ich das gehört habe, dachte ich auch:

In was für einem Jahr leben wir eigentlich?

Martin Das kenne ich auch aus BadenWürttemberg. Ich hab die Realschule besucht und dort musste man wählen zwischen Technik, Französisch und Hauswirtschaft. Und da war auch völlig klar: Hauswirtschaft machen die Frauen, Technik die Männer. Nur Französisch war gemischt.

Mehr Infos über die Berufe Mediengestalter und ITSystemelektroniker sowie sämtliche Berufe von A-Z:

www.berufenet.arbeitsagentur.de Mehr zum Girls‘ Day

www.girls-day.de Alles über Berufe in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik:

www.mintzukunftschaffen.de www.komm-mach-mint.de Mehr zu Technik- und Ingenieurberufen:

www.think-ing.de www.technik-welten.de


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Wie steht es um die Energie der Zukunft? Mittlerweile wird uns klar, dass neben der Suche

Links

nach der richtigen Energieart noch ganze andere

Mehr Infos zu Energie bekommt ihr auf w w w.j a h r - d e r - e n e r g i e .d e , w w w.e n e r g i e sp a r m e i ste r.d e und www.rweinnogy.com

Herausforderungen auf uns warten. Wie kriegen wir in Zukunft enorme Mengen an Energie von A nach B und wie speichern wir sie? Sechs Schlagwörter, von denen wir noch mehr hören werden.

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Kohle ist noch immer einer der wichtigsten Energieträger. Über 41 Prozent Energie wird so auf der Welt erzeugt. Problem: Sie ist auch einer der schmutzigsten. Vor allem beim CO2-Ausstoß machen die fossilen Brennstoffe keine gute Figur. Und: Es gibt noch immer viel Kohle unter der Erde, vor allem in den Entwicklungsländern zählt sie zu einem der beliebtesten Brennstoffe. Deshalb sollen die Kohlekraftwerke jetzt sauber werden und kein CO2 mehr in die Atmosphäre stoßen. Das umweltschädliche Kohlendioxid wird nach der Verbrennung mit physikalischen Verfahren isoliert und abgeleitet, verdichtet und zum Beispiel in ausgedienten Erdöllagerstätten unter der Erde oder in der Tiefsee gelagert. Herausforderung: Dort dürfen keine neuen Umweltschäden entstehen. Die Entwicklung ist noch am Anfang, es existieren aber bereits Pilotprojekte. Noch ein Fakt: Der Anteil der Energie aus Stein- und Braunkohle liegt heute in Deutschland bei etwa 26 Prozent.

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Die Wärme der Erde zu nutzen, ist nicht neu. Schon vor Tausenden von Jahren kamen Maoris aus Neuseeland und Indianerstämme aus Nordamerika auf die Idee. Nur soll das jetzt in ganz anderen Größenordnungen passieren. Denn Erdwärme gibt es reichlich: 99 Prozent der Planetenmasse ist wärmer

als 1000 Grad. Zehn Kilometern unter der Erde herrscht schon eine Temperatur von 300 Grad. Entweder wird die Wärme direkt genutzt oder zu Wasserdampf erhitztes Wasser treibt Turbinen an, die Strom erzeugen. In Deutschland gibt es erst vier Geothermie-Kraftwerke. Weitere sind aber geplant, denn geothermische Energie ist CO2-frei und eben reichlich vorhanden. Nur muss man sie nutzbar machen. Daran scheitert es teilweise noch. Auf der einen Seite möchte man tiefer bohren, um bei höherer Temperatur mehr Energie zu erhalten. Auf der anderen Seite braucht es dafür immer kompliziertere Technik wie zum Beispiel besondere Bohrer und Pumpen. Noch ein Fakt: Im Jahr 2009 waren es 24 Länder, die geothermische Energie kommerziell nutzen. Spitzenreiter dabei: die USA.

Aufwendige Stromnetze vermeidet man, wenn man dort Strom erzeugt, wo er gebraucht wird. Dezentrale Stromerzeugung ist das Stichwort dazu. Sie soll dafür sorgen, dass weniger Verluste durch lange Übertragungswege entstehen und so kein Strom verschwendet wird. Dabei ist das Konzept der dezentralen Energieversorgung nicht automatisch mit dem Einsatz regenerativer Energien verbunden. Ohne beispielsweise die geplanten zentralen Offshore-Anlagen ist es jedoch nicht möglich, die CO2-Ziele zu erfüllen. Die dezentralen Anlagen werden in unmittelbarer Nähe zum Verbraucher gebaut. Trotzdem müssen sie miteinander vernetzt sein, um zu jeder Zeit die Stromversorgung zu sichern. Die Mischung zentraler großer und dezentraler kleinerer Energieversorger braucht neue, intelligente Leitungsund Kommunikationstechnik. Noch ein Fakt: Studien rechnen mit einem Anteil der dezentralen Energieversorgung von etwa einem Viertel bis 2020.


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* Stromnetze sind dafür da, dass zu Hause das ankommt, was wir brauchen: Strom. Und zwar ganz selbstverständlich aus der Steckdose. Doch so selbstverständlich ist das nicht. Es gibt Stromnetze mit Höchstspannung, Hochspannung, Mittelspannung und Niederspannung. Mit der Energieumstellung stehen Ingenieure vor neuen Problemen. Die Netze müssen an die neuen Standorte der Stromerzeugung angepasst werden. Deshalb reicht es eben nicht, mit Windrädern Energie in der Nordsee einzufangen. Die Herausforderung wird sein, die Energie dahinzubringen, wo sie gebraucht wird, zum Beispiel in die Industriezentren in Süddeutschland. Ganz ohne Verlust geht das nicht. Diesen möglichst klein zu halten, ist auch die Herausforderung beim Projekt Desertec, das sich zum Ziel gesetzt hat den gesamte europäische Energiebedarf in der nordafrikanischen Wüste zu erzeugen. Forscher suchen deshalb nach neuen Superleitungen und -materialien. Noch ein Fakt: Das Stromnetz in Deutschland ist ungefähr 1,78 Millionen Kilometer lang.

In absehbarer Zeit wird unser Energiemix zum großen Teil aus regenerativen Energie bestehen. Die Weichen dafür sind gestellt. Nur stellen sich dann ganz neue Fragen. Beim Verbrennen von Kohle oder beim Spalten von Atomen kann die Energiemenge, die hinten rauskommen soll, relativ schnell erhöht und verringert werden. Das macht flexibel. Bei den Regenerativen wie Wind, Wasser und Sonne ist das schwer bis gar nicht möglich. Deshalb machen sich Forscher heute immer mehr Gedanken darum, wie wir Energie besser speichern können. Das älteste Energiespeichermedium ist über tausend Jahre alt: die Batterie. Aber sie hilft uns nicht mehr weiter, zu klein sind die Kapazitäten. Entwickelt werden zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke. In ihnen wird Wasser in ein oberes Becken gepumpt. Will man die Energie abrufen, lässt man das Wasser durch Turbinen ab. So wird Strom punktgenau erzeugt. Druckluftspeicherkraftwerke funktionieren ähnlich, nur eben mit Luft. Schließlich erwarten wir, dass Strom ohne Schwankungen immer zur Verfügung steht.

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Noch ein Fakt: In Deutschland gibt es mittlerweile über 30 Pumpspeicherkraftwerke. Die meisten, jeweils sieben, in Bayern und BadenWürtemberg.

Zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt und jeden Tag gibt es einmal Flut und einmal Ebbe. Um diese Wasserbewegung geht es bei Gezeitenkraftwerken. Sie funktionieren nach dem Staudammprinzip und werden vorwiegend in Buchten und Flussmündungen gebaut, um den Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser zu nutzen. Dabei werden Wasserturbinen, die bei einströmender Flut und ausströmender Ebbe angetrieben werden, eingesetzt. Problem eins: Die Reparaturkosten der Turbinen sind wegen des Salzes im Wasser vergleichsweise hoch. Problem zwei: Die gewonnene Energie ist zeitlich festgelegt. Wichtig ist es auch, den Eingriff in die Tier- und Pflanzenwelt so gering wie möglich zu halten. Noch ein Fakt: Das weltweit größte Gezeitenkraftwerk befindet sich an der Mündung des französischen Flusses La Rance bei Saint-Malo.

Diskussion auf SPIESSER.de Welche Meinung habt ihr? Zum Thema Energie: zu den Erneuerbaren, zu Atomstrom und Kohle? Auf welche Energiearten sollten wir setzen, ab wann und zu welchem Preis? Wir haben mit euch diskutiert.

Ich finde auch, dass man generell an Energie sparen sollte und die Umwelt weniger belasten sollte, denn die Kinder der Zukunft müssen auf diesem Planeten leben. Also denkt an die Zukunft, Leute! Arisa

Solange wir weiter mit Verbrennungsmotoren fahren und keine elektrische Alternativen nutzen, wird es auch keinen Wandel geben. Blacker

So lange wir aber mehr verbrauchen, als wir mit erneuerbaren Energien produzieren können, können wir nicht auf Atomenergie verzichten. Lilientiger

Ich bin eindeutig gegen die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke. Schneewibchen Sichere Endlager müssen gefunden werden, aber die Kernkraftwerke sofort auszuschalten ist doch keine Alternative. RobWeb Diskutiert weiter mit auf SPIESSER.de/energie


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spezial

WIR PFLEGEN –

KEINE VORURTEILE Ein Tag in der Altenpflege, fünf Jugendliche, fünf Orte, ab fünf Uhr morgens...

David Braun, 20, erlebt heute als Altenpflege-Azubi im 1. Ausbildungsjahr ein erstes Mal und einen Feierabend um 13 Uhr im thüringischen Ellrich. „Genau das Richtige für Männer.“

Patricia Schmidt, 20, im 3. Jahr Auszubildende zur Altenpflegerin im baden-württembergischen Weinheim, verwaltet heute einen Lagerplan. „Das ist unser Motto: So viel Hilfe wie nötig, so viel Selbständigkeit wie möglich.“

Corinna Wex, 23, Azubi in der ambulanten Altenpflege im 3. Ausbildungsjahr, wird heute in Wiesbaden geblitzt und mit dem WauWauWauLied verwöhnt. „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, woanders zu arbeiten.“

Nicole Simon, 16, hilft als Azubi im 1. Ausbildungsjahr heute in Konz bei einem besonderen Training – und wird Opfer von Mundraub. „Der Beruf macht dich reifer.“

Sophia Schulz, 22, erlebt als Altenpflegerin in Hamburg eine ruhige Nachtschicht, bei der sie auch über den Tod nachdenkt: „Ganz wichtig ist für mich, dass ich mich verabschieden kann.“


Patricia

David

Corinna

3 Fragen an...

Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

1. Frau Dr. Schröder, warum ist Altenpflege ein Beruf mit Zukunft? Ganz einfach – Fachkräfte der Altenpflege sind in Zukunft mehr und mehr gefragt. Das liegt an der demografischen Entwicklung. Es gibt immer mehr alte Menschen in unserem Land. Wer heute Altenpflegerin oder Altenpfleger wird, hat

5:19 Uhr Schnell den Kaffee austrinken, dann noch frisch machen, und los geht‘s ins 25 Kilometer entfernte thüringische Ellrich zum „Asternhof“. Dort wird David seit dem 1. September zum Altenpfleger ausgebildet. Mehr als eine halbe Stunde ist er unterwegs, weil sich auf der engen Landstraße viele LKW durch die Kurven schieben.

6:00 Uhr Patricia trifft sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Station A im Dienstzimmer. Während vor Patricia noch der ganze Tag liegt, streckt sich ihre Kollegin, gähnt und sagt: „Ich geh’ jetzt heim.“ Patricia lächelt. Sie ist es gewohnt, dass andere schlafen gehen, wenn sie gerade zur Arbeit kommt.

Sophia

Nicole

6:20 Uhr Während sich Kollegin Melanie um die medizinische Versorgung der Bewohner kümmert, beginnt David mit der Grundpflege. Als Erste ist Frau E. an der Reihe. „Guten Morgen“, begrüßt David die alte Dame freundlich und führt sie ins Bad. Während sie sich wäscht, schüttelt er ihr Bett kräftig auf und richtet es her. Das zweite Bett im Raum ist leer, denn der Ehemann von Frau E. liegt im Krankenhaus. „Hoffentlich kommt er bald gesund zurück, sagt Frau E. „Keine Sorge. Er ist doch in guten Händen“, antwortet David.

6:00 Uhr In Ellrich erscheint David pünktlich zur Schichtübergabe im Personalzimmer. Sofort erhält er seine Aufgaben für den heutigen Tag. Er ist Altenpflegerin Melanie zugeteilt.

krisenfesten Job auch gute Perspektiven. neben einem

Uhr

Bei entsprechender Fort- und Weiterbildung stehen viele Wege offen, wie z.B. eine Wohnbereichsleitung, Pflegedienst- oder Heimleitung, Lehrtätigkeit oder ein Einsatz in der Pflegeberatung.

2. Was macht diesen Job für Jugendliche interessant? Altenpfl ege ist ein spannendes Berufsfeld. Hier sind viele positive Eigenschaften gefragt, zum Beispiel Eigenverantwortung und Selbständigkeit, aber auch Team- und Sozialkompetenz. Wie bei anderen Berufen auch kann der Arbeitsalltag manchmal ganz schön fordernd sein. Aber die Vielfältigkeit der Aufgaben, ihre Bandbreite und die guten Berufschancen machen das wieder wett.

3. Ist Altenpflege reine Frauensache oder auch etwas für Männer? Dass viele Frauen in diesem Beruf stehen, heißt noch lange nicht, dass Männer das nicht ebenso gut können und es ihnen keine Freude macht. Früher haben viele Jungs über den Zivildienst in die Altenpflege hineingefunden. Heute stellen auch Praktika oder die Jugendfreiwilligendienste eine gute Alternative dar, um den Pflegealltag kennen zu lernen. Um noch mehr jungen Männern die Möglichkeit zu geben, die Altenpflege und andere soziale Arbeitsfelder kennen zu lernen, werde ich am 14. April 2011 den ersten bundesweiten Boys’ Day ausrufen. Alle jungen Männer sind eingeladen, an diesem Tag Berufsfelder zu erkunden, die bislang traditionell von Frauen gewählt wurden. Ich bin mir sicher, dass wir so einige Trendsetter gewinnen können.

5:34 Uhr Das „Bodelschwingh-Heim“ im baden-württembergischen Weinheim liegt noch im Dunkeln. Drum herum: nur Wald und Gässchen mit so beschaulichen Namen wie der „Katzenlauf“. Patricia ist schon gut eine halbe Stunde vor Schichtbeginn da. „Ich komme nicht immer so gut aus dem Bett wie heute“, sagt die 20-Jährige. Sie parkt ihren Wagen in der Tiefgarage, die zum Heim gehört, und geht in die Personalumkleide. Aus der blonden Frau in Jeans und schwarzem Pullover wird innerhalb von fünf Minuten die Altenpflegeschülerin Patricia in weißer Stoffhose und Bluse.

6:07 Uhr Heute sorgt Patricia für die Gruppe 3. Das sind elf Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims. „Herr F. hat neue Hausschuhe“, sagt Pfleger Jörg, der den Dienst einteilt, „wir müssen aufpassen, dass er sie wirklich nur drinnen anzieht. Und Frau S. braucht einen neuen Verband.“ Patricia notiert sich alles auf einem Zettel, den sie im Laufe des Tages mit Haken für jede erledigte Aufgabe versieht. Dabei ist ihr Job mehr für sie als eine Aufgabe, die erledigt werden muss. „ Meine Oma war Chefin eines Altenheims, in dem ich praktisch meine ganze Jugend verbracht habe. Dort habe ich gelernt, wie glücklich es mich macht, Menschen zu helfen – und sei es nur dabei, dass sie so lange wie möglich selbständig aus einem Becher trinken können.“

6:28 Uhr Corinna schließt die Bürotür zum ambulanten Pflegedienst „Licht und Schatten“ in Wiesbaden auf. Am Tisch sitzt ihr Ausbilder Peter Bindl. Bei Kaffee und Keksen wird geplaudert. Nach mehreren Wochen in der Schule erfährt Corinna alles über die Entwicklung der Klienten, zu denen sie heute fahren wird.


6:37 Uhr In Corinnas Rucksack kommen Einweg-Handschuhe, Notizbuch, Taschentücher, Handy und Schlüssel. Am Computer druckt sich Corinna den Tagesplan aus und geht ihn aufmerksam durch. „Die Ausbildung läuft im Blockunterricht. Was ich theoretisch lerne, kann ich so gleich praktisch anwenden. So lernt man intensiver.“

6:39 Uhr Patricia geht mit dem Pflegewagen, auf dem Handtücher, Einlagen und Einmalhandschuhe liegen, von Tür zu Tür. „Guten Morgen“, ruft sie jedes Mal fröhlich, wenn sie eine davon öffnet.

7:10 Uhr Frau K. ist zu schwach, um das Bett zu verlassen. Patricia wäscht sie, wechselt ihre Einlagen, gibt ihr Augentropfen und lagert sie. Lagern, das heißt, die Bewohnerin in eine andere Position zu bewegen, damit sie sich nicht wegen des andauernden Drucks wund liegt. Neben dem Bett liegt eine Tabelle. „Der Lagerplan, oder besser: Lagerungsplan“, sagt Patricia. „Darauf trage ich ein, um wie viel Uhr ich sie wie hingelegt habe – denn sie muss alle vier Stunden anders gebettet werden.“

7:19 Uhr, im Bad „Kennen Sie schon das WauWau-Lied?“, fragt Herr R. Corinna kennt es. Beide singen „Oh Tannenbaum“, nur eben mit WauWauWauSilben. Das Waschen nimmt viel Zeit in Anspruch, denn Herr R. klagt über Schmerzen beim Bewegen. Corinna lenkt ihn ab, sie verwickelt ihn in ein Gespräch über die Wiedervereinigung. Herr R. zitiert aus Geschichtsbüchern, kennt Fakten, Zahlen, Daten. „Er ist geistig total fit, er scherzt und unterhält sich gern. Motivierende Worte sind sehr wichtig, denn er gibt sich schnell auf.“

8:00 Uhr „Schreiben Sie: Heute geht es Herrn R. gut!“, fordert er Corinna auf. Sie schreibt das in die Klienten-Mappe, notiert aber auch, dass er über starke Schmerzen klagt.

7:48 Uhr Auf dem Weg bis zum Frühstücksraum in der dritten Etage hilft David dort, wo er gebraucht wird, bietet seinen Arm als Stütze oder schiebt einen Rollstuhl.

7:55 Uhr, Küche Corinna schmiert Schnitten mit Erdbeermarmelade, denn die mag Herr R. am liebsten. Es kam schon vor, dass er ein ganzes Glas auf einmal gegessen hat.

8:00 Uhr Der Gong ertönt, es gibt Frühstück. Frau K. kann nicht mehr selbständig essen. „Sie ist bettlägerig und hat Schluckstörungen“, erklärt Patricia und mischt in einer Schale Joghurt unter den vorbereiteten Brei. Mit einem Teelöffel reicht sie ihn Frau K. Sie lässt ihr Zeit, redet freundlich mit ihr. Dann gibt Patricia ihr die Schnabeltasse in die Hand und animiert sie, sie an den Mund zu führen. „Das ist unser Motto: So viel Hilfe wie nötig, so viel Selbständigkeit wie möglich.“

8:27 Uhr „Ich komme am Nachmittag wieder“, verabschiedet sich Corinna. Herr R. winkt zum Abschied. Corinna fährt zum nächsten Klienten – Herrn S. Er hat in der Vergangenheit viel und oft getrunken. Seine Gesundheit hat darunter gelitten, er ist inkontinent, gehbehindert und braucht umfassende Hilfe.

Uhr

7:15 Uhr Corinnas erster Klient ist Herr R. Er ist stark übergewichtig und inkontinent. Depressive Phasen kommen und gehen. Er benötigt Hilfe bei der täglichen Körperpflege, beim Toilettengang, mit den Medikamenten und beim Zubereiten von Mahlzeiten. Viele vertrauen den Pflegern ihre Schlüssel an – auch Herr R., denn in depressiven Phasen fällt ihm das Aufstehen schwer. Corinna schließt die Haustür auf. „Guten Morgen!“, ruft er freudig aus dem Wohnzimmer.

6:43 Uhr Corinna fährt mit dem roten Citroën los. „Der Führerschein ist für die Arbeit bei einem ambulanten Pflegedienst Voraussetzung.“

7:40 Uhr Bei Patricia ist Herr F. zuletzt mit der morgendlichen Routine an der Reihe – er schenkt ihr Schokolade. Berührungsängste habe sie nie gehabt. „Meistens heißt es, Altenpflege sei nur ‚Hinternabwaschen‘. Das ist nicht wahr. Ich habe die älteren Menschen hier viel besser kennengelernt und verstehe sie jetzt.“ Sie kann jedoch nachvollziehen, dass nicht jeder so locker damit umgeht. „Mancher hier wirkt schließlich sehr zerbrechlich“.

8:45 Uhr Herr S. liegt noch im Bett, als Corinna die Wohnung betritt. Das Aufstehen dauert bei ihm besonders lange, Corinna leistet Überzeugungsarbeit. „Setzen Sie sich schon mal auf die Bettkante, ich mache solange Frühstück. Es gibt Joghurt mit Kirschen.“ Anschließend fährt sie Herrn S. mit dem Rollstuhl ins Bad. Sein Schlafanzug ist durchnässt. „Erst einmal die Hosen aus“, kündigt Corinna an. Sie wäscht ihn. „Pflegerinnen und Pfleger haben verschiedene Tricks gegen unangenehme Gerüche. Wir atmen dann einfach durch den Mund oder reiben uns einen Tropfen Minzöl unter die Nase. Wichtig ist, dass man mit den anderen über Unangenehmes redet. Häufig erfahre ich so neue Strategien für belastende Situationen.“


Patricia

9:00 Uhr Pause. David sitzt mit seinen Kolleginnen und Kollegen beisammen, genießt seinen Kaffee und fachsimpelt über das Kinoprogramm.

9:04 Uhr Auch Patricia macht Pause – 15 Minuten lang setzt sie sich mit einer Kollegin auf die Terrasse. „Heute ist mein Highlight der Verbandswechsel. Das mache ich gern.“

David

Corinna

10:25 Uhr Auf dem Weg zurück in den Wohnbereich wird David von Frau H. und Frau B. zu einer Runde „Mensch ärgere dich nicht“ eingeladen. Weil er gerade für nichts anderes eingeteilt ist, nimmt er an. Er ist gerne unter Frauen – obwohl er sich auch mehr männliche Kollegen wünscht. „Manchmal ist das richtig anstrengende Arbeit, wenn jemand zum Beispiel ohne Hilfsmittel aus dem Bett gehoben wird. Genau das Richtige für Männer.“

Sophia

Nicole

11:10 Uhr David muss Papierkram erledigen. Verschiedene Protokolle gilt es auszufüllen. „Wie viel hat Herr B. nochmal genau getrunken?“, überlegt er laut. Unter Anleitung von Kollegin Melanie darf David dann bei Herrn S. zum ersten Mal einen Tropf gegen Schmerzen setzen. Davids Hand zittert ein wenig, aber er meistert die Aufgabe einwandfrei. Danach beginnt die Toilettenrunde, das heißt für David: all denen helfen, die nicht mehr selbst zur Toilette gehen können. „Ich bin hier, um den Menschen zu helfen.“

12:10 Uhr „Meine Haare sind wieder viel zu lang. Corinna, immer wenn wir uns sehen, sieht eine von uns beiden aus wie eine Vogelscheuche“, begrüßt Frau W. Corinna. Die grinst. Irgendwie erinnert Frau W. sie an „Bienchen“, ihre Nachbarin. Der alten Dame hat sie schon mit 15 im Haushalt geholfen, ist mit ihr spazieren gegangen. „Der Altenpflegeberuf ist weitaus mehr als nur Waschen. Man muss immer aufmerksam sein und Verständnis, Geduld und Kraft haben, aber auch viel Fachwissen mitbringen.“

13:20 Uhr Herr R. bekommt den zweiten Besuch von Corinna. Diesmal ruft er „Guten Mittag!“ aus dem Wohnzimmer. Corinna erzählt, dass sie auf dem Weg zu ihm geblitzt wurde und macht sein Essen fertig. Herr R. zitiert aus der Bibel: „Ist nicht schlimm. Sorge dich nicht um morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.“ Als Herr R. aufgegessen hat, spült Corinna das Geschirr und kocht Tee.

Uhr

9:20 Uhr Herr S. besteht heute auf eine Trockenrasur, die er selbst übernimmt. Solange bereitet Corinna das Frühstück zu: Toast, Apfelsaft, Joghurt und Medikamente. Während Herr S. kaut, liest ihm Corinna aus der Zeitung vor. Nach dem Frühstück raucht Herr S.: „Er bekommt nach den Mahlzeiten immer eine Zigarette angezündet. Nur das Feuerzeug schließen wir weg, denn einmal hat die Wohnung gebrannt.“ Im Auto greift sie zum Desinfektionsspray. „Es gibt einen Hygieneplan, der die Hygiene in der täglichen Arbeit eines Pflegedienstes regelt. Die Desinfektion der Hände ist die wichtigste Infektionsprophylaxe. So wird die Keimkette unterbrochen. Zum Waschen habe ich zum Beispiel immer Handschuhe an – natürlich bei jedem Patienten frische.“

10:28 Uhr Corinna fährt zum Ehepaar B. „Die beiden haben Demenz. Müssten sie ihre Wohnung verlassen, kämen sie nicht mehr klar. Frau B. räumt immer alles weg, sogar das Essen. Ich helfe dann beim Wiederfinden. Herr B. sagt immer, das Einzige, was er nie vergessen wird, ist seine Frau. Sowas berührt natürlich.“ Corinna hat die Wasserflasche unter dem Bett gefunden. Sie fordert beide zum Trinken auf. „Mach ich sofort, da werd‘ ich schöner“, scherzt Frau B. Ihr Mann verrät Corinna, dass beide gern einen Hund hätten. „Aber wir können keinen Hund haben. Den würden wir doch nur wieder wegräumen.“

12:33 Uhr „Nudelsuppe oder Gyros mit Tsatsiki, was darf‘s morgen bei Ihnen sein?“, fragt David Herrn F. freundlich. Bevor das Mittagessen beendet ist, muss er die Bestellungen für den kommenden Tag aufnehmen.

12:35 Uhr Mittagspause. Corinna trifft sich mit Kolleginnen und Kollegen.

12:42 Uhr Patricia hat frei. Es war ein guter Tag. „Zuerst mache ich mir jetzt selbst auch Mittagessen, dann gehe ich vielleicht noch reiten.“ 11:39 Uhr Für das Mittagessen richtet Patricia die Medikamente für die gesamte Station in Plastikbechern an. „Im ersten Lehrjahr hat man sechs Tage Zeit, um sich auf einer neuen Station einzuarbeiten, im dritten nur noch einen Tag.“

11:41 Uhr David deckt die Tische.

12:47 Uhr Die Dienstübergabe an die Spätschicht beginnt. David muss noch in die Protokolle eintragen, wie viel jeder gegessen hat. Aber kurz nach 13 Uhr ist Feierabend.

13:35 Uhr Zu Hause angekommen fällt David erschöpft ins Bett und schläft ein Stündchen.

13:50 Uhr Warum gerade ambulante Altenpflege? Corinna erklärt es auf dem Rückweg: „Hier kann ich Menschen dabei helfen, zuhause zu leben, solange es geht. Manchen Menschen geht es wie Blumen: Werden sie verpflanzt, welken sie dahin.“


14:15 Uhr Corinnas Schicht ist zu Ende. Sie stellt das Auto vorm Büro ab und verabschiedet sich von den anderen. Mit ihrem eigenen Auto fährt sie nach Hause. „Ich mag Frühdienst am liebsten. Da hat man den Nachmittag frei und kann noch so viel unternehmen.“

14:15 Uhr An der Pflegezentrale des Ahorn-Wohnbereichs im Seniorenhaus „Zur Buche“ startet Nicoles Schicht. Den Vormittag hat sie genutzt, um auszuschlafen. Ihre Kollegin Melanie telefoniert gerade, also greift Nicole an ihr vorbei nach ein paar Schnellheftern mit Protokollen.

15:30 Uhr Alle sind mit dem Essen fertig, ein paar heben die Hand. „Jetzt geht es zum Toilettentraining“, erklärt Nicole. Mit Toilettentraining meint sie den Gang zur Toilette, der für manchen zum Kraftakt werden kann. Die Übung hilft dabei, so lange wie möglich kontinent zu bleiben. Danach stehen Zeitung lesen und Diskutieren auf dem Plan.

16:14 Uhr Nachdem David ein wenig am Rechner gezockt und gechattet hat, sitzt er mit seiner Familie am Kaffeetisch. 18:32 Uhr Die Abendpflege beginnt. „Wir bringen die Leute auf ihr Zimmer und machen sie bettfertig“, erklärt Nicole. Vorsichtig zieht sie Frau M. die Bluse aus und hilft ihr mit geübten Handgriffen ins Nachthemd. Frau M. ist nun fertig, und Nicole deckt sie zu. „Ist so alles in Ordnung?“ – „Jaja, Sie machen das gut!“ – „Ihre Zähne liegen im Bad, Frau M.!“

16:22 Uhr Pause für Nicole. „Der Beruf macht dich reifer“, erzählt sie. „Ich hab‘ schon in meinem Schulpraktikum festgestellt, dass Altenpflege mein Traumberuf ist. Es macht mir einfach Spaß, mit alten Menschen zu arbeiten und sie glücklich zu sehen.“

Uhr

14:48 Uhr Nicole schiebt einen Wagen vor sich her, der mit Kaffee und Tee, ein paar Tellern mit Kuchen und Geschirr beladen ist. „Manche wollen ihre Ruhe haben und essen lieber auf dem Zimmer“. Danach verteilt sie auch im Speisesaal Kuchen.

15:50 Uhr Dass Nicole gerade diesen Beruf lernen will, wusste sie schon früh: „Ältere Leute fand ich schon immer sehr nett. Kein Wunder, schließlich habe ich tolle Großeltern. In der Schule habe ich dann mein Praktikum im Altenheim gemacht und dachte sofort: Das ist der richtige Job. Das klingt für andere sicher komisch, aber seit ich einer alten Frau damals das Essen gereicht habe und sie sich tierisch gefreut hat, will ich diese Ausbildung machen.“

16:42 Uhr Im Speisesaal ist Ruhe eingekehrt. Nicole sieht nach dem Rechten und spricht mit den Menschen, auch wenn sie nicht reagieren. „Menschen mit Demenz leben in ihrer eigenen Welt. Sie sollen sich wohlfühlen, deshalb lebe ich einfach mit in ihrer Welt. Wir haben auch eine Station, wo nur Demenz-Kranke wohnen. Als Auszubildende darf man dort erst im dritten Lehrjahr und mit 18 Jahren arbeiten, weil das eine große Verantwortung ist. Das gilt auch für den Nachtdienst.“

17:22 Uhr Die Angehörige einer Dame in Rot ruft nach einer Altenpflegerin: „Sie hört nix mehr, gar nix mehr!“ Die Frau im roten Pullover wiederholt: „Ich hör nix mehr!“ Nicole ruft mit ihrem Diensthandy in der Pflegezentrale „Birke“ an. „Ich bring euch ‘rüber“, erklärt Nicole der Dame im Rollstuhl. „Ja, ja“, anwortet sie. Als Nicole zurückkommt, lacht sie: „Sie hört nix mehr, aber wenn ich sie etwas frage, antwortet sie.“

17:30 Uhr „Jetzt hat mir jemand mein Brötchen weg gegessen!“ Nicole muss wohl mit knurrendem Magen Abendessen verteilen.

17:55 Uhr Die Essensausgabe ist im vollen Gang. Nicole setzt sich zu einer Frau und gibt ihr behutsam Löffel für Löffel etwas Suppe.

18:36 Uhr David rennt beim wöchentlichen Fußballtraining über den Platz. „Für mich ist das ein super Ausgleich zum AzubiDasein.“


Patricia

David

Corinna

19:00 Uhr Beim Zubettgehen bleibt genug Zeit für ein wenig Plauderei mit Nicole. „Ich unterhalte mich immer mit den Leuten, während ich sie umziehe. Dann ist es ihnen nicht so unangenehm. Ich frage sie zum Beispiel, wie ihr Tag war und ob das Essen geschmeckt hat.“

19:43 Uhr Auf Nicoles Station liegen jetzt alle in ihrem Bett, schlafen oder schauen fern. „Ich werde hier in der Pflegezentrale bleiben. Wenn jemand klingelt, bin ich da.“

Sophia

Nicole

21:00 Uhr Schichtübergabe für Sophia. Sie erfährt: Wer hat Probleme? Ist jemand im Krankenhaus? Welche Medikamente müssen verabreicht werden? 21:00 Uhr Nicole wird von ihrer Kollegin abgelöst. Es war ein langer Tag, Nicole ist müde: „Ich bin froh, wenn ich in meinem Bett liege.“

21:10 Uhr Damit David am nächsten Morgen zur Frühschicht wieder fit ist, geht er zeitig ins Bett. „Schließlich klingelt der Wecker mitten in der Nacht.“ Genauer gesagt: um 4.30 Uhr.

20:47 Uhr Auf ihre Nachtschicht im Hamburger „Alsterdomizil“ ist Sophia gut vorbereitet: „Ich habe 14 Stunden vorgeschlafen“, erzählt sie. In der Hand hält sie einen Energy-Drink.

Uhr

GEPFLEGTES WISSEN Achtung, Zahlen! Was machen Altenpfleger/-innen? Was Altenpfleger/-innen tun, sagt der Name – denkt man. Dabei umfasst der Beruf viel mehr: Altenpflege ist ein Gesundheitsfachberuf. Er ist vielseitig und zukunftsorientiert. Altenpfleger/-innen betreuen und beraten ältere Menschen, begleiten sie im Alltag. Sie sorgen dafür, dass die Senioren möglichst lange selbständig bleiben oder nach einer Krankheit wieder selbständig werden. Wie intensiv die tatsächliche Pflege ist, hängt von demjenigen ab, der gepflegt wird – in Alten- und Pflegeheimen, in Krankenhäusern, beim Betreuten Wohnen, in Tages- oder Kurzzeitpflegeeinrichtungen oder Zuhause. Altenpfleger/-innen unterstützen alte Menschen zum Beispiel beim Waschen, Essen, Anziehen und Bewegen. Sie gehen mit ihnen zum Arzt, organisieren und gestalten Freizeitangebote. Angehörige werden als wichtige Bezugspersonen stets in die Pflege miteinbezogen und ebenfalls beraten. Mit Menschen muss man also schon können! Außerdem sind psychologische, medizinische und therapeutische Fähigkeiten gefragt: bei Bewegungsübungen, bei der Kommunikation mit geistig verwirrten Menschen, beim Wechseln von Verbänden oder Zusammenstellen von Medikamenten. Auch am Schreibtisch gibt es etwas zu tun: Altenpfleger/-innen dokumentieren ihre Arbeit, schreiben Biografien, Pflegeplanungen und -berichte. Das geschieht mittlerweile mit speziellen Computerprogrammen.

133.927 Altenpflegerinnen und Altenpfleger arbeiteten 2007 in Pflegeheimen, 8 Jahre vorher waren es nur 83.705. Und der Bedarf wächst. 44.975 Altenpflegefachkräfte arbeiteten 2007 im

ambulanten Pflegedienst. Da hat sich die Zahl innerhalb von 8 Jahren mehr als verdoppelt. Man muss nicht lange nachdenken, um darauf zu kommen, dass der Beruf der Altenpflege

Zukunft hat.

Wir werden immer älter und mit steigendem Alter nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu, pflegebedürftig zu werden. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes bis 2020 um

37 Prozent. Heute sind es bereits

2

über Millionen Menschen. Und wir wollen doch alle in Würde alt werden. Die dazugehörige Pflege und Betreuung soll individuell und professionell sein.

gut qualifiziertes

Dazu brauchen wir ausreichendes und Pflegepersonal und junge Menschen, die diesen Beruf mit Zukunft ergreifen.


21:35 Uhr Auf dem Flur vor dem Dienstzimmer wartet eine Dame im Rollstuhl und macht ein trauriges Gesicht. „Ich kann nicht schlafen damit”, krächzt sie herzzerreißend und deutet auf den Bauchgurt, den der Arzt verordnet hat. Sophia bleibt gelassen: „Drehen Sie noch ‘ne Runde. Dann bringe ich Sie ins Bett und nehme Ihnen den Gurt schnell ab.” Die alte Dame guckt versöhnt und dreht langsam an den Rädern ihres Rollstuhls.

21:53 Uhr Sophia beginnt mit dem ersten Kontrollgang. Drei davon gibt es jede Nacht. Sophia muss durch alle 45 Zimmer ihrer Station.

22:28 Uhr Kurze Pause mit Sophias Kollegen Irfan. Er macht ausschließlich Nachtschichten und erzählt: „Es ist schön, eine Woche zu arbeiten und dann eine Woche frei zu haben. Das ist so üblich nach der Nachtschicht.”

22:45 Uhr Sophia setzt den Kontrollgang fort. „Frau W. hat keinen Tag-NachtRhythmus mehr, sie braucht starke Schlaftabletten und Spritzen.” Tatsächlich sitzt Frau W. hellwach vor dem Fernseher. Als sie Sophia erblickt, fragt sie nach einer Schmerztablette. „Haben Sie denn Schmerzen?” – „Nein, mir ist gerade danach”, antwortet die alte Frau. „Dann klingeln Sie bitte, wenn die Schmerzen schlimmer werden.“

23:52 Uhr „Jetzt muss ich alles, was ich gemacht habe, protokollieren”, sagt Sophia und deutet auf einen riesigen Aktenschrank. 1:13 Uhr Der zweite Kontrollgang steht an. Für alle Fälle hat Sophia ein Tablett mit Obst, einem „Powerdrink” und Joghurt dabei. Ruhig ist es in dieser Nacht, fast alle Bewohner schlafen und die, die wach sind, sind mit einer Mahlzeit von Sophias Tablett zufrieden.

Uhr

Und wie gehts weiter? Wie wird man das? Die Ausbildung dauert drei Jahre, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden. Sie besteht meist aus mehrwöchigen Theorie- und Praxisblöcken in Berufsfachschule und Ausbildungsbetrieb. Voraussetzung ist der Realschulabschluss. Wer in die Altenpflege will, muss gerne mit Menschen arbeiten und teamfähig sein. Neben Energie braucht man vor allem Einfühlungsvermögen, starke Nerven und Geduld. Außerdem sollte man gut zuhören können. Neugierig geworden? Der erste Ansprechpartner für eine Ausbildung ist die Altenpflegeschule. Wer eine Pflegeeinrichtung kennt und dort anfangen möchte, kann auch vor Ort nachfragen.

Fort- und Weiterbildung wird immer wichtiger und eröffnet neue Karrierechancen: fachliche Themen sind zum Beispiel Pflegeplanung, Konfliktmanagement oder Hospizarbeit. Mit Weiterbildung kann man später z. B. als Einrichtungsleitung ein Pflegeheim oder einen ambulanten Dienst leiten. Nach der Ausbildung kann man auch studieren, etwa Pflegemanagement, -pädagogik oder -wissenschaft. Zahlreiche Hochschulen bieten außerdem Studiengänge in Kombination mit der praktischen Pflegeausbildung an. Wer gerne mit vielen Menschen arbeitet, kann auch in die Pflegeberatung gehen oder sich sogar selbstständig machen und einen ambulanten Pflegedienst oder Seniorenbetreuungsdienst eröffnen.

Wo gibts Videos, Fotos und Infos?

www.bmfsfj.de bietet mehrere Broschüren zur Altenpflegeausbildung

und die Info-Mappe „Altenpflege – Komm ins Team!“, sie informieren umfassend über Zugangsvoraussetzungen, Ausbildungsinhalte und Perspektiven im Beruf. Als PDF oder kostenlos bestellen. Auf direktem Weg findet ihr all das hier: www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=128876.html

www.beroobi.de/berufe/altenpfleger

– begleitet Altenpfleger Tim durch den Tag, die interaktive, mit dem Grimme-Online-AwardPreis ausgezeichnete Internetseite, stellt den Beruf in Video, Bild und Ton dar.

www.planet-beruf.de, Suche: Altenpfleger – zeigt unter anderem den Tagesablauf von Altenpflegern und bietet Steckbriefe zum Runterladen.

Sind Pflegeberufe weiblich? 85 Prozent der Beschäftigten in Pflegediensten und -heimen sind weiblich. Und so kann man schnell auf die Idee kommen, dass die Altenpflege nix für Jungs ist. Doch da ändert sich die Sichtweise. Der Anteil der Männer wächst, Berufsstereotype werden abgebaut. Immer mehr Pflegeeinrichtungen werben um Jungs, es gibt Internetseiten für Männer in traditionellen Frauenberufen. Damit junge Männer das Berufsfeld erkunden können, gibt es am 14. April 2011 den ersten Berufskennenlerntag Boys‘ Day.

Alle Infos unter www.boys-day.de

www.berufenet.arbeitsagentur.de

– ist die Internetseite der Bundesagentur für Arbeit, unter „Altenpfleger“ findet ihr alle handfesten Infos, auch zu Aus- und Weiterbildung.

www.berufe.tv, Stichwort: Filmübersicht – zeigt im Video-Portrait Altenpflegerin Lydia, jetzt auch fürs Handy.

www.neue-wege-fuer-jungs.de

– hat eine Datenbank von Veranstaltungen, Ansprechpartnern und Praktika in Berufen, die Jungs vielleicht nicht als erstes auf dem Zettel haben, also auch Altenpfleger. Die Seite ist das Gegenstück zu www.girls-day.de.


PFLEGESTUFEN Für Altenpflegerinnen und Altenpfleger gibt es viele Chancen zum Aufstieg: Sie können Fachkräfte etwa für Wundmanagement oder Hygiene werden oder Pflegemanagement, -wissenschaft oder -pädagogik studieren. Hier sind zwei Karrierebeispiele:

Martin Bollinger, 29, gelernter Altenpfleger aus Lahnstein bei Koblenz, macht sich gerade mit dem „Alltagshaus“ selbständig. Dort will er Patienten mit Demenz tagsüber betreuen. Zuvor hat er eine Fachausbildung in Gerontopsychologie gemacht. Die beschäftigt sich mit den Veränderungen des menschlichen Verhaltens während des Alterns.

Tina Bickel, 28, aus Offenbach/Main hat Pflege- und Gesundheitswissenschaften studiert und eine Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht. Bisher hat sie Pflegeeinrichtungen beraten. In Zukunft möchte sie Pflegekräfte ohne Ausbildung unterstützen, eine Altenpflegeausbildung zu machen, damit genug Personal für die Pflege älterer Menschen da ist.

Uhr

2:45 Uhr Sophia setzt sich mit einem Becher Tee auf eine Couch. Wie geht sie eigentlich damit um, wenn ein Bewohner stirbt? „Ganz wichtig ist für mich, dass ich mich verabschieden kann. Meistens stelle ich mich ein paar Minuten ans Bett, und dabei geht mir durch den Kopf, was ich mit dem Menschen alles erlebt habe.“

3:30 Uhr Letzter Kontrollgang. Wieder verläuft alles nach Plan: Sophia bettet die Pflegebedürftigen, die sich nicht alleine bewegen können und legt ein paar Infusionen. Sie schließt Sonden für die Patienten an, die ihre Nahrung nicht mehr mit dem Mund zu sich nehmen können.

Impressum Im Auftrag vom

4:59 Uhr Gegen Ende der Schicht die wichtigste Frage: Warum hat sich Sophia entschieden, Altenpflegerin zu werden? „Ich will es besser machen – ich will die Welt verändern! Außerdem gebe ich gerne viel, weil ich weiß, dass ich dann auch etwas zurückbekomme.”

Herausgeber: SPIESSER – die Jugendzeitschrift Projektleitung: Anja Neufert Redaktion: Christoph Brammertz, Jörg Flachowsky, Eva Weber Autoren: Sabrina Gebauer, Ruben Karschnick, Yasmin Mergen, Stefanie Rödiger, Inga Schörmann, Anne Wirth Fotografen: Frank Dünzl, Mario Gentzel, Julia Kroh, Marius von Wenzlawowicz, Maren Wohlers Art Director: Maik Wankmüller


austoben & entspannen

Konkurrenz für Frau Gaga: Rainer, Ekkehard und Jens im Sangesrausch.

Peppen sogar Schmuse-Nummern auf: Jens und Ekkehard trällern „Mexican Girl“.

R EN T NE R- KO M PE T EN Z- T E A M

Rock´n´Rentner

Vo n S a s k i a G o l d e , 21 Fotos: Frank Grätz

Stimmgewalt und Taktgefühl beweisen Ekkehard, 69, Rainer, 67, und Jens, 71. In der Karaokebar „Live“ haben sie sich auch mit Lady Gaga zum Abrocken getroffen Schon auf der Autofahrt wirds musikalisch. Jens summt die Tonleiter auf und ab. Und lockert so die Stimmbänder. Jens Sind ja schließlich auch nicht mehr die Jüngsten. In der Bar angekommen wird erstmal das Mikro getestet. Ekkehard Hallo? Hallo? Rainer Du musst den Lolli richtig an den Mund halten! Jens wälzt in der dicken Liedermappe: Über 5000 Songs sind im Angebot. Rainer Was singt ihr denn? Jens Mir egal. Was Norddeutsches solls schon sein. Egal ist anders. Rainer hat einen heißen Tipp. Rainer Roland Kaiser kannste singen. Das ist der, der die neue Lunge bekommen hat. Jens Warum hat er die bekommen? Rainer Weil die alte nicht ging. Ein „Aha, ich verstehe“-Nicken von Jens. Dann steckt das Trio-Musicale die Köpfe zusammen. Ein Lied muss her! Mann kann sich einfach nicht festlegen. Jens Hier der Patrick Lindner? Rainer Gibts Peter Alexander? Jens (kürzt die Auswahl ab) „Griechischer Wein und die alt vertrauten Lieder, schenk nochmal ein.“ Rainer textet das Lied mal eben um. Aus „von alten Häusern und jungen Frauen“ wird... Rainer Von alten Männern, wo einer spinnt. Jens (zeigt kopfschüttelnd auf Rainer) Der singt einen Scheiß zusammen. Spinner! Und Ekkehard, was singst du jetzt?

Ekkehard Ich werd zum Roger Whittaker mit „Ein bisschen Aroma“. Gesagt, getan. Schlagerfan Ekkehard trumpft mit der Solo-Nummer auf. Er kreist die Hüften im Takt. Jens Hach, das war schön. Was haben die noch so? Wie wäre Lady Gagas „Pokerface“? Ekkehard Hab ich noch nie gehört. Skepsis in den Gesichtern. Sechs Hände umklammern drei Mikros. Aus den Lautsprechern ertönt dumpfer Bass. Jens, Rainer, Ekkehard (stammeln) Mum Mum Mum Mah! Just like a chick in the casino. Kiss or hug you. Ob sie wissen, was sie da singen? Ekkehard Wieder was gelernt. Rainer und Jens (Im Chor)

Das muss ganz furchtbar geklungen haben. Wer will

was anderes? 3:0 – Es herrscht Einigkeit im Gesangsverein. Ekkehard krallt sich das Mikro. Der Monitor kündigt „Mexican Girl“ der 70er-Jahre-Gruppe Smokie an. Rainer Das ist ja ein Weichspüler! Ekkehard und Jens (mit voller Hingabe) Her skin was soft as the velvet sky. Die beiden tauschen verträumte Blicke. Aber die Stimmbänder brauchen Erholung. Eine ruhigere Aufgabe wartet: Das Star-Raten. Das erste Bild zeigt die Band Fettes Brot. Rainer Das ist Cicero! Rappende Rettung vom öden Lateinunterricht? Leider falsch.

Ekkehard Aber das ist Madonna,

hier die Rei Hänna, da der Williams. Rainer Du kennst die alle?

Nur ein Mann mit Maske zwingt Ekkehard zum Knobeln: Er blickt auf ein Bild von Rüpel Sido. Ekkehard Das ist Pokerface, jetzt weiß ichs. Jens Für mich sind das alles Fremde. Mit den Stars sind sie durch. Wie schlagen sich die Herren bei Musikgenres? Ekkehard Was steht denn da drauf? Är Än Be? Ist das eine Truppe oder eine Abkürzung? Rainer Ich weiß es. RNB heißt „Rentner noch buchbar“! Nah dran und doch falsch. Beim nächsten Begriff sind sich alle einig. Ekkehard, Rainer, Jens Ah, Techno. Jens Hat mein Sohn immer gehört. Dem hab ich das verboten. Das hat so gehämmert, da hat das ganze Haus gezittert. Rainer (lacht) Trance gibt’s noch. Den Zustand hab ich öfters mal. Ob die drei Goldkehlchen jetzt öfters zur Karaoke gehen? Rainer Ich hol mir ein KaraokeProgramm und Laptop. Mikrofon hab ich schon. Aber das könnte man mal mit unseren alten Damen machen. Jens Da geht ihr aber alleine. Ekkehard Da fliehen die anderen Gäste und die Bude steht leer.

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Aktionen! Wie hat euch das Streitgespräch über Zivildienst oder Bundeswehr gefallen?

War kein Streitgespräch. Einer hatte ja nix zu sagen. elm

Hat mich persönlich eher nicht so angesprochen, weil ich ein Mädchen bin :) . Aber gut gemacht! Jojo-is-here

Widersprecht uns, sagt uns die Meinung, diskutiert mit! Auf SPIESSER.de oder an: redaktion@spiesser.de, Tel.: 0351 31540563, SPIESSER Redaktion, Schandauer Str. 64, 01277 Dresden

Es war, als ob das Gespräch einfach abgebrochen wäre. Man hat keine Anregung bekommen, sich über das Thema Gedanken zu machen. Das sollte beim nächsten Mal geändert werden, sodass es einen nach dem Lesen noch weiter beschäftigt. I-s-i

Wie fandet ihr die Vertretungsstunde mit Die Happy?

Englisch ist nicht so mein Fall, aber bei der Vertretungsstunde habe ich endlich mal alles verstanden. Das ist sonst nicht so. Keck s

Die Band interessiert mich persönlich überhaupt nicht. Außerdem wirkt es meiner Meinung nach, als würde SPIESSER gerade jetzt auf den DieHappy-Zug aufspringen, da die Sängerin Popstars-Jurorin ist. Das habt ihr nicht nötig, finde ich.

Sehr gute Video-Produktion. So sollte die „Vertretungsstunde“ immer ins Bild gesetzt werden. chronistder winde

sey tania

Kurz und knapp kommentiert: Interview mit der Blockflöte des Todes.

Frage der Woche auf SPIESSER.de

Nach Tatjanas Beitrag übers Schulessen haben viele über das Angebot in ihrer eigenen Schulkantine nachgedacht:

Geiler Bandname, geiles Interview.

War eine Suche bei YouTube wert. ;)

Ein Freak, was hat der bloß genommen?

d o r o 91

chik itaschokobanane

D -Will8

Würdet ihr auf Demos gehen?

Wann stirbt die Zeitung?

Wie intensiv nutzt ihr mobiles Internet?

55 Prozent würden für eine gute Sache auf die Straße gehen, 32 Prozent haben es bereits gemacht. K a s p a r h a u s e r fi ndet Auf-die-Straße-Gehen dagegen altmodisch: „Nutzen wir das Internet! Wenn jeder sich einbringen kann, besteht kaum noch Bedarf an Demonstrationen.“

Ihr glaubt ans bedruckte Papier: 70 Prozent meinen, dass es Zeitungen geben wird, solange es Bäume gibt. M o n e weiß, warum: „Man kann was anstreichen, Seiten rausreißen, Rätsel ausfüllen...“

„Nur 15 Prozent sind die ganze Zeit mobil im Netz. 64 Prozent gehen zum Surfen nach Hause. So wie M i s s i n g L u c y : „Es, nervt, wenn Freunde untewegs ständig im Internet surfen. Ganz nach dem Motto: ‚Hey, kennste Real Life?‘ – ‚WTF?! Schick mal Link!‘“

Das Schulessen ist nicht sehr lecker und es liegt immer zu wenig auf dem Teller. War interessant, die Gründe dafür zu lesen. Werd mal unsere Essensfrau ansprechen.

Bei uns war das Essen nicht toll und die Mensa sowas von verdreckt. Seit diesem Jahr haben wir eine neue Firma für unsere Mensa und bisher wurde das neue Konzept mit mehr Öko gut aufgenommen, auch wenn die täglichen Leberkäsbrötchen und Schnitzelsandwiches fehlen – im Gegensatz zu den anderen drei Jahren davor.

Ich bin der Meinung, dass schleunigst etwas unternommen werden sollte, so wie z. B. in England: Dort war Jamie Oliver in vielen Schulen und hat gezeigt, wie man gesünder, aber dennoch preiswert essen kann.

Chuculatakiz

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EinstEckEn SPIESSER verlost iPad, Spielekonsolen, 500 Euro für den Führerschein, 6.000 Downloads...

REinhAuEn Was in der Schule auf den Teller kommt

REintREtEn Die Rentner-BMX-Bande

Appell: Anti-Vernunft

Wir sollen doch vernünftig sein. Müssen wir aber nicht. Zumindest nicht immer. Ein Aufruf zu ein bisschen mehr Remmidemmi in unserem Leben

Wieso lacht der Clown nicht? niemals

Sehr interessant, hat mich angeregt, nachher durchs Web zu surfen und mich zu informieren! Super :) Cendoor

Der Typ sieht an sich gar nicht lustig aus (ich nehme an, das war beabsichtigt), aber die Clownsnase macht es geradezu unfreiwillig komisch. J o j o - i s - h e r e

IMPRESSUM Zu so einer AntiVernunft-These hätte bestimmt noch was Knalligeres gepasst :) Mutzik

Redaktion Chefredaktion: Eva Weber (V.i.S.d.P.) Christoph Brammertz, Coline Erdmann, Jörg Flachowsky, Saskia Golde, Stefanie Hirte, Julia Karnahl, Carlos Oliver-Vollmer, David Rau, Sibylle Rönisch, Anne Wirth

Gut, dass sie ansprechen, dass jeder zum Bund oder Zivildienst gehen und sich nicht drücken sollte, denn es gehört für Jungs nunmal irgendwie dazu.

Jedes mal wenn, ich die Artikel zu den Vertretungsstunden lese, denke ich, dass ich so gerne mal dabei wäre. Diotima

SPIESSER – die Jugendzeitschrift erscheint in Deutschland mit einer Druckauflage von 800.000 Exemplaren und liegt an über 13.000 Stellen bundesweit aus. IVW III/2010: Druckauflage 800.000 Exemplare, verbreitete Auflage: 763.393 Exemplare, 13.009 Auslagestellen Herausgeber SPIESSER GmbH, Schandauer Straße 64, 01277 Dresden T: 0351 31540-0, F: 0351 31540-40 SPIESSER.de Geschäftsführung: Frank Haring

Technik: Peter Höhne, David-Ansat Sonntag

Kullerkek s93

Ich finde die Vertretungsstunde gelungen. Die Happy hatten gute Ideen und der Titel ist auch wieder treffend, aber die Fehler im englischsprachigen Text hätten berichtigt werden sollen.

31

Redaktions-/Verlagsassistenz: Anja Maciejek, 0351 31540-563, redaktion@spiesser.de

 Bewerbt euch mit eurer Klasse für die Vertretungsstunde auf SPIESSER.de/Vertretungsstunde

Mitarbeiter dieser Ausgabe Gustav Beyer, Anita Edenhofner, Claudia Flach, Ruben Karschnick, Christina Kufer, Felix Scheidl, Bettina Schneider, Theresia Schneider, Björn Urbansky Grafik / Gestaltung Art Director: Maik Wankmüller, layout@spiesser.de Ronny Pietsch, Juliane Dorn (Auszubildende)

L aurella

Fotos: André Forner, Klaus Gigga, Frank Grätz (Titelbild), Tony Haupt, Holger Koppatsch, Dirk Mathesius (Red Bull Photofiles), Eva Merz, Robert Weinhold, Maren Wohlers

Mein allerliebster Lieblingsartikel in dieser Ausgabe. Lustig, interessant, wunderbar. Könnt ihr mir ein Treffen mit dem Kerl organisieren?

Verlag Verlagsleitung: Gunter Leinhoss, 0351 31540-569

Ihr braucht mehr Hefte oder die Auslagestelle ändert sich? – Für alle Fragen rund um den Vertrieb haben wir die SPIESSERVertriebshotline eingerichtet: 0351 31540577 oder schreibt eine E-Mail an heft@spiesser.de

Sonderprojekte: Peggy Eckert, 0351 31540-562 Event, Kommunikation, Marketing: Michael Damm, 0351 31540-586 Verlagsorganisation, Disposition: Fanny Märcz, 0351 31540-38

Ella-Frühling

T-Shirts mit

Wenn ihr auch was zu sagen habt, diskutiert mit und stimmt bei der aktuellen Frage der Woche ab, auf SPIESSER.de/frage-der-woche

Mutti- und Lehrersprüchen gibts im SPIESSER-Shop. Da findet ihr seit Neuestem auch SPIESSERBeutel, den schnuckeligen Holger-Kalender und unseren schlauen Berufswahlratgeber. Klickt auf SPIESSER.de/shop

Hochinteressant! Vorher hätte ich nicht einmal gewusst, dass es in Deutschland Richtlinien für die Qualität von Schulessen gibt. Das Ergebnis ist schockierend, aber wie von mir erwartet. Unsere Schule bietet an Essen schließlich nur Spargelund Gulaschsuppe aus dem Kaffeeautomaten *würg* f. R e d

„Niveaulimbo“ ... haben SPIESSER und der LangenscheidtVerlag zum Jugendwort des Jahres 2010 gewählt. Wie es zu der Entscheidung kam und welche Wörter auf den Plätzen zwei bis fünf gelandet sind, steht auf SPIESSER.de/jugendwort. Noch viel mehr über Jugendsprache steht in „HÄ? Jugendsprache unplugged 2011“. Wir verlosen 25 Exemplare – macht mit auf SPIESSER.de/gewinnen

Anzeigen / Kundenbetreuung Verkaufsleitung: Anja Neufert, 0351 31540-564 Katharina Pietsch, Romy Rock, Cindy Stammberger, Carolin Stammwitz, Anja Witthauer Gewinnspielkoordination: Susann Thannert Verlagspraktikantin: Sandy Richter Vertrieb SK Schulkurier GmbH Vertriebsleitung: Björn Peters, 0351 31540-551 Vertriebsmarketing: 0351 31540-552 Kooperationspartner dieser Ausgabe LIGHTCYCLE Retourlogistik und Service GmbH Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte, Fotos usw.; Nachdruck von Beiträgen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. Die Redaktion behält sich vor, zugesandte Beiträge zu kürzen. SPIESSER ist Mitglied in der IVW.


32 austoben & entspannen

Das ist doch kein Ochse, oder? Esel Kniepi wird trotzdem geknechtet – von Wilson Gonzales und SPIESSER-Autor Gustav gemeinsam. Das kraftraubende Video dazu findet ihr auf SPIESSER.de, webcode @ochsenknecht

Ochsenknechtschaft

Vo n G u s t a v B e y e r, 17 F o t o s : To n y H a u p t

Fast mitten in Berlin trifft SPIESSER-Autor Gustav, 17, den Schauspieler Wilson Gonzales Ochsenknecht – auf einem Tierhof, wo die beiden als echte Knechte aushelfen sollen

Kinokarten gewinnen

Berlin-Marzahn. Es stinkt nach Ziegenkacke. Eine Pute springt über den kleinen idyllischen Tierhof, auf dem ich mit Wilson Gonzales Ochsenknecht verabredet bin. Der ehemalige wilde Fußballkerl ist 20, Frauenschwarm und Teenie-Idol zugleich, und spielt inzwischen auch ernstere Rollen. Ochsenknecht ist eigentlich die Bezeichnung für einen alten, ganz bodenständigen

„Schon mal Ochsen geknechtet, Herr Ochsenknecht?“, möchte ich ihn

Beruf.

In „Habermann“ spielt Wilson Gonzales Ochsenknecht einen jungen Mann im Jahr 1938, der sich von Nazi-Parolen verführen lässt. Wer den einstigen wilden Fußballkerl in dieser ernsten Rolle erleben will, kann 10 mal 2 Kinokarten dafür gewinnen – auf SPIESSER.de/gewinnen

fragen und mich schlapplachen. Wilson kommt, drückt seine Zigarette in einem Gully aus und betrachtet skeptisch den hofeigenen Esel. Enttäuschung: Kein Ochse weit und breit. Zu gefährlich, die Viecher. Auf dem Esel aber soll er gleich reiten, der Herr Ochsenknecht. Doch das weiß er noch nicht. Zunächst frage ich tatsächlich,

ob er in der Schule wegen seines Namens gehänselt wurde. Immerhin ist er benannt nach einer mexikanischen Rennmaus aus den 50er Jahren, Speedy Gonzales nämlich. Und eben nach einem Ochsenknecht. „Ach, Quatsch, das ist doch überhaupt kein negativer Name. Die Leute akzeptieren dich unabhängig von deinem Namen. Ochsenknecht werden möchte ich trotzdem nicht. Aber immerhin ist der Name durch unsere Familie berühmt geworden.“ Vor allem mal durch seinen Vater Uwe. Und sonst so? Konnte die Schule einem Ochsenknecht wie dir überhaupt noch etwas bieten? „Nee, im Prinzip nicht. Das ist wie mit allen Dingen auf der Welt: Die wirklich wichtigen Sachen für dein Leben lernst du außerhalb der Schule.“ Esel füttern, Basteln und Kinderkriegen zum Beispiel. Schule abschaffen? Nicht ganz: „Nach der 6. Klasse weißt du alles, was du brauchst“, findet Wilson. „Danach interessiert Schule einfach niemanden mehr.“ Er hat auch schon ein Konzept für die alternative Wil-

son-Gonzales-Ochsenknecht-Schule parat: „Erst der akademische Kram, dann Kunst, Musik, Theater und so. Am Morgen denkt man nämlich noch nicht so viel. Also… ich zumindest nicht.“ Philosophische Gedankengänge von Wilson, der sonst lieber schweigt als spricht. Ich werde aus meinem eigenen Konzept gerissen, als eine Schulklasse vorbeitrottet, die sich auf dem Hof das Landleben erklären lässt. Kaum hat der aufgewirbelte Mädchenschwarm „den Wilson“ zweifelsfrei erkannt, müssen alle mal ganz dringend kurz auf‘s Klo. Zu zehnt. Hohe Kreischlaute – der Esel wars nicht – unterbrechen uns. Wilson wird angehimmelt, lässt sich davon aber nicht beirren. Mit seiner Trockenheit kann er Puten einschläfern. Verdammt cool. Und tatsächlich beeindruckend, doch ich kreische nicht! Aber da war noch was: Der Esel steht bereit und soll von uns Aushilfsknechten zur Koppel geführt werden. Bist du schon mal auf irgendetwas geritten? „Jaja, auf‘m Pferd irgendwann mal. Das war nicht


austoben & entspannen

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Ruuuhig, Grauer! Aber Esel Kniepi sieht rot-schwarz-kariert und läuft später unserem Gustav und seinem Mikro davon.

Zwei Mann, ein Esel, unzählige Handgriffe – und schon stinkt die ganze Mannschaft nach Vieh.

KINO IN KÜRZE schlimm, und für‘s Runterfliegen war mein jüngerer Bruder Jimi Blue zuständig. Ich habe bloß unheimlichen Respekt vor den Hinterbeinen dieser Viecher.“ Seine nervösen Blicke auf den Eselhintern bleiben mir nicht verborgen, ebensowenig die große Distanz zur besseren Hälfte des Grautiers. Zugegeben: Ich halte auch Abstand. In beispielloser Gelassenheit satteln wir zu zweit und ohne jegliche Fachkenntnis den Esel. Hier eine Schnalle, da die nächste, alles sieht gleich aus und ist es schließlich auch. Wir ziehen einen x-beliebigen Gurt fest. Der Esel atmet noch. Schwein gehabt. Wilson möchte führen. Erstmal aber werden Befehle geübt. „Sitz!“, ordnet Wilson an, aber Esel Kniepi bleibt störrisch. Sind Esel wirklich eingebildet? „Alles blöde Vorurteile“, vermutet Wilson. Beide setzen sich in Gang. Es geht raus auf die Koppel, ochsenknechten mit Esel. Ganz entspannt trabt Kniepi neben Wilson her, Wilson kommentiert: „Der läuft doch super. Hat wahrscheinlich noch eine geraucht vorher. Das erinnert mich alles so ein bisschen an Landleben hier, als ob man mit dem Zug von Berlin nach Frankfurt fährt. Da sieht‘s auch so aus.“ Er inhaliert

Landluft, fast mitten in Berlin, zwischen Plattenbau und Plattenbau. Kommt man als vielbeschäftigter Berliner Schauspieler eigentlich auch mal raus? „Wo raus?“, fragt Wilson. „Na, dorthin, wo du hin möchtest, nicht zwingend hin musst.“ – „Ach so. Im Moment jeden Tag. Ich habe gerade frei.“ Vorläufiges Schweigen. Meine Hände riechen nach Eselfell. Und wo hält sich Wilson Gonzales Ochsenknecht in seiner Freizeit am liebsten auf? „Zu Hause. Ich habe eine neue Wohnung in Berlin-Mitte. Man verlässt ja nie seinen Bezirk in Berlin.“ Sagt Wilson. Wir kommen am Ziegengehege vorbei. Für‘s Melken reicht die Zeit nicht, aber Streicheln, Hufeschütteln und Knutschen ist Pflicht. Bock Ernie ist handzahm und ganz hingerissen vom Ochsenknecht. Stichwort Knutschen: Sind Frauen gerade ein brisantes Thema? „Weiß ich gar nicht, ich bin auf jeden Fall vergeben. Weißt du, ich bin eher der Beziehungsmensch und mein Bruder Jimi Blue eher der Single-Mensch. Das heißt, er ist gern mit vielen Frauen unterwegs.“ Bock Ernie schaut verständnisvoll. Seine Augen sind so glasig wie der Speichel, der ihm aus dem Mund tropft. Miese Ablenkungstaktik, denn mir gehört die Aufmerk-

samkeit: „Aber… hat man denn als Filmstar überhaupt eine Chance auf ein Privatleben?“ – „Ach, na klar!

Ich bin auch nur ein Jugendlicher in Deutschland,

der U- und S-Bahn fährt und zur Döner-Bude geht. Obwohl ich es schon mag, von meinen Fans gemocht zu werden.“ Das kann ich nachvollziehen. Aber was ist mit denen, die dich nicht mögen? „Och, die mögen halt andere Schauspieler lieber. Ich kann ja nicht automatisch allen gefallen.“ Bock Ernie weint zum Abschied. Die Koppel ist erreicht, der Esel ruft. Mit Leichtigkeit schwingt sich Wilson auf Kniepi. Der aber interessiert sich mehr für das Gras vor seinen Hufen als für den Mann auf seinem Rücken. Dann rennt er weg. Mit Wilson. Ohne mich. Hinaus in die Marzahner Prärie. Ich verharre im Ziegenkacke-Idyll. Ernie blökt. Eine Pute stolziert zurück in ihren Stall.

Soul Boy Der Film in einem Satz: Abila muss

die Fehler seines Vaters ausbaden, um dem alten Herrn die Seele zu retten – und das im Kiberia-Slum in Kenia. Was hat das Ganze mit mir zu tun: Immer dieses schlechte Gewis-

sen den Menschen in Afrika gegenüber. Einen Film dort zu drehen und so zu helfen – auf die Idee wäre ich nie gekommen. Tom Tykwer schon. Vo n A n i t a E d e n h o f n e r Filmstart: 2. Dezember 2010

Ab ins Kino Bei welchem Promi Gustav s o f o r t K r e i s c h e n w ü r d e? Fragt ihn auf SPIESSER .de, Profilname: Gustav

Ihr könnt 10 mal 2 Kinokarten für „Soul Boy“ gewinnen: SPIESSER.de/gewinnen


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austoben & entspannen

03:00 Uhr Gegen das Verschlafen

habe ich mir am Vortag eine Armee an Weckern gestellt. Die sind jetzt gemeinsam eine Aufwachkapelle. Klingt grauenvoll, wirkt aber. Schließlich muss ich noch mit dem Auto zum Bus – und dann geht’s los. 06:00 Busfahrer Helmut grinst: „Vor

uns liegen noch 662 km.“ Na toll Motivation geht anders. Nämlich so: „Wir freuen uns wie Bolle auf den Ausflug mit euch. Das wird eine super Sause.“ So schreiben es die Brote auf ihrer Homepage. 10:00 Uhr Frühstückspause und

Frischluft. Helmut verteilt Brezeln. Er ahnt, dass beim Genuss von Salzgebäck der Ärger über 70ct fürs Klogehen verfliegt. Und dass Salz das Problem mit der Toilette weniger dringend werden lässt. Blasenschwäche plagt leider nicht nur mich, sondern auch den Wettermacher: Platzregen treibt uns in die Busbüchse zurück.

„Fettes Brot“ haben zur Konzertreise nach Holland geladen.i Anlass: die Single „Amsterdam“. Elf Busse starteten ausi verschiedenen Städten. 500 Gewinner jubelten bei Spontan-Gig,i Clubkonzert und Aftershowparty. Und erlebten König Boris,i Björn Beton und Doktor Renz in Bestform.i

Ausraststätte

„Sie ist abgehauen nach Amsterdam. Diese eine Frau mit einem anderen Mann.“ Anne, 19. Den Broten laufen die Frauen weg. Pech für die Musiker, Glück für Die SPIESSER-Autorin fuhr mit dem Bus zum Konzert und war bei der Bräutejagd in der holländischen Hauptstadt dabei. Und durchlebte 24 Stunden Brotzeit

Fetter Gewinn Wir verlosen 7-mal das Live-Album „Fettes Brot“ und 10 brandneue Fanshirts in der Größe deiner Wahl.

13:55 Uhr Wir üben fleißig holländisch: Rhythmische Schlachtrufe „Vieren! Vieren!“ übertönen die Radiomusik. Klingt für den AushilfsHolländer wie die Warnung vor Killerviren – heißt aber Feiern. 14:05 Uhr Niedersach-

sen. Zwischenstopp am Rastplatz Schüttorf, Umschlagplatz von Bockwürsten und Benzin. In 100 Metern Entfernung die A31. Trucker gönnen sich und ihrem Bauch eine Pause. Dazwischen wir, „Fettes Brot“ und ihr OldtimerBus. Björn Beton präsentiert die Ausstattung: „Hübsch, liebevoll gestaltet. Amsterdamer Tulpen sind aufgeklebt. Hinten vier Betten für die einsamen Singles. Im Doppelbett schläft der kleine, dicke Beton.“

MP3-DOWNLOADS

Holt euch diese sechs MP3s im kostenlosen Download auf SPIESSER.de. Aber seid schnell! Jeden Song gibt es genau 1.000-mal SONGWRITER-POP

MODERN ROCK

DEUTSCH-RAP

DEUTSCH-POP

Graziella Schazad „Leave me alone“

Rooga „Frustration“

Blumio „Die Welt ist schwul“

Erdmöbel „77te Liebe“

Liebe Graziella, was soll die Ansage? Wir verpissen uns garantiert nicht. Zu verlockend sind Klavier-Melodien, die sich den Gehörgang hinauftanzen und dort verweilen. Und das ist ganz allein deine Schuld!

Frontfrau Kati ist genervt. Aggressionsabbau erfolgt am Mikro. Ihr Männertrio stürmt zu Bass, Gitarre und Schlagzeug. Kraftvoller Rock, forsches Tempo mit Punk-Einschlag – da strahlt nicht nur die Sängerin.

Blumio hat zum Rap-Dinner ins Gartenhaus geladen. Lady Selbstironie erscheint mit König Wortwitz. Nur Onkel Homophobie muss draußen bleiben. Serviert werden Toleranz-Soufflé und Mousse au Weltverbesserer.

Erdmöbel hießen früher die Särge. Doch von Totenstille ist nichts zu merken: Hier pulsieren Takte, Gitarrenmusik lebt auf. Der Bass tänzelt, während die spröde Stimme Liebesschwüre dichtet.

Passt zu: Durchs Datingportal stöbern. Von der EP: Feel who I am www.graziellaschazad.com

Passt zu: In die Tischkante beißen. Von der EP: Behind the Mirror www.rooga.at

Passt zu: Einheitsbrei verdammen. Von der EP: Tokio Bordell www.blumio.net

Passt zu: Verflossene zählen. Von der EP: Krokus www.erdmoebel.de


austoben & entspannen

14:07 Uhr An Mittags-

schlaf ist nicht zu denken. Kollege Boris gibt den Ton an: „Wir werden uns auf das Dach des Busses stellen, ´nen kleinen Vorgeschmack auf heute Abend geben.“ 14:27 Uhr „Erdbeben! Was geht‘n? In Deutschland geht ein Beat um.“ In diesem Fall ist die Tanke das Epizentrum. Die Auswirkungen des Bebens

„Bettina“ hat ihr Oberteil verloren, „Emanuela“

35

21:10 Uhr Hm. Tanzen funktioniert

nicht. Der Raum ist winzig. Mein Kopf flirtet mit diversen Ellenbogen. Liebe auf die erste Berührung? Nein. 21:50 Uhr Fans von Fettes Brot sind lernfähig: Wir werden eins. Meinen Kopf freuts: Kein Aua mehr. Ich gehöre zur Knetmasse, die sich zur Musik verformt. „Hübsch anzusehen!“, bestätigt Björn Beton.

sind fatal:

quält die Männer und Fragen werden grundsätzlich mit „Jein“ beantwortet. 14:33 Uhr Angelockt von deutscher

Reimkunst traut sich die Sonne hervor. „Wir tun mal so, wie wenn hier Strand wäre. Macht mal alle eine La-Ola!“, fordern die Brote. Das muss man uns nicht zweimal sagen. Erst Johlen, dann Arme hochreißen. 14:39 Uhr Doktor Renz: „Das sieht nicht aus wie eine Raststätte. Eher wie eine Kleinstadt.“ Schade, dass die Stadtbewohner in die Busse zurückkehren müssen. Noch 182 Kilometer.

22:05 Uhr Das Licht wird gedimmt. Die Brote setzen ernste Mienen auf. Und erheben die Stimmen zum Klagelied: „Oh ich hätt‘ es wissen müssen, dass du‘s wirklich tust. Dass du mich sitzen lässt, dich umdrehst und das Weite suchst.“ Zwei Minuten brodelt und pocht es in den Männern. Dann bricht der Gefühlsvulkan aus.

23:50 Uhr „Die Leute haben erst

den Vorgeschmack genossen und dann das Hauptmahl verköstigt“, fachsimpelt Chefmaître Björn Beton. Ein Gang fehlt noch: das Dessert. Die Brote stehen als „Schwule Mädchen Soundsystem“ an den Plattentellern. 01:30 Uhr Raue Kehlen vom Mitgrö-

len. Deos versagen, Schweiß liegt in der Luft. Granatenstimmung. 02:00 Uhr Müde, kaputt, begleitet von Tinitus und Ohrwurm geht es zurück, Richtung Heimat. Nur noch 662 Kilometer. Aber das ist es wert.

20:59 Uhr Die Band stürmt die Bühne

– in Weiß unter orangefarbenen Hüten. König Boris: „Das ist ein ganz besonderes Erlebnis für uns“. Nicht nur für ihn – mein Körper will zwar eine Pause, aber jetzt ist „Vieren“ angesagt.

Führerschein mit 17

FAHR

SPIESSER-Autorin Anne ist auch mal müde. Einschlaf tipps auf SPIESSER .de, Profilname: juliANNE

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ER ANFÄNG SPIESSER

Die Fahrschul-Serie im

Offiziell heißt es „Begleitetes Fahren ab 17 Jahren“: In Deutschland können Jugendliche bereits ein Jahr früher als bisher den Führerschein machen. Florian, gerade 17 geworden, sagt, warum er genau das tut.

Warum machst du deinen Führerschein schon mit 17? Der wohl größte Vorteil ist, dass die Führerscheinprüfung nicht mit der Schule kollidiert. Jetzt habe ich noch Zeit. Wenn nächstes Jahr die Vorbereitungen fürs Abitur in die heiße Phase gehen, bin ich schon Führerscheinbesitzer, habe so nicht doppelten Stress.

22:07 Uhr „Gut so. Wenn sich die Kirsche nicht verpisst hätte, wären wir nicht hier“, grölt es in mein Ohr.

20:30 Uhr Angekommen im Ams-

terdamer Club Trouw. Rauchige Luft, Farbspiele und Fans in Einheitskleidung. Der Raum ist gefüllt. „Wir wollen Fettes Brot“-Rufe, die bis hinter die Bühne zu hören sind. „Zeit für das Hauptgericht“, findet Doktor Renz.

Teil 3

Wen hast du als Begleiter angegeben? Meine Eltern. Ich fühle mich eindeutig sicherer, wenn gerade am Anfang noch jemand neben mir sitzt, der mehr Erfahrung hat als ich. Im Zweifelsfall kann ich nachfragen. Nur manchmal ist man schon eingeschränkt. Warum? Man ist nicht wirklich flexibel. Auch für die kurze Fahrt zum Supermarkt muss immer eine Begleitperson mit. Deshalb nehme ich dafür doch lieber weiterhin das Fahrrad.

Wie funktioniert das Be

gleitete Fahren?

In Deutschland können dank einer Gesetzesände rung nun auch 17-Jährige einen Führerschein der Klasse B oder BE bekom men und somit selbst fahren. Bedingung: Auf Auto dem Beifahrersitz sitzt eine Begleitperson. Sie vorher namentlich ben ist annt, mindestens 30 Jah re alt, hat selbst seit fün Jahren den Führersche f in und nicht mehr als dre i Punkte in Flensburg. Zur Fahrschule können sich Fahranfänger ein halbes Jahr vor ihrem 17. Geburt tag anmelden, die praktis sche Prüfung ist frühesten s einen Monat vorm 17. Geburtstag.

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S Hip-Hop

Indie-Pop

Shad „Keep Shining“

Kleinmeister „Jesse Owens“

Proband Shad heult und grinst dabei. Mit den Händen schlägt er um sich, die Beine zucken im Jubeltakt. Ratlosigkeit bei den Ärzten. Kein Wunder: Das Musiker-Leben wird eben nicht im Medizinstudium erklärt.

Fußball liegt den Bayern im Blut: Zum Beat wird gedribbelt, zum Bass gekickt. Gitarrenflanke zu Stürmer Jesse, der Ball landet im (T)Ohr. Von wegen klein – hier gewinnt ein Großmeister die Indie-Meisterschale.

Passt zu: Stimmung wechseln. Von der EP: Tsol (us) www.shadk.com

Passt zu: Schützenfest besuchen. Von der EP: Kleinmeister www.kleinmeister.com

Ums Prüfungsfragen-Büffeln kommt ihr nicht drumrum. Das Online-Lernsystem „Fahren Lernen Max“ hilft euch aber. Es passt sich euren Stärken und Schwächen an, ist per Internet erreichbar – zu Hause, im Internetcafé, in der Fahrschule. Ihr lernt da weiter, wo ihr zuvor aufgehört habt. Das Programm ist optimal auf eure Theorie in der Fahrschule abgestimmt - mit Videos aus dem Unterricht. „Fahren Lernen Max“ gibt's exklusiv in Fahrschulen. Infos auf www.fahren-lernen.de. Auf der Internetseite sind auch Tipps zur Fahrschulwahl, plus Fahrschulsuche und Demofragebogen.

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36 austoben & entspannen Kreuzworträtsel ausfüllen, die eingekreisten Buchstaben ergeben das Lösungswort. Wenn ihr mitmachen wollt, klickt auf SPIESSER.de/gewinnen oder schickt die Lösung als SMS mit Rätsel [Leerzeichen] Name, Alter, Adresse an die 0177 1781818 oder als Karte an die SPIESSER Redaktion, Schandauer Str. 64, 01277 Dresden. Wunschgewinn nicht vergessen! Einsendeschluss für das Kreuzworträtsel: 14.02.2011

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Wie gehts weiter?

Vervollständigt die Reihe!

Auflösung: Wie gehts weiter?

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38 an“. Alle nachzulesen auf SPIESSER.de-User schreiben „Briefe lt: wol en sag was ihr wem lt, wol Was ihr loswerden SPIESSER.de. Wir drucken die besten ins Heft. Diemal schreibt Amaterasu an den Perfektionismus Lieber Perfektionismus, während ich das schreibe, sitze ich nicht im 90-Grad-Beine-OberkörperWinkel. Auf dem Schreibtisch liegen leere Flaschen und Bonbonpapier. Meine Augen sind ganz angestrengt vom wenigen Licht. Sie sind ohnehin schon kaputt. Von zu viel Fernsehen. Und bestimmt auch wegen meiner falschen Ernährung. Bioprodukte esse ich nicht. Ich suche ständig die Schlüssel und meine Socken sind nicht nach Farbe sortiert. Doch du begegnest mir ständig. Wie wenn ich die großen KosmetikWerbeplakate betrachte. Zu kaufen gibt es dich im Buchladen mit Titeln wie „Perfekt kochen“ und „Perfekt lieben“. Hast du dich mal gefragt, warum in den Industriestaaten die Depression fast zum Normalzustand geworden ist? Geht es uns zu gut? Wollen wir immer alles perfekt machen? Ich war letztens mit Jens-Uwe essen. Mein Kommilitone saß gerade, das Hemd knitterfrei. Als ich Jens-Uwe

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Kannste knicken Ständig sollen wir das Klima retten – dabei geht das gar nicht. Oder?

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auf den Spinat-Rest zwischen den Vorderzähnen aufmerksam machte, rannte er aufs Klo. Der Abend war schrecklich. Wegen dir. Wegen Jens-Uwe. Weil er sein wollte wie du. Ich erinnere mich auch noch an meinen ersten Kuss. Ich hatte vorher Zwiebelmettwurst gegessen. Es war spontan. Aber deshalb so schön und einprägsam. Nicht gezwungen und öde. So wie du. Ich meine, eigentlich besteht doch das halbe Leben aus Illusionen. Hoffentlich bist du auch nur eine. Viele Grüße, Amaterasu Wa s A m a t e r a s u s o n s t noch schreibt: Seht nach a u f S P I E S S E R .d e , P r o f i l n a m e : Amaterasu

Ihr habt was zu sagen? Dann schreibt selbst einen der „Briefe an“: auf SPIESSER.de/forenbeitrag/briefe

Der nächste SPIESSER erscheint am 21. Februar 2011. SPIESSER liegt in ganz Deutschland kostenlos an über 10.000 Schulen aus. Wenn eure nicht dabei ist, es aber bald sein soll, meldet euch unter 0351 31540577 oder auf SPIESSER.de/heft

HOLGERS HIRNHUSTEN

HOLGER 2011

Über das Titelbild dieser Ausgabe habt ihr auf SPIESSER.de abgestimmt. Hier seht ihr die drei Varianten, die es nicht „vorn drauf“ geschafft haben. Am 31. Januar 2011 beginnt übrigens die Online-Abstimmung für das Titelbild der nächsten Ausgabe.

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WIE FLIEGEN WIR IN ZUKUNFT DURCH DIE LUFT UND DAS ALL?

VERLEIHT EURER IDEE FLÜGEL „Ideenflug“ geht in die zweite Runde. Im Schülerwettbewerb wollen EADS und SPIESSER von euch wissen: Was sind eure Ideen für die Luft- und Raumfahrttechnik? Wie fliegen wir in Zukunft am Himmel und im All?

WELCHE GROSSEN UND KLEINEN IDEEN HABT IHR? Wie sieht eure Vision um Schnelligkeit und Sicherheit aus? Wie können wir die Umwelt schonen? Wie wird Reisen komfortabler?

BLICK HINTER DIE KULISSEN Die Gewinner-Teams lädt EADS für zwei Tage in ihr Luft- und Raumfahrtwerk nach Bremen ein.

VON DER IDEE ZUM ERGEBNIS Präsentiert eure Ergebnisse ab jetzt auf www.ideen-flug.de als Bild, Video, Ton oder Text

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Mitmachen können alle Schüler zwischen 10 und 18 Jahren. Bewerbt euch als Team von zwei bis fünf Schülern! Auch mehrere Teams aus einer Technik-AG oder Schulklasse sind erlaubt. Ab sofort könnt ihr euch auf www.ideen-flug.de anmelden. Dann hat euer Team ein knappes halbes Jahr Zeit, um

ihrer Idee Flügel zu verleihen. Wie ihr sie am Ende präsentiert, könnt ihr selbst aussuchen: Ihr habt die Wahl zwischen Bild, Audio, Video und Text. Ladet eure Visionen auf www.ideen-flug.de hoch! Einsendeschluss ist der 30. April 2010. Die Teams können Geldpreise für ihre Schule gewinnen.

Zudem lädt EADS die Gewinner Ende September 2011 in das Astrium- und Airbus-Werk nach Bremen ein. Das bedeutet Luftund Raumfahrt zum Anfassen. Alle Informationen zum Wettbewerb findet ihr auf www.ideen-flug.de

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SPIESSER Ausgabe 132  

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