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PORTFOLIO Philipp Specht, 2013


Drehpunkt Der bekannteste Wanderweg Deutschlands, der Rennsteig, verläuft in der Nähe von Steinbach am Wald etwa zwei Kilometer direkt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. In diesem Abschnitt wandert man auf den breiten Betonfertigteilen der Fahrspur des Grenzstreifens zwischen Thüringen und Bayern. Dieser beeindruckenden und geschichtsträchtigen, aber anonymen Etappe des Rennsteigs eine Adresse und einen Ort zur bewussten Wahrnehmung zu geben ist Ziel des Projektes „Drehpunkt“. Das Volumen präsentiert sich im Wesentlichen in zwei Materialien. Der schwere Sockel, der in seiner Kubatur an den Fußabdruck der standardisierten Grenztürme der DDR erinnert, ist wie die Fahrspur aus massivem Beton gefertigt und kann mit einer einfachen Bretterschalung vor Ort gegossen werden. Das ihm aufgesetzte Übernachtungsvolumen aus Brettsperrholz bedient sich des üblichen Rohstoffs für den Bau von Schutzhütten und hebt sich in Tradition der Jägersteige vom Waldboden ab. Betritt man den im Grundriss quadratischen Sockel über die breite, außen anschlagende Massivholztür wird man von einem spartanischen Raum erwartet, der separierbar durch einfache Schwingtüren mit Toilette und Waschbecken ausgestattet ist. In der Mitte dieses Raumes steht eine angeschnittene Betonröhre, in der man über eine Leiter, einem kleinen Oberlicht entgegen, den länglichen, rechteckigen Übernachtungskörper erreicht. An dessen Stirnseite befindet sich ein großes Fenster mit über den schmalen Belüftungsflügel betretbaren Austritt. Den Ausblick, den dieses Fenster anvisiert bestimmt der Übernachtungsgast selbst, indem er an einem „Steuerrad“ dreht und so über einen Zahnkranz, der sich um die Einstiegsluke befindet, den kompletten hölzernen Aufbau bewegt. Möglich wird diese Beweglichkeit durch Ausbalancierung des Systems mittels Betongegengewicht an der Rückseite des Holzkörpers und einem Kreuzrollenlager, das Eigengewicht, Wind- und Schneelasten problemlos aufnehmen kann. So kann der Wanderer zwischen dem Betrachten der Wipfel des dichten Nadelwaldes auf Thüringer Seite, sowie der Aussicht über die jungen Tannen in Bayern und dem Blick entlang der Schneise des Grenzweges frei wählen. Um die Sicht nicht zu stören wird der Raum mittels zweier Leisten mit Aufhängern und entsprechenden Ösen am gesamten Interieur freigehalten indem jenes vollständig an die Wand gehängt werden kann.


Budapest Wohnen im Elisabethenviertel Das Elisabethenviertel, das alte jüdische Viertel von Budapest, erlebt momentan einen starken Wandel. Durch das Hinzuziehen von Studenten wird die Bevölkerung jünger und das entsprechende Freizeit- und Kulturangebot passt sich an. Auf diese Urbanisierung baulich zu reagieren ist Zielsetzung des Entwurfs. Es gibt im Kern des Viertels noch einige freie, von Brandwänden gesäumte Baulücken die sich in Form von Parkplätzen oder Schuttabladestellen zu städttischen Unorten entwickelt haben und dringend gefüllt werden müssen. Das gewählte längliche Grundstück liegt zwischen einem niedrigen jüdischen Bad und einem sehr hohen Hostel, das abschnittsweise Brandwände und Laubengangerschließungen in Richtung Brache aufweist. Auf diese Situation wir derart reagiert, dass sich drei separate Gebäudeteile mit dem Rücken an die Brandwandabschnitte legen und die schon bestehenden Treppenhäuser und Laubengänge als Erschließung nutzen. So wird der Bestand erweitert und es werden gemeinsame Hofsituationen erzeugt. Auch funktional wird sich an den Nachbarn orientiert. So handelt es sich etwa beim straßenseitigen Bau um ein Hostel, das die im Hofbereich liegenden Studentenwohnungen und Arbeitsräume vom Straßenlärm abschirmt. Der extreme Höhenunterschied zwischen den beiden Nachbarn wird durch eine Treppung auf Basis eines Quadratrasters überbrückt. Das ermöglich außerdem, dass jeder Wohnung privater Außenraum zugeordnet werden kann und eine nach Süden orientierte Dachgartenlandschaft erzeugt wird. Trotz des einfachen Rasters gleicht so keine Wohnung der anderen und es Entstehen Wohnungsgrößen von der Paar- oder Singlewohnung bis zur VierzimmerWG.


Mitarbeiter : Sylvia Schendel | Charlotte Schönemann

Auf dem Gelände des ehemaligen Elektrizitätswerks in Weimar, das sich mitlerweile zu einem suversiven Kulturzentrum entwickelt hat, soll ein Hostel entstehen. Auf Basis der Analyse des Grundstücks entschieden wir uns dazu das Hostel naturnah zu planen und klar vom industiellen Bestand abzugrenzen. Um Privatheit und Ruhe zu generieren sollen mehrere schmale, viergeschossige Gebäuderiegel in den Wald eingeschoben werden, die sich mit Monitorfenstern zur vorbeifließenden Ilm hin orientieren. Die auf Stelzen über dem Waldboden schwebenden Holzbauten fügen sich durch ihre vertikale Lattung fast unsichtbar in die Biosphäre ein und interpretieren auf ihre Weise die Fassade des alten Kühlturmes neu. Durch Zuwegung über Stege ist in jedem Baukörper das Erdgeschoss barrierefrei erschlossen. Die einzelnen Körper sind in ihrer Kubatur identisch, sprechen aber durch individuelle Grundrisse verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichen Aufenthaltszeiten an. Als direkter Nachbar zu den E-werk Gebäuden bilden zwei der Bauten, die über eine Terasse verbunden sind die Adresse des Ensembles mit Rezeption, Cafe und Klassenunterkünften. Insgesamt stehen über 100 Betten für Verweildauern von einem Tag bis zu einem halben Jahr zur Verfügung.


a new shool dockside TEAM PARTNER: SYLVIA SCHENDEL | KAI GRĂ–NEMEYER | JAKOB KLING

Offenbach is a town in the periphery of Frankfurt, Germany. At the moment the city experiences a broad urban extension that is supported by many master plans. One plan concerns the area around the harbor where a new economy and a new luxurious dwelling district shall be established. Consequently there will be a huge demand of new schools and recreational facilities. As part of my fourth semester in the bachelor program, the task was to design an elementary school for this new district. It shall include a kindergarten and two gyms. We were a team of four students that worked together on this design. The site is located directly at the joint between the old part of the city and the planned new part of it. One of the difficulties is that all the surrounding buildings are not designed yet, so that there are no given building lines or similar to adapt. To the left there will be an office building and to the right a shopping center. Both projects are not really the ideal neighbors for an elementary school. However, it is the school not the rest that breaks ranks. The main idea for this project was not to disturb the outer appearance of the new city district, but to be even more playful in the inside in return. The façade is a glass front and reminds of an office building rather than of a school. The outline follows the given lines by the property, because they already react to the planned new neighbors and the riverside. Therefore the building gets a polygonal shape which pulls through the whole inside also to the point of furniture. The furniture and the staircases mark a key in this design. They guide the children through their house and offer seats, closets and group studying areas that are always combined with stairs and view connections to rhe river or the city. The whole building turns out to be a big playground. It curls around the schoolyard that is framed by rings of balconies. One can say that the school consists of three rings. The first is the outer and most important one. It contains all the classrooms. The ring in the middle is the hall that serves also as the cloakroom for the kids. The third ring is the already mentioned balcony. The two demanded gyms are lying upon each other and create a tail to the circular main house.


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Philipp Specht 2013

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