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Fokus Swiss Finance

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E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

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EDITORIAL

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Nachhaltiges Investieren nicht isoliert betrachten

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ETFs

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Asset-Management

Interview: Thomas Puschmann

FOKUS SWISS FINANCE. PROJEKTLEITERIN: Tanja Schuler COUNTRY MANAGER:

Der Klimawandel stellt die Schweizer Versicherungen vor grosse Herausforderungen. Zunehmende Extremereignisse wie Starkniederschläge, Hurrikans oder grossflächige Waldbrände führen zu hohen Schäden. Sie treffen Menschen und Volkswirtschaften. Betroffen sind Erst- und Rückversicherungen. Der Bundesrat hat nun entschieden, bis 2050 die Nettoemissionen von Treibhausgasen auf null zu senken. Die Finanzindustrie wird ihre bisherigen Anstrengungen verstärken, um die Erreichung dieses ambitiösen Ziels zu unterstützen. Die Herausforderungen für die Versicherer stellen sich in fünf Bereichen.

Pascal Buck PRODUKTIONSLEITUNG: Miriam Dibsdale TEXT: Stefan Marolf, Lea Zoss, Tina Spichtig, Mohan Mani TITELBILD:

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ei der Anlagetätigkeit: Mit einem Anlagenvolumen von rund 650 Milliarden Franken gehören die Versicherer zu den grössten institutionellen Anlegern in der Schweiz. Aufgrund dieses Volumens und des langfristigen Anlagehorizonts kommt der Versicherungswirtschaft eine besondere Bedeutung zu. Viele Versicherungen investieren heute bereits in nachhaltige Assets – so hat zum Beispiel die Swiss Re ihr gesamtes Portfolio entsprechend umgeschichtet. Bei Anlageentscheiden muss zudem künftig vermehrt darauf geachtet werden, dass nicht in CO2-intensive Unternehmen investiert wird. Bei diesen Unternehmen besteht das Risiko, dass sie an Wert verlieren und damit zu «stranded assets» werden. Verantwortungsvolle Kapitalanlagen sind für Versicherer auch interessant, weil sie in der Regel einen langfristigen Horizont haben. Zudem verlangen heute die Versicherungsnehmerinnen und -nehmer, die Öffentlichkeit und die Investoren zunehmend klare ESG (Environmental, Social und Governance) Kriterien und den Nachweis des entsprechenden Handels. Die Mitglieder des Schweizerischen Versicherungsverbandes haben sich dazu bekannt, diese Kriterien in ihren Anlageprozessen konsequent zu berücksichtigen. Auch im Kerngeschäft sind die Versicherer gefordert: Beim Abschluss von Versicherungsverträgen muss auf die Risiken durch die Klimaerwärmung geachtet werden. Zunehmende Schäden durch Extremwetter oder durch Haftpflichtansprüche an die Verursacher des Anstiegs des CO2-Gehalts müssen bei der Preisgestaltung mitberücksichtigt werden. Einige Erst- und Rückversicherer sind dazu übergegangen, Kohlekraftwerke nicht mehr zu

versichern. Alternativ zum Ausstieg wird vermehrt versucht im Austausch mit Kundinnen und Kunden diese zu einem klimafreundlichen Verhalten zu motivieren.

Beim Abschluss von Versicherungsverträgen muss auf die Risiken durch die Klimaerwärmung geachtet werden. - GUNTHARD NIEDERBÄUMER, LEITER BEREICH SCHADENUND RÜCKVERSICHERUNG BEIM SCHWEIZERISCHEN VERSICHERUNGSVERBAND SVV

Betroffen sind drei weitere Bereiche: Auch Versicherungen hinterlassen einen CO2-Fussabdruck. Auf einem guten Stand ist zwar der Gebäudepark vieler Versicherungen. Einsparpotenzial besteht hingegen bei der Mobilität. Die Mitarbeitenden fahren auf dem Arbeitsweg und im Vertrieb noch viele Kilometer mit dem Auto. Ein zweiter Bereich umfasst Schutzprojekte gegen Elementarereignisse. Auch wenn es gelingt, die Erwärmung zu beschränken, wird sich das Klima verändern. Elementarereignisse an Orten, die bisher nicht gefährdet waren sind mögliche Folgen. Schutzprojekte sollen diesen vorbeugen. Um diese zu realisieren arbeitet die Versicherungswirtschaft eng mit Bund und Kantonen zusammen. Weil trotz aller Präventionsmassnahmen Schäden nicht gänzlich verhindert werden können, sind Versicherer als letztes weiterhin gefordert, finanzielle Folgen dieser Schäden mit einer breiten Produktepalette zu mindern. Dieser kurze Exkurs zeigt auf, dass die Versicherungsbranche in ganz unterschiedlicher Art und Weise vom Klimawandel betroffen und auch gefordert ist. Nachhaltiges Investieren ist ein Teil und steht nicht isoliert. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen des Klimawandels ist für die Versicherer von existenzieller Bedeutung. Die Wissenschaft macht deutlich, dass uns nicht mehr allzu viel Zeit zum Handeln bleibt. TEXT GUNTHARD NIEDERBÄUMER

zVg LAYOUT: Anja Cavelti DISTRIBUTIONSKANAL: Tages-Anzeiger DRUCKEREI: DZZ Druckzentrum AG

SMART MEDIA AGENCY AG Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel +41 44 258 86 00 info@smartmediaagency.ch

Viel Spass beim Lesen! Tanja Schuler Project Manager

BRANDREPORT FEDAFIN AG

ESG und Hypothekenratings Als einzige anerkannte Schweizer Ratingagentur deckt die fedafin AG aus Widnau praktisch den ganzen inländischen Markt mit unabhängigen Ratings ab – mit grossen Vorteilen für Investoren.

Es herrscht ein Anlagenotstand, insbesondere im Fixed-Income-Bereich. Dr. Adrian Oberlin Geschäftsführer fedafin AG

Adrian Oberlin, wie haben Sie den Markt in den letzten Jahren wahrgenommen? Es herrscht ein Anlagenotstand, insbesondere im Fixed-Income-Bereich. Institutionelle Investoren suchen deshalb nach Alternativen, die nach wie vor existieren, häufig jedoch weniger liquide sind. Deshalb sind sie dankbar, wenn wir als Ratingagentur flexibel agieren und zeitnah Nebenwerte einstufen. Zudem hat das Thema Nachhaltigkeit resp. ESG an Priorität gewonnen, und wir spüren einen Kostendruck seitens Kunden.

Wie reagieren Sie auf diese Trends? Man muss differenzieren. Nebenwerte aus den Bereichen Energie, Transport, Gesundheit oder Versorgung gehören zu unserem Kerngeschäft. Wir durften im Auftrag unserer Kunden seit der Gründung im Jahr 2002 über 450 solcher staatsnahen Unternehmen mit einem Rating abdecken. Insofern ist eine flexible Abdeckung in diesem Segment nichts Ungewöhnliches für uns. Allerdings haben wir als Antwort auf den Anlagenotstand neu Hypothekenratings im Angebot. Hypothekenratings – was kann man sich darunter vorstellen und wer braucht das? Das sind Ratings von Hypotheken auf Renditeliegenschaften oder ganzen Hypothekenpools. Investoren, die

kein Immobilien-Team aufbauen möchten, haben dank unseren Ratings das Pricing und die Risiken trotzdem im Griff. Das sind häufig neue Player wie z.B. Pensionskassen.

unterzeichnet. Damit verpflichten wir uns, ESG-Faktoren, die einen materiellen Einfluss auf ein Rating haben, transparent auszuweisen.

Und wie gehen Sie mit dem Thema ESG um? Bereits im August 2018 haben wir das «ESG in credit risk and ratings statement» des von der UNO geförderten Vereins Principles for Responsible Investment (PRI)

Zu guter Letzt: Wie reagieren Sie auf den Kostendruck? Relativ gelassen. Als von der FINMA anerkannte Ratingagentur sind wir in einem engen regulatorischen Korsett und werden periodisch überprüft. Dies erhöht unsere Kosten, weil wir z.B. einen Compliance Officer beschäftigen müssen. Auf der anderen Seite sind dies auch qualitätssichernde Faktoren, die unsere Kunden und der Markt sehr schätzen.

Als von der FINMA anerkannte Ratingagentur sind wir in einem engen regulatorischen Korsett und werden periodisch überprüft.

Weitere Informationen: www.fedafin.ch, adrian.oberlin@fedafin.ch Tel.: 071 552 32 01


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