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Wohnen
sensor 04/12
So wohnt Wiesbaden
Der Stadtmensch Andreas Guntrum, Geschäftsführer Stadtentwicklungsgesellschaft SEG
Es gibt wohl kaum einen Menschen in Wiesbaden, der geeigneter dafür wäre, über das Thema Wohnen zu reden, als Andreas Guntrum. Denn irgendwie dreht sich in dessen Leben fast alles nur um das Eine. Schon früh wird er Mitglied im Beamten-Wohnungsverein, und auch die erste eigene Wohnung, die er bezieht, befindet sich im Besitz der Genossenschaft. Später sitzt er acht Jahre lang als Stadtverordneter für die CDU im Wiesbadener Planungs- und Bauausschuss. Nach seiner juristischen Ausbildung arbeitet er in Mainz unter anderem als Baureferent.
Der doppelte Guntrum
Selbst das Hobby dreht sich um Städte „13 Jahre lang bin ich gependelt, damit ich mir abends nicht erzählen lassen muss, dass ich Wiesbadener bin“, kommentiert der aus Kloppenheim stammende Andreas Guntrum diesen Umstand. Seit dem Jahr 2005 ist er nun einer von zwei Geschäftsführern der Stadtentwicklungsgesellschaft, bei der er zuvor bereits vier Jahre lang im Aufsichtsrat gesessen hatte. Selbst eines seiner Hobbys hängt mit dem Thema zusammen, denn er sammelt MonopolySpiele. Vom arabischen Exemplar aus den 30er Jahren über eine polnische Fassung aus der Zeit des Kalten Krieges bis hin zu einer essbaren Variante aus Schokolade reicht die mehr als 80 Spiele umfassende Sammlung. Lediglich privat spielt das Thema Wohnen derzeit eine eher untergeordnete Rolle. Seit anderthalb Jahren lebt der 53-Jährige im Haus seiner Lebensgefährtin Ilka Fuchs in Sonnenberg. Aus diesem Grund trägt sein persönliches Umfeld bislang eher ihre als seine Handschrift. Allerdings sind seine Anforderungen auch gar nicht sonderlich ausgeprägt. „Es muss mir gefallen, ich muss mich wohlfühlen, das ist es dann auch“, sagt er und betont, dass er ein Stadtmensch sei. Ein wesentlicher Wohlfühlfaktor bedeute für ihn deshalb die Nähe zur Innenstadt. „Ich brauche sehr viel Platz, weil ich mit unheimlich viel Papier arbeite. Sowohl beruflich als auch im Ehrenamt“, fügt er noch hinzu. Raum braucht auch seine in 20 Jahren gewachsene Bar, die im Untergeschoss ihren Platz gefunden hat. Neben einer Vielzahl an Gläsern finden sich dort unter anderem Eaux de Vie, die er teils persönlich aus dem Elsass mitgebracht hat, Rum aus der Karibik sowie sein persönlicher Favorit: spanischer Brandy. Dazu hört er gerne Jazz, macht aber auch selbst Musik. Das Keyboard ist einst ein Grund für ihn gewesen, warum er ein frei stehendes Haus mieten wollte. Vier Jahre Anderas Guntrum ist Jazzfan und selbst Musiker lang hat er danach suchen müssen und weiß deshalb aus eigener Erfahrung, woran es Wiesbaden fehlt. „In den letzten Jahrzehnten ist es versäumt worden ausreichend Flächen für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen“, findet er. Zumal er davon ausgeht, dass die Einwohner-