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sensor Mainz #123 Dez / Jan 2022/23

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Wahlen Mit Spannung wird die Oberbürgermeister-Wahl von Mainz erwartet. Nach dem Abgang von Michael Ebling in die Landespolitik als neuer Innenminister machten die Mainzer Parteien es sich nicht leicht, geeignete Nachfolger zu finden. Ende November zählten wir sieben Personen, bis zum 26. Dezember kann sich jedoch noch beworben werden – 250 Unterschriften sind nötig. Als Erstes warf der unabhängige, überparteiliche Nino Haase seinen Hut wieder in den Ring: 2019 unterlag er knapp Ebling. Dieses Mal erfährt er Rückenwind von den Freien Wählern. Als Zweite stellte sich Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) zur Wahl. Zwei Wochen später kam die Mainzer SPDParteichefin Mareike von Jungenfeld hinzu - kurz danach die FDP mit Marc Engelmann und schließlich die Grünen mit Christian Viering. Auch DiePartei stellt wieder einen Kandidaten mit dem Wiesbadener Lukas Haber, am 15.11. folgten die Linken mit Martin Malcherek. Nachdem der anvisierte Wahl-Termin vom 8. Januar auf den 12. Februar verschoben wurde, ist Zeit für den Wahlkampf vorhanden. Da die meisten Kandidaten bisher jedoch eher wenig bekannt sind, ist mit einer Stichwahl zu rechnen, die erst am 5. März stattfinden würde – die offizielle Ernennung des neuen OB wäre dann am 22. März. Bis dahin fließt jede Menge Wasser den Rhein hinunter. Es wird also eine ungewöhnliche Wahl. Keiner der Kandidaten kann mit einer überwältigenden Mehrheit, Fanbase oder Bekanntheit punkten. Nino Haase hat Pfiff und wo er auftaucht, sind ihm die Diskussionen sicher. Matz hat CDU. Von Jungenfeld hat das SPD-Klientel, und die Grünen werden auch auf ihre Stimmen kommen. Entscheidend ist aber, was hinten herausrauskommt. Wird im Fahrtwind der Tübinger ein überparteilicher Kandidat Mainz guttun und auf Anhieb über 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können? Werden SPD oder die Grünen eine absolute Mehrheit erreichen? Es wird für niemanden einfach, im 1. Wahlgang durchzumarschieren. Und welche Mehrheiten sich wiederum bis zu einer Stichwahl politisch bilden, könnte dann am Ende den oder die neue OB von Mainz ausmachen. Wir stellen die Kandidaten vor.

sensor 12/22 - 01/23

Es kann nur einen geben! Die OB-Wahl von Mainz kann sich noch bis März ziehen

Herausforderer Nino Haase will es jetzt endlich wissen

Nino Haase Als unabhängiger Kandidat tritt Nino Haase (39 Jahre) wieder an. 2019 noch mit Unterstützung der CDU, jetzt überparteilich, aber immerhin die Freien Wähler im Rücken. Eblings Angst-Kandidat, der diesem durch seinen Weggang die Türen erneut geöffnet hat. „Ich bin überzeugt davon, dass wir in der herausforderndsten Zeit der letzten Jahrzehnte eine überparteiliche Ei-

nigkeit benötigen. Das ist eine zeitgemäße und erfolgreiche Herangehensweise, auf die viele Bürger bereits setzen und sich verlassen können“, sagt Haase. Für seine Kandidatur bringe er wichtige Kompetenzen mit, da er außerhalb der Politik zahlreiche Erfahrungen sammeln und zuletzt „erfolgreich meine politischen Vorstellungen für unser Mainz darstellen durfte“. Der ehemalige Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Bibelturm und Schlag-den-Raab-Gewinner arbeitet mittlerweile als Geschäftsführer und Projektleiter für Innovation bei einem Mainzer Mittelständler. Dass er nun auch gegen die CDU antreten müsse, spiele keine große Rolle: „Ich trete an, um die Wahl zu gewinnen. Man muss sich durchsetzen“. Auch für die Stadt könne ein parteiloser Oberbürgermeister eine „Befreiung“ sein, ist Haase überzeugt. „Es dreht sich zu viel um Parteipolitik. Ein überparteilicher OB ist ein zeitgemäßes und bürgernahes Modell, das in vielen Kommunen erfolgreich praktiziert wird.“

Mareike von Jungenfeld tritt für die SPD an

SPD: Mareike von Jungenfeld Die SPD schickt mit Mareike von Jungenfeld (41 Jahre) erstmals eine Frau in das Rennen um das Oberbürgermeisteramt. Die in Mainz geborene Finanzpolitikerin steht zusammen mit Christian Kanka an der Spitze der Mainzer SPD und ist Mitglied im Stadtrat. Seit 2017 ist die Betriebswirtin mit Erfahrung in einer Steuer- und Wirtschaftsprüferkanzlei auch Finanzreferentin der


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