Die Drogerie ist immer für Sie da Hilfe bei Kopfweh, Tipps fürs richtige Make-up, ein gesunder Brei fürs Baby oder eine Teemischung gegen Blähungen. Das und viel, viel mehr finden Sie an einem einzigen Ort: in Ihrer Drogerie. Kommen Sie mit auf eine Reise hinter die Kulissen. Text Bettina Epper Fotos Anita Vozza
Anton Löffel Anton Löffel ist seit 1998 Inhaber der KräuterhausDrogerie Zeller AG in Solothurn. Der eidg. dipl. Drogist und Heilkräuter spezialist hat sich vor allem in den Gebieten Phytotherapie, Spagyrik, Aromatherapie, SchüsslerSalze, Bachblüten, Anatomie, Pathologie und Pharmakologie (Kenntnisse der chemischen, rezeptfreien Medikamente) weitergebildet. Nebst seinen Aufgaben als Geschäftsinhaber und seiner Beratungs tätigkeit als Heilkräuterspezialist vermit telt er sein Wissen in Fabrikationskursen, Kräuterbummeln, Heilkräuterschulungen usw. an Interessierte weiter. www.drogerie-zeller.ch
Helene Elmer Die 28-jährige Helene Elmer ist seit 2015 Inhaberin der swidro drogerie elmer in Bätter kinden (BE). Ihre Spezialgebiete sind Naturheilmittel, insbesondere Spagyrik, Aromatherapie sowie Tinkturenmischungen und Natur kosmetik. www.swidro-drogerie-elmer.ch
Ein Drogist ist ein Drogenhändler. Aller dings keiner, der mit Kokain oder Heroin dubiose Geschäfte im dunklen Hinter zimmer macht. Die Bedeutung «Betäu bungs mittel» erhielt das Wort «Droge» nämlich erst im 20. Jahrhundert. Der Name «Drogerie» stammt vielmehr vom niederländischen Wort «droog», was «trocken» bedeutet. Es bezeichnete einst einen als Arzneimittel oder Gewürz ver wendeten Stoff tierischer oder pflanz licher Herkunft. Um 1500 entstand dar aus die noch gebräuchliche Bezeichnung «Drogerie». Ein Drogist ist also ursprüng lich ein (Heil-)Kräuterhändler. Heilkräuter sind ein wichtiger Grund, warum Helene Elmer Drogistin gelernt hat. «Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen», sagt die junge Frau, die seit einem Jahr ihre eigene Drogerie in Bätterkinden besitzt. «Mein Vater weiss sehr viel über Heilkräuter und hat auch selber Salben hergestellt.» Floristin wäre sie auch gerne geworden, hat sich dann aber doch für die Drogerie entschieden. «Weil ich gerne Menschen helfe und weil der Beruf so extrem vielseitig ist.» Ihre Augen leuchten, als sie erzählt, was ihre Drogerie alles bietet: «Ich habe mit Kosmetik, Haushalt- und Sachpflege, Schädlingen, Ernährung, Schul medizin, Komplementärmedizin wie Schüssler-Salzen, Bachblüten, Aromatherapie, Pflanzenheilkunde, Spagyrik oder Homöopathie sowie vielem mehr zu tun.» Stimmt! Heilkräuter sind beileibe nicht das Einzige, was Drogistinnen und Drogis ten verkaufen, obwohl eine Drogerie den grössten Teil ihres Umsatzes aus Arznei
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mitteln, Medizinprodukten und Nahrungs ergänzungsmitteln generiert. Martin Bangerter, Zentralpräsident des Schwei ze rischen Drogistenverbandes SDV: «Früher führten Drogerien auch einige Arzneimittel und Kräuter, hauptsächlich aber Haushaltsartikel, Lebensmittel, Farben oder Gartenzubehör. Manche ver kauften auch Spirituosen, vom Magen
Drogerie-Glossar OTC Over the Counter = «über die Verkaufstheke»: Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel und Nahrungs ergänzungsmittel Liste A, B, C, D, E Die Swissmedic, die schweizerische Zulassungsbehörde für Arzneimittel, legt fest, wer welche Arzneimittel abgeben darf. Dies ist auf jeder Packung mit einem Buchstaben gekennzeichnet. Liste A verschärfte Rezeptpflicht, einmalige Abgabe durch Ärzte oder in Apotheken gegen Rezept Liste B einfache Rezeptpflicht, Abgabe durch Ärzte oder in Apotheken. Für Arzneimittel der Liste B können auch Dauerrezepte ausgestellt werden Liste C Verkauf ohne Rezept nur in Apotheken und in den Kantonen Appenzell-Ausserrhoden, AppenzellInnerrhoden sowie Solothurn durch Drogerien. Liste D Verkauf ohne Rezept in Apotheken und Drogerien Liste E frei und ohne Fachberatung in der Selbstbedienung verkäuflich Arzneimittel nach eigener Formel oder «Hausspezialitäten» sind von Drogerien selbst hergestellte Arzneimittel, zum Beispiel spagyrische Sprays, Cremen, Tees. DROGISTENSTERN 8–9/16