Herbst & Winteraugabe 2022 Schlossseiten

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AUSGABE 02/2022 • € 12,80 SCHLOSSSEITEN SCHLÖSSER, ARCHITEKTUR, INTERIORS, KUNST UND HANDWERK magazin.schlossseiten.at KUNST & ANTIKES WAS IST DAS RICHTIGE INVESTMENT? FISCH & WILD SCHLOSS LITSCHAU TEXTILRESTAURIERUNG - MIT LIEBE ZUM DETAIL PRACHTBAU WINTERGARTEN - ELEGANT UND GEWUSST, WIE JAGD SPEZIAL ALLES ÜBER SCHLÖSSER, REZEPTE, MODE UND WAFFEN WIENS NEUER MEMBERCLUB AM HOF 8 Fotos: ÖBf Archiv Panzer
THEi 7 bmw.at/i7 BMW i7 xDrive60: 400 kW (544 PS), Kraftstoffverbrauch 0,0 l/100 km, CO 2-Emission 0,0 g CO 2 /km, Stromverbrauch von 18,4 kWh bis 19,6 kWh/100 km. Angegebene Verbrauchs- und CO 2-Emissionswerte ermittelt nach WLTP. Symbolfoto. #bornelectric

EDITORIAL

02/2022

Liebe Leserinnen und Leser, viertel auf das Schloss Litschau zu Amelie und Fran ziskus Seilern-Aspang geführt, die eine hervorragende eigene Genussmarke namens „WILD UND FISCH“ gegründet haben und sowohl Wildbret als auch Fisch chic und elegant verkaufen. Dass man bei ihnen sogar „Reh-“, „Wildschwein-“ oder „Karpfen-Aktien“ er werben kann, lesen Sie ab Seite 12.

das war ein Sommer wie früher – könnte man zu mindest fast behaupten: Es herrschte ein Traum wetter, sowohl die Gas tronomie als auch die Ausflugsziele und Hotels waren wieder geöffnet und wir durften genie ßen. Trotz aller Widrig keiten soll es nun so wei tergehen, auch wenn uns die Weltgeschehnisse sowie die Wirtschafts- und Ener giekrise teilweise einen neuerlichen Realitätsschock bringen.

Die vorliegende Ausgabe, die Sie gerade in Händen halten, soll wie jedes Mal eine Lektüre darstellen, mit deren Hilfe Sie dem Alltag entfliehen können. Möchte man sich auf das Ursprüngliche besinnen, so kommt einem unweigerlich die Jagd in den Sinn. Wir wollten erfahren, was sich heute im Vergleich zu früher verän dert hat. Das Schöne: fast nichts! Wenn Kaiser Franz Joseph seine Uniform gegen Lederhose und Lodenja nker tauschte und den Hut mit Gamsbart trug, dann war er mit dem Wald und der Natur verbunden. Dies haben auch Lelio Colloredo-Mannsfeld und Hannes Etzlstorfer in ihrem Buch „Die kaiserliche Jagd“ aufge griffen (Seite 24). Die Jagd war keineswegs eine spezifi sche Leidenschaft des österreichischen Kaisers und sei ner Familie, sondern eine adäquate Freizeitgestaltung des Adels. Wenn nicht gerade weltpolitische Verhand lungen geführt wurden, ging es in den Jagdschlössern im Vergleich zum höfischen Alltag eher zwanglos zu. Dies galt insbesondere für die Jagd-Dinners: Es gab einfach zubereitete Gerichte wie den bekannten Kai serschmarren oder Geselchtes mit Sauerkraut und Knödeln, die auf mit Jagdmotiven geschmücktem Geschirr dargereicht wurden. Nach dem Essen blieb man gerne noch zur Unterhaltung am Tisch sitzen. In dieser Ausgabe finden Sie unter anderem köstliche Re zepte als Anregung für das perfekte Jagd-Dinner.

Unsere Wege haben uns bis in das nördliche Wald

Auch der Landesjägermeister Maximilian Mayr Melnhof aus Salzburg gab uns ein Interview zur Hege und Pflege und zu seinen zahlreichen Aufgaben. Lud wig Sayn-Wittgenstein-Sayn macht sich laut Gedan ken darüber, ob Waffen eventuell ein Investment ohne bitteren Beigeschmack sein könnten, und interviewt dazu zwei Spezialisten. Oder möchten Sie doch lieber in Silber, Diamanten, Antiquitäten, Kunst oder Kera mik investieren? Wir trafen Profis, die wissen, dass der Trend zu Handwerkskunst weiterhin nach oben zeigt, denn solche Investitionen sind für die Ewigkeit und man kann sie über Generationen weitergeben. Genau wie ein Schloss oder ein Herrenhaus – auch zu diesem Thema haben wir Immobilienspezialisten getroffen, die wissen, was am Markt zu haben ist und ob man jetzt kaufen oder doch lieber noch zuwarten soll.

Urlaube sollen nach der langen Coronapause nicht zu kurz kommen, sei es im neuen Rosewood in Wien oder vielleicht im historischen Hotel Bristol an der Rings traße. Wenn Ihnen jedoch mehr ein Urlaub in alten Gemäuern am Land im Sinn steht, dann empfehlen wir Ihnen, auf die Seite schlosszimmer.com von Chris tiane Thun-Hohenstein und Gisela Meran zu schau en. Die beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht, Schlösser und Herrenhäuser für Urlaube und Events zu finden und bekannt zu machen (Seite 148). Auch in unserem Magazin sind noch ein paar Geheimtipps für Ihren nächsten Urlaub versteckt.

Genießen Sie unsere Herbst/Winter-Ausgabe bei einer herrlichen Tasse Tee oder einem Gläschen Wein und tauchen Sie ein in die Welt von Interior und Lifestyle mit Historie.

Ihre Lisa Gasteiger-Rabenstein

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Seite 12
Schloss Litschau,
6 SCHLOSSSEITEN INHALT 30 MAXIMILIAN MAYR MELNHOF 44 JAGDSCHLÖSSER 12 SCHLOSS LITSCHAU 12 SCHLOSS LITSCHAU Fisch & Wild im Waldviertel 24 DIE KAISERLICHE JAGD Das neue Buch von Lelio Colloredo-Mannsfeld & Hannes Etzlstorfer 30 MAXIMILIAN MAYR MELNHOF Salzburgs Landesjägermeister im Gespräch 37 HUNDEPARADIES Was wir und Hunde brauchen 38 FRANKEN & CIE Die erste Adresse für Jagd- und Landbekleidung 44 JAGDSCHLÖSSER Ein Einblick in die Architektur von Österreichs Jagdschlössern 50 SOPHIE SALM Waidmännische Silberschmiedin 52 GMUNDNER KERAMIK Handgefertigt seit 1492 58 JAGD-DINNER Elegant zu Tisch 62 CHRISTIAN SPRINGER & PATRICK UND DANIELA FANZOJ Interview mit Spezialisten der Jagd 66 JAGDFIEBER Elegant im Wald 68 FUCHS FINE GUNS 70 SCHLOSSWIRT ZU ANIF Wilder Genuss in Salzburg 72 DER MESSERMACHER Exzellenter Handwerker 76 JÄGER KOCHEN WILD Das Kochbuch für Jäger von Jägern 88 SCHLOSS SCHRATTENTHAL Volles Leben in alten Gemäuern 96 SCHLOSSHERR GESUCHT Welche Schlösser sind am Markt? 100 ENTRE NOUS Am Hof 8 – Wiens neuer Memberclub 106 PLACES2GO Urlaub im Schloss
7 SCHLOSSSEITEN 14.12. -7.5. Museum für angewandte Kunst Stubenring 5 1010 Wien, AT MAK.at 14.12.2022–7.5.2023 Zwischen Repräsentation und Aufruhr Zwischen Repräsentation und Aufruhr Museum für angewandte Kunst Stubenring 5 1010 Wien, AT MAK.at 14.12.2022–7.5.2023

GÄRTEN

8 SCHLOSSSEITEN INHALT 88 SCHLOSS SCHRATTENTHAL 38 FRANKEN & CIE 166 HOTEL BRISTOL 108 PAUL FLORA Einzelausstellung in der Galerie Welz 110 RUHET SANFT Auf Salzburgs Friedhöfen 114 TRAUMWERK Hans-Peter Porsche Sonderausstellung 118 MOZARTWOCHE 2023 Das bedeutendste Mozart-Festival 122 SCHÖNHEIT ERLEBEN Gehmacher verschönert Salzburg 126 ALLES VOM FEINSTEN Genuss in St. Gilgen 130 MULTISTORAGE Mehr Raum für Neues 132 ANTIQUITÄTEN IM GLASERGEWÖLBE 134 RUTH BAUMGARTE In der Albertina 140 SCHLOSS LEOPOLDSKRON Tagen.Lernen.Feiern 142 ROSEWOOD VIENNA Wiens neues Luxushotel 148 SCHLOSS.ZIMMER Urlaub & Events in historischen Anwesen 154 ROYALE
Die schönsten Palastgärten 166 HOTEL BRISTOL Avantgarde trifft Tradition 172 BALLGEFLÜSTER Es darf wieder getanzt werden 174 TEXTILRESTAURIERUNG Mit Liebe zum Textil 182 STURM SILBER 140 Jahre Silber-Leidenschaft 188 KUNST IST UREWIG
DER GESUNGENE SOMMER 20, 63 X 44 CM ATTERSEE 25. NOVEMBER 202213. JÄNNER 2023 ERZÄHLUNGEN DER ZWIETÖNIGKEIT
GALERIE FREY Salzburg, Erhardplatz 3, 5020 Salzburg, Austria +43 662 840200, art@galerie-frey.com, www.galerie-frey.com Öffnungszeiten: Mo., Mi.-Fr.: 11 bis 18:30 Uhr, Sa.: 10 bis 14 Uhr
10 SCHLOSSSEITEN 192 ANNA FEICHTENSCHLAGER 214 HERRSCHAFTSZEITEN 174 TEXTILRESTAURIERUNG INHALT 190 HARTUNG & HARTUNG 192 DIE ARCHITEKTIN MIT STIL 198 STEINWAY & SONS Grand Re-Opening in Wien 204 HOCHKARÄTIG Fancy Yellow Diamonds 208 DR. KATHARINA ZU SAYN-WITTGENSTEIN Die neue Geschäftsführerin von Dorotheum Deutschland 212 JUL. HÜGLER AUF EXPANSIONSKURS 214 HERRSCHAFTSZEITEN! Johann-Philipp Spiegelfeld –„Come with a smile“ 220 GEGENÜBERGESTELLT Kunsthandel Freller 222 WERTVOLLES Schenken mit Anlagepotenzial 224 SCHLOSS AHLDEN Winterauktion 2022 226 DIE CHIRURGINNEN Empathisch. Innovativ. Effektiv. 228 SALZHEILSTOLLEN BERCHTESGADEN Empathisch. Innovativ. Effektiv. 230 POST FAMILY RESORT 235 KINDERWÜNSCHE 237 KUNSTHANDEL STRASSNER 242 FANNY SALOMON Lady of fine Wine 244 GUSTAV, DER SCHLOSSHUND Aus dem Tagebuch eines Magyar Vizsla 246 LADY-LIKE Kolumne von Eva-Maria von Schilgen 250 IMPRESSUM
HABSBURG.CO.AT
Seilern-Aspang
SCHLOSS LITSCHAU FISCH & WILD Ein Besuch bei Familie
Amelie und Franziskus gründeten 2021 die Marke „Schloss Litschau“. Foto: © Franz Kuben

Das Abfischen macht auch den Kindern Spaß.

SCHLOSS LITSCHAU

FISCH & WILD VOM FEINSTEN

Unter der Marke „Schloss Litschau“ haben es Franziskus und Amelie Seilern-Aspang innerhalb kurzer Zeit geschafft, aus den vorhandenen Ressourcen einen Vorzeigebetrieb zu machen.

Dort, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht!“ sagen, dort, wo man viele Kilo meter weit bis zum Horizont sieht, und dort, wo man die Grenze zu Tschechien fast schon zu Fuß erreichen kann, liegt Litschau. Eine Gemeinde so alt wie das Geschlecht der Kuenringer, die bereits Mitte des 13. Jahrhunderts an dieser Stelle eine Wehranlage gebaut haben. Der beinahe 30 Me ter hohe steinerne Turm, der schon von Weitem zu sehen ist, hatte seine Bewährungsprobe während des Dreißigjährigen Krieges, als er der Belagerung der Schweden mit Erfolg standhielt. Das beeindruckende burgartige Ensemble thront hoch über Österreichs nördlichster Gemeinde und dient der jungen Familie Seilern-Aspang als Zuhause.

An der Brücke über den Burggraben erwarten sie uns: das Ehepaar, vier fröhliche und aufgeweckte Kinder

sowie ein wenige Wochen alter Labrador. Gemeinsam gehen wir hinein, vom ersten Hof in den zweiten, vom Erdgeschossniveau hinauf zum Turm, vorbei an mit telalterlichen Gewölben, die gerade nach allen Regeln des Denkmalschutzes freigelegt und nutzbar gemacht werden. Die Mauer rund um die ganze Burg bezeugt die jahrhundertealte Geschichte, und auch Holz und Steine der Turmkonstruktion lassen das erkennen.

Die Salons der Familie sind bunt und hell. „Mein Großvater Franz ist hier aufgewachsen“, erzählt Fran ziskus Seilern, doch es müssen turbulente Zeiten gewe sen sein. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie aus Tschechien vertrieben. Das dortige (nahe Zlín gelegene) Schloss Lešná mussten sie Hals über Kopf verlassen. Nur ein geliehener Lastwagen konnte mit ein paar wenigen Dingen beladen werden, aber diese finden sich hier allesamt wieder: ein japanischer

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Foto: © Daisy Seilern

Kasten, zwei chinesische Vasen und ein paar Ahnen bilder, die an den bunten Wänden wunderbar zur Geltung kommen. „Wir lassen Altes, wie es war, und ergänzen mit Neuem“, so Amelie. Auf diese Weise ist es gelungen, das Schloss, das viele Jahre lang leer stand, wieder zum Strahlen zu bringen.

Kachelöfen aus der Barockzeit und bunte Sofas, in tarsierte Holztüren und ein gläserner Couchtisch, ein jahrhundertealter, bemalter Paravent und dahinter eine knallfarbige Wand, klassische Stiche und dazwischen zeitgenössische Fotografien sind nur einige der Gegensät ze, die ins Auge springen und die Wohnräume der Fa milie so einladend machen. Wir kommen in die Küche, die modern und schlicht eingerichtet ist. Hier findet das Familienleben statt. Der Hausherr schneidet köstliche Würste auf, und während wir jausnen, erzählt er von Wild und Fischen, von der Jagd und der Verarbeitung und davon, wie Amelie und er ihr Leben gestalten.

Acht Tonnen Wildfleisch waren es, die letztes Jahr hier verarbeitet wurden. Alles stammt aus dem eigenen Re vier, das seit Großvaters Zeiten etwa 2000 ha umfasst. Hirsch, Reh und Wildschwein sind die gängigsten Arten, die im Meierhof am Fuße des Burgberges fachmännisch zerwirkt und nach alten Rezepten zu Köstlichkeiten ver arbeitet werden: Salami, Hartwürste oder Geselchtes werden ohne Konservierungsstoffe oder Geschmacksver stärker, dafür aber mit dem Speck des Wildes, mit Wal nüssen oder anderen Früchten der Natur gewürzt und verfeinert.

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© Esi Seilern
Im „Glassalon“ kommt die Familie gerne zusammen. Das Bücherregal verströmt Gemütlichkeit und ist nicht nur zur Aufbewahrung der Bücher gut.
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Foto: © Esi Seilern Franziskus, Amelie, ihre vier Kinder und der Hund Sizu sind gerne im Wald unterwegs.
Seilern
Foto: © Esi

Der leuchtende Kleiderkasten bringt Farbe in die Schlafzimmer der Kinder.

Alle Stoffe des Hauses kommen von der Firma Faber & Co.

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Esi
Seilern
Foto: © Esi Seilern Foto: © Esi Seilern Im Herbst und Winter ist der Kamin im Dauereinsatz. Der Schild war das Geschenk eines Massai-Häuptlings an Franziskus’ Großvater.

Die Produkte werden vakuumiert, etikettiert und dann an Delikatessengeschäfte in Wien sowie an die gehobene Gastronomie in der Umgebung ausgeliefert. Die Marke „Schloss Litschau“ zu promoten ist eine von Amelies Agenden.

Nicht weniger aufregend ist die Arbeit mit den Fi schen. Mehr als 50 Teiche werden seit Generationen bewirtschaftet. Die Namen „Herrenteich“, „KufsteinTeich“ oder „Schönauer Teich“ beweisen, dass jeder einzelne etwas Besonderes ist. Der „Himmelsteich“ beispielsweise wird „nur von Regen und Schnee ge speist“, erzählt Amelie. Sie ist es auch, die sich um den Verkauf des feinen Karpfenkaviars kümmert, der seit Kurzem hier entsteht. Die meisten Fische jedoch werden lebend verkauft. Sie gehen an Fischereivereine an der Alten Donau oder an Schotterteiche, wie Fran ziskus Seilern uns erzählt.

Er hat an der Universität für Bodenkultur studiert und einen Kurs für Fischereiwesen besucht, außerdem steht ihm ein pensionierter Fischmeister aus Tschechien mit Rat und Tat zur Seite. Interessant ist zu hören, was man über Karpfen und Hechte, über das Laichen und Leben, über Schädlinge wie Rotaugen oder Rollfedern alles wissen muss, um in diesem Metier zu reüssieren. „Wir sind privilegiert“, empfindet Amelie. „Wir haben einen großen Betrieb hinter uns. Umso mehr fühlen wir die Pflicht, etwas für die Region zu tun – in Sachen Wertschöpfung und Arbeitsplätze, aber auch für die Aufwertung des Waldviertels.“

Den geräucherten Karpfen kurz in die Mikrowelle! Schmeckt wie aus dem Räucherofen!

Der Turm des alten Schlosses datiert auf das 12. Jahrhundert.

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Fotografie
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Foto: © Daisy Seilern
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Foto: © Daisy Seilern Foto: © Esi Seilern Foto: © Esi Seilern Foto: © Daisy Seilern

Das Geselchte wird von einem jungen Fleischer aus Litschau hergestellt und ist frei von Zusätzen und Konservierungsstoffen.

„Hier gibt es so viele gute Sachen, von denen niemand etwas weiß“, fügt Amelie hinzu.

Während wir schon beim Verkosten des geräucherten Pfefferkarpfens angekommen sind, erzählt uns Fran ziskus von seiner Idee, in den nächsten Jahren Kon zerte und Lesungen im Schloss stattfinden zu lassen. Außerdem gibt es im heurigen Herbst erstmals den sogenannten „Fischtanz“: Während der Kufstein-Teich abgelassen wird, kann man als Gast beim Abfischen mitarbeiten, zuschauen oder einfach nur am Damm sitzend die Menüs der anwesenden Haubenköche ge nießen.

Wie uns Franziskus und Amelie verraten, kann man bei ihnen in Reh-, Wildschwein- und KarpfenAktien investieren – die nächste Chance dazu gibt es ab Mitte Dezember. Die „Schloss Litschau“-Aktie garan tiert dem Besitzer des Wertpapieres einen Ertrag einer definierten Menge an Frischfleisch (oder Frischfisch), der ab Herbst 2023 zur Verfügung stehen wird.

Das Wild, die Fische, der Wald, die Teiche, die Gäste, die Kultur, die ständigen Umbau- und Renovierungs arbeiten in ihrem Zuhause … Franziskus und Ame lie Seilern-Aspang haben genug zu tun. Und als ob das nicht schon genug wäre, kommen gerade die vier Kinder der Großfamilie samt einem ausgelassenen

Welpen um die Ecke gesaust und verlangen nach Auf merksamkeit.

Text: Clarissa Mayer-Heinisch

SCHLOSS

LITSCHAU

Firmensitz: Schlossweg 4, 3874 Litschau Amelie Seilern-Aspang: + 43 664 5037786 schlosslitschau@gmail.com

Für Ab-Hof-Verkauf und Veranstaltungen werfen Sie bitte einen Blick auf: www.schlosslitschau.at

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Für Feiertage ist Wild das perfekte Essen. Wie hier der Hirschrücken.
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Seilern-Aspang Foto: © Franz Kuben
Foto: Amelie
INFOBOX
STOFFE UND MASSVORHÄNGE HIMBERGER STRASSE 2, WIEN X. MFABER.AT #MFABERSTOFFE
WIEN
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Kronprinz Rudolf auf der Hochjagd, 1881 (Archiv H. Etzlstorfer, Wien) © Archiv H. Etzlstorfer, Wien

Der Bildband entführt mit einer Fülle an Bildern, Fotografien und historischen Dokumenten in die „Welt von gestern“, als der große Kaiser Franz Joseph bereits zum Mythos erstarrt war. Sein Erscheinen in der Öffentlichkeit wurde – ob als unnahbarer Regent oder als leutselig geschätzter Waidmann – stets zum Ereignis. Auch seine Liebe zur Jagd in der Natur, die er sicherlich von seinen Vater, der selbst als unermüdli cher Jäger galt, geerbt hatte und die ihn von seiner Re gierungsarbeit und dem gestrengen Hofzeremoniell befreite, währte von frühester Jugend an bis ins hohe Alter. Der Kaiser jagte in jungen Jahren gerne und aus giebig in und rund um Wien, bis er die Liebe zur Ge birgsjagd entdeckte, seinen Jagdschwerpunkt zunächst nach Eisenerz in die Gemeinde Radmer und später in sein vielgeliebtes Bad Ischl verlegte, wo auch heute noch sein bedeutendes Jagddenkmal steht.

Bei dem passionierten Jäger Franz Joseph fehlte aber laut unterschiedlichsten Quellen niemals das tiefe eth nische Verständnis für die Jagdausübung in seiner Ver antwortung gegenüber der Schöpfung und in seiner Verpflichtung gegenüber dem Wild. Franz Joseph war

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Lelio Colloredo-Mannsfeld Hannes Etzlstorfer
Foto: © Philipp Ilming
Kaiser Franz Josephs originaler Jagdhut mit Gamsbart aus der k. u. k. Hofhutfabrik „Johann Skřiváň & Sohn“, mit handschriftlicher Authentik des Kammerdieners Eugen Ketterl. Datiert mit 15. Mai 1912.
Foto: © G o t t f r i e d siarF

Bild rechts: Kaiser Franz Joseph bei der Zusammenkunft an der Taschelschwelle bei Mürzsteg nach einer Winterjagd. Anwesend sind u. a. König Albert von Sachsen und Prinz Leopold von Bayern. (nach einer Zeichnung von Wilhelm Gause)

ein ausgezeichneter Schütze, „einer der besten Jäger der Monarchie“, so berichten die Autoren und liefern unzählige Bilder, Zeichnungen und Fotografien, auf denen der Kaiser stoisch und würdevoll posiert – in militärischen Uniformen und häufig auch in der Stei rertracht. Die kurze, abgetragene Hirschlederhose mit Stutzen und einer einfachen Lodenjoppe zeigen den „privaten“ Kaiser, der sich mit seiner Tracht der Ge gend sowie der lokalen Jägerschaft angepasst hatte.

Der Monarch erlegte, wie im Jagdverzeichnis akribisch aufgelistet, in seinem fast 70 Jahre währenden Jägerle ben rund 55 000 Stück Wild. Das mag zwar auf den ersten Blick wie eine sehr hohe Zahl wirken, war aber in Relation zu anderen Mitgliedern des Kaiserhauses und in Anbetracht der damaligen Jagdmöglichkeiten und Gepflogenheiten durchaus „bescheiden“. Ver gleicht man Franz Joseph beispielsweise mit Erzherzog Franz Ferdinands fast schon pathologischer Jagdlei denschaft, der mit 51 Jahren beinahe 280 000 Stück Wild erlegt hatte, so zeigt sich, dass Franz Joseph nur heimisches Wild jagte und ganz bestimmt nicht die Abschussquote vorrangig im Auge hatte.

Im Buch erfährt man auch, wie Franz Ferdinand, einem Drama von William Shakespeare gleich, der Abschuss einer weißen Gams – was unter Jägern als Sakrileg gilt – zum Verhängnis werden sollte. Trotz eindringlicher Warnungen der anderen Jäger streck te der Thronfolger einen reinweißen Gamsbock mit seinem Gewehr nieder. Die Prophezeiung, dass diese Tat großes Unheil über den Erleger bringen würde, bewahrheitete sich, als dieser wenige Monate später in Sarajevo ermordet wurde. (Übrigens ereilte den rumänischen Diktator Nicolae Ceaușescu, der im Beisein seiner Frau zwei Albino-Gämsen erlegte, ein ähnliches Schicksal.)

Die beiden Autoren des Buches fördern viele bis dato unbekannte Fakten zutage und erzählen auch Neues über die Jäger der verschiedenen Epochen sowie über die geschichtlichen Zusammenhänge und Ereignisse. So findet man in diesem Werk zum Beispiel Zeich nungen aus dem Tagebuch des Kaisers und bekommt anhand von Briefen Einblick in die persönliche Sicht Franz Josephs auf seine Jagdepisoden, seine liebste Tracht und seine Einstellung zu Wald und Wild.

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Bild links: Der Leibkammerdiener Raimund Zrunek in der kaiserlichen Gewehrkammer. Eine solche gab es nicht nur in der Wiener Hofburg, sondern auch in den Jagdschlössern, in denen eine stattliche Anzahl von Reserveschusswaffen zur Verfügung standen. (nach einer Zeichnung von Theo Zasche) Archiv H. Etzlstorfer, Wien Max Herzig, Viribus Unitis, Wien, 1898

„Der Kaiser und Ischl sind eins“ –Kaiser Franz Joseph in Bad Ischl anlässlich der Enthüllung des ihm gewidmeten Jagddenkmals. Foto: Heinrich Schuhmann jr., 24. August 1910

Natürlich darf auch das Kapitel „Wildgerichte auf der kaiserlichen Tafel“ mit den ersten Menükarten am Wiener Hof ab 1850 und mit der Anleitung zur Zubereitung nicht fehlen. Die Orte der kaiserlichen Jagd ergänzen anhand der verschiedenen Jagdschlösser und des dort vorhandenen Wildbestandes den Bogen. Mit der Frage „Was blieb vom kaiserlichen Waidwerk?“ schließt das Buch.

Die Intention der beiden Autoren, ein vielfältiges und unterhaltsames Werk über die Jagd abzulie

Menüzettel für den 1. Jänner 1914 aus dem Schönbrunner Menüheft. Unter den zahllosen Gängen des Neujahrsdiners zu Beginn dieses denkwürdigen Jahres findet sich mit dem gebratenen Fasan auch ein Wildgericht.

fern, scheint geglückt. Und so lohnt es sich auch für Nichtjäger, diesen lesenswerten und bunten Bildband mitsamt den darin enthaltenen gesellschaftlichen und persönlichen Notizen aufzuschlagen, um dem vielge staltigen Thema nachzuspüren.

Text: Hannelore Lensing

INFOBOX

Die kaiserliche Jagd ISBN: 978-3-99103-077-5 Buch, gebunden 228 Seiten, 22 x 26 cm EUR 34,90

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Archiv H. Etzlstorfer, Wien Sammlung Punkenhof, Neulengbach

Unser

Lotto 173 x 112 cm Türkei, 17. Jhdt. Verkau für € 56.250,-

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Auktionshaus ist auf die erfolgreiche Versteigerung erlesener, antiker Orientteppiche spezialisiert.
Maximilian Mayr Melnhof in seinem Büro in der Forstverwaltung Glanegg Foto: © Burgen & Schlösser

SALZBURGS LANDESJÄGERMEISTER MAXIMILIAN

MAYR MELNHOF

„Recte Agendo Securitas –Rechtes Schaffen verleiht Sicherheit“ (Familienleitspruch)

Er bezeichnet sich selbst als Bauern, Naturschützer und echten Grünen, sein soziales Engagement wird zu Recht gelobt. Maximilian Mayr Melnhof zählt zu den innovativsten und erfolgreichsten Unternehmern Salzburgs, der das Erbe seiner Vorfahren bewahrt und ausbaut. Dazu gehören Forstbetriebe im In- und Ausland, Marmorabbau, Immobilien, Firmenbeteiligungen, Wildvermarktung, verpachtete Gastronomie und die erste Naturbestattung Österreichs. Der begeisterte Jäger wurde im April 2017 einstimmig zum Landesjägermeister gewählt. In dieser ehrenamtlichen Funktion vertritt er die Salzburger Jägerschaft nach außen, definiert Ziele und überwacht deren Einhaltung; zudem führt er den Vorsitz im Vorstand sowie bei Hauptversammlungen und in Landesjagdausschüssen.

Interview: Eva von Schilgen

„DER WIRD DAS SEHR GUT MACHEN.“

(Georg Mayr Melnhof zur Nachfolge seines Bruders in der Geschäftsführung)

Die Laufbahn als Gutsherr war Maximilian, dem Jüng sten der 10 Kinder des Salzburger Landesrates Fried rich Mayr Melnhof und dessen Frau Maria Anna aus dem Hause Orsini-Rosenberg, nicht vorherbestimmt. Erst als sein älterer Bruder Georg aufgrund seines Wunsches, Priester zu werden, verzichtete, fiel die Wahl

auf ihn. Im Alter von nur 24 Jahren wurde Maximilian Mayr Melnhof Eigentümer und begann sogleich mit dem Arbeiten. Als Erstes ließ er den Gutshof umbauen. Die Forstverwaltung zog aus der Salzburger Kast-Villa in den renovierten ehemaligen Kuhstall um, die Vil la wurde an die Galerie Ropac verpachtet. Büroräume entstanden in dem weitläufigen Glanegger Gebäude komplex und sind vermietet. Die Zahl der Angestellten reduzierte er auf eine Stammmannschaft; für anfallen de Saisonarbeiten werden externe Firmen beauftragt.

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Fotos: © Eva von Schilgen/Shutterstock

Maximilian Mayr Melnhof: „Es ist in unserer Familie Tradition, dass das Erbe in einer Hand bleibt. Das Ver trauen, welches meine Eltern und meine Geschwister in mich, den ehemaligen Schulabbrecher, der seine Zeit lieber im Wald verbrachte, setzten, hat mich einerseits gefreut, andererseits war mir bewusst, welche Verant wortung ich damit übernehme.“

„TRAGT EUREN ROCK MIT STOLZ UND DEMUT.“ (Zitat aus der Antrittsrede am 29. April 2017)

Wer sind die „JägerInnen“ von heute? Im Land Salzburg werden 52 Berufsjäger als Dienstnehmer beschäftigt –eine vom Aussterben bedrohte Art. Die 5-jährige Aus bildung dieser Spezialisten umfasst das Wissen um die biologische und ökologische Waldbewirtschaftung, die Wildernährung sowie Wildkrankheiten, den Bau und Erhalt von Reviereinrichtungen, die Ausbildung zum Jagd- und Fischereischutzorgan und vieles mehr. Die Jagdprüfung wiederum ist in Österreich für alle Jä gerInnen verpflichtend, denn jagen darf nur, wer den Jagdschein besitzt, den Nachweis eines entsprechenden theoretischen und praktischen Wissens über Jagdrecht, Wildkunde, Wildökologie und Grundzüge der Landund Forstwirtschaft, über Waffen- und Schießkunde, Jagdhunde und angewandten Naturschutz. All dies wird die InteressentInnen in einem mehrmonatigen Kurs gelehrt. Insgesamt gibt es in Salzburg etwa 11 000 Jä

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Im prachtvollen Gutshof von Glanegg findet man die Forstverwaltung Mayr Melnhof.

gerInnen, davon 12 % Frauen, Anteil stark steigend; der Altersdurchschnitt der PrüfungskandidatInnen liegt bei 33 Jahren. In Salzburg werden jährlich etwa 24 000 Wildtiere nachhaltig erlegt. Die Salzburger Jä gerInnen investieren jedes Jahr rund 1 Million Stun den in Biotop-Verbesserungen und Hege im Wert von 25 Mio. Euro. Österreichweit sind es etwa 10 Millionen Stunden, was einem Wert von 250 Mio. Euro entspricht.

Maximilian Mayr Melnhof: „Die Ernennung zum Salz burger Landesjägermeister habe ich 2017 mit Freude und aus voller Überzeugung angenommen, um dem Land zu dienen, aber auch, um die Öffentlichkeit mehr über die Aufgaben der Jagd aufzuklären. Denn die Jagd hat sich im Laufe der Jahrtausende entwickelt und ist etwas Natürliches. Alle Flächen im Land werden bejagt, Jagd ist aktiver Naturschutz. Rückblickend gesehen war es wohl ein Fehler der Jägerschaft, sich über Jahrzehnte nicht geöffnet zu haben, sodass bei manchen Außen stehenden der Eindruck entstanden ist, die Jagd sei lediglich ein Sport zur Unterhaltung einer elitären Ge sellschaft. Erfreulich ist, dass 90 Prozent der Salzburger Bevölkerung der Jagd neutral oder positiv gegenüberste hen, 25 Prozent der Salzburger könnten sich vorstellen, eine Jagdprüfung zu machen, denn die Jagd besteht nicht aus ,Beute machen‘, sondern in der Hauptsache darin, das Wild und den Wald zu verstehen, also mit der Natur im Einklang zu sein.“

„ZUMEIST KOMME ICH MIT LEEREN HÄNDEN NACH HAUSE, ABER IMMER MIT EINEM ERFÜLLTEN HERZEN.“ Nachhaltigkeit & Jagd

Jäger und Sammler zu sein ist ein jahrtausendealter Urinstinkt, birgt aber auch Konfliktpotenzial mit der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei oder mit an deren Naturbenützern. Oftmals ist jedoch „gut ge meint“ auch nicht die rechte Lösung. Viele Tierarten haben keine natürlichen Feinde mehr, das naturgemäße Gleichgewicht durch Raubtiere wie Luchs, Wolf und Bär funktioniert heute nicht mehr. In einer dicht besiedelten Kulturlandschaft hat der Mensch das Sagen und Tun übernommen – das Rad zurückdrehen kann man nicht. Von den 90 Arten der Wildtiere, die unter die „Bejagba ren“ fallen, wird nur ein Drittel bejagt. Das Fleisch des Wildes ist mager und cholesterinarm, frei von Medika menten, aber reich an Vitaminen und Spurenelementen.

Maximilian

Mayr Melnhof: „Für mich ist die Jagd eine Lebenseinstellung. Ich verbringe mehr als 200 Tage im Wald, auch wenn es neben der Arbeit oft nur 1–2 Stun den am Tag sind. Und ja, ich erlege auch Tiere. Noch nie in der Geschichte wurde eine Wildart durch die Jagd ausgerottet – es sind Klimaänderungen, Wilderei oder der Wegfall des natürlichen Lebensraumes. Die Bioland wirtschaft ist alles andere als ideal für Fasan, Hase und alle Bodenbrüter, da sämtliches Unkraut, in welchem

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Die Büros befinden sich im ehemaligen Kuhstall von Glanegg.

diese Tiere ihr Zuhause haben, maschinell entfernt wird. Die Felder werden heutzutage immer größer, riesige Monokulturen wie Maisfelder bedeuten für einzelne Tiere den vollständigen Nahrungsentzug. Hecken als Windschutz und wichtige Nahrungsquelle fehlen immer mehr und bieten für das Wild keinen überlebenswichti gen Schutz. Der ,Konflikt‘ Jagd und Forst wird vielerorts übertrieben und lenkt von Fehlern der Forstwirtschaft ab. In meinen Betrieben sind Jagd und Forst IMMER in einer Person vereint. Trotz guter und gesunder Wildbestände haben wir keine Probleme, Mischwald aufzubringen. Nachhaltig im wahrsten Sinn des Wortes ist das, was nachwächst, auch beim Fleisch. Unter https://www.wild-oesterreich.at/wildfleisch-kaufen-an bieter finden Sie in ganz Österreich vertrauenswürdige Anbieter. In unserer eigenen Metzgerei verkaufen wir unter dem Jahr gemischte Fleischpakete mit einem Ge wicht von 5 Kilogramm, im Advent auch Geräuchertes.“

„WIR JÄGER WOLLEN ETWAS BEWEGEN, ETWAS TUN.“

Reales Denken statt romantische Verklärung

Der Vater von sechs Kindern weiß um die Wichtigkeit der Einführung in die Natur. Die Salzburger Jägerschaft hat daher auf seine Initiative hin im Jahr 2021 das im wahrsten Sinne des Wortes „greifbare und hautnahe“

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Projekt „WILDTIERE AUF ACHSE“ für Kinder von 4 bis 14 Jahren entwickelt. „Eberhard“, ein Präparat eines männlichen Wildschweines, fährt nun in einem Anhänger 3- bis 4-mal in der Woche zu pädagogischen Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder GTS-Betreuungspartnern, aber auch in die Gemein den. In dem fahrbaren Schauraum können die Kinder und Jugendlichen Felle von Fuchs, Dachs, Marder und Murmeltier anfassen oder mit der Lupe kleine Waldbe wohner wie Ameisen oder Raupen betrachten. Spiele risch vermitteln WaldpädagogInnen sowie JägerInnen altersgerecht das Wissen über Natur und Artenvielfalt. (Bei Interesse schicken Sie ein E-Mail an: wildtiereauf achse@sbg-jaegerschaft.at)

Maximilian Mayr Melnhof: „Häufig hat die Jugend –und hier sind es vor allem die Stadtkinder – keinen Bezug mehr zur Natur, elementares Naturwissen ist verloren gegangen. Naturschutz wird vielfach unrealis tisch gesehen. So ist zum Beispiel das Thema ,Wolf‘ zu verstehen, wo Stadtbevölkerung und Landbevölkerung gegenteiliger Meinungen sind. Dass große Bereitschaft besteht, dies zu ändern, zeigte sich, als ich meine Freun de um Spenden für unser Projekt bat und innerhalb von nur 10 Tagen die erforderlichen Grundkosten von 200.000 Euro zur Verfügung standen. Mit dieser Aktion erreichen wir über die Kinder die Eltern.“

„ICH KÄMPFE, DAMIT WIR DIE DINGE LANGSAMER VERLIEREN.“ Klimawandel & Tourismus

Nur mehr 2 % der Fläche Österreichs ist unberührte Natur, der Lebensraum der Tiere wird immer knapper. Seit Bruno Kreisky im Jahr 1975 alle Wälder geöffnet hat, erobern Menschen die entlegensten Gebiete zu Erde, aber auch in der Luft. Der Klimawandel verändert Fau na und Flora in unseren Breitengraden rasant. Immer mehr Menschen „be.nützen“ unsere einzigartige Natur –und das bei Weitem nicht immer zu ihrem Besten.

Maximilian Mayr Melnhof: „Durch den Klimawan del und die damit verbundenen höheren Wärmegrade steigt die Baumgrenze. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Gams, deren Lebensraum oberhalb dieser Grenze liegt, andere Lebensbedingungen vorfindet. Daher hat sich deren Gewicht in den letzten 20 Jahren nachweis lich reduziert. Zusätzlich leiden die Tiere wärmebedingt unter Parasitenbefall. Tief fliegende Paragleiter werden von brütenden Raufußhühnern (Birk- und Auerhahn) als Raubvögel wahrgenommen, sodass sie in Panik ihre Nester verlassen. Andere urbane ,Natur.be.Nutzer‘ wie Mountainbiker oder nächtliche Tourengeher wissen oft nicht, dass sie das Wild aufschrecken, welches nicht mehr in Ruhe äsen bzw. überwintern kann. Skifahrern abseits der Pisten ist nicht bewusst, dass unter dem Schnee Winterruhe haltendes Birkwild liegen könnte, und fahren über die Tiere hinweg. Manche von ihnen sind sofort tot oder gehen später an mangelnder Nahrung ein. Solcherlei Beispiele gibt es eine ganze Menge. Wir weisen als JägerInnen vermehrt auf viele Probleme hin, denn wir haben die Pflicht und Aufgabe, die Fauna und Flora für die nächsten Generationen fit zu erhalten.“

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Mayr Melnhof 5082 Grödig/Salzburg www.mayrmelnhof.at
INFOBOX Forstverwaltung
„Häufig hat die Jugend –und hier vor allem die Stadtkinder –keinen Bezug mehr zur Natur, elementares Naturwissen ist verloren gegangen.“
Der Landesjägermeister Salzburg im Gespräch mit Mag. Eva von Schilgen
Probedöschen oder Castle Colours bestellen: office@coopercolours.com oder Tel: +43 2236 378471 Cooper Colours Schlossseiten Kollektion
MAria Theresia
Theodora Leopold
Franziskus
Maximilian
Ferdinand
Vincentia Josephine

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HUNDE

PARADIES

„Auf den Hund gekommen“ sind schon so einige, aber schöne Hundeaccessoires machen das Leben mit den Kleinen doch noch etwas netter. Schließlich begleiten sie einen über viele Jahre und man hat die größte Freude mit den herzigen Vierbeinern.

1. Baumwollgeschirrtuch von Ariana Martin, bei fluffycollective.com, um € 15 | 2. Auch Hunde erhalten gerne Post, mit iejStudioWeihnachtskarte (aus recyceltem Papier), bei fluffycollective.com, um € 6 | 3. Mit dem Hund am Abend kuscheln geht am besten auf einem Fauteuil von loberon.at, um € 748 | 4. „Resident Dog“ (Vol. 2), genialer Architekturbildband mit dem Hund als Hausherrn, Verlag Hardie Grand London Ltd., bei fluffycollective.com, um € 42 | 5. Hundebettchen, Toile-de-Jouy ist ein klassisches Muster, das nie wirklich aus der Mode kommt, erhältlich in den Größen S–XL, ab € 170 | 6. Die Paulis Seilleine wird aus extrem robusten und reißfesten Polypropylen-Tauen in Handarbeit gespleißt und getakelt, bei paulis-hundeausstatter.at, um € 95 | 7. Hundehalsband „Harris Tweed“, perfekt für das nasskalte Wetter, erhältlich in den Größen S–XL, bei paulis-hundeausstatter.at, ab € 36

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Die erste Adresse für Jagd- und Landbekleidung FRANKEN & C ie .

Martina Höller ist die Gründerin von FRANKEN & Cie. und eine echte „Landwerkerin“, die ihr Talent einsetzt, um Besonderes zu schaffen. Im Rheinland in einer Gärtnerfamilie aufgewachsen, waren ihr Augen für das Schöne und die Natur geschenkt worden.

Nach ihrem Designstudium und Auftrags arbeiten für mehrere Großanbieter war im Jahr 2009 die Zeit reif, es einmal selbst zu versuchen. Es galt, nicht nur ein paar De signskizzen abzuliefern, sondern eine Markenwelt mit der gesamten Wertschöpfungskette – von der ersten Idee bis in den Kleiderschrank der Konsumentinnen und Konsumenten – zu erschaffen.

Martina liebt es, Kleidungsstücke zu gestalten, die Stil haben und zu persönlichen Lieblingsstücken werden. Sie funktioniert auf der Ideensuche wie ein Lifestyle-Scanner und fühlt sich einem nachhaltig schönen Lebensstil ver bunden. So stöbert sie gerne – und das ist der Tradition

geschuldet – viel in den Abbildungen des Landlebens der 20er- und 30er- bis in die 60er-Jahre. Die Farben der jeweiligen Kollektion sind dann in ihrem Kopfkino im mer von der Natur geprägt, zum Beispiel von den schot tischen Highlands, und finden sich in Farbvariationen von Grün, Steintönen und dem Himmel mit seinen be eindruckenden Wolkenformationen wieder.

Gerne beobachtet sie auch die Kreativität anderer De signer/innen und sichtet auf internationalen Stoffmes sen viele Kollektionen. Als Expertin weiß sie: Jede neue Idee braucht ihr eigenes Material, ihren eigenen Stoff. Die Haptik ist immens wichtig: Weiche und geschmei dige Merinowolle hat da ebenso ihre Bedeutung wie die

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Martina Höller beim Arrangieren eines Blumengesteckes mit ihrer Hündin Francie Fotos: © Franken & Cie.

Auf die Frage nach ihrem Lieblingskleidungsstück von FRANKEN & Cie. braucht Martina Höller nicht lange überlegen. „Der braune Loden-Jagdjanker ist mein Sehnsuchtstextil.“

„drahtige“ und widerstandfähige Shetlandwolle. „Tradi tioneller Loden aus Deutschlands ältester Tuchweberei interessiert mich genauso wie englische Militärtuche, die fast unverändert seit 200 Jahren gewebt werden.“

Bei der Frage, wie ihre Marke heißen sollte, kam sie spontan auf den Namen ihrer Wahlheimat. „Aus ihr schöpfe ich so viel Kraft und Inspiration.“ Ach, und wie ist das mit dem „Cie.“ im Firmennamen? „Das steht für die Erweiterung nach draußen – also nicht nur fränkisch und schon gar nicht ,altfränkisch‘.“ Nein, die Welt ent wickelt sich und die Menschen mit ihr, das beobachtet Martina Höller mit Neugier und sie wird natürlich davon beeinflusst. Das „Cie.“ ist eine Gesellschaftsform aus der Franzosenzeit: „Um die 1790er-Jahre waren links rheinische deutsche Gebiete von den Franzosen besetzt. Sie brachten uns so einige Redens arten und den Code Napoleon als Gesetzbuch. Und eben auch die Gesellschaftsform ,et com pagnie‘.“

Das ausgehende 18. Jahrhun dert mit seinen Umwälzungen, seiner Architektur und seiner Kunst fasziniert sie und sie be zeichnet sich als „Louis-seizeFan“. In Deutschland nennt man das den „Zopfstil“. Marti na Höller hat immer davon ge träumt, eine Traditionsfirma zu besitzen, und der Zusatz „Cie.“ im Namen „mogelt“ die Firma so ungefähr 200 Jahre zurück und beschreibt die Werte, die tradiert sind. Das Prinzip der Nachhaltigkeit, welches mittlerweile in aller Munde ist, ist ihr schon seit jeher ein Anliegen, daher steht ihre Fir ma für Verlässlichkeit in der Qualität, Langlebigkeit der Naturmaterialien sowie für Reparieren statt Wegwerfen. Schon bald nach der Firmengründung wurde die ver kaufsfördernde Werbung eingestellt. Man liefert gerne das, was die Menschen brauchen – aber eben nur das.

Da Martina Höller mit der Jagd eine weitere Leidenschaft hat, war es naheliegend, eine Marke für Jagd- und Coun try-Lifestyle zu schaffen. Den Jagdschein hat sie übrigens auf Anregung von Freunden im Jahr 2006 gemacht, seit dem verbringt sie ihre wenige freie Zeit draußen. 2017 pachtete sie mit Freunden ein Jagdrevier im Steigerwald. „Meinen Vater sehe ich noch im Lodenmantel und mit seinem Jagdhorn, den Jagdschein hat er jedoch nie ge macht. Diesen Mangel habe ich nun beseitigt. Die Jagd ist Ausdruck meiner Naturliebe, und mein Vater freut sich wahnsinnig darüber, dass ich Jägerin bin.“

Der Wanderer ist ein Betrachter der Natur, der Jäger ist Teilnehmer des Prinzips vom Werden und Vergehen. „Die Jagd hat unglaublich sinnliche Momente des Wartens, des Nichtstuns“, erklärt Martina Höller. „Dabei habe ich oft die besten Ideen. Eine Marke für Jagd- und Landbekleidung ist für mich als Modede signerin und Jägerin die ideale Verbindung und perfek te Ausdrucksmöglichkeit. Die Arbeit für einen großen Anbieter in Sachen Jagd brachte mich nach Franken in diesen so gar nicht bayerischen, mitteldeutschen Landstrich.“ Eine uralte Kulturlandschaft mit Barock und Fachwerkhäusern, abwechslungsreich mit Ebenen, geschwungenen Hügeln, Wäldern und Feldern. Köstlich durch den Wein, das Wildbret, die Früchte der Gärten und Felder. „Franken ist für mich zum ,best place to be‘ geworden. Franken ist ein Lebensprinzip: Fruchtbares Land und Fleiß führen zu Wohlergehen. Da passt alles zusammen.“

Nicht weit von der Revier grenze entfernt fand Martina Höller ein Haus, das im Jahre 1880 erbaut worden war. Der „alte Kasten“ – „Es war Liebe auf den ersten Blick. Oft habe ich das Gefühl, dass nicht ich das Haus gewählt habe, sondern das Haus mich.“ – fordert sie her aus, denn er braucht so viel Zuwendung, Renovierung und Gestaltung. Schritt für Schritt soll er zu einem Treff punkt für Menschen werden.

Die Gästezimmer warten schon auf die ersten Besucher/innen. So wie sie hier im Büro mit Seide und Tweed herumwirbelt, stemmt sie im alten Schweizer Haus (www.schweizer-haus-castell.com) auch Gerüste, Fliesenkartons und Kalksäcke.

Die Kunden von Franken & Cie. reichen von alten Familien mit viel Landbesitz über das Mitglied des House of Lords bis hin zur Studentin der Forstwirtschaft, die sich gerade ihr erstes Teil von FRANKEN & Cie. zusammenspart. „Die ganz jungen Leute, die sich nur wenig von uns leisten können, habe ich besonders gern. Die Wertschätzung für unsere Arbeit ist bei ihnen be sonders groß.“

„Mit Namen kann ich nicht dienen, und in all den Jahren hat noch nicht eine einzige Kundenadresse un ser Haus verlassen – auch da sind wir eher altmodisch“, meint Martina diplomatisch. Und wie kommt man an die schönen Stücke? Die ideale Möglichkeit, nach der

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Einblick in eines der Gästezimmer im Haus Castell

Gründung mit einem größeren Publikum in Kontakt zu kommen, bot das Internet. „Bis heute ist es mein Haupt vertriebsweg geblieben. In Dänemark und Schweden haben wir auch Stationärgeschäfte als Großhandelskun den.“ Der Onlineshop als Hauptvertriebskanal mutet natürlich modern an, ist aber nur den Umständen ge schuldet. „Wir bemühen uns sonst um den Service der

alten Schule. Wir sind sehr gut erreichbar und kommu nizieren sehr viel mit unseren Kunden. Immer wieder bekommen wir auch direkt von Kunden Anregungen für neue Produkte. So manches ,alte Schätzchen‘ ist uns schon als Vorlage geschickt worden. Und einen Knopf nachzuschicken, der verloren gegangen ist, ist für uns keine rühmliche Ausnahme, sondern Teil der täglichen Arbeit.“

Als nächstes Projekt wartet der Aufbau des Shops in französischer Sprache. Viele französische Familien sind auf dem Land verwurzelt, auch wenn sie schon seit Jahrzehnten in der Stadt leben. „Das Potenzial für uns ist in Frankreich riesig.“ Also, auf zu neuen Ufern, und zwar von Franken nach Frankreich. Bonne chance!

Text: Hannelore Lensing

INFOBOX

FRANKEN & Cie. Magazin ländlicher Lebensart GmbH Egerländerstraße 2 D-97337 Dettelbach www.franken-cie.de

SCHWEIZER

HAUS CASTELL

Im Oberdorf 7 | 97355 Castell +49 172 2655400 post@schweizer-haus-castell.com www.schweizer-haus-castell.com

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Jäger, Klassikfans, Hundebesitzer, Landwirte, Menschen, die gerne auf dem Land leben, alte Familien, Privatwaldbesitzer usw. usf. – das Feld der Kundschaft ist weit gespannt. Das Schweizer Haus Castell ist bereit für die ersten Gäste.

Einzigartig. Der Zaun, der zu Ihnen und Ihrem Leben passt. Auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Zäune, Tore und Geländer aus handgefertigtem Schmiedeeisen

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ZA UNS YS TEME LIEBEVOLL HANDGEMACHTER OHRSCHMUCK MIT DETAILREICHEN SCHNITZEREIEN AUS NATÜRLICHEM BÜFFELHORN, ECHTEM ROCHENLEDER, HOCHWERTIGEN EDELSTEINEN UND SCHIMMERNDEM PERLMUTT. www.lieblingsstueckerl.com
finden Sie unter www.eleo-zaun.at

Im Grauen Salon des Jagdschlosses Eckartsau unterzeichnete der letzte Kaiser Österreich-Ungarns die Verzichtserklärung auf die ungarischen Regierungsgeschäfte und besiegelte damit das Ende der Donaumonarchie.

Bilder: Schloss Eckartsau/ÖBf & Schloss Niederweiden/Schloss Schönbrunn Group

JAGDSCHLÖSSER

Der archaischste Zeitvertreib seit Menschengedenken wurde schon immer architektonisch mit bedeu tungsschweren Schlössern gewürdigt. Denn kein anderer „Sport“ entspricht der Königsdisziplin wie die Jagd. Die würdige Beherbergung gekrönter Häupter, wo aus dem Abseits des Trubels regiert und politisiert wurde, ist heute ein Relikt vergangener Tage.

Niccolò Machiavelli sah in der Jagd „Bilder des Krieges“ und fand sie im Sinne des Trainings daher „für Männer von Rang ehrenhaft und notwendig“. Sein Gedan kengang gibt zu verstehen, dass die jeweils Mächtigen schon immer der Jagd viel Zeit, Aufmerksamkeit und Rechtsansprüche entgegenbrachten. Durch nichts habe der Feudalismus aber weite Teile der Bevölkerung mehr erzürnt als durch die Monopolisierung des Jagdrechts, so Machiavelli. Denn wer die Entwicklung der Jagd schlösser verstehen möchte, muss wissen, dass die feu dalen Bauwerke untrennbar mit der Entwicklung des Jagdregals (Jagdrecht) verbunden waren.

Früher war die Jagd zum Zwecke der Nahrungsbeschaf fung noch allen vorbehalten, aber mit dem Aufkommen des mittelalterlichen Lehenswesens und der Entwick lung der europäischen Monarchien änderte sich die Handhabung des Jagdrechts und erfuhr die Ausgestal tung der elitären Freizeitgestaltung, als die sie heute noch weitläufig verstanden wird.

Ausgehend von der erstarkenden Macht der fränki schen Könige im 8. Jahrhundert kam es im Verlauf des Mittelalters zu einer zunehmenden Ausweisung von Wildbannforsten, in denen der König das Jagdrecht für sich allein beanspruchte. Daher hatten bereits viele der mittelalterlichen Königspfalzen durch ihre bewusst ge suchte Nähe zu ausgedehnten Reichswäldern einen Be zug zur Jagd. Diese dienten allerdings dem Reisekönig tum zugleich zur Ausübung der Regierungsgeschäfte,

zum Empfang von Gesandtschaften, zur Abhaltung von Hof- und Reichstagen sowie zur Rechtsprechung und waren damit keine ausschließlichen Jagdschlösser. Die prächtige Architektur lässt dies schnell vermuten.

Die zentrale Rolle von abgelegenen Jagdschlössern zeigt auch Versailles auf, das man zu Beginn des 17. Jahrhun derts als kleines Jagdschloss im Wald erbaut hatte und das unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. (1638–1715) zur Machtzentrale ausgebaut wurde, um den franzö sischen Hof zu beherbergen und die Aristokraten mit höfischem Zeremoniell abseits der Stadt Paris zu kon trollieren und bei Laune zu halten. Vor allem aber galt es, Intrigen gegen den König, die auf der Tagesordnung standen, im Keim zu ersticken. Der monumentale Prachtbau sollte einschüchtern und Macht ausstrahlen und das Zentrum Europas werden. Landschaftsar chitekt André Le Nôtre war für die Gestaltung des 800 ha großen Parks verantwortlich. 36 000 Arbeiter und 6000 Pferde wirkten an der Realisierung von Ver sailles mit. Umgerechnet 100 Millionen Euro kostete der Bau, was damals den Einnahmen der französischen Krone pro Jahr entsprach. Ab 1682 wurde Versailles zur ständigen Residenz des Hofes. Das Schloss war noch eine Baustelle, als Ludwig XIV. starb, doch seine Nach folger setzten die Arbeiten an dem Palast fort. Schön brunn (ebenfalls ein Jagdschloss) soll sich an seinem französischen Vorbild orientiert haben, ehe dem Hause Habsburg das Geld ausging. Versailles wurde zum Sym bol des Absolutismus und zum Inbegriff einer ganzen europäischen Epoche – der des Hoch- und Spätbarock.

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Text: Beatrice Tourou

HOHENBRUNN

Ursprünglich als Jagdschloss erbaut, hat es aller dings nie in dieser Funktion gedient. 1722 bis 1733 von Jakob Prandtauer für Baptist Föder mayr errichtet, verfiel das Schloss anschließend regelrecht, bis es Mitte des 20. Jahrhunderts saniert wurde und als Jagdmuseum Verwendung fand. Hohenbrunn ist der einzige urkundlich nachgewiesene Schlossbau des berühm ten Erbauers der Stifte Herzogenburg, Melk und St. Florian und gilt als die barocke Idealisierung des oberösterreichischen Vierkanthofes.

Die schicksalshafte Geschichte des Schlosses erinnert an jene des Schlosses Rothschild (auch bekannt als Schloss Hinterlei ten). Zuerst starb Probst Födermayr im Jahr der Vollendung des Schlosses Hohenbrunn, im 20. Jh. scheiterten verschie dene Erhaltungsbemühungen infolge der beiden Weltkriege und ihrer Nachwirkungen, und schließlich ging im Zuge der Dachrestaurierung 1957 das Geld aus. Doch Ende gut, al les gut: Im Jahr 2000 wurde das Anwesen von der oberös terreichischen Jägerschaft erworben und generalsaniert und beherbergt nun auch den Oberösterreichischen Landesjagd verband sowie dessen Bildungseinrichtung. Der Westtrakt wurde vor wenigen Jahren neu ausgestaltet. Insgesamt behei matet das Jagdmuseum nun auf 450 m² Jagd- und Wildtiere aus mehreren Jahrhunderten und darüber hinaus alles zum Thema Jagdkultur. Neben themenbehafteten Gemälden, dem Gewehrschrank von Kronprinz Rudolph aus Mayerling, historischen Waffen, Trophäen von Kaiser Franz Joseph und natürlich auch aktuellen Trophäen findet man dort die größte europäische Jagdporzellansammlung, in der alle bedeuten den Manufakturen vertreten sind. Weiters zeigt das Museum eine bedeutende jagdkynologische Sammlung, also Utensilien rund um den Jagdhund, Wildererwaffen und vieles mehr. Das Schloss kann auch für Veranstaltungen gemietet werden.

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STAINZ

Das Schloss wurde im Jahre 1229 als AugustinerChorherrenstift von Luitpold von Wildon er baut. Seine Wurzeln hat die prachtvolle An lage in der Renaissance und im Barock, was in der Kirche der heiligen Katharina mit ihren prunkvollen Stuckaturen besonders deutlich wird. 1784 wurde das Chor herrenstift von Kaiser Joseph II. säkularisiert und 1840 von Erzherzog Johann um 250.000 Gulden aus dem Staatsbe sitz gekauft. Letzterer fand sein privates Glück damals in der Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl. Erst 1829 durfte Erzherzog Johann seine Anna in der Kapelle des Brandhofs heiraten, musste dafür aber auf sämtliche Ansprüche an das Kaiserhaus verzichten. Anna Plochl wurde 1834 vom Kaiser zur Freifrau von Brandhofen und später zur Gräfin von Meran erhoben. Ihrer Ehe entsprang ein Sohn – Franz von Meran –, seitdem ist das Schloss Stainz im Besitz der Grafen von Me ran, der Nachkommen Erzherzog Johanns, für die es nicht nur den Wohnsitz darstellt, sondern auch als Wirtschaftssitz dient. Franz Meran führt heute das Erbe seiner berühmten Vorfahren mit dem allergrößten Engagement und nach zeit gemäßen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen. Das bekannte Hochzeitsschloss ist ein Vorzeigeprojekt in Sachen Jagd. Peni bel wird darauf geachtet, die entsprechenden Lebensräume für die hier vorkommenden Wild- und Tierarten zu erhalten bzw. verloren gegangene Refugien wiederherzustellen. Die Jagdfläche erstreckt sich vom Rosenkogel bis zum Reinisch kogel, umfasst rund 2500 ha und beheimatet u. a. folgende Wildarten: Auerwild (in einem der besten Auer wildgebiete Europas), Haselwild (in sehr hoher Anzahl vorkommend), einen sehr guten Bestand an Rehwild und Waldgämsen, 40 Stück Stockenten sowie einen guten Bestand an Fasanen, außerdem Schnepfen im Herbst (Hauptdurchzugsgebiet) und Rotwild als Wechselwild (wird aber nicht bejagt). Besonders zu empfehlen ist die Waldpädagogik im Schloss Stainz.

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Bilder bereitgestellt von Schloss Hohenbrunn/OÖ. Landesjagdverband und Schloss Stainz

ECKARTSAU

Ein Schloss, dessen Anfänge bis ins 12. Jahrhun dert zurückreichen. Prunkvoll, barock-elegant, gleichzeitig heimelig-naturverbunden-privat. In seiner Vielseitigkeit stets in Harmonie mit sei nem Umfeld. Ehemals kaiserliches Jagdschloss, heute Teil des Nationalparks Donau-Auen und von den Bundesforsten sorgsam bewahrt. Äußerlich respektvoll und bestens erhalten. Innen durften mit Fischer von Erlach d. J., Lorenzo Mattielli oder Daniel Gran wahre Meister ihres Faches Hand anlegen. Die Prunkräume können Sie im Rahmen von Schlossführun gen während der Saison besichtigen. Prunkvoll repräsentativ zeigt sich das große barocke Stie genhaus mit Fresko und Stuckreliefs zum Thema Jagd. Der Festsaal ist in seiner Gesamtheit von höchster künstlerischer Qualität. Das Deckenfresko, eines der Hauptwerke des Ba rockmalers Daniel Gran, zeigt den Einzug der Jagdgöttin Diana in den Olymp. Links und rechts des Festsaals führt der Weg zu eleganten Empfangszimmern, Salons, Schlafzim mern und Kabinetten.

Die schönsten Räume sind zweifelsohne das Goldkabinett mit original barocker Samttapete, offenem Kamin und reich haltigem Jagddekor sowie das Chinesische Zimmer, das mit bestickten Seidentapeten und Malereien im chinesischen Stil ausgestattet ist. Mit Trophäen Erzherzog Franz Ferdinands ist der Waffengang dekoriert. Er führt vom barocken in den his toristischen Flügel. Hier befindet sich ein reizvolles Bad aus dem Jahr 1890. In die Geschichtsbücher ging Schloss Eckarts au als letzter inländischer Wohnort von Kaiser Karl I. nach dessen Verzicht auf jedweden Anteil an den Staatsgeschäften (11. November 1918) ein. Heute kann man es täglich besich tigen oder darin sogar heiraten, wenn man möchte. Es ist ein traumhaftes Anwesen, dessen wunderschöner Schlosspark die Besucher/innen zum Verweilen einlädt.

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Bilder bereitgestellt von Schloss Eckartsau/ÖBf

Bellas WIEN HERREN I Sonnenfelsgasse 8 I 1010 Wien

Bellas WIEN DAMEN I Sonnenfelsgasse 5 I 1010 Wien

Bellas SALZBURG I Getreidegasse 47 I 5020 Salzburg

Bellas MÜNCHEN I Fürstenfelder Strasse 12 I 80331 München Online Shop: www.bellas-vienna.at

EIN HALALI FÜR DIE HANDWERKSKUNST

Sophie M. Salm fabriziert in ihrer Silberwerkstätte personalisierte Jagdabzeichen, Manschettenknöpfe, Gürtelschnallen und vieles mehr. Wenn auf den Hüten und Kappen der Jäger röhrende Hirsche, laufende Sauen, springende Hasen, fliegende Fasane oder majestätische Steinböcke in personalisierten Ausführungen zu sehen sind, stammen diese höchstwahr scheinlich aus der Werkstätte von Sophie Ledochowski, die unter ihrem Mädchennamen Salm für Waidmänner und deren Träume zur Höchstform aufläuft. Das Handwerk hat sie von der Pike auf gelernt, jahrelange Erfahrung, jede Menge Fantasie und ihre Detailverliebtheit bilden das Erfolgsgeheimnis. Einen Besuch im Atelier kann das SCHLOSSSEITEN-Team nur sehr empfehlen.

Mitten im vierten Wiener Gemeindebezirk versteckt sich hinter einem hübschen Tor die Arbeitsstätte dreier jun ger Damen. Die Räume teilen sich eine Schneiderin, eine Freundin, die als COO in der Automatisierungsbranche tätig ist, und Sophie Salm, die Silberschmiedin und Ju welierin. Eine gläserne Tür führt direkt in einen paradie sischen Garten, große Fenster bieten viel Licht, und die kleine Teeküche sieht so aus, als wäre hier das Kommu nikationszentrum der drei. „Es ist unsere Werkstatt und zugleich Rückzugsort, den wir auch in den Lockdowns der letzten beiden Jahre gut gebrauchen konnten“, meint So phie Ledochowski lachend, hat sie doch einen Ehemann und drei quirlige Buben zu Hause.

Aufgewachsen in einer großen Familie im oberösterrei chischen Steyregg, zog es Sophie bald nach London. Dort absolvierte sie nicht nur den Master in „Silversmith and

Jewellery Design“, sondern lernte auch Wladimir Ledo chowski kennen. Etliche Jahre im Ausland waren für die Karriere gar nicht so einfach, doch im Laufe der Zeit hat sich die Leidenschaft, Jagdschmuck herzustellen, bei ihr immer mehr herauskristallisiert. „Ich bin mit der Jagd aufgewachsen, ich weiß, was sich gehört, und bekomme Feedback von meinen Brüdern“, erzählt sie. Nach Pha sen, in denen sie für Freunde und Verwandte Grandln fasste, dazu noch das Gravieren erlernte und eine Kollek tion an Ohrringen, Bettelarmbändern sowie Schlüsselan hängern aus Münzen, Smokingknöpfen und Ähnlichem produzierte, kam ihre Passion für Jagdabzeichen immer stärker zum Vorschein. 2016 bezog Sophie Ledochowski das Atelier und verbringt seither jede freie Minute hier. Ehemann Wladimir ist „ein wichtiger Bestandteil meines Unternehmens“, sagt sie, denn „er zeichnet Stammbäume, lässt mich an seinem Wissen über Heraldik und Wappen kunde teilhaben und betreut meine Internet-Accounts“  –allen voran Instagram und Facebook, aber auch die Web site. Über den Onlineshop generiert sie mittlerweile bereits 10 % ihres Umsatzes.

Die ersten Aufträge von guten Freunden aus der alten Hei mat haben dank „Word of Mouth“, wie Sophie sagt, bald auch „Wildfremde“ angelockt. 40 Jagdabzeichen fertigte sie für einen Italiener, 15 weitere für eine UnternehmerFamilie aus Tirol, aber auch Interessenten aus Schott land, den USA oder sogar Japan sind mittlerweile zu Stammkunden geworden. Vom goldenen Heißluftballon, in dessen Korb ein silberner Hirsch zu sehen ist, bis zu Wappentieren, die mit Kronen versehene Manschetten knöpfe zieren, reicht die Palette. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. „Es ist jedoch sehr viel einfacher, wenn meine Kunden genau wissen, was sie wollen“, erklärt die Silberschmiedin. In jedem Fall entstehen in Zusammen arbeit mit dem Auftraggeber zuerst Skizze und Prototyp, erst danach wird das Modell in die Gießerei und zum Ver silbern oder Vergolden geschickt. Jedes Stück ist ein Unikat und meist auch personalisiert.

Die Schürze, die Sophie M. Salm über ihrer feschen grü nen Hose trägt, hat ihren guten Grund, machen doch eini ge der unendlich vielen Arbeitsschritte sehr schmutzig: Es wird gelötet, geschliffen, geschmirgelt, es wird poliert und geputzt. „Das Ergebnis muss perfekt sein“, sagt sie und überprüft mit Lupe und Lampe akribisch die winzig klei nen Details ihrer Objekte. Bevor ein Stück das Haus ver lässt, wird es noch mit der eigenen Punze versehen, auf der die drei Buchstaben SMS – für „Sophie Marietta Salm“ –als Logo erkennbar sind. „Ich bin eine Handwerkerin“, betont sie. „Ich marschiere durchs Leben und schaue mir die Dinge an.“ Hier findet sie auch ihre Inspiration. Und nach der größten Herausforderung gefragt, kommt blitz schnell ihre Hoffnung, in Zukunft noch mehr Zeit in der Werkstätte verbringen zu können.

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BERICHT

Bilder bereitgestellt von www.Sophiesalm.com

Handgefertigte Gürtelschnalle, Personalisierung möglich, ab € 260

Streichholzschachtel aus Silber, mit Doppeladler, € 255

Handgebundenes Gästebuch, mit Initialen oder Wappen, € 215

Jagdabzeichen dienen als Andenken und machen immer Freude. (ab € 100)

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STILGETREU
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Ob Landhaus oder Chalet – das Design „Grauer Hirsch“ passt mit seinem eleganten und zeitlosen Design zu jedem Einrichtungsstil. Fotos: © Gmundner Keramik

Passend zum klassischen Design „Hirsch“ bietet die Manufaktur auch gravierte Hirschgläser im Sortiment an.

KERAMIK

Handgefertigt seit 1492, jedes Stück ein Einzelstück. GMUNDNER

Mitten im idyllischen und geschichtsträchtigen Salzkammergut lässt sich das Ergebnis von mehr als 500 Jahren Keramik-Tradition mit allen Sinnen erleben. 1492 erstmals urkundlich erwähnt, hat sich die bis heute am Traunsee ansässige Gmundner Keramik über die Jahrhunderte zu einem wahren Synonym für beste österreichische Tischkultur entwickelt. Bis heute steht das Unternehmen nicht nur für Tradition, sondern vor allem für eine einzigartige Liebe zum traditionellen Handwerk.

Die Geschichte der Gmundner Keramik reicht weit in die Vergangenheit zurück, wie archäologische Funde am Nordende des Traunsees belegen. Ursprünglich als sogenannte „Hafnerware“ zum Salztransport gedacht, fokussierte sich das Unternehmen später auf figurale Kunst. Mit der Übernahme durch Johannes von Ho henberg 1968 wurde das Hauptaugenmerk auf die Ferti gung von hochwertigem Tischgeschirr gelegt, für das die Gmundner Keramik heute weltbekannt ist. Mit der bis heute legendären Gruppe H setzte von Hohenberg einen Meilenstein in der Tischkultur, indem er Künstler damit beauftragte, Designs für die Serienfertigung zu schaffen. Bis heute ist die Gmundner Keramik eng mit der Kunst

verbunden und gibt jungen Künstlerinnen und Künst lern die Möglichkeit, in der Manufaktur zu arbeiten.

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Personalisierung wird bei Gmundner Keramik großgeschrieben, kein Wunsch bleibt unerfüllt.

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Ein Stück Österreich am Tisch Gmundner Keramik wird bis heute zu 100 % in der gleichnamigen Manufaktur in Gmunden hergestellt. Damals wie heute wird jedes Stück Keramik per Hand gefertigt und durchläuft über 10 verschiedene Arbeits schritte in der Manufaktur. Es bedarf 60 Handgriffe von der Masseaufbereitung bis zum fertigen Keramik stück. Der Ton wird nach einer alten Rezeptur aus den natürlichen Rohstoffen Feldspat, Quarz und Kaolin gemischt, bevor er in handgefertigten Gipsformen in Form gebracht wird. Jedes Stück wird per Hand mit viel Sorgfalt retuschiert und verschwammt, damit er hält das Gmundner seine weichen, abgerundeten For men. Anders als bei Porzellan wird das Keramikstück nach dem ersten Brand in eine strahlend weiße Glasur getaucht, die dem Geschirr seine glasähnliche Ober fläche verleiht. Im Anschluss entstehen in der Malerei per Hand die typischen Designs der Gmundner Kera mik wie „Streublumen“, „Geflammt“, „Hirsch“ oder „Jagd“. Zuletzt verschmelzen Farbe und Glasur beim zweiten Brand und lassen die Keramik in vollem Glanz erstrahlen.

Eines der spektakulärsten und auch ältesten Dekore ist das Design „Jagd“. Es ist das aufwendigste und in dividuellste Dekor der Manufaktur. Hier benötigt ein

Teller bis zu einer Stunde reine Dekorationszeit, bis alle Feinheiten sorgfältig aufgetragen wurden. Dabei kann der Kunde oder die Malerin aus sieben unter schiedlichen Jagdszenen wählen. Auf Wunsch wird auf persönliche Eigenschaften des Jägers oder der Jägerin eingegangen, somit können Kleidung, Haarfarben, Jagdhund oder Szenerie gewählt werden.

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Nicht nur an kalten Tagen ein Hingucker am Esstisch: Der Suppentopf im aufwendig bemalten Dekor „Jagd“.

Alle Designs aus der Manufaktur in Gmunden lassen sich perfekt miteinander kombinieren. Hier zu sehen das Design „Jagd“ mit „Variation Grün“.

Wer es noch individueller haben möchte, kann in der Manufaktur bereits ab einem Stück Sonderanfertigun gen ordern. Ob mit einem selbst gewählten Motiv, dem Familienwappen, Initialen oder einem bestimm ten Symbol versehen – der Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt und Kundenwünsche werden gerne von den rund 25 Malerinnen und Malern individuell umgesetzt. Damit ist das persönliche Unikat ein hand gemaltes Stück Geschichte.

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personalisierte Teller
Initialen des Brautpaares INFOBOX Gmundner Keramik Handels GmbH Keramikstraße 24 4810 Gmunden www.gmundner.at office@gmundner.at +43 7612 786-10
Exklusives
Hochzeitsgeschenk:
mit den

Inspiriert von der farbenvollen Strahlkraft Indiens, verbunden mit der Quintessenz österreichischer Eleganz. Jaipure ist royale Handwerkskunst, maßgeschneidert für Ihr Zuhause.

www.jaipure.at

Richtig gedeckt, kann man sich gemütlich zu Tisch setzen.

JAGD DINNER

Gemeinsam nach der Jagd setzt man sich gerne zusammen und lässt die Jägerschaft hochleben, die für das herrliche Gericht am Tisch verantwortlich ist. Kleine Accessoires verleihen jedem Tisch das gewisse Etwas. Schick zu Tisch ist ein Muss in der Saison.

1. Jagdsmoking für den Herrn, perfekt für das Jagd-Dinner, von antonmeyer.de, um € 455 | 2. Der Suppentopf eignet sich perfekt für Ragouts – und er ist spülmaschinenfest, von Gmundner Keramik, um € 411 | 3. Mit diesem herbstlichen Hemdblusenkleid kann man entspannt zu Tisch sitzen, von jaipure.at, um € 197 | 4. Karaffe mit Entenkopf, von boninee.de, ab € 149 | 5. Wunderschöne Blumen servietten (4er-Set), in unterschiedlichen Farben erhältlich, von jaipure.at, um € 40 | 6. Speiseteller „Grauer Hirsch“, von Gmundner Keramik, um € 39 | 7. Servietten „Dots“ (4er-Set), von jaipure.at, um € 40 | 8. Wasserglas „Green“ mit Jagdmotiven, 6 Stück, von boninee.de, um € 129 | 9. Collier, Holz, Bergkristall, Perlmutt, von A.E. Köchert, um € 8.100 | 10. Ohrringe in Türkis mit jadegrünem Perlmutt, von lieblingsstueckerl.com, um € 149 | 11. Flachmann mit 6 Bechern, Jagdmotive, inklusive Einfüllhilfe und Lederetui für die Becher, von boninee.de, um € 89

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Gmundner Keramik
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FEINEHANDGEFERTIGELUXUSLEDERWARENAUSWIEN RHORNS.COM WIEN1.,BRÄUNERSTRASSE7,STEPHANSPLATZ3,HERRENGASSE6-8

Fotos bereitgestellt von Sayn Consult, Joh. Springer’s Erben, Fanzoj

WAFFEN – EIN GUTES INVESTMENT OHNE BITTEREN BEIGESCHMACK?

Das Ende des Zweiten Weltkriegs liegt beinahe 80 Jahre zurück, doch infolge der vermehrten Anzahl an Amokläufen und Terroranschlägen in den USA und in Europa und nicht zuletzt seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine huschen Bilder von Waffen in Verbindung mit abscheulichen Schreckenstaten inzwischen tagtäglich über unsere Bildschirme. Mit Sicherheit wäre ein Investment in die großen Rüstungsindustrien der Welt dieses Jahr sehr lukrativ – aber es gibt auch eine andere Seite des Investments in Waffen: Kunstwerke!

Im Jahr 2010 wurde das Ferlacher Büchsenma cherhandwerk durch die UNESCO zum Imma teriellen Weltkulturerbe ernannt. Über diesen besonderen Status können sich Büchsenmacher in der ganzen Welt freuen, da ihr Handwerk nun als Kunstwerk anerkannt wird – eine Handwerkskunst, welche bereits seit Jahrhunderten ausgeübt wird.

Zu den teuersten Waffen der Welt zählt ein Paar Pis tolen, verziert mit Gold, Diamanten, Emaille und Per len, das im Jahr 2011 durch Christie’s versteigert wurde.

Ischler Stutzen, gefertigt von Josef Just in Ferlach, Kaliber 6,5 x 57 R. Bereits von Kaiser Franz Joseph geführt, heute noch eine gesuchte Waffe (versteigert 2022 bei Joh. Springer’s Erben, Wien; Zuschlagspreis: € 11.000,–),

60 SCHLOSSSEITEN

LUDWIG SAYN-WITTGENSTEIN-SAYN

www.saynconsult.com

Von Kindesbeinen an ist Ludwig mit der Jagd verbunden. Schon früh begleitete er seinen Vater auf der Jagd und interessierte sich für die Natur. So verwundert es nicht, dass er bereits an seinem 16. Geburtstag den deutschen Jagdschein löste. Nach seinem Schulabschluss arbeitete Ludwig während seines „Gap Year“ auf einer Jagdfarm in Namibia. Es folgten einige Jahre Berufs erfahrung in der Finanzwelt und im Event management. Vor über 15 Jahren begann seine Karriere in der Jagdwaffen-Branche, darunter der Aufbau des größten Auktionshauses für Jagdund Sportwaffen in Europa. Seit vielen Jahren vertrauen Kunden aus aller Welt, aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seinem Fachwissen. Nun berät er weltweit Kunden beim Waffenkauf oder hilft Jungjägern, die ersten Schritte auf dem Jagdparkett zu wagen. Durch sein Netz werk vermittelt er darüber hinaus Jagdreisen zu einzigartigen Orten und Abschüsse, die Seltenheitswert haben.

Allerdings gaben diese beiden Waffen beim Betätigen des Abzugs keinen tödlichen Schuss ab, sondern es kam jeweils ein Miniaturvogel, gefertigt aus echten Federn, aus dem Lauf, um zu Vogelgesang einen Tanz aufzuführen. Diese Pistolen, die im Jahr 1820 für den chinesischen Markt gefertigt worden waren, erzielten die unglaubliche Summe von 5,8 Mio. US-Dollar.

Ein solch feines Handwerk wird auch noch heute gefertigt, und so ist die wohl teuerste Neuwaffe der Welt ein österreichischer Klassiker. Vom Ferlacher Büchsenmachermeister Herbert Scheiring wurde eine Kipplaufbüchse, mit der auch gejagt werden kann, für über 1 Mio. US-Dollar verkauft. Sämtliche Metallteile wurden mit Silber ummantelt und vollflächig graviert, Gold und Diamanten wurden eingelegt, für den Schaft wurde das feinste Nussholz ausgesucht und mit gravier tem Elfenbein verziert – damit ist diese Waffe mit Si cherheit das Prunkstück in der Sammlung des heutigen Besitzers.

Da sich die Waffentechnik im letzten Jahrhundert kaum mehr weiterentwickelt hat, wird heute vermehrt Wert auf Material, Herstellungsart und Veredelung gelegt. So hat der ehemalige k. u. k. Hof- und Kam merlieferant Joh. Springer’s Erben aus Wien dieses Jahr die „Springer-Flinte“ aus einem fast 70-jährigen Dornröschenschlaf geholt und in Zusammenarbeit mit den besten Stahlproduzenten Europas die Rohteile mit

neuen Techniken herstellen lassen. Die Haltbarkeit der Waffe wurde damit um ein Vielfaches verlängert. Die hauseigenen Büchsenmacher fertigen hieraus feine Querflinten in klassischem Aussehen – Tradition trifft auf Moderne!

Auch die Büchsenmacherei Johann Fanzoj aus Fer lach hat traditionelle Waffen in die Moderne geholt und stellt heute unter anderem eine Kipplaufbüchse aus Carbon und Titan her. Nicht nur das Gewicht der Waffe von unter 2 Kilogramm ist hier äußerst bemerkenswert, sondern auch die Möglichkeit, eine persönlich ausgewählte Gravur auf diesem faktisch un zerstörbaren Material zu verewigen.

Bei allen diesen Neuanfertigungen liegt es ganz beim Kunden, ein Kunstwerk kreieren zu lassen, welches über Generationen weitergegeben werden kann – eine Möglichkeit, ein Meisterstück für die Zukunft zu schaffen.

Beobachtet man die Ergebnisse der großen Auktions häuser im Waffensegment, so sieht man immer neue Spitzenpreise. Dies ist ein klarer Beweis für die welt weite Suche nach besonderen Waffen. Morphy Auctions in den USA erzielte in einer Auktionsrunde bereits über 10 Mio. US-Dollar, Holts Auctioneers in England schaffen regelmäßig Ergebnisse über 1 Mio. Britische Pfund und Joh. Springer’s Erben in Wien versteigert all jährlich Waffen für weit über 1 Mio. Euro. Stellen Sie sich vor, wie die Preise sich verändern werden, wenn Länder wie China den privaten Waffenbesitz erlauben!

Text: Ludwig Sayn-Wittgenstein-Sayn

Auf den kommenden Seiten: Interview mit Experten zum Thema Waffeninvestment

61 SCHLOSSSEITEN

Joh. Springer’s Erben ist seit dem Jahr 1836 ein nicht mehr wegzudenkender Name am Weltmarkt. Worin sehen Sie die Stärke Ihres Unternehmens damals wie heute?

Über Generationen bedienen wir internationale Märk te, und wir waren und sind nicht ausschließlich regional ausgerichtet mit unseren mittlerweile drei Geschäftsein heiten: dem klassischen Handel mit Premiumprodukten von internationalen Marken wie Westley Richards oder James Purdey & Sons, der Produktion von Waffen im Haus und – neu dazugekommen und unsere interna tionale Präsenz stärkend – unserem Auktionshaus seit nunmehr 14 Jahren. Joh. Springer’s Erben ist kein kleiner Einzelhandel, sondern hat eine Betriebsgröße, die flexi bel ist, eine Größe, die auch internationale und größere Aufträge zu stemmen vermag.

Herr Springer, Sie haben die Internationalität bereits angesprochen. Es waren Größen aus Aristokratie, Militär und Wirtschaft, die schon immer auf Waffen aus Ihrem Haus schworen. Wer sind die Kunden von heute?

Interessanter- und lustigerweise sind es die gleichen Namen, die seit 200 Jahren bei uns ein und aus gehen. Es gibt viele Vertreter der Meinung, dass Jagd aktiver Naturschutz ist. Dadurch hat die Jagd heute auch einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft, sodass im mer wieder neue Damen und Herren zu unseren Kun den werden, die nicht nur Freude an der Natur sowie an Hege und Pflege haben, sondern die darüber hinaus ein gewisses Budget mitbringen und sich neben aktiven Jagdausgaben wie der Pacht auch das passende Equip ment leisten wollen. Unter unseren Kunden gibt es zum Glück aber ebenso diejenigen, die über die nötige Aus rüstung hinaus auch sammeln und gerne aus technisch hochwertigen Manufakturen wie Ferlach, Liège, London, Birmingham oder Brescia Altes wie Neues erwerben.

Sie sagen, es sind nicht nur Jäger, sondern auch Sammler unter Ihren Kunden. In Ihrem Stammhaus betreiben Sie eine Manufaktur von Waffen. Diese Waffen werden von Jägern aus der ganzen Welt er worben. Sind es „nur“ Jagdwaffen – oder auch Kunst werke?

Unsere inhouse gebauten Waffen sind Anwenderpro dukte, die der Jäger aktiv verwenden soll, jedoch haben sie einen sehr hohen Anteil an spezieller Handfertigung. Gerade die Veredelung konzentriert sich auf Vergütung von Oberflächen, Gravuren und dezente Goldeinla gen, doch all dies in einer Art, dass es nur dem Ken ner auffällt. Das gegenwärtig verwendete Material wie auch die Vergütung und Beschichtung unserer neu auf gelegten Flinten sind einmalig. So haben wir Büchsen macher immer gedacht, dass die Verdichtung von Stahl eine extra Festigkeit gibt. Jedoch verfügen die Metallur gen von heute inzwischen über das Wissen, dass neue, hochvergütete Stähle nicht mehr weiter verdichtet werden dürfen, um die gewünschte Qualität zu erhalten.

Seit über 10 Jahren versteigern Sie aus Wien heraus Waffen in die ganze Welt. Sehen Sie ein steigendes Interesse?

Ja! Die Form des Absatzes über Auktionen findet konti nentaleuropäisch immer mehr Anklang und wird mehr und mehr akzeptiert. Hier bekommt der Kunde zu einer gewissen Produktgruppe an einem bestimmten Tag eine hohe Anzahl von Stücken angeboten und kann selbst und frei entscheiden, wo das Limit in seinem Budget liegt. Es ist somit eine Fair-Trade-Plattform zwischen Käufer und Verkäufer. Auch sieht man, dass, wenn Menschen sammeln, ein Großteil ihrer Einkäufe über Auktionen kommt. Dies hat den Hintergrund, dass gute Auktionshäuser mit ihrer Expertise in Bild und Wort da hinterstehen und dazu immer eine sehr breite Auswahl bieten, die bei einem Einzelhändler so nicht gefunden wird. Gleichermaßen interessant ist, dass das Thema Sammeln in einer jüngeren Generation von 25- bis 45-Jährigen Platz

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gefunden hat! Christian Johann Springer Joh. Springer’s Erben k. u. k. Hof- und Kammerlieferant Wien, seit 1836
Joh. Springer‘s Erben Flagship Store Weihburggasse 27, A-1010 Wien www.springer-vienna.com

Ihre Geschichte lässt sich bis zur Zeit der großen Kai serin Maria Theresia zurückverfolgen. Damals bereits waren Sie mit über 200 anderen Büchsenmachern in Ferlach ansässig, heute sind es nur mehr knapp ein Dutzend. Wie hat Ihr Haus diese 300 Jahre besser gemeistert als die meisten anderen?

Ich denke, dass die feste Verankerung des Handwerks in den gewachsenen Traditionen unsere Familie über nun mehr acht Generationen durchhalten ließ. Vermutlich sind es auch die Beharrlichkeit und die Kreativität, sich an wechselhafte Zeiten anzupassen, die unsere Firma Jo hann Fanzoj heute zum Innovations-Leader im Luxus waffenbau machen.

Früher hat Ihre Firma für Kaiser Franz Joseph die sogenannten „Ischler Stutzen“ gefertigt. Gibt es eine Waffe, die Sie heute fertigen, die „Kultstatus“ errei chen könnte?

Wir werden in die Geschichte eingehen als erste Firma im Luxuswaffenbau, die bewusst die Tradition mit der Moderne in Bezug bringt und durch die Verwendung neuer Technologien und Materialien nicht nur eine faszinierend neue Ästhetik, sondern auch einen völlig anderen Anspruch an Funktionalität und Präzision ei ner handgefertigten Luxusjagdwaffe einleitet. Ein gutes Beispiel dafür ist, denke ich, unsere Kipplaufbüchse „KB-1“, die eindrucksvolle Symbiose von Tradition und Innovation. Damit sprechen wir neue Kundenschich ten an. Wichtig ist zu verstehen, dass der Einsatz von Hightech dazu dient, unsere einzigartigen handwerklichkreativen Fähigkeiten zu unterstützen, und nicht, diese zu ersetzen.

Neben Ihren handgefertigten Jagdwaffen produziert Ihre Manufaktur auch „Projekt-Waffen“. Was darf der Interessierte hierunter verstehen?

Das ist der Versuch, mit „Kunst an der Waffe“ neue Dimensionen zu erreichen und in vielen Hunderten, manchmal Tausenden Arbeitsstunden Meisterstücke für die Nachwelt zu schaffen. Dabei nehmen wir uns ein

bestimmtes Thema vor, nach welchem die Waffe samt Accessoires thematisch durchkonzipiert und akribisch umgesetzt wird. Zu diesem Zweck arbeiten wir mit ei nem Team von Künstlern und Handwerkern zusammen. Die Jagdwaffe wird zum Canvas für Geschichten über Jagd, Leben, Tod, Leidenschaft etc.

Noch heute tauchen immer wieder Waffen auf, die von Ihren Vorfahren gefertigt wurden. Wie erklären Sie die Preise, die nach dieser langen Zeit immer noch dafür gezahlt werden?

Wir bauen und bauten schon immer Produkte für die Ewigkeit – individuell, wertvoll, einzigartig. Eine Jagd waffe ist über lange Zeiträume hinweg ein Objekt, welches niemals den Wert verliert. Im Gegenteil: Der Faktor Arbeit wird jedes Jahr teurer und handwerkliche Spitzenleistungen sind mittlerweile sehr rar geworden. So hat die Jagdwaffe wie kaum ein anderes Investitions objekt die Eigenschaft, menschliche Arbeitszeit zu kon servieren. Darüber hinaus ist sie ein Objekt, welches über Generationen weitergegeben wird. Was beachtlich ist: Es gab in den letzten zwei Jahrzehnten keine einzige Ge brauchtwaffe aus unserer Manufaktur auf dem Markt –die Besitzer verkaufen ihre Fanzoj Gewehre nicht. Wir interpretieren diesen Fakt als Qualitätsmerkmal.

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Patrick und Daniela Fanzoj Johann Fanzoj – Feine Jagdwaffen
65 SCHLOSSSEITEN more than exclusive since 1871 www. SODIA-EXCLUSIV.com Exclusive for you: new and second hand guns, antique guns for collectors from the most famous brands, repair service SODIA EXCLUSIVE WERNER SODIA Taubstummengasse 5/2/4 1040 Vienna, Austria +43 664 444 23 15 werner@sodia-exclusiv.com

JAGDFIEBER

Wenn es kühler wird und die Blätter von den Bäumen fallen, dann kann man sich selbst mit schicker, farbenfroher Jagdkleidung beschenken. Oder den Liebsten, der schon alles hat, aber dennoch das eine oder andere gerne annimmt.

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1. Bester Läufer unter den Jagdstiefeln, von franken-cie.com, um € 599 | 2. Einzigartige Gewehrtasche, ideal für Büchsen, von aicus.at, um € 350 | 3. Große Tweed-Clutch, 33 x 25 cm, von stilstueck.de, um € 299 | 4. Gewehrriemen, Loden mit Ledereinlage, von waffen-jaeger.at, um € 32 | 5. Wollrock mit jagdlichem Motiv und Paisleymuster, von franken-cie.com, um € 259 | 6. Gefüt terte Chelsea Boots mit Budapestermuster, von bellas-vienna.at, um € 229 | 7. Mittellange, taillierte Strickjacke „Essential“, mit Perlmuttknöpfen und gleichfarbigen Ellenbogenpatches für alle Tage – elegant und alltagstauglich zugleich, von alippa.com, um € 349 | 8. Whiskykaraffe und 2 Gläser, mit Jagdmotiven, von boninee.de, um € 349 | 9. Dreibeinhocker mit Bodenteller-Sitz, Leder, von hubertus-collection.de, um € 39 | 10. Lodencape mit Hubertuskragen, von stajan.at, um € 898

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FUCHS FINE GUNS INNSBRUCK

Die hohe Kunst der Büchsenmacherei

Seit mehr als 45 Jahren ist Gerhard Fuchs ein leidenschaftlicher Büchsenmacher, der mit seinem Team wahre Träume für den jagd- und waffenbegeisterten Kunden anfertigt. 1986 eröffnete er in Innsbruck das Geschäft „Jagdwaffen Fuchs“, im Jahr 1998 wurde die Firma „Fuchs Fine Guns GmbH“, eine Produktionsfirma für Waffen und Munition, gegründet.

AS MARKENZEICHEN –der Doppelbüchsrepetierer (Patent: Szecsei & Fuchs)

„Mit Joseph Szecsei, meinem Geschäfts partner und Freund, ist es gelungen, ein Gewehr zu kreieren, das bereits in die Waffengeschichte eingegangen ist. Wir entwickelten eine Doppelbüchse mit Repetiersys tem und einer Kapazität von 6 Schuss. Nur die besten Materialien wie Titan Grade 5 und Raketendüsenstahl

mit einer Festigkeit von 2400 Newton kommen dabei zum Einsatz. Entwickelt wurde dieses Gewehr für die Jagd auf gefährliches Wild.“ – Gerhard Fuchs

DIE PASSION – der Flintenbau Fuchs’ Spezialität sind die Flintenläufe. Diese werden in ihrem Durchmesser hundertprozentig gleich aus gearbeitet. Im Streiflicht werden selbst kleinste Un ebenheiten sichtbar und aufwendig korrigiert. Beim

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D
Elegante Linienführung der Flintenunterseite

Betrachten in der Längsachse wird klar, welche Kunst in der Lauffertigung der Meister beherrschen muss, um das vollendete Lauf-Paar herzustellen.

Fuchs: „Bei allen unseren Gewehren wird der Maßschaft genau nach den persönlichen Maßen des Kunden gefer tigt. Nach einem ersten Anpassen des Schaftes wird nach dem Besuch des Schießstands der letzte Feinschliff gege ben. Erst wenn der Schütze durch die optimale Schäftung fast automatisch Hilfskorn und Hauptkorn zentriert, passt der Schaft in der Seite zur Wange. Nur so wird die perfekte Streuung beim Schießen der Schrotgarbe er reicht – von Schuss zu Schuss. Der Schaft trifft, das ist eine alte Büchsenmacher-Weisheit.“

MAXIMALE

PRÄZISION – die neue Repetierbüchse MH2

Fuchs’ neueste Entwicklung ist das Repetiersystem MH2 („Marksman Hunter 2“), eine Repetierbüchse in einer Leichtbauweise aus Titan, mit eleganter Form und einem klassischen Schaft, kombiniert unter Ver wendung modernster und hochleistungsfähigster Ma terialien. Bei der Jagdversion des MH2-Repetierers werden fast alle Teile skelettiert und aus hochwertigem Titan Grade 5 aus dem Vollen gefräst. Nur die tra genden Teile wie Verschlusskopf und Lauf werden aus hochfestem Stahl gefertigt. Durch diese aufwendige Fertigung wird eine erhebliche Gewichtsreduktion gegenüber den klassischen Repetiersystemen erreicht. Fuchs: „Für den Abzug verwenden wir unsere eigene Ent wicklung mit einer innenliegenden Schützensicherung. Durch diese kann der Abzug ohne die Möglichkeit eines selbstständigen Lösens äußerst fein eingestellt werden. Erst durch die Betätigung des Abzuges wird die innenliegende Sicherungsraste gelöst. Match-grade gefertigte und händisch geläppte Präzisionsläufe garantieren absolute Präzision. Durch unterschiedliche Systemgrößen kann der Repetierer von der klassischen .308 Win bis zur Ultra-Hochleistungs patrone .408 Chey Tac (Abkürzung f. ,Cheyenne Tactical‘) angeboten werden.

Text: Eva von Schilgen

MH2 Repetierbüchse „Gaboon Viper“ Kaliber .408 Chey Tac

Fuchs Fine Guns GmbH Grabenweg 12, 6020 Innsbruck +43 512 587267 | +43 664 1039714

Geschäftszeiten: Montag–Freitag: 10–12 & 14–18 Uhr Samstag: 10–12 Uhr www.fuchsfineguns.com office@fuchsfineguns.com

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INFOBOX
Magazindeckel mit Bulino-Gravur

Der Schlosswirt verfügt über insgesamt 32 Zimmer, alle im gemütlichen Biedermeier-Stil eingerichtet und kombiniert mit modernen Elementen.

Gastgeber Stephan Gassner mit Küchenchef Stephan Kleinberger, Sommelière Gina Zimmermann und Restaurantleiter Sebastian Richter

Salzburg PLACES TO GO

SCHLOSSWIRT ZU ANIF

Wild auf Wild – das ist das Credo des Teams.

Für uns als leidenschaftliche Jäger sind die Wildwochen jedes Jahr ein Highlight im kulinarischen Kalender. Ob Wildschwein, Reh oder Hirsch: Heimisches Wild zeichnet sich durch seine regionale Herkunft sowie durch kurze Lieferketten aus.

Der Ursprung des Genusses liegt zwischen Baumwip feln, Gestrüpp und auf saftigen Wiesen. Die möglichst freie Haltungsform der Wildtiere ist einer der vielen Gründe, warum deren dunkles Fleisch so begehrt ist und bei uns auf der Speisekarte einen hohen Stel lenwert hat. Das Küchenteam rund um Küchenchef Stephan Kleinberger verwöhnt Sie mit altbewährten und neu interpretierten Wildgerichten. Seit Neuestem kann man auch 24/7 vor dem Restaurant die Gerichte aus einem Automaten beziehen. Die gutbürgerliche, traditionell-österreichische Küche wird von unserem Küchenchef neu interpretiert, und neben Wild aus der Jagd der Familie Gassner im Lungau werden auch regionale Köstlichkeiten auf Hauben-Niveau serviert. Nur 32 Zimmer hat das Traditionshotel „Schlosswirt“. Jedes Zimmer ist mit echten Biedermeier-Möbeln ein gerichtet, und die Tapeten, Stoffe und Teppiche sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Planen Sie ger

ne mehrere Tage ein, denn Sie wollen sicherlich nicht mehr fahren, wenn Sie einmal angekommen sind. Von hier aus kann man auch perfekt die Salzburger Altstadt erkunden oder eventuell sogar auf einer nahe gelegenen Skipiste einen Tagesausflug planen.

INFOBOX

WILD-SPECIAL

2 Übernachtungen inkl. eines herbstlichen 4-Gänge-Wildmenüs, p. P. im DZ 189,00 €, buchbar nach Verfügbarkeit bis 22.12.2022

Schlosswirt zu Anif Salzachtalbundesstraße 7 A-5081 Anif Tel.: +43 6246 72175 info@schlosswirt-anif.at www.schlosswirt-anif.at

71 SCHLOSSSEITEN

DER MESSERMACHER RICHARD KAPPELLER

EXZELLENTER HANDWERKER. KREATIVER PERFEKTIONIST. ERFOLGREICHER UNTERNEHMER.

Seit der Altsteinzeit, also seit etwa 600 000 v. Chr., benützen Menschen scharfe Klingen, erst aus Stein, später aus Knochen und Metall. Das Messer ist damit eines der ältesten und wichtigsten Mehrzweckwerkzeuge der Menschheit und zählt zu den wenigen Objekten, die weltweit in allen Kulturen vorkommen. Dass ein Messer mehr sein kann als ein Gebrauchsgegen stand, versteht man nach einem Besuch beim Messermacher Richard Kappeller in Salzburg.

Er verbindet das Nützliche mit dem Schönen und Tradition mit Innovation. Die handge fertigten, mehrfach ausgezeichneten Unikate sind sowohl praktische Arbeitsgeräte als auch luxuriöse Sammlergegenstände. Exklusive Sonderanferti gungen nach Kundenwünschen sind für ihn Freude und Herausforderung zugleich.

RICHARD KAPPELLER – DIE VITA

Am Kuchler Holztechnikum in Salzburg erlernte Richard Kappeller Holzwirtschaft und Betriebsmanagement. Sein Interesse galt anfangs vor allem exotischen Hölzern und den verschiedenen Techniken der Holzveredelung zur Herstellung von Griffen. In der Schlosserei der Schule

fertigte der damals Sechzehnjährige im Jahr 2000 dann sein erstes Messer – heute Schaustück in der Salzburger Werkstätte.

Die Zeit nach der Matura bis zur Einberufung zum Bun desheer nutzte Kappeller, um bei verschiedenen Hand werkern die Metallbearbeitung zu erlernen, und für Ex perimente, um Holz zu tränken sowie mit Kunstharzen zu veredeln. Noch während des Wehrdienstes eröffnete er eine kleine Werkstätte und belieferte andere Messer macher mit Griffen.

Der Erfolg bei Jagd-Messen wie der „Hohen Jagd“ er mutigte ihn, sich ab 2002 ganz der Produktion handge

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Richard Kappeller im Materialraum seiner Werkstätte

machter Messer mitsamt Zubehör zu widmen. Im Jahr 2013 erfolgte der Umzug in die 750 m² großen, hellen Werkstätten in Gnigl/Salzburg, wo auch Kurse mit bis zu ca. 15 Teilnehmern stattfinden. 2016 eröffnete Kappeller das erste Geschäft, 2019 folgte ein zweites. Die Zeit der Pandemie nutzte er, um sich als Diamantgutachter und Diamantfasser in Antwerpen ausbilden zu lassen, und er ließ einen Messer-Konfigurator speziell für seine Websei te entwickeln.

DIE SCHAU- UND VERKAUFSRÄUME

Kappellers Flagship-Stores befinden sich in Toplagen wie in der Getreidegasse 25 in Salzburgs Altstadt und in der Wiener Innenstadt. Groß ist dort die Auswahl an Messern für spezielle Tätigkeitsbereiche. Vor allem Jäger und ambitionierte Hobbyköche schätzen die außerge wöhnlichen, individuellen Messer. Für das besonders bei Wanderern beliebte Klappmesser hat Kappeller eine neue Technik, den S-Verschluss Liner-Lock, entwickelt. Ob klassisch oder smart, minimalistisch oder aufwendig, alle Messer aus seiner Werkstatt zeichnen sich durch die Verwendung von edlen Materialien und durch eine ar beitsintensive Verarbeitung aus. Die Preise bewegen sich von 200 Euro bis hin zu vierstelligen Summen.

Neben einer ausgesuchten Kollektion von Gebrauchs messern werden drei spezielle Editionen angeboten, die auf 300 Stück limitiert sind. TRADITION ist ein 215 mm langes Outdoor-Messer für die Jagd oder zur Lederhose mit einem Griff entweder aus Kamelknochen,

Wüsteneisenholz oder Hirschgeweih. Das elegante und fertigungstechnisch sehr anspruchsvolle Messer ELE GANCE ist 225 mm lang. Ein Messer mit einer äußerst hohen Schnittfähigkeit ist CUISINE, 270 mm lang. Alle Modelle sind mit massiven 14-Karat-Goldplättchen ver edelt und mit Kappellers Zunftschild geprägt.

Mein persönlicher Favorit ist das Modell CORVUS (lat. für „Rabe“), ein äußerst handlicher kleiner Wegbegleiter von nur 120 mm Länge, funktionell und praktisch mit Griffen aus Horn, Knochen, Fossilien, Edelhölzern, sta bilisierten Hölzern sowie anderen Materialien in vielen Farben.

Für das aus Damaststahl hergestellte Tischbesteck AMEN TE erhielt Kappeller im Jahr 2019 die höchste Auszeich nung, den „RED DOT AWARD – Best of the Best“. Auch hier hat der Kunde die Möglichkeit, sein individuelles Set durch Gravuren gestalten zu lassen.

In Handarbeit hergestellte Gürtel und besondere Gürtel schnallen, darunter eine silberne, mit Diamanten besetz te Zierschnalle, hölzerne Schneidbretter und Schalen aus Leder ergänzen das exklusive Angebot in den Geschäften oder können online bestellt werden.

ANFERTIGUNGEN NACH KUNDENWUNSCH Wer ein ganz individuelles Messer besitzen möchte, den berät Richard Kappeller mit detaillierten Zeichnungen und Mustern vor Ort. Aber auch über das Internet unter

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Modell „ARTIS VOLLINTEGRAL“, Griffmaterial aus dem Stoßzahn eines Mammuts, Klingen aus Damaststahl und Böhler N 690 Fotos: Messermacher Kappeller GmbH

www.messermacher.at ist es möglich, mithilfe des MesserKonfigurators jedes Detail selbst zu planen.

Hat der Kunde Modell, Größe, Klingenform, Schneid geometrie und die Stahlart, wie Edelstahl von Böhler aus dem steirischen Kapfenberg oder Damaststahl aus Schwe den, seines Wunschmessers bestimmt, wird ihm die Wahl des Griffmaterials aufgrund der Vielfalt an Möglichkei ten schwerfallen. Wählen kann er unter mehrere Tausend Jahre alten Mammutstoßzähnen aus dem sibirischen Permafrost-Gebiet, Wüsteneisenholz, das jahrzehntelang im Sand vergraben war, oder Knochen von Giraffen und Büffeln. Jäger können bei Richard Kappeller ihre Tro phäen verarbeiten lassen. Kappellers Graveure übertragen jeden Designwunsch auf Mammut, Knochen, Perlmutt und Elfenbein. Sehr beliebt sind Jagdmotive, hier beson ders Hunde, Pferde, Drachen oder mystische Fabelwe sen. Goldeinlagen, Edelsteine oder Gravuren machen das Messer zum Kunstwerk, das trotz seiner Kostbarkeit seine Funktionalität behält.

DIE KURSE

Kappellers Kurse sind sehr gefragt. So können in Salzburg die Teilnehmer bei einem zweitägigen Wochenendkurs unter seiner Anleitung nach eigenem Entwurf ein Mes ser herstellen. Drei Tage dauert ein Kurs zur Herstellung eines Klappmessers. Die Herstellung der persönlichen Messerscheide aus Leder oder eines Ledergürtels erlernen die Teilnehmer bei den Leder-Kursen. Auch Kurse zum Goldschmieden und zur Metallgravur werden angebo ten. Das im Kurs hergestellte Produkt darf vom Teilneh mer mit nach Hause genommen werden.

Und damit der glückliche Besitzer immer ein scharfes Messer zur Verfügung hat, kann er das richtige Messer schleifen bei Kursen in Wien und in Salzburg erlernen.

EPILOG

Ing. Richard Kappeller ist Handwerker mit Begeisterung und als Unternehmer Vorbild und Inspiration. Er hat sein Unternehmen Schritt für Schritt mit Bedacht, aber auch mit Risikobereitschaft stetig weiterentwickelt. Und er hat noch weitere Pläne: Filialen in Berlin, München oder Hamburg sollen in den kommenden Jahren folgen, auch die Seminar- und Lehrtätigkeit will er ausbauen. Richard Kappeller: „Nach über fünfzehn Jahren der Ar beit als professioneller Messermacher blicke ich mit ei nem Lächeln auf diese Zeit zurück. Es waren bescheidene Anfänge, aber erfüllt von großer Ambition, die mir bis zum heutigen Tag erhalten geblieben ist.“

Text: Mag. art. Eva von Schilgen

INFOBOX

Messermacher Salzburg Getreidegasse 25 5020 Salzburg Mo.–Sa.: 10:30–13:30, 14:00–18:00 Tel.: +43 676 3970328

Messermacher in Wien Rauhensteingasse 5 1010 Wien Mo.–Sa.: 10:30–13:30, 14:00–18:00 Tel.: +43 676 843529550 www.messermacher.at

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Modell „CORVUS COMPACT“ mit verschiedenen Griffmaterialien
www.mozarteum.at Entdecken Sie Mozart an den Originalschauplätzen! MOZARTS GEBURTSHAUS Getreidegasse 9 MOZART-WOHNHAUS Makartplatz 8 Geöffnet tägl. 9 bis 17.30 Uhr Der digitale Führer durch die Sammlungen der Mozart-Museen Konzerte Wissenschaft Museen

„JÄGER KOCHEN WILD“ BAND 1 & 2

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„JÄGER KOCHEN WILD“ BAND 1 & 2

Wenn Sie ein unterhaltsames Kochbuch suchen und bisher einen eher vorsichtigen Zugang zu Wild bret hatten, werden diese beiden Bücher Sie verführen, das eine oder andere Rezept auszuprobieren. In seinem Vorwort zu Band 1 schreibt Louis Sayn-Wittgenstein-Sayn, dass er gleich beim Titel wusste, dass dieses Kochbuch kein klassisches Nachschlagewerk sein würde. Die Mischung aus altgedienten, leicht zu kochenden, aber besonderen Speisen und einem jagdlichen „Who’s who“ ist etwas Einmaliges.

Die bunte Mischung der kochenden Jäger, die ihre Lieblingsrezepte – gewürzt mit persön lichen Jagdanekdoten – hier preisgeben, präsentiert eine große Variation unter schiedlichster genussvoller Gerichte. Louis Sayn-Wittgen stein-Sayn war selbst als leidenschaftlicher Jäger schon im mer an der privaten Verwertung von Wild interessiert. Da diese „wilden“ Rezepte allesamt erprobt und unkompliziert nachzukochen sind, gelingen die köstlichen Speisen direkt aus der Natur auch am häuslichen Herd.

Für alle Nicht-Jäger/innen gibt es im Buch einen kurzen Überblick über „Wildbret im Allgemeinen“. Unter dem Ti tel „Weidmannsheil“ wird mit dem Vorurteil aufgeräumt,

dass die Wildsaison nur auf den Herbst beschränkt sei. Denn man findet – abhängig von den unterschiedlichen Schusszeiten – fast ganzjährig frisches Wild, entweder direkt vom Jäger oder im Wildhandel. In früher Vorzeit diente die Jagd dem Überleben, später prägte sie Kul tur, Sprache, Sozialordnung, Musik und Kunst. Erst mit der Domestizierung der Tiere und dem Ackerbau verlor die Jagd an Bedeutung, war aber bis ins 7. Jahrhundert ohne Beschränkung für jedermann zugänglich. Eine Sonderstellung der Könige zum Jagen wurde erst im 9. Jahrhundert anerkannt. Österreich mit seiner aus geprägten Jagdtradition schaffte das Jagdprivileg im Jahre 1786 durch das Josephinische Patent ab, und ab 1818 konnten auch Bürger und Bauern wieder jagen.

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Obwohl also dieses einst streng geschützte Vorrecht des Adels bereits vor langer Zeit verloren ging, verbindet so mancher aufgrund alter Gemälde noch heute die Jagd mit herrschaftlicher Gesellschaft hoch zu Ross, einer Vielzahl von Jagdtrophäen und eleganten Jagdschlössern. Heutzutage, so erfährt man von einigen der passionier ten Jäger/innen im Buch, sind ihre Aufgaben mehr mit Hege, Pflege und Naturschutz im Jagdgebiet verbunden.

Übersichtlich gegliedert ist der Inhalt: Das Menüange bot bei Hirschfleisch reicht von Hirschfleischknödeln mit Speckkrustl-Sauerkraut und Hirschlaibchen-Wild burgern über den klassischen Hirschrücken mit Port wein-Maroni, Rotkraut und Serviettenknödeln bis zum Hirschtatar. Beim Reh dürfen natürlich der Maibock oder die Rehschulter mit Schwammerlsauce nicht feh len. Etwas exotischer, aber geschmacklich herrlich abge stimmt, sind Rehragout mit Schokolade sowie Rehrü cken mit Kirschsauce und karamellisierten Birnen oder Weintrauben als Beilage. Bei so viel Kreativität am Herd kann man schon auf den Geschmack kommen!

Wildschweinspezialitäten werden, speziell wenn der Wirt selbst Jäger ist, des Öfteren in Gasthäusern ange boten. Aber wer durfte schon einmal Wildschweinrou lade mit Feigen-Walnuss-Ricotta-Fülle und ErdäpfelEierschwammerl-Strudel in Vodka-Sauce verkosten? Das müsste man dann wohl selbst ausprobieren. Und wer

weiß schon, dass man nicht nur Bratlfett, sondern auch Wildschweinschmalz aufs Schwarzbrot streicht?

Zum Thema „Gams“ gibt es ein vollständiges „GamsMenü“ mit Suppe, Gamslebertascherln und Gamsschin ken. Das Altausseer Gamsgulasch verlangt neben Bier natürlich einen Gewürz-Zirbenschnaps, um vollständig serviert zu werden. Man erfährt, dass „Gamsmilch“ mehr mit Kakao und „Jagatee“ zu tun hat als mit Milch vom weiblichen Gamswild. Unter „Allerlei“ finden sich dann Rezepte für Hase, Fasan, Wildente, ja sogar für Wildtau ben. Den Fonds und Saucen ist ein eigener Abschnitt gewidmet – gut, dass es genaue Anleitungen dafür sowie für die speziellen Gelees und Beilagen gibt! Da die Jäger nicht nur ihre eigenen Gerichte, sondern auch sich selbst persönlich vorstellen, kann man davon ausgehen, dass die Rezepte gelingen und dass kein Jägerlatein dabei ist.

Die wunderschön am Teller arrangierten Gerichte machen so richtig Appetit. Der Fotograf Joseph Gastei ger-Rabenstein hat hier ganze Arbeit geleistet, um die passionierten Jäger/innen mit ihren Lieblingsmenüs in ihrem persönlichen Ambiente und ihrer Charakteristik einzufangen. Man kann sehen, dass alle Freude an ihrem Jagdglück und dem darauffolgenden Festmahl haben.

Humorvoll und einfühlsam werden diverse Jagdanek doten präsentiert. Es kommt mehrfach vor, dass plötz

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Hirschrücken mit Erdäpfelschmarren und Kräuterseitlingen

HOMA JORDIS

TAFELSPITZ VOM HIRSCH

ZUTATEN FÜR 4–6 PERSONEN

1,3 kg Hirschschlögel oder Schulter Öl zum Anbraten Wildknochen 1 Bund Suppengrün

Stange Lauch Salz

schwarze Pfefferkörner nach Geschmack 3 Lorbeerblätter

Wacholderbeeren 2 Zwiebeln mit Schale 3 Knoblauchzehen

ZUBEREITUNG

Schritt 1

Das zugeputzte und ungewürzte Hirschfleisch in heißem Öl gut an braten, die Knochen mit dem ge putzten Suppengrün und den Lauch hinzufügen und kurz mitrösten. Mit kochendem Wasser aufgießen, bis alles bedeckt ist. Salz, Pefferkörner, Lorbeer und Wacholder dazugeben. Die Zwiebeln von den Wurzeln be freien und samt der Schale mitko chen. Knoblauch schälen und eben falls dazugeben.

Schritt 2

Das Fleisch auf kleiner Flamme je nach Größe und Beschaffenheit zwischen 2 und 4 Stunden köcheln

lassen. (Die dabei entstehende Suppe kann natürlich ebenfalls ver wendet werden.) Das Fleisch nicht aus der Suppe herausnehmen, bevor es serviert wird – auf diese Weise bleibt es schön saftig. Vor dem Ser vieren das Fleisch in gut 1 cm dicke Scheiben schneiden.

Die Rezepte für die Beilagen Bär lauchspinat, Schnittlauchsauce und geröstete Erdäpfel finden Sie im Band 2 „Noch mehr Jäger ko chen Wild“.

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½
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ZUBEREITUNG

Schritt 1

Das Fleisch waschen, trocken tupfen, von Sehnen befreien und mit Salz und Paprikapulver einreiben. Die Wachol derbeeren mit Wasser bedeckt 5 Mi nuten quellen lassen. Den Backofen auf 200 °C vorheizen.

Schritt 2

Das Fleisch mit den Speckscheiben gleichmäßig bedecken und mit den Gewürznelken feststecken. Den Rü cken auf einen Bratrost legen, das Öl in die Fettpfanne, die unter den Bratrost gestellt wird, gießen und das Fleisch im Backofen etwa 45–50 Mi nuten braten. Dabei häufig mit Öl und dem mit der Zeit entstehenden Bratenfond begießen, das Fleisch aber nicht umdrehen.

Schritt 3

Inzwischen das Mehl mit dem Apfel saft verquirlen. Sobald der Braten gar ist, herausnehmen und warm stellen. Die Apfelsaftmischung mit dem ent fetteten Bratensatz verrühren. Diese Flüssigkeit in einen Topf gießen und auf der Herdplatte andicken lassen. Die beiden Marmeladen und so viel Wasser oder Fleischbrühe einrühren, bis eine sämige Sauce entsteht. Den Braten aufschneiden (die Gewürznel ken vorher entfernen) und das Fleisch bei Tisch mit Pfeffer bestreuen. Die Sauce gesondert dazu reichen.

Tipp

Als Beilagen passen Polenta und mit Preiselbeermarmelade gefüllte, gedün stete Apfelhälften.

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HUBERT ZUSSNER WILDSCHWEINRÜCKEN MIT APFELSAUCE ZUTATEN FÜR 6 PERSONEN Wildschweinrücken 1,5 kg Wildschweinrücken 1 TL Salz, 2 TL Paprikapulver 12 Wacholderbeeren 200 g durchwachsener Räucherspeck (in dünne Scheiben geschnitten) 10 Gewürznelken 1 Tasse Öl Sauce 1 EL Mehl 250 ml Apfelsaft 4 EL Preiselbeermarmelade 4 EL Hagebuttenmarmelade 250 ml Wasser oder Fleischbrühe frisch gemahlener schwarzer
Pfeffer

Leopold Goess präsentiert seinen geräucherten Fasan in „Jäger kochen Wild“ und zeigt, wie saftig und toll ein Fasan schmecken kann.

PHILIPP BREITENECKER

REHBEUSCHEL

ZUTATEN

Lunge und Herz von einem Reh 1 Bund Wurzelwerk (Karotte, Sellerie, Gelbe Rübe etc.) etwas Öl zum Anbraten 1 EL Salz 1 Lorbeerblatt 5 Pfefferkörner 4 Stück Wacholderbeeren 1 EL Thymian 1 Zwiebel, geschält 3 ganze Knoblauchzehen, geschält Pfeffer aus der Mühle 1 Schuss Zitronensaft

Zutaten für die Sauce 1 Zwiebel, geschält 5 kleine gesalzene Kapern 2 Karotten, geschält 10 Essiggurkerl 60 g Butter 60 g Mehl 1 Schuss Essig 1 Knoblauchzehe, gehackt je 1 Becher Obers und Sauerrahm 1 Lorbeerblatt Salz und Pfeffer 1 kleines Thymiansträußchen, frisch gehackt 1 Hauch Majoran 1 Prise Zucker 1 Schuss Zitronensaft geriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone 1 EL Sardellenpaste

ZUBEREITUNG

Schritt 1: Die Innereien waschen, die Lunge evtl. mit der Messerspitze leicht anstechen, damit der Sud besser eindringen kann. Wurzelwerk putzen, waschen und in Stücke schneiden.

Schritt 2: In einem großen Topf Öl heiß werden lassen, das Wurzelwerk kurz darin anbraten und mit 2,5–3 l Wasser aufgießen und salzen. Lorbeer blatt, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Thymian, ganze Zwiebel, ganze Knob lauchzehen, Lunge und Herz zufügen und bei schwacher Hitze köcheln las sen.

Schritt 3: Nach ca. 25 Minuten die Lunge (Beuschel) aus dem Wasser nehmen und kurz in kaltes Wasser legen. Das Herz noch weitere 15 Mi nuten kochen lassen. Danach auch das Herz herausnehmen und über Wasser auskühlen lassen, den Sud für die Sauce aufbewahren.

Schritt 4: Herz und Lunge in feine Streifen schneiden. Mit Salz, Pfef

fer und Zitronensaft vermengen und beiseite stellen. (Hier macht sich die Arbeit des Kleinschneidens bezahlt, weil’s dann besser schmeckt!)

Schritt 5: Für die Sauce den Kochsud vom Beuschel und vom Herz abseihen und bei reduzierter Hitze köcheln las sen. Die Zwiebeln, Kapern, Karotten und Essiggurkerl sehr fein hacken. Die Butter erhitzen, das Mehl da rin braun rösten, das Feingehackte beigeben, etwas mitrösten und mit dem ganzen Sud aufgießen. Mit ei ner Schneerute glatt rühren, dann ca. 30 Minuten zu einer molligen Sauce verkochen. Herz- und Lungenstrei fen, Essig, Knoblauchzehe, Obers und Sauerrahm dazugeben. Lorbeerblatt dazugeben, mit Salz und Pfeffer ab schmecken, Thymiansträußchen, ei nen Hauch Majoran, 1 Prise Zucker, einen Schuss Zitronensaft, geriebene Zitronenschale und Sardellenpaste beimengen, danach 20 Minuten lang heiß ziehen lassen.

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Der Innenhof von Schloss Schrattenthal wird von der wunderschönen gotischen Kirche und dem barocken Schloss dominiert.

SCHLOSS SCHRATTENTHAL

Volles Leben in alten Gemäuern im Weinviertel

Familie Schubert hat sich den Erhalt der historischen Gebäude des Schlosses Schrattenthal zur Lebensaufgabe für mehrere Generationen gemacht. Der mittelalterliche Rundturm, die gotische Kirche, das Press haus sowie das Maschinenhaus und der Schüttkasten aus der Barockzeit, die steinerne Brücke über den ehemaligen Wassergraben und last, but not least die altehrwürdigen Bäume im Park bilden das romantische Ensemble von Schloss Schrattenthal, das von der jungen Hausherrin Andrea Schubert sachte in die Zukunft geführt wird.

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Mutter und Tochter managen das Schloss gemeinsam. Fotos: © www.josephgasteiger.com; Schloss Schrattenthal, privat

In den großen Salons können elegante Feste gefeiert werden.

SCHLOSS SCHRATTENTHAL VOLLES LEBEN IN ALTEN GEMÄUERN

Im Herzen des Weinviertels, da, wo sich riesengroße Felder über die hügelige Landschaft legen, findet man eine der kleinsten Städte Österreichs: Schrattenthal. Nur um die 300 Einwohner/innen leben hier, und dennoch ist die Ortschaft gut besucht, bildet doch das zauberhafte Schloss seit vielen Jahrhunderten einen Anziehungspunkt für Jung und Alt.

Gegen Ende des 11. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt, stand hier ein hölzern er Turm am Rittsteig in Schrattenthal als Teil einer Kette von Befestigungsanlagen an der Grenze zu Böhmen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage je nach Bedarf und Verwendung in diversen Stilen verändert oder erweitert. Wer heute durch das Schlosstor tritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Unter einer Schatten spendenden Linde nehmen wir Platz und laus chen den Geschichten der Familie Schubert, die hier bere its in vierter Generation zu Hause ist.

Steile Stiegen führen hinauf auf das Niveau der his torischen Befestigungsmauer, von wo aus man einen wun derschönen Blick in den Schlosshof und in den Rosen garten, den Burggarten, die Fassade des Barocktrakts

sowie auf die Rückseite der gotischen Kirche und deren original gedecktes Dach hat. Idyllisch, harmonisch und eindrucksvoll, was von hier aus zu sehen ist. Die Ur großeltern der heutigen Hausherrin kauften das Schloss im Jahr 1931, und in dritter Generation war es dann Karlheinz, Andrea Schuberts Vater, der die alten Gemäuer übernahm. „Wir haben hier 36 Jahre lang restauriert und hatten das Glück, dass bei mir Leidenschaft und Interesse für alte Gemäuer eine Symbiose eingegangen sind“, er zählt Karlheinz’ Ehefrau Brigitte Schubert lachend. Die geborene Mostviertlerin hatte Hochbau studiert, bevor die Begeisterung für Kunstgeschichte ihre Lebensaufgabe in Schrattenthal erleichterte. „Während andere spannende Krimis verschlingen, habe ich mich in die Techniken der Restaurierung eingelesen.“ Putzstrukturen, Steinbear

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beitung oder das Freilegen von antiken Fresken waren nur einige der Themen, die sie im Laufe der Jahre gut brauchen konnte.

Zwei Männer, die jahrein, jahraus hier angestellt sind, und zusätzlich auch Dachdecker, Installateure sowie Elektriker sind hier zugange, um alles zu schaffen, was Schrattenthal so braucht. Denn neben den erhalten den und in den Originalzustand zurückführenden Ar beiten am Schloss ist auch noch eine Landwirtschaft zu bewerkstelligen. Da, wo in alten Zeiten Fischteiche angelegt waren, sind es jetzt Felder mit Weizen, Son nenblumen, Mais, Soja oder Zuckerrüben, die besät, gepflegt und abgeerntet werden wollen. Auch Laven del wird hier seit Kurzem kultiviert. „Ab dem näch sten Jahr werden wir zur Blütezeit ein Lavendelfest ausrichten“, freut sich Andrea Schubert.

Sowohl die Vermarktung als auch das Marketing sind wichtige Aufgaben der jungen Unternehmerin, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Matthäus und neben den beiden kleinen Töchtern umsetzt. Wun derbar renovierte Wohnungen, eine schick möblierte Suite, darüber hinaus auch noch zahlreiche Hochzei ten, Geburtstags- oder Firmenfeiern, Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Filmdrehs wollen gemanagt werden. All das wie auch die von Brigitte Schubert persönlich geführten Rundgänge tragen dazu bei, das altehrwürdige Schloss mit Leben zu erfüllen.

Die dem heiligen Martin geweihte schlosseigene Kirche bildet das Herzstück der Anlage. Die originalen Steinquader am Boden, der hohe Kirchenraum, das Kreuzrippengewölbe und die wunderschönen Fenster bestechen durch ihre Klarheit. Oben auf der Empo re thront eine Orgel. Diese stand zuletzt im Kloster der Serviten in Wien, bevor Brigitte Schubert durch Zufall in einer Zeitungsannonce auf sie aufmerksam wurde, sie schlussendlich erwarb und restaurieren ließ. Das prachtvolle Instrument stammt von Johann M. Kauffmann, ebenjenem österreichischen Orgelbauer, der auch die Riesenorgel im Stephansdom gebaut hat.

Die Geschichte hat Schloss Schrattenthal zugesetzt. Wechselnde Besitzer wie auch wechselnde Moden in Architektur, Gestaltung und Nutzung haben ihre Spuren hinterlassen. Manches, wie beispielsweise der Zeus-Zyklus als Türsturz in einem der großen Salons, war lange Zeit nicht sichtbar gewesen, anderes musste ergänzt werden. Als nämlich das Schloss, das am Ende des Zweiten Weltkrieges eineinhalb Jahre lang als russisches Lazarett verwendet wurde, wieder frei war, mussten die Schuberts vom Nullpunkt beginnen. „Es war glücklicherweise nicht devastiert, aber an vielen Stellen kaputt und leer“, erzählt Brigitte Schubert.

Erst ab den 1980er-Jahren legten sie und ihr Mann Hand an. Sie suchten und fanden alte Materialien, von Parkettböden bis zu Dachziegeln, von Mauerteilen bis zu Möbeln, um Schloss Schrattenthal mit Umsicht zu

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Im Zuge der Renovierungsarbeiten kamen jede Menge Fresken zum Vorschein.

restaurieren. Etliche Arbeiten waren auszuführen: In der Vorburg musste das bis zum Jahr 1918 als Pfarr hof verwendete Gebäude generalsaniert werden. Bei dem gegenüberliegenden heutigen Maschinenhaus, das landwirtschaftlichen Geräten als Unterstand dient, kamen während des Restaurierens gotische Schlitzfen ster, aber auch Interventionen aus der Renaissance zeit und dem Barock zum Vorschein. „Wir haben uns damals sehr intensiv mit dem Bundesdenkmalamt ausgetauscht, um die richtigen Entscheidungen zu treffen“, erklärt Brigitte Schubert. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn es sind sämtliche Epo chen erkennbar, und das unter Rücksichtnahme auf den Ensembleschutz.

Unweit von diesem Gebäude befindet sich auch der Schüttkasten, dessen großer Raum sich dank offenem, hohem Dachstuhl gut für Events aller Art eignet. Erst kürzlich organisierte einer der Mieter, der Bildhauer Michael Kos, ebendort unter dem Titel „Weltschmerz reloaded“ eine Ausstellung im Gedenken an den spätromantischen Schriftsteller Nikolaus Lenau, der Schloss Schrattenthal vor genau 200 Jahren mit sei nem Besuch beehrt hatte. Das gemütliche Presshaus und der zweistöckige runde Turm vervollständigen den Burgvorhof. Letzterer war ursprünglich noch viel höher, doch dank seiner Aussichtsplattform und dem noch erkennbaren Verlies im Untergeschoß ist er einer der Attraktionen für die Besucherinnen und Besucher von Schrattenthal.

Details wurden liebevoll restauriert.

Die einstmalige Zugbrücke, deren mittelalterlicher steinerner Belag freigelegt und nachgepflastert wurde, wird von zwei Heiligenfiguren beschützt. Es sind Jo hannes und Nepomuk, die da hoch über dem einstigen Wassergraben wachen. Im Schlosshof selbst springen die gotische Kirche und ein kleiner Pavillon ins Auge.

Die romantisch überwachsene, fast 950 Meter lange Befestigungsmauer, das historische Steintor, das den Blick hinaus in den Lavendelhain, den Kirschgarten und auf die Felder lenkt, aber auch die üppigen Blu men, die in Beeten und Töpfen zwischen Baumriesen sprießen, machen den Charme des Hofes aus. Die Handschrift der studierten Landschaftsarchitektin An drea Schubert ist überall zu erkennen. Im Hof stehend entdecken wir auch noch den alten Wehrgang, der in schwindelnder Höhe vom Schloss in die Kirche führt.

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Der älteste Bauteil des Schlosses ist der Rundturm, der bereits im 15. Jahrhundert für Gerichtsbarkeit und als Gefängnis diente.

Die gotische Kirche ist dem hl. Martin geweiht und wird für Hochzeiten genützt.

In alten Zeiten konnten in Gefahr geratene Schlossbe wohner/innen diesen zur Flucht nutzen und aus eini gen bis heute sichtbaren Löchern heißes Pech auf die Angreifer hinunterschütten.

Wenn in den großen Salons des Schlosses, im Schüttkasten oder im Hof gefeiert wird, dann kommt all das aufwendige Restaurieren so richtig zur Gel tung. Dann erst sieht man die ehrwürdigen Wappen der Besitzerfamilien Eitzinger, Strozzi oder Putz von Adlersthurm, dann erst entdeckt man die 15.000 m² altgedeckten Dachflächen, die sorgfältig gepflasterten Wege, die vorsichtig erhaltenen Befestigungsmauern und viele andere schöne Details, die Andrea Schubert gemeinsam mit ihrer ganzen Familie für kommende Generationen erhalten will.

INFOBOX

SCHLOSS SCHRATTENTHAL

Schrattenthal 1 A-2073 Schrattenthal/NÖ

Bitte beachten Sie: Schloss Schrattenthal befindet sich in Privatbesitz und steht nur für vereinbarte Führungen und Veranstaltungen zur Verfügung.

Tel.: +43 699 10288072 info@schloss-schrattenthal.at

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Die Flut an Zimmern steht feierfreudigen Gästen zur Verfügung.

Universitätsplatz 8 • Alter Markt 10a 5020 Salzburg • +43 662 84 21 50 salzburg@uhrenkruzik.at • www.juwelier-kruzik.at

GESUCHT

Über die letzten Jahre hat sich am Schlössermarkt einiges getan. In der Covid-Hochsaison stand er wie alles kurz still, und noch heute will so mancher Schlossbesitzer seine weitläufige Liegenschaft aufgrund der globalen Umbrüche lieber behalten und sich selbst daran erfreuen. Dennoch bieten sich immer wie der Chancen auf einmalige Objekte für diejenigen, die Österreich mehr denn je lieben und schätzen gelernt haben.

Ein solches unvergleichliches Objekt ist zwei felsohne das am südlichen Wiener Stadtrand gelegene und sockelsanierte Schloss Leo poldsdorf. Es liegt eingebettet in einem über 5 Hektar großen Park und bietet auf ca. 2.200 m² Wohnnutzfläche das Potenzial für großzügiges Wohnen, einen repräsentativen Firmensitz oder eben eine Kom bination aus beidem. Der neue Schlossherr stünde in einer Reihe mit namhaften Schlossherren wie dem Min nesänger Tannhäuser im 13. Jh., Erzherzog Ferdinands Kammerprokurator Marcus von Beck und Erzherzog Karl, dem Sieger der Schlacht bei Aspern (1809) im Krieg gegen Napoleon.

Durch eine ca. 300 m lange Allee gelangt man zur vier flügeligen Schlossanlage samt Turm. Als imposante Empfangshalle dient heute der überdachte, ca. 200 m² große Innenhof, der auch einen idealen Rahmen für schöne Veranstaltungen bietet. Hinzu kommen eine

Catering-Küche sowie verschiedene multifunktionale Räumlichkeiten. Ein Indoor-Pool mit Wellnessbereich sowie davor im Park ein Outdoor-Pool sind ebenso vorhanden. Der 1. Stock steht ganz in der Tradition einer klassischen Beletage mit einer prächtigen Enfilade von diversen Salons bis hin zur eigenen Hauskapelle. Aber auch eine gemütliche Küche und Bäder finden

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Außenansicht Schloss Leopoldsdorf bei Wien Überdachter Innenhof Schloss Leopoldsdorf bei Wien SCHLOSSHERR

sich hier zum privaten Wohnen. Die 2. und 3. Etage sowie die Etage im Turm sind großteils ebenfalls mit dem Lift barrierefrei zu erreichen. Hier befinden sich zwei Gäste- oder Personalapartments sowie Büroräum lichkeiten mit entsprechender Infrastruktur, die auch zu anderen Zwecken leicht adaptiert werden könnten. Im prächtigen Park laden u. a. ein schöner Barockbrunnen, eine voll ausgestattete Sommerküche und ein ca. 80 m² großer historischer Weinkeller mit Verkostungsraum zum Verweilen ein. Das Schlossareal verfügt weiters über ca. 60 Parkplätze und ein Wirtschaftsgebäude mit ca. 160 m². Das ehemalige Pförtnerhaus wurde als wei tere Wohneinheit mit ca. 71 m² adaptiert. Der Kauf preis beläuft sich auf 25 Mio. Euro.

Ein charakterlich ganz anderes, aber ebenso einzigarti ges Objekt am Markt ist Schloss Friedstein in der Ober steiermark. Majestätisch thront es über dem Ennstal und besticht vor allem durch seine sonnige Lage und den atemberaubenden Ausblick auf die umgebende Bergkulisse. In den 1620er-Jahren wurde es von Hans Friedrich von Stainach als Renaissanceschloss noch mit durch Zinnen bewehrten Mauern errichtet, die jedoch im Laufe der Jahrhunderte beim Wandel zum reinen Wohnschloss, welches es bis zum heutigen Tage ist, ab getragen wurden. Im 18. Jahrhundert errichtete man eine private Barockkapelle mit Herrschaftsempore so wie einen Kalvarienberg im Schlosspark. In der Chronik finden sich als Eigentümer u. a. die Grafen Saurau und Sprinzenstein, das Fürstenhaus Wrede und zuletzt jenes von Hohenlohe-Schillingsfürst. Von diesen erwarben die heutigen Eigentümer das Schloss im Jahr 1995 und unterzogen es schrittweise einer soliden Sanierung. So

wurden u. a. die Leitungen erneuert, die Bausubstanz im Erdgeschoss und im Keller gegen das anliegende Erdreich isoliert und jüngst auch das Dach neu gedeckt.

Unmittelbar zum Schloss gehören 15 Hektar Grund. Das Schloss selbst bietet auf drei Etagen gut 1.500 m² Wohnfläche. Durch ein schönes, von Säulen gerahmtes Marmorportal betritt man die großzügige Eingangshal le, um die herum die diversen Räume platziert sind –eine Grundanordnung, die sich in allen drei Etagen wie derholt, welche durch drei Stiegenhäuser untereinander verbunden sind. Eines hiervon könnte mit einem Lift ausgestattet werden und somit Barrierefreiheit schaf fen. Das 1. Obergeschoss ist ganz dem Wohnen und Repräsentieren gewidmet und besticht ebenso wie das gesamte Schloss durch seine vielen originalen Ausstat tungsdetails wie Parkettböden, Stuck- und Holzdecken oder Kachelöfen. Im 2. Obergeschoss befinden sich ne ben der stockwerksweisen zentralen Halle bis zu zehn Schlafzimmer und drei Bäder. Ein kleiner, vorgelagerter Wirtschaftshof samt zwei weiteren Wohneinheiten run det das Raumangebot dieser herrschaftlichen Liegen schaft ab. Hervorzuheben ist, dass das gesamte Inven tar sowie Waldanteile im zusätzlichen Ausmaß von ca. 20 Hektar im Kaufpreis von 4,5 Mio. Euro inkludiert sind. Ein herrliches Refugium für Menschen, die viel Raum für eigene Wünsche oder die Großfamilie suchen.

In der Ausgabe 02/2021 der SCHLOSSSEITEN haben wir Ihnen Schloss Albrechtsberg an der Großen Krems präsentiert, das zum Verkauf stand. Ende letzten Jahres war nach nur 9 Monaten Vermarktungszeitraum mit Prof. Ing. Erich Erber der neue Schlossherr gefunden.

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Außenansicht Schloss Friedstein in der Obersteiermark im Ennstal
©
Real Estate
Fotos:
Hendrich

Noch vor der Übergabe begann er bereits mit Instand setzungsarbeiten am Südturm in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt. In Krems setzt Ing. Erber gerade gemeinsam mit seiner SAN Group mit der Sa nierung des Förthofes ein prestigeträchtiges Projekt um. Durch Sanierung und Zubau entstehen dort ein eigenes Weingut mit Restaurantbetrieb sowie ein angeschlos senes Hotel samt Seminarzentrum mit 60 Zimmern. Das Schloss soll zukünftig eine belebende Dependance dazu bilden, wofür im Moment die Pläne ausgearbeitet werden. Die Nähe zu Krems und das Potenzial der An lage samt Schlosspark überzeugten den neuen Schloss herrn.

Als privates Wohnschloss war die Anlage bisher nicht öffentlich zugänglich, was sich allerdings in Zukunft ändern wird. So findet zum Beispiel im Dezember erst mals ein Adventmarkt im äußeren Bereich sowie auch in einigen Innenräumen des Schlosses statt. INFOBOX

Hendrich Real Estate GmbH

Mag.a Evelyn Hendrich, MSc Ruthgasse 21/17, 1190 Wien e.hendrich@hendrichrealestate.com +43 1 9346574-200

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NOUS
VON
EPIZENTRUM
ENTRE
WIEN IST NUN UM EINEN MEMBERCLUB REICHER. JOHANNES KATTUS IST ALS GRÜNDER
„AM HOF 8“ NEUES
DER STADT.
Text: Beatrice Tourou

Fest steht: Die Wiener/innen sind gerne unter sich. Deshalb ist es vielleicht auch jetzt an der Zeit, an englische Traditionen anzuknüpfen und einen zeit gemäßen Memberclub zu eröffnen. Johannes Kattus aus der gleichnamigen Sekt-Dynastie hat sich mit seinem Vor zeigeprojekt „Am Hof 8“ dieses Vorhabens angenommen und erweitert das sehr überschaubare Sortiment am Wiener Markt. Neben dem Rennverein im Palais Pallavicini und dem Johan niter-Club ist es nur Martin Ho damals mit dem „X“ gelun gen, eine Art Memberfeeling (für seine Zielgruppe) durch den Besitz eines Schlüssels zu erwirken.

Allerdings gibt es bis dato in Wien nichts Vergleichbares wie „Soho House“ oder „5 Hertford Street“, also eine eigene Im mobilie, die nur einem kosmopolitischen und finanzkräftigen Teil der Bevölkerung Zugang gewährt, der auf zeitgemäßem Niveau gehostet werden möchte. Das Haus im Familienbesitz beherbergt nun auf 5 Stockwerken Gastrokultur (von Artner bespielt) nach internationalem Vorbild, designt von Theresa Obermoser, die es geschafft hat, London Flair nach Wien zu holen. Nach einem langen Tag bei der Arbeit (im hauseigenen Shared Working-Space) kann man sich gemütlich zum Dinner im holzgetäfelten Restaurant begeben, ehe man den Abend im hauseigenen Nachtclub ausklingen lässt. Während das Auto in der Garage am Hof 8 wartet, nimmt man sich ein hauseigenes Zimmer. Klingt sympathisch.

GESCHICHTSTRÄCHTIG

Das heutige Gebäude stammt in seinem Kern aus dem frühen 16. Jahrhundert und wurde 1508 erbaut. Damals noch als das “hohe” Haus bekannt, ist es heute das “schmale” Haus und - jetzt eben Memberclub.

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Johannes Kattus

Der Spross der 160-jährigen Dynastie hat letztes Jahr das Zepter der Firma überreicht bekommen und knüpft an das innovative Handeln seiner Eltern an, die u. a. den Kattus Frizzante eingeführt haben. Mit seinem Memberclub „Am Hof 8“ will er in der Gastro neue Maßstäbe setzen und kultiviert das Unter-sich-Sein.

SCHLOSSSEITEN: Wie bist du auf die Idee gekommen, in Wien einen Memberclub ins Leben zu rufen?

Johannes Kattus: Ich habe meine Ausbildung in London absolviert und dort die hiesigen Memberclubs wie „Soho House“, „Annabel’s“ und „5 Hertford Street“ kennengelernt. Das Konzept hat mich natürlich sofort begeistert, somit wollte ich es nach Wien holen – weil ich eben der Meinung bin, dass Wien als Weltstadt genauso gut einen zeitgemäßen Club vertragen kann. Meiner Familie gehört das Haus Am Hof 8, wo BCG [Boston Consulting Group, Anm. d. Red.] lange Zeit Mieter waren. Ich hatte immer schon diese Immo bilie im Auge und wollte genau dort den Club etablieren. Als BCG dann aus Platzgründen ausgezogen ist, habe ich meine Chance genutzt und meinen Eltern meinen Plan vorgestellt. Waren deine Eltern auch gleich davon überzeugt?

Eigentlich schon, da ich ihnen mein Vorhaben ganz sachlich gepitcht habe. Meine Eltern denken da natürlich auch wirt schaftlich und ich muss hier wie jeder andere Miete bezahlen, und zwar marktangepasst. Wir haben das gesamte Haus vom Keller bis zur Dachterrasse erneuert und umgebaut. Als die Idee damals geboren wurde, gab es noch kein Corona, keinen Ukraine-Krieg, keine Energiekrise und keinen Personaleng pass. All das hat natürlich in mein Vorhaben hineingewirkt. Wir haben es aber trotzdem geschafft, den Memberclub im Herbst dieses Jahres mit einem Soft Opening zu feiern. Ei nige Möbel kamen etwas verspätet an und die Personalsuche war natürlich den Umständen entsprechend langwierig –aber wir haben es geschafft.

Wie viele Mitglieder hat der Club zurzeit?

Als die Idee geboren wurde, konnte ich bereits die ersten Founding Members gewinnen. Zum Soft Launch durften wir schon 400 Mitglieder verzeichnen und wir nehmen lau fend neue Mitglieder auf. Das Ziel sind 1000 Mitglieder, mehr verträgt das Haus wahrscheinlich nicht. Das Projekt war deshalb auch schwierig vorauszusagen, weil es in Wien nichts Vergleichbares gibt. Wir wussten nicht, wie es ange nommen werden würde und wie oft der Club dann auch

tatsächlich besucht werden würde. Wir haben sehr viele Mit glieder, die in mehreren Ländern wohnen und nur wochenoder tageweise in Wien sind. Trotzdem braucht dieses Haus aber einen gewissen Buzz, also eine gewisse Stimmung, um zu funktionieren. Hier die richtige Balance zu finden, wird erst durch die Erfahrung möglich werden. Wir wollen aber mehr sein als nur ein Gastrokonzept mit Co-Working-Space. Wir möchten hier schon Inhalt bieten. Dafür wird es Even treihen geben, bei denen wir die Leute auch untereinander verknüpfen möchten. Wir planen interessante Vorträge und Industrie-Insights.

Was kostet der Club und was bekommt man dafür?

Die Einschreibegebühr liegt bei 3.500 Euro und der Mit gliedsbeitrag bei 150 Euro monatlich. Dafür hat man unein geschränkten Zugang zu dem Haus an sich, dem Co-Wor king-Space samt Meeting-Räumen, der Dachterrasse und dem Nachtclub. Man kann alle Räume übrigens auch privat mieten. Jedes Mitglied erhält eine Karte und „checkt“ beim Eingang an der Rezeption ein. Ab dann soll man sich wie zu Hause fühlen und das Handy in der Tasche lassen. Wir sind hier sehr auf Privatsphäre bedacht. Pre-Opening war die Joi ning Fee bei 2.000 Euro und je nach Lebenslage gibt es auch gestaffelte Preise. Vergünstigungen gibt es für Mitglieder un ter 30, Non-Residents und auch für Ehepaare. Da setzt man bei 75 Euro im Monat an.

Mit nur 5 Hotelzimmern ist das ja kein richtiger Hotelbetrieb, sondern eher ein Service, richtig?

Gedacht sind die Zimmer für Mitglieder, deren Freunde oder Familie gerade in der Stadt sind und die man nicht bei sich zu Hause unterbringen kann oder möchte, bei denen es aber unpassend wäre, sie in ein anonymes Hotel zu schicken. Da klingt es doch gleich viel besser, wenn man sie in „seinem Club“ versorgt. Außerdem arbeiten wir daran, Partnerclubs zu gewinnen. Damit kann man international die Zimmer kontingente nutzen. Pro Nacht werden wir irgendwo zwi schen 250 und 300 Euro zu liegen kommen.

Wie wächst der Club?

Wir hatten das Glück, auch ohne Marketing oder Invest ment schon sehr früh auf die kritische Anzahl an Mitgliedern zu kommen. Am Anfang ist die Auslastung natürlich höher, weil viele – jedes Mitglied darf 3 Freunde mitbringen – auch neue potenzielle Mitglieder mitnehmen, um den Club her zuzeigen. Wir wollen mal beobachten, wie sich das in den nächsten Monaten entwickelt.

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INTERVIEW

Die kosmopolitische Interior-Designerin, ursprünglich aus Kitzbühel stammend, hat sich der Ausgestaltung des Memberclubs „Am Hof 8“ angenommen. Aufgabenstellung war London Flair.

Die junge Tirolerin begeistert nicht nur mit einem in ternationalen Portfolio und mit ihrer Souveränität, sondern auch mit viel Esprit und Zugänglichkeit. Wir trafen die Interior-Designerin zu einem Gespräch im neuen Memberclub „Am Hof 8“.

SCHLOSSSEITEN: Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Johannes Kattus ergeben?

Theresa Obermoser: Als ich mich als Interior-Designerin selbstständig gemacht habe, hat mir Johannes sofort dieses traumhafte Projekt anvertraut. Da ich ja selbst in London und Wien wohne, wusste Johannes gleich, dass ich mich da ganz in seine Vorstellungen reinfühlen kann. Immerhin gehe ich selbst regelmäßig in den besagten Memberclubs in London ein und aus.

Ich sehe hier aber mehr Ähnlichkeit zu „5 Hertford Street“ als zu „Soho House“ ... Ja, absolut. „Am Hof 8“ ist eine Mischung. Die Fläche und die denkmalgeschützten Eigenschaften der Bausubstanz ha ben ja nicht sehr viel Spielraum zugelassen, was Spas und Pools angeht, also haben wir eine Mischung aus den Clubs realisiert, die wir persönlich toll finden. Da ist „5 Hertford Street“ natürlich ebenfalls dabei. Auch was die Einrichtung angeht, sollte es zwar gediegene Wohnzimmeratmosphäre, aber auch zeitgenössisch sein – nicht allzu klassisch, eher mit einem Augenzwinkern.

Was waren die Herausforderungen bei dem Umbau?

Zum einen eben, dass wir hier auch strenge Denkmalaufla gen hatten, die wir einarbeiten mussten. Dann war das aber auch von Vorteil, weil wir die wunderschöne Holztäfelung in unserem Restaurant wundervoll integrieren konnten. Selbstverständlich mussten wir das Haus kernsanieren, also Boden raus, Leitungen neu. Da hat Corona natürlich nicht geholfen. Bis heute fehlen noch ein paar wenige Möbelstü cke, aber es ist eigentlich so weit alles fertig. Du kommst ja selbst aus einer Gastro-Familie. War das Projekt deshalb einfacher?

Ich bin in einem Hotel in Kitzbühel (Hotel Tiefenbrunner, Anm. d. Red.) groß geworden, da entwickelt man natürlich

ein Gespür dafür, was ein Haus braucht, um gastfreundlich zu sein. Ich habe das sozusagen in meiner DNA. Atmosphä re zu erzeugen beginnt nicht mit einer Duftkerze, sondern muss gekonnt inszeniert werden. Zum einen spielt Licht eine große Rolle, zum anderen die Textur von Stoffen. Unse re Stoffe mussten auch noch feuerfest sein – wir hatten auch große Abnahmemengen –, was natürlich in den CoronaLieferketten auch nicht ganz unkompliziert war. Außerdem muss man bei solch einem Projekt darauf achten, wie ab riebfest und strapazierfähig die Materialien sind. Da hier der Fokus auf der Gastro liegt, haben wir auf drei Ebe nen großzügige Bars eingerichtet, eine Showküche, einen Stammtisch, wie man ihn auch von den Hütten in Kitzbü hel kennt, und eine tolle Dachterrasse mit Pergola-Liegen, wo man zu Mittag etwas Sonne genießen kann, wenn man in der Stadt arbeitet. Aber auch hier haben die Auflagen meine Arbeit definiert: Da die Terrasse nur bis 20 Uhr geöffnet sein darf, habe ich mich hierbei an den Tagesge brauch gehalten und gar nicht erst über eine abendliche Nutzung nachgedacht. Die Dinge haben sich von selbst gut ergeben, und das erste Gästefeedback haben wir schon: Sie fühlen sich zu Hause – und genau darauf kommt es an.

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Fotos: © Allan Stone Portfolio-Beispiele: Hotel Tiefenbrunner (Bild oben) | Wohnung in London: TO lädt die Gemütlichkeit ins Haus ein. (Bild unten)
osterfestspiele.at DESIGN OFF OFFICE  FOTO ERLI GRÜNZWEIL ANDRIS NELSONS Gewandhausorchester 1. 10.4.2023 Tannhäuser RICHARD WAGNER Musikalische Leitung ANDRIS NELSONS Inszenierung, Bühne, Kostüme, Licht ROMEO CASTELLUCCI mit ELĪNA GARANČA, CHRISTIAN GERHAHER, JONAS KAUFMANN, MARLIS PETERSEN, GEORG ZEPPENFELD Leitung Orchester- und Chorkonzerte ANDRIS NELSONS mit JULIA KLEITER, CHRISTIAN GERHAHER, GAUTIER CAPUÇON Chor des Bayerischen Rundfunks Kammerkonzerte und Late Night Concert EMANUEL GAT Träume Uraufführung WESTBAM MEETS WAGNER 23

EIN JUWEL IN KÜHTAIS BESTER LAGE

Hotel und Appartementhaus mitten in den Tiroler Bergen, direkt an der Piste. Mit dem Lift vor der Tür.

Das „Jagdschloss Resort“ begrüßt aktive und anspruchsvolle Gäste auf einer Seehöhe von 2020 m.

Das habsburgische Jagdschloss ist ein architektonisch einmaliges Hotel. Mit feinem Restaurant (à la carte und Halbpension), Schlossbar, Chill-Zonen, Saunen und Dampfbädern sowie Sonnenterrasse. Entspannter Luxus für Genießer.

FERIENWOHNUNGEN FÜR ANSPRUCHSVOLLE

Das 3-Seenhaus Kühtai – vom Jagdschloss nur 100 m entfernt – ist ein luxuriöses und modernes Apparte menthaus. Ein besonders nachhaltiger Holzbau mit innovativen und gemütlichen Design-Appartements. Die Gäste im 3-Seenhaus nutzen die kulinarischen Angebote des Jagdschlosses oder verpflegen sich selbst.

Das Jagdschloss Resort liegt direkt an der Skipiste, eingebettet in 18 ha Weidegrund, mit einem atembe raubenden Bergblick. Ski-in und Ski-out für alle Gäste.

Für Genießer/innen, Sportbegeisterte, Schnee- und Wanderliebhaber/innen, Architektur-Fans und Tradi tionsbewusste. Sehnsuchtsort und Lieblingsplatz mit ten in den Tiroler Bergen.

EIN TIROLER WOHNTRAUM –DER KÜHTAIER HOF

Die elegante Dependance des Jagdschlosses

Direkt neben dem Jagdschloss finden Sie den Kühtai er Hof. Einst das private Domizil von Graf Carl zu Stolberg-Stolberg, beherbergt der Kühtaier Hof heute drei Zimmer, das Zirben-Studio und die Hofsuite im eleganten Tiroler Stil. Es sind nur ein paar Schritte bis zum Eingang des Jagdschlosses.

INFOBOX

Jagdschloss Resort

Kühtai 1, 6183 Kühtai

Direktion: Vinzenz Triendl | +43 5239 5201 direktion@jagdschloss-resort.at www.jagdschloss-resort.at

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Kühtai
Foto:
© Jagdschloss Resort

5-STERNE-REFUGIUM & SEHNSUCHTSORT

Einmalige Panoramablicke und exklusive Erholung erwarten den Gast im IMLAU ER Hotel Schloss Pichlarn. Die Zim mer und Suiten bieten hochwertigstes Interieur, feinste Materialien und Panoramablicke auf die Bergwelt. Kulinarisch verwöhnt man mit ös terreichisch-mediterranen Spezialitäten, gepaart mit herzlichem Service und gemütlichem Ambiente. Ab gerundet werden die Köstlichkeiten aus der Küche mit feinsten Tropfen aus dem Weinkeller, Wasser aus der hauseigenen Quelle und Eiern der eigenen Frei landhühner. Am 68 Hektar großen Resortgelände spa ziert man durch eine unberührte Winterlandschaft, bestaunt den Hausberg Grimming und entdeckt den eigenen Wald. Im Umkreis befinden sich zusätzlich Skigebiete und Langlaufloipen. Nach dem Wintertag heißt es eintauchen und entspannen in der hausei genen Wellnessoase, ab in die Saunen und zur wohl tuenden Massage.

ELDORADO FÜR OLDTIMER-FANS

Hier treffen sich Autofreunde aller Herren Länder. So machen auch die berühmte Ennstal-Classic und ihr winterliches Pendant, die Planai-Classic, Station in Pichlarn. Findet man hier doch alles, was das Herz der

Autoliebhaber/innen begehrt: überdachte Stellplätze, edles Ambiente und eine Naturkulisse, die ihresglei chen sucht.

INFOBOX

IMLAUER Hotel Schloss Pichlarn

Zur Linde 1, 8943 Aigen im Ennstal reservation@schlosspichlarn.at +43 3682 24440 www.schlosspichlarn.at

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PAUL FLORA

Bereits im Jahr 1962 fand die erste Einzelausstellung mit Arbeiten des Künstlers in der Galerie Welz statt. Zum 100. Geburtstag Paul Floras widmet die Galerie dem Künstler eine Ausstellung mit dessen Zeichnungen und Druckgrafiken.

Floras Frühwerk wurde stark von Alfred Kubin (1877–1959) geprägt, mit dem ihn eine künstlerisch fruchtbare Freundschaft bis zu Kubins Tod verband. Noch vor 1950 brach er radikal mit der dichten Schraffur und wandte sich der feinen, zarten Zeichnung zu. Konsequent entwickelte Flora eine unverkennbare Strichtechnik. Die ironischsarkastischen Zeichnungen des Grafikers, Karikaturisten und Illustrators fanden internationale Anerkennung.

Paul Flora nimmt den Betrachter mit auf eine spannende Reise durch eine fantasievolle und facettenreiche Bild welt. Magische und geheimnisvolle Landschaften sowie mysteriöse Gestalten zählen ebenso zum motivischen Repertoire des Künstlers wie schwarze Raben oder skur rile menschliche Figuren, die die humorvolle Seite in seinem Schaffen unterstreichen. Die in Tuschfeder oder

Bleistift ausgeführten Zeichnungen bestechen durch eine präzise Strichführung, die seinen Arbeiten ihre besondere Ausdruckskraft verleihen.

INFOBOX

Vernissage

Dienstag, 22. November 2022, 17–20 Uhr Ausstellungsdauer 23. November 2022 bis 7. Jänner 2023

Galerie Welz

Sigmund-Haffner-Gasse 16 5020 Salzburg

T: +43 662 841771-0

F: +43 662 841771-20

M: office@galerie-welz.at www.galerie-welz.at

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109 SCHLOSSSEITEN PAULFLORA 23. 11. 2022 - 7. 1. 2023 GALERIE WELZ SALZBURG

RUHET SANFT –AUF SALZBURGS FRIEDHÖFEN

„Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein.“

Nichts ist sicherer als der Tod und damit verbunden die Problematik der Frage: Wohin mit den Verstorbenen? Dazu gibt und gab es viele Ideen. So legten einige indianische Stämme ihre Toten auf Bäumen ab; diese sollten dem Himmel näher sein – und für Vögel erreichbar. Eine weitere ökologische Bestattungsform ist die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen, zum Beispiel in Indien, Nepal und Burma. Dass dort bis ins Heute nebst dem männlichen Toten auch dessen Witwe mitverbrannt wird, hat religiöse, dynastische und wirtschaftliche Gründe.

Text: Mag.a Eva von Schilgen

Große und bedeutende Männer (vereinzelt auch Frauen) wurden und werden in großen und bedeutenden Bauwerken wie zum Beispiel den Pyramiden oder dem Kreml bestattet. Sehr bescheidene Menschen, die wieder ein „Teil der Natur“ werden wollen, lassen ihre Asche in ökologisch abbaubaren Urnen auf Wiesen vergraben und vergessen dabei, dass diese Asche höchst giftige Schwermetalle enthält. Die Umwandlung der Asche in einen Diamanten ist dagegen eine wahrhaft brillante Idee, denn: „A diamond is forever.“

Wer einen Platz sucht, wo man sich seiner vor Ort er innert, wo sich die Verwandtschaft nach Erbschafts streitigkeiten wieder versöhnt, und wer Floristen auf Jahrzehnte hinweg ein gesichertes Einkommen durch die Grabpflege verschaffen will, der plant seine letzte Ruhestätte in Form eines traditionellen Grabes in ei nem der Friedhöfe Salzburgs. Diese sind zwar Stätten der Besinnung, werden aber immer mehr zu beliebten Ausflugszielen der Städter und Touristen. Sie dienen der Erholung, tragen zum Geschichtswissen bei … und ja, sie können auch erheitern.

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Samuel Langhorne Clemens (* 30. November 1835 in Florida, Missouri; † 21. April 1910 in Redding, Connecticut) –besser bekannt unter seinem Pseudonym Mark Twain Foto: © Stadt Salzburg Salzburgs Kommunalfriedhof

DER FRIEDHOF VON ST. PETER

„Froh gelebt, kein Scherz verdorben, - Viel geplagt und nichts erworben, - Viele Freunde, wenig Geld - War sein Loos auf dieser Welt.“

Grabspruch, Friedhof St. Peter, 1870

Er zählt zu den ältesten Begräbnisstätten Europas, eine er ste Anlage lässt sich bereits in der Spätantike nachweisen. Nach der Gründung des Stiftes St. Peter im Jahre 696 ist er zunächst nur den Mönchen der Abtei St. Peter vorbehalten, bis er ab 1139 für alle Salzburger/-innen offen ist. Mit der Eröffnung des Kommunalfriedhofes im Jahr 1879 werden die Bestattungen eingestellt – sehr zum Missfallen von Salzburgs Crème de la Crème, da es unter den Salzburger Patrizierfamilien zum guten Ton gehörte, unter ihresgleichen in Familiengruften bestat tet zu werden. Erst ab 1930 waren Bestattungen wieder möglich, sofern der Touristenstrom dies zuließ. Denn für diese ist der Friedhofsbesuch ein „must“. Einerseits weil so bedeutende Persönlichkeiten wie der Dombau meister Santino Solari, der Komponist Michael Haydn, Mozarts Schwester Maria Anna Freifrau von Berchtold zu Sonnenburg oder der berühmteste „Ochs von Ler chenau“, der Sänger Richard Mayr, hier ruhen, an dererseits weil der Friedhof einer der romantischsten weltweit ist, berühmt für die antiken schmiedeeisernen Grabkreuze. Bekanntestes Fotomotiv sind die 7 Kreuze des Hofsteinmetzes Sebastian Stumpfegger, der dort mit seinen Eltern und 4 Ehefrauen bestattet ist.

Ein beliebtes Malermotiv waren die in den Fels ge hauenen Katakomben, welche den ersten Christen als Versammlungsorte und nicht als Grabstätten dienten. In der Mitte des Friedhofes steht die im Jahr 1485 errich tete spätgotische Margarethenkapelle. An den Kirchen außenwänden sind zahlreiche Grabplatten von Äbten und Adeligen angebracht.

DER SEBASTIANSFRIEDHOF

„PAX VIVIS, REQUIES AETERNA SEPULTIS – Friede den Lebenden, ewige Ruhe den Begrabenen“ (Grabmal des Paracelsus)

Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau gilt als der bedeutendste Bauherr Salzburgs. Um Raum für den neuen Residenzplatz zu schaffen, ordnete er Ende des 16. Jahrhunderts die Auflassung des Friedhofes um den Dom an und beauftragte seinen Hofbaumeister Andrea Berteleto mit dem Bau des Sebastianfriedhofes nach dem Vorbild des im 13. Jahrhundert neben dem Dom von Pisa errichteten Camposanto Monumentale. Bereits zu seinen Lebzeiten ließ der Fürsterzbischof inmitten der hofartigen Anlage mit innen offenem Arkadengang sein prächtiges Mausoleum erbauen, in dem er im Jahr 1617 beigesetzt wurde. Zwischen 1879 und 2014 wurde der Friedhof nicht neu belegt.

Zu den Grabstätten von Leopold Mozart, Vater des Ge nius Loci Wolfgang Amadeus Mozart, zu dessen Gemahlin Constanze und ihrem zweiten Ehemann Georg Nikolaus Nissen pilgern heute Mozartfans aus aller Welt. Hier ruht auch Constanzes Tante Genovefa von Weber, Opernsän gerin, Schauspielerin und Mutter des Komponisten Carl Maria von Weber. Das Grabmal des 1541 in Salzburg verstorbenen berühmten Arztes Theophrastus Bombas tus von Hohenheim, genannt „Paracelsus“, befindet sich seit dem Jahr 1564 im Durchgang zur Sebastiankirche. Er gilt als Pionier der modernen Heilkunde sowie der or ganischen Chemie und ist Namenspatron der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Salzburg.

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Fotos:
© Stadt Salzburg
Friedhof St. Peter Friedhof St. Sebastian/Mozart/Nissen

DER KOMMUNALFRIEDHOF

„… und für jeden kommt der Tag.“ Margot Werner, Sängerin

Er gilt seit seiner Eröffnung im Jahr 1879 als einer der schönsten Friedhöfe Europas und ist mit 22 000 Grab stellen der größte Salzburgs. Jährlich finden hier an die 1500 Begräbnisse statt. Das Hauptportal mit dem wunder baren schmiedeeisernen Tor, die Arkaden und das Mau erwerk sind aus roh behauenen Steinsockeln aus Konglo merat und roten Ziegeln errichtet. Mehr als 1800 teils sehr alte Bäume stehen auf dem 25 Hektar großen Grundstück, zahlreiche Bänke laden zum Verweilen ein. Prachtvoll ist der Ausblick auf die Festung Salzburg, auf den Untersberg, auf Tennen- und Hagengebirge.

Neben Kriegsgräberanlagen, einem niederländischen Sol datenfriedhof, einer halb anonymen Baumhainbestattung und einem anonymen Urnenfeld befinden sich zahlreiche Ehrengräber auf dem Friedhof, darunter jene des Dichters Hermann Bahr (1863–1934), von Salzburgs Gründerzeit baumeister Valentino Ceconi (1827–1888), des Schau spielers und Gründers der Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“ Karlheinz Böhm (1928–2014) oder des letz ten großen Operettenkomponisten Nico Dostal (1895–

1981). Auch der Maler Franz Xaver von Pausinger (1839–1915), Hitlers erfolgreichste Fliegerin Hanna Reitsch (1912–1974) und ihre im Jahr 1945 in Schloss Leopolds kron durch Freitod verschiedenen Eltern, Schwester und Schwager und deren Kinder, der Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße Franz Friedrich Wallack (1887–1966) sowie die Chansonette Margot Werner (1937–2012) ha ben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Der an der Friedhofsmauer gelegene Gasthof „Hölle“ wird gleichermaßen gerne sowohl von Ausflüglern als auch von Trauergesellschaften besucht.

Weitere Salzburger Friedhöfe befinden sich in den Stadtteilen Aigen (dort bereits 1447 erwähnt), in Gnigl (seit 1696), in Maxglan (seit dem 14. Jh.) und in Morzg.

DIE MUSLIMISCHE GRABANLAGE AM KOMMUNALFRIEDHOF

„Fortnehmen wird euch der Engel des Todes, der mit euch be traut ist. Alsdann werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht.“ (Koran, Sure 32,11)

Muslime in Salzburg können auf dem Kommunalfried hof in einer eigenen Abteilung bestattet werden. Die

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Kommunalfriedhof, Friedhofseingang © Stadt Salzburg
Foto:

Grabanlage ist nach Südosten angelegt. Nach dem islamischen Glauben sollte der Leichnam nach der traditionellen dreimaligen Waschung jedoch noch am Todestag oder spätestens am nachfolgenden Tag auf der rechten Körperseite liegend, mit dem Kopf nach Osten, das Gesicht nach Mekka gerichtet, beige setzt werden und an diesem Ort für ewig verbleiben. In Österreich besteht jedoch eine 48-stündige Frist, außerdem ist die Bestattung ohne Sarg und nur in

dem im Islam üblichen Leinentuch verboten. Wer also über die nötigen Mittel verfügt, lässt sich in sei nem Heimatland bestatten. Damit entfallen jedoch so wichtige Trauerrituale wie jene, sich nach 40 Tagen als auch an den Feiertagen wiederum am Grab einzu finden, um aus dem Koran zu lesen.

DER JÜDISCHE FRIEDHOF

„Seitdem der Tod aufgekommen ist, ist man seines Lebens nicht mehr sicher.“ (jüdisches Sprichwort)

An der Stelle des ersten jüdischen Friedhofes aus dem 14. Jahrhundert breitet sich heute der Park des Hotels Schloss Mönchstein aus. Salzburgs Fürsterz bischöfe haben in den folgenden Jahrhunderten dazu beigetragen, dass die Stadt noch vor dem NaziRegime als „judenfrei“ galt. Erst durch die Libera lisierung im 19. Jahrhundert wuchs die jüdische Gemeinde in Salzburg und damit der Wunsch nach einer eigenen Begräbnisstätte. Im Jahr 1893 erwarb schließlich der jüdische Begräbnisverein Chewra Kadischa ein Grundstück in Aigen/Glasenbach mithilfe der Salzburger Landesregierung – allerdings gegen den Willen der Gemeinde, die befürchtete, dass die katholische Bevölkerung sich gestört fühlen könnte.

Nach dem „Anschluss“ im Jahr 1938 beschlagnahm ten die Nationalsozialisten den Friedhof und überga ben ihn an die ehemalige Friedhofswärterin. Diese verkaufte mehr als die Hälfte der Grabsteine und ließ auf dem Gelände ihre Kühe weiden. Die Leichenhalle diente ihr als Schweinestall. Die 1946 gegründete jü dische Kulturgemeinde erhielt von den Amerikanern den Friedhof zurück. Einen wesentlichen finanziellen Beitrag zur Errichtung eines neuen Pförtnerhauses trug der aus den USA stammende Salzburger Kunst mäzen Donald Khan bei. Ihre letzten Ruhestätte ha ben auch der Zukunftsforscher Robert Jungk (1913–1994) und der aus Prag stammende Glasfabrikant und bedeutendste Mitbegründer der Gemeinde Bürmoos, Ignaz Glaser (1853–1916), hier gefunden, ebenso der k. u. k. Hofantiquar Albert Abraham Pollak, der im Jahr 1867 als erster Jude nach mehr als 350 Jahren in Salzburg das Niederlassungsrecht bekam.

Der Friedhof ist nur nach Anmeldung zu besichtigen. Legen Sie als Zeichen, dass der oder die Verstorbene nicht vergessen ist, nach alter jüdischer Sitte einen kleinen Stein auf den Grabstein.

Denn: Wirklich tot sind nur jene, an die sich niemand mehr erinnert.

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Jüdischer Friedhof, Grabdetail
© Hanna Feingold
Jüdischer Friedhof Grabmal Ignaz Glaser (1853–1916)
Fotos:

HANS-PETER PORSCHE TRAUMWERK

NEUE SONDERAUSSTELLUNG

ALLES ZIRKUS!

Zirkus bedeutet Faszination, Erlebnis, spannende, far benprächtige Abenteuer und begeisterte Menschen –das gilt heute noch genauso wie früher.

Zirkus – ein Ort des Staunens, der alle Sinne berührt, der Menschen seit jeher generationenübergreifend zusammenbringt. Die aktuelle Sonderausstellung „Alles Zirkus!“ im Hans-Peter Porsche Traumwerk un ternimmt einen Streifzug durch die aufregende und schillernde Welt des Zirkus.

VOM ZIRKUSGEBÄUDE ZUM ZELT

Der Bogen spannt sich von Philip Astley, dem Vater des modernen Zirkus, der im 18. Jh. in einem festen, theaterähnlichen Gebäude für seine Arena erstmals die Kreisform wählte, bis hin zum Zeltzirkus, den weit gereisten Wanderzirkussen, wie wir sie heute kennen.

ORIGINALE ZIRKUSREQUISITEN

Die Sonderausstellung „Alles Zirkus!“ entführt die Be sucher/-innen in die Welt der Manege und präsentiert

zudem originale Zirkusrequisiten, die vom CircusTheater Roncalli und dem Clown-Museum in Wien zur Verfügung gestellt wurden. Prächtige historische Kostüme können bestaunt werden, außerdem Musik instrumente wie die „Concertina“ von Clown Fypsi lon oder die skurrile „Singende Säge“. Natürlich darf auch das originale Schuhwerk diverser Clowns nicht fehlen, ebenso wenig wie die Büste von Grock, der als der berühmteste Clown der Welt gilt. Unzählige Fo tografien, Werbeplakate und historische Programme warten darauf, von den Besucherinnen und Besuchern entdeckt zu werden. Ein Blick ins Innere eines Zirkus wagens gibt eine Vorstellung davon, wie die Artisten und Artistinnen gewohnt haben und gereist sind.

ARTISTEN DER SUPERLATIVE

Auch auf die kleinsten – aber wahrscheinlich stärks ten – Artisten der Welt wird in der Sonderausstellung „Alles Zirkus!“ nicht vergessen. Es gibt Kutschen und Wagen zu bewundern, die einst von Flöhen gezogen wurden und die damaligen Zuschauer/-innen in gro ßes Erstaunen versetzten.

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© Traumwerk/Iconicturn
Fotos:

ZIRKUS IM KINDERZIMMER

Die Ausstellung zeigt außerdem eine Vielfalt großar tiger Blechspielsachen. Diese seltenen Exponate be finden sich in hervorragendem Originalzustand und zeigen, welch großen Stellenwert das Thema Zirkus schon damals in den Kinderzimmern hatte. Aufgegrif fen wurden in den Spielzimmern alle Bereiche, die ein echter Zirkus zu bieten hatte. Gespielt wurde mit Bo den- und Luftakrobaten, Magiern, Clowns, Dompteu ren und Zirkuszügen. Die meisten dieser Blechspiel zeuge konnten in Bewegung gesetzt werden, regten die Fantasie der Kinder an und ließen sie so selbst zu kleinen Zirkusdirektoren werden.

Das Hans-Peter Porsche Traumwerk freut sich, mit der Sonderausstellung „Alles Zirkus!“ seine Gäste in eine faszinierende und bunte Zirkuswelt zu entführen – ein Vergnügen für alle Generationen.

INFOBOX

Hans-Peter Porsche Traumwerk Zum Traumwerk 1 83454 Anger Dienstag–Sonntag 9.00–17.30 Uhr www.traumwerk.de

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MOZARTWOCHE

JÄNNER BIS 5. FEBRUAR IN SALZBURG

Das bedeutendste Mozart-Festival feiert das Wunderkind Wolfgang Amadé und den Meister elf Tage lang mit den weltbesten Mozart-InterpretInnen.

m frisch renovierten Großen Saal und in dem neuen Großen Foyer, das im Oktober eröffnet wurde, begrüßt Intendant Rolando Villazón zu seiner fünften Mozartwoche, dem Höhepunkt seiner Reise durch den Mozart’schen Kosmos, die den großen Komponisten als Wunderkind und als Meister umkreist: „Wir konzentrieren uns auf die sehr frühen Werke und die großen letzten Meisterwerke, mit eini gen wunderbaren Beispielen aus der Phase dazwischen“, so Villazón. „In den elf Tagen, in denen wir Mozart fei ern, stellen wir die allererste und die letzten drei seiner Symphonien vor, die ersten und die letzten Violinso naten, reisen durch seine schöpferische Entwicklung der Klaviersonaten, die frühen Opernarien und einige der großartigen späten, die c-Moll-Messe und das ‚Re quiem‘, sein letztes Werk, die frühen und späten Kom

positionen für Holzblasinstrumente, alle seine Violin konzerte, einige der frühen Klavierkonzerte und die letzten, Ballettmusik, Divertimenti und Serenaden, alle Quintette, frühe und späte Quartette, Werke für Horn und als Glanzpunkt ‚Don Giovanni‘, Mozarts spätes Meisterwerk.“

MOZART, DAS WUNDERKIND – MOZART, DER MEISTER Mozarts einzigartiges musikalisches Talent wurde bereits früh entdeckt und durch seinen Vater Leopold – einen in seiner Zeit hochangesehenen Musiker, Komponisten und Pädagogen – akribisch gefördert. Mit drei Jahren bekam er Unterricht am Klavier, erste Kompositionen schuf Wolfgang Amadé bereits mit fünf Jahren. Mozarts Zeit als Wunderkind umspannt die Jahre seiner Kind

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Emmanuel Tjeknavorian mit „Briefe und Musik“ im Mozart-Wohnhaus Foto: © Wolfgang Lienbacher

heit bis etwa 1769. Die Kompositionen aus dieser Zeit bilden Mozarts musikalische Eigenwilligkeiten bereits sehr deutlich ab und zeichnen sich auf der einen Seite durch Unbekümmertheit, auf der anderen durch ein per fektes Beherrschen der zeitgenössischen Tonsprache und Stilmittel aus.

Der Meister Mozart formt sich in seinem Spätwerk und zeigt sich ab 1787. Den Beginn seiner großen Meister schaft markiert „Don Giovanni“. Mozart beherrscht und spielt perfekt mit Harmonik und Instrumentation, er verquickt komische und ernste Momente in einer Voll kommenheit wie kein anderer. Seine beiden letzten Le bensjahre sind geprägt von höchster Produktivität und Ernsthaftigkeit, bedingt durch gesundheitliche und fi nanzielle Sorgen. Die Werke der späten Jahre lassen be reits die Romantik erahnen – vor allem sein letztes Werk, das unvollendete „Requiem“.

MOZART’SCHE VIELFALT

Getreu dem ausgegebenen Credo „Mozart pur“ schöpft das Festival 2023 wiederum tief aus dem reichen Œuvre des großen Komponisten und vereint Ausdrucksfor men wie Musik, Wort, Theater und Puppenspiel, die Wolfgang Amadé so sehr schätzte, um seine faszinie

rende, vielschichtige Persönlichkeit erlebbar zu machen. Das weltweit wichtigste Mozart-Festival bietet knapp 60 Veranstaltungen, darunter eine halbszenische Opern aufführung, Orchesterkonzerte, Kammermusik, Mario nettentheater, Film, Gespräche und vieles mehr. Auch Familien mit Kindern sind herzlichst willkommen und können mit eigenen altersgerechten Programmen in die bunte Welt Mozarts eintauchen. Renommierte Mo zart-InterpretInnen sind im Jänner 2023 in der Mo zartstadt zu erleben, darunter die Wiener Philharmoni ker mit Daniel Barenboim und Martha Argerich, Radek Baborák, Elena Bashkirova, Ivor Bolton mit dem Mozar teumorchester Salzburg, die Camerata Salzburg mit Re naud Capuçon oder Ton Koopman, Marianne Crebassa, Andrés Orozco-Estrada mit dem Chamber Orchestra of Europe, Daniel Ottensamer, Christoph Koncz auf Mo zarts originaler „Klotz“-Violine oder Mitsuko Uchida mit dem Mahler Chamber Orchestra. Intendant Rolan do Villazón wird ebenfalls auf der Bühne stehen.

Auch LiebhaberInnen des Originalklangs werden bei die ser Festivalausgabe auf ihre Kosten kommen: mit Fabio Biondi und Europa Galante sowie Grandseigneur Jordi Savall oder Kristian Bezuidenhout am Hammerklavier zusammen mit dem Freiburger Barockorchester.

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Christoph Koncz dirigiert u. a. das Mozart Kinderorchester. Foto: © Andreas Hechenberger

SZENISCHE PRODUKTIONEN

„Don Giovanni“ markiert einen Scheitelpunkt in der Operngeschichte und wird von Sir András Schiff in der Felsenreitschule musikalisch geleitet sowie von Rolando Villazón szenisch eingerichtet. Mozarts zeitloses, bahn brechendes Dramma giocoso (ital. „lustiges Drama“, „heiteres Schauspiel“) blickt auf das Barock zurück und zugleich vorwärts in das moderne Musikdrama. Um die Cappella Andrea Barca und den Bachchor Salzburg schart sich ein handverlesenes Ensemble mit Magdalena Kožená, Sylvia Schwartz, Julia Lezhneva, Julian Prégar dien, Maurizio Muraro, José Coca Loza und Johannes Kammler in der Titelpartie.

Mit einem ansprechenden Crossover von Musik, Wort und Schau- bzw. Puppenspiel wird der Komponist und Mensch Mozart, der mit einem Augenzwinkern um die Ecke kommt, zelebriert. Im Format „Briefe und Musik“ beleuchtet Emmanuel Tjeknavorian mit seinen Strei cherkollegen Benedict Mitterbauer und Jeremias Fliedl sowie Schauspieler Stefan Wilkening Mozarts große Liebe zu Constanze. Im Marionettentheater entsteht die erste Regie- und Konzeptarbeit des österreichischen Tenors Paul Schweinester. „Der alte Baum oder: Fran

zis Reise zum Ende der Welt“ ist ein herzerwärmendes Stück für Alt und Jung, für all jene, denen die Umwelt am Herzen liegt. Im OVAL – Die Bühne im EURO PARK gastiert mit „Der kleine Mozart“ eine fröhliche Produktion für die ganze Familie. Die Lotería Mozar tiana bringt wieder eine große Portion musikalischen Mozart-Rätselspaß. Die Konzerte des Mozart Kinder orchesters und des Sinfonieorchesters der Universität Mozarteum versammeln junge Talente auf der Bühne.

2023 wird das Projekt mit der kolumbianischen Iber academy Medellín fortgeführt; die jungen MusikerInnen aus Lateinamerika begleiten die gesamte Mozartwoche. Abgerundet wird das Programm durch verschiedene Gespräche, ein Showing von Tanzchoreografien zu Mo zarts Musik im Rahmen der „Plattform Tanz Salzburg“ sowie durch einen besonderen kulinarischen Abend mit dem Titel „Würstel Amadé Mozart“ mit dem von Mo zart selbst geschätzten Bier im Stiegl-Keller. Die kleine Tradition der Mozartwoche, die „Serenata Mexicana“, wird ebenfalls nicht fehlen: Intendant Rolando Villa zón huldigt gemeinsam mit den Los Mariachis Negros Wolfgang Amadé mit einem Ständchen an dessen Ge burtstag am 27. Jänner am Mozartplatz.

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Foto: © Wolfgang Lienbacher
kl
Foto: © NikolajL
und
Foto: © Besim Mazhiqi Johannes Kammler singt die Titelpartie in „Don Giovanni“. Elena Bashkirova steht mit Kammermusik-Freunden auf der Bühne. Rolando Villazón ist Intendant der Mozartwoche.
DON GIOVANNI SZENISCHE EINRICHTUNG SIR ANDRÁS SCHIFF WIENER PHILHARMONIKER DANIEL BARENBOIM U A MARTHA ARGERICH RADEK BABORÁK ELENA BASHKIROVA KRISTIAN BEZUIDENHOUT IVOR BOLTON RENAUD CAPUÇON MARIANNE CREBASSA TON KOOPMAN MAGDALENA KOŽENÁ JORDI SAVALL ANDRÉS OROZCO-ESTRADA DANIEL OTTENSAMER SYLVIA SCHWARTZ NADINE SIERRA EMMANUEL TJEKNAVORIAN MITSUKO UCHIDA ROL ANDO VILL A ZÓN … und viele mehr: www.mozartwoche.at MOZARTWOCHE 2023 DO 26. JÄNNER SO 5. FEBRUAR I N T E N D A N T R O L A N D O V I L L A Z Ó N

GEHMACHER –SCHÖNHEIT LEBEN

Die letzten Monate und Jahre waren bewegt und voller Veränderungen. Anfang 2020 bestand Gehmacher noch aus zwei Geschäften – heute sind es insgesamt 9 Geschäfte sowie ein Café, alle nur innerhalb weniger Gehminuten erreichbar. Im „Kaufhaus Outdoor“ geht es vor allem um eines: Atmosphäre zu schaffen und Schönheit erlebbar zu machen.

WARUM DAS GANZE?

Der Lockdown war für uns als Fami lie Gehmacher ein Wendepunkt. Seit Jahrhunderten war es die Familientra dition, das Unternehmen zu führen. Doch schließlich kamen wir an einen Punkt, wo wir alles infrage stellten: Lohnt es sich wirklich? Ist es die Anstrengung wert?

Wir haben als Familie unsere Antwort gefunden: Ja –wenn wir einen positiven Einfluss auf unser Umfeld aus üben und Menschen begeistern können.

Das treibt uns an! Schönheit zu leben. In allen Facetten.

DIE GEHMACHER-WELT

Die unterschiedlichen Gehmacher-Stores, wie es sie heute gibt, sind ein Abbild dessen, was schon früher im Haupthaus am Alten Markt 2 seinen Platz gefunden hat: Stilvolle Wohnwelten und Möbel, Accessoires und Geschenkideen. Stilvolle Mode, sei es für besondere An lässe oder für den Alltag, für Mann oder Frau. Und auch Genuss für Leib und Seele in unserem Café.

Was uns neben der Zusammenstellung einzigartiger Ware besonders am Herzen liegt? Die Willkommenskul tur! Unser Anliegen ist, dass Sie sich wohlfühlen, inspi riert werden und genießen können.

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Fotos:
© oneview & melliphera/gehmacher

TEAMWORK MAKES THE DREAM WORK.

Großartige Ideen entstehen dann, wenn sie gemeinsam geträumt werden! Als Firma Gehmacher sehen wir uns als große Familie. Die Leidenschaft von Julia Gehmacher, Juniorchefin des Unternehmens, ist es, die Menschen im Unternehmen zu stärken, sie zu unterstützen und ihr Po tenzial zu entfalten. Starke Menschen stärken Menschen. Als Unternehmen wollen wir Ort des Wachstums und der Entwicklung sein. In unserer internen Gehmacher Academy vermitteln wir daher unsere Kultur und bilden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter.

Denn wahre Schönheit bedeutet, innerlich und äußer lich zu strahlen. Das beginnt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und kann dann an Sie, unsere Gäste und Besucher/innen, weitergegeben werden. Unser Ziel ist erreicht, wenn Sie glücklich und inspiriert sind, ein Outfit entdecken, das Ihre Persönlichkeit unterstreicht, oder wenn Sie zu Hause in eine Wohlfühloase eintauchen können, in der Sie völlig entspannen dürfen. Genuss, Kreativität, Beziehungen … das alles ist Schönheit!

FÜR INSPIRATION IN DEN EIGENEN VIER WÄNDEN

Das Herz unseres HOME-Bereichs ist es, das Zuhause in einen Ort zu verwandeln, wo man täglich gerne an kommt, entspannen und wunderbare Stunden mit den Liebsten verbringen oder inspiriert werden kann. Unseren Einrichtungsberaterinnen und -beratern ist es

daher ein Anliegen, Sie nicht nur fachlich kompetent, sondern vor allem auch mit Kreativität und vielen Ideen zu beraten, um Ihr Traum-Zuhause zu gestalten.

MODE – EINE LEIDENSCHAFT

Mode ist die große Passion von Heidi Gehmacher! „Ich liebe es, wie sehr man Menschen mit Mode verändern kann. Es gibt niemals Stillstand in der Fashion-Welt. Ständig gibt es neue Farben und Trends, so viele Stile …

Durch unsere unterschiedlichen Store-Konzepte können wir unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen und viele Menschen glücklich machen. Besonders freue ich mich auch, dass wir bald einen MAXMARA WEEKEND Store in unser Portfolio aufnehmen dürfen. Italian Life style for everyone at its best!“

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EIN ORT DER ERFRISCHUNG, BEGEGNUNG UND INSPIRATION

Das erste Gehmacher-Café, zu finden in unserem Out door-Store in der Judengasse 9, war anfangs noch ein Geheimtipp, doch es hat sich mittlerweile zum Stamm café vieler Salzburgerinnen und Salzburger entwickelt.

Was Helmut Gehmacher, Visionär des Cafés, begeistert? „Das Café ist ein Ort der Begegnung, wo interessante Menschen hinkommen, um zu arbeiten, zu verweilen, eine Gemeinschaft zu haben. Ein Geheimnis, das ent deckt werden muss. Ein Ort, an dem genossen wird und

wo ein großartiges Team sich in bester Weise um die Gäste kümmert. Wir konnten schon eine Vielzahl an eigenen Produkten entwickeln, wie z. B. unseren hausgemach ten Limoncello, unser eigenes Bier, unsere Weine oder den Gehmacher-Gin. All das sowie die neuen KaffeeKreationen, die unser Caféleiter Thomas immer wieder zaubert, sind Ausdruck unserer Kreativität und Freude am Schaffen.“

Wir freuen uns sehr darauf, Sie schon bald in einem un serer Stores begrüßen zu dürfen!

INFOBOX

GEHMACHER HOME

Alter Markt 2, 5020 Salzburg home@gehmacher.at 0662 845506

GEHMACHER LIFESTYLE

Judengasse 5, 5020 Salzburg lifestyle@gehmacher.at 0662 845506-30

GEHMACHER OUTDOOR

Judengasse 7, 5020 Salzburg outdoor@gehmacher.at 0662 845506-40

GEHMACHER CLASSICS

Waagplatz 3, 5020 Salzburg classics@gehmacher.at 0662 845506-90

GEHMACHER CLOTHING

Alter Markt 3, 5020 Salzburg clothing@gehmacher.at 0662 845506-50

RETTL X GEHMACHER

Judengasse 8, 5020 Salzburg clothing@gehmacher.at 0662 845506-70

GEHMACHER N°8

Judengasse 8, 5020 Salzburg clothing@gehmacher.at 0662 845506-80

MAXMARA WEEKEND

ab Dezember 2022 Judengasse 6 5020 Salzburg

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Gehmacher.at
@gehmachersalzburg | @gehmacherclothing | @gehmachercafe
Kitzbühel x Alexander Kellas Entree: Graffiti von Akira Sakurai (www.akirasakurai.at) und Designerstuhl der Serie „ROSES“ von VIVIES Das „Esszimmer“ im HAUS AM HANG

Wild-Menu im HAUS AM HANG. Lucas und Susanne Bocsa offerieren: Vorspeise: Confierte Wildentenbrust mit geräuchertem Broccoli-Püree und eingelegtem Kürbis Hauptgang: Rehrücken mit Pfeffer, Kirschen, Sellerie, Tramezzini-Knödel, schwarzer Trüffel und Vulcano Schinken Dessert: Soufflierter Topfenschmarren mit Málaga-Eis und Zwetschken

ALLES VOM FEINSTEN

Das Restaurant HAUS AM HANG in St.

Gilgen am Wolfgangsee

Hier stimmt einfach alles: die Lage mit dem traumhaften Blick auf St. Gilgen und den Wolfgangsee, das luxuriös-gemütliche Ambiente, die Qualität des Interieurs, eine exquisite, ursprüngliche Kulinarik, gepaart mit exklusiv-edler Weinauswahl, sowie das sympathische Service. In dem mehrfach ausgezeichneten Lokal wird auch der eiligste Gast zum Slow-Food-Genießer.

„Langsamer werden, stehen bleiben, die Hektik des Alltags draußen lassen. Lernen wir die Kunst des Seins. Leben mit allen Sinnen. Der Duft des köstlichen Rotweins aus unserer gut bestückten, hauseigenen Vinothek in Kombination mit dem feinen Geschmack der leichten mediterranen Küche. Das leise Plätschern der Musik und das gute Gefühl, dass die Zeit für einen Augenblick stehen bleibt …“ Lucas Bocsa 2005 übernahmen Lucas Bocsa und seine Frau Susanne das Lokal mit einer klaren Rollenteilung: Er kocht, sie betreut die Gäste. Der Küchenchef hatte da bereits eine Menge Erfahrung gesammelt, unter anderem in der Un terberger Stub’n in Kitzbühel, im Buberlgut in Salzburg,

im Hotel Schloss Fuschl, im Hotel Krone in Lech und im Hotel Liebes Roth-Flüh im Außerfern. Der heutige Haubenkoch mit rumänischen Wurzeln setzte von An fang an auf eine neu interpretierte österreichische Küche mit mediterranem Einschlag, bei der auch das Auge „mit isst“. Die Erfolge stellten sich bald ein. 2016 wurde das Restaurant vom Falstaff Restaurantguide zu einem der besten Restaurants in Salzburg gewählt: „Die Lage ist wun derschön und die Küche von Lucas Bocsa ein Gedicht. Die köstlich-perfekte Verbindung von Tradition, südli cher Raffinesse und regionalen Highlights überzeugt.“ Die Zeit der Pandemie nutzten Lucas und Susanne

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Das Ehepaar Susanne und Lucas Bocsa

Bocsa für eine komplette Erneuerung des Restaurants und engagierten den international bekannten Innenar chitekten Christian Bogner von Living Art. Ihm gelang eine brillante Symbiose von gemütlichem Salzkammer gut-Feeling mit globaler Moderne. Altes Holz aus der Gegend, Stein und brüniertes Messing, die geschmack vollen Blumenarrangements, der Parkettboden und die eleganten, handgefertigten Lederfauteuils bestechen im eleganten Esszimmer, das 40 Gästen Platz bietet. Outdoor, auf der wetterunabhängigen Panorama-Ter rasse sowie in dem apart eingerichteten Nebenraum mit Nischen und Intimität bietenden Gaze-Vorhängen, ha ben ebenfalls 40 Personen Platz. Der anschließende Vor garten ist ein perfekter Ort für einen kleinen Empfang. Und damit sich alle Gäste in diesem eleganten Ambiente neben gehobener Kulinarik rundum wohlfühlen, wird für einen Besuch im Lucky’s Restaurant Haus am Hang ein Smart-Casual-Dresscode empfohlen.

Wer hier nicht nur auf höchstem Niveau speisen, son dern auch das Kochen erlernen will, kann bei Lucas Bocsas Kochkursen entweder selbst aktiv werden oder den Köchen bei Lucky’s Table zuschauen und dabei unter 1000 Flaschen aus der neuen Vinothek seine Traum-Weinbegleitung genießen. Champagnerfreunden wird die Wahl ebenfalls nicht sehr leicht fallen, stehen doch nicht weniger als 13 verschiedene Sorten zur Aus wahl. Und alle Getränke genießt man in wunderschönen, mundgeblasenen italienischen Gläsern. Damit der Ab schied nicht allzu schwer fällt, erhalten alle Teilnehmer die Rezepte ihrer Kreationen.

Mitnehmen kann der Gast auch seit Neuestem die haus gemachten, von Lukas Bocsa kreierten, köstlich-cremigen

Aufstriche mit exquisiten Würzungen, die es zum Gedeck mit dem selbst gemachten Brot gibt. Lucas Bocsa: „Nach dem unsere Gäste diese Aufstriche so sehr gelobt hatten, haben wir uns dazu entschlossen, unsere hausgemachten Produkte zum Kauf anzubieten. In Kürze wird es auch unsere speziellen Saucen zu kaufen geben.“

Text & Fotos: Eva von Schilgen

INFOBOX

HAUS AM HANG

Mondsee-Bundesstraße 10 5340 St. Gilgen Telefon: +43 664 4435701

Ruhetag(e): Mo. & Di. Küche: Mi.–So. & Feiertag 12–14:30 u. 18–22 Uhr Inhaber: Susanne und Lucas Bocsa Küchenchef: Lucas Bocsa www.haus-am-hang.at hausamhang.bocsa@gmail.com

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Die Sonnenterrasse mit herrlichem Blick über den Wolfgangsee
IN DER RIEDENBURG

MULTISTORAGE SALZBURG: MEHR RAUM FÜR NEUES!

Nur wenige Kilometer von Salzburg entfernt befindet sich ein luxuriöser Raum für alle Dinge, die wir auf kurz oder lang aus den Augen, aus dem Sinn oder nur aus dem Weg haben möchten, ohne sie wegzugeben. Neben geräumigen Abteilen zwischen 2 und 100 m² hält Eduard Mainonis Multistorage erstklassige Services und die ein oder andere Überraschung bereit.

Suburbanes Lagern. Geschäftsführer Eduard Mainoni importierte das Modell „Storage“ aus den USA. Die zen trale Lage sowie die großzügigen Halte- und Parkmöglichkeiten gewährleisten eine flexible Er reichbarkeit. Zu den Services zählen ein kostenlo ser Anhängerverleih, die spontane Bereitstellung von Karton- und Verpackungsmaterial sowie eine profes sionelle Beratung.

All-inclusive-Services.

Die reibungslose Zulieferung und Abholung ist an 365 Tagen im Jahr mittels Zutrittscode gewährleistet. Neben der Sicherheitsgarantie für Wertgegenstände verfügen die klinisch sauberen Räume über Diebstahl schutz, Brandschutzvorrichtungen sowie Temperatur regelung. Die Preisstaffelung erfolgt nach Anzahl der Quadratmeter. Bereits ab 30 Euro kann nach Lust und Laune eingelagert werden.

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Premium ist Programm. Attraktive Draufgaben wie eine Paket- und Warenan nahme, die kostenlose Benützung des hauseigenen Konferenzraums und des Elektrostaplers stehen für ein hohes Maß an Kundenorientierung. Auch in puncto Versicherungsschutz hält das Multistorage ein Benefit bereit. Im Servicepaket ist außerdem eine Versicherung bis 3.000 Euro inbegriffen. Seinem Motto, im stän digen Dialog mit seinen Kunden zu bleiben und auf Innovation sowie zukunftsorientierte Infrastruktur zu setzen, ist Firmengründer Eduard Mainoni stets treu geblieben.

Nächster Halt: MultiStorage. Weil im MultiStorage immer noch ein bisschen mehr geht, ist im Juli 2022 ein weiterer unkonventioneller Raum der Begegnung hinzugekommen: Ein his torischer Waggon der Salzburger Lokalbahn wurde an seiner – vorerst letzten – Haltestelle unmittelbar neben dem MultiStorage positioniert. Hier plant Edi Mainoni eine Eventlocation sowie ein Museum.

INFOBOX

MultiStorage GmbH

Scherenbrandtnerhofstraße 11 5020 Salzburg

Gratishotline: +43 800 208003 Tel.: +43 662 879494 office@multistorage.at www.multistorage.at

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ANTIQUITÄTEN

ER TREFFPUNKT FÜR LIEBHABER SCHÖNEN SILBERS

Ob auf der Suche nach Gegenständen für einen schön gedeckten Tisch oder nach einem edlen, wertbeständiges Geschenk – in Salzburgs „Silbergewölbe“ findet sich immer etwas Besonderes für besondere Anlässe. Entweder direkt vor Ort oder auch ONLINE unter: www.glasergewoelbe.at

FÜR DEN STILVOLLEN „KLEINEN SCHLUCK“ ZWISCHENDURCH – NICHT NUR FÜR JÄGER, WANDERER ODER REISENDE

Sie finden bei uns eine große Auswahl an antiken sil bernen Bechern und Flachmännern, darunter OverlayFlachmänner aus Amerika sowie aus England um 1900, Silberbecher aus der Zeit von 1830 bis 1930 aus Österreich und England oder diesen seltenen Faltbecher im Etui. Blättern Sie in unseren Katalogen unter: www.glasergewoelbe.at

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D
IM GLASERGEWÖLBE Katharina
INFOBOX
Baumgartner-Nedwed
Antiquitäten im Glasergewölbe Katharina Baumgartner-Nedwed Goldgasse 16 A-5020 Salzburg Tel.: +43 662 254069 Mobil: +43 676 3919991 E-Mail: katharina.baumgartner@sbg.at www.glasergewoelbe.at

DER PURE GESCHMACK

Leidenschaft zum Handwerk, naturbelassene Aromen, schonende Zubereitung und der respektvolle Umgang mit den Grundprodukten bilden das perfekte Rezept für die exzellente Küche von 3-Hauben Koch Richard Brunnauer.

Zusätzlich zur Speisekarte und den Mittagsmenüs runden Spezialitätenwochen das Angebot im Einklang der Jahreszeiten ab:

Austern

Montag 13.02.2023 – Freitag 17.02.2023

Die Perle unter den Meeresbewohnern

Brunnauers Lieblingsgerichte

Montag 20.03.2023 – Freitag 24.03.2023

7 Gänge, 7 Weine zum Start in’s 7-Jährige

Spargel

Montag 22.05.2023 – Samstag 27.05.2023

Traditionsgemüse – g’schmackig & bissfest

Fisch & Krustentiere

Montag 26.06.2023 – Freitag 30.06.2023

Brunnauers Kreationen vom Fisch bis zum Hummer Wild & Wildgeflügel

Montag 16.10.2023 – Freitag 20.10.2023

Ein kulinarischer Wildwechsel erwartet Sie Kalb & Innereien

Montag 13.11.2023 – Freitag 17.11.2023

Delikatessen vom Kalb

Fürstenallee 5, 5020 Salzburg Tel. +43 662 251010 www.restaurant-brunnauer.at office@restaurant-brunnauer.at

© Marco Riebler © Michael Preschl Photography © Michael Preschl Photography © Michael Preschl Photography Ruth Baumgarte, African Vision, 1998-99 Öl auf Leinwand, 120 x 140 cm (Ausschnitt)

RUTH BAUMGARTE IN DER ALBERTINA

Africa: Visions of Light and Colour

„Die Länder Afrikas und seine Völker waren für sie keine Modelle, die es auf der Leinwand festzuhalten galt, sondern ein integraler Bestandteil ihrer Lebensreise.“ Chirikure Chirikure. simbabwischer Lyriker und Erzähler

Mit der deutschen Malerin und Zeichnerin Ruth Baumgarte (1923–2013) präsentiert die Albertina vom 08.12.2022 bis 05.03.2023 eine herausragende Künstlerinnenposition des 20. Jahrhunderts.

Fotos: © Kunststiftung Ruth Baumgarte

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Ruth Baumgarte, Shadows Falling Behind Your Back (Shadows Falling Behind Her Back), 1995, Öl auf Karton, 100 x 73 cm

Im Mittelpunkt steht Baumgartes umfassende Werkpe riode ab den 1980er-Jahren, der Reisen der Künstlerin in afrikanische Länder wie Ägypten, Südafrika, Kenia, Tansania, Uganda, Äthiopien, Sudan und Simbabwe zu grunde liegen. Die über 90 Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen entfalten bei ihrer Betrachtung eine nahe zu magische Qualität.

Die Albertina wird zu Jahresende Ausstellungen von drei Künstlerpersönlichkeiten zeigen, die mehr gemeinsam haben, als es auf den ersten Blick scheinen mag: Auf den afro-amerikanischen Superstar Jean-Michel Basquiat trifft die deutsche Malerin Ruth Baumgarte, eine Wie derentdeckung. Der dritte Künstler ist der Südafrikaner Athi-Patra Ruga, der durch seine expressive Koloristik eine tiefe Wesensverwandtschaft mit der Kunst von Ruth Baumgarte aufweist. Er wird am 7. Dezember 2022 in der Albertina einen der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands erhalten, der von der Künstlerin Ruth Baumgarte noch selbst ins Leben gerufen wurde. Die drei Künstler sind demselben Humanismus verpflichtet und haben jeweils zu ihrer Zeit auf die sie umgebende Wirklichkeit und die gesellschaftlichen Fehlentwicklun gen reagiert.

Welche Persönlichkeit verbirgt sich hinter dem Namen Ruth Baumgarte, die sich so stark für die Künste enga

gierte und deren Werk nun erstmals in Österreich vor gestellt wird?

1923 in Coburg geboren, wächst Ruth Baumgarte ab 1925 in der Metropole Berlin auf. Die Atmosphäre und die Menschen im Berlin der „Goldenen Zwanziger“ werden sie lebenslang prägen. Da sie aus einer alten Schauspielerfamilie stammt und mit Theater und Film von Kindesbeinen an in Berührung gekommen ist, liegen ihr die Künste nahe. In den frühen 1940er-Jahren nimmt sie ihr Studium in Grafik und Zeichnung an der Staat lichen Hochschule für bildende Künste in Berlin auf. Während dieser Zeit wird sie zur passionierten Zeich nerin, die mit spitzer Feder und Stift ihr Umfeld genau beobachtet; gleichzeitig lernt sie die Aquarelltechnik über einen Studienfreund kennen. Ihre außergewöhnli che Gabe wird in einer Reihe früher einfühlsamer Kin der- und Jugendporträts besonders greifbar.

In ihrer Kunst geht Ruth Baumgarte immer wieder ab seits des ideologisch bestimmten künstlerischen Weges ihrer Zeit. Sie entwickelt nicht nur einen wachsamen Blick für die Ausgegrenzten und Übersehenen der Ge sellschaft, die sie zeitlebens in ihrem Werk beschäftigen werden, sondern bleibt auch der gegenständlichen Kunst zu einer Zeit verpflichtet, als in den 1950er-Jahren ab strakte Tendenzen den Kunstbetrieb bestimmen.

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Ruth Baumgarte, die in künstlerisch-großbürgerlichen Verhältnissen lebt, erfüllt nicht die übli chen Rollenbilder einer „in bürgerlichen Verhältnis sen“ lebenden Frau. Auch als sie 1952 in zweiter Ehe den Industriellen Hans Baumgarte, Inhaber eines Eisenwerkes, heiratet, erschließt sie sich neue Wege der Kunst. Als einzige Künstlerin in Westdeutsch land widmet sie sich der Darstellung der Arbeitenden und zeigt diese ohne Heroisierung im Einklang mit Maschinen und Technik. Gleichzeitig macht sie auf die Gefährdung der Umwelt und die schrumpfenden Stadträume durch die Folgen des Wirtschaftswunders aufmerksam. Mutig geht sie direkt zu den Menschen in die Werkhallen und fertigt dort erste Skizzen an; aus gearbeitet werden die Bilder, die in ihrer sogartigen Dy namik wie Filmausschnitte wirken, erst in der Nacht. „Der Rhythmus der Fabrik, Schichtwechsel, Nachtar beit, die Maschinen, die fahrenden Bühnen und Kräne faszinieren mich“, bekennt die Künstlerin.

Als nach Jahren die fatalen Folgen der wirtschaftlichen Prosperität in der Bundesrepublik Deutschland für die Menschen nicht mehr zu übersehen sind, wendet sich Ruth Baumgarte ab der Mitte der 1970er-Jahre verstärkt den einschneidenden gesellschaftlichen Veränderungen zu. Dafür setzt sie die Aquarelltechnik ein, die sie zu künstlerischer Großform führt. Sie lädt die Aquarelle

mit unbequemen Sozialthemen ihrer Zeit auf: Tabuthe men der Gesellschaft wie Alterseinsamkeit, Selbstmord oder die Aids-Debatte. In ihren Aquarellen tauchen nun kompliziert geschichtete, durchscheinende, fließende Bildgründe auf, die den Dargestellten keinen sicheren Halt im Bildraum mehr geben. Auf symbolische Weise macht sie darauf aufmerksam, dass die vermeintlich gesi cherten Gewissheiten moderner Gesellschaften brüchig geworden sind.

Immer mehr drängt es Ruth Baumgarte Mitte der 1980er-Jahre hinaus „aus der von diffusen Ängsten ge prägten engen Welt der Bundesrepublik, ihre Sehnsüchte galten Afrika“ (Eckhart J. Gillen). Die Künstlerin un ternimmt Reisen durch Europa, u. a. auch nach Öster reich, in den Orient und in die USA. Höhepunkt sind aber die insgesamt 40 Reisen auf den afrikanischen Kon tinent, wo sie oft mehrere Wochen verbringt. Das, was sie sieht und erlebt, dokumentiert sie mit Studien vor Ort und verarbeitet die Ergebnisse in großformatigen Ölgemälden, sobald sie wieder in ihr Atelier in Deutsch land zurückkehrt.

Sie ist fasziniert von den Begegnungen mit den Men schen, den gesellschaftlichen Brüchen der afrikanischen Kulturen, dem unvergleichlichen Licht und entscheidet sich wieder für die Ölmalerei. Hier lässt sie elementare

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Ruth Baumgarte, Market Day (Rote Blume Afrika XIX), 1988 Kohle und Kreide auf blaugrauem Papier, 89,2 x 67 cm

Athi-Patra Ruga, Auto Exotic/Auto Erotic, 2022 Ölstift und Pastell auf Leinwand, 110 x 80 cm

Formen und expressiv leuchtende Farben sprechen. Be sonders die Darstellung der Geschlechterrollen, u. a. der arbeitenden Frauen, rückt sie in den Fokus ihrer Werke.

Die Kunsthistorikerin Dr. Renée Gadsden schreibt dazu im Katalog zur Ausstellung: „Dunkelhäutige Menschen können sich an Ruth Baumgartes Werken erfreuen, viel leicht auf eine Art und Weise, die einem weißen Pub likum verwehrt bleibt. Baumgarte kann in gewissem Sinne als ,Schwarze Person ehrenhalber‘ wahrgenom men werden. Allein oder in Begleitung reiste sie durch die Städte und Landschaften vieler verschiedener afri kanischer Nationen, über Steppen und Hochebenen, entlang der Meeresküste, durch die Wüste, und fand überall Resonanz, eine Kommunikation, eine spirituelle Verbindung, besonders in Südafrika. Sie war in der Lage, so viele verschiedene Facetten des Lebens der Frauen und Männer, die sie traf, zu erfassen, weil sie sich offensicht lich respektiert fühlten und ihre Gesellschaft genossen.“

Aus der ostafrikanischen Perspektive beleuchtet der Ly riker Chirikure Chirikure aus Simbabwe die spezifische historische Lage, während der die Künstlerin am AfrikaZyklus arbeitete: „Während der meisten Jahre, in denen Ruth Baumgarte ihre Reisen unternahm, durchliefen di verse afrikanische Länder einen historischen politischen Wandel … Ruth Baumgartes Werke zeigen die politische

Dimension dieser afrikanischen Erfahrung nicht offen sichtlich auf, aber bei einer Reihe von Werken können wir die Stimmung, die damals auf der Straße herrschte, hervorragend festgehalten sehen.“

Erste Gemälde und Zeichnungen des Afrika-Zyklus − insgesamt werden es über 90 Werke − werden von re nommierten Galerien u. a. in London, Mailand und New York ab 1991 ausgestellt. Krankheits- und altersbe dingt pausiert ab 2005 die öffentliche Wahrnehmung ihres Schaffens. Nach ihrem Tod im Jahr 2013 wird die deutsche und europäische Museumsszene verstärkt auf ihr Werk aufmerksam.

„Eine Unmenge Themen bewegen mich; zu viele, als dass ein Menschenleben ausreichen würde, ihnen allen eine Ge stalt geben zu können.“ – Ruth Baumgarte, 1989

Ruth Baumgarte

Africa: Visions of Light and Colour

Die Ausstellung ist vom 8. Dezember 2022 bis 5. März 2023 zu sehen.

Täglich | 10 bis 18 Uhr Mittwoch & Freitag | 10 bis 21 Uhr

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Foto: © What If The World Gallery, Kapstadt INFOBOX
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HOTEL SCHLOSS LEOPOLDSKRON

TAGEN.LERNEN.FEIERN

Erbaut im 18. Jahrhundert von dem kunstsinnigen Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian, von Max Reinhardt, dem Mitbegründer der Salzburger Festspiele, als Begegnungsort europäischer Künstler und Kunstmäzenen geplant, nach dem Zweiten Weltkrieg Gründungsort eines intellektuellen „Marschallplans“ für Europa, Sitz des „Salzburg Global Seminar“ –Schloss Leopoldskron ist seit jeher ein Ort intellektueller Inspiration.

Heute stehen modern ausgestattete Räume für exklusive Tagungen, Staatstreffen, Workshops und Leadership-Seminare zur Verfügung, darunter die für bis zu 130 Personen konzipierte „Fellows Hall“, die mit neuester Licht- und Seminartechnik bestückt ist. Vom Balkon aus hat man einen atemberaubenden Blick auf den Leopoldskroner Weiher und das sich dahinter er streckende Bergpanorama. 2021 wurde die ehemalige Gemäldegalerie des Grafen Franz Laktanz Firmian, die „Gallery“, vollständig renoviert. Hier finden ebenfalls bis zu 130 Personen Platz, und auch sie verfügt über modernste audiovisuelle Technik und ist für Konferen zen als auch für Seminare oder Ausstellungen zu bu chen. Die intim-elegante „Gallery Lounge“ eignet sich für informelle Gespräche im entspannten Rahmen.

Kleinere Gruppen bis 40 Personen können im ersten Stock weitere Seminarräume nutzen. Ein fast privates Ambiente für kleine Empfänge oder exklusive Bespre chungen bietet das „Chinesische Zimmer“ mit den von Reinhardt aus China importierten Dekorationen. Und in dem mit goldenen Wandpaneelen, Rokoko-Gemälden und Spiegeln ausgestatteten „Venezianischen Zimmer“ schuf Max Reinhardt eine einzigartige, zauberhafte Atmo sphäre für Lesungen, kleine Konzerte oder Essen. Von hier aus gelangt man in das strahlend helle, mit weißem Stuck geschmückte „Weiße Zimmer“, wo bis zu 30 Personen zu jeder Tageszeit feiern können. Fürstlich imposant dagegen ist das Ambiente in dem 170 m² großen „Marmorsaal“, der einen einzigartigen Rahmen für elegante Events bildet. Für kleinere „De luxe“-Treffen geeignet ist die gemütlichbehagliche „Max Reinhardt Bibliothek“ im Nebenraum.

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Fotos: © Hotel Schloss Leopoldskron Gallery

Von der im Erdgeschoß liegenden „Großen Halle“ aus betritt man die Schlossterrasse, einen idealen Platz zu jeder Jahreszeit für ein „Come together“. In der Halle selbst finden Firmenpräsentationen, Konzerte, Lesun gen und Weihnachtsfeiern statt. Hier und in der pracht vollen barocken Kapelle nebenan sind standesamtliche Trauungen oder Taufen möglich. Übernachten können Gäste und Teilnehmer im Schloss und im Meierhof.

LEOPOLDSKRON – DAS BUCH

Seit 75 Jahren ist das Schloss Sitz des „Salzburg Glo bal Seminar“, dessen globales Engagement maßgeblich zum internationalen Ruf der Stadt Salzburg beiträgt. Anlässlich dieses Jubiläums erschien eine umfassende Monografie, deren Reiz darin besteht, dass die Autorin nen und Autoren das Schloss ihren Berufen gemäß aus sehr unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

Da ist Stephen S. Salyer, der 1974 als Stipendiat das erste Mal an einem Seminar teilnimmt und nach 30 Jahren erfolgreicher Karriere in den USA der 8. Präsident des „Salzburg Global Seminar“ wird. Da schreibt die arri vierte Fremdenführerin Erna Radlwimmer über die Geschichte des Schlosses von dessen Baubeginn an bis nach dem Zweiten Weltkrieg, über die das Schloss umgebende Moorlandschaft und den Schlosspark mit Weiher. Der Kunsthistoriker Harald Heinz wiederum befasst sich mit der Architektur des Schlosses, dessen ehemaliger Kunstsammlung sowie mit den Dreharbei ten zu dem Film „The Sound of Music“. Die Beiträge von Sibylle Zehle befassen sich mit dem Genie Max Reinhardts und dessen Liebe zum Schloss. Bauhistori ker Wilfried Schaber beschreibt die Gebäude mit ersten Bauplänen, der Errichtung und den diversen späteren Umbauten bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Ära des „Salzburg Global Seminar“ von 1947 bis heute behandelt der Historiker Timothy W. Ryback, der als Vizepräsident 17 Jahre mit seiner Familie im Schloss lebte. Die Kulturjournalistin Hedwig Kainberger be fasst sich mit der Schönheit Leopoldskrons, erzählt In teressantes, Heiteres, Skurriles. Mit Luise Hallmanns Beitrag „Ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert fit für die Welt des 21. Jahrhunderts machen“ endet das Buch. Den Epilog verfasste der Salzburger Martin Weiss. Der ehemalige Diplomat ist seit 2022 der erste nicht aus den USA stammende Präsident.

Zusammengeführt hat alle diese Autorinnen und Au toren der Kunsthistoriker Carl Aigner, u. a. ehemaliger Professor an der Universität für angewandte Kunst in Wien, Direktor der Kunsthalle Krems sowie Gründer der internationalen Kunstzeitschrift „EIKON“. Alle aktuellen Fotos stammen von dem vielfach ausgezeich neten bayerischen Fotografen Richard Schabetsberger. Text: Eva von Schilgen

INFOBOX

Hotel Schloss Leopoldskron Leopoldskronstraße 56–58 5020 Salzburg +43 662 83983 reception@schlossleopoldskron.com www.schlossleopoldskron.com

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ISBN: 978-3-9505129-2-2 EUR 36,00 LEOPOLDSKRON SCHLOSS GESCHICHTE UND GEGENWART 75 JAHRE SALZBURG GLOBAL SEMINAR
Chinesisches Zimmer Fellows Hall Marmorsaal

ROSEWOOD VIENNA*****

EIN HOTEL DER SUPERLATIVE. EINZIGARTIG. ULTRALUXURIÖS.

Hier wird der Aufenthalt für den Gast zum wahren Genusserlebnis. Der Prachtbau aus dem 19. Jahrhundert liegt an einem der schöns ten Plätze der Wiener Innenstadt und vermittelt historischen Glanz und Eleganz. Jedes von 99 Gästezimmern oder Suiten, darunter die 187 Quadratmeter große Präsidentensuite, überzeugt durch zeitloses und luxuriöses Design. Der Asaya-Spa-Bereich mit Therapiemög lichkeiten und das Fitnesscenter mit einem Personal Trainer stehen sowohl Hotelgästen als auch Besuchern zur Entspannung offen. Inter nationale und Wiener Küche von Spitzenqualität wird im Restaurant geboten, und atemberaubend schön ist der Blick von der Rooftop-Bar des Hotels über die Dächer von Wien.

Das Rosewood Vienna bietet in allem höchsten Luxus und einen sehr persönlichen Service, wie dies weltweit in allen Rosewood Hotels seit der Gründung 1979 durch Caroline Rose Hunt (1923-2018) gepflegt wird. Sie war einst die reichste Frau in den Vereinigten Staaten, Toch ter und Erbin des Ölmagnaten und mehrfachen Dollar-Milliardärs Haroldson Lafayette Hunt (1889–1974). Ihre Philosophie wurde zur Marke „A Sense of Place“, in ihren Hotels sollten sich die Geschichte, die Kultur sowie der Charakter des jeweiligen Ortes widerspiegeln.

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Fotos: © Rosewood

„Das Rosewood Vienna ist eine Hommage an die Wiener Lebensart und wird zum Mittelpunkt der pulsierenden Szene Wiens, wo sich Kultur, Kulinarik und Weltoffen heit treffen. Wie bei allen Rosewood Hotels haben wir uns der Philosophie verschrieben, die Geschichte und den Charakter des Ortes zu ehren und ihn durch eine moder ne Linse mit unseren familiären Werten zu verflechten. Wir möchten, dass sich unsere internationalen sowie auch die lokalen Gäste wie zu Hause fühlen und das Rosewood Vienna als einen Ort des guten Lebens sehen.“

Alexander Lahmer, Managing Director, Rosewood Vienna

Und das ist in Wien wunderbar gelungen. Das histo rische Gebäude wurde in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz von den A2K Architekten, BEHF Architects und dem Innenarchitekten Alexander Wa terworth nach umfassender Renovierung zu einem funktionellen Hotel von zeitloser Eleganz und mit

internationalem Flair. Die Gästezimmer sind nobel, individuell und harmonisch gestaltet. Hier fühlt der Gast sich wohl und geborgen.

Zum beliebten Treffpunkt für Feinschmecker und Liebhaber einer Top-Kulinarik entwickelt sich die „Neue Hoheit Brasserie“ in der 6. Etage, welche durch einen eigenen Eingang von der Tuchlauben 4 betreten werden kann. Hier befinden sich die „Show Kitchen Area“, ein eleganter „Main Dining Room“ mit Ter rasse, eine Vinothek, der „Garden Room“ für private oder Geschäftsessen mit Zugang zum offenen „Secret Garden“. Eine Etage höher ist die „Neue Hoheit Bar“, welche vom Innenarchitektur-Studio Kroenland Inte rior entworfen wurde. In der Lobby Lounge, im „Sa lon Aurelie“ mit Wandmalereien der österreichischen Malerin Marie Hartig, werden den ganzen Tag über Kaffee, Afternoon Tea und köstliche Wiener Mehlspei sen serviert. Der Pavillon des Rosewood Vienna mit

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seinen drei eleganten Galerien bietet Raum für Ver anstaltungen für bis zu 120 Personen. Die Räumlich keiten verfügen über modernste Technik und flexible Grundrisse mit natürlichem Licht und sind damit ein idealer Rahmen für gesellschaftliche wie auch für be rufliche Anlässe.

Im luxuriösen Rosewood Vienna „Sense A Rosewood Spa®“-Bereich befinden sich mehrere Behandlungs räume für diverse Anwendungen und Therapien, eine Social Suite, ein Hydrotherapie- und Entspannungs raum sowie Fitnessräume. Auch von hier aus genießt man einen unvergleichlichen Blick über Wien.

Das Rosewood Vienna ist das erste Luxushotel der Hotel-Gruppe im deutschsprachigen Raum und das fünfte Hotel der Marke in Europa, die weltweit in 17 Ländern 28 einzigartige Hotels und Resorts im absoluten Spitzenbereich betreibt. Unter ihnen sind einige der legendärsten der Welt wie das The Carlyle, A Rosewood Hotel in New York, Rosewood Mansion on Turtle Creek in Dallas, in Paris das Hôtel de Crillon sowie das Rosewood Hong Kong. Den Preis „bestes Hotel der Welt“ erhielt das Rosewood Castiglion del Bosco im italienischen Montalcino in der Toskana.

In den nächsten Jahren werden weitere europäische Destinationen folgen, unter anderem in München, in

Rom und in Venedig, hier in dem aus dem 15. Jahr hundert stammenden Palazzo Donà Giovanelli am Canale Grande. Und auch das ehrwürdige Hotel Schloss Fuschl in Salzburg wird im Herbst 2023 zu einer weiteren glänzenden Perle der Hotelkette.

Text: Eva von Schilgen

INFOBOX

Vienna Austria Luxury Hotel – Rosewood Hotels Petersplatz 7, 1010 Wien +43 1 7999888 www.rosewoodhotels.com/en/vienna

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1. 2. 3. 4.

Die Kunsthistorikerin Astrid Zinniel begeistert sich und ihr Klientel für den Zauber des Fin de Siècle, für die 30er-Jahre bis hin zu zeitgenössischen Positionen.

Wenn Sie das Geschäft von Astrid Zinniel Vienna Unique am Petersplatz 8 im 1. Bezirk betreten, eröffnet sich die große Tradition weltberühmter Wiener Manufakturen. Ausgesuch te Ware großer Namen wie Lobmeyr Glas, Jarosinski & Vaugoin, Die Silberschmiede, R.Horn’s Lederwaren, Lampen vom Studio Palatin, moderne Drucksorten von Herz & Co. Die zeitgenössi sche Auswahl mit dem Schwerpunkt Tischkultur wird durch anti kes Kunsthandwerk aus den 30er-Jahren stilsicher ergänzt.

Die Kunsthistorikerin Mag. Astrid Zinniel begeistert sich und ihr Klientel für den Zauber des Fin de Siècle, den Jugendstil und den Art déco bis hin zu sorgsam ausgewählten zeitgenössischen Positionen.

Sie spricht damit all jene an, die sich gerne mit historischen Einrichtungen sowie mit Kunst und modernem Design umge ben wollen.

Vienna Unique ist neben dem Geschäft ein Treffpunkt für Kunstinteressierte, ein Salon d’Art und selbstverständlich auch für all jene Hotelgäste des Luxushotels Rosewood, die eine stilvolle Erinnerung an Wien erwerben wollen.

Vienna Unique – exklusiv und einzigartig, ein Geschäft für Indi vidualisten, Freunde von Kunst & Design und für Menschen, die Freude am Besonderen haben.

1. Gladiolenacker, Öl/Hartfaser, Walter Winter, 2022, 170 x 170 cm, € 6.000,– | 2. Arbor Kerzenständer, 4er-Set, Studio Palatin, Bronze, patiniert, € 2.424,– | 3. Kerzenständer, italienische Porzellanmanufaktur, 2er-Set, € 520,– | 4. Barwagen, Chrom, Art déco, € 1.300,– / 5-teiliges Wodka-Set, Silber, Jarosinski & Vaugoin, Preis auf Anfrage

147 SCHLOSSSEITEN VIENNA UNIQUE | MAG. ASTRID ZINNIEL | PETERSPLATZ 8, 1010 WIEN | +43 676 3012366 | WWW.ASTRID-ZINNIEL.AT
Die Gründerinnen von SchlossZimmer.com und Eigentümerinnen der Eventagentur AltoSasso Christiane Thun-Hohenstein und Gisela Meran

Urlaub & Events in historischen Anwesen S CHLOSS Z IMMER

Der traumhafte Barocksaal von Schloss Stainz bildet den perfekten Rahmen für exquisite Feste für 100 bis 250 Personen.

Die herrlichen Salons vom Palazzo Lodron im Trentino sind für qualitätvolle Managementmeetings und gemeinsam mit dem Saal auch für größere Feste bestens geeignet.

S CHLOSS Z IMMER

Urlaub & Events in historischen Anwesen

Humorvolle Anekdoten, große Zimmer, märchenhafte Repräsentationsräume und verwunschene Orte für Ihren Urlaub und Ihr Event finden Sie auf einer neuen digitalen Plattform. Wir dürfen Ihnen diese wunderbare Idee vorstellen, mit deren Hilfe Sie Ihren historischen Lieblingsplatz finden.

Die Idee für eine digitale Plattform für historische Anwesen entstand schon vor dem ersten Lockdown“, erzählt Chris tiane Thun-Hohenstein, die mit ihrer Geschäftspartnerin Gisela Meran nicht nur eine lang jährige Freundschaft, sondern auch die gemeinsame Begeisterung für historische Gebäude und deren Ge schichten verbindet. Und so gründeten die beiden im Jahr 2014 die Veranstaltungsagentur AltoSasso (www. altosasso.at). Neben Veranstaltungen aller Art liegt ein Schwerpunkt ihrer Arbeit dabei auf Businessevents, die in historischen Anwesen stattfinden.

Doch Corona hat auch für AltoSasso Veränderungen gebracht und die zwei Unternehmerinnen motiviert, die Idee der digitalen Plattform für die Präsentation von historischen Anwesen in Privatbesitz umzusetzen.

SEIT DEM 11. NOVEMBER 2021 ONLINE „Nach zahllosen Stunden intensiver Arbeit und Recherche, vielen Gesprächen mit Eigentümern und Gästen, Grafi kern und Webdesignern konnten wir am 11.11.2021 mit 18 Objekten online starten“, berichten Thun und Meran. Sie machen damit die Angebote in historischen Gebäu den bekannt und bewerben diese aktiv.

„Eine Vielzahl an historischen Anwesen ist in Privatbesitz“, erzählt Gisela Meran, „und sie werden mit viel Liebe und Mühe von den Eigentümerinnen und Eigentümern res tauriert und erhalten. Mit zahlreichen Ideen und großem Engagement werden Schlösser, Burgen und alte Herren häuser wie auch historische Bauernhöfe gepflegt und be lebt. Viele Anwesen bieten heute Möglichkeiten, die von Besucherinnen und Besuchern genützt werden können. Diese machen wir auf SchlossZimmer.com sichtbar.“

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Die Luxussuite in Schloss Horn bietet 8 Personen einen exklusiven Aufenthalt in der zauberhaften Umgebung des Waldviertels.
Fotos: © www.schlosszimmer.com

Die Villa Pace im Friaul kann für Feste, aber auch für einen besonderen Urlaub angemietet werden. Ein großer Park lädt zum Erholen ein. Wer Lust auf Abenteuer hat, fährt auf kurzem Weg nach Grado, Udine oder Triest.

DAS ERBE EUROPAS VEREINT AUF EINER PLATTFORM

Auf der Plattform SchlossZimmer.com werden Menschen mit geschichtlichem Interesse mit den Geschichten wun derschöner historischer Anwesen zusammengebracht und haben so die Möglichkeit, sämtliche Informationen über Urlaub, Locations und Events auf einer Webseite zu fin den. „Unser Ziel ist, das ,Erbe Europas‘ vereint auf einer Website zu präsentieren und interessierten Menschen an bieten zu können“, stellt Christiane Thun-Hohenstein fest.

„Derzeit sind fast 40 Anwesen aus sechs verschiedenen Ländern Europas (Deutschland, Frankreich, Italien, Kro atien, Slowenien und Österreich) auf unserer Plattform SchlossZimmer.com vertreten, und wir arbeiten fleißig daran, kräftig zu wachsen, um Interessierten ein immer größer werdendes Angebot bieten zu können“, erzählt Gisela Meran. „Um die Eigentümerinnen und Eigentü mer dieser Anwesen auch persönlich kennenzulernen, sie zu beraten und alle Fragen gleich zu beantworten, sind wir sehr viel unterwegs.“

LOCATION-FINDER

Auf dieser Seite werden auch diejenigen fündig, die eine Traumlocation für ein Event suchen. Die Anwesen eig nen sich sehr gut für märchenhafte Hochzeiten oder stimmungsvolle Geburtstage, aber auch für diskrete und exquisite Firmenfeiern, Seminare oder Mitarbeiterver anstaltungen. „Der große Vorteil von historischen Loca tions liegt nicht nur im fantastischen Ambiente, sondern auch in der Exklusivität und Diskretion, schließlich ist

außer den geladenen Gästen sonst niemand im Haus“, schildert Christiane Thun-Hohenstein.

KULTUREVENTS IN HISTORISCHEN ANWESEN

Kulturevents wie Konzerte, Ausstellungen oder Lesungen finden in historischen Anwesen ein perfektes Ambiente. Das Publikum schätzt diese stilvolle Umgebung und ist begeistert, wenn die Gastgeberin bzw. der Gastgeber per sönlich anzutreffen ist. Über die Plattform SchlossZim mer.com können die Eigentümerinnen und Eigentümer die Termine einer großen Community ankündigen und vermarkten.

INFOBOX

SchlossZimmer – presented by AltoSasso SchlossZimmer ist eine Internetplattform, die historische Anwesen für außergewöhnliche Erlebnisse vorstellt.

SchlossZimmer – presented by AltoSasso Christiane Thun-Hohenstein & Gisela Meran Altenmarkter Straße 2 A-9112 Griffen E-Mail: office@schlosszimmer.at www.schlosszimmer.com Tel.: +43 676 5367371

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www.aicus.at

ROYALE GÄRTEN

Die schönsten Palastgärten aus aller Welt

Mit seiner Premiere als Buchautor erweitert der Brite Mark Lane sein kreatives Spektrum um eine zusätzliche Facette. Bis dato war er vor allem als Landschaftsarchitekt und Moderator der beliebten und preisgekrönten BBC-Serie „Gardeners’ World“ bekannt.

Das Kunststudium und seine Tätigkeit als Verlagsleiter des Royal Institute of Bri tish Architects verbindet sich mit seiner persönlichen Begeisterung für Gärten und Pflanzen sowie dem Austausch mit Pflanzenexpertinnen und -experten.

Obwohl er viele Länder bereisen konnte – das vorliegen de Buch liefert Zeugnis davon –, staunt er immer noch über das aufregende Gefühl, wenn er einen neuen Ort erkundet. Stets findet er Neues und Überraschendes, sei es in der Historie des Gartens, in dessen spezieller Eigenheit, oder auch, wenn er eine ihm bis dahin un bekannte Pflanze kennenlernt. Viele fürstliche Familien, Herrscher, Hofgärtner, Mäzene, Behörden sowie Gar ten- und Landschaftsarchitekten haben in den letzten 500 Jahren berühmte Gärten geschaffen, die sie als „le bende Kunstwerke“ betrachten. Deren Gestaltung lässt

die wechselnden Vorlieben der Regierenden, den Ge schmack und die Moden der jeweiligen Zeit erkennen, weiß der Autor. Er hat Recherchen zu über 950 Personen erstellt, ist in die Geschichte und die Geschichten von Schlossbesitzern eingetaucht und meint, dass jeder Gar ten auch die Persönlichkeit seines Besitzers bzw. seiner Besitzerin individuell widerspiegelt. Ähnlichkeiten in der Gestaltung und Ausführung der herrschaftlichen Gärten sind natürlich ebenfalls zu finden, denn der Adel hatte auf Besuchs- und Kavalierreisen, durch Heirat oder andere Verbindungen ausreichend Gelegenheit, andere Prachtgärten als Vorbilder kennenzulernen.

Manche Besitzer eines Palastgartens entwickeln eine ver zehrende Leidenschaft für das paradiesische Grün und investieren viel – nicht nur aus Prestigegründen, sondern aus ihrer persönlichen Neigung und Begeisterung her aus. Die Auswahl der 21 Gärten, die in diesem Buch

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Royal Botanic Gardens, Kew, England

vorgestellt werden, fiel schwer, begründet sich aber in ihrer wichtigen Rolle in der Geschichte und Gestaltung großartiger Fürstengärten. Von mittelalterlichen Jagd parks über Mausoleen bis hin zu Wassergärten ist der Bildband ein Augenschmaus und eröffnet Einblicke in politische Ereignisse, in Macht und ihre Ausübung, in menschliche Eigenheiten und Persönlichkeiten.

Dass King Charles III. schon seit vielen Jahren als Schutzpatron alter Architektur, aber vor allem auch der Natur bekannt ist, zeigt sich in der Anlage des High grove House. Schon als Prince of Wales verwandelte er im Laufe von vier Jahrzehnten das sechs Hektar große Anwesen in „eine der genialsten und innovativsten Gartenanlagen Großbritanniens“, wie Fachleute fin den. Seine strikte Anwendung biologisch-nachhaltiger Methoden – früher oft müde belächelt, heute hochge schätzt – hat zum Entstehen ökologisch vorbildlicher Gärten angeregt. „Gärten mögen an manchen Orten schon seit vielen Jahren oder Jahrzehnten existieren, aber anders als alte Gebäude unterliegen sie einem ste tigen Wandel“, so ein Ausspruch des frischgebackenen britischen Königs.

Nicht nur das Spiel des Lichts zu unterschiedlichen Tageszeiten, das Wachsen, Gedeihen und Vergehen

im Zuge der Jahreszeiten, sondern auch der Zyklus der Entwicklung der einzelnen Pflanzen selbst ist für den aufmerksamen Beobachter ein Quell der Freude. Sämtliche in diesem Buch vorgestellten Gärten sind öffentlich zugänglich, auch wenn manche Teile privat bleiben. So kann man tatsächlich, als sei man selbst dort zu Gast, durch Alleen flanieren, in Lauben sitzen oder auf Wasserflächen dahingleiten, wie einst Könige und Kaiser es selbst getan haben. Die Zähmung und Pflege der Natur obliegt den unermüdlichen Gärtnerinnen und Gärtnern, die diese natürlichen Kunstwerke stets mit großem Einsatz erhalten. Dasselbe gilt auch für die Restauratoren, Konservatoren und Historiker, die viele Jahre später Gärten, die im Laufe der Zeit gelitten haben oder teilweise zerstört wurden, neues Leben einhauchen. Rund um die Welt gibt es noch zahllose Schlossgärten, aber in diesem Buch geht es vor allem um die Betonung des Stils und ihrer Atmosphäre. So soll der Gestaltung der Besitzer/innen Rechnung getragen werden, aber auch der ruhmreichen Gartenkunst, die oft erst den un verwechselbaren Rahmen für ein Schlossgebäude bildet. Staunen und Begeisterung für die lebendige Natur wird hierbei, nicht anders als bei renommierten Kunstwerken, ebenso den schönsten Kunsterlebnissen zugerechnet. Landschaftsarchitektur als Kunstform liefert die Grund lagenidee und Planung dafür.

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Blick über das Grand Parterre du Tibre auf das Schloss
GmbH
Fotos: Penguin Random House Verlagsgruppe

Blick auf das Schweriner Schloss mit seiner imposanten Gartenanlage INFOBOX

„Die schönsten Palastgärten aus aller Welt“ stellt die ein drucksvollsten und bekanntesten Parks und Gärten der Könige und Fürsten neu vor. Die Reise zu den Perlen der Hortikultur führt von Europa mit Highgrove, Herren hausen oder Schönbrunn über das Taj Mahal in Indien bis zum Kaiserpalast in Tokio. Der opulente Bildband mit stimmungsvollen Fotos sowie viel Wissenswertem zur Geschichte und Bepflanzung zeigt auch anschaulich das Planmaterial dieser herrlichen Gartenanlagen.

Um herauszufinden, was den jeweiligen Charme der einzelnen royalen Gärten ausmacht, muss man sich ein lesen – oder selbst hinfahren. Wie sich die Gärten im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, wie sie teil weise genau erhalten oder verändert wurden, aus welchen Grafentiteln und grünen Zimmern sie bestehen, all das findet man hier im Buch.

Von der Orangerie zum Schlossteich, vom englischen und französischen Garten zu Brunnen und Skulpturen, vom Zypressenweg und dem japanischen Kaiserpalast bis zum Tierpark von Schönbrunn lernt man die Seele der royalen Gärten kennen. Mit 232 Seiten bietet das Werk eine wunderschöne Lektüre, die definitiv den Bücherschrank bereichert.

Text: Hannelore Lensing

Royale Gärten weltweit –

Von Highgrove bis Herrenhausen Mark Lane Prestel-Verlag

EAN: 978-3-7913-8701-7

41,20 EUR

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Foto: Atelier Schneider Berlin CAROLINE WEIHRAUCH LAURA NITSCHE MICHELE BUBACCO 03.12.2022 – 28.01.2023 l-art.at

PRACHTBAU

DER WINTERGARTEN ALS LICHTUND NUN AUCH ALS ENERGIEQUELLE

Es gibt natürlich zahlreiche Wege, das Licht in sein Haus zu lassen –der charmanteste ist und bleibt dennoch der Wintergarten. Früher eher als Orangerie zur Überwinterung von Pflanzen gedacht, sind es heute doch ganz andere Motive, die den Bauherrn zu einer Wohn raumerweiterung bewegen. Der Wintergarten, der galanteste Licht einfall in neuer Funktion.

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Fotos: © www.valegardenhouses.co.uk

WINTERGARTEN-WISSEN

Steht man nun also vor der baulichen Überlegung, wie man den Wohnraum dekorativ erweitern kann, kommt oft der Wintergarten ins Spiel. Wir sprechen hier allerdings nicht von einem klassischen Anbau, der ein mehr oder weniger schlechtes, überdachtes Terrassen-Substitut darstellt. Im Gegenteil – wir beleuchten hier den tatsächlichen Wintergarten, der Teil des Gesamtbauwerks werden soll, wo Gebäu deteile geöffnet werden, um den Glasverbau in den Alltag einzuladen. Und der somit auch kostentech nisch mit einem soliden Bauprojekt mithalten kann.

Es gibt viele Mittel und Wege, um einen Wintergar ten in seinen Lebensraum zu integrieren. Als Anbau, wo eine Wandfläche abgetragen wird, um einem Glasanbau Platz zu machen, oder auch als eigen ständiger Pavillon, als zweckmäßige Dekoration.

Je nach Bauart und Ausstattung ist ein Wintergar ten ein beheiztes und damit ganzjährig bewohnbares Zimmer: der sogenannte „Wohnwintergarten“. Wird er wenig oder gar nicht beheizt, spricht man vom „Kaltwintergarten“. Aber auch Letzterer kann sich an sonnigen Tagen im Winter so weit aufwärmen, dass man mehr oder weniger gemütlich in ihm sit zen kann. Auch Zwischenformen sind möglich, die mehr oder weniger temperiert sind. Der Kaltwinter garten wird meist an die Hauswand angefügt und die Terrasse dafür umgewandelt. Die Konstruk tion ist eher einfach und dadurch günstig. Beim Wohnwintergarten kommt es darauf an, ob für die Erweiterung zum Wohnraum auch Wände entfernt

werden müssen. Die Technik ist aufwendiger, und auch an die höheren laufenden Kosten für solch einen Wintergarten sollte man denken, vor allem für die Heizung – im Herbst 2022 ein doch sehr relevanter Kostenfaktor. Neuerdings gilt der Win tergarten dank moderner Photovoltaik als Ener giespender (mehr dazu auf Seite 162 im Interview mit ALCO).

Die Form des Wintergartens kann den historischen Gemäuern nun Identität nehmen oder geben. Als Kontrast wirkt ein sehr schlichter Wintergarten anbau sehr zeitgemäß – im Gegensatz zu einem verspielten Polygon-Wintergarten, wie wir ihn aus Großbritannien kennen.

Der sechs- oder mehreckige Grundriss des Polygons erinnert an einen Pavillon. Gerade bei Häusern mit ähnlich gestalteten Dächern ist diese Variante des Anlehn-Wintergartens ästhetisch ansprechender. Man sollte schon beim Bau berücksichtigen, dass der Einbau einer Schattierung je nach Anzahl der Ecken mit höherem Aufwand verbunden ist. Lichteinfall und Wärmespeicherung sind bei einem Vieleck günstiger als bei einem Viereck. Das Licht wird weniger stark reflektiert, da es immer in einem relativ stumpfen Winkel auf eine der Seitenflächen trifft. Außerdem wird das Verhältnis von Luftvolu men zur Außenfläche günstiger, je stärker sich der Grundriss der Kreisform annähert. Aus diesem Grund kühlt ein Polygon-Wintergarten während der kalten Jahreszeit nicht so schnell aus, heißt es.

TIPPS

WÄRME

Vorher überlegen, ob man den Glasanbau heizen möchte. Falls ja – Steinboden vermeiden, denn dieser wird auf einer Schotter tragschicht verlegt, was zu einem drastischen Wärmeverlust führt.

PREISGESTALTUNG

Es muss kein aufwendiger Anbau sein, man kann auch einen klei nen Glaspavillon als Augenweide aufstellen lassen. Diesen gibt es bereits ab EUR 15.000,–.

MATERIAL

Holz ist für die Ewigkeit – vor allem für die ästhetische. Gerne an historischen Vorbildern orien tieren und im Zweifel so schlicht wie möglich halten.

ZWECKGEBUNDEN

Ist der Wintergarten nur zum Überwintern der Pflanzen gedacht oder gar ein erweiterter Speisesaal? Vorher sämtliche Möglichkeiten durchspielen.

FARBE

Mit dem Wintergarten kommt die Farbe: ob Dunkelgrau, Salbei oder Türkis – alles geht.

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Welches Material ist nun geeignet?

Holz ist der wichtigste Baustoff für den Wintergarten. Die Hersteller verwenden ausschließlich Brettschichtholz: Dieses ist nicht am Stück gewachsen, sondern wird aus dünnen Brettern zusammengeleimt. Der Vorteil: Die Profile verdrehen und verziehen sich nicht und halten höheren Lasten stand. Außerdem dämmt Holz die Wärme bes ser als jedes andere Material. Der natürliche Baustoff hat aber auch Nachteile: Die meisten Holzarten sind nicht sehr witterungsbestän dig und brauchen besonders im Außenbereich regelmäßig einen neuen Schutzanstrich. Auch für pflanzenreiche Wintergärten mit hoher Luft feuchtigkeit eignet sich Holz nur bedingt. Holz verbreitet zwar eine sehr wohnliche Atmosphäre, aber um die gleiche Stabilität wie bei Stahl- oder Aluminium-Bauweisen zu erreichen, benötigt man selbst bei Verwendung von hartem Tropenholz eine deutlich massivere Kon struktion.

Aluminium ermöglicht filigrane Wintergärten mit großen Glasflächen, da das Metall leicht und stabil ist. Weil es nicht rostet, erübrigt sich ein Schutzanstrich. Innen- und Außenprofile sollten nur über eine isolie rende Kunststoffeinlage verbunden sein, ansonsten kommt es wegen der hohen Leitfähigkeit zu Wärmeverlusten. Verbundbauweisen aus Holz und Aluminium haben sich besonders bewährt: Dabei wird die tra gende Holzkonstruktion außen mit hinterlüfteten Aluminiumblenden abgedeckt. Kunststoffprofile besitzen einen Stahlkern, der als Korro sionsschutz meist mit PVC ummantelt ist. Der größte Vorteil dieser Variante ist der günstige Preis: Stahl ist billiger und leichter zu ver arbeiten als Aluminium. Damit erkauft man sich aber auch ein paar Nachteile, denn die Profile haben ein relativ hohes Eigengewicht und sind für größere freitragende Flächen nicht ideal. Außerdem müssen sie genau wie Aluminium durch spezielle Kunststoffeinlagen isoliert werden. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Kunststoffober fläche mit den Jahren oftmals ihren Glanz verliert und etwas vergraut.

Gepflasterte Böden sind preiswert und leicht zu verlegen. Empfeh lenswert sind sie allerdings nur für unbeheizte Wintergärten, weil der Unterbau statt aus einer isolierten Betondecke nur aus einer verdichteten Schottertragschicht besteht. Das Beheizen eines solchen Wintergartens wäre mit hohen Wärmeverlusten verbunden. Der große Vorteil eines kalten Wintergartens mit gepflastertem Boden ist, dass die Anordnung und die Größe der Grundbeete für die Pflanzen im Nach hinein ohne größeren baulichen Aufwand verändert werden können.

Die wohl schönste Ausflugsdestination, wenn es um Wintergärten geht, ist die Gärtnerei von Schloss Wartholz. Der Wienerwald-Charme und die Jahr hundertwende-Idylle laden hier zu einem gemütli chen Kaffee im Wintergarten ein. Die Auswahl an wunderbaren Büchern im integrierten Shop lässt stets Neues entdecken.

Das Anfang des 18. Jahrhunderts von der Familie Mautner-Markhof erbaute Parkschlössl befindet sich direkt auf der Landstrasser Hauptstraße (also sehr zentral und mitten in der Hauptstadt Wien) und sieht von außen relativ unscheinbar aus. Park seitig entfaltet es allerdings seine Pracht dafür umso mehr. Der Wintergarten (von ALCO) bietet bis zu 120 Leuten Platz. Das Gebäude wird als Seminar hotel und Hochzeitslocation genutzt.

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ZUM ANSEHEN
www.valegardenhouses.co.uk,
Bilder:
rechts oben das Parkschlössl (ALCO), darüber Schloss Wartholz

Monika Thurnher ist GF der Firma ALCO. Das Unternehmen wurde im Jahr 1971 als Nieder lassung des deutschen Stahlkonzerns Hösch in Österreich unter der Leitung von Julius Thurnher gegründet. Bahn brechend war die Entwicklung patentierter AluminiumSchiebefenster- und -Schiebetürensysteme im Jahr 1985, die in weiterer Folge dazu führte, dass ALCO zum ersten Wintergartenspezialisten in Österreich avancierte, indem er die Terrasse zu einem integralen Bestandteil des Wohnbereichs machte.

siert hat. Die Erfahrung von ca. 5000 umgesetzten Projekten bildet eine solide Basis für jedes noch so an spruchsvolle Projekt. Die Konstruktionen von ALCO gehen weit über den klassischen Wintergarten hin aus, die hochwertigen Glas-Holz-Alu-Konstruktionen werden individuell auf die architektonischen Bedürf nisse eines Projekts zugeschnitten – ob einstöckig, zweistöckig, moderner Glaskubus, Anbindung an historische Gebäude oder aufwendige Hauserweite rungen. Auch Architekten schätzen das umfangreiche Know-how und die technische Kompetenz bei der Umsetzung ihrer anspruchsvollen Designentwürfe. Dazu bietet ALCO von der Planung über die Produk tion bis zur Montage alles aus einer Hand.

SS: Haben Sie auch Erfahrung mit historischen Gebäuden?

SCHLOSSSEITEN: Was macht einen guten Wintergarten aus?

ALCO: Ein guter Wintergarten wird das Zentrum eines jeden Gebäudes – egal, wie groß oder schön es ist. Das Geheimnis dabei ist das Licht: Licht von oben verschafft nicht nur den Pflanzen, sondern auch dem Menschen ein optimales Wohlbefinden. Keine noch so große Glasfront kann dasselbe Ergebnis erzielen wie Licht, das von oben kommt. Ein guter Wintergarten ist natürlich auch gut geplant – nicht nur in puncto Benützung, sondern er muss auch bauphysikalischen Anforderungen entsprechen. Eine Konstruktion aus Holz und Aluminium bietet da alle Vorteile: Holz als Tragekonstruktion ist statisch und wärmedämmtech nisch optimal, es kann Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und sorgt damit für ein opti males Raumklima. Außen mit Aluminium verkleidet, bleibt die Konstruktion lange Jahre wartungsarm. Die richtige Belüftung gibt dem Wintergarten die Voraus setzung, das ganze Jahr optimal genutzt zu werden. Weit öffenbare Türen und Dachöffnungen, kombiniert mit Beschattungen, sorgen auch an heißen Sommertagen für gute klimatische Verhältnisse im Wintergarten. Je nach Nutzung hat die richtige Heizung große Bedeu tung, und auch die optimale Planung des Fußbodens sowie des Lichtes im Wintergarten entscheiden über ein perfektes Ergebnis.

SS: Wo besteht der Unterschied zwischen ALCO und anderen Wintergärten, wenn man sich noch nie mit diesem Thema befasst hat?

ALCO: ALCO war das erste Unternehmen in Ös terreich, das sich ausschließlich auf die Planung und Produktion von hochwertigen Wintergärten speziali

ALCO: Unter den rund 5000 Projekten, die ALCO bereits geplant und errichtet hat, waren natürlich auch einige historische Gebäude dabei. Die Erweiterung um einen Wintergarten wurde dabei auf unterschiedli che Weise gelöst – mal modern, mal angepasst an die historische Substanz. Auch an denkmalgeschützten Gebäuden wurden bereits Projekte umgesetzt.

SS: Wo liegen hier die Herausforderungen bei der Integration eines Wintergartens?

ALCO: Diese liegen vor allem in der optischen Inte gration eines neuen Bauwerkes in den historischen Be stand. Dazu gibt es generell zwei Herangehensweisen: Entweder man entscheidet sich für einen Stilbruch –und damit für den Bau im modernen Stil – oder eben für die optische Anpassung an den historischen Be stand. Soll ein historisches Gebäude um einen Winter garten erweitert werden, ist das natürlich eine weitere Herausforderung. Aber diese besteht grundsätzlich bei jedem Projekt, egal ob historisch oder modern, wenn an ein bestehendes Gebäude angebaut wird.

SS: Wie kann ich bei einem Wintergarten am meis ten Energie sparen?

ALCO: Ein gut geplanter Wintergarten kann nicht nur zum Energiesparen, sondern sogar zur Energiepro duktion beitragen – je nachdem, ob der Wintergarten als Wohnraumerweiterung oder wirklich als klassischer Wintergarten genutzt werden soll. Klassische Wohn raumerweiterung wird heute in der Planung mit höch sten Wärmedämmstandards ausgeführt, das heißt, hier wird ausschließlich Dreifachverglasung verwendet. Die Kombination von Holz und Alu bei der Kon struktion ist bei ALCO ohnehin Standard. Durch die Integration von modernen Solar- bzw. Photovoltaik gläsern kann zusätzlich zum passiven Energiegewinn durch Sonneneinstrahlung auch aktiv Energie gewon nen werden. Beim klassischen Wintergarten, der vom Wohnbereich idealerweise mit Schiebetüren abge

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1.

WINTER

GARTEN

Wie der Name schon sagt, wird es kalt. Nicht nur trotz der Lecks in den beiden Versorgungspipelines von Nordstream 1 & 2, sondern auch aufgrund der ar chitektonischen Zweckmäßigkeit. Das Glashaus ist eigentlich für das Über wintern der Pflanzen gedacht. Wir gesellen uns jetzt dazu. Diesmal auf Empfehlung der Politik.

1. Viktorianisches Gewächshaus, bei www.selfkant-wolters.de, ab € 3.500 | 2. Rattanliege, von Manufactum, um € 750 | 3. Tischleuchte mit Glaskörper und Seidenschirm, von Porta Romana, Preis auf Anfrage | 4. Hausslipper mit Seiden futter, von broadlandslippers.co.uk, um GBP 175 | 5. Gesteppte Auflage, von La Redoute, um € 49 | 6. Buxbaum, bei Dehner, ab € 79 | 7. Pflanzenbesprüher von Haws, bei Manufactum, um € 35

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7.
3. 5.
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trennt ist, werden nur rasch und flexibel reagierende Heizsysteme eingeplant oder es wird ganz auf die Hei zung verzichtet. Scheint die Sonne, heizt sich der Win tergarten selbst im Winter bei Minusgraden durch die passive Solarnutzung rasch auf, und durch das Öffnen der Türen zum Wohnbereich kann dieser mitunter mitgeheizt werden. An extrem kalten und sonnen losen Tagen hingegen bleibt der Wintergarten vom Wohnraum abgetrennt. Um den Wintergarten den noch nutzen zu können, empfehlen wir hier eine elek trische Fußbodenheizung, Infrarotpaneele und/oder Kaminöfen, die noch zusätzlich für eine angenehme Atmosphäre im Wintergarten sorgen. Diese Heizsys teme heizen rasch auf und können schnell wieder ab geschaltet werden – sie sind somit energieeffizienter als die Anbindung an das Heizsystem des Hauses.

SS: Was beachten viele Bauherren bei der Anschaf fung eines Wintergartens nicht?

ALCO: Generell stellen wir bei unseren Kunden fest, dass sich der Wintergarten – obwohl er immer noch oftmals nur als Raum für die Pflanzen oder als Windund Regenschutz für die Terrasse geplant war – au tomatisch zum meistgenutzten Raum eines jeden Gebäudes entwickelt. Es liegt einfach in der Natur der Sache, dass sich der Mensch lieber in hellen als in dunklen Räumen aufhält. Bei der Anschaffung eines Wintergartens werden auch häufig die Themen einer notwendigen Baugenehmigung und der erforderlichen Zusatzkosten für Baumeisterarbeiten, Heizung, elek trische Installationen, Fußboden und Beschattung in der Budgetplanung vernachlässigt.

SS: Mit welchen Kosten muss ich bei der Anschaf fung eines Wintergartens rechnen?

ALCO: Grundsätzlich ist ein gut nutzbarer Wintergar ten in puncto Kosten mit dem Bau von hochwertigem Wohnraum vergleichbar. Je nach architektonischer Komplexität wird das mehr oder weniger ausmachen.

SS: Welche Form der Wintergärten sind bei Ihnen besonders populär?

ALCO: Nachdem wir hauptsächlich individuelle und hochwertige Projekte planen, werden diese meist der Architektur des Hauses angepasst. Pultdach, Sattel dach, Walmdach, Pyramidendach, Flachdach mit integriertem Glasdach sowie 2- und 3-stöckige Win tergärten sind die häufigsten Formen. Der Grundriss richtet sich nach den Erfordernissen vor Ort.

SS: Gibt es Beispiele von Wintergärten, die von ALCO sind und die man kennt?

ALCO: Unsere Klientel ist hauptsächlich im Privat bereich angesiedelt. Öffentliche Gebäude sind zum Beispiel das Parkschlössl im 3. Bezirk in Wien als his torisches Projekt, ansonsten einige Restaurants.

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Poolhaus von ALCO mit optimaler Belüftung und Wintergarten

1.

4.

AUSSEN

WIRKUNG

Man kann auch einen Wintergarten gediegen einrichten, als ausgelagertes Wohnzimmer sozusagen. Die eher kühleren Temperaturen verlangen nach einem gut gefütterten Morgenmantel, die Leuchte aus Versailles ebenfalls. Denn eine gewisse Einrichtung kommt stets mit einem passenden Habitus.

2. 5. 6.

1. Raumspray, von Cire Trudon, um € 190 | 2. Hängeleuchte, Original aus Versailles, von Antikeo, um € 10.000 | 3. Tapete „Morny“, von Manuel Canovas, ab € 200 | 4. Steinfliesen mit Cabochon-Muster, über stone-flooring.co.uk, ab € 150 | 5. Morgenmantel aus Samt mit Seidenfutter, von baturina-homewear.com, um € 650 | 6. Sofa von Maisons du Monde, um € 1.496

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Privater Logenplatz zur Wiener Staatsoper –besondere Momente zelebrieren im Hotel Bristol Wien Foto: © Hotel Bristol
Wien

130 JAHRE HOTEL BRISTOL WIEN

Avantgarde trifft Tradition.

Internationalität, Exklusivität und Extravaganz in Kombination mit zeitgenössischer Kunst – dafür war und ist das Bristol bekannt. Anlässlich des Jubiläums lässt das Haus diesen außergewöhnlichen Konnex mit zwei renommierten Künstlern aus der internationalen Kunst- und Kulturszene aufleben.

Ein multisensorisches, experimentelles Din ner mit Live-Regie und künstlicher Intelli genz steht im Mittepunkt der Feierlichkei ten. Kunst, Kulinarik und Tradition werden dabei auf einzigartige Weise mit der eigenen Ge schichte verknüpft. Und das ist längst noch nicht alles, womit das noble Haus seine Gäste überraschen wird.

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JAHRE GESCHICHTE – VOM

RINGSTRASSENPALAIS

ZUM GRAND HOTEL

Eröffnet wird das Hotel 1892 in einem ursprünglich vom Architekten Ludwig Ritter von Förster für

Wohnungen konzipierten Haus, 1898 und 1913 werden die Nachbarhäuser zugekauft. 1916 erfolgt eine Erweiterung durch das „Neue Bristol“, ein beein druckendes Jugendstilpalais am Kärntner Ring Nr. 1. Während des Zweiten Weltkriegs wird das Stammhaus vollkommen zerstört, während der Zeit der Besatzung durch die Alliierten bis 1955 von den USA besetzt. Nach deren Abzug gestaltet der Wiener Architekt Otto Mayr den Festsaal im Souterrain und den ovalen Biedermeiersalon. Umfassende Renovierungen begin nen ab den 1980er-Jahren. Unter anderem entstehen die landesweit größte Suite, die 360 m² große „Prince

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Foto: © Herbert Lehmann Ein Novum für die Wiener Fine-Dining-Szene: das Bristol Laboratorium mit multisensorischem Dinner

Mit einer Größe bis 360 m² ist die „Prince of Wales“-Suite eine der größten Hotelsuiten in Wien.

Foto: © Matthias Hamel Fotografie Foto: © Matthias Hamel Fotografie Die exklusiven Grand-Deluxe-Zimmer und Suiten des Bristol wurden vom berühmten französischen Designer Pierre-Yves Rochon im modernen Art-déco-Stil gestaltet.

of Wales“-Suite, das mehrfach ausgezeichnete Restau rant „Korso bei der Oper“ sowie ein „All Day Dining“Restaurant mit Salonatmosphäre in der Bristol Lounge.

Seit 2011 befindet sich das Hotel im Besitz der Sa cher-Gruppe und wird unter der Leitung des auf die Gestaltung von Grand Hotels spezialisierten franzö sischen Innenarchitekten Pierre-Yves Rochon unter Einbindung historischer Elemente mit zeitgenös sischen Akzenten modernisiert. Alle öffentlichen Räume des Hotels stehen unter Denkmalschutz. Ge führt wird das Bristol mit 127 Zimmer und 23 Suiten auf sechs Stockwerken von Marriott International, der weltweit größten Hotelkette, unter der Marke „The Luxury Collection Hotels & Resorts“.

„THE SECRET BRISTOL LOUNGE LABORATORY“ – A MULTISENSORY DINNER

Das gab es noch nie in Wien: eine Verbindung von Kunst und künstlicher Intelligenz mit der neuen Haute Cuisine. „Bristol Lounge“-Küchenchef René Molnar und der bildende Künstler und Medientheoretiker Robin Treier entwickelten eine kreative Methodik, die unterschiedliche Medien, Kochkunst, Intuition und künstliche Intelligenz zu einem exorbitanten Erleb nis verbindet. Passend zum jeweiligen Gang wird mit unterschiedlichen Elementen durch die Geschichte des Hauses geführt – ein künstlerisches Experiment,

laut Robin Treier „in einer multi-sensorischen Col lage, die dazu einladen möchte, die Gedanken und Sinne schweifen zu lassen in einem Raum der Frei heit“. Mit diesem Experiment schafft das Bristol einen neuen avantgardistischen Zugang zur exquisiten Kuli narik des Hauses. Das saisonal angepasste 6-gängige Menü wartet mit einer Neuinterpretation historischer Gerichte auf. Das ungewöhnliche Dinner wird im exklusiven Rahmen mit max. 20 Gästen zu einem Preis von € 365 pro Person angeboten. Auch weitere kulinarische Neuheiten wurden extra zum Jubiläum kreiert: So verwöhnt Küchenchef René Molnar in der Bristol Lounge die Feinschmecker mit neuesten Kreationen. Köstlich ist die Jubiläums-Edition des Bristol Cake, welche vom Signature Dessert Peach Melba inspiriert ist.

#BRISTOLVIENNACALLING – VIENNESE CHARME TODAY

Unter diesem Motto gestaltete der Berliner Upcy cling-Künstler Thomas Klotz zwei antike Telefonzellen in der Eingangshalle und schafft damit eine Verbin dung zwischen Jugendstil und zeitgenössischem Alltag. Die mit einem speziellen Fotolicht beleuchteten Tele fonzellen sind nicht nur idealer neuer Selfie-Hotspot, sondern auch eine Informationsquelle; denn hebt der/ die Besucher/in den Hörer ab, hört er/sie Anekdoten über die Geschichte des Haues.

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Lehmann
Foto: © Herbert
Fine-Dining by Küchenchef René Molnar in der eleganten Salon Atmosphäre der Bristol Lounge

Kunst-Unikate und wertvolle Antiquitäten wurden in den Opera-Suiten liebevoll auf opulente Teppiche und kostbare Stoffe abgestimmt.

„EXPERIENCE THE WORLD OF HOTEL BRISTOL“

Kaum jemand kennt das Hotel und die Anekdoten über die prominenten Gäste besser als Chef-Concierge Dieter Ludewig. Und derer gab es viele. Der englische König Edward III. nächtigte hier mit seiner damaligen heimlichen Geliebten und späteren Gemahlin, der Amerikanerin Wallis Simpson. Ihnen widmet das Bris tol die Jubiläums-Drinks „Edward & Wallis“. Weitere königliche Gäste waren Alfonso XIII. und Juan Car los von Spanien. Der US-Präsident Theodore Roose velt schlief hier ebenso wie der Komponist Giacomo Pucciní, der Dirigent und Komponist Leonard Bern stein, der Musiker Paul McCartney, die Pop-Ikone Shakira oder der Musiker Eugène Ysaÿe. Ein weiteres Jubiläums-Highlight ist die Showcase Area mit his torischen Kostbarkeiten.

Text: Eva von Schilgen

Hotel Bristol, a Luxury Collection Hotel, Wien Kärntner Ring 1, 1010 Wien

Jubiläums-Aktivitäten im Überblick

Geführte Touren „Experience the World of Hotel Bristol“ Showcase Area mit historischen Kostbarkeiten Selfie-Hotspot Klimt-Telefonzelle

Neue Genussmomente: Multisensory Dinner mit saisonalem 6-Gänge-Menü Jubiläums-Drinks Jubiläums-Edition der Bristol Cake

Mehr Informationen: www.bristolvienna.com Multisensory Dinner: www.bristol-lounge.at/laboratorium

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INFOBOX
„Das Bristol zeigte schon bei seiner Eröffnung im Jahr 1892 Pioniergeist, und ganz auf diesen Spuren gehen wir auch heute wieder neue Wege.“
Simone
Dulies, General Manager des Hotels Bristol (seit 2015)
Foto: © Matthias Hamel Fotografie
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hofburg.com

BALL GEFLÜSTER

. 6. 7. 8.

Es ist wieder so weit: Es darf wieder getanzt und gefeiert werden. Wichtig ist, das richtige Outfit für die Bälle zu tragen, sodass man in seiner Robe funkelt und bis in die Morgen stunden noch auf dem Tanzparkett brilliert.

1. Klassischer Frack mit Frackhemd, von Knize, ab € 2.880 (Hemd € 380) | 2. STRAWANZA Eau de Cologne, 100 ml, mit einer frisch-maskulinen, pfeffrig-holzigen Note, von wienerschurken.at, um € 59 | 3. Florale Clutch namens „Pasticcino Bag Venezia“, von Weekend Max Mara, um € 635 | 4. Abendkleid mit Farbverläufen und Cape-Detail, von Talbot Runhof, bei popp-kretschmer.com, um € 1.598 | 5. Ring mit gelbem und champagnerfarbenem Diamanten und Brillanten, insgesamt 3,30 ct, in Platin, bei A.E. Köchert, Preis auf Anfrage | 6. „Cristal Gold Pointy“-Loafers, mit denen man bequem durch den Abend tanzen kann, von bellas-vienna.at, um € 189 | 7. Manschettenknöpfe, Rubellit, Aquamarin, Mondstein, bei A.E. Köchert, um € 2.900 | 8. „OSCAR MEN“ Black Tie Slipper, von mychatelles.com, um € 320

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Die Stiegen in den Palais bei Bällen sind wie der rote Teppich, es geht um sehen und gesehen werden. 2

©Kirchgasser Photography

Durch das Zusammenspiel von künstlerischer Leidenschaft und kaiserlichem Meisterkonfekt schaffen das Belvedere und die Imperial Torte einen Genuss für alle Sinne – die Limited Edition WIENER KAFFEE.

LIMITED EDITION – WIENER KAFFEE ©Belvedere,
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Wien
Genuss für alle Sinne.
Sicherung der Ripsapplikationsteile

TEXTILRESTAURIERUNG NEUGEBAUER

Mit Liebe zum Textil

Die Unternehmerin Petra Moldaschl hat zu Beginn dieses Jahres die renommierte Textilrestaurierung Neugebauer über nommen, um gemeinsam mit dem eingespielten Team der Werkstatt kostbare Objekte für die Nachwelt zu erhalten. Die Konstellation aus einer Business-Lady und fünf Damen, die ihr Handwerk verstehen, lässt sich gut an.

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Fotos: © aeliaandthecamera.com & Textilrestaurierung Neugebauer

TEXTILRESTAURIERUNG NEUGEBAUER –

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN.

Nicht leicht aufzufinden in den unendlichen Weiten des Schlosses Schönbrunn und seiner Seitentrakte, führt eine unscheinbare Tür in ein ganz besonderes Atelier. Auf hohen Tischen und unter guten Lichtquellen sind kostbare Tapisserien, historische Kleidungsstücke, einzigartige Wandmedaillons oder ein bemalter Seidenparavent aufgelegt.

Alles ist bereit, um daran in hochprofessio nellen Interventionsschritten zu werken. „Wir behandeln die Objekte wie Prin zessinnen“, erklärt Restauratorin Silvia Zechmeister schmunzelnd, während sie vorsichtig und mit weißen Handschuhen bestückt mehrere Lagen von Seidenpapier von den Textilien hebt.

Zum Vorschein kommt ein wunderschöner Seiden rock, den Kaiserin Elisabeth, hierzulande liebevoll „Sisi“ genannt, in Korfu getragen hat. Dort, wo die Kaiserin sich einen Palast erbauen ließ, den sie be sonders gerne bewohnte. Der Rock ist aus Seidentaft gearbeitet, mit zartrosa Stoffbändchen strukturiert und stammt, so wie auch die Bluse, das Mieder und

der Unterrock, ursprünglich aus dem Atelier Marie Brauner in München. Die Hofdame hat ein Mono gramm an der Innenseite des Oberteils befestigt, auf dem Delphin und Krone zu sehen sind – ein weiterer Beweis, dass dieses Kleid aus der Korfu-Garderobe der Kaiserin stammt. Spannend, wie hier in der Textil werkstatt recherchiert wird, was man alles wissen kann und wissen muss, bevor eine Restaurierung in Angriff genommen werden kann.

Das kostbare Stück aus dem Besitz des Schlosses Schönbrunn wurde erst kürzlich für die Befundung hierhergebracht. Man fängt mit einer genauen Analyse des Stoffes und des Schnittes an, danach kann mit der vorsichtigen Reinigung begonnen werden.

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Das Team von Textilrestaurierung Neugebauer

Besprechung der geplanten Maßnahmen

Offensichtlich wurden bei einer der zwischenzeitlich durchgeführten Restaurierungsarbeiten der Falten wurf sowie andere Schnittverläufe leicht geändert, und jetzt geht es an die fachlichen Diskussionen: „Kann man das Wagnis einer Rückführung eingehen?“, fragt der zuständige Restaurator der Schönbrunn Group, Martin Siennicki. „Wird der fragile, brüchige Stoff es aushalten?“ Ein Dummy wurde angefertigt, um den Faltenwurf zu simulieren. Das Kleidungsstück soll in Zukunft für eine geplante Präsentation zugänglich gemacht werden. Bis es allerdings so weit ist, werden noch die Köpfe rauchen und Nadeln und Faden zum Einsatz kommen.

Einen Tisch weiter arbeiten zwei junge Damen an einer Tapisserie. Beide haben abgeschlossene Studien: Lena in Konservierung und Restaurierung an der An gewandten, Valentina in Modedesign und Kunstge schichte. Es ist wichtig, viel zu wissen, aber eigentlich ist es die „Liebe zum Textil“, die Restauratorin Silvia Zechmeister als wesentlichste Voraussetzung für diese Tätigkeiten sieht. Dazu kommen dann natürlich noch der geschickte Umgang mit Nadel, Faden und Schere sowie Pinzette, gute Augen und – nicht zu vergessen –jede Menge Geduld. Mitunter arbeitet man an einem einzigen Stück mehrere Monate lang.

Der etwa 450 Jahre alte Wandbehang aus den Samm

lungen des Fürsten von und zu Liechtenstein ist ein gutes Beispiel dafür. Unendlich viele kleine Löcher müssen konserviert werden. Dazu werden die Fäden vor Ort in den entsprechenden Farben eingefärbt. Verwendet wird ein synthetischer Farbstoff, wie Sil via Zechmeister erklärt. Doch zuallererst hat man die Tapisserie in der Aerosol-Waschanlage ganz schonend gereinigt, einer von europaweit nur zwei existierenden solchen Anlagen, deren wesentlicher Teil ein 40 m² großer Unterdrucktisch ist. Das jeweilige Objekt wird aufgelegt, und während von oben 30 Liter Wasser pro Stunde vernebelt werden, wird von unten abgesaugt.

Mit demselben Verfahren wird teilweise auch die Hunderte Jahre alte Tafelwäsche des Schlosses Schön brunn, der Hofburg, der Kaiservilla in Bad Ischl und aller anderen Häuser, in deren Museen gedeck te Tische zu bewundern sind, behandelt. Das größte Stück ist ein zehn Meter langes und dreieinhalb Meter breites Tischtuch aus der Hof- und Silberkammer, das vom Kaiserpaar Franz Joseph und Elisabeth vermut lich verwendet wurde und das hier nicht nur vorsichtig gereinigt, sondern auch in stundenlanger Arbeit sorg fältig gebügelt und gefaltet wird.

Martin Siennicki, Restaurator im Schloss Schönbrunn, ist bereits mit etlichen Stücken hierher in die Werkstatt gekommen. „Es gibt in Österreich wie auch in Euro pa eine Menge einzelner Restauratoren, und wir sind natürlich an gesetzliche Vergaberichtlinien gebunden. Aber hier, in räumlicher Nähe zu uns, sind ein reger Austausch und gemeinsame Recherchen sehr einfach. Die Protagonisten kennen einander. Und auch die Objekte sind dem Team der Textilrestaurierung Neu gebauer großteils bestens bekannt.“

Nicht umsonst hat er kürzlich die 26 Medaillons aus dem Frühstückszimmer der Kaiserin Maria Theresia hierhergebracht, um die kostbaren Applikationen aus Seidenrips, die über die Zeit ihre ursprünglichen Far ben weitgehend verloren haben, konservatorisch be handeln zu lassen. „Das lässt sich nicht mehr zurück bringen“, so Doris Flandorfer, die ebenfalls im Atelier als Textilrestauratorin tätig ist. „Wir können nur si cherstellen, dass dieses Kulturgut erhalten wird und sich im Zustand nicht verschlechtert“, erklärt sie uns den Zugang zu ihrer Arbeit. Sobald die Textilteile der Medaillons gereinigt sind, kommen sie wieder hinter Glas, um dann in ihren ursprünglichen Holzrahmen in die Wandvertäfelung des Frühstückszimmers einge legt zu werden.

Die originale Bluse, die Johanna Staude auf dem Porträt trägt, das Gustav Klimt von ihr angefertigt

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hat, und die sich, so wie auch das Gemälde selbst, im Besitz der Galerie Belvedere befindet, war hier im Tex tilatelier ebenso in Arbeit wie der dreiteilige bemalte Paravent eines Privatbesitzers, dessen Seide konser viert werden muss. Ein französisches Taufkleid, ein Opernkleid des Tenors Leo Slezak, eine Kasel aus dem Stift Kremsmünster, koptische Textilien aus dem 4. Jahrhundert, Tapisserien aus preußischen Schlössern, ein Kanapee aus dem Besitz einer priva ten Familie, Tapeten aus dem Thronsaal in Salzburg, das Damastgewebe des Beichtstuhls, der in der Hof burg steht, oder auch der Seidensamt und die Gold stickerei des Prunkbetts der Kaiserin Maria There sia wurden hier in der Werkstatt bereits restauriert. „Jedes dieser Stücke ist uns ans Herz gewachsen“, betont Silvia Zechmeister.

Petra Moldaschl macht seit Anfang des Jahres das Team aus vier Restauratorinnen und einer jungen Dame, die sich um Befundungen und Dokumentationen küm mert, komplett. „Ich bin dazu wie die Jungfrau zum Kind gekommen“, sagt sie lachend. Sie war in der IT- und in der Eventbranche tätig, als die Pandemie ihre Aufträge schmelzen ließ. Dann ergab sich durch einen persönlichen Kontakt die Möglichkeit, die Textilrestaurierung zu übernehmen. Gründerin Hil de Neugebauer wollte in Pension gehen und konnte Petra Moldaschl überzeugen. „Die Erhaltung kostba

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Bluse aus der Korfu-Garderobe von Kaiserin Elisabeth (im Eigentum der Schönbrunn Group) Kasel aus dem Stift Kremsmünster

rer Textilien für die Nachwelt hat meine Begeister ung geweckt. Es ist eine wunderschöne Tätigkeit, ganz etwas anderes, als ich je gemacht habe“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie die Werkstatt übernommen und ist mit der kaufmännischen Seite, der Angebotslegung, der Akquise und dem Kontakt mit den Kundinnen und Kunden vollauf beschäftigt.

Ihr Team besteht aus „Künstlerinnen“, wie sie un terstreicht. „Jede von ihnen verfügt über ein großes Wissen und eine große Leidenschaft. Sie sind das Kapital und das Herz des Unternehmens.“

Eine besondere Gelassenheit und die Entschleuni gung des Alltags sind in der Werkstatt spürbar. Es ist leise, hell und sauber. „Hier gibt es nichts Schnelllebiges“, erläutert Petra Moldaschl und wird demütig, wenn sie daran denkt, dass „alles, was es hier zu bewundern gibt, schon lange vor uns existiert hat und dank der Arbeit der Restauratorinnen noch lange nach uns Bestand haben wird.“ Sobald das er ste Jahr wirtschaftlich erfolgreich verlaufen ist, will sich die Unternehmerin auf Innovationen stürzen. „Abläufe, Befundungen und Dokumentationen kön nten effizienter werden“, weiß sie aus ihrer IT-Ver gangenheit. Ansonsten freut sie sich auf schöne Stücke, die das ganze Team in eine längst vergangene Welt entführen.

Meidlinger Viereckl 50, 1130 Wien Atelier: +43 1 8792762

Petra Moldaschl: +43 664 4125353 atelier@textilrestaurierung.at www.textilrestaurierung.at

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Restauratorinnen bei der Arbeit an einer Tapisserie aus den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein Aerosolreinigung der Tapisserie „Wildgarten“ aus den Fürstlichen Sammlungen von Liechtenstein
Textilrestaurierung Neugebauer GmbH Schloss Schönbrunn
INFOBOX

Ganz ehrlich, Zeit für die eigene Gesundheit muss man sich einfach nur nehmen.

Am besten in einem der führenden Medical Spas Europas.

THE PLACE TO BE

Das private Gesundheitszentrum Park Igls in Tirol, Österreich –vielfach preisgekrönt und eines der besten Medical Spas Europas. Seit bald drei Jahrzehnten führt man hier anspruchsvolle Gäste mit höchster medizinischer Kompetenz, Erfahrung und Diskretion zu einem gesünderen Lebensstil. Die Methode? Erstklassige medizinische Diagnostik und Therapie im Zeichen der Modernen Mayr-Medizin. Gesunde Auszeit buchen für Detox, Medical-Checks, De-Stress, Regeneration oder eines der vielen Mayr-Specials. Info: +43 (0)512 377 305, www.park-igls.at

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Das Hauptgeschäft in der Tegetthoffstraße 3 lädt zum gedeckten Tisch ein!

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STURM SILBER

Silber hat eine ewige Tradition, nicht nur in der Tischkultur, und wird auch noch viele weitere Jahrhun derte an Wert und Bestand beibehalten. Und wer könnte diesbezüglich besser beraten als eine Familie, welche die Liebe für Silber bereits vor fünf Generationen für sich entdeckt hat ...

n den zentral gelegenen Geschäftslokalen der Familie Sturm findet man sowohl das erste Besteck als auch die erste Spardose und somit eine Investition in die Zukunft. Bei dem weit mehr als nur überschaubaren Sortiment, das von Tischkultur und Dekorationsarti keln über Büroaccessoires bis hin zu Silberschmuck reicht, lässt sich für jeden Anlass und für jede Person das Richtige finden.

Für jemanden, der schon alles hat Ob in Sterlingsilber oder versilbert – für alle wird hier stets nur das Beste verwirklicht. Aufgrund der sehr an sprechenden und kühlen Farbe des Silbers sind die schö nen Stücke sowohl mit modernen als auch mit antiken Gegenständen gut kombinierbar. Der verzierte Kamin mit antikem Wert kann ohne große Umbauarbeiten mit schlichten Fotorahmen modernisiert werden.

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140
A Das familiengeführte Wiener Unternehmen, das schon lange „Silberstatus“ erreicht hat!
JAHRE STURM SILBER ~ 140 JAHRE SILBER-LEIDENSCHAFT

Egal, welcher Trend kommt und wieder geht – Silber wird durch seine einzigartigen Eigenschaften und die besonders strahlende Farbe immer und zu jeder Zeit Gesprächsstoff bieten. Haben Sie zum Beispiel ge wusst, dass Silber eine antibakterielle Wirkung hat? Aus diesem Grund ist es sehr empfehlenswert, sein Sil berbesteck nicht nur an den Weihnachtsfeiertagen zu präsentieren, sondern es als Ess besteck täglich zu nutzen. Sollten Ihre Messer noch nicht spülma schinengeeignet sein, kann die Silber schmiede Ihre Klingen einlöten, um für die moderne Küche ausgestattet zu sein.

Mit Silber geben Sie nicht nur ein Stück Tradition, sondern auch einen großen Teil Geschichte weiter. Spätes

tens wenn das sorgfältig ausgesuchte Geschenk mit einer Gravur versehen wurde, haben Sie sprichwört lich „Geschichte geschrieben“. Bei diesem etablierten Familienunternehmen wird noch aus allererster Hand in der eigenen Werkstatt graviert, wodurch Sie sicher sein können, dass nur das Beste auf Ihrem edlen Ge genstand verewigt wird. Hierbei können die Gravuren frei gewählt werden, ob es nun Ihre eigene Handschrift ist, das Familienwappen, ein Logo oder die Initialen. Mit der eigenen Handschrift als Gra vur lassen sich übrigens großar

Collier/Armband

Sterlingsilber im Erbsenmuster, mit Magnetverschluss, ab € 353,– | Blumen in Sterlingsilber mit Emaille, € 280,–

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tige Andenken kreieren. Wie wäre es, wenn Sie die Handschrift Ihrer Kinder auf einem Tablett verewigen und somit einen einzigartigen Gegenstand im Büro platzieren …

Seit 140 Jahren führender Spezialist für Silberwaren und versilberte Produkte in Wien

Durch die fachkundige Beratung vor Ort, per Telefon oder über E-Mail wird Ihnen jegliches Kopfzerbrechen abgenom men. In den großen Räu men von Sturm Silber ist man nicht nur von strahlenden Silberwaren, sondern auch von Spe zialisten umgeben. Mit hilfe ihrer langjährigen Erfahrung, auch jener der Mitarbeiter, wer den ausgefallene Ideen verwirklicht und um gesetzt oder aus einem eigenen Blickwinkel neu interpretiert.

Jegliche Reparatur arbeit wie Löten, Schleifen, Polieren oder galvanisches Versilbern wird gerne zur fachmän nischen Instand setzung entgegenge nommen, um Ihren wertvollen Silberge genständen einen neuen Glanz zu verleihen. Hier kümmert man sich um Ihr Besteck, wenn es neue Messerklingen benötigt und aufpoliert werden soll, um Ihren Lieblingsleuch ter, von dem ein Arm abgebrochen ist, aber auch um jene Teekanne, die noch mit Blessuren leben muss.

Nach einer Begutachtung durch die fachkundigen Au gen der Familie Sturm in Zusammenarbeit mit dem Silberschmied in der Werkstatt wird Ihnen zunächst ein kostenloser und unverbindlicher Kostenvoran schlag unterbreitet. Falls Sie Ihr liebstes Stück her richten lassen wollen, wird alles darangesetzt, es bis zu dem von Ihnen gewünschten Datum fertigzustel

len. Sollten Sie also Ihr Silberbesteck für das nächste Weihnachtsessen benötigen, um bei Ihrer Schwieger mutter einen guten Eindruck zu machen, sollten Sie so schnell wie möglich zu dieser Adresse gehen.

Jede noch so ausgefallene Idee kann hier zur Wirklichkeit werden.

Für gewisse Anlässe wie Taufen oder Geburten werden Sie jederzeit etwas Bleibendes mit einem hohen Erinne rungswert finden. Viele ken nen noch die österreichweit bekannte „Entenspardose“ mit jeweils blauem oder rosa Hauberl, welche sich bei den meisten noch zu Hause fin det. Auch Hochzei ten sind ein beliebter Anlass, um Silber zu schenken oder sich solches zu wünschen. Hier werden noch nach alter Traditi on Hochzeitslisten erstellt, um dem zu künftigen Brautpaar jenes Geschenk zu bereiten, welches sich die beiden im Vorfeld sorgfältig ausgesucht haben.

Verpassen Sie auf keinen Fall die weih nachtliche Dekora tion der Schaufenster und finden Sie dort für die nächste Weih nachtsfeier besondere Präsente sowie edle Inspirationen für Ihr eigenes Heim, die jeden Besucher in großes Staunen versetzen. Zur Weihnachtszeit wird man hier von kleinen Artikeln, die als Mitbringsel geeignet sind, bis hin zum großen Tablett für den Braten fündig. Gravuren werden auch zu dieser Zeit fleißig in der Werkstatt verwirklicht, um das Weihnachtsfest zu retten!

Sturm Silber – an dieser Adresse können Sie sich ge wiss sein, dass Sie zu jedem Anlass und mit jeder noch so ausgefallenen Idee gut aufgehoben sind und dass Ihr Wunsch mit hoher Wahrscheinlichkeit auch tat

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Die kleinere, aber dafür sehr feine Auswahl in der Habsburgergasse 14.

sächlich verwirklicht wird. Angesichts der jahrhun dertelangen Erfahrung und des daraus resultierenden großen Netzwerkes können Sie sich sicher sein, dass hier noch die Bemühung zu einer „Wunscherfüllungs

garantie“ besteht. Lassen Sie sich zwischen all den glänzenden Gegenständen von Fachkundigen beraten, die ihre Profession verstehen.

INFOBOX

Albert Sturm Silberwaren Tegetthoffstraße 3, A-1010 Wien +43 1 5126924 | sturm.silber@aon.at Habsburgergasse 14, A-1010 Wien +43 1 5332065

www.sturm-silber.at Follow us on Instagram: @sturm.silber

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Die Danube Private University (DPU), in Krems an der Donau, ist geografisch eingebettet in das UNESCO Weltkulturerbe Wachau, 60 km vor den Toren Wiens gelegen und befindet sich damit in einer der attraktivsten Regionen Österreichs. Die DPU war die erste Privatuniversität in Österreich, die eine Fakultät Medizin/

Zahnmedizin zur Akkreditierung führte. Sie kann zwischenzeitlich auf eine große Erfolgsstory in der Lehre zurückblicken und hat sich auch in der Forschung international etabliert. Die Universität ist von einem College-Charakter geprägt und folgt in ihrer Philosophie dem humanistischen Leitbild.

Freund*innen und Netzwerk fürs

Danube Private University - DPU danubeprivateuniversity Steiner Landstraße 124 | 3500 Krems-Stein | www.DP-Uni.ac.at info@dp-uni.ac.at | Tel.: +43 (0) 676 84 24 19 312 Diplomstudium Dr. med. dent. Konsekutives Studium Dr. med. univ. HUMANMEDIZIN ZAHNMEDIZIN Jetzt für einen STUDIENPLATZ bewerben
develop leaders in dental and human medicine Renommierte Dozent*innen Staatlich und EU-weit anerkanntes State-of-the-Art-Studium Erweitertes Studienprogramm: Einbindung moderner Fachgebiete Exklusive Praktikaplätze in der Regelstudienzeit
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Topmodernes Equipment Hervorragende Infrastruktur
Leben
Lernen in Gemeinschaft Nachwuchsförderung

KUNST IST UREWIG

Vor vielen Jahren kam ich in eine Wohnung, in der die Besitzer alte und zeitgenössische Kunst in atemberaubender Weise kom biniert hatten. Neben einem wuchtigen Renaissanceschrank hing ein wildes, rotes Schüttbild von Hermann Nitsch.

Mittlerweile haben Kunsthändler schon lange keine Scheu mehr, in Biedermeier-Kojen die genialen „Kritze leien“ von Hans Staudacher aufzuhängen und über einer Jugendstil-Sitzgruppe einen „Mao“ von Andy Warhol. Es passt, weil beides von hoher Qualität ist.

Zugegeben, die Qualität von Möbeln ist relativ leicht erklärbar: Hierbei kommt es auf die perfekte handwerkli che Verarbeitung an, auf die Zweckmäßigkeit, auf die stilgerechte Form.

Die Qualität von Kunstwerken ist hingegen sehr viel schwieriger zu beurteilen. Das fängt schon damit an, dass niemand definieren kann, was Kunst eigentlich ist. Sie kann heute alles sein: ein zusammengepresstes Auto wrack, eine schmutzige Badewanne oder eine auf einen Zettel gekritzelte Notiz.

Aber schon in der Renaissance, als Kunst entweder ein Bild oder eine Skulptur war, wurde die Beurteilung der Qualität eines Kunstwerks als unmöglich erachtet. Also entschloss man sich, nicht die Werke, sondern die Fähigkeiten des Künstlers, seine Kreativität, sein Poten zial, seine Persönlichkeit, sein Charisma zu beurteilen. Das ist noch heute so. Banksy erzielt nicht deshalb so hohe Preise, weil seine Werke so großartig wären, son dern weil das Geheimnis um seine Person so atembe raubend ist.

„Objektive“ Kriterien für die Qualität von Kunst gibt es nicht. Sonst hätten die Professoren der Universität Gustav Klimt vor 120 Jahren nicht geraten, seine Bilder besser im Wurstelprater aufzuhängen. Sonst wären die Passstücke von Franz West vor dreißig Jahren nicht um ein Butterbrot zu haben gewesen, während sie heute Zig tausende Euro kosten.

Aber auch, wenn es keine objektiven Kriterien gibt, für sich selbst kann man immer herausfinden, was einen be wegt, was einen anregt, was einem wichtig ist. Und des halb existiert kein grundsätzlicher Gegensatz zwischen alter und neuer Kunst. Ob ein Kunstwerk als aufregend er lebt wird oder nicht, hängt nicht von seiner Entstehungszeit ab.

18. Auktion, Günter Brus „Alle wissen Bescheid, nur nicht die Bestie“, Mischtechnik auf Papier, 111,5 x 78 cm, 1985, verkauft um € 68.340,00

Angesichts der Höhlenmalereien in Lascaux soll Pablo Pi casso ausgerufen haben: „Wir haben nichts dazugelernt!“ Und tatsächlich wirken einige der Jahrtausende alten Bilder ungeheuer modern. Aber auch „modern“ passt als Begriffsbeschreibung nicht wirklich. „Kunst“, hat Egon Schiele vor 110 Jahren gesagt, „Kunst ist nicht modern, Kunst ist urewig.“

RESSLER KUNST AUKTIONEN GMBH

1100 Wien, Absberggasse 27, Galerie Ostlicht Tel.: +43 1 6005630 oder +43 676 4102225 ressler@resslerkunst.com

Unsere nächste Auktion: 30. Januar 2023, Vorbesichtigung ab 27. Januar 2023 (auch Samstag und Sonntag). Online unter www.resslerkunst.com ab 8. Januar 2023.

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188 SCHLOSSSEITEN
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Aus Auktion 152 vom 8. November 2022

Publius Terentius Afer. Comico Carmine. Straßburg, Grüninger, 1503. Folio. Mit Titelholzschnitt (abgebildet), 6 ganzseitigen und 142 kleinen Holzschnitten. –Eine der schönsten frühen Ausgaben der Komödien des Terenz. (Schätzpreis € 8.000,–)

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191 SCHLOSSSEITEN

Anna beim Entwerfen an ihrem Arbeitsplatz

Fotos: © aeliaandthecamera.com

DIE ARCHITEKTIN MIT STIL

Anna Feichtenschlager startet mit ihrem Architekturbüro durch.

Anna kommt aus einer Traditionstischlerei aus Oberösterreich, welche im Jahr 1833 gegründet wurde. 2022 wagt sie den Schritt in die Selbst ständigkeit und gründet ihr eigenes Architekturbüro am Attersee im Salzkammergut. Im Laufe der Firmengeschichte des Tischlereibetriebes durfte das Unternehmen bereits zahlreiche Herrenhäuser, Schlösser und Jagdhäuser – vorwiegend in Österreich und Deutschland – einrichten, jedoch finden sich auch moderne Auftragsarbeiten unter den Referenzen. Ankleiden, Küchen, Bäder, Window Seats, Wandverkleidungen und vieles mehr zählen zum angebotenen Leistungsspektrum.

193 SCHLOSSSEITEN
für den Umbau eines Hauses im Salzkammergut .
Fassadenplanung

Besonderer Wert wird auf die Entwurfsplanung und die sehr hochwertige Ausführung der Holzmöbel gelegt, die mit Wandfarben, Tapeten- und Stoffkonzepten zu einem harmonischen Ganzen abgerundet werden. Das Unter nehmen kann somit auf eine langjährige Erfahrung im Bereich Innenausbau und Planung zurückblicken.

Nachdem Anna so viel Freude am „Gestalten als Ganzes“ hat, traf sie die Entscheidung, sich neben dem elterli chen Betrieb mit einem Ingenieurbüro selbstständig zu machen. Ihr Stil und ihr Gespür lassen erkennen, dass sie ihre Ausbildung auch in England absolviert hat. Nach dem Architekturstudium in Wien zog es sie für einen Sommer an das Central Saint Martins College of Art and Design, um in Englands Hauptstadt einen Interior Design Course zu absolvieren. Die britische Ar chitektur begeisterte sie und ihre kreative Ader konnte sich erst jetzt so richtig entfalten, deshalb hängte sie ein

Masterstudium für Architectural Interior Design auf der Inchbald School of Design/University of Wales in London an und kehrte vor nunmehr 10 Jahren in den elterlichen Betrieb zurück.

Als Anna Feichtenschlager Anfang dieses Jahres von Freunden gefragt wurde, ob sie die gesamte Innenraum planung für ein Haus am Traunsee übernehmen wolle, nahm sie dies zum Anlass, endlich ihr eigenes Architek turbüro ins Leben zu rufen. Mit einem sicheren Stilge fühl wählt sie Stoffe, Böden oder Lampen und Beschlä ge aus und verbindet den eleganten britischen Country House Style mit österreichischer Authentizität. Dieser Stil fügt sich natürlich im Salzkammergut perfekt ein, denn hier schätzt man Gemütlichkeit mit hochwertigen Materialien aus heimischen Manufakturen. Es darf aber auch ein Stoff von britischen Firmen wie Andrew Martin oder Colefax & Fowler sein, um klassisches Design zu untermalen. Aus England hat Anna Feichtenschlager de finitiv den Mut zu Farben in Innenräumen mitgenom men, sei es an Wänden, an den Möbeln, den Stoffen oder Lampen.

Wir trafen die sympathische Architektin zum Interview in ihrer Wiener Wohnung.

SS: An welchem Projekt arbeitest du gerade?

AF: Aktuell arbeite ich am Umbau eines Hauses am Attersee, der bis zum Frühjahr fertiggestellt werden soll. Dabei habe ich neben der Gestaltung der Innenräume auch die Fassadenplanung übernommen, die nun von einer 70er-Jahre-Architektur in ein elegantes Salzkam

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Entwurf für ein Badezimmer mit umlaufender Wandverkleidung und integrierter Badewanne Entwurf für einen Waschtisch mit seitlichen Regalen

mergut-Haus verwandelt wird. Ich bin direkt am Atter see zu Hause und liebe die Architektur des Salzkammer guts. Die ganze Region mit ihren Seen und Bergen sowie ihrem einzigartigen Charakter ist für mich ein wunder barer Ort zum Leben und Arbeiten. Meine zweite Hei mat ist mittlerweile Wien geworden, wo ich auch schon einige Projekte übernommen habe.

SS: Was unterscheidet deine Arbeit als Innenarchi tektin von jener in der elterlichen Tischlerei?

AF: Mein Fokus liegt nun vermehrt auf der Planung und Gestaltung der gesamten Innenräume. Vor ein paar Jahren habe ich zudem meine Gewerberechtsprüfung für Ingenieurbüros absolviert, sodass ich nun auch Um bauten für Innenräume leiten darf. Ich hatte bei unseren Projekten in der Firma schon die Gelegenheit, mit allen Gewerken zusammenzuarbeiten und diese zu koordinie ren, alles abzustimmen und zu besprechen. Viele Kun den wissen es sehr zu schätzen, wenn jemand die Bespre chungen mit dem Installateur oder dem Elektriker etc. mit übernehmen kann. Was mir durch die Erfahrungen in der Tischlerei als Innenarchitektin sehr zugute kommt, sind die Kenntnisse, wie Möbel gebaut werden, was aus technischer Sicht hier möglich und umsetzbar ist. So konnte ich über Konstruktionsmethoden reichlich Wis sen ansammeln, welche Bänder und Beschläge früher verwendet wurden, welche modernen technischen Lö sungen heute möglich sind und wie man diese elegant miteinander verbinden kann. Vor allem über Details von Möbeln im Hinblick auf Profile, Gesimse, gewisse Stile und Oberflächen durfte ich viel lernen. Mein Tä tigkeitsbereich erstreckt sich von der Entwurfsplanung

von Innenräumen und Möbeln über die Planung von Umbauten, die Farbgestaltung und Abstimmung bis zur Organisation von Lampen, Stoffen, Tapeten etc. Auch die Koordination mit den anderen Gewerken wie Tisch ler, Maler, Tapezierer, Elektriker usw. organisiere ich ger ne mit.

SS: Was inspiriert dich?

AF: Meistens sind es die Bewohner selbst, die mich ins pirieren, die Persönlichkeiten dahinter, deren Lebensge wohnheiten, die Atmosphäre der einzurichtenden Häu ser sowie der unmittelbaren Umgebung dort. Mir ist in meinen Entwürfen vor allem wichtig, die Individualität der Bewohner zu spüren und ein perfekt darauf abge stimmtes Design mit sehr hochwertiger Ausführung und viel Liebe zum Detail zu gestalten.

SS: Hast du Firmen an der Hand, die die Umsetzung durchführen?

AF: Ich habe einige hochwertige und verlässliche Fir men, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite: Tisch ler, Stoffhändler, Tapezierer, Stuckateure oder Baufirmen. Bei Elektrikern und Installateuren greife ich vorrangig auf Firmen vor Ort zurück, da diese das Gebäude meist schon kennen und auch nach der Fertigstellung natür lich gut und zeitnah erreichbar sein sollen.

SS: Mit welchen Materialien arbeitest du gerne?

AF: Ich persönlich mag sehr gerne natürliche Stoffe wie Leinen und greife dafür am liebsten auf Firmen aus Ös terreich zurück. Ich liebe aber auch britische Firmen, welche einfach wunderbare Stoffe haben. Auch Lampen

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Entwurf einer Wohnküche im Salzkammergutstil mit klassischem Touch

beziehe ich gerne aus Großbritannien, weil diese viel ansprechendere und lustigere Modelle haben, die man bei uns leider selten findet. Ich mag es auch sehr, Lam pen individuell anzufertigen, beispielsweise aus alten Ski oder aus einer lustigen Flasche, an die man eine Erinne rung knüpft, oder wenn man alte, vorhandene Lampen wieder aufarbeitet.

SS: Was war bis jetzt dein Lieblingsprojekt?

AF: Ich habe das große Glück, schon bei vielen sehr spannenden Projekten im In- und Ausland mitgewirkt zu haben. Eines, das mir aber wirklich sehr viel Freu de bereitet hat, war die Einrichtung eines Schlosses in Niederösterreich, welches mich persönlich kreativ sehr gefordert hat. Jeder Raum wurde anders gestaltet und einem anderen Thema untergeordnet, was besonders spannend war, und die Räume wurden mit viel Mut zur Farbe eingerichtet. Ein anderes wunderbares Projekt –ebenfalls in Niederösterreich – waren einzelne Räume einer Burg, wo die Räumlichkeiten und die Geschichte des Hauses für mich sehr faszinierend waren.

196 SCHLOSSSEITEN
INFOBOX AF Anna Feichtenschlager INGENIEURBÜRO FÜR INNENARCHITEKTUR A-4863 Seewalchen am Attersee office@innenarchitektur-af.at www.innenarchitektur-af.at +43 664 5243690
Kachelofen und angrenzende Korbbogentür in Holz für einen Wohnraum Entwurf für eine moderne Bibliothek
Skizze
Spirio – die selbstspielende Sensation mit Steinway-Künstlern von Horowitz bis hin zu Lady Gaga Fotos: © Steinway & Sons

Hochwertige Materialien wie Schiefer, Seide und Messing sowie Möbel aus amerikanischem Nussbaum runden in Kombination mit Samt und Leder das Ge staltungskonzept harmonisch ab.“

Alle Instrumente stehen jetzt in der zu ihnen passenden Sphäre. Ob nun Konzertsituation, Aufnahmestudio oder das private Wohnzimmer – die neu konzipierten Räumlichkeiten erlauben es den Kundinnen und Kun den, ihr Trauminstrument für jegliche Musiksituation zu finden.

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die Akustik in den Räumen zu optimieren. „Unsere Kundinnen und Kunden finden hier beste Bedingungen vor, wenn es um die Auswahl ihrer zukünftigen Instrumente geht. Beim Anspielen der Flügel und Klaviere ist die indi viduelle Klangqualität des jeweiligen Instruments im Ausstellungsraum sehr gut zu hören“, beschreibt To bias Schröter. Er betrachtet die Neupositionierung des Wiener Steinway Stores als Leuchtturmprojekt, das die historische Beziehung von Steinway und Öster

reich unterstreicht, und möchte hier gleichzeitig einen Treffpunkt für Kunden und Künstler etablieren.

EIN SCHWERPUNKT IM NEUEN FLAGSHIPSTORE WIEN – DIE ZUKUNFTSWEISENDE SPIRIO-TECHNOLOGIE

Außerdem neu im Showroom ist die eigens ein gerichtete „Spirio Lounge“, die der innovativen SpirioTechnologie gewidmet.

Diese Technologie spricht neben ambitionierten Pia nisten oder Profipianisten auch eine neue Zielgruppe an: Menschen, die wenig oder gar nicht Klavier spie len, aber eine große Begeisterung für das Instrument hegen. Ob Mozart, Liszt oder Tschaikowsky, von Horowitz bis zu Lang Lang, von den Beatles bis hin zu Adele – die Wohnzimmer der Besitzer eines Spirio-Flü gels verwandeln sich in Konzertsäle mit Darbietungen großer Pianistinnen und Pianisten. Mit dem Stein way Spirio erleben sie Klaviermusik so authentisch, als würden die Virtuosen selbst am Flügel sitzen. Mit einem Touch auf das iPad steht die weltweit umfang

200 SCHLOSSSEITEN
Showroom von Steinway & Sons Wien Steinway & Sons, Werk in Hamburg

reichste akustische Musikbibliothek zur Verfügung, die monatlich erweitert wird. Aber auch für die tradi tionelle Kundschaft von Steinway & Sons – jene, die selbst Klavier spielen – ist ein Spirio interessant.

Mit „Spirio | r“, der vor Kurzem präsentierten Weiter entwicklung dieses Systems, kann man sich nun auch selbst beim Klavierspielen aufnehmen, seine Aufzeich nungen anhören und diese sogar editieren.

Der Flagship-Store in Wien wird neben der spek takulären Präsentation der Klaviere und Flügel auch Raum für Konzerte und Veranstaltungen bieten. Die Töne der Musik sind das oberste Gebot. Für die Zukunft plant Steinway & Sons, seine Partnerschaften in Österreich zu stärken und neue aufzubauen. „Es ist uns ein großer Wunsch, die reiche Musiklandschaft in ganz Österreich zu unterstützen, um den weltweiten Ruf von Qualität, Vielfalt und Kreativität im mu sischen Bereich aufrechtzuhalten“, so Schröter.

ÜBER STEINWAY & SONS

Klaviere von Steinway & Sons sind die Wahl von neun von zehn Konzertpianistinnen und -pianisten sowie von unzähligen Profis und Amateuren. Seit 1853 set zen die Klaviere des Unternehmens, deren Herstellung jeweils rund ein Jahr dauert, einen kompromisslosen Standard für Klang, Handwerkskunst, Design und In vestition. Das Unternehmen verfügt weltweit über nur zwei Fabriken mit Sitz in Hamburg und New York.

202 SCHLOSSSEITEN
INFOBOX Steinway & Sons Wien Opernring 6–8, 1010 Wien Telefon: +43 1 5120712
Mo–Fr 10–18 Uhr
Steinway & Sons Wien
Öffnungszeiten:
eu.steinway.com/de/haendler/steinway-wien/ Showroom
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HOCHKARÄTIG

Wer sich an weissen Diamanten bereits satt gesehen hat, dem dürfen wir etwas Farbe ans Herz legen. Der vielleicht sogar viel exklusivere Fancy Yellow Diamond ist nicht nur Farbedelstein der Stunde, son dern auch ein kluges Investment, wenn man sich in die Welt der Steine wagen möchte.

Wir sprachen mit Tobias Lanz, Chefeinkäufer von Diamanten bei Bucherer Fine Jewellery, und verraten Ihnen, was den Fancy Yellow Diamond so faszinierend macht.

Text: Beatrice Tourou

SCHLOSSSEITEN: Was macht den Fancy Yellow Diamond als Stein so begehrlich?

Bucherer: Fancy Yellow Diamonds sind höchst selten und entsprechend begehrt. Aus Fancy Yellow Dia monds gefertigte Schmuckstücke heben sich von der Masse ab und sind wahre Raritäten. Sie sind nicht nur bei Diamantenliebhabern gefragt. Die exklusi ven Stücke werden allgemein immer beliebter und haben in den letzten Jahren stark an Bekanntheit ge wonnen, dies aufgrund ihrer Besonderheit und ihres exklusiven Charakters. Und natürlich, weil sie echte Hingucker sind. Sie sind die perfekte Alternative für all jene, die etwas Ausgefalleneres suchen.

Bucherer schreibt, dass nur eine Handvoll dieser Steine pro Jahr gewonnen werden? Weltweit?

Hier gilt es die Farbabstufungen zu beachten. Le diglich einer von 10 000 Diamanten erhält jeweils die Einstufung „Top Fancy Coloured Diamond“. Un ter „Top“ versteht man eine Farbe im Be reich ab „Fancy“ bis „Fancy vivid“. Die Farbabstufung der weißen Diamanten geht von D bis Z, wovon lediglich die Farbe D keine Gelbtö nung aufweist. Ab der Wer tung Z beginnen die raren Gelbtö ne, die auch deutlich höher im Wert liegen als die in größeren Mengen vorkommenden Farben W bis Z.

Welche Qualitätsunterschiede gibt es da außerhalb der 4 Cs (Cut, Color, Clarity, Carat)? Genau wie farblose Diamanten werden auch Fancy Coloured Diamonds grundsätzlich nach den 4 Cs bewertet. Bei der Bearbeitung von Fancy Coloured Diamonds versuchen die Diamantschleifer jedoch immer auch, die intensivste Farbe aus dem Rohstein

zu gewinnen. Zeitgleich wird das höchste Gewicht angestrebt. Während die Reinheit und die Schliff qualität bei den weißen Diamanten ähnliche Wich tigkeit in der Bewertung wie Farbe und Gewicht haben, kann man bei seltenen Farben wie Blau, Grün, Pink oder sogar bei roten Diamanten sagen, dass die Reinheit und die Schliffqualität praktisch keinen Einfluss haben. Hier liegt der Fokus auf der Farbe und auf dem Gewicht. Der Diamantschleifer erreicht die intensive Farbe durch das Anordnen der Facetten, sodass das Licht lange im Stein hin und her reflektiert wird und erst dann, mit Farbe gesät tigt, den Stein verlässt. Im Unterschied dazu wird das Licht in weißen Diamanten möglichst direkt und verlustlos wieder aus dem Stein geleitet.

Wenn ich richtig liege, ist im Vergleich zu den roten oder anderen Fancy Steinen der Yellow den noch der am häufigsten auftretende Fancy Stein. Er gilt quasi als guter „Einsteiger“ – ist das so korrekt?

Das ist richtig. Lediglich Steine mit der Einstu fung D verfügen über keinen Gelbton und sind rein weiß. Ein Diamant in einem „Fancy Intense Yellow“ liegt preislich im Vergleich zu einem „Fancy Intense Blue“-Diamanten in etwa 100-mal tiefer. Nur nach der Preislage beurteilt, ist diese Aussage also wohl richtig. Nichtsdestotrotz – ihre Seltenheit macht bei Fancy Yellow Diamonds den besonderen Reiz aus.

Ist der Fancy Yellow Diamond damit also ein gutes Investment?

Es geht bei Schmuck hauptsächlich um Emotionen. Erfährt das Schmuckstück dann zusätzlich noch eine Wertsteigerung, so erfreut dies unsere Kundschaft umso mehr. Die Tatsache, dass es keine neuen Dia manten geben wird, und die natürlichen Ressourcen begrenzt sind, sprechen auf jeden Fall dafür.

Bei Bucherer verarbeiten wir die Edelsteine in klas sische, zeitlose Schmuckstücke, die von Generati on zu Generation durch ihre Schönheit begeistern. Die Farbbrillanz und der exquisite Charakter dieser exklusiven Diamanten werden in unseren Ateliers gekonnt verarbeitet. Die Edelsteine können so ihr volles Potenzial entfalten.

Kauft man in Wien gerne Fancy-Steine oder bleibt man hier doch lieber beim klassischen Diamanten?

Unser Event Anfang des Monats mit „Fancy Yellow Diamond“-Kreationen hat gezeigt, dass die Wie ner Klientel sehr schmuckaffin ist und Diamanten in dieser Kategorie zu schätzen weiß. Die gezeigten Schmuckstücke fanden großen Anklang bei den gela denen Gästen. Im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen erfreuen sich Fancy Yellow Diamonds in Wien bereits einer relativ großen Nachfrage. „Wien ist anders“, wie ich es doch so oft von meinen Kollegin nen aus Wien zu hören bekomme!

Fancy Diamonds sind derzeit international gerade bei Verlobungsringen im Vormarsch. Merkt das Bu cherer in Wien ebenfalls?

Der Klassiker beim Verlobungsring ist und bleibt der weiße Diamant, denn oft ist der Verlobungsring bei Frauen einer der ersten Diamantringe. Ein Schmuck stück mit einem gelben Diamanten kommt oftmals zu einem späteren Zeitpunkt hinzu.

Wo sind die Fancy Yellow Diamonds regional gera de besonders beliebt?

Wir erfahren derzeit insbesondere in den Städten London, Zürich, Luzern, Frankfurt, München und Wien eine steigende Nachfrage nach Fancy Yellow Diamonds. Es ist für uns immer wieder spannend zu beobachten, wo welche Kollektionen und Schmuck stücke besonders gefragt sind.

Was ist der historische Hintergrund der Steine? Historisch gesehen wurden gelbe Diamanten lan ge Zeit als wenig begehrlich und sogar als „nicht juwelentauglich“ betrachtet, daher sind sie in äl teren Schmuckstücken auch wenig zu finden. Ei nes der bekanntesten Schmuckstücke, das mit gel ben Diamanten gearbeitet wurde und entsprechend Furore gemacht hat, ist der sogenannte „TiffanyDiamant“. Dieser Stein wurde bis dato nur von we nigen ausgesuchten berühmten Persönlichkeiten wie Audrey Hepburn oder Lady Gaga getragen. Der in einem Collier eingearbeitete historische Stein war nebst Beyoncé und Jay Z der funkelnde Star von Tif fany’s Werbekampagne 2021 – dies hat Fancy Yellow Diamonds einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ge macht.

FARBSKALA

Die Farbabstufung der weißen Diaman ten geht von D bis Z, wovon lediglich die Farbe D keine Gelbtönung aufweist. Ab Wertung Z beginnen die raren Gelbtöne, die auch deutlich höher im Wert liegen als die in größeren Mengen vorkommen den Farben W bis Z.

AUFBAUARBEIT

Die Österreicherin trägt gerne weiße Dia manten und mag es anfangs klassisch. Mit weiteren Lebensabschnitten kommen oft farbige Diamanten hinzu, als Vorsteckring für das Kind oder besonderes Geburtstagsge schenk. Bei Bucherer kennt man die Vorlie ben zum Stein. (Bild oben)

MEHR IST MEHR

Der Fancy Yellow Diamond kommt gerne in Gesellschaft und gerne „gestacked“ – also gestapelt – am Finger. In München, Wien und Zürich trägt man jetzt gelbes Feuer.

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fancy light yellow fancy yellow fancy intense yellow fancy vivid yellow

DOROTHEUM ERÖFFNET REPRÄSENTANZ IN HAMBURG

Das Dorotheum, führendes Auktionshaus im deutschsprachigen Raum, eröffnet eine Repräsentanz in Hamburg. Im Herbst soll das neue Büro für Kundenbetreuung vor Ort, für Beratungstage und Ausstel lungen zur Verfügung stehen. Direktorin des Dorotheum Hamburg und zugleich Geschäftsführerin von Dorotheum Deutschland wird Dr. Katharina Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein.

„Wir sind sehr stolz auf die großen Erfolge des Dorotheums, die wir dank Internationalisierung und dem Ausbau unserer Onlineaktivitäten erreichen konnten. Deutschland ist ein Kernmarkt. Wir freuen uns darauf, unseren Kundinnen und Kunden jetzt noch größere Nähe und noch mehr Service bieten zu können.“

Mit Dr. Katharina Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein konnte Martin Böhm eine renommierte Topmana gerin mit großer Erfahrung im Auk tionswesen für das Dorotheum-Team in Deutschland gewinnen. Die Kunsthistorikerin und Historikerin hat 18 Jahre lang die Sotheby’s Niederlassung in Ham

burg und zuletzt zusätzlich auch die Niederlassung in München als Senior Director geleitet. Davor hat sie die Sotheby’s Repräsentanz in Prag aufgebaut und als Gründungsdirektorin das Mucha-Museum in der tschechischen Hauptstadt eröffnet. Darüber hinaus profilierte sich Sayn-Wittgenstein als Kunstberaterin und Autorin zum Thema Kunstmarkt.

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DOROTHEUM
Fotos: ©

„Im Herbst werden wir mit den ersten Aktivitäten beginnen, mit Vorbesichtigungen und Vorträgen im kleinen Kreis. Cocktaileinladungen gibt es schon genug. Wir setzen auf Inhalte, und die vermitteln sich besser in kleinen Runden.“

Dr. Katharina zu Sayn-Wittgenstein

Das Dorotheum ist Marktführer im deutschsprachi gen Raum. Nach dem Rekordjahr 2021 übertraf auch das erste Halbjahr 2022 die Erwartungen. Das tradi tionsreiche Haus – 1707 von Kaiser Joseph I. gegrün det, mit Stammsitz in Wien – bietet rund 700 Auk tionen im Jahr. Schon sehr früh hat das Unternehmen begonnen, erfolgreich die Digitalisierung voranzutrei ben und Online-Auktionen sowie Live-Bidding anzubieten. Den großen Schwerpunkt bilden die Gemäldesparten, allen voran zeitgenössische Kunst, aber auch Alte Meister und Gemälde des 19. Jahrhun derts. Dazu kommen weitere Antiquitäten- und Sam melsparten von Jugendstil, Design, Silber und Porzel lan über historische Möbel, Juwelen und Uhren bis zu klassischen Fahrzeugen und Wein.

Regelmäßig erzielt das Dorotheum mit internationalen Rekord- und Spitzenerlösen weltweite Aufmerksam keit. So konnte erst im Mai dieses Jahres ein Spitzen preis von 4,8 Mio. Euro für ein verschollen geglaubtes Gemälde von Tizian, eine „büßende Magdalena“, er

Franz von Rassler Dorotheum München

Galeriestrasse 2, 80539 München

Tel: +49 89 244 434 73 0 franz.rassler@dorotheum.de

209 SCHLOSSSEITEN

Dorotheum Düsseldorf

reicht werden, der bisher höchste Auktionszuschlag in diesem Jahr im deutschsprachigen Raum. Der Weltre kordpreis von 1,4 Mio. Euro für ein Großformat von Maria Lassnig zählt im Bereich der zeitgenössischen Kunst zu den jüngsten Erfolgen. Anfang Juli wurde bei der Auktion klassischer Fahrzeuge die Millionengrenze für einen Porsche Carrera GT, Bj. 2005, überschritten.

Das Dorotheum ist in den bedeutendsten internatio nalen Kunstzentren mit Repräsentanzen vertreten, un ter anderem in London, Rom, Mailand und Brüssel. Mit dem Dorotheum Hamburg kommt neben dem Dorotheum München, geleitet von Franz Freiherr von Rassler, und dem Dorotheum Düsseldorf, dem Dr. Petra Schäpers vorsteht, ein neuer wichtiger Stand ort in Deutschland dazu.

Die strategische Weiterentwicklung des Dorotheum Deutschland, der Ausbau der Kundenkontakte und die Erschließung neuer Zielgruppen werden zu den Hauptaufgaben von Sayn-Wittgenstein zählen.

Text: Mag. Michaela Strebl-Pühringer Dr. Petra Schäpers

Südstrasse 5, 40213 Düsseldorf

Tel.: +49 211 210 77 47

INFOBOX

Dr. Katharina Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein

Mobil: + 49 162 5239184 katharina.sayn-wittgenstein@dorotheum.de

210 SCHLOSSSEITEN

SEIT 1707

Palais Dorotheum, Wien +43-1-515 60-570, client.services@dorotheum.at Salzburg +43-662-871 671-0, clients-sbg@dorotheum.at Jetzt auch in Hamburg +49-162-523 91 84, hamburg@dorotheum.de Düsseldorf +49-211-210 77-47, duesseldorf@dorotheum.de München +49-89-244 434 730, muenchen@dorotheum.de www.dorotheum.com

Wien | Düsseldorf |
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Hamburg
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Paris

JUL.HÜGLER AUF EXPANSIONSKURS

DER LEGENDÄRE K.U.K. HOFJUWELIER JUL.HÜGLER EXPANDIERT QUER DURCH ÖSTERREICH.

Mitte September eröffnete der ehemalige K.& K. Hofjuwelier in Badens Ther esiengasse 6 in einem wunderschönen Biedermeierhaus eine neue Depen dance für den An- und Verkauf von Schmuck-, hoch wertigen Uhren und Gold. Store Manager ist Franz Josef Koepp, Uhrenspezialist und etablierter Betreiber seines ZEITLOS Comptoirs für Vintage-Uhren und Chronographen an eben dieser Adresse.

Anfang November öffnet JUL.HÜGLER vis-à-vis vom Schlossberghotel unmittelbar unter dem Grazer Uhr turm seine vierte Filiale. Gemeinsam mit seinen Part nern Patrick Ebensperger, international renommierter Galerist und dem Kunstmanager Arnold Hirschl sowie Store Manager Georg Trenker, Uhren- und Schmuck spezialist, erwartet Franziskus Kriegs-Au auch in Graz das interessierte schmuck- und uhrenaffine Publikum.

Die Erfolgsgeschichte des ehemaligen K.u.K. Hofju weliers beginnt 1875 in Wien an der Peterskirche und führt über Adressen in Bad Gastein, Kairo, Berlin und Rio de Janeiro wieder zurück in Wiens Habsburger gasse 9, wo Hügler-Nachkomme Franziskus Kriegs-Au 2017 in 5. Generation den “neuen” JUL.HÜGLER eröffnet. Die Stärke von JUL.HÜGLER ist heute sowohl feine Juwelierskunst aus eigener Werkstätte,

als auch Vintage Highlights von der Art Deco Epoche aufwärts und der Ankauf von Gold und Pretiosen aller Art. Darüber hinaus stellt Kriegs-Au den Schmuckex perten in der neuen Staffel des Quotenhits “Bares für Rares” auf Servus TV.

Weitere Adressen in Linz und in Berlin sind für 2023 in the Making. Sowohl in Baden als auch in Graz steht JUL.HÜGLER für den An- und Verkauf von Gold, Schmuck, hochwertigen Uhren, Diamanten und Münzen zu absoluten Bestpreisen - in bar und mit kostenloser Beratung inklusive.

Tradition verpflichtet. Julius Hügler Gold- & Silberschmiede GmbH Wien / Baden / Graz

Tel: +43 650 7508458 office@huegler.at www.huegler.at

212 SCHLOSSSEITEN
INFOBOX

Salzburg einzigartig

Geschichte(n) aus Stadt und Land seit

18.2.2022

Salzburg Museum, Mozartplatz

Salzburg Museum Neue Residenz Mozartplatz 1, 5010 Salzburg office@salzburgmuseum.at

www.salzburgmuseum.at www.facebook.com/Salzburg.Museum www.instagram.com/Salzburg_Museum www.twitter.com/SalzburgMuseum

+43 662 620808-700
Dienstag
9–17 Uhr
Öffnungszeiten
bis Sonntag
Gerhard Garstenauer (1925–2016), Sphärischer Kugelbau für Skiliftstation in Sportgastein von Helikopter zum Zielort geflogen, 1972, Fotoabzug auf Papier © Nachlass Prof. Gerhard Garstenauer Familie Kottulinsky mit dem Moderator Johann-Philipp Spiegelfeld vor dem Schloss Neudau in der Steiermark
HERRSCHAFTSZEITEN
„Come with a smile“
Foto:
© Interspot Film
Johann-Philipp Spiegelfeld besucht die Kaiservilla Bad Ischl und trifft die Familie Habsburg. Bei Familie Seyrl auf Schloss Scharnstein, die ein Kriminalmuseum in ihrem Schloss beheimaten

„HERRSCHAFTSZEITEN!“

mit Johann-Philipp Spiegelfeld

Für den Hobby-Moderator Johann-Philipp Spiegelfeld öffnen österreichische Schlossbesitzer ihre Türen und Herzen. Das Fernsehpublikum kann davon gar nicht genug bekommen. Wer kennt sie nicht, die flotte Signation der Sendung „Herrschaftszeiten!“, die bereits in zwei Staffeln à sechs Sendungen in der Primetime über die ORF-Bildschirme flimmerte und Einschaltquoten von bis zu 700 000 Zuseherinnen und Zusehern erreichte.

Im Vorspann erzählt der Moderator, dass er beruf lich als Pilot für die AUA auf der ganzen Welt unterwegs ist, privat aber am liebsten durch un ser schönes Land fährt. Der sympathische junge Mann, der mit einer roten Tasche in der Hand über Schlossmauern klettert, durch Parks und Alleen schrei tet und frisch und frech an Schloss- und Burgglocken klingelt, ist mein Neffe. Für die SCHLOSSSEITEN habe ich ihn zum Interview getroffen.

Wie bist du – neben deinem Job als Pilot, deinem Engagement für die Malteser, zwei Studien (Anm.: Geschichte und Luftverkehrsmanagement), die du quasi nebenbei absolviert hast, und natürlich dei ner Familie – zum Moderator geworden?

JPS: Ich wurde gefragt, und kurz danach gab es ein Casting, bei dem die Sendungsverantwortliche Ines Schwandner mich und einige andere Bewerber als „Prinzessin Ines“ zum Gespräch ins Schloss Belvedere eingeladen hat – und das ich gewonnen habe. Wir sind

damals im Lockdown überhaupt nicht geflogen und ich war mir auch nicht sicher, wie es mit der Fliegerei weitergeht, also wollte ich diese Chance nützen.

Wie kommt es zur Auswahl der Schlösser und Bur gen, die ihr besucht, und wer öffnet gerne die Türen?

JPS: Ich habe die Schlossbesitzer gefragt, die ich ken ne. Dadurch ist alles wesentlich einfacher. Gefühls mäßig öffnen diejenigen ihre Türen, die etwas davon haben, weil sie beispielsweise vermieten oder ein Mu seum führen.

Wie kannst du es vermeiden, Neid zu schüren oder Voyeurismus zu bedienen?

JPS: Ich komme als Freund und im Gespräch erge ben sich Themen. Im Prinzip ist es einfach nur beein druckend, wie Schlossbesitzer mit privaten Mitteln und guten Ideen historische Gemäuer erhalten und welche Verpflichtungen mit einem solchen Besitz ein hergehen. Schlossherren denken in Generationen.

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Das Schloss Altenhof im Mühlviertel hat einen sehenswerten Garten. Durch die imposanten Räumlichkeiten und deren Schätze führt Hausherrin Alice Silich-Salburg.
Fotos: © www.schlosszimmer.com

Man möchte ja nicht der Letzte in der Kette sein, son dern das Erbe für die Nachkommen erhalten. Dazu muss man geboren sein.

War es für dich zu Beginn schwierig, als Moderator zu agieren?

JPS: Das Team hat mich da von Anfang an sehr unter stützt. Wir sind sieben Leute und gehen nach einem vagen Konzept vor. Ich lasse mich vor Ort inspirieren und stelle die Fragen, von denen ich glaube, dass sie jemanden interessieren. Den mühsamsten Job hat der Cutter. Er muss sich meine Versprecher und meine Witze stundenlang anhören. Ich finde, er schneidet schnell und gut.

Welche Schlossbesuche hast du als besonders gelungen in Erinnerung?

JPS: Mich hat die Familie Kottulinsky in Neudau sehr beeindruckt. Ich finde sie unglaublich sympathisch und sie verfolgen mit dem Thema Nachhaltigkeit et was, das auch mir sehr wichtig ist. Eines der High lights war auch der Besuch in der Kaiservilla – ein geschichtsträchtiges Haus und wichtig für Österreich. Die Habsburgs bemühen sich, ihrem Namen Ehre zu machen, stehen zu ihren Werten und sind weder über heblich noch eingebildet. Und unsere Verwandten, die Seyrls in Schloss Scharnstein, haben mir gefallen. Das Kriminalmuseum ist gruselig, aber die ganze Familie ist involviert und sehr nett.

Die Sendungen hatten riesige Einschaltquoten. Steigt dir die Bekanntheit zu Kopf?

JPS: Natürlich werde ich ständig erkannt. Alle sind freundlich und sagen mir, wie gut ihnen die Sendun gen gefallen. Erst kürzlich bin ich als Pilot in der Tür

gestanden, als eine Pensionistengruppe eingestiegen ist. Eine der Damen hat mich erkannt, dann ist es auch schon losgegangen: Ich durfte 30 Autogramme geben, bevor wir abheben konnten. Aber es steigt mir nicht zu Kopf, denn es geht ja nicht um mich, sondern um die Familien, die wir besuchen.

Wie glücklich ist deine Familie mit deinen Auftrit ten bei „Herrschaftszeiten!“?

JPS: Meine Frau Kathrin erwähne ich in jeder Sen dung. Sie kennt, genau wie meine Eltern, meinen Humor und meine Sprüche. Ansonsten bekomme ich nach jeder Sendung viele nette Nachrichten. Es ist eine Unterhaltungssendung, bei der man etwas lernen kann. Bei so vielen sonstigen schlechten Nachrichten ist das auch gut so.

Würdest du selbst auch gerne in einem Schloss leben?

JPS: Ich bewundere Schlossbesitzer. Ich selbst wäre dafür nicht geeignet, wäre nicht kreativ genug, ein Schloss zu erhalten.

Wird es eine weitere Staffel der „Herrschaftszeiten!“ geben und denkt man darüber nach, auch auslän dische Schlösser vorzustellen?

JPS: Ich habe während der ORF-Programmpräsentation fürs kommende Jahr gehört, dass es weitergeht, wurde aber nicht direkt gefragt. Was das Ausland betrifft: Franz Spiegelfeld hat uns nach Schloss Schenna in Südtirol eingeladen. Und noch etwas: Erst kürzlich hatten wir ein interessantes Gespräch mit dem Abt von Aigen-Schlägl im Mühlviertel, was zu der Idee von „Herrgottszeiten!“ führte. Wir werden sehen, was daraus wird.

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Valentin Habsburg, Markus Habsburg-Lothringen, Hildegard Habsburg-Lothringen und Christine Habsburg lassen mit dem sympathischen Moderator den Abend im Salon in der Kaiservilla ausklingen.

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Helmut Ditsch

* 1962 Villa Ballester (Buenos Aires); „Traunsee“, 2013; Öl auf Leinwand, 86 x 100 cm, signiert unten rechts

Eugen Alfons von Blaas

* 1843 Albano Laziale, † 1931 Venedig, Italien; „Die schöne Italienerin“, 1898; Öl auf Holz, 29,2 x 22,2 cm, signiert und datiert oben rechts

GEGENÜBERGESTELLT

KUNSTHANDEL FRELLER, LINZ

„Das Thema Kunst hat mich bereits als kleiner Junge beschäftigt und ich wollte immer mehr darüber wissen. Diese Wissbegierde ließ mich kontinuierlich lernen und an meinen Erfahrungen wachsen.“

– Walter Freller

Seit über 30 Jahren widmet Walter Freller seine Leidenschaft und Aufmerksamkeit exklusiven Kostbarkeiten. Von antiken Lampen und Möbeln führte sein Weg zu Gemälden der namhaftesten Künstler/innen Ös terreichs. Museale Werke von Alfons Walde, Albin Egger-Lienz, Carl Moll oder Franz Sedlacek sind ebenso in seinem Besitz wie zeitgenössische Kunst von Gunter Damisch, Martha Jungwirth, Helmut Ditsch und Hans Staudacher. Die großzügigen Räumlichkeiten mit über 1200 m² von „Kunsthan del Freller“ befinden sich in Oberösterreich in Linz. Mehrmals jährlich stellt Freller auf renommierten internationalen Kunstmessen aus.

Der kürzlich erschienene Katalog mit dem Titel „Ge genübergestellt“ zeigt auf mehr als 80 Seiten künstle rische Konfrontationen der besonderen Art – so auch zwei Werke aus verschiedenen Zeiten.

„Die schöne Italienerin“ von Alfons Eugen von Blaas (1843–1931) entstand im Jahr 1898.

Freller: „Als Kunsthändler und -liebhaber ist es mir wichtig, Qualität zu zeigen. Mich begeistert die feine Malerei aus dem 19. Jahrhundert wie bei Blaas. Hier kommt Qualität von Können. Die Maler jener Zeit mussten ihre Technik beherrschen, um ein Kunstwerk schaffen zu können. Im Vergleich dazu steht bei zeitgenös sischer Malerei oft die Spontanität, der Körperausdruck oder Gefühlsausdruck im Vordergrund.“

220 SCHLOSSSEITEN

* 1868 Stribach bei Lienz, † 1926 St. Justina bei Bozen; Kopf des zweiten Bauern aus dem Gemälde „Totentanz 1809“, um 1920; Öl auf Karton, 29,5 x 24,8 cm, signiert oben links

Diesem Werk gegenübergestellt ist der mit Öl gemalte „Traunsee“ von Helmut Ditsch, Jahrgang 1962, der die leuchtende Schönheit der unberührten Natur zeigt.

Freller: „Der Traunsee ist für mich ein magischer Ort, ein Kraftplatz. Die technische Umsetzung der Berge und des Wassers in die Malerei ist für mich spektakulär. Es fasziniert mich, dass eine naturalistische Darstellungsweise so modern und zeitgemäß wirken kann.“

Gute Hauptwerke der beiden Künstler Franz Sedlacek (1891–1945) und Albin Egger-Lienz (1868–1926) sind sehr rar am Markt. „Die Landschaft mit Jäger“ ist eines von insgesamt nur 133 Ölgemälden des Künstlers. Es zeigt eine magisch-fantastische Bildwelt im perfekten Lichtspiel. Sedlacek war beruflich Chemiker und expe rimentierte gerne mit der Wirkungsmacht der Farben. Albin Egger-Lienz suchte oft wochenlang nach dem per fekten Motiv, nach einem speziellen Typus von Mensch, bevor er diesen malte.

Freller: „Dies ist eine Detailansicht des Kopfes des zwei ten Bauern von dem international bekannten Bildmotiv ,Totentanz 1809‘. Ein breitkrempiger Hut als schützende Kopfbedeckung des Bauern, welcher seinen kämpferischen Weg beschreitet. Die brandigen Farbtöne unterstreichen die Wucht des Krieges und die monumentale Wirkung des Bil des. Egger-Lienz’ Werke befinden sich unter anderem in der Albertina und im Leopold Museum in Wien.“

Franz Sedlacek (* 1891 Breslau, 1945 in Polen vermisst) „Landschaft mit Jäger“, 1926; Öl auf Holz, 66 x 54 cm, datiert und monogrammiert unten links, rückseitig datiert und tituliert; WVZ 31, 1929 ausgestellt im OÖ Landesmuseum, 1952 ausgestellt in der Neuen Galerie Linz (gegründet von Wolfgang Gurlitt)

Auf www.kunsthandel-freller.at finden Sie alle Ter mine der kommenden Messen sowie einen Über blick über die geführten Künstler/innen und deren Werke (auszugsweise). Um alle Neuigkeiten als Er ste zu erfahren, ist eine Newsletter-Anmeldung auf der Webseite oder direkt per Mail (news@kunsthan del-freller.at) möglich. Darüber hinaus ist der Kunst handel Freller in Linz eine gute Adresse für Ihren Kunstverkauf.

Kunsthandel Freller Antikhaus GmbH Kellergasse 10, 4020 Linz T +43 732 600027 www.kunsthandel-freller.at

221 SCHLOSSSEITEN
INFOBOX

WERTVOLLES

Schenken mit Anlagepotenzial

Uhren & Schmuck, Kunst & Antiquitäten, aber auch Immobilien oder Oldtimer sowie Designermode & Einrichtungsgegenstände sind wertbeständige und sichere Anlagen, die sogar an Wert gewinnen können. Schon so manche Sammlung begann mit einem Geschenk. Haben Sie gewusst, dass Sie Ihren Liebsten unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei schenken dürfen?

7. 1. 2. 3. 4.

5.

1. Tisch von Ico Parisi, Palisander, Italien 1950–59, bei www.studio5-salzburg.com, Preis auf Anfrage | 2. Carl Moll (1861–1945), „Mittagssonne im Prater“, Wien, 1929, Öl auf Leinwand, 70,5 x 60 cm, bei kunsthandel-freller.at, Preis auf Anfrage | 3. Rolex „Oyster Day-Date“ von 1989, Kunstauktionshaus Schloss Ahlden, Schätzpreis € 65.000 | 4. Damenhandtaschen haben sich in den letzten Jahren als gute Anlage erwiesen – hier eine von Salvatore Ferragamo, bei popp-kretschmer.com, um € 2.299 | 5. Gemälde von Caroline Weihrauch, „Dolce & Gabbana – Killing me softly“, Öl auf Leinwand, 30 x 40 cm, bei Galerie L-art.at in Salzburg, um 2.200 €

222 SCHLOSSSEITEN

WINTERAUKTION AUF SCHLOSS AHLDEN

Dreimal jährlich treffen internationale Sammler und Liebhaber sowie der führende Kunsthandel mit zahlreichen weiteren interessierten Privatkäufern auf Schloss Ahlden zusammen, um direkt vor Ort, am Telefon oder online exquisite Kunst, Antiquitäten und Schmuck zu ersteigern und sich im historischen Ambiente des ehemaligen welfischen Wasserschlösschens hinsichtlich aktueller Einrichtungstrends und -möglichkeiten für Schloss, Haus, Hof und Garten inspirieren und beraten zu lassen.

Ein ganz besonderes Highlight ist auch in die sem Jahr wieder die große Winterauktion auf Schloss Ahlden, die vom 2. bis 4. Dezember mit mehr als 3500 größeren und kleineren Kunstschätzen nicht nur in Sachen Weihnachtsgeschen ke für beinahe jeden Geschmack und Geldbeutel etwas zu bieten haben dürfte.

Neben klassischer Kunst und Antiquitäten wie Porzellan, Silber, Möbeln, Teppichen sowie alten, modernen und zeitgenössischen Gemälden und Skulpturen lohnt auch das exzellente Angebot an Armbanduhren, Schmuck, Designklassikern und Vintage-Objekten einer näheren Betrachtung.

Unter den zahlreichen Höhepunkten finden sich unter anderem eine ebenso schöne wie umfangreiche Samm lung Meissener Jagdfiguren, ein zweiter Teil der bereits in der vergangenen Auktion mit großem Erfolg versteiger ten bedeutenden norddeutschen Sammlung Dr. Zahn

mit Glas- und Silberstücken aus über drei Jahrhunder ten, eine glamouröse „La Panthère de Cartier“-Parüre sowie ein Rolls-Royce Silver Shadow. Darüber hinaus kommen auch Werke namhafter Künstler/innen wie Max Liebermann, Adolph von Menzel, Jan van Kessel, Karl Hagemeister und Renée Sintenis zum Aufruf.

Alle angebotenen Objekte können vom 20. bis 30. No vember im historischen Ambiente von Schloss Ahlden besichtigt werden. Entsprechende Auktionskataloge sind unter www.schloss-ahlden.de kostenlos einsehbar.

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden Große Str. 1, D-29693 Ahlden/Aller +49 5164 80100 | info@schloss-ahlden.de www.schloss-ahlden.de

Nächste Auktion: 2.–4. Dezember 2022 Vorbesichtigung: 20.–30. November 2022

INFOBOX
Feine Sammlung jagdlicher Meissen Figuren des 19. und 20. Jahrhunderts
Teil 2 der bedeutenden norddeutschen Glassammlung Dr. Zahn
©
Fotos:
Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

La Panthère de Cartier Parure, 18 ct. Weißgold, Brillantbesatz von zusammen ca. 13,97 ct.

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Kunstauktionshaus Schloss Ahlden | Große Str. 1 | D-29693 Ahlden Tel.: +49-5164-80100 | info@schloss-ahlden.de | www.schloss-ahlden.de 186. INTERNATIONALE KUNSTAUKTION 02./03./04. DEZEMBER 2022 VORBESICHTIGUNG 20. - 30. NOVEMBER 2022

DIE CHIRURGINNEN

Empathisch. Innovativ. Effektiv.

Dr. Daniela Rieder und Dr. Jennifer Kager sind erfolgreiche Chirurginnen aus Leidenschaft, die gemeinsam zwei Ordinationen für ästhetische Medizin betreiben – im Herzen von Wien und im Zentrum von Krems.

Maßgeschneiderte Behandlungskonzepte für Gesicht, Brust und Körper.

Alter ist nicht gleich Alter. Altern mit gesunder Haut und schönen Gesichtskonturen oder auch „Healthy and pretty Aging“ zählt in der Schönheitsmedizin mittlerweile zu einem der elemen taren Bestandteile und ist auch ein wichtiger Aspekt unserer Philosophie: Uns ist es wichtig, die indivi duelle Schönheit unserer Patientinnen und Patienten behutsam zu unterstreichen und hervorzuheben.

Das Ergebnis hängt von den Voraussetzungen der Hautstruktur, dem darunter liegenden Gewebe sowie der allgemeinen Fitness und Gesundheit unserer Pati entinnen und Patienten ab.

Die drei Säulen unseres Behandlungskonzeptes spiegeln sich im Prozess der Alterung wider. Hier

ist es besonders wichtig, den Alterungsprozess genau zu analysieren, um optimale Ergebnisse zu erzielen. In unseren Augen sind die wichtigsten Säulen der Volu menverlust über die Zeit sowie der Hautüberschuss durch Elastizitätsverlust und die Hautqualität.

Jedes Detail zählt. Durch ein ausführliches Gespräch mit unseren Patientinnen und Patienten, eine genaue Planung vor dem Eingriff und optimale Vorbereitung erzielen wir Ergebnisse, wie wir sie uns wünschen.

Unterstützend zu allen invasiven und nicht invasiven Behandlungen empfehlen wir die regelmäßige Ein nahme von „Skin Care“-Kapseln und Kollagen von Rieder Kager.

Des Weiteren spielen die Eigenverantwortung der Pa tientinnen und Patienten, ein gesunder Lifestyle sowie die richtige Anwendung unterstützender Produkte eine maßgebliche Rolle. Hier empfehlen wir eine geeignete

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vorher nachher

Diesen ganzheitlichen Ansatz führen wir auch in der Brustchirurgie fort.

Hierbei geht es den meisten Frauen um die Form, während die Größe bei einer wohlgeformten Brust oft nur zweitrangig ist. Deshalb haben wir eine spezielle Hybrid-Technik der Brustchirurgie bei uns eingeführt: Eine Kombination aus Implantat und Eigenfetttrans fer ermöglicht uns eine Brustform mit natürlichem Übergang am Dekolleté. Dadurch konnten wir unsere Behandlungsmöglichkeiten und Anwendungsgebiete bestmöglich erweitern.

Reinigung, Antioxidantien, Retinol sowie einen guten Schutz für die Haut. Über den optimalen Einsatz dieser Produkte berät Sie unsere Derma-Kosmetikerin gerne während eines medizinisch-kosmetischen Facials in ei ner unserer beiden Ordinationen.

Um das Gesamtkonzept abzurunden, bieten wir zwei Möglichkeiten an, die das Ziel verfolgen, den Volumen verlust auszugleichen: Die präzise Anwendung sowohl von Fillern als auch von Eigenfett im Gesicht führt zu einem frischeren und jugendlicheren Aussehen.

Den Hautüberschuss können wir durch die hohe Kunst der Facelift-Chirurgie beseitigen. Mit sehr viel Erfahrung und einer dreidimensionalen OP-Technik wird das tiefe Gewebe wieder repositioniert und der Wangenbereich angehoben, um ein natürliches Ergebnis zu erzielen. Hierbei darf auch der Hals nicht außer Acht gelassen werden, damit Gesicht, Hals und Dekolleté eine har monische Einheit bilden.

Ein optimales Endergebnis lässt sich nur erzielen, wenn auch die Haut mittherapiert wird. Hier empfehlen wir zusätzlich die Anwendung von Lasern oder Peelings.

In unseren Ordinationen wenden wir die einzigartige und innovative Formel eines Phenol-Peelings an. Dieses Peeling beziehen wir von einem der erfahrensten Her steller in diesem Bereich.

Unser Skin Phenol-menal ist ein idealer Allrounder und befreit unsere Patientinnen und Patienten von Fal ten, an die wir andernfalls nicht herankommen würden.

Schließlich sind das fein abgestimmte Konzept für Ge sicht, Brust und Körper sowie die Kombination ver schiedenster innovativer Techniken der Schlüssel des Erfolges von Rieder Kager Ästhetische Medizin

Rieder Kager Ästhetische Medizin

Botox, Baby Botox und Filler Face-, Brauen- und Halslift Lidkorrekturen Brustvergrößerung Brustverkleinerung und -straffung Intimchirurgie Fettabsaugung, Bauchstraffung medizinisch-kosmetische Facials

Ordination 1010 Wien Naglergasse 9 +43 664 1909090

Ordination 3500 Krems Obere Landstraße 9/4 +43 664 5466655

www.riederkager.at

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INFOBOX Supplements für „Healthy Aging“

SALZHEILSTOLLEN BERCHTESGADEN – ENTSPANNUNG UND WOHLBEFINDEN UNTER TAGE

Zu einer „stillen Sensation“ entwickelt sich der einzige Salzheilstollen in Westeuropa mit begeisterten Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt.

as besondere Meeresklima unter Tage wirkt sich wohltuend auf Körper, Geist und Seele aus. Besonders die Atemwege profitieren von diesem Aufenthalt in der salzhaltigen Luft.

Abgeschirmt von allen Umwelteinflüssen, bei einer Luftfeuchtigkeit von 85 % und einer gleichbleibenden Temperatur von 13 °C, verlieren die Besucher/innen, eingehüllt in kuschelige Decken, schnell das Gefühl für Raum und Zeit und geraten in einen angenehmen Entspannungszustand.

Der hohe Salzgehalt, die Luftfeuchtigkeit und die kom plett allergenfreie, reine Luft führen nicht nur zu einer spürbaren Regeneration, sondern lindern auch Atem wegserkrankungen (COPD, Asthma, Bronchitis) sowie Allergien und stressbedingte Leiden wie Schlafstörun gen und Tinnitus. Neue Erkenntnisse zeigen außer dem, dass besonders diese Faktoren der gesättigten, reinen Salzluft gerade bei Post-Covid-Patientinnen und -Patienten mit Atemwegsproblemen zur Linderung und Genesung beitragen können. Dazu kommt noch die Tiefenentspannung von Körper, Geist und Seele, welche die wohltuende Wirkung zusätzlich verstärkt. Die Besucher/innen des Salzheilstollens erleben auf

diese Weise eine bisher nicht erfahrene Ruhe, die in un serer allzu hektischen Zeit immer seltener wird.

Für unvergessliche Augenblicke sorgen die Konzerte mit Harfen, tibetischen Klangschalen, die beliebten Ober tonkonzerte sowie unsere Märchenstunde für Kinder und Familien in der rund 850 m² großen Halle, die –einem märchenhaften Salzpalast gleich – stimmungsvoll erleuchtet ist.

Ein Besuch im Salzheilstollen Berchtesgaden ist für alle Besucher/innen ein einzigartiges Erlebnis, sei es nun, um Ruhe zu finden, um Linderung zu erfahren oder um einem Konzert oder einem Märchen zu lauschen.

INFOBOX

Tägliche Einfahrten um 9:30 Uhr (Mai–Oktober) oder um 11:00 Uhr (November–April) mit Ruhephasen und Solebrunnen sowie um 14:00 Uhr mit Programm lt. Veranstaltungskalender

Reservierung erforderlich! – Informationen unter: www.salzheilstollen.com oder +49 8652 979535

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Heilstollen Berchtesgaden GmbH
Foto: ©

Ihre Traumhochzeit

Genuss in Perfektion

Zahlreiche Paare haben ihren „schöns ten Tag“ bereits mit uns gefeiert. Von royalen Großevents, wie die Hochhzeit von Kaiserin Zita, bis hin zu kleinen in timen Feiern – dank unserer langjäh rigen Erfahrung wird Ihre Hochzeit zu einem ganz besonderen Tag.

Beste Betreuung

Von der Wahl der Location über die kulinarischen Höhepunkte bis zu Blumenschmuck, Tischwäsche, Ge schirr und Rahmenprogramm. Unser Catering-Team begleitet, berät und unterstützt von den ersten Planungs schritten bis zum finalen Toast.

Süßes Kunstwerk

Unsere Zuckerbäcker*innen zaubern Ihre Traumtorte. Ob imperial oder mit modischem Pfiff, romantisch oder opulent – Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Traumlocation

Feiern Sie in den beeindruckenden Räumlichkeiten der Beletage im Palais Todesco mit Blick auf die Wiener Staatsoper. Feiern Sie Ihre Hochzeiten mit bis zu 120 Gästen. Auch eine standesamtliche Trauung mit anschlie ßendem Empfang ist möglich.

Wenn Sie Ihre Hochzeit mit uns ausrichten wollen, senden Sie uns doch einfach eine Anfrage an catering@gerstner.at oder rufen Sie uns unter +43 (1) 31 66 5 an. www.gerstner.at

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© GMR Wedding Photography & Film, Markus Ziegelwanger, Stefanie Kapra, Shutterstock

POST FAMILY RESORT

40 Jahre Gastfreundschaft aus Tradition und Leidenschaft

Gertraud und Matthäus Unseld haben den Weg bereitet, nun führt es Sohn Florian mit Hingabe weiter in die nächste Generation. In den letzten 40 Jahren entstand aus dem ehemaligen „Gasthof zur Post“, des sen Historie bis zum Jahr 1518 zurückzuverfolgen ist, das Vier Sterne Superior Hotel „POST Family Resort“. Ein perfekter Ort für gestress te Eltern, die ihren Urlaub zwar mit ihren Kindern, aber auch als Paar genießen möchten. Neben dem unglaublich großen Angebot für den Nachwuchs bietet das „POST Family Resort“ auch Genuss auf sehr hohem Niveau und einen Spa-Bereich, der seinesgleichen sucht.

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Fotos: © Markus Mansi/ Bobbys Agency

Das „POST Family Resort“ ist lediglich 30 Autominuten von der Stadt Salzburg entfernt und liegt inmitten der bezau bernden Salzburger Bergwelt. 60 kom fortable Familiensuiten und der luxuriöse sowie weit läufige Dach-Spa bieten viel Raum für Erholung und Entspannung. An 6 Tagen pro Woche sind bestens ausgebildete Kinderanimateure jeweils 10 Stunden für die liebevolle Betreuung der kleinen „POST“-Gäste da.

Eine ausgewogene Mischung aus Natur, Bewegung und Entspannung ist das Erfolgsgeheimnis des mit fünf Smileys ausgezeichneten Kinderhotels. Die Gastgeber Gertraud, Matthäus und Florian Unseld sind sich der großen Herausforderung ihrer Hotelphilosophie be

wusst und setzen diese mit einem schier unschlagbaren Freizeitangebot für Kinder vom Säuglingsalter bis zum Teenie um, ohne dabei auf die Bedürfnisse der Erwach senen zu vergessen. Das sechs Hektar große Erlebnis land direkt beim Hotel bietet vom luxuriösen DachSpa mit Thermalwasserpools über den Reiterhof mit Streichelzoo, Tennisplätze, Minigolf-Anlage, Soccer platz, Trampolinanlage, Wasserspielplatz und Abenteu erspielplatz bis hin zum vollbiologischen Naturbadesee mit Riesen-Wasserrutsche alles, was das Herz begehrt.

Besonders viel Wert wird im „POST Family Resort“ auch auf die kulinarischen Genüsse gelegt. Seit nun mehr 7 Jahren leitet Florian Unseld die Küchenbriga de, und zusammen mit seinem Team zaubert er täglich Menüs auf Hauben-Niveau auf den Tisch. In seiner Philosophie spielen regionale und saisonale Produkte eine große Rolle. Und obwohl er regionale Produkte forciert, kombiniert er diese gerne mit mediterranen, asiatischen und exotischen Einflüssen. Forellen und Saiblinge werden täglich fangfrisch vom Unkener Bio-Bauernhof Ennsmanngut geliefert, das Wildfleisch holen sich die Hausherren als passionierte Jäger direkt aus der 1000 ha großen Eigenjagd.

Die beiden Diplom-Sommeliers Florian Unseld und Jürgen Hüttenmeyer achten auch sehr auf eine zu den Menüs passende Weinbegleitung. 70 Prozent ihrer Weine stammen aus Österreich, und internationale Topweine ergänzen diese Auswahl.

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Im Winter verwandelt sich das Hotelareal in ein zau berhaftes Winter-Erlebnisland mit Ski-Kindergarten für die ganz Kleinen und einer modernst ausgestatteten Kinder-Skischule für Anfänger. In nur 10 Minuten er reicht man das Familienskigebiet Almenwelt Lofer und das Unkener Hochplateau Heutal. Der Einstieg in den Gratis-Shuttlebus befindet sich direkt vor dem Hotel. Die Loferer Almenwelt ist für ihre optimale Infrastruk tur bekannt und gilt als besonders geeignet für Fami lien. Das Heutal ist längst ein Geheimtipp für alle, die den Stress der großen Skigebiete meiden wollen. Kilo meterlange Langlaufloipen, tief verschneite Berge für Schneeschuh-Wanderungen und ein einzigartiges Ski touren-Gebiet garantieren den perfekten Wintergenuss.

INFOBOX

ADVENTZAUBER „5 = 4“ Wir schenken Ihnen einen Urlaubstag! Genießen Sie gemeinsam mit Ihren Liebsten die stimmungsvolle Vorweihnachtszeit in den Salzburger Bergen. 5 Übernachtungen ab EUR 1.700,–

POST FAMILY RESORT

Familie Unseld Niederland 28 5091 Unken, Salzburg +43 6589 4226 info@post-familyresort.com www.post-familyresort.com

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KINDER WÜNSCHE

Besonders Kinder freuen sich über Kleinigkeiten, aber den Erwachsenen soll es ebenso gefallen. Das geht leicht mit Klassikern. Ein Bett oder ein Bild wird ewig in Erinnerung bleiben.

3.

2. 1. 4.

1. Kinderstrickjacke, perfekt für den Übergang oder unter die Winterjacke, aus Merinowolle und Baumwolle, bei alippa.com, um € 159 | 2. Ein wunderschönes, vom Vintage-Stil inspiriertes Woodies-Kinderbett, das jahrelang benutzt werden kann, bei holabb.nl, um € 350 | 3. Klassischer Kupferdruck für das Kinderzimmer, 25 x 32 cm, bei copperprint.de, um € 420 | 4. Entzückendes Dirndl für den Partnerlook mit der Mama an Festtagen, bei susanne-spatt.com, ab € 210 | 5. „Baby Moses Basket“, schenkt Ihrem Baby Ge borgenheit, erleichtert Ihnen das Leben durch die einfache Handhabung und ist ein echter Hingucker, bei kokobasket.com, um € 189 |

6. Das Nikolo-Säckchen erfreut Jung und Alt, es ist zeitlos und mit unserer Personalisierung das perfekte Geschenk rund um die Feiertage zu Weihnachten, von felilu.at, um € 39 | 7. Miniatur-Haus/Puppenhaus, von Maileg, um € 240 | 8. Beauty Bags (3er-Set), blühende Veilchen, grün-rosa, perfekt für Kinderutensilien für unterwegs, von jaipure.at, um € 89

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5. 7.

Wahre Schätze wurden immer schon in hochwertigen Geldschränken verborgen. Es ist uns gelungen, eine der größten Sammlungen italienischer Tresore („Cassaforte“) aus dem 16. bis 18. Jh. zu erwerben. Die insgesamt 17 Exemplare bestechen durch ihren frühen Charakter und ihre aufwendigen Schlösser und Schließmechanismen.

KUNSTHANDEL MARKUS STRASSNER

Immer auf der Jagd nach dem Besonderen

Waltraud und Markus Strassner teilen ihre gemeinsame Leidenschaft für Schätze von der Gotik bis zur Moderne. Sie sind Experten im An- und Verkauf von hochwertigen Kunstgegenständen, und das breit gefächerte Sortiment spiegelt ihr vielfältiges Interesse an Meisterwerken aller Epochen sowie deren Kuriositäten wider.

Gemeinsam betreiben die beiden seit 30 Jahren ihren Kunsthandel in Schärding. Die Suche nach dem Be sonderen ist ihr Antrieb, die Liebe zu den einzelnen Stücken und deren Geschichten ihre Leidenschaft. Mit derselben Leidenschaft schwärmt Kunst- und Anti quitätenhändler Markus Strassner über die Züge einer gotischen Madonna mit Kind, den fein geschnitzten Holzschlitten eines unbekannten adeligen Kindes oder feinstes, hochwertiges Mobiliar.

„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“, meinte einst Pablo Picasso, und so verwundert es kaum, dass man beim Flanieren durch das Antiquitäten geschäft beinahe Raum- und Zeitgefühl verliert. Auf 250 m² vereinen sich hier hochwertige Kunstgegen stände, elegante Statuen, prunkvolle Tafelaufsätze und außergewöhnliche Kuriositäten quer durch alle Epo-

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Gemälde „Diana mit ihren Hunden auf der Jagd“ von Jan Brueghel d. J.; Öl auf Kupfer, 49 x 67,4 cm Sammlung Wunderkammer und Kunsthandwerkobjekte

Leidenschaft ist ansteckend. Da verwundert es wenig, dass Ehefrau Waltraud nicht nur privat, sondern auch beruflich an Markus’ Seite steht. „Kunst begleitet mich seit Langem. Mein Mann und ich nutzen beruflich und privat jede Möglichkeit, um Ausstellungen, Museen und Messen zu besuchen.“

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Museale italienische Büchse aus dem 17. Jh.

„Für mein Geschäft kaufe ich nur Objekte, die mir selbst gefallen und die mich berühren. Darum fällt es nicht immer leicht, mich von Dingen zu trennen.“ – Markus Strassner

chen. Die Leidenschaft dafür wurde Markus Strassner buchstäblich in die Wiege gelegt. 1969 gründete sein Vater Norbert, ebenfalls ein begeisterter Händler, das immer noch bestehende Geschäft, und so kam Markus Strassner bereits sehr früh mit Kunst und Antiquitäten in Berührung. Seit der Übernahme des väterlichen An tiquitätenhandels hat er jedoch seinen eigenen Weg beschritten, Sortiment sowie Anspruch an die Stücke stetig erhöht und ein spannendes Bild erzeugt. So findet sich beispielsweise der bekannte Charakter eines Her mann-Nitsch-Gemäldes über einer gotischen Truhe, und obgleich sie – einzeln betrachtet – kaum weniger miteinander zu tun haben könnten, bilden beide zusam men ein überraschend stimmiges Ensemble.

Der Kunst- und Antiquitätenmarkt ist in ständiger Be wegung. Kunstliebhaber und -sammler bewahren diese Gegenstände und damit deren einzigartige Geschichten. „Die Antiquitäten, die Sammler und Liebhaber kaufen, verstehen sich eigentlich als ,Leihgaben‘, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. So ist es ein Glück, dass in gewissen Abständen immer wieder großartige Stücke auf den Markt kommen und kurz darauf erneut zur Bewahrung in achtsame Hände gelangen. Unsere Kunden, die selbst aus der ganzen Welt kommen, schätzen es, dass wir unsere Stücke aus aller Herren Länder in liebevoller Kleinarbeit suchen und zusammenstellen. Das macht unseren Beruf so abwechslungsreich und wundervoll.“

Die Faszination für schöne Dinge hat sie dazu motiviert, die schwierige Zeit während der Pandemie positiv zu

nutzen und ihr Kunstgeschichte-Studium zu absolvie ren. „Meine Leidenschaft gilt vor allem dem Maler Ed ward Cucuel. Beim Betrachten seiner Werke wird man zum Träumen verleitet“, schwärmt Waltraud Strassner.

In eine ganz andere Richtung zielt eine weitere Leiden schaft. „Ich liebe altes Reisegepäck, Schiffstruhen und Koffer, vor allem von Louis Vuitton. Oft finden sich auf den Gepäckstücken noch Aufkleber von Schiffspas sagen, Grand Hotels und Zügen aus den exotischsten Ländern. Meist tragen die Truhen und Koffer Mono gramme, die man manchmal sogar ihren ehemaligen Be sitzern zuordnen kann. Das zu recherchieren ist wie eine kleine Zeitreise und macht sie für mich so besonders.“ Die Truhen von Louis Vuitton, der 1854 seinen ersten Kofferladen in Paris eröffnete, und Goyard sind Zeitzeu gen der goldenen Epoche des Reisens, als Vertreter der gesellschaftlichen Oberschicht oft monatelang mit ihren Familien und Angestellten unterwegs waren. Dieser Tage bestaunt man die noblen Transportlederwaren eher als Hausbar, Couchtisch oder Kabinettstücke. Ihren Reiz haben sie behalten, auch wenn es hie und da ein wenig Kosmetik braucht.

Seit vielen Jahren ist der Kunsthandel Strassner als Teilnehmer und Aussteller bei den renommiertesten deutschen Kunst- und Antiquitätenmessen, wie z. B. in der Hofburg Wien, der Residenz Salzburg oder im Deutschen Museum München, zu finden. Dabei wurden Kunstwerke an verschiedene Museen verkauft, u. a. an das Winterpalais Prinz Eugen, das Dommuseum Freising oder an die Heidi Horten Collection. Nächstes

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„Gotisches Lusterweibchen“, süddeutsch, um 1500

Jahr (24.–29. Mai 2023) wird Markus Strassner seine Premiere auf der Kunstmesse im Schloss Kammer feiern.

2019 startete ServusTV mit dem Format „Bares für Rares Österreich“, und von Beginn an wirkte der Oberösterreicher in der Sendung mit. „Ich war mehr als überrascht, als ich gefragt wurde, ob ich als Händler an einer Fernsehsendung mitwirken möchte. Zwar bin ich es gewohnt, Antiquitäten anzukaufen und wieder zu veräußern, doch in wenigen Minuten vor Kameras zu entscheiden, was ich kaufe und wie weit ich wofür mit biete, ist schon eine andere Geschichte. Aber manchmal muss man eben ins kalte Wasser springen und etwas Neues probieren.“ Markus Strassner hat hier schon oft schöne Stücke für sein Geschäft gefunden. „Vom Auto über imposante Silberservices bis zu Reisetruhen und Prunkaufsätzen habe ich schon alles Mögliche erstei gert. Oft ist es nicht leicht, den Zuschlag zu bekommen, denn auch meine Händlerkollegen wissen sehr wohl, was gut ist. Manchmal bieten wir weit über das Ziel hi naus – aber so ist das eben, wenn man etwas wirklich haben möchte!“, ergänzt er lachend.

Waltraud Strassner hakt ein: „Manchmal merke ich, dass ich den Atem anhalte, wenn Markus im Fernsehen immer weiterbietet, auch wenn ich natürlich schon vor her weiß, was er gekauft und wie hoch er geboten hat. Trotzdem ist es spannend und ich frage mich dann stets: Wie hoch wäre ich wohl gegangen?“

INFOBOX

Kunsthandel Markus Strassner Passauerstraße 85, 4780 Schärding Tel.: +43 664 1840988 antik-strassner@aon.at www.antik-strassner.com

240 SCHLOSSSEITEN
Ensemble aus einer gotischen Truhe, unterschiedli chen historischen Jagdtrophäen und einem Tresor „Cassaforte“, Italien

KÖLNBERGER

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241 SCHLOSSSEITEN
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Lieblingsgeschenke

Ich persönlich schenke gerne Gutscheine für FLOW WineNights – das sind Weinverkos tungen für zu Hause in einer geselligen Runde mit Freundinnen. Eine FLOW-Partnerin präsentiert je nach Geschmack und Wunsch eine Auswahl an exzellenten alkoholischen und alkoholfreien Weinen. Genuss, gute Gespräche, Beisammensein und Wissen über Wein stehen im Vordergrund.

Wann trinke ich gerne Wein und mit wem?

Mein persönlicher Lieblingswein ist unabhängig von Rebsorte, Weinbaugebiet, Jahrgang, ob Sprudel oder still. Meinen Lieblingswein trinke ich nämlich in einer geselligen, netten Runde von Freundinnen und Herzensmenschen –am liebsten bei einer FLOW WineNight. www.fineladiesofwine.at

FANNY SALOMON

Lieblingskleidung

Gerade jetzt, in der Übergangszeit, freue ich mich, meine absolute Lieblingsjacke von Frauenschuh wie der anziehen zu können. Sie wärmt und wurde aus 100%iger heimischer Wolle in Österreich produziert. www.frauenschuh.com

Die Winzerin und Gründerin des Weindistributionsunternehmens FLOW – Fine Ladies of Wine, Fanny Marie Salomon, ermöglicht Frauen, sich als FLOW-Partnerinnen selbstständig zu machen. FLOW bringt Frauen, die den Genuss und das Interesse an erstklassigen Weinen teilen, zu geselligen Abenden zusammen und schafft eine Community für Weinkennerinnen und solche, die es einmal werden wollen. Fine Ladies of Wine organisiert Weinverkostungen für zu Hause. Lust, am Team von FLOW teilzuhaben? Meldet euch gerne auf www. fineladiesofwine.com oder per Mail an flow@fineladiesofwine.com.

Lieblingsgeschenke

Für mich sind mundgeblasene Gläser von Still segler etwas ganz Spezielles. Das Gefühl, Wein oder auch Wasser aus diesen Gläsern zu trinken, ist ein wunderbares Erlebnis und ein Genuss. Beide Unternehmen sind familiengeführt und produzieren in Österreich.

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Am liebsten koche ich zu Hause eines meiner Lieblingsgerichte: Schinkenfleckerl. Was gibt es Schöneres, als mit den Lieblingsmenschen zusammenzusitzen, Freude an Genuss und am Leben zu feiern und mit wunderbaren Gesprächen und einem exquisiten Glas Wein anzustoßen!

Lieblingsweine?

Nach meinem Lieblingswein zu fragen ist fast so, als würde man mich nach meiner Lieblings speise oder auch nach meiner Lieblingsblume fragen. Jede Gelegenheit hat einen eigenen Lieblingswein. Das ist dem Faktum ähnlich, dass man sich nur über rote Rosen freut, die einem eine bestimmte Person schenkt. Die FLOW-Selection wurde von mir so ausgewählt, dass jede Frau ihren Lieblingswein findet.

242 SCHLOSSSEITEN

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GUSTAV, DER SCHLOSSHUND

Wer in die Seele eines Hundes blicken will, der muss in dessen Augen schauen. Ja, ich gebe zu, ich schaue derzeit etwas traurig drein. Mein gu ter Mopsfreund hat sich von dieser Welt verabschiedet und ist – wie die Indianer zu sagen pflegen – in die ewigen Jagd gründe hinübergegangen. Walther, so hieß mein Freund, ist ja ziemlich alt geworden, weil seine Familie so gut auf ihn aufgepasst hat, aber dann ist es ihm zuletzt doch schon län gere Zeit nicht mehr ganz so gut gegangen.

Früher haben wir oft gemeinsam Fangen gespielt, um einen Ball gekämpft und dann nebeneinander friedlich in einem Korb geschlafen. Walther war nämlich ein lustiger Spielka merad mit großen Mopsaugen. Natürlich war er viel klei ner, aber stets flott unterwegs. Wenn es allerdings um sein Fressen ging, konnte man so gar nicht mit ihm verhandeln; ansonsten haben wir aber auch vieles geteilt. Während ich sogar bei Regen und Schnee meinen täglichen Rundgang um das Schloss genieße, wollte der kleine Mops partout kei ne Kralle vor die Türe setzen. Selbst nette Aufforderungen nützten da wenig, allenfalls ein Leckerli.

Da bin ich selbst aus einem ganz anderen Holz geschnitzt –ein Jagdhund eben. Auch bei Schlechtwetter findet man mich draußen, ich kann sogar kommende Unwetter an zeigen und zittere auch nicht beim heftigsten Gewitter. Als beim letzten Sturm der Wind um das Schloss pfiff und die Fensterläden auf und zu schlugen, bin ich ganz ruhig geblieben, weil meine Herrschaften ja ebenfalls zu Hau se waren. Selbst als dann der Strom ausging – ein kleiner Blackout sozusagen – und die Kerzenleuchter entzündet wurden, fand ich das schon wieder ungemein romantisch. So war es ja auch in früheren Zeiten im Schloss, als man noch keinen Strom hatte. Ich werde aber doch ein bisschen sentimental, wenn ich an meinen Mopsfreund mit seinem speziellen Charakter denke. Er hat alle mit seiner lustigen Art stets lebhaft unterhalten. Seine Familie hat den Kin dern gesagt, dass er jetzt im Himmel auf einer weißen Wolke ist und dass es ihm dort besser geht.

Die Tochter des Hauses hat gemeint: „Der Walther, der ist jetzt im Urlaub.“ Soll ich ihr sagen, dass es ihm dort so gut gefällt, dass er dort bleiben will? Dass er nicht mehr zurück kommen wird? Nur gut, dass ich nicht sprechen kann. So bleibt es mir erspart, ihr zu erzählen, dass Walther jetzt mit meinem Vorgänger, Gustav I., gemeinsam auf dem gemüt lichen weißen Ledersofa auf der Wolke sitzt, das er so gern hatte. Und dass er die lange Zeit mit seiner Familie hier sehr genossen hat. Im Angesicht der Unendlichkeit des Seins habe ich mir vorgenommen, alles, was so rund um mich los ist, zu genießen: die Streicheleinheiten meiner Familie, anerkennende Blicke und Leckerlis von Freunden, den war men Sommerwind, wenn ich im Schlossgarten liege, und die langen Laufstrecken durch die Weingärten gemeinsam mit meinem Frauchen. Also lebe ich im Hier und Jetzt und mache mir vorerst mal keine Sorgen. „Wird schon gutge hen“, hat ein älterer Herr immer gemeint, und der hat si cherlich recht. Ich werde jetzt auch mehr mit dem kleinen Stammhalter bei uns spielen, der gerade Gehen gelernt hat. Er teilt auch so brav sein Essen mit mir, was echt nett ist, und findet mich ganz toll. Das könnte vielleicht ein echter Freund werden.

Also bleibe ich freundlich, blicke zuversichtlich in meine Hundezukunft und werde alles andere erst überdenken, wenn der Blitz einschlägt. Nicht vorher. Das Leben ist zu kurz, um dem Vergangenen nachzutrauern. Und dem Mops schicke einen schönen Gruß und bedanke mich bei ihm für die wunderbare gemeinsame Zeit – er war ein großartiger Freund!

244 SCHLOSSSEITEN KOLUMNE
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LADY-LIKE

Das Wort „LADY“ ist in England die Anrede für die Ehefrau eines Aristokraten, früher trug diesen Titel die englische Königin. Doch kann jede Frau „like a Lady“ sein, denn kultiviert, stilsicher und gesellschaftlich gewandt zu sein hängt nicht unbedingt von der sozialen Herkunft ab, wohl aber von Intelligenz und Empathie.

Gutes Benehmen setzt nur Kenntnis der Umgangsformen voraus, echte Höflichkeit dagegen ein feines, zartes und gewohntes Gefühl des Wohlwollens gegenüber den Menschen. Claude-Adrien Helvétius (1715–1771), französischer Philosoph

Von einer LADY erwartet man, dass sie höflich, un terhaltsam, verständnisvoll und feinfühlig ist, selbstbe wusst und redegewandt auftritt sowie in jeder Situation beherrscht bleibt. Die gesellschaftlichen Benimmre geln kennt sie nicht nur, sie befolgt sie auch. Ihre mo ralischen Ansprüche sind hoch, sie erlaubt sich weder Ausflüchte noch Notlügen oder kleine Schwindeleien.

Du kannst mehr über eine Person lernen, indem du darauf achtest, wie sie über andere spricht, als wenn du darauf achtest, wie andere über sie sprechen.

Audrey Hepburn (1929–1993), britisch-niederländische Schauspielerin

Tratsch und Intrige sind nicht ihr Ding. Sie ist rück sichtsvoll und diskret und wird sich über andere Perso nen niemals abfällig äußern oder sich gar über sie lustig machen. Es zeichnet eine LADY aus, dass sie zu allen Personen gleichermaßen freundlich ist: Ob Zimmer mädchen oder Generaldirektor, ob In- oder Auslän der – sie verhält sich immer zuvorkommend. Proletari sches Benehmen „übersieht“ sie, ohne diese Menschen zu kränken. Ihre meistverwendeten Worte sind „Bitte“ und „Danke“.

Allüren sind nur etwas für die Unfertigen. Audrey Hepburn (1929–1993), britisch-niederländische Schauspielerin

Schlechte Laune? Kennt ein LADY nicht. Sie hat kei ne Allüren, ist nicht zickig, macht keine „Faxen“ und benimmt sich in jeder Situation der Lage entsprechend korrekt. Sie ist nie indisponiert und leidet weder unter Migräne noch an Bauchgrimmen oder einer Grippe. Ob Freude oder Leid, sie hält ihre Gefühle im Zaum.

Zu vertraulicher Umgang erzeugt widrige Eindrücke. Adolph Freiherr von Knigge (1752–1796), deutscher Jurist und Satiriker

Eine LADY hält immer Abstand. Ihr Auftreten ist sou verän, ihre Gestik routiniert, ihre Haltung aufrecht. Sie zeigt Interessen an ihren Mitmenschen, ohne zu vertraulich zu werden. Sie lässt niemanden warten und erscheint pünktlich zu einer Verabredung.

Einen Menschen erkennt man an der Sprache. Jüdisches Sprichwort

Sie spricht in einer angenehmen Mittellage, ihre Aus sprache ist klar und deutlich. Sie nuschelt nicht noch re det sie im Dialekt. Fremdwörter verwendet sie nur dann, wenn sie deren Bedeutung kennt. Eine LADY flucht nicht, verwendet keine obszönen Ausdrücke oder erzählt zotige Witze. Die Kunst der Konversation beherrscht sie, selbstverständlich auch in mehreren Fremdsprachen.

246 SCHLOSSSEITEN KOLUMNE

Your clothes should be tight enough to show you’re a woman, but loose enough to show you’re a lady.

Marilyn Monroe (1926–1962), amerikanische Schauspielerin und Sängerin

Eine LADY ist dezent präsent. Weder fällt sie mit zu gro ßem Dekolleté oder zu starkem Make-up auf noch mit wild gefärbtem oder ungewaschenem Haar sowie überlan gen lackierten Fingernägeln. Auch ihr Parfum ist unauf dringlich. Sie ist gepflegt, achtet auf ihr Gewicht.

Wirkliche Eleganz heißt, in Rufweite hinter der Mode zu bleiben.

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830–1916), österreichische Schriftstellerin

Sie ist stilvoll, zeitlos elegant, ihrem Alter und der Gele genheit entsprechend gekleidet. Eine LADY weiß durch Erfahrung und durch den kritischen Blick in den Spie gel, welche figürlichen Vorteile sie betonen und wie sie Schwächen kaschieren kann. Ihre Devise: Besser weniger im Schrank, Qualität statt Quantität.

Nimm dir nicht den zum Freunde, der dir nicht ebenbürtig ist.

Konfuzius (551–479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Ihre Freunde und Freundinnen sucht sich eine LADY da nach aus, ob diese das gleiche Niveau haben sowie ihre Vorlieben teilen. Sie wird sich bemühen, dass sich in ihrer Gegenwart jeder wohl und entspannt fühlt. Sie pflegt die Beziehungen, indem sie regelmäßig die Kontakte erneuert und ihren Freunden und Freundinnen in allen Lebensla gen und bei Problemen zur Seite steht.

Jede Frau beherrscht die Kunst, einen Mann zu beobachten, ohne ihn anzusehen. Giorgio Armani (*1934), italienischer Modeschöpfer und Unternehmer

Bevor sie Gefahr läuft, sich Hals über Kopf zu verlieben, informiert sie sich über das Objekt ihrer Begierde. Tabu sind verheiratete oder bereits vergebene Männer, denn eine LADY ist intelligent genug, um zu wissen, dass sie sich damit Schwierigkeiten einhandelt.

Auf der Straße bin ich eine Lady, im Bett ein Freak. Katy Perry (*1984), US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin

Dieser Ausspruch ist zwar nicht „ladylike“, doch das Bett ist tatsächlich der einzige Ort, an dem dieses „engelsglei che Wesen“ LADY ihre Contenance verlieren darf – nein, muss. Natürlich nur bei dem entsprechenden Gentleman.

247 SCHLOSSSEITEN
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DER MÄUSEKÖNIG URLAUBSPLANUNG

Der große Vorteil, sein Kind in den Kin dergarten des Lycees zu schicken, ist of fenkundig die französische Sprache, die es sich hier auf Native-Niveau aneignet. Der Nachteil sind die ausufernden Ferientage. So hat mein Filius ganze 4 Monate Urlaub im Jahr! Das bedeutet recht viel Pla nung, wie Sie sich vorstellen können. Die wohl herausforderndsten Ferien sind die Herbstferien, denn Ende Oktober/Anfang November ist in Europa fast überall glei chermaßen schlechtes Wetter. Es bleibt einem nur der Flug in die Arabischen Emirate oder in die USA. Da man PostCovid/Prae-Weltkrieg-III immer damit rechnen muss, in der Urlaubsdestination stecken zu bleiben, weil die apokalypti schen Reiter potenziell die Heimreise ver unmöglichen, sind mir beide Aussichten nicht allzu sympathisch. Besonders sympa thisch waren sie ohnehin nie. Der Gedan ke, ganze zwei Wochen am Stück durch das verregnete Ausseer Land zu wandern, ist ebenfalls wenig erhellend. Also bleibt nur noch die Hoffnung auf gutes Wetter und die Flucht nach Südfrankreich, wo wir bei einer Freundin unterkommen. Da die Inflation besonders in der Hotellerie angekommen ist und wir schon im Jänner in Kitzbühel aus Personalmangel gebeten wurden, auf das tägliche Zimmerreinigen in einem 5-Sterne-Hotel zu verzichten, haben wir bereits einen Vorgeschmack auf die angehende Saison erhalten: gestrichene Flüge, geschlossene Frühstücksbuffets, und stundenlanges Warten auf das Abendessen. Wir skippen das jetzt mal und besuchen Freunde in Frankreich. So wie früher.

Beatrice Tourou, bt@schlossseiten.at

GESICHTSKUR

Man dürfte offensichtlich der Auffassung gewesen sein, dass die Wienerinnen dringend mehr Kosmetikstudios benötigen, denn im Jahr 2022 haben sich die Besten unter den Spezialisten in die Bundeshauptstadt gewagt, um dort aufwen dige Facials anzubieten, die von der Stammzellenkur bis zum Haarspitzen-Tre atment das Haupt in neuem Glanz erstrahlen lassen. So lud die Maison Sisley in das neue Stammhaus am Bauernmarkt, wo nicht nur Nathalie Hohenzollern, Natascha Traun und Daniela Fürstenberg zur Eröffnung mit der Eigentümer familie d’Ornano aus goldenen Augarten-Schalen Champagner nippten. Ein anderes Highlight war das Opening des Spas im Rosewood Hotel, wo Dr. Au gustinus Bader, der Stammzellen-Experte mit gleichnamiger Linie, ein Dinner mit ebenfalls prominenter Gästeliste hostete. Barbara Sturm eröffnet im Ritz.

Ich komme nun in das Alter, wo man es als sinnvoll erachtet, beim Autofah ren nicht mehr zwischen Fernbrille und Sonnenbrille wählen zu müssen, da es aus Sicherheitsgründen tatsächlich Sinn macht, sich einen Hybrid anzulegen: die Sonnenbrille mit Ferngläsern. Und da dieses dringende Bedürfnis sofort in die Tat umgesetzt werden muss (ohne Terminvereinbarung beim Arzt), werde ich bei Mister Spex mit einem Onlinesehtest in nur wenigen Stunden mit meiner neuen Brille beglückt. Voila! www.misterspex.at

3.

WISHLIST

Man wünscht sich als Mutter ja immer für sich selbst und auch für das Kind. Die Ja cke und die Stiefel gibt es glücklicherweise gleich für Klein und Groß, unglücklicher weise zum de facto gleichen Luxus-Preis. 1. Jacke von Loro Piana, Kinder-Version gleich wie Erwachsenen-Version, um die € 4.500 | 2. Ludwig Reiter, „Maronibrater“, um € 859 | 3. Bestickte Servietten mit Mo nogramm, über etsy.com, ab € 39 | 4. Diam antring, von Bulgari, um € 8.900 | 5.  Kosmetiktasche, von Louis Vuitton, um € 890

248 SCHLOSSSEITEN
- Ein Wort -
5.
Junior 2.

In wunderbarer Natur- und Ruhelage der Slow-Food-Gemeinde Obervellach im Mölltal befindet sich das altehrwürdige Oberstbergmeisteramt aus 1500, welches 2009 komplett renoviert und mit dem überdachten Arkadenhof sowie zehn modernst ausgestatteten Apartments, Seminarraum, Cafe uvm. liebevoll umgestaltet wurde.

Ebenfalls am Hauptplatz wurde 1800 ein herrschaftliches Zinshaus mit drei groß zügigen Wohnungen und Geschäftsflächen errichtet und 1998/99 generalsaniert. Traumhafte Baumaterialien und besondere Details wie Holz-Dielenböden, schöne Türen und Kastenfenster, Kreuzgewölbe, Erker, Terrazzoböden sorgen für ein einzigartig verzauberndes Flair. Beide Objekte können touristisch oder privat genutzt werden. Vom Wandern, Biken, Bersteigen, Schwimmen im nahe gelegenen Millstätter- oder Weissensee bis hin zum Skifahren und Skitourengehen ist hier Vieles möglich.

MEHR INFORMATION: Mag. Gabriela Paumgartner-Eccli Zuckerkandlgasse 46/6 | 1190 Wien Gaisbergstraße 40/4 | 5020 Salzburg M +43 (0)664 1544066 gp@pe-immo.at www.pe-immo.at EXKLUSIV & EINZIGARTIG: VERZAUBERTE KLEINODE IN DER HERRLICHEN BERGWELT NATIONALPARK HOHE TAUERN KÄRNTEN

IMPRESSUM

SCHLOSSSEITEN MAGAZIN

Lensing Kommunikationsagentur Am Mittersteig 7A 3482 Gösing am Wagram Tel: +43 664 527 30 70 http://magazin.schlossseiten.at magazin@schlossseiten.at

HERAUSGEBER: Lisa Gasteiger-Rabenstein Joseph Gasteiger-Rabenstein

REDAKTION: Lisa Gasteiger-Rabenstein Mag. Clarissa Mayer-Heinisch Mag. Eva-Maria von Schilgen-Arnsberg Dr. Hannelore Lensing Beatrice Tourou

ANZEIGEN: Lisa Gasteiger-Rabenstein

LEKTORAT: Die Fehlerwerkstatt www.fehlerwerkstatt-wien.at

LAYOUT UND GRAFIK: Marie Riedl – www.marieriedl.com Joseph Gasteiger-Rabenstein Beatrice Tourou

FOTOS: siehe Bildcredit bei Artikel Joseph Gasteiger-Rabenstein Coverfoto: Schloss Eckartsau, ÖBf Archiv Panzer

IDEAS & CONNECTIONS: Mag. Eva-Maria von Schilgen-Arnsberg

ABONNEMENT: abo@schlossseiten.at +43 1 267 51 72

DRUCK: Gerin Druck GmbH Gerinstraße 1–3, 2120 Wolkersdorf

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250 SCHLOSSSEITEN
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Haus in 3712 Maissau in schöner Lage unterhalb vom Schloss Maissau. Wohnfläche ca. 218 m2, 5 Schlafzimmern, schöner Innenhof. Platzreserven im nicht ausgebauten Dachboden. Weinkeller sowie hofseitiges Nebengebäude vorhanden.

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LADY-LIKE

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GUSTAV, DER SCHLOSSHUND

2min
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FANNY SALOMON

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pages 242-243

SALZHEILSTOLLEN BERCHTESGADEN

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KUNSTHANDEL STRASSNER

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GEGENÜBERGESTELLT

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POST FAMILY RESORT

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pages 230-234

DIE CHIRURGINNEN

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SCHLOSS AHLDEN

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pages 224-225

HERRSCHAFTSZEITEN

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JUL. HÜGLER AUF EXPANSIONSKURS

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pages 212-213

DR. KATHARINA ZU SAYN-WITTGENSTEIN

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DIE ARCHITEKTIN MIT STIL

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TEXTILRESTAURIERUNG

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STEINWAY & SONS

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KUNST IST UREWIG

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HOCHKARÄTIG

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BALLGEFLÜSTER

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HOTEL BRISTOL

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ROYALE GÄRTEN

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SCHLOSS.ZIMMER

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ROSEWOOD VIENNA

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ALLES VOM FEINSTEN

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RUTH BAUMGARTE

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MULTISTORAGE

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ANTIQUITÄTEN IM GLASERGEWÖLBE

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SCHÖNHEIT ERLEBEN

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MOZARTWOCHE 2023

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PAUL FLORA

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ENTRE NOUS

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SCHLOSSHERR GESUCHT

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SCHLOSS SCHRATTENTHAL

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JÄGER KOCHEN WILD

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DER MESSERMACHER

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SCHLOSSWIRT ZU ANIF

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FUCHS FINE GUNS

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CHRISTIAN SPRINGER PATRICK UND DANIELA FANZOJ

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JAGD-DINNER

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SOPHIE SALM

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GMUNDNER KERAMIK

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DIE KAISERLICHE JAGD

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JAGDSCHLÖSSER

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MAXIMILIAN MAYR MELNHOF

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SCHLOSS LITSCHAU

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FRANKEN & CIE

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HUNDEPARADIES

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