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GEOMAX

Messen mit geneigtem GPS-Stab

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ei Messungen mit einem GNSS-Empfänger vertraut man auf die Libelle am Stab, hält den Stab senkrecht und speichert dann den Punkt ab. Dabei wird häufig übersehen, dass die Libelle dejustiert sein kann und unter Umständen nicht exakt im Wasser ist. So kann sich 1 mm Abweichung an der Libelle bei einer Stabhöhe von 2 m bereits in einer ungenaueren Messung auswirken. Auch der Stab selbst kann durch intensive Nutzung deformiert sein. Fachhändler von Vermessungsgeräten bieten Justierstationen an, um die Vertikalität zu überprüfen und die Libelle zu justieren. Dies ist in der Praxis aber oft nicht kurzfristig durchführbar. GeoMax setzt im Neigungssensor des GNSS-Empfängers Zenith35 Pro auf eine Technologie, um diese Fehlerrisiken zu verringern. Während der Punktaufnahme misst die Zenith35 Pro ihre eigene Neigung und die Richtung, in die sie geneigt ist, und kann somit die Schräglage korrigieren. Neben Stab- und Libellenfehlern korrigiert die GeoMaxEntwicklung auch Anwenderfehler bei der GNSS-Messung, wenn der Stab bei der Punktaufnahme oder -absteckung nicht absolut vertikal gehalten wird. Die Hardware Zenith35 Pro wird in der

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Bei Messungen mit GNSSEmpfänger birgt der Stab, auf dem der Empfänger montiert ist, ein gewisses Fehlerrisiko. Der GeoMax-Neigungssensor will diese Risiken und Fehlerquellen minimieren helfen. Anwender profitieren in der GeoMaxSoftware X-PAD von zwei Möglichkeiten, den Neigungssensor der Zenith35 Pro einzusetzen.

Je nach Projekt können Anwender mit den Methoden »zwei Messungen pro Punkt« oder »eine Messung pro Punkt« den jeweils einfacheren und schnelleren Lösungsweg auswählen. Software X-PAD durch zwei Anwendungsmöglichkeiten unterstützt – »zwei Messungen pro Punkt« und »eine Messung pro Punkt«.

Zwei Messungen pro Punkt Die Methode »zwei Messungen pro Punkt« bringt genaue Ergebnisse und ist sofort einsetzbar. Anwender wechseln im X-PADAufnahmemenü in die entsprechende Funktion, setzen den GNSS-Stab schräg auf den Messpunkt und speichern die Koordinaten ab. Die Software fordert im Anschluss zu einer zweiten Messung auf. Mit den Daten aus beiden Messungen lässt sich die korrekte Messpunktposition berechnen. »Zwei Messungen pro Punkt« bietet sich für die Punktaufnahme an Häusern an. Übliche GNSS-Empfänger hätten, so betont der Anbieter, an Hausecken häufig das Problem, keine Fixed-Position berechnen zu können. Dazu komme noch die Schwierigkeit, dass der Empfänger nicht exakt an das Hauseck gehalten werden kann. Methoden wie Bogenschnitt oder exzentrisches Messen waren für die Aufnahme des Hausecks notwendig. Die GeoMax-Software will das Messen deutlich vereinfachen. Auch für die Aufnahme von Kanalmesspunkten bietet sich die »Zwei-Punkte-Methode« an. Häufig sind Messpunkte in Kanälen nicht direkt einsehbar oder mit einem senkrechten GNSSStab nicht messbar. Um auch die-

se Messpunkte zuverlässig abspeichern zu können, wird der Punkt im Kanal aus zwei Positionen mit geneigtem Stab gemessen und die Koordinaten werden anschließend berechnet. Die Genauigkeit der Messung liegt nach Anbieterangaben im ZentimeterBereich.

Eine Messung pro Punkt Die Methode, den Messpunkt mit geneigtem Stab nur einmal abspeichern zu müssen, gilt als modernste Möglichkeit der GNSSMessung. Der Empfänger Zenith35 Pro misst sowohl die eigene Neigung als auch die Richtung, in die er geneigt ist. Darauf greift das Gerät auf den internen Kompass zurück. Um eine verlässlich hohe Genauigkeit zu erreichen, muss der interne Kompass dafür zunächst kalibriert werden, um externe Störfaktoren wie Metallzäune, Lkw oder andere Objekte, die den Kompass beeinflussen, zu berücksichtigen. Die Software führt den Anwender durch die Kalibrierung und zeigt Schritt für Schritt an, was zu tun ist. Diese Methode bietet sich für Projekte an, in denen sehr viele Punkte aufgenommen werden müssen. Der Anwender kalibriert den internen Kompass anfänglich und kann dann ohne Berücksichtigung der Stabneigung viele Punkte in kurzer Zeit aufnehmen. §

GeoMax Freigelände, Stand FGL T302

4/2017

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bauMAGAZIN April 2017  

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