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Nr 6 1932

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auch die ersten Norweger, Trygve Smith und T h . Heyerdalil, in das Engadin zu kommen. Im Winter 1899/19oo (genaues Datum leider nicht mehr zu erfahren) führte er seine Freunde Helferich, P. Steffani und Frau Balaster-Veraguth vom Fextale aus auf den Piz Tremoggia - wobei die Ski bis auf die Höhe der Fuorcla Fex-Scerscen benützt wurden. Steffani hatte den langen Brettern nicht getraut und machte die ganze Fahrt mit Schneereifen. Er lernte die Uberlegenheit der Ski zu seinem Schaden bergauf wie bergab kennen und blieb hoffnungslos hinter seiner Partie zurück. Andere Einzelheiten sind nicht mehr beizubringen. Viel mehr lässt sich erzählen von der zweiten bemerkenswerten Tour, deren geistiger Vater Klucker war : Die Besteigung des Piz Glüschaint (3660 m), wobei ebenfalls die Ski bis zum Fex-Passe gebraucht wurden. Teilnehmer waren : (ausser Klucker) : Peter Heinz (Silvaplana), Andrea Müller (Campfer), Pfarrer Pünchera (Silvaplana), Silvio Gaudenzi (Silvaplana), Ferdinand Barblan (Sils), Toni Fümm (Fex), Dr. Hemmi (Sils) und Andrea Müller-Meyer (Silvaplana). Wer einmal erfahren will, wie mächtig diese Tour in der Erinnerung der Teilnehemer sich eingrub, der gehe in Silvaplana zu dem jetzt über siebenzig jährigen Herrn Peter Heinz. Und wenn er das Zutrauen des alten Herrn gewinnen kann und ihn zum Erzählen bringt, dann wird er staunen, wie die alten hellblauen Augen Feuer bekommen, und wird sich freuen an der ungebrochenen Begeisterung, mit der der ehemalige Säumer jede Einzelheit dieser denkwürdigen Fahrt heute noch geniest. Am I I . März 1900 an einem bitter kalten Morgen, brachen die Freunde im Fextale auf. Schon bei der ersten Rast waren Speck und Eis wie Kristall))gefroren. Der Schnee war tief und sie spurten abwechselnd. Es blies kräftig auf der Höhe und es ist ein Wiiiider, dass sie alle (nachmittags 4 Uhr erst !) auf den Gipfel kamen. Es reiclite denn auch nicht rnelir für die ganze Partie bis in das Inntal nach Sils. Ein Teil von ihnen musste eine zweite Nacht in Fex bleiben. Später werden wohl alle sich mit viel Vergnügen bis zu ihrem Tode an dieses Abenteuer erinnert haben. Aber die Augenblicksurteile lauteten ziemlich herbe. Der Glüschaint hat mir einmal geleuchtet, und nicht wieder » (Fümm), einfach hirnwütig (Gaudenzi), ((bergaufgings gut, aber bergab war ich ganz dumm)) (P. Heinz, heute noch). In schöner geschnörkelter Schrift hat Herr Heinz alle Einzelheiten in einem grossen Buche stehen, das auch seine zahlreichen anderen Bergfahrten enthält. Im Sommer hatten wir keine Zeit, so mussten wir sie uns in der toten Saison, gelegentlich von der Arbeit stehlen. Tremoggia und Glüschaint sind fürwahr tüchtige Touren, die auch lieutigeri Tages nur ganz selten unternommen werden! ((

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