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herbst-winter kollektion 2011-12 die 4 ringe der offenbarung. kapitel II. die M채rtyrerin.

autumn-winter collection 2011-12 the 4 rings of unveiling. chapter II. the martyr.


„Durch die Leiden der Heiligen Märtyrer, die sie für Dich ertrugen, bitten wir Dich Herr, all unsere Leiden zu heilen.“ „Through the sufferings of the holy martyrs, which they endured for your sake, we ask you Lord, to heal our sufferings.“

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DIESER AUSGABE. IN THIS ISSUE. durch die leiden.....................

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through the sufferings...............

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in dieser ausgabe....................

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in this issue........................

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1. akt: die stärke................... “II.I. seraphia“.....................

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1. act: the strengh.................. “II.I. seraphia“.....................

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2. akt: die dunkle nacht der seele... “II.II. johanna“.....................

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2. act: the dark night of the soul... “II.II. johanna“.....................

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3. akt: die kaiserin................. “II.III. regina“.....................

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3. act: the empress.................. “II.III. regina“.....................

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4. akt: verwandlung und erlösung..... “II.IV. katharina“...................

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4. act: metamorphosis & salvation.... “II.IV. katharina“...................

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1. akt: die stärke / bewusstwerdung 1. act: the strengh / ideational realization

Das wird eine große, große Zeit, die keine Helden und Märtyrer mehr braucht. Otto Weiss (1849 - 1915) It will be a great, great era which no longer needs heroes and martyrs. Otto Weiss (1849 - 1915)

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II.I. SERAPHIA. VOM GLANZ ERBLINDET. Sie verschmähte Eitelkeit und Prunk, verachtete Glanz und Pracht. Wusch sich rein von jedem schmutzigen Verlangen, das sie dazu verführen wollte, zu sein wie die anderen. Die Gier, die in geschminkten Augen lechzte, die Wollust, die in jeder schlangenhaften Bewegung mit ihren Reizen protzte, verabscheute sie. Sie aß kaum mehr, schnürte sie ein, ihre Brust, schnitt ihre Wimpern ab, bis nur noch ein nackter Blick erschrocken in ihrem Gesicht stehen blieb. Es hatte schon lange das Lächeln des Mädchens abgelegt, das sie einst gewesen war. Damals, als noch ihre langen Locken über ihre Schultern fielen und sich junge Männer noch nach ihr umdrehten - nach ihrem Fleisch und Blut, das sie mit jedem brechenden Mond dafür vergoss Frau zu sein. Und sie hasste es. Sie hasste alle, die waren wie alle. Hasste ihre kleinen Stimmen und ihre noch kleineren Gedanken, die zu lesen, ein Leichtes war. Sie strotzten vor Nichts, denn sie waren kleine Hüllen die sich damit füllten, was die Welt ihnen bot, was aus dem tosenden Blitzlichtgewitter auf sie herniederprasselte. Stürzten sich gierig auf jene Reste, die für sie übrig blieben, wenn die Vorhänge gefallen und die Gäste der großen Bühnen dieser Welt betrunken weitergezogen waren. Eitel schmückten sie sich mit kaltem Gold und toten Diamanten – und hofften durch und mit ihnen ein bisschen mehr Liebe, ein bisschen mehr Freude und ein bisschen mehr Glück zu finden. Seraphia war mitten unter ihnen. Sie stand da, aufrecht und mit brennendem Herzen, eine heiße Träne in ihrem nackten Augenwinkel und beobachtete, wie sie gingen, einen Fuß vor den anderen setzten, wie sie einander nachahmten, wie sie gute Mine zum ohnehin verlorenen Spiel machten – und wie sie dabei ihr Schicksal unter Blech und Pomp vergruben. Mit jeder Faser ihres Körpers wusste Seraphia, dass sie lieber ihr Leben lassen würde, als zu dieser ewigen, blinden Suche verdammt zu sein. Sie spürte einen Hunger nach dem Echten, nach dem Reinen, dem, was zwischen Knochen, Adern und Fleisch unsichtbar blieb und sie doch auf ihren Beinen hielt, die wund waren, vom Davonlaufen, vom sich verstecken in einer Welt, in der alles glänzte und doch nichts aus Gold war.

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II.I. SERAPHIA. BLINDED BY SPLENDOUR. She spurned vanity and splendour and despised pomp and glory. She rejected any impure yearnings which might otherwise have seduced her into being like everyone else. She detested the greed which lay behind made-up eyes and the lust flaunted in every rippling movement. She hardly ate any more, strapped down her chest and cut off her eyelashes until all that remained was a naked and terrified expression on her face. Her smile had long faded. Before, her long curls had fallen over her shoulders and young men were drawn to her – to her flesh and blood which she shed with every breaking moon just to be a woman. She hated it. She hated everyone – they were all the same. She hated her small voice and her even smaller thoughts which were so easy to read. She was not abundant in anything because what the world offered her was made up of small things which rained down on her from the roaring thunder and lightning storms. They fell down greedily on the remnants of what was left over for her when the curtains had fallen and the guests on the big stage of the world had moved on, drunk. They vainly decorated themselves in cold gold and dead diamonds – and hoped this would help them find a bit more love, a bit more joy and a bit more happiness. Seraphia was among them. She stood there, upright with a burning heart, with hot tears in the naked corners of her eyes, watching how they walked, putting one foot in-front of the other, how they copied one another and how they put on a good show despite the game being already lost – and buried their fate beneath metal and splendour. Seraphia knew with every fibre of her being that she would prefer to die than be damned to following this eternal blind search. She felt a hunger for all things genuine and pure, for those things which remain invisible between the bones, veins and flesh and yet which kept her standing on her two legs which were sore from running away and hiding in a world where everything shone but nothing was made of gold.


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2. akt: die dunkle nacht der seele 2. act: the dark night of the soul

Die Sitte ist der Ausdruck einer allgemeinen, befestigten Ăœberzeugung. Carl Hilty, (1831 - 1909) Convention is the expression of a general and secure conviction. Carl Hilty, (1831 - 1909)

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II.II. JOHANNA. BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET. Ihr waren die Hände gebunden. Seit Jahren. Johanna spürte die blutigen Einschnitte an ihren schmalen Handgelenken, auch wenn diese Wunden nur in ihrer Phantasie existierten. Die Wirklichkeit war voll von Verpflichtungen und Versprechen, die eingehalten werden mussten, auch wenn sie mittlerweile auch noch so absurd und bedeutungslos klangen. Die Frage danach, ob sie ihn noch liebte, erübrigte sich. Sie mochte ihn, ihn und das, was er ihr ermöglichte. Die Türen, die er ihr geöffnet hatte und die Sicherheit, die er ihr an den meisten Tagen bot. Dafür machte sie sich schick für ihn, war fröhlich, wenn er aufgemuntert werden musste und interessiert, wenn es Neues zu berichten gab. Sie zollte ihm Respekt, wann immer es angemessen war, und schenkte ihm Momente der Lust, wenn es seine Blicke forderten. Und das taten sie oft, denn Johanna war eine schöne Frau. Und wie die meisten schönen Dinge ihres Mannes wurde sie vorgeführt. Lächelnd. Doch sie lächelte nicht, wenn keiner hinsah und ihre Schönheit verblasste von Tag zu Tag unter dem dunklen Schleier der Lüge, in der sie lebte. Sie kämpfte mit sich und ihrem Herzen, den Schein zu wahren. Nicht gegenüber den anderen, sondern gegenüber sich selbst. Sie durfte nicht trennen, was einst für immer verbunden wurde. Konnte den Schwur nicht lösen, den sie selbst ausgesprochen hatte. In den Armen ihres Mannes war sie schon tausende kleine Tode gestorben. In den Nächten, in denen er ruhig und tief neben ihr atmete, war ihr, als würde jemand ihre Kehle zuschnüren. Und wenn er seine freien Stunden mit ihr verbrachte, fühlte sie sich wie eine Gefangene. Mit jedem hitzigen Streit wurde das Blut in ihren Adern kälter, und mit jeder weichen Entschuldigung, ihr Herz ein wenig härter. Doch sie lebte, und das nahm ihr das Recht, zu gehen. Mit jedem Tag, den sie bleib, den sie ausharrte im Namen eines alten Versprechens, wurde in ihr eine Stimme immer lauter. Sie erzählte ihr vom goldenen Käfig, zeigte ihr jeden seiner Winkel, und jede Grenze, die er bot. Manchmal öffnete sich der Käfig für ein paar Sekunden und Johanna erschrak vor dem was sie sah, und noch mehr davor, was es mit ihr machte: Die Freiheit, jene Frau sein zu dürfen, die sie wirklich war, rührte eine Kraft in ihr, die sie kaum bändigen konnte. So bewaffnete sie sich mit Argumenten, zog die Grenzen noch schärfer und beobachtete ihre Gedanken wachsam. So lange, bis die Sicherheit, die sie damit wahren wollte, ihr Angst einflößte. Bis der Raum, den sie sich noch zugestand, sie in die Knie zwang. Würde sie weiter kämpfen, würden die Angst und die Enge schließlich siegen. Für immer, bis dass der Tod sie scheidet.

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II.II. JOHANNA. UNTIL DEATH DO US PART. Her hands were tied. For years. Johanna felt the bloody cuts in her slender wrists, even if these wounds only existed in her imagination. The reality was full of obligations and promises which had to be kept, however absurd and meaningless they sound now. The question of whether she loved him is dispensable. She liked him – him and what he offered her. The doors he had opened for her and the security he offered her most days. As a result, she dressed well for him, acted happy when he needed cheering up and was always interested when he had something new to report. She showed him respect whenever it was appropriate and gave him his moments of lust whenever she saw that special look in his eyes. And that happened a lot as Johanna was a beautiful woman. And like most of the beautiful things in her husband’s life, she was shown off. Smiling. But she did not smile when no one looked at her anymore and her beauty began to fade day by day beneath the dark veil of lies in which she lived. She battled against herself and against her heart to keep up appearances. Not to others but to herself. She must not separate what had been linked forever. She must not break the oath she herself had made. She died a thousand deaths in her husband’s arms. At night, when he breathed deeply and peacefully beside her, it was as if someone had tied up her throat. And when he spent his free time with her, she felt like a prisoner. With each heated dispute, the blood in her veins became colder and with each meek apology her heart became a bit harder. But she was alive and that deprived her of the right to leave. With each day that she stayed and persevered in the name of an old promise, a voice within her became louder. It told her of a golden cage and showed her each and every corner and boundary it offered. Sometimes the cage opened for a few seconds and Johanna was shocked by what she saw and even more by what it did to her: the freedom to be the woman she really was roused a force in her which she found difficult to restrain. And so she armed herself with arguments, made the boundaries even more distinct and observed her thoughts attentively – until the security she so much wanted to retain filled her with fear. Until the space she allowed herself brought her to her knees. She would continue to fight, she would finally overcome her fear and restraint. Forever, until taken away by death.


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3. akt: die kaiserin 3. act: the empress

Ăœberzeugung fesselt an Pflicht. Johann Heinrich Pestalozzi (1746 - 1827)

Conviction is bound to obligation. Johann Heinrich Pestalozzi (1746 - 1827)

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II.III. Regina. Wie schwer wiegt das Zepter des Erfolgs? Welchen Thron wollte sie besteigen? Welche Kräfte regieren, allein und mit dem Blick eines Richters? Mit verwundeten Ellenbogen, aufgeschunden auf dem Weg nach oben, stand sie da. Karrierefrau wider Willen. Sie hatte sich geopfert für das, was der Erfolg versprach. Die Hände blutig gearbeitet und schmutzig gelogen, um sich messen zu können, mit denen, die bereits ihr Zepter in Händen hielten. Sie konnte sie nicht ablegen, nicht jetzt, nicht hier, die schwere Bürde erzwungener Männlichkeit. Also analysierte sie, statt zu fühlen, sie berechnete, anstatt sich von dem leiten zu lassen, war man Intuition nannte – und vergaß dabei, dass es einst eine Frau in ihr gegeben hatte, die ganz in ihrer Schönheit und Kraft erblühen wollte. Doch sie trug ihr Zepter, von Ehrgeiz getrieben, so weit und so lange bis ihre Arme und Beine sehnig, hart und müde wurden. Bis es kaum noch etwas an ihr gab, das weich und lieblich, was verständnisvoll und großzügig war. Sie gab nicht mehr, sie nahm, um in einer Welt zu überleben, in der die Macht des Verstandes über die des Herzens gesiegt hatte. Hier gab es keine Hingabe, nur Taktik, Berechenbarkeit brach jede Leidenschaft und die Angst davor, nicht genügen zu können, jagte sie von einem Tag zum nächsten. Doch noch mehr fürchtete sie die Gedanken, die im Dunkel jeder Nacht wie Geister an ihr Bett krochen und ihr den Schlaf raubten. Sie zogen an ihr, und schienen ihr die grausamsten Gewissheiten in ihr Ohr zu flüstern. Wie Zeugen für all die Jahre, in denen sie sich selbst verleugnet hatte, plädierten sie für das, was einmal so wichtig, doch heute fast vergessen war. Mit jeder Erinnerung an alte Träume und Wünsche wuchs in ihr die Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe. Sie war einsam, war alleine in ihrer viel zu großen Wohnung. Niemand erwarte sie, wenn sie nach Hause kam und niemand verabschiedete sie, wenn sie wieder ging. Zu oft hatte sie jede Gemeinsamkeit und jede Nähe mit der Zeit aufgewogen, die sie investieren musste um mehr zu erreichen - und hatte dabei fast alles verloren. Nie würde es warm werden in ihr, nie würde sie spüren, wie ein Kind in ihr wächst, nie würde sie Leben schenken können, wenn sie nicht aufhörte, ihr eigenes Leben auf dem Altar des Ruhmes und der Anerkennung zu opfern. Sie fühlte, wie es sein würde, alleine alt zu werden und alleine zu sterben. Ohne auch nur einmal ganz Frau gewesen zu sein. Dieses Gefühl, entbrannte in Wut und Traurigkeit in gleichen Maßen. Mit einem schweren Schlag fiel das Zepter aus ihrer Hand und zerschellte in die tausend Täuschungen, die es erbaut hatten.

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II.III. Regina. How heavy is the sceptre of success? Which throne do you wish to conquer? Which powers do you wish to govern alone, with an iron stare like that of a judge? She stands there, with wounded elbows, chafed on the way to the top. A career woman against all odds. She sacrificed everything for her success. Her hands worked until they bled and became dirty from the lies she told to compete against those already holding her sceptre in their hands. She couldn’t shake off the heavy burden of forced masculinity, not here, not now. And so she analysed instead of feeling, calculated instead of being guided by intuition - and forgot that there once was a woman within her who wanted to flourish with beauty and strength. So, driven by ambition, she carried her sceptre as far as she could before her arms and legs became weak, heavy and tired. Until there was nothing more left within her, which was soft and charming, understanding and generous. She no longer gave; she took in order to survive in a world where the power of understanding had won over her power of the heart. Here there was no dedication, only tactics. Calculability eradicated all passion and the fear of not being able to measure up chased her from one day to the next. But she was even more fearful of the thoughts which crept over her bed every night and robbed her of her sleep. They came towards her and seemed to whisper cruel certainties in her ear. Like the witness of all the years she had denied herself, they pleaded for what was once so important to her and which she had now almost forgotten. With every memory of old dreams and wishes, the longing for comfort and love grew within her. She was lonely, alone in her overly large apartment. Nobody was expecting her when she came home and nobody said goodbye when she left every morning. She had all too often weighed up time and closeness with others with the time she had to invest to achieve more – and had lost almost everything. She would never feel a child growing inside her and she would never be able to create life if she didn’t stop sacrificing her own on the altar of glory and recognition. She felt how it would be to grow old and die alone. Without every having been the woman she really was supposed to be. This feeling triggered anger and sadness in equal measure. And so with one decisive blow, the sceptre fell from her hands and smashed into the thousands of delusions it had created.


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4. akt: verwandlung & erlösung 4. act: metamorphosis & salvation

Das Menschengeschlecht erkennt seine Propheten nicht und tötet sie, doch es liebt seine Märtyrer. Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821 - 1881) The human race does not recognise its prophets and kills them but it loves its martyrs. Fyodor Mikhailovich Dostoevsky (1821 - 1881)

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II.IV. KATHARINA. KANNST DU DEINE OPFER SEHEN?

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Ihr Name war Katharina. Die Reine, die Aufrichte. Die, die ihr Leben dafür opferte, ihren Überzeugungen treu und reinen Herzens zu sein. Doch sie fand nichts an der Bedeutung ihres Namens. Sie würde ihr ohnehin nie gerecht werden - und irgendwie war ihr das egal. Was hatte sie schon, wofür es sich gelohnt hätte etwas zu opfern? Was war es wert, treu zu sein und wofür hätte sie kämpfen und mit ganzer Kraft einstehen sollen? Ihr Leben bestand aus nichts außer hunderten Tage, die einander hundertfach glichen, und hunderten kühlen Masken, die sie sich zurechtgelegt hatte, um ihnen zu begegnen. Ihre Zunge und ihr Verstand waren messerscharf. Sie waren die Waffen, mit denen sie sich geschickt verteidigte. War es nötig, gewann sie mit ihnen die eine oder andere Schlacht, oder ließ einen Gegner eingeschüchtert zurück. Es gab zu viele Fronten, zu viele andere Ansichten und Weltbilder, um noch daran glauben zu können, es wäre möglich, etwas Großes zu bewegen. So hatte sie über die Jahre gelernt, nur noch dann anzugreifen, wenn es sich tatsächlich lohnte: Für sie, für ihre eigene Welt, ihren eigenen Reichtum und ihre liebgewonnenen Besonderheiten. Das Eigentliche, das, was über allem stand, was auf ewig verteidigt werden hätte sollen, war chancenlos im Rausch dieser Welt. Und mit ihm vergaß Katharina, dass es einst eine Leidenschaft gab, die sie bewegte, eine Kraft, die größer war, als sie es selbst je sein würde. Sie sah, spürte und hörte nichts mehr davon. Ja, mehr noch: Sie hatte sogar aufgehört danach zu suchen. Doch Katharina war anders geworden. Seit Monaten fühlte sie sich schwach und müde. Fühlte sich gedrückt, von einer unsichtbaren Last, verfolgt von einem Schatten, der jedem Licht zu trotzen schien. Wie sie selbst. Sie nahm immer mehr auf sich, um ihre Masken zu wahren und scheute immer mehr das Licht der Wahrheit. Konnte die feige Frau im Spiegel nicht mehr leiden, denn das Leiden, das sie tief in ihren Augen sah, war selbst auferlegt. Warum litt sie? Alles war, wie es zu sein hatte. Doch je weiter sie sich von dem, was die einen Glauben, die anderen Vision, und wieder andere Überzeugung nannten, abgewandt hatte, desto heftiger wurde der Druck der jeden Schritt erschwerte. Das Nichtstun, das Vorbeisehen und Weghören lag wie ein schwerer Balken auf ihren zarten Schultern, lähmte ihren Rücken, bis sie nichts als Ohnmacht spürte. Ihre Ohnmacht in der Welt, die sie sich aus tausenden Dingen und Bequemlichkeiten erbaut hatte, leer war jedes Gespräch, dass die spiegelnde Oberfläche nicht durchdringen konnte und leer jeder Wunsch, den ihr geblendetes Herz hegte. Es tat weh ihrer eigenen Ohnmacht unterworfen zu sein und von ihrer Feigheit verfolgt zu werden. So sehr, dass sie wusste, dass die Zeit gekommen war, für etwas Bedeutendes zu kämpfen: dafür, die Tiefe wieder zu finden, die sie für ein Leben an der Oberfläche geopfert hatte.

II.IV. KATHARINA. CAN YOU SEE YOUR SACRIFICES? Her name was Katharina. The pure and correct one. The one who sacrificed her life in order to stay true to her convictions and the pureness of her heart. But the significance of her name meant nothing to her. She could never do justice to it – and somehow that was fine with her. What did she have after all which would be worth sacrificing something for? What was it worth to be loyal? Her life consisted of nothing more than hundreds of days, all the same, and hundreds of masks created to conquer these days. Her tongue and understanding were razor-sharp. They were the weapons she used to skilfully defend herself. If it was necessary, she used them to win battles or intimidate an opponent. There were too many fronts, too many opinions and world views to believe it could be possible to achieve anything bigger. Over the years she learned only to take on what was really worthwhile: for herself, for her own world, her own riches and the cherished things special to her. The essence, above all else, to be defended forever, seemed to perish in the frenzy of this world. And with it, Katharina forgot that she was once driven by a passion bigger than she could ever be. She no more saw, felt and heard anything about it. Yes, she even stopped searching for it. Katharina had changed. For months, she had felt weak and tired. She felt under pressure from an invisible force, chased from a shadow which seemed to defy any light. Like herself. She took on more and more to protect her mask and increasingly shied away from the light of truth. She could no longer look in the mirror as the suffering she saw there in her eyes was self-imposed. Why was she suffering? Everything was as it was supposed to be. But the further she moved away from what can be called belief, vision or conviction, the heavier the pressure on her every step. Doing nothing, overlooking things and refusing to listen were like a heavy beam across her delicate shoulders and paralysed her back until she felt powerless. Powerless in a world which she had built herself from thousands of things and comforts - with empty conversations which the reflective surface could not penetrate and empty wishes nourished by her blinded heart. It caused her a great deal of pain to be subject to her own powerlessness and to be pursued by her cowardice. So much so that she knew the time had come to fight for something significant: to re-discover the depths which she had sacrificed for a life at the surface.


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Die Energiezentren unseres Körpers sind die Pforten zu unserem innersten Wesen. Sie verbinden, was wir sind, mit dem, was wir waren und was wir sein werden. Sie sind die Brücke zwischen innen und außen, Himmel und Erde, Zeit und Raum und all unseren Potentialen und Fähigkeiten. Auf der Innenseite der Kleidung platziert, stimulieren sie die Energiezentren der Trägerin. Das Ziel ist es, zur ursprünglichen Ganzheit zurückzukehren, sich spirituell und mental weiterzuentwickeln, reich im Geist und erfüllt in den Sinnen zu sein.

The energy centres of the body are the gateway to our innermost being. They link what we are with what we were and what we will be. They are the bridge between the internal and external, heaven and Earth, time and space and our full potential and abilities. Located inside our clothing, they stimulate the energy centres of the wearer. The aim is to return to an original completeness, to develop both spiritually and mentally and to achieve a richness of mind and fulfilment of the senses.

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Wurzel Chakra. Farbe/ Rot. Zone/Beckenboden. Silbe/Lam. Ton/HU: Geschenk meiner Weiblichkeit. Ich spüre wie neue Kraft in meinen Körper strömt. Mich und meinen Geist wie Feuer entzündet, lebendig macht und das Blut in meinen Adern in Bewegung setzt - so lange, bis ich selbst Kraft bin. Die Welt liegt vor mir und ich begegne ihr furchtlos, selbstsicher und voll Begehren das Leben in seiner unbegrenzten Fülle auszukosten. Alle Energien in mir sind bereit, sind entfesselt und dürfen sich frei entfalten. Wollen erlebt und erfahren werden. Folgen dem Trieb, Neues zu erschaffen um selbst immer wieder neu geboren zu werden. In meinem Handeln liegt der Schlüssel zu meinem Erfolg, meinem Glück und den Wurzeln meines Seins. Stark und selbstbewusst lebe ich meine Weiblichkeit. Bin voll und ganz Frau. Bin Lust, bin Leidenschaft, bin Verlangen und gebe mich in Liebe und Sinnlichkeit hin. Denn ich bin sicher und geborgen, verbunden mit der Kraft der Erde und genährt vom Feuer ihrer Liebe.

Root Chakra. Colour/red. Zone/pelvic floor. Syllable/lam. Sound/HU: The gift of femininity. I feel new energy flowing into my body. It ignites me and my spirit like fire, re-awakening me and setting the blood flowing in my veins – as long as I am the driving force. The world lies before me and I approach it without fear, self-confidant and filled with a desire to savour life to the full. Every energy within me is set free and unleashed and can unfold freely. Wanting to be lived and experienced. Pursuing the drive to create new things so as to be re-born again and again. The key to my success, happiness and the root of my being lies in my hands. I live out my femininity in a strong and self-assured manner. I am a woman, through and through. I am desire, passion, longing and devote myself to love and sensuality. I am safe and secure, linked with the powers of the earth and nourished by the fire of its love.

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Sakral Chakra.

Sacral Chakra.

Farbe/Orange. Zone/Schambein-Nabel. Silbe/Wam. Ton/O:H.

Colour/orange. Zone/sacrum. Syllable/Wam. Sound/O:H.

Geschenk meiner Lebensfreude. In mir verschmelzen meine geheimsten Wünsche mit meinen größten Leidenschaften. Gemeinsam werden sie zu überschäumender Vitalität, die mein ganzes Sein erfüllt. In jeder Faser spüre ich das Prickeln des Lebens, das Abenteuer. Die Lust jeden Tag aktiv zu erleben, ihn in vollen Zügen zu genießen und mit meinem Schicksal Pferde zu stehlen. Ich fordere mich heraus, gönne mir pure Hingabe, bin selbst das Lustvolle und Sinnliche. Ich lebe und fühle intensiv und intensiver. Sehe, rieche, höre und verlange alles voll Neugier. Kann es kaum erwarten auszubrechen, laut zu lachen, die Welt und die Menschen im Glanz ihrer Fülle zu sehen und dafür zu lieben. Körper und Geist wollen eins und gesund sein, wollen andere anziehen, sie faszinieren und dazu verführen, ihr inneres Feuer zu entfachen. Denn somit öffne ich das Tor zu Transformation und Heilung, Begeisterung und Lebensfreude.

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The gift of zest for life. My most secret desires and greatest passions merge together within me. Together they form an exuberant sense of vitality which fills my entire being. I feel the pulsating of life and adventure in every fibre of my being. The desire to live an active life each and every day, to enjoy it to the full. I challenge myself and am filled with pure dedication; I am sensual and sensitive. I live and feel with intensity, even more intensely. I see, smell and hear and crave everything, filled with curiosity. I can hardly wait to break out, laugh loudly, see the world and its people in their full splendour and love. My body and soul want to be one and be healthy. They want to attract others, fascinate and seduce them into igniting their own inner fire. As such, I am able to open the doorway to transformation and healing, enthusiasm and zest for life.


Solarplexus Chakra. Farbe/Gelb. Zone/Sonnengeflecht. Silbe/Ram. Ton/O: Geschenk meiner Entschlossenheit. Klar wie die Sonne in ihrem höchsten Stand ist meine Willenskraft. Sie führt mich geradeaus auf meinem Weg, den ich entschlossen und selbstsicher gehe. Jeden Schritt setzte ich sinnvoll, trage Verantwortung und Konsequenzen stolz und vertraue auf meine urinnerste Stärke. Voll Tatendrang und Überzeugungskraft lebe ich ein bewegtes Leben der Geselligkeit und des intuitiven Miteinanders, in dem ich sowohl Freude und Glück, als auch Wut und Ärger frei zum Ausdruck bringen kann. Indem ich meinen Gefühlen Raum gebe, öffne ich die Pforte zu persönlicher Freiheit und Wertschätzung. Es ist mein Eins-Werden mit meinem inneren Krieger, meiner Kämpfernatur, die zugleich machtvoll und einfühlsam ist. Jederzeit stehe ich für mich und meine Mitmenschen ein. Ich kenne meine Grenzen und die Grenzen anderer und sorge umsichtig für Respekt und Achtung. Wagemut, Willensstärke und eine kraftvolle Präsenz zeichnen mich aus.

Solar Plexus Chakra. Colour/yellow. Zone/solar plexus. Syllable/Ram. Sound/O: The gift of determination. My willpower is as clear as the sun when it reaches its peak in the sky. It guides me on my pathway which I follow with determination and confidence. Each step has meaning. I bear my responsibility and any consequences with pride and trust in my inner-most strengths. I live a busy life of social and intuitive interaction, fuelled by my drive and powers of persuasion whereby I am able to freely express joy and happiness as well as anger and annoyance. By creating space for my feelings, I open up the doorway to personal freedom and appreciation. By becoming one with my inner warrior and my fighting instinct, I am both powerful and sensitive. I always stand up for myself and others. I know my limits and the limits of others and am cautious to act with respect and attention. I am defined by my courage, willpower and strong presence.

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Herz Chakra. Farbe/Grün. Zone/Brustraum. Silbe/Sam/Yam. Ton/A:/A:H Geschenk meiner Liebesfähigkeit. Ich stelle mich der Wahrheit, denn einzig das Echte, das Ehrliche ist es, wonach mein Herz sich sehnt. Ich liebe mich. Ich liebe dich. Um der Liebe Willen. Zärtlich, natürlich, menschlich bleibe ich ich selbst und bin getragen von Leichtigkeit. Aufrichtige Offenheit bereichert meine Begegnungen, während meine von Mitgefühl gelenkte Intuition meine Worte und Taten formt. Vertrauen und Mut machen mich frei, frei dafür, aus tiefem Herzen zu vergeben, die Menschen Mensch sein zu lassen und selbst meinen wahren Kern zu respektieren. Ich riskiere es verletzt zu werden, denn die Stimme meines Herzens schenkt mir Sicherheit. Sie spricht vom Einklang mit dem Göttlichen, dem größeren Ganzen durch das allein der Kreis sich schließt und ich darin eins werde mit dem, was niemals trennt sondern verbindet. Ich öffne mich, bin ganz da, bin ganz Gefühl und Sinn. Denn all das Sein und Werden hat es verdient, bedingungslos geliebt zu werden.

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Heart Chakra. Colour/green. Zone/chest cavity. Syllable/Sam/Yam. Sound/A:/A:H. The gift of being able to love. I face up to the truth since my heart only desires what is genuine and honest. I love myself. I love you. For the sake of love. I remain loving, natural, human and am transported by a sense of effortlessness. My encounters are enriched with genuine openness while my intuition, shaped by compassion, guides my words and actions. Confidence and courage set me free, free to offer forgiveness from the bottom of my heart, free to let people be people and free to respect my true being. I can risk being hurt because the voice of my heart gives me security. It speaks of harmony with all things divine, with the greater whole where things come full circle and I become one with everything which binds, not separates. I open myself up; I am all here, I am filled with feelings and senses. With all this being and becoming, I have earned the right to be loved unconditionally.


„Durch die Leiden der Heiligen Märtyrer, die sie für Dich ertrugen, bitten wir Dich Herr, all unsere Leiden zu heilen.“ „Through the sufferings of the holy martyrs, which they endured for your sake, we ask you Lord, to heal our sufferings.“

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index // art diretion & graphic design: rebekka ruetz info@rebekkaruetz.com www.rebekkaruetz.com text: mag. monika hammerle monika.hammerle@stilmittel.at photography: nicolas priso nico.priso@acor.de www.nicolaspriso.de press contact // Stadtgespräch PR Anja Kaltenbach fashion@agenturstadtgespraech. de www.agenturstadtgespraech.de sales contact // rebekka ruÊtz sales@rebekkaruetz.com www.rebekkaruetz.com

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Die 4 Ringe der Offenbarung. Kapitel II. Die Märtyrerin