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MeinRheinMain


Jiratchaya Sittisumpun, Frankfurt

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Marlene Hess, Frankfurt


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Ulrich Krebs – Landrat Hochtaunuskreis

Den regionalen Gedanken durch Kultur stärken

Als der Kulturfonds Frankfurt RheinMain vor zehn Jahren

Städte außerhalb Hessens einbezieht, die aber genauso zur Metropol-

gegründet wurde, wollte man das kulturelle Potenzial der Region

region Rhein-Main gehören.

bündeln und so durch die Kultur den regionalen Gedanken stärken. Diese Idee hat sich bewährt. Wir können auf zahlreiche Projekte

Insofern repräsentieren das Projekt RAY JUNIOR und das vorliegende

blicken, die diesem Gedanken beispielhaft gefolgt sind, so zum

Fotobuch beispielhaft die Vernetzung in der Region und greifen eine

Beispiel das Gemeinschaftsprojekt „Ludwig Meidner – Seismo-

ganz besondere Sichtweise auf sie heraus, nämlich den individuellen

graph“, die Cresc-Biennale für Moderne Musik und ganz besonders

Blick junger Menschen aus verschiedenen Städten und Schulen der

auch die Fotografie-Triennale RAY mit ihrer überregionalen Aus-

Region, die sich in dieser Publikation wieder zu einem Ganzen zu-

strahlung. Vor allem haben auch die vom Kulturfonds gesetzten

sammenfügen, der Region Rhein-Main. Für den weiteren Austausch

Schwerpunktthemen Impulse gegeben und dazu beigetragen, dass

zwischen den Schülerinnen und Schülern über ihre Fotografien

eine Vernetzung zwischen den Akteuren und Aktivitäten zunehmend

und ihre Erfahrungen sind für die kommenden Monate Wander-

selbstverständlich wird.

ausstellungen in vielen Schulen der Region geplant.

In besonderer Weise zeigt sich dieser Vernetzungsgedanke in der

Das Projekt und seine Ergebnisse werden auf diese Weise allen

kulturellen Bildungsarbeit des Kulturfonds, bei der im Fokus steht,

Interessierten zugänglich gemacht und öffnen einen neuen Blick

Kooperationen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen zu fördern

auf eine scheinbar bekannte Umgebung!

und somit Kindern und Jugendlichen schon früh eine Teilhabe an Kunst zu ermöglichen. Dabei geht es nicht um einen rein rezeptiven Ansatz, sondern darum, die eigene kreative und künstlerische Ausdrucksweise junger Menschen zu fördern. Bei diesem Prozess erfahren die jungen Leute Unterstützung von professionellen Künstlern, die sie bei den Projektarbeiten begleiten. Diesem Beispiel folgt auch RAY mit seinen Workshops RAY JUNIOR. Gleich sechs Schulen aus Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Mainz und Aschaffenburg sind in das Projekt in diesem Jahr eingebunden. So geht die Zusammenarbeit sogar über die Ländergrenzen hinaus, indem man Mainz und Aschaffenburg als


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Barbara Klemm – Schirmherrin RAY JUNIOR

Grußworte

Ein Fenster in eine andere Welt

Wenn man Bilder betrachtet, schaut man durch ein Fenster in eine

„NOMADS“ der einzelnen Ausstellungen von RAY 2018 dienten

andere Welt. Eine Welt, von der man sich forttragen lassen kann.

ebenfalls als Impulsgeber. Unter diesen Aspekten spürten

Das Fotografieren dieser „anderen“ Welt, das damit verbundene

die jungen Fotografinnen und Fotografen für sie als extrem

Betrachten, Beobachten, sich Bewegen, eine Bildsprache

empfundene Orte ihrer jeweiligen Stadt mit der Kamera auf und

entwickeln, ist entweder durch Training zu erlernen oder aber

porträtierten diese.

es ist einem in die Wiege gelegt. Diesen Eindruck hat man bei den wunderbaren Ergebnissen des Bildungsprojekts RAY JUNIOR,

Es freut mich, dass ein Projekt wie RAY JUNIOR als integraler

von denen wir eine Auswahl in diesem Buch sehen.

Bestandteil des Triennale-Programms RAY zur kreativen Entfaltung von Schülerinnen und Schülern des Rhein-Main-Gebiets beiträgt

Mit RAY JUNIOR realisierte sich der Wunsch der Triennale RAY

und ihnen und uns als Betrachter damit ein Fenster in eine andere

Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain, die Fotografie als künst-

Welt eröffnet.

lerisch-experimentelles Medium auch Schülerinnen und Schülern zugängig zu machen. Die Jugendlichen auf der fotografischen Entdeckungsreise zu begleiten, ihnen mit der eigenen Erfahrung Anregungen zu geben und ihnen das Handwerkszeug und den Blick für Fotos zu vermitteln, war Aufgabe des Teams um die Fotografen Mirko Krizanovic und Wolfgang Zurborn. Die Teilnahme von sechs Schulen aus sechs Städten der Rhein-Main-Region ermöglichte einen Blick besonderer Spannweite. Herangeführt an die Ausdrucksmöglichkeiten von Bildsprache, waren die Schülerinnen und Schüler nämlich aufgefordert, ihre ganz eigenen Geschichten zu erzählen und zwar in Anlehnung an das RAY 2018 Leitthema „EXTREME“, das von den Kuratoren der Triennale entwickelt wurde. Die verschiedenen Schwerpunkte „SELF“, „TERRITORIES“, „ENVIRONMENTS“, „BODIES“ und


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Dr. Helmut Müller – Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH

In Bildern denken

Es lässt sich darüber streiten, ob wir eher in Sprache oder in

Es sind tolle Bilder entstanden – Bilder einer Qualität, die keinen

Bildern denken. Sicher ist jedoch: Wir können gar nicht anders,

Vergleich zu scheuen brauchen, entstanden aus dem unverstellten

als uns immer erst ein Bild von etwas zu machen – sei es das Bild

Blick junger Menschen auf ihre Stadt, ihr Umfeld, ihre Region. Bilder,

einer Situation, einer Sache, eines Ortes, eines Menschen. Dabei

„frisch und frei“, ohne jeden Marketingaspekt, ohne Sorge über

haben wir meist ikonische Bilder im Kopf, die wir automatisch

mögliche Kritik. Ich freue mich sehr darüber, dass wir anlässlich

assoziieren. Das gilt auch für Räume, besonders für solche, in

des zehnjährigen Jubiläums des Kulturfonds Frankfurt RheinMain

denen wir zu Hause sind. Dieser Überlegung ist auch die Fotografie-

die Chance haben, das Projekt RAY JUNIOR in einer Form

Triennale RAY gefolgt. Bereits zum dritten Mal fand die inzwischen

präsentieren zu können, die die herausragende Qualität der Bilder

regional und international fest verankerte Triennale mit Unter-

noch unterstreicht.

stützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain statt. In mehreren Ausstellungen konnten die Besucherinnen und Besucher eine

„MeinRheinMain“ stellt eine wichtige neue Facette in der Suche

herausragende Schau zeitgenössischer Fotografie und verwandter

nach dem dar, was unsere Region ausmacht. Denn die Frage der

Medien unter dem Titel „EXTREME“ erleben. Mit der diesjährigen

Identität der Region beschäftigt den Kulturfonds heute genauso

Workshopreihe RAY JUNIOR hat sich die Triennale auf eine

wie vor zehn Jahren. Er fordert mit seinen vergangenen Schwer-

besondere fotografische Reise durch die Region Rhein-Main

punktthemen „Expressionismus“, „Romantik“ und „Transit“ sowie

begeben. In diesem Jahr waren Schülerinnen und Schüler aus

dem neuen Schwerpunkt „Erzählung.Macht.Identität“ die Region

sechs Schulen der Region eingeladen, ihre ganz eigene Sicht auf

und ihre Akteure in der Kulturszene auf, gemeinsam darüber nach-

ihre Lebenswelt festzuhalten.

zudenken, was Kunst ausdrücken kann und darüber zu sprechen, was die Region bewegt, gemeinsam zu agieren und den regionalen

Unter der Schirmherrschaft der renommierten Frankfurter Fotografin

Gedanken zu stärken.

Barbara Klemm wählten die Jugendlichen für dieses Vorhaben ihre ganz persönlichen Schauplätze aus und gingen auf fotografische

Die Fotografien von „MeinRheinMain“ helfen dem Betrachter, sich

Entdeckungsreise. Fragen wie „Welcher Ort ist Dir wichtig?“,

ein neues Bild der Region zu machen, oder zumindest sein Bild der

„Wo spielt sich Dein Leben und das Deiner Familie ab, und wie sieht

Region kritisch zu prüfen. Lassen Sie sich vom Blick der Schülerin-

Dein Schulweg aus?“ standen dabei im Mittelpunkt. Unterstützt

nen und Schüler inspirieren und mit auf eine Reise nehmen!

wurden sie dabei von den Fotografen Mirko Krizanovic und Wolfgang Zurborn sowie den Kunstpädagoginnen Lisa Weber und Jutta Stocksiefen.


Janina MĂźller, Mainz

Isabella de Renzo Walter, Aschaffenburg

Jenny Weber, Darmstadt

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Paula Dรถrner, Wiesbaden

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Michael Hierholzer

Ein etwas anderer Blick auf die Rhein-Main-Region

Schülerinnen und Schüler fotografieren, was ihnen wichtig ist. Oder ihre Lust an Kombinationen und Kompositionen weckt. Und sie gehen dabei mit dem Medium souverän um. RAY macht es möglich.


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Fotografie kann dokumentarisch sein und im Dienst der Wahrheit zeigen, wie die Welt wirklich ist. Sie kann aber auch Sachverhalte poetisieren, verschleiern, mystifizieren. Sie kann versuchen, so objektiv wie möglich ihre Sujets wiederzugeben. Oder es bevorzugen, einen subjektiven Blick auf die Dinge zu werfen, analog zur Malerei, die seit jeher und in der Moderne mit besonderem Nachdruck ihre eigene Sicht auf die Realität behauptet. Das kann bis zu einer freien Komposition aus Formen und Farben gehen. Allein mit Licht und Schatten lässt sich wunderbar experimentieren. Zwischen einem veristischen, an Personen und Gegenständen, an der Natur der Sachen interessierten Zugriff und einem rein formalen, abstrakten Ansatz gibt es viele Nuancen. Fotografie kann alles Mögliche sein. Eines aber verbindet sämtliche Aufnahmen. Sie zeigen jeweils einen Ausschnitt. Die Formate mögen noch so groß sein, die Fotografen müssen sich stets auf ein Segment der Wirklichkeit beschränken, das sie beschreiben oder aber verrätseln möchten. Auf das sie aufmerksam machen, dessen ästhetische Qualitäten sie herausstellen wollen. Um die Begrenzung des Mediums vergessen zu machen, bedienen sich manche Fotokünstler tiefenscharfer Panoramen, auf denen es nur so wimmelt von Menschen oder Objekten und die teilweise mit Hilfe des Computers entstehen. Andere legen das Augenmerk auf Einzelheiten. Und betonen so den der Fotografie innewohnenden Charakter der Einschränkung, den sie mit der traditionellen Tafelmalerei teilt. Auch scheinbar Nebensächliches wird so mit Bedeutung aufgeladen. Sie stellen den Betrachtern Lebenswelten vor Augen, Milieus, Kulturen, oft aber nur anhand von Details. Und wählen damit eine Perspektive, wie sie auch typisch ist für Kinder, die sich in den seltensten Fällen außerhalb

schulischer Notwendigkeiten für Denkmäler oder Bauwerke interessieren, sondern allenfalls für eine Treppe, deren Stufen vielleicht bröckeln, oder eine Wand, auf der jemand einen krakeligen Schriftzug hinterlassen hat. Auf den Ausschnitt kommt es an. Und darauf, dass Fotografin oder Fotograf ihn bewusst aussuchen. Das macht den Unterschied zu Zufallsfotos aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops, die im Zusammenhang mit der FotografieTriennale RAY 2018 an sechs Schulen im Rhein-Main-Gebiet stattgefunden haben, lösten mit erstaunlicher Sicherheit die Aufgabe, aussagekräftige Ausschnitte aus ihrer Wirklichkeit zu finden. Noch etwas anderes haben alle Fotografien gemeinsam. Sie bewahren etwas. Denn kaum sind sie entstanden, ist das, was sie zeigen, schon Vergangenheit. So sind auch die in diesem Band versammelten Fotos lauter gelungene Versuche, der Furie des Verschwindens Einhalt zu gebieten, die mit einer Geschwindigkeit, die sich noch ständig zu erhöhen scheint, durch die Städte, aber auch durch die ländlichen Gebiete rast. Mit zunehmendem Alter wird es immer schwieriger, sich das ikonografische Inventar seiner Kindheit in einer realen Umgebung zu vergegenwärtigen. Zäune werden abgerissen, Kaugummiautomaten, einst Ziele kindlicher Begierde, sind eine Seltenheit geworden, die Karosserien der Autos ändern sich über die Jahre. Von der Mode ganz zu schweigen oder der Form der Kinderwagen, und die Klettergerüste von früher haben wenig zu tun mit der multifunktionalen Spielplatzmöblierung von heute. Lassen wir einmal das Familiäre und Freundschaftliche, die sozialen Beziehungen, in die wir hineingeboren werden und die wir vom Kindergartenalter an knüpfen, beiseite, so ist Heimat die Summe der sinnlichen Bezüge, in denen ein Mensch aufwächst, und dazu zählen die wiederkehrenden Eindrücke, die der

Sehsinn erfährt, ob dabei nun dörfliche Fachwerkbauten eine Rolle spielen oder die Fußgängerbrücke über die Autobahn und die sich an ihr entlangziehende, mit Graffiti besprühte Hörschutzmauer am Rand einer Siedlung. Der Heimatbegriff wird derzeit wieder stark strapaziert, von Identität ist überall die Rede, und in stets neuen Anläufen versuchen Politiker und Publizisten, Prosaisten und Poeten, Landschaftsplaner und Stadtentwickler diesen Konzepten Sinn abzugewinnen. Romantisierung und Ideologisierung haben die Vokabel „Heimat“ einst überhöht und zu etwas Hehrem und Unantastbaren stilisiert, der Begriff wurde missbraucht und dazu benutzt, sich von anderen abzugrenzen, die womöglich dieselbe Heimat hatten, aber aus irgendwelchen Gründen nicht mehr dazugehören durften. In der Folge haben viele es abgelehnt und von sich gewiesen, von Heimat zu sprechen, obwohl das Wort eigentlich etwas Selbstverständliches und Naheliegendes bezeichnet, Tatsachen, die keiner leugnen kann. Wenn derzeit das Thema wieder so stark in den Vordergrund rückt, hat dies gewiss mit den Migrationsbewegungen zu tun, aber auch mit dem Verlust von Erfahrungen. Die virtuellen Welten bieten nur einen schalen Ersatz für die Erlebnisse draußen in der wirklichen Wirklichkeit. Kinder- und Jugendpsychologen stellen fest, dass es den „Digital Natives“ an der Kenntnis realer Räume mangelt und sie keine rechte Beziehung zu dem, was sie umgibt, herstellen können: Statt auf irgendeinem Bolzplatz Fußball zu spielen, hängen gerade viele Jungen lieber an ihren Geräten und probieren das neueste Game aus, gerne auch in Konferenzschaltung. Das Erkunden der Umwelt kommt dabei oft zu kurz, die Kommunikation konzentriert sich auf die Übermittlung von Handy-Nachrichten, und digitale Spielwiesen sind einem vertrauter als der Park im Viertel.


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Knipsen kann jeder. Es kommt zumeist auf den richtig gewählten Ausschnitt an. In den Bildern dieses Bandes geht es auch um Heimat, aber in einer ganz unprätentiösen Weise. Die jungen Fotografinnen und Fotografen haben sie in Bilder gefasst, ohne dass es ihnen bewusst gewesen sein mag. Und es geht um die Abenteuer des Alltags in den Städten, um das Erkunden der jeweiligen Umgebung, um die Aneignung eines mitunter auch abweisenden, unwirtlichen urbanen Umfelds. Die einzelnen Aufnahmen aber fügen sich zu einem Gesamtbild, das wiederum spiegelt, was der größere Zusammenhang ist, in dem wir leben: die Region. Sie ist für viele etwas Abstraktes, ein Verwaltungsbegriff, der mit ihrem Alltag erst einmal wenig zu tun hat. Und doch ist sie ein politischer, wirtschaftlicher und kultureller Raum, der das Lebensgefühl der Bewohner nachhaltiger prägt, als sie vielleicht wahrhaben wollen: Die Verkehrsinfrastruktur etwa erlaubt es, einigermaßen mühelos von einem Ort zum anderen innerhalb des Ballungsraums zu fahren, das Dienstleistungsangebot ist so ausdifferenziert, dass es so gut wie alle Bedürfnisse zu decken in der Lage ist, und nicht zuletzt die hohe Zahl an Kultureinrichtungen ermöglicht es, sich nahezu jedes Interessengebiet durch eigene Anschauung zu erschließen. Die Region wächst zusammen. Projekte wie RAY helfen, sie als Idee lebendig werden zu lassen, mit Inhalten zu füllen, sie als größeres Ganzes in den Blick zu nehmen. Auf der Arbeitsebene ist die Region längst enger zusammengerückt, das allgemeine Bewusstsein hinkt noch etwas hinterher. So ist seit der Gründung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain vor zehn Jahren deutlich geworden, dass es in der Region

Auch das Nebensächliche kann bedeutend werden. Wenn es richtig inszeniert wird. zahlreiche kulturelle Institutionen gibt, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen, jedoch in der Vergangenheit oft aneinander vorbei gearbeitet haben. Seither sind etliche Kooperationen entstanden und Vorhaben realisiert worden, die das gesamte Rhein-Main-Gebiet umfassen. Dass es historisch aus einer Vielfalt von Staatsgebilden entstanden ist, prägt es bis in die Gegenwart und macht seine besondere Faszination aus: Steinerne Überreste und glanzvolle Sammlungen zeugen überall von selbstbewussten kleinen Fürstentümern und stolzen Bürgerstädten, auch von der kulturschaffenden Kraft der Kirche. Dies findet einen Nachhall in manchen Bildern dieses Bandes, die in sakralen Räumen entstanden sind oder aber beispielsweise im Wiesbadener Museum. RAY, die „Fotografieprojekte Frankfurt/ RheinMain“, standen 2018 unter dem Thema „EXTREME“. In einer Welt des Bilderüberflusses ging es abermals um den besonderen Blick auf die Dinge, um die Konzentration auf Motive und Stimmungen jenseits der stereotypen Selfie-Heiterkeit, um die Ausdrucksstärke eines Mediums, das heute mit jedem Smartphone per App mitgeliefert wird und von dem mehr Nutzer denn je meinen, sich darin auszukennen. Zumeist allerdings zeugen die so entstandenen Aufnahmen nicht von Gestaltungswillen oder gar einer individuellen Handschrift. Die Technik funktioniert gleichsam von alleine und liefert Ergebnisse, die in einem engen ästhetischen Spektrum liegen. Fotografieren aber will gelernt sein. Weniger auf die technischen Fähigkeiten kommt es darauf an als auf die Bildidee. Es kann auf den günstigen Moment ankommen oder

auf ein außergewöhnliches Sujet. Wobei sich die banalsten Gegenstände in etwas Besonderes verwandeln können, wenn man die richtige Perspektive wählt und das Abzubildende mittels Licht und Schatten so in Szene setzt, dass es sich zu etwas Interessantem, ästhetisch Beeindruckenden mausert. Wer mit Fotografie einen künstlerischen Anspruch verbindet, muss weitaus mehr im Sinn haben, als mit der Hoffnung auf den Auslöser zu drücken, es werde schon etwas Vorzeigbares dabei herauskommen. 72 Schülerinnen und Schüler aus dem RheinMain-Gebiet haben unter der Anleitung zweier professioneller Fotografen Aufnahmen gemacht, die sich an künstlerischen Standards messen lassen können. Die Workshops fanden an Schulen in Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Offenbach und Aschaffenburg statt, umfassten somit drei Bundesländer und für die Region bedeutende Orte. Die Bandbreite der Fotografien reicht von Porträts bis zu Architekturstudien, von eingefrorenen Momenten einer Bewegung bis zu formalen Experimenten. So fanden die jungen Fotografinnen und Fotografen im öffentlichen Raum etliches, das sie seiner Nützlichkeit und Zweckhaftigkeit entkleideten, um es auf abstrakte Weise zur Geltung kommen zu lassen. Und sie entdeckten abstrakte Strukturen in den Dingen, wählten Ausschnitte und Perspektiven, in denen etwa Wandverkleidungen, Zäune oder Mauern ihre Funktionalität verlieren und gleichsam als gegenstandslose Formen eine bezwingende Ästhetik entfalten. Dabei richtet sich der Blick oft auf


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Es geht um Erfahrungen aus erster Hand. Und darum, ihnen in Bildern Dauer zu verleihen. das Periphere, Unscheinbare, auf die kleinen Dinge am Straßenrand oder im Park, auf vorgefundene Phänomene wie eine Hausfassade von außergewöhnlicher architektonischer Unansehnlichkeit, die auf dem Foto allerdings ungeahnte Qualitäten gewinnt, als rhythmisierte Fläche. Hier sind der Ausschnitt, die Konzentration aufs Wesentliche, die Reduktion auf einen Teil der Wirklichkeit das Entscheidende. Plötzlich wird bedeutungsvoll und atmosphärisch aufgeladen, woran die Passanten sonst achtlos vorübergehen. Wenn derzeit allenthalben von Achtsamkeit die Rede ist, so können die in diesem Band versammelten Fotoarbeiten als Beleg dafür dienen, dass gerade auch junge Leute sich ihrer Umgebung mit großer Sorgfalt und einem wachen Auge fürs Detail widmen. Diese Herangehensweise unterscheidet sich von einer touristischen oder einer auf Sehenswürdigkeiten ausgerichteten. Es geht nicht um spektakuläre Ansichten, sondern um die Annäherung an eine Lebenswelt, die großstädtisch geprägt ist und doch vielerlei Nischen bereit hält, in denen sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen, wo sie keine Zwänge verspüren und sich ohne Furcht aufhalten. Sie haben die Orte ausgewählt, die sie in Szene setzen wollten, und es sind oft solche, die sie in ihrer Freizeit aufsuchen und wo sie sich sportlich betätigen. Da mag es manchen überraschen, dass kirchliche Aktivitäten nach wie vor eine Bedeutung haben und eine Messdienerin im Mittelpunkt einer Fotoserie steht. Auch Fußballspielen oder Balletttanzen gehört zu den Freizeitaktivitäten, von denen sich die

jungen Künstler ein Bild gemacht haben. Dass es sich tatsächlich immer auch um einen subjektiven Zugang zu Sachverhalten handelt, sobald jemand eine Kamera in die Hand nimmt, um eine Situation festzuhalten, wird in den Ministrantinnen-Fotos insofern deutlich, als auch Fotografinnen mit Ausrüstung darauf zu sehen sind: Das Medium selbst wird reflektiert, die Tatsache, dass es immer eine Entscheidung ist, wie man etwas darstellt, und dass es sich letztlich auch um einen technischen Vorgang handelt, eine Fotografie herzustellen. Als hätten die Schülerinnen und Schüler alle möglichen Positionen der modernen Kunst verinnerlicht, präsentieren sie Stillleben wie das einer Bürste ebenso wie Bilder von Bildern, Eindrücke von vorgefundenen Graffiti etwa oder formale Studien. Sie arbeiten mit Licht und Schatten, mit Effekten wie der Doppelbelichtung oder der radikalen Beschneidung von Objekten: Sie sind mit einem sicheren Gespür für die real existierenden Linien, für Parallelen und Diagonalen, für Proportionen und Farben, zu Werk gegangen, und die Lust, bereits existierende Bilder nicht einfach zu übernehmen, indem man sich dem Gegebenen gleichsam kritiklos ausliefert, sondern sie auf kunstvolle Weise zu kombinieren und zu komponieren, ist den Fotografien anzusehen. Die Schülerinnen und Schüler lassen ein Panorama der Region entstehen, das sich nicht vergleichen lässt mit dem, was Imagebroschüren oder Hochglanzreiseführer bieten. Es ist ein anderes Rhein-Main-Gebiet, das hier sichtbar wird, eines, das auf sehr persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen

beruht. Auch ein fragmentiertes und von den architektonischen Zumutungen der Moderne beschädigtes. Aber es treten auch Fundstücke zutage, die sofort die Aufmerksamkeit fesseln, und man fragt sich unwillkürlich, wo man sie sehen kann. So aber wird auch ein geheimes Rhein-MainGebiet sichtbar, eines, das gewöhnlich unter der Wahrnehmungsschwelle liegt und von einem ganz eigenen Reiz, ja: Zauber ist. Diese Aufnahmen geben zudem einen Einblick in eine Welt, die Erwachsenen verschlossen ist und in der andere Sachen und Wahrnehmungen wichtig sind als in der Perspektive der Älteren. So können unscheinbare Ornamente eine Bedeutung haben und zum Bestandteil einer mit Emotionen verbundenen Lebenswelt werden. Fotografie bedeutet keineswegs, immer einen Abstand zu den Sachen zu erhalten, sie aus der Distanz zu betrachten und auf möglichst objektive Weise abzulichten. Vielmehr ist sie auch ein Mittel, um sich dessen, was einem wichtig ist oder was einem auffällt, zu vergewissern, es sich anzueignen und auch die Gefühle, die sich damit verbinden, gewissermaßen im emotionalen Gedächtnis aufzubewahren. Erst später wird sich herausstellen, dass bestimmte visuelle Erfahrungen einer ganzen Generation gehören. Und dass sich die in der Rhein-Main-Region gemachten durchaus von denen unterscheiden, die sich zur gleichen Zeit anderswo in der Erinnerung der Altersgenossen verankert haben.


Chiara Saparidis, Offenbach

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Lisa Weber – Konzeption und Leitung RAY JUNIOR

Eine Reise durch die Metropolregion Rhein-Main

Extreme.


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Beim täglichen Sichten der frisch entstan-

5,5 Millionen Einwohnern wahr? Gemeinsam

Schülern in sechs Städten in drei verschie-

denen Bilder der jugendlichen Workshop-

begaben sich die Beteiligten auf die Suche

denen Bundesländern fotografiert und

teilnehmerinnen und -teilnehmer kristal-

nach spannenden Bildern in ihrem Lebens-

tausende von Bildern gesichtet, unterstützt

lisierte sich immer wieder ein wichtiges

umfeld. Jede und jeder Einzelne versuchte

durch Jutta Stocksiefen und mich. Täglich

Kriterium für eine gelungene Fotografie

einen Zugang zu diesen individuellen Orten

betrachteten und diskutierten wir gemein-

heraus: Das Foto spricht für sich. Jede

zu finden und die eigene Wahrnehmung

sam eine Auswahl von Fotografien des

verbale Ergänzung ist überflüssig.

davon durch ein Bild weiterzugeben. Das

Vortags. Überraschende Kompositionen,

Und mehr noch: Sie würde sogar das

Gebäude auf dem Weg zur Schule, der

ungewohnte Perspektiven und spannende

immer individuelle Erlebnis des Betrachtens

Basketballplatz sowie der Blick aus dem

Geschichten kamen zum Vorschein und

mindern. Und doch wollen wir es immer

Fenster haben sich durch den Blick durch

dienten als unmittelbare Motivation, erneut

wieder wagen, dieses Sprechen über das

den Kamerasucher verändert. Das Augen-

loszuziehen, um zu fotografieren. Der Pro-

Bild, und landen bei der Frage nach der

merk fürs Detail wurde geschärft und eine

zess des Sichtens gab den Schülerinnen

Wirklichkeit. Die Anekdoten der Bildautoren

gemeinsame Bildsprache für die unter-

und Schülern ein Gefühl für ihre eigene

befriedigen zwar unsere Neugierde. Fragen

schiedlichen Schauplätze des Alltags

Handschrift und sie entwickelten dabei

nach dem Wo und Wie werden erst einmal

entwickelt.

Kriterien sowohl für die Bildfindung als

gestillt, doch entsprechen diese Schilde-

auch für die Bildauswahl.

rungen auch dem, was ich sehe? Auch

Geprägt wurden die Schülerinnen und

darin waren wir uns am Ende der Work-

Schüler hierbei durch das Thema „EXTREME“

Diese intensive Auseinandersetzung wurde

shops alle einig: Wichtiger als das, was der

unter dem die Triennale RAY 2018

durch das überaus große Engagement der

Fotograf gesehen hat, ist das, was mir das

Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain in

Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen

Bild erzählt.

verschiedenen Ausstellungen über gesell-

und Lehrer und der jeweiligen Schule

schaftliche Transformationen, Identitäts-

ermöglicht, die diese vom Unterricht frei-

Sechs Workshops fanden mit Schulen

konzepte und ästhetische Tendenzen im

stellte. Die professionelle Begleitung durch

aus Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt,

21. Jahrhundert reflektierte. Das Extreme

die Fotografie und Kunstvermittlung sowie

Offenbach, Mainz und Aschaffenburg

zeigt in unserer Gesellschaft sowie in

die Bereitstellung von hochwertigen

statt. Die Gruppen setzten sich aus bis

der zeitgenössischen Fotografie eine

Fotoapparaten von Olympus gab den

zu dreizehn Schülerinnen und Schülern im

kontinuierliche Präsenz. Je mehr sich ein

Schülerinnen und Schülern Gelegenheit,

Alter zwischen zwölf und sechzehn Jahren

Bild von dem Gewohnten abhebt, desto

das Medium Fotografie als Sprache zu

zusammen. Der Rahmen der Workshops

mehr hat es die Chance, gesehen zu werden

erlernen und für sich zu nutzen. Im Mittel-

war klar umrissen: Wir fotografierten unsere

und im Gedächtnis zu bleiben. Sind wir

punkt dieser fotografischen Reise stehen

Umgebung, das was wir gesehen haben.

insgeheim abgestumpft durch die Bilder-

die Geschichten der Jugendlichen, die sich

Ganz nach dem Ethos der Dokumentar-

fluten, denen wir täglich begegnen, ständig

in diesem Buch zu einer gemeinsamen Ins-

fotografie werden alle Bilder der Work-

auf der Suche nach dem Extremen? Was sind

zenierung zusammenfinden und die extreme

shopteilnehmerinnen und -teilnehmer in

die spezifischen Eigenschaften der Foto-

Vielseitigkeit der Region repräsentieren.

diesem Buch unbearbeitet und in vollem

grafie und welche Entscheidungen werden

Format gezeigt. Die Auswahl der Orte, die

in den parallellaufenden Prozessen des

wir als Gruppe fotografierten, wurde von den

Fotografierens bewusst oder unterbewusst

Jugendlichen im Vorhinein erarbeitet. Wie

getroffen? Zwei international bekannte

sieht „MeinRheinMain“ aus? Welche Orte

Fotografen, die dank ihrer langjährigen

sind uns wichtig? Wo spielt sich unser

Erfahrung eine unverwechselbare Bild-

Leben ab? Gibt es einen Platz in unserem

sprache entwickelt haben, wurden einge-

Lebensumfeld, der uns besonders gut

laden, die Schülerinnen und Schüler in den

gefällt oder einen, den wir überhaupt nicht

drei- bis fünftägigen Workshops zu

mögen? Wie nehmen wir die extremen

begleiten. Mirko Krizanovic und Wolfgang

Gegensätze in der Metropolregion mit ihren

Zurborn haben mit 72 Schülerinnen und


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Anna Dietz, Offenbach


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Simona Gass, Darmstadt


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Kaan Halat, Wiesbaden

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Giulia Benze, Frankfurt


Marlene GrĂźn, Offenbach

Elisabetta Melcangi, Offenbach

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Selina Alfort, Offenbach

Isabel Richter, Darmstadt

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Janina MĂźller, Mainz

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Charlotte Jordan, Darmstadt

Emily Philipp, Wiesbaden

Emma Klement, Aschaffenburg


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Zoe Clara Ahlf, Frankfurt

Paula Dรถrner, Wiesbaden

Emma Klement, Aschaffenburg


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Tahmid Uddin, Wiesbaden

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Tara Kalafatis, Darmstadt


Elena Weidmann, Offenbach

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Julia Koslowski, Offenbach

Vanessa Borazio, Offenbach

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Selina Alfort, Offenbach

Elena Weidmann, Offenbach

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36

Rebekka Biel, Aschaffenburg


37

Maya Wieters, Darmstadt


Johanna Biel, Aschaffenburg

Rebekka Biel, Aschaffenburg

Jakob Stanik, Aschaffenburg

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Katlijn Jonas, Mainz


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Lotta Deibert, Mainz


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Marlene Hess, Frankfurt


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Charlotte Jordan, Darmstadt


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Nikolas Kerner, Frankfurt


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Marie-Leonie Schnaubelt, Mainz


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Paula Wohlers, Frankfurt

Valentin Lorenz, Frankfurt


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Marie-Leonie Schnaubelt, Mainz


Elisabetta Melcangi, Offenbach

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Elena Weidmann, Offenbach


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Kerstin Krämer, Wiesbaden


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53

Robin Finkelmann, Aschaffenburg

Gedeon Makambu, Wiesbaden


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Robin Finkelmann, Aschaffenburg


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Rebekka Biel, Aschaffenburg


Katlijn Jonas, Mainz

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Katharina Ohler, Mainz

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Fetin Khalife, Wiesbaden


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Paula Dรถrner, Wiesbaden


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Tahmid Uddin, Wiesbaden

Tahmid Uddin, Wiesbaden


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Paula Dรถrner, Wiesbaden

Fetin Khalife, Wiesbaden


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Amelie Mittnacht, Mainz


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Paula Dรถrner, Wiesbaden


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Paula Dรถrner, Wiesbaden


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Emil Scharlenberg, Frankfurt

Emil Scharlenberg, Frankfurt


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Marlene Hess, Frankfurt


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Nikolas Kerner, Frankfurt

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Anna Dietz, Offenbach


Katlijn Jonas, Mainz

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Julia Koslowski, Offenbach

Eileen Pflaum, Offenbach

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Marlene GrĂźn, Offenbach

Eileen Pflaum, Offenbach

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Eileen Pflaum, Offenbach


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Monique Lendel, Offenbach

Jakob Stanik, Aschaffenburg


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Charlotte Jordan, Darmstadt


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Alina Beck, Mainz


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ZoĂŠ von der Kammer, Aschaffenburg


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Amelie Mittnacht, Mainz


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Charlotte Jordan, Darmstadt

Charlotte Jordan, Darmstadt


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Charlotte Jordan, Darmstadt


84

Giulia Benze, Frankfurt


85

Emil Scharlenberg, Frankfurt


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Katharina Ohler, Mainz


87

Tim Evers, Frankfurt


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Kristina Herrmanns, Mainz


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Laura Helm, Offenbach


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Laura Wenzel, Offenbach


92

Rebekka Biel, Aschaffenburg


93

Emmi Nguyen, Aschaffenburg


94

Elisa Schwab, Mainz


95

Annika Mßhlhäuser, Darmstadt

Lisa Heilmann, Offenbach


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Lena Sliva, Wiesbaden


97

Dean Miletić, Wiesbaden


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Fetin Khalife, Wiesbaden


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Robin Finkelmann, Aschaffenburg


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Luise Schrupp, Mainz


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Maya Wieters, Darmstadt


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Merle Grewe, Darmstadt


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Chiara Saparidis, Offenbach


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Giulia Benze, Frankfurt


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Elisabetta Melcangi, Offenbach

Nicole Losa, Darmstadt

Liv Maren Schembs, Mainz


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Merle Grewe, Darmstadt

Elena Weidmann, Offenbach

Pascal Bialas, Darmstadt


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Fetin Khalife, Wiesbaden


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Giulia Benze, Fankfurt


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Zoe Clara Ahlf, Frankfurt


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Maya Wieters, Darmstadt


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Miriam Domnick, Mainz

Alina Beck, Mainz


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Annalena Stache, Mainz


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Ianthe Shahabi M. S., Darmstadt


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Isabella de Renzo Walter, Aschaffenburg

Lena Bergmann, Aschaffenburg

Vanessa Savanh, Aschaffenburg


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Paulina Gaffer, Aschaffenburg

Emma Klement, Aschaffenburg

Luca Wucherpfennig, Aschaffenburg


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Moritz Groht, Frankfurt


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Emil Scharlenberg, Frankfurt


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Tim Evers, Frankfurt


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Paula Wohlers, Frankfurt


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Lena Sliva, Wiesbaden


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Dean Miletić, Wiesbaden


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Nils Trautmann, Darmstadt


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Tahmid Uddin, Wiesbaden


Kaan Halat, Wiesbaden

Emily Philipp, Wiesbaden

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Emily Philipp, Wiesbaden

Fetin Khalife, Wiesbaden

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Paula Wohlers, Frankfurt


136

Lena Sliva, Wiesbaden

Merle Grewe, Darmstadt


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Lena Sliva, Wiesbaden


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Simona Gass, Darmstadt


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Lotta Deibert, Mainz


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Paulina Gaffer, Aschaffenburg

Miriam Domnick, Mainz


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Dean Miletić, Wiesbaden


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Teresa Renner, Mainz


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Luca Wucherpfennig, Aschaffenburg


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Teresa Renner, Mainz


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Sabrin Boucheta, Darmstadt


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Laurenz Stegmann, Aschaffenburg


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Wolfgang Zurborn, geboren 1956, studierte an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München und an der FH Dortmund. 1985 bekam er den Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie und 2008 den Deutschen Fotobuchpreis für sein Buch „Drift“. Ausstellungen mit seinen Arbeiten wurden international gezeigt. Seit über 30 Jahren ist er Mitbetreiber der Galerie Lichtblick in Köln und 2010 gründete er die Lichtblick School. Weltweit leitet er Workshops. Seit 1998 ist er im Präsidium der Deutschen Fotografischen Akademie. Mirko Krizanovic, geboren in Jugoslawien, lebt seit 1969 in Deutschland und seit 1999 in Frankreich. Seit 1983 arbeitet er als Fotojournalist, zunächst beim Darmstädter Tagblatt, danach von 1987 bis 1994 als Redaktionsfotograf der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seitdem ist er freier Fotojournalist mit eigenen Ateliers in Darmstadt und Sainte Marie-en-Chanois, Frankreich. Für seine Fotoreportagen ist er seit 1986 in über 40 Länder gereist, u. a. nach Afghanistan, Russland, Tschetschenien, Israel, Kuba und in verschiedene Balkanländer, in den Libanon sowie in westafrikanische Länder wie Ruanda. Lisa Weber, geboren 1985, studierte an der Kunsthochschule Mainz, der Kunsthochschule für Medien Köln, der California State University Chico und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Balmoral Stipendium, dem Preis der Kunsthalle Darmstadt und dem Preis der Kunstinitiative 2017 der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Sie waren in mehreren Ausstellungen vertreten, u. a. im Leopoldmuseum Wien, im Istanbul Modern, in Kunstvereinen in Frankfurt, Marburg und Wiesbaden. Lisa Weber leitet die Kunstvermittlung für die RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain, das Fotografie Forum Frankfurt und seit 2018 für die Kunsthalle Mainz. Jutta Stocksiefen (M. A.) studierte Historische Ethnologie, Kunstgeschichte und Geografie an der Goethe-Universität Frankfurt, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Istanbul Teknik Üniversitesi. Sie arbeitet als Referentin für Kulturelle Bildung und als freischaffende Kunstvermittlerin mit den Schwerpunkten zeitgenössische Kunst und Kunst der Moderne sowie Fotografie. Zudem ist sie in der Produktion von Dokumentarfilmen tätig.

Wiesbaden Mittelstufenschule Dichterviertel Raabestraße 2, Wiesbaden Lehrer: Olli Back Leitung: Lisa Weber und Wolfgang Zurborn Teilnehmende: Kaan Halat Dean Miletić Gedeon Makambu Tahmid Uddin Lena Sliva Paula Dörner Emily Philipp Fetin Khalife Kerstin Krämer Frankfurt Wöhlerschule Mierendorffstraße 6, Frankfurt am Main Lehrer: Lucas Fastabend Leitung: Jutta Stocksiefen und Wolfgang Zurborn Teilnehmende: Moritz Groht Marlene Hess Zoe Clara Ahif Paula Wohlers Jiratchaya Sittisumpun Emil Scharlenberg Tim Evers Valentin Lorenz Nikolas Kerner Guilia Benze Darmstadt Viktoriaschule Hochstraße 44, Darmstadt Lehrerinnen: Annette Bogner und Annette Weber Leitung: Mirko Krizanovic und Lisa Weber


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Teilnehmende: Pascal Bialas Sabrin Boucheta Simona Gass Merle Grewe Charlotte Jordan Tara Kalafatis Nicole Losa Annika Mühlhäuser Isabel Richter Ianthe Shahabi M. S. Nils Trautmann Jenny Weber Maya Wieters Offenbach Marienschule Ahornstraße 33, Offenbach Lehrerin: Christiane Helldörfer Leitung: Mirko Krizanovic und Lisa Weber Teilnehmende: Marlene Grün Elena Weidmann Chiara Saparidis Monique Lendel Selina Alfort Anna Dietz Laura Helm Eileen Pflaum Laura Wenzel Vanessa Borazio Julia Koslowski Lisa Heilmann Elisabetta Melcangi Mainz Maria Ward-Schule Gymnasium und Berufsbildende Schule Ballplatz 3, Mainz Lehrer: Christoph Wirges Leitung: Lisa Weber und Wolfgang Zurborn

Teilnehmende: Alina Beck Amelie Mittnacht Annalena Stache Elisa Schwab Janina Müller Katharina Ohler Katlijn Jonas Kristina Herrmanns Liv Maren Schembs Lotta Deibert Luise Schrupp Marie-Leonie Schnaubelt Miriam Domnick Teresa Renner Aschaffenburg Friedrich-Dessauer-Gymnasium
Schulzentrum Stadtbadstraße 4, Aschaffenburg Lehrerin: Sabina Grzywacz Leitung: Mirko Krizanovic und Lisa Weber Teilnehmende: Isabella de Renzo Walter Emma Klement Emmi Nguyen Johanna Biel Laurenz Stegmann Luca Wucherpfennig Paulina Gaffer Rebekka Biel Robin Finkelmann Vanessa Savanh Lena Bergmann Jakob Stanik Zoé von der Kammer Für die finanzielle Unterstützung des Workshops in Aschaffenburg danken wir der Brass-Gruppe in Aschaffenburg. Die Fotografien aller Teilnehmer des RAY JUNIOR Projektes MeinRheinMain finden Sie im Internet unter http://meinrheinmain.eu


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10 JAHRE

ds Kulturfornt u f Frank ain RheinM

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain wurde im Jahr 2007 auf Initiative der Hessischen Landesregierung als gemeinnützige GmbH mit Sitz in Bad Homburg gegründet. Gesellschafter sind neben dem Land Hessen die Städte Frankfurt, Darmstadt, Hanau und Wiesbaden sowie die Kreise Main-Taunus und Hochtaunus. Als Kooperationspartner gehören Bad Vilbel, Offenbach und Oestrich-Winkel dem Fonds an. Hauptaufgabe des Kulturfonds ist es, die Metropolregion Frankfurt RheinMain durch kulturelle Zusammenarbeit besser zu vernetzen, deren Attraktivität weiter zu stärken sowie die kunst- und kulturgeschichtlichen Traditionen der Region zu dokumentieren. Der Fonds fördert vor allem Projekte mit nationaler und internationaler Strahlkraft und daneben auch regionale Kulturaktivitäten. Zudem greifen die vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain initiierten temporären Schwerpunkte Themen auf, die die Region Frankfurt RheinMain und deren Identität prägen und geprägt haben. Sie sind eine Einladung an die Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen zur künstlerischen Umsetzung und Interpretation. Das neue Schwerpunktthema „Erzählung.Macht.Identität“ folgt den erfolgreichen Schwerpunkten „Phänomen Expressionismus“ (2009-2012), „Impuls Romantik“ (2012-2015) und „Transit“ (2015-2018). In seiner Art ist der Kulturfonds bundesweit einzigartig. Im Sinne eines Matching Funds wird jeder von den kommunalen Gesellschaftern beigetragene Euro durch das Land Hessen verdoppelt. Dadurch konnte der Kulturfonds Frankfurt RheinMain bislang rund 50 Millionen Euro Fördermittel bereitstellen. Die Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain entstand 2010 auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, um die Kompetenz und Vielfalt der künstlerischen Fotografie in der Region Rhein-Main zu bündeln und herauszustellen. Zwölf renommierte Institutionen und Sammlungen haben sich zu dieser einzigartigen Kooperation zusammengeschlossen: Darmstädter Tage der Fotografie, Deutsche Börse Photography Foundation, DZ BANK Kunstsammlung, Fotografie Forum Frankfurt, Frankfurter Kunstverein, Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim, Marta-Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim, Museum Angewandte Kunst, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, und der Nassauische Kunstverein Wiesbaden. Seit der ersten Ausgabe RAY 2012 zeigt und produziert das Kooperationsbündnis im dreijährigen Turnus internationale Positionen der zeitgenössischen Fotografie und ihr verwandte Medien. www.ray2018.de

Die Kameras wurden den teilnehmenden SchülerInnen für dieses Projekt leihweise von Olympus Deutschland GmbH zur Verfügung gestellt.

Impressum MeinRheinMain • ISBN 978-3-946718-11-6 • Dieser Katalog erscheint anlässlich des zehnjährigen Bestehens des gemeinnützigen Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH Herausgeber/Editor Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH und RAY 2018 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain, Dr. Helmut Müller, Sabine Seitz, Sabine Schirdewahn • Verlag Spielbein Publishers GmbH, Paulinenstraße 3, 65189 Wiesbaden, hello@spielbeinpublishers.com, www.spielbeinpublishers.com Redaktion Annie Buenker, Laura Kurtz • Bildredaktion Wolfgang Zurborn, Michael Eibes • Gestaltung Michael Eibes Design • Bildnachweise Gemäß der Angaben an den Abbildungen • Umschlagmaterial Corvon® Mano, Winter & Company GmbH, Eimeldingen • Druck Volkhardt Caruna Medien GmbH & Co. KG, Amorbach Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Eine Vervielfältigung dieses Werks ist auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.d-nb.de abrufbar. Bad Homburg/Frankfurt/Wiesbaden 2018


10 Jahre Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Gemeinsam mit der Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain, den Fotografen Mirko Krizanovic und Wolfgang Zurborn sowie den Kunstvermittlerinnen Lisa Weber und Jutta Stocksiefen nimmt der Kulturfonds dieses Jubiläum zum Anlass, um durch die Augen junger Menschen einen ganz besonderen Blick auf und in die Region zu werfen. MeinRheinMain schickt den Betrachter auf eine Reise durch die Lebenswelten von 72 Schülerinnen und Schülern aus Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Mainz und Aschaffenburg. Wie ließe sich die Vielseitigkeit der Region besser abbilden?

MeinRheinMain RAY JUNIOR  

RAY JUNIOR „MeinRheinMain“ Der 152-seitige Band, erschienen bei Spielbein Publishers GmbH, beinhaltet mit über 150 farbigen Abbildungen di...

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RAY JUNIOR „MeinRheinMain“ Der 152-seitige Band, erschienen bei Spielbein Publishers GmbH, beinhaltet mit über 150 farbigen Abbildungen di...

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