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CLOUD-ARCHITEKTUR FÜR UNTERNEHMEN Mehr Wertschöpfung mit Managed Cloud Services
CLOUD-ARCHITEKTUR FÜR UNTERNEHMEN
Mehr Wertschöpfung mit Managed Cloud Services
Die Digitalisierung verändert die Anforderungen an zahlreiche Märkte kontinuierlich. Unternehmen benötigen daher eine IT-Architektur, mit der sie schnell auf Veränderungen reagieren können.
Autor: Hauke Juhls
Mit agilen IT-Strategien und modernen Enterprise-Architekturen lassen sich Geschäftsziele und die Infrastruktur eines Unternehmens optimal verbinden. Besonders geeignet zur Unterstützung einer solchen Transformation sind cloudbasierte Applikationen. Denn bei Cloud Services handelt es sich nicht nur um Erweiterungen der Infrastruktur – sie bieten mit ihrer Flexibilität auch neue Möglichkeiten für einen agilen Wandel in internen Unternehmensprozessen. Dadurch lässt sich unter anderem eine kürzere Time-to-Market für die Produktentwicklung realisieren. Ausserdem sind schnellere Innovationszyklen oder die einfache Implementierung neuer Technologien möglich – bei minimalem Risiko.
FOKUS AUF WERTSCHÖPFENDE ARBEIT
Eine zentrale Rolle spielen vor diesem Hintergrund Managed Cloud Services. Im Gegensatz zu virtuellen Servern, die durch den Nutzer direkt verwaltet werden, lassen sich hier bestimmte Tasks an den Cloud-Anbieter auslagern – beispielsweise die Bereitstellung einer Datenbank. Auch Sicherheits-Patches für komplett verwaltete Datenbanken übernimmt dann der Provider. Das schafft beim eigenen Personal Freiräume für wertschöpfende Tätigkeiten.
Dieses Vorgehen hat sich in der Praxis bewährt. Millionen von Kunden konnten mithilfe von AWS-Diensten ihren Software-Entwicklungszyklus bereits stark verkürzen, Kosten einsparen oder Sicherheitsprozesse optimieren. So gelang es etwa Novartis, ein Krebsforschungsprojekt, das mit eigener Infrastruktur 39 Jahre gedauert und 40 Millionen US-Dollar gekostet hätte, innerhalb von neun Stunden zu einem Preis von 4 232 USDollar durchzuführen.
RISIKOFREIE TECHNOLOGIEAUSWAHL
Auch bei der Einführung neuer Technologien unterstützt die Cloud. Bislang bedeutete dies für Unternehmen häufig eine langfristige und erhebliche Investition. Neben Sizing-Abschätzungen, volumenbasierten Vertragsverhandlungen und aufwendigen Installationen fallen oft Kosten für die Schulung des Personals sowie die Ausarbeitung der entsprechenden Betriebsprozesse an. Daher planen viele IT-Abteilungen aus Kostengründen mit einer möglichst geringen Varianz des IT-Portfolios.
Oftmals binden sich Kunden aber mit langfristigen Verträgen oder Hardware-Investitionen an die ausgewählte Technologie und ihren Hersteller. Cloud Services hingegen werden durch den Provider eigenständig betrieben und zur Verfügung gestellt – bedarfsgerecht und bei der Abrechnung oftmals sekundengenau. Damit bleibt das Unternehmen flexibel und vermeidet teure Fehlentscheidungen, die sich nur schwer rückgängig machen lassen. Stattdessen kann es neue Technologien bei geringem Risiko austesten und evaluieren.
TRANSPARENTES DATENMANAGEMENT
Mit einer Datenverwaltung in der Cloud können Unternehmen alle Informationen übersichtlich managen, analysieren und visualisieren. Dadurch erhalten sie wichtige Einblicke in eigene Prozessparameter, die sich als solide Grundlage für die Evaluierung anbieten. Beispielsweise können strukturierte und semistrukturierte Daten in einem Storage Service wie AmazonS3 gespeichert und je nach Anwendungsfall weiterverwendet werden. Mit einem Data Warehouse in Amazon Redshift und speziellen Ad-hoc-Abfragen in Amazon Athena lassen sich diese Informationen in der Folge verarbeiten und analysieren. Eine Visualisierung der Ergebnisse ist über spezielle Business Intelligence Services wie Amazon Quicksight möglich.

Dieses Vorgehen liefert Unternehmen nicht nur einen transparenten Überblick über alle wichtigen Daten. Sie können auch geeignete Technologien je nach Anwendungsfall individuell auswählen und alle Services ohne vorherige Investitionen direkt nutzen. Die verwendeten Tools lassen sich je nach Performance unkompliziert weiterverwenden oder abschalten. Dadurch ist das Risiko einer Fehlentscheidung für Unternehmen wesentlich geringer. Zudem gelingt der Auswahlprozess für neue Technologien schneller, da unmittelbar ein praxisnahes Ergebnis vorliegt.
NEUE MÖGLICHKEITEN DURCH DIE IT-ARCHITEKTUR DES UNTERNEHMENS
Vor diesem Hintergrund ergibt sich für die Infrastruktur von Unternehmen ein Paradigmenwechsel: Die Auswahl neuer Technologien und Tools muss nicht mehr nur auf einer Prognose beruhen. Bei einer modernen Enterprise-Architektur können die Produkt- und Projektteams selbstständig und agil die geeigneten Services direkt über die Cloud auswählen und nutzen. Das vereinfacht viele Prozesse und ermöglicht einen klareren Fokus auf die eigentlichen Geschäftsziele. Da der mühsame, kostspielige und risikoreiche Aufbau einer IT-Infrastruktur entfällt, können sich die EnterpriseArchitekten um wertschöpfendere Tätigkeiten kümmern – beispielsweise um die Implementierung effizienter APIs.