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PRESTIGE Switzerland Volume 41

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SHORTCUTS Eine Stadt im Wandel

Havanna Bernhard Hartmann teNeues Verlag

Bernhard Hartmann portraitiert die Hauptstadt Kubas vor deren Wandel, der mit der Öffnung des sozialistischen Inselstaates absehbar ist. In dieser besonderen Zeit hält der Fotograf einen Moment inne und hält den aktuellen Zustand Havannas fest – die Leser von «Havanna» entdecken Kubas Hauptstadt, wie sie leibt und lebt. So gewährt Hartmann etwa einen einmaligen Einblick in die Herrenhäuser der Stadt, zeigt deren bröckelnde, rissige Fassaden von aussen und ausgetretene Treppenstufen und Teppiche im Innern. Die abgelichteten Villen waren einst prächtige Gebäude, in welchen heute oft verarmte, sehr alte Menschen leben. Ausserdem nimmt Hartmann die Betrachter des Buchs mit auf eine visuelle Reise durch die Strassen Havannas, in Cafés, Läden und Boxvereine. Kurz: Dem Betrachter öffnet sich eine verblüffend schöne Welt der Vergänglichkeit.

Atlas der unentdeckten Länder Dennis Gastmann Rowohlt Berlin

Auszeit am Baikalsee Werner Beck Delius Klasing Verlag

Fast vergessene Orte Zutreffender wäre für das Buch wohl eher «der Atlas der fast vergessenen Orte». Autor Dennis Gastmann ist um die Welt gereist und hat Orte wie Krakalpakistan, Ra’s al-Chaima und Pitcairn besucht. Zur letztgenannten Insel etwa fährt nur alle drei Monate ein auf Jahre ausgebuchter Frachter. Doch hier leben die Nachfahren der Meuterer der «Bounty», und dies war für Gastmann ein Grund, die Insel zu bereisen – eine Nachfahrin traf er sogar persönlich. So spannend solche Gegenden für den Autor gewesen sein mochten, für immer leben wollte er in keiner davon: Die meisten Orte besitzen eine düstere Vergangenheit und Gegenwart. «Nach der Lektüre möchte keiner mehr dorthin fahren», sagte Gastmann in einem Interview. Er wollte in seinem Buch auch die weniger schönen Seiten zeigen und auf Missstände und Ungerechtigkeiten auf­ merksam machen.

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In klirrender Kälte Autor Werner Beck lebte zusammen mit seiner Frau ein Jahr am Limit. Ihr Abenteuer führte sie an den sibirischen Baikalsee in Russland, wo sie von der Wildnis, Bären, Moskitos und Wölfen umgeben waren. Ein mongolisches Nomadenzelt war ihr Zuhause auf Zeit, in welchem sie unter einfachsten Bedingungen hausten, fernab der Zivilisation, ohne Strom, Arzt und Supermarkt. Das Paar ernährte sich von dem, was die Natur hergab: grösstenteils von Fisch. Das Winterhalbjahr musste Werner ohne seine weibliche Begleitung verbringen, denn diese war wegen der Geburt ihres Enkelkindes nach Hause gereist. Beck kam an die Grenze seiner Belastbarkeit: Neben der unbarmherzigen Kälte hatte er auch mit seinem langjährigen Diabetes zu kämpfen. Keine leichte Kost, unter solchen Bedingungen zu reisen, doch er hat das eisige Abenteuer überstanden und all seine abenteuerlichen Erlebnisse in diesem Buch niedergeschrieben.


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