VINSCHGER THEMA
In den vergangenen Jahren hat sich in der Drusus-Kaserne so einiges getan.
Bereits im Oktober 2019 bezogen die ersten Coworker ihre Arbeitsplätze. Der geteilte Arbeitsraum ist eine der Grundsäulen der BASIS. Der englische Begriff Coworking bedeutet so viel wie die Zusammenarbeit sowie flexible Nutzung von offenen Arbeitsflächen. Unternehmensgründer, Selbstständige, Freiberufler, Schüler, Studenten aber auch alle anderen Interessierten haben dabei die Möglichkeit, die offenen Büroräume in der Kaserne für eine Gebühr zu nutzen. Schnelles Internet und modernste Infrastrukturen sind dabei laut Götsch selbstverständlich. Eine Basis auf drei Säulen Im Großen und Ganzen wolle sich der Verein künftig mit drei Säulen mitfinanzieren. Einerseits die Beraterfunktion. So sei man im Projetmanagement tätig, könne Projekte initiieren, koordinieren und umsetzen. „Stets im Rahmen eines sozial-ökologischen Denkens“, ergänzt Götsch. Eine zweite Säule sei die Infrastruktur des ehemaligen Versorgungsgebäudes. Die Räumlichkeiten werden weiterhin vom Projektteam genutzt, verwaltet und vermietet. Neben den gemeinschaftlichen Büroräumen solle die Vermietung von Werk- und Produktionsräumen, Seminarräumen, der Residenz mit vier Kurzzeitwohnungen, dem Veranstaltungsraum, der Prototypen-Werkstatt, Ateliers und weiterer flexibler Nutzungsflächen für Firmen und Vereine zur Wirtschaftlichkeit des Vereins und der Kaserne beitragen. Eine dritte wichtige Säule ist der Veranstaltungsbereich für Wirtschafts- und Innovationsthemen, Nischenkultur sowie Bildungsinitiativen. Unter anderem im sogenannten MICE-Sektor, wozu zum Beispiel Kongresse und Tagungen gehören, sehen Götsch und sein Team große Chancen. „Man muss
nicht mehr für alles in die Stadt fahren, wir können uns vieles hierherholen und lokale Kernkompetenzen wie die Landwirtschaft, Handwerk oder Bereiche der Kreativwirtschaft wertschätzen“, betont er. Schon jetzt habe es Anfragen für Kongresse gegeben.
auch die Kreislaufwirtschaft. Dabei gelte es, Produkte so lange wie möglich im „Kreislauf“ zu halten. So werden unter anderem in der Drusus-Kaserne alte Fensterrahmen als Tische benutzt. Beim „Upcycling“, einer verbesserten Form des „Recyclings“, werden alte, scheinbar nutzlose Gegenstände in neuwertige Produkte umgewandelt und Auch Tourismus und Ortskerne profitieren über Jahre wiederverwendet. „Wir sind ein Profitieren von der BASIS werde auch super Team das mit Herzblut, Weitsicht der touristische Sektor. Es sei ein Gewinn und Elan an einem der Vorreiterprojekte für alle. Und auch hierbei habe man stets für Südtirol arbeitet,“ so Götsch. Dies bedie Nachhaltigkeit im Auge. „Wir ziehen stätigen Anfragen anderer Gemeinden aus eine neue Zielgruppe an, die sich bewusst dem Land aber auch international gebe zwischen Natur, Sport und urbanen Wirt- es großes Interesse im Hinblick auf die schaftsknotenpunkten wie BASIS bewegt“, Philosophie, Funktionsweise und auch was erklärt Götsch. Weitere Möglichkeiten Kollaborationsmöglichkeiten betrifft. bieten sich hierbei durch „Coworkation“. Dabei handle es sich um eine Verbindung Ort für Lösungen und positive Zukunft zwischen Arbeiten und Urlaub. Eine neue Überhaupt wolle man ein „Ort für MaMischform, die international immer mehr Anklang findet. Als Gründungsmitglied in cher und Macherinnen sein sowie für jene, der Coworkation Alps-Initiative sei BASIS die es werden wollen“, wie Götsch betont. Willkommen sei dabei jeder, egal ob der Vinschgau Venosta hier bereits aktiv. Programmierer, der Student, der Künstler, der die Ateliers und Werkräume nutzt, der Kaserne als Grundlage Top-Manager beim Coworking oder BesuOhnehin finde man in der Drusus-Ka- cher aus der Dorfgemeinschaft bei Veranserne optimale Bedingungen für sämtliche staltungen. Schon jetzt dürfe sich das Projekt Aspekte „moderner Arbeit, Kultur, Freizeit über eine große Anziehungskraft freuen. Mit und Wohnen“, ist sich Götsch sicher. „Die dem Gründer- und Innovationszentrum Kaserne ist natürlich eine Grundlage und könne man der Abwanderung entgegenwar wesentlicher Bestandteil der Entwick- wirken und vor allem kreative Köpfe zurücklung“, so der Projektleiter. In den vergan- holen. Dies sei bereits in den vergangenen genen Jahren, bei den Sanierungsarbeiten Monaten gelungen. Als „urbane Ergänzung und Planungen der Räume, habe man stets des ländlichen Idylls“ werde sich in den darauf geachtet, auf Flexibilität zu setzen. nächsten Jahren und Jahrzehnten noch vie„Sei es, was die Mauern betrifft, sei es, was les tun, insbesondere durch Menschen, die die Denkweise anbelangt“, präzisiert Götsch. Eigeninitiative beweisen und Verantwortung Ein wichtiges Schlagwort in Hinsicht auf übernehmen, ist sich Hannes Götsch sicher. die Haltung im Umgang mit den natürlichen Ressourcen sei für das BASIS-Team MICHAEL ANDRES DER VINSCHGER 30/20
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