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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Jugend in der Krise Jugenddienst Obervinschgau plädiert für die Miteinbeziehung der Jugendlichen. Foto: pixabay.com

OBERVINSCHGAU - Das Landes-

statistikinstitut ASTAT hat in Zusammenarbeit mit dem Forum Prävention 2.140 Südtiroler*innen zu den Auswirkungen der Anti-Corona-Maßnahmen befragt. Der Jugenddienst Obervinschgau veröffentlicht in einer Aussendung die Daten, die sich auf die jungen Menschen von 14 bis 25 Jahren beziehen. Peter Koler, Direktor des Forums Prävention und Co-Autor der Studie, beschreibt die Jugendlichen als „Verlierer der Krise“. Dies deshalb, da Jugendliche im Vergleich zu den Erwachsenen die Stimmung zuhause negativer erlebt haben. Jede*r Fünfte empfand diese als „ziemlich oder sehr konfliktreich“, nahezu jede*r Dritte als „ziemlich oder sehr stressig“.

geweile war demnach auch bei jedem*r Zweiten das zentrale Gefühl in der Ausgangssperre. Sinnstiftende Tätigkeiten, wie Schule, Sport oder sich mit Freunden treffen, waren in dieser Zeit nicht möglich. Dies spiegelt sich deutlich in der Freizeitgestaltung wider: Rund die Hälfte der „Ziemlich oder sehr konfliktreich“ Jugendlichen verbrachte ihre Freizeit mit Sozialen Medien. Dass einem die Decke auf den Telefonieren, Fernsehen, Sport Kopf fällt, ist wohl auch dem ge- und Musik folgen dem wenig schuldet, dass man ohne Arbeit überraschend. Positive Wirkung kaum aus dem Haus durfte. Lan- hatten die Beschränkungen auf

Jugendliche miteinbeziehen Für den Jugenddienst Obervinschgau ist die zentrale Erkenntnis der Studie jedoch eine andere: Die Wertvorstellungen der Jugendlichen haben sich in der Krise deutlich geändert. Vor allem der „persönlichen Autonomie“ und der „Bewegungsfreiheit“ wird von den meisten jungen Menschen eine größere Tobias Stecher Wichtigkeit seit dem Lockdown zugeschrieben. Tobias Stecher den Konsum von Alkohol: 42 vom Jugenddienst ObervinschProzent der Jugendlichen geben gau kommentiert dies so: „Wir an, weniger getrunken zu haben. hören heute noch von JugendErklärt werden kann dies durch lichen, die kaum das Haus verdas Ausgehverbot auch am Wo- lassen dürfen. Gerade jetzt ist es chenende. Die Studie wirft auch wichtig, dass junge Menschen einen Blick auf das schulische En- wieder in Kontakt mit Freunden gagement im Fernunterricht. Der treten können. Genauso wichtig Großteil der Oberschüler*innen ist es, die Jugendlichen jetzt zu(56%) finden, dass ihr schulisches hause aber auch in den GemeinEngagement sich steigerte. Bei den miteinzubeziehen, damit ihre jedem*r Fünften hingegen ist Bedürfnisse gehört werden und dies andersrum, was auch mit sie zur Lösung beitragen können.“ den Internetproblemen (20%)  RED zusammenhängen kann.

„Digitale Baschgler“ SCHLANDERS - Informatik und Computer, Themen rund um die Künstliche Intelligenz, die so genannte KI, mögen modern sein, die Sprache oft versehen mit Anglizismen. Die Runde in Schlanders hingegen setzte auf den sympathischen Titel „Digitale Baschgler und Baschglerinnen“ für ihr Netzwerktreffen. Der Latscher Christian Stolcis, der in Jena in Deutschland Informatik studiert hat und heute als selbstständiger Unternehmer im digitalen Bereich mit seiner Firma Netscrapers tätig ist, hatte unter dem Motto „Silicon Valley Vinschgau“ dazu geladen. Das Netzwerktreffen will alle Personen, die sich mit Hardware, Software und allgemein mit Digitalisierung beschäftigen zu-

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DER VINSCHGER 26/20

die Bühne. Stolcis, der über seinen Werdegang erzählte, sieht im Vinschgau ein großes Potential. In Sachen Digitalisierung gebe es in einem Seitental wie dem Vinschgau aber noch einiges an Nachholbedarf. Bei den digitalen „Baschglern“ sollen unter anderem auch diese und weitere Themen zur Sprache kommen, Chancen und Herausforderungen In kleiner gemütlicher Runde wurde die Reihe eröffnet. abgewogen werden. Während der erste Stammtisch vor allem eine sammenführen. „Es könnte den bis hin zum Informatik-begeis- Vorstellungsrunde beinhaltete, Beginn einer Digital-Community terten Schüler und Praktikanten. sollen bei den nächsten Trefim Vinschgau darstellen“, erklärte Vor allem in einem Seitental wie fen konkret Themen besprochen Stolcis beim ersten Treffen am 16. dem Vinschgau sei es wichtig, sich werden. Das MeetUp ist für alle Juli. Die Teilnehmer der Diskus- zu vernetzen, so der Tenor der Interessierten offen. Die Treffen sionsrunde waren bunt gemischt, Veranstaltung. Dies könne über sollen alle fünf bis sechs Wochen vom IT-Spezialisten über Uni- Initiativen wie der BASIS erfolgen. stattfinden. Interessierte können Mitarbeiter und Selbstständige, In der dortigen Drusus-Kaserne sich unter meetup@netscrapers. die schon Apps entworfen haben, ging auch das erste Treffen über com melden.  AM

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