Ausnahmezustand

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Puni-Anteile für 4 Fraktionen Nun naschen alle Eigenverwaltungen der Gemeinde Mals am Stromkuchen mit

Nun erhalten auch die Fraktionen Mals, Tartsch, Schlinig und Ulten-Alsack Anteile am Puni-Kraftwerk in Planeil. MALS - Die 4 Eigenverwaltungen bürgerlicher Nutzungsrechte Mals, Tartsch, Schlinig und Ulten-Alsack verfügten bisher im Gegensatz zu den anderen Fraktionen der Gemeinde über keine Beteiligungen an Einkünften aus der Wasserkraftnutzung. Das ändert sich jetzt. Einstimmig hat der Malser Gemeinderat am 5. März mit einem Grundsatzbeschluss festgelegt, die 4 genannten Fraktionen an der Puni Konsortial GmbH zu beteiligen. „Es geht darum, diese Fraktionen im Sin-

ne der Zusammenarbeit mit der Gemeinde und als Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Fraktionen an der Stromproduktion teilhaben zu lassen“, hatte Bürgermeister Ulrich Veith vorausgeschickt. Derzeit hält die gemeindeeigene E AG 50,01% der Anteile an der Puni Konsortial GmbH. Die Anteile der Fraktion Planeil belaufen sich auf 12,99%. Die Gemeinde hält nach dem Rückkauf der ehemaligen Alperia-Anteile zurzeit 37%. Gemäß dem Grundsatzbeschluss werden

nun 20% der Gemeinde-Anteile an die 4 Fraktionen abgetreten: 11,9% an die Fraktion Mals, 4 % an die Fraktion Tartsch, 2,4% an die Fraktion Schlinig und 1,7% an die Fraktion Ulten-Alsack. Die Anteile werden von der Gemeinde zum Erwerbspreis abgetreten. Für die Fraktion Mals beträgt der Abtretungspreis demnach 43.958 Euro, für Tartsch 14.776 Euro, für Schlinig 8.865 Euro und für Ulten-Alsack 6.279 Euro. Dass die Gemeinde insgesamt „nur“ 20% abtritt, hat seinen Grund.

Veith: „Auf diese Weise behält die Gemeinde mit 67,01% die Zweidrittelmehrheit und hat somit weiterhin das Sagen.“ Das Kraftwerk Puni in Planeil ist im Juni 2011 in Betrieb gegangen. Es produziert jährlich in der Regel über 12 Millionen kWh Strom. Das entspricht in etwa dem Strombedarf von 2.700 Haushalten. Als das 7,36 Millionen Euro teure EWerk errichtet wurde, ging man von einem jährlichen Gewinn in Höhe von ca. 500.000 Euro aus. SEPP

Leerstand: Ein Unternehmer klagt an LATSCH - Heinz Fuchs zählt im Vinschgau zu den weitum bekannten Unternehmern. Eines stößt dem Gründer und Betreiber des Einkaufzentrums Herilu sauer auf. In seiner Heimatgemeinde Latsch gebe es eine Vielzahl an ungenutzter Kubatur. „Ganze Areale stehen leer. Überall im Dorf gibt es Schandflecke“, betont Fuchs gegenüber dem „Dem Vinschger“. In den vergangenen 20 Jahren seien unter anderem politisch in dieser Hinsicht viele Fehler gemacht worden, es habe Versäumnisse gegeben, kritisiert Fuchs. Viele

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DER VINSCHGER 10-11/20

Private würden Altbestand mitten im Dorf „vergammeln“ lassen. Hier gelte es Kompromisse zu finden. „Beispiele gibt es genug“, zeigt Fuchs bei einem Rundgang durch „sein Heimatdorf“ auf. Es sei logisch, dass viele Menschen lieber ins Grüne gehen, um zu wohnen. „Aber das ist dann die Konsequenz, wenn immer wieder neue Zonen außerhalb, ausgewiesen werden, statt attraktive Dorfkerne zu gestalten“, so Fuchs. Es brauche interessante Projekte, meint der Unternehmer. Hier sei die Gemeindepolitik in Zukunft gefordert. - Kritik

entgegnet er entschlossen: „Es braucht beides. Wir haben hier ein kleines Einkaufszentrum, das von den Kunden mittlerweile gut angenommen wird. Sonst würden die Leute halt irgendwo anders hin, raus aus Latsch, fahren“. Sowohl Geschäfte im Dorfzentrum, als auch ein EinHeinz Fuchs kaufszentrum außerhalb, würden einen Standort aufwerten an dem Unternehmer selbst, und seien ein Gewinn für alle, ist dass auch das Einkaufszentrum sich Fuchs sicher. Beides könne Herilu eine Rolle spiele, wenn nebeneinander existieren und von aussterbenden Dorfzentren unter anderem durch Zusamdie Rede ist, und es nicht einfach menarbeit erfolgreich gestaltet für den Handel im Ortskern sei, werden. AM