150 Jahre Bierkeller Latsch

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Noch keine Bestvariante Weitere Studien und Untersuchungen für Bahnverbindungen im Dreiländereck angekündigt

tember 2020 wurde in Graun von den höchsten politischen Vertretern der Länder Südtirol und Nordtirol, der Region Lombardei und des Kantons Graubünden eine Absichtserklärung zur Schaffung eines Alpenbahnkreuzes im Dreiländereck unterzeichnet. Am 2. März kam es in Scuol zum ersten Folgetreffen auf höchster politischer Ebene. Eine technische Arbeitsgruppe mit Vertretern aller 4 Regionen bzw. Länder hatte im Vorfeld unter dem Vorsitz des Landes Südtirol bisherige Planungsideen analysiert. Außerdem wurden die Dimensionen und Chancen einer neuen alpenüberquerenden Eisenbahnverbindung aufgezeigt sowie die Machbarkeit und Fahrzeiten länderverbindender Bahnstrecken untersucht. Ein besonderes Augenmerk hatte die Arbeitsgruppe auf die europäische Dimension und die Vernetzung gelegt: durchgehende Bahnverbindungen im Rätischen Dreieck können die Verbindungen Basel-Zürich-Venedig und München-Mailand sowie auch etwaige großräumige Anbindungen an den skandinavisch-mediterranen und den Rhein-Alpen-Schienenkorridor herstellen. „Auf Basis

Foto: LPA/Ingo Dejaco

SCUOL/VINSCHGAU - Am 11. Sep-

Beim Treffen in Scuol (v.l.): Landesrat Daniel Alfreider, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Nordtirol), Landeshauptmann Günther Platter (Nordtirol), Assessor Massimo Sartori (Lombardei), Regierungspräsident Mario Cavigelli (Graubünden) und Jon Domenic Parolini (Graubünden).

der Handlungsempfehlungen der technischen Arbeitsgruppe sollen in den nächsten Jahren vertiefte Machbarkeitsstudien mit geologischen und hydrogeologischen Untersuchungen für mögliche Trassierungen in den Bereichen Scuol-Mals, Landeck-Scuol, Landeck-Mals, für die Fernpasstraße von Garmisch-Partenkirchen nach Silz (Inntal) und für die Strecke Tirano-Bormio mit Weiterführung nach Mals in Angriff genommen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes. In einem weiteren Schritt soll auch eine sozio-ökologische Nachhaltigkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie zur Entwicklung von neuen Bahnverbindungen in der Terra Raetica sowohl für die

Bau- als auch für die Betriebsphase ausgearbeitet werden. Landeshauptmann Arno Kompatscher zeigte sich „froh darüber, dass wir heute die ersten Ergebnisse gesehen haben, nachdem wir im Herbst 2020 eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Südtirol, Tirol, Graubünden und der Lombardei vereinbaren konnten.“ Nun könne der Lenkungsausschuss die nächsten gemeinsamen Schritte beschließen. Laut dem Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider habe die technische Arbeitsgruppe gemeinsam mit Professor Konrad Bergmeister gute Arbeit geleistet und die vielen verschiedenen Varianten für eine Verbesserung der Schiene in der „Terra Raetica“ anhand einheitlicher

technischer Parameter analysiert. Gemeinsam teile man die Vision, dass die Schiene als Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs für die grenzüberschreitende Mobilität im Dreiländereck in Zukunft eine wichtige Rolle spielen sollte. Der Vorsitz der technischen Arbeitsgruppe wurde von Südtirol an Graubünden übergeben. „Die Arbeitsgruppe wird die geologischen und hydrogeologischen Untersuchungen mit vertieften Studien zur Machbarkeit, unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit, dokumentieren und abschließend in einen gemeinsamen Bericht gießen“, heißt es in der Aussendung weiter. Als Zeithorizont wurde Ende 2023 angegeben. LPA/SEPP

„Landeck-Mals ist die beste Variante“ VINSCHGAU - Die Süd-Tiroler Frei-

heit zeigt sich in einer Pressemitteilung davon überzeugt, „dass die Bahnverbindung über den Reschen die beste Variante ist, mit der eine nachhaltige und autofrei erreichbare Tourismusregion am Reschen entsteht. Alle Skigebiete entlang der Strecke könnten direkt an die Bahn angeschlossen werden und in Pfunds oder Nauders wäre auch ein direkter Anschluss an die Rhätische Bahn in die Schweiz möglich.“ In Zusammenarbeit mit Vertretern 22

DER VINSCHGER 05/22

aus den betroffenen Gemeinden werde die Süd-Tiroler Freiheit daher in den kommenden Monaten auf die rasche Umsetzung der Reschenbahn hinarbeiten. Wie die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll und Myriam Atz-Tammerle, sowie der Bezirkssprecher im Vinschgau, Benjamin Pixner, außerdem schreiben, werde eine Bahnverbindung zwischen Landeck und Mals nach dem politischen Treffen in Scuol (siehe eigenen Bericht) nun immer kon-

um bis 2023 die Streckenführung der Bahnverbindung festzulegen. Nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit sei die Verbindung Landeck-Mals die beste Lösung. 2015 habe die Süd-Tiroler Freiheit die Idee einer Bahnverbindung über den Reschen neu belebt. „Auch im Süd-Tiroler Landtag hat die Sven Knoll, Benjamin Pixner und Süd-Tiroler Freiheit einen BeMyriam Atz-Tammerle (v.l.) schlussantrag zur Fertigstellung der Reschenbahn von Mals nach kreter. Bei diesem Treffen seien Landeck eingereicht, der einstimweitere geologische Gutachten mig genehmigt wurde“, heißt es und Studien angekündigt worden, weiter. RED


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