Großer Einschnitt

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

PARNETZ Am 15. August, dem Hochunserfrauentag, wird im Weiler Parnetz in Laas der Kirchtag gefeiert. Wie jedes Jahr werden zu diesem Anlass auch heuer wieder die Glocken zur Messerfeier mit Kräuterweihe geläutet. Das Läuten übernimmt wieder mit großer Freude und mit viel Kraft der erst 12-jährige Matthias Niederegger (im Bild). Das Kirchlein von Parnetz wurde im August 1986 neu geRED weiht.

Label „Junges Dorf“ für Prad PRAD - Das Label „Junges Dorf“ ist ein Qualitätssiegel für Gemeinden, die sich durch ihr Engagement für junge Menschen auszeichnen. Der Gemeinde Prad am Stilfserjoch wird vom Jugendforum Vinschgau als erste Südtiroler Gemeinde das Label „Junges Dorf“ verliehen. Die feierliche Label-Vergabe erfolgt am Samstag, 11. September um 18 Uhr auf der Wiese neben dem Nationalparkhaus „aquaprad“. Im Anschluss an den offiziellen Akt steigt eine Party mit Musik von lokalen DJs sowie mit Imbissen und Bar-Service. Im Rahmen der Vorarbeiten zur Label-Vergabe sind gemeinsam mit jungen Menschen Bausteine ausgearbeitet worden, die einen Ort attraktiv für junge Menschen machen. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Gemeinden ein Programm, das sie dem Jugendforum weiterleiten. Das Jugendforum ist ein gemeindeübergreifendes Gremium, das sich aus jungen Vertreter*innen aus dem Einzugsgebiet der Jugenddienste zusammensetzt. Das Jugendforum bewertet die eingereichten Programme, prüft die Voraussetzungen und entscheidet über die Vergabe des RED Labels.

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DER VINSCHGER 24-25/21

„Zuerst die Beratung, dann das Geschäft“ PRAD - Das war der Grundsatz, den Hartmann Köfler als Apotheker in Prad stets hochgehalten hat. Es war am 10. Juli 1979, als er die Apotheke in Prad eröffnet hat. Am vergangenen 10. Juli, also genau 42 Jahre nachher, übergab er die Schlüssel der Apotheke an Patrizia Köllemann. Sie war vor 18 Jahren als junge Pharmazeutin in die Apotheke nach Prad gekommen und hat seither an der Seite von Hartmann Köfler gearbeitet. „Mit ihrer Fachkompetenz und großen Erfahrung hat sie schon längst das Vertrauen und die Zuneigung der Kundinnen und Kunden erworben. Als meine rechte Hand seit vielen Jahren war sie meine Wunschkandidatin als Nachfolgerin“, sagte der scheidende Apotheker. „Ich bin in Prad von Anfang an gut aufgenommen worden“, blickte Hartmann Köfler zurück und dankte allen Kundinnen und Kunden aus nah und fern. „Fern“ deshalb, weil es zu Beginn der 1980er Jahren in den Nachbargemeinden Laas, Glurns, Taufers und Schluderns noch keine Apotheken gab. Leicht sei es nicht gewesen, aus bescheidenen Anfängen einen erfolgreichen Betrieb auf die Beine zu stellen. „Die Führung einer Apotheke mit einem 10-Stunden-Tag, mit Sonntags- und Nachtdiensten und wenig Ferien über so viele Jahre erfordert viel Energie“, so Hartmann wörtlich. Er habe in all den Jahren viele Familien begleiten, mit Medikamenten versorgen, vor allem aber beraten und informieren können: „Die Kinder von damals sind heute schon Großeltern.“ Seinem Prinzip „Zuerst die Beratung, dann das Geschäft“, sei er stets treu geblieben. Natürlich sei es auch vorgekommen, „dass ich nicht immer helfen konnte, dass ich mit meinem Rat manchmal daneben lag oder nicht die passenden Worte fand.“ Von

Nach 42-jähriger Tätigkeit übergab Hartmann Köfler die Schlüssel der Apotheke in Prad an seine Nachfolgerin Patrizia Köllemann.

Herzen bedankt hat er sich auch beim gesamten Mitarbeiterstab, bei dem es sich fast ausnahmslos um Frauen handelte, von denen die meisten sehr lange im Dienst waren. Einen besonderen Dank zollte er seiner Frau Birgit, die vor 38 Jahren aus Deutschland nach Prad gekommen war und seither immer an seiner Seite gearbeitet hat. Sie war neben dem Haushalt und der Familie immer in der Apotheke und leistete sehr oft zusätzliche Stunden, wenn es Personalengpässe gab. „Diese Leistung ist nicht hoch genug anzurechnen bei einem so vielbeschäftigten und nicht ganz pflegeleichten Mann“, so Hartmann wörtlich. Dass er mit Wunibald Wallnöfer von Anfang an auf einen in Prad tätigen Gemeindearzt setzen konnte, der sich rund um die Uhr für die Patienten einsetzte und bald den Ruf eines angesehenen Mediziners erwarb, sei ein Glück für ihn gewesen: „40 Jahre haben wir beide zusammen ein freundschaftliches, aber immer ethisch korrektes und unparteiisches Verhältnis gepflegt.“ Auch für die gute Zusammenarbeit mit weiteren Gemeindeärzten in Stilfs, Prad, Sulden und anderen Orten sowie mit dem Krankenhaus, dem Gesundheits- und Sozialsprengel sowie mit den Apotheker-Kol-

legen des Tales bedankte sich Köfler. Nicht unerwähnt ließ er auch die Lieferanten und weitere Dienste, die es braucht, damit eine Apotheke zuverlässig funktioniert. Die Gemeindepolitik Hartmann Köfler hat immerhin 5 Bürgermeister erlebt - habe die Wichtigkeit der Apotheke im Ort erkannt und habe ihn entsprechend unterstützt. Dankesworte fand der scheidende Apotheker auch für alle Menschen, „die mich auch außerhalb der Apotheke begleitet haben.“ Er bezog sich auf Freunde, Nachbarn, Kollegen, Vereinsvertreter und Leute, denen er auf der Straße, beim Kaffee oder einem Glas Wein begegnete, die mit ihm kegelten, Karten spielten, radelten oder wanderten. Bedankt hat sich Hartmann nicht zuletzt bei den vielen Menschen, die es sich nicht hatten nehmen lassen, bei der Schlüsselübergabe dabei zu sein. Es waren ca. 150 Bürger, Freunde und Kollegen gekommen, darunter auch eine Abordnung des Gemeindeausschusses mir Bürgermeister Rafael Alber an der Spitze. Mit dabei war auch der Parlamentarier Albrecht Plangger, ein Onkel der neuen Apothekerin. Mit Musik umrahmt wurde die Feier, die bei Schmankerln und guten Getränken ausklang, von der Musikkapelle Prad. SEPP Alle Fotos: Wunibald Wallnöfer

Der Glöckner von Parnetz