„So nicht, liebes Land!“

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Schlag auf Schlag Wasserkraftwerk Konfall soll möglichst rasch gebaut werden. SCHLUDERNS - Nach dem klaren Ja der betroffenen Grundbesitzer für den Bau der Beregnungsanlage „Ebnet“ in Schluderns geht es jetzt auch mit der Errichtung des mit dem Beregnungsprojekt eng verknüpften Wasserkraftwerks Schlag auf Schlag weiter. Der Bau der Beregnungsanlage, die vom Bonifizierungskonsortium Vinschgau auf einer Fläche von insgesamt rund 185 Hektar errichtet wird, kostet rund 8,250 Millionen Euro. 6,5 Mio. davon kommen vom Staat für den Bau der Hauptleitung. 750.000 Euro fließen als Querfinanzierung in das Projekt und für die Restkosten kommen die Grundbesitzer auf. „Die Querfinanzierung muss das E-Werk leisten“, schickte Bürgermeister Heiko Hauser bei der Gemeinderatssitzung am 7. April voraus. Der Strompreis habe derzeit leider einen Tiefpunkt erreicht, „aber wir sind trotzdem sehr bemüht, das Werk zu bauen.“ Das Ziel sei es, „zu einer positiven Null zu kommen und später, wenn die Querfinanzierung geleistet ist, vielleicht auch zu einem Gewinn.“ Der Bürgermeister verwies erneut auf die Vorteile, die sich durch den Bau der Beregnung und des Kraftwerks ergeben: mehr Wasser im Saldurbach und im Biotop, Einsparen von Wasser und eventuelle Einkünfte aus der Stromproduktion. Bei der Abstimmung über die Querfinanzierung stimmten 11 der 12 Ratsmitglieder, die an der Onlinesitzung teilnahmen, mit Ja. Armin Bernhard enthielt sich der Stimme. Ihm fehle die Sicherheit für die Schludernser Bevölkerung für den Fall, dass das E-Werk negative Zahlen schreibe.

Die Steinschlagschutzmaßnahmen am Kalvarienberg sollen bis Anfang Mai fertiggestellt werden. 80% der Gesamtkosten, die sich auf 585.000 Euro belaufen, zahlt das Land, den Rest die Gemeinde.

(Vinschgauer Energie Konsortium) und die Energiegenossenschaft SEG halten jeweils 12%. Die Eigenverwaltung Bürgerlicher Nutzungsrechte habe man laut dem Bürgermeister vorerst deshalb nicht mit aufgenommen, weil dafür eine Satzungsänderung und weitere zeitaufwendige bürokratische Hürdenläufe notwendig wären. „Diese Zeit haben wir nicht, denn wir wollen den Bau des Kraftwerks möglichst rasch angehen“, so Hauser. Ziel sei es, am 20. März 2022 in Produktion zu gehen. Bis dahin soll auch der erste Teil der Beregnungsanlage fertiggestellt sein und in Betrieb gehen. Der Verwaltungsrat steht

Der Vorschlag des Gemeindeausschusses, zwei Gemeindevertreter sowie je einen Vertreter Einhellig zugestimmt hat der des VEK und der SEG in den Gemeinderat der Gründung der Verwaltungsrat der „WasserkraftGesellschaft „Wasserkraftwerk werk Konfall Konsortial GmbH“ Konfall Konsortial GmbH“. Die zu entsenden, wurde nach einer Gesellschaft soll den Bau des intensiven Debatte abgeändert. Es Kraftwerks in die Hand nehmen. war Edwin Lingg, der gefordert Die Gemeinde ist mit 76% an hatte, dass die Gemeinde nicht der GmbH beteiligt. Das VEK zwei, sondern drei Vertreter im Gemeinde ist mit 76% beteiligt

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Verwaltungsrat der GmbH stellen sollte. „Wenn die Gemeinde schon 76% der Anteile hat, ist es mehr als angebracht, dass sie auch im Verwaltungsrat die Mehrheit stellt“, argumentierte Lingg. Es könne schließlich niemand sagen, wie sich das VEK und die SEG weiterentwickeln. Das habe nichts mit den vorgeschlagenen Verwaltungsräten zu tun, „sondern es geht nur darum, dass die Gemeinde auch im Verwaltungsrat das Sagen hat.“ Viele Ratsmitglieder der SVP und der Gemeinschaftsliste Schluderns schlossen sich der Argumentation von Edwin Lingg an. Die Zahl der Verwaltungsratsmitglieder wurde somit einhellig auf 5 aufgestockt. Für die Gemeinde arbeiten der Bürgermeister, sein Stellvertreter Peter Trafoier und Edwin Lingg im Verwaltungsrat mit, und zwar alle drei ohne Entschädigung. Für das VEK sitzt Alexander Telser im Verwaltungsrat (Präsident) und für die SEG Bernd Stocker. Die Gesamtkosten für den Bau des Kraftwerks mit einer Leistung von rund 6.900 Megawatt belaufen sich auf ca. 5 Millionen Euro. Den Anschluss mit dem Wasserschloss

Muntetschinig hat die Alperia laut dem Bürgermeister bereits gebaut. Die größten Arbeiten sind nun der Bau der Druckleitung und die Errichtung des Krafthauses in der Örtlichkeit Konfall. Hotel Saldur als Ausweichquartier? Auch über derzeit laufende bzw. bevorstehende Projekte und Vorhaben informierten die Mitglieder des Gemeindeausschusses. Bezüglich des Altersheim-Neubaus zeichnet sich als Ausweichquartier während der Bauphase das Hotel Saldur ab. Bereits vergeben wurden die meisten Gewerke für den Bau der Wohnanlage Finstergasse (geförderter Wohnbau). Es gab durchwegs erhebliche Abgebote. Mittlerweile abgeschlossen ist die Erschließung der Erweiterungszone Schweizerhof, für die es 7 Bauwerber gibt. Mit der Neugestaltung der Einfahrt Meraner Straße wird das Land voraussichtlich im Herbst beginnen. Auch ein erster Teil der Umbauarbeiten auf der Upi-Alm soll heuer im Herbst durchgeführt werden. SEPP