Was Latsch bewegt

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VINSCHGER GESELLSCHAFT Mehr Arbeitslosenunterstützung Neu vorgesehen ist im genannten Gesetz auch die Bestimmung, wonach die Arbeitslosenunterstützung sowohl der „aktuellen“ als auch „zukünftigen“ Grenzpendler während der ersten 3 bis 5 Monate an Schweizer Lohnverhältnisse angepasst wird. Was die Quellensteuer betrifft, so bleiben 80% dieser Steuer bei den „zukünftigen“ Grenzpendlern in der Schweiz. In der Vertragsoption von 2015 war von 70% die Rede, im Vertrag von 1974 waren 62,8% festgeschrieben worden. Den sogenannten Steuerausgleich, der sich nun progressiv verringern wird, wird die Schweiz bis einschließlich 2033 an die italienischen Grenzgemeinden überweisen, und zwar im Ausmaß von 40% der in der Schweiz anfallenden Quellensteuer. Nach dieser Übergangszeit wird die Quellensteuer zu 100% in der Schweiz bleiben. Steuerausgleich bis 2033 Neben dem Abkommen wurde am 23. Dezember gleichzeitig auch ein Einvernehmensprotokoll zwischen der italienischen Regierung, den GrenzpendlerGewerkschaften und der Vereinigung der Grenzgemeinden zur Schweiz unterschrieben. In

Der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger

Sepp Trafoier, der Sprecher der Grenzpendler

diesem Protokoll wird festgelegt, dass der Staat Italien bis einschließlich 2033 den aktuellen Steuerausgleich in Höhe von ca. 88 Millionen Schweizer Franken (2019) für ca. 65.000 Grenzpendler mit eigenen Finanzmitteln garantiert und dass er die nun progressiv sinkenden Überweisungen aus der Schweiz ausgleichen wird. Nach 2034 soll dieser Betrag nur mehr durch die Steuereinnahmen des Staates aus der erhöhten Besteuerung der „zukünftigen“ Grenzpendler gedeckt werden. Laut Albrecht Plangger ist davon auszugehen, dass der Staat Italien infolge des neuen Besteuerungssystems bedeutend mehr Steuereinnahmen haben wird: „Die Einnahmen werden höher sein als der bisherige Steuerausgleich aus der

Schweiz, der sich im Bezugsjahr 2019 auf ca. 88 Millionen Euro belief.“ Die Regierung sei sich diesbezüglich der besonderen Rolle der Grenzgemeinden bewusst „und verpflichtet sich, diese Mehreinnahmen auf dem Territorium der Grenzgemeinden zu belassen und diese für lokale Projekte zum wirtschaftlichen Aufschwung der Grenzgebiete einzusetzen.“ Gemeinsame Arbeitsgruppe Der neue Vertrag zwischen Italien und der Schweiz zur Besteuerung der Grenzpendler soll alle 5 Jahre überarbeitet werden. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe soll gewährleisten, dass die neuen Bestimmungen korrekt interpretiert und angewendet werden. Es gibt

aber auch eine Arbeitsgruppe im Vinschgau, die alle Probleme rund um das Grenzpendlertum aufgreift und zu lösen versucht. Zu dieser Arbeitsgruppe gehört u.a. auch Sepp Trafoier aus Schluderns, der sich seit nunmehr 4 Jahrzehnten als Sprecher der Grenzpendler aktiv für deren Anliegen einsetzt. Den neuen Vertrag wertet Sepp Trafoier zusammenfassend mit etwas gemischten Gefühlen: „Was die ‚alten’ Grenzpendler betrifft, ist das Abkommen gut und man kann damit zufrieden sein.“ Mit etwas Sorge sieht er die Lage der „zukünftigen“ Grenzpendler: „Nach der ‚Galgenfrist’ wird es schwieriger werden, denn die Steuerlast in Italien ist hoch.“ Insgesamt gesehen werde es daher ab 2033 weniger „interessant“ werden, in der Schweiz zu arbeiten. Albrecht Plangger ist der Ansicht, dass im Grunde alle mit dem neuen Vertrag zufrieden sein können, „die ‚aktuellen’ Grenzpendler am meisten, weil alles beim Alten bleibt.“ Die „neuen“ Grenzpendler werden es „überleben“, da der Staat mit Steuerbegünstigungen das Grenzpendlertum wirtschaftlich interessant behalten will. Außerdem werden auch die strukturellen Probleme der Grenzgemeinden berücksichtigt und gesondert auf Dauer gefördert. SEPP

(Fast) alles anders bei Kürbisolympiade KORTSCH - Ein wichtiges Ziel der traditionellen Kürbisolympiade von Kortsch ist es, jedes Jahr Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. Obwohl die Kürbisolympiade 2020 aufgrund der Covid-19-Situation nicht mit einem Wettbewerb durchgeführt werden konnte, kam es Mitte November dennoch zu einer schlichten Spendenübergabe an den Vinzenzverein von Schlanders. Das Gewicht eines Riesenkürbisses konnte im Gasthof Sonne in Kortsch gegen eine Spende geschätzt werden. 96 Personen versuchten, so nah wie möglich an das geheim gehaltene Gewicht von 68,85 Kilo heranzukommen. Gewonnen hat Sepp Karnutsch, der ein von Fraktionsvorsteher Martin Raich gesponsertes Schaf

Kiem Kastelbell, Gasthof Sonne, eine Geschenkspackung von Alps Coffee, einen Sack Erdäpfl von Ulrich Spechtenhauser und ein Bio-Almkäse von der Kortscher Alm überreicht. Das schönste Geschenk konnte Hannes Spögler als Vertreter des Vinzenzvereins entgegennehmen. 1.110 Euro an Spenden waren im Gasthof Sonne zusammengekommen. Hinzu kam noch eine Spende des Gasthofs Sonneck Allitz, wo ebenfalls ein Schätzspiel stattgefunden 68,85 Kilogramm brachte dieser Kürbis auf die Waage. hatte. Hannes Spögler zeigte sich überaus dankbar für die Spende gewann. Judith Peschel bekam Bernhart, Karl Prieth, Erwin von 2.010 Euro, denn gerade in für den 2. Platz einen Geschenk- Thomann, Martina Lechthaler, diesen Krisenzeiten seien sehr skorb der Bäckerei Pilser und Andreas Pilser, Paul Wellenzohn viele Menschen unverschuldet Philipp Bernhart (3. Platz) einen und Martin Raich wurden Gut- in Not geraten und auf die UnterSpeck, gestiftet von Anton Stei- scheine vom Stoffladen Barbara, stützung durch den Vinzenzverner. Den weiteren Siegern Alex Bikeman Schlanders, Metzgerei ein angewiesen. INGE DER VINSCHGER 02/21

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