Quantensprung im Oberland

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Neue Anlaufstelle für Grenzpendlerberatung bewährt sich MALS - Der Sprecher der Grenzpendler, Sepp Trafoier, und der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger trafen sich kürzlich mit den Vinschger SVP-Landtagskandidaten zu einem Informationsaustausch. Diese sollten über das Grenzpendlertum spezifisch informiert werden, um sich in ihrer zukünftigen Arbeit um die vielschichtigen Belange der Grenzpendler kümmern zu können und sich für den Erhalt und den Ausbau der Beratungsstelle in Mals einzusetzen. Diese Anlaufstelle wurde vor ca. einem Jahr eingerichtet. Sie ist seit Jänner jeweils am Donnerstag und Freitag, sowie jeden ersten Samstag im Monat geöffnet. Dieser Dienst wurde mittlerweile sehr gut angenommen. Die gefragtesten Themen waren und sind Steuern sowie der Vorruhestand, aber es haben auch viele Personen Beratung gesucht, die noch nicht Grenzpendler sind, sondern erstmals eine Arbeit in der Schweiz oder Österreich anzutre-

Die Vinschger Landtagskandidaten Sepp Noggler, Maria Federica Herzl und Dieter Pinggera mit dem Sprecher der Grenzpendler, Sepp Trafoier (2.v.l.), und dem Vinschger Parlamentarier Albrecht Plangger (rechts).

ten gedenken. „Die strategische Zusammenarbeit mit der Schweizer Gewerkschaft UNIA hat sich auch gut bewährt. Es können auch gemeinsame Beratungen mit dem Büroleiter in St. Moritz angeboten werden und so die Ausbildung und Weiterbildung unserer Mitarbeiterin in Mals garantiert werden“, so Sepp Trafoier. Der Vinschger Parlamentarier Albrecht Plangger, der politisch die Grenzpendler betreut, berichtete über den Steuerausgleich Italien/Schweiz zu Gunsten der Grenzgemeinden

und über interessante Neuerungen im Bereich der Arbeitslosenversicherung. In Zukunft soll das Arbeitslosengeld nicht mehr vom Wohnsitzland, sondern vom Arbeitsplatzland kommen, wenn der Arbeitnehmer dort seit mindestens einem Jahr der Arbeit nachgeht. So würde es innerhalb der Schweiz zu einer Gleichbehandlung der dortigen Arbeitnehmer kommen. Die Umsetzung des bereits vor 2 Jahren ausgehandelten neuen Staatsvertrages zwischen Italien und der Schweiz zur Vermeidung

der Doppelbesteuerung zieht sich indessen in die Länge. Man könne davon ausgehen, dass auf Steuerebene auch für 2019 „alles bei Alten“ bleibt und die Grenzpendler im 20-km-Grenzstreifen in Italien keine Steuererklärung machen müssen, wenn sie dort keine versteuerbaren Einkünfte beziehen. Auch eine Neuverhandlung des Staatsvertrages werde vor allem von Italienischer Seite angedacht. Nun haben die Lega-Politiker der norditalienischen Regionen die Agenda Grenzpendler und Steuerausgleich an die Grenzgemeinden in die Hände genommen und geben das Tempo vor. Plangger: „Die meisten meiner ehemaligen Kollegen des Partito Democratico wurden von der Arbeitsgruppe ‚amici dei frontalieri’ hinausgeschmissen, mich hat man aber zum Glück nicht in Frage gestellt.“ Der Informationsaustausch werde bleiben „und unseren Grenzpendlern zu Gute kommen.“ RED

Gerissene Schafe geben Rätsel auf SCHLANDERS - Insgesamt über 2 Dutzend gerissene Schafe wurden in den vergangenen Tagen im Schlandrauntal gefunden. Die

Besitzer der Tiere, die regelmäßig Kontrollgänge durchführten und auf die verendeten Schafe stießen, sind verständlicherweise

in großer Sorge. Noch unklar ist, Die Schafsrisse wurden den zuob die Schafe von einem Wolf ständigen Stellen gemeldet. Die oder von einem oder mehreren Schafhalter hoffen auf eine balHunden gerissen worden sind. dige Aufklärung. SEPP

Erschließung durch eine Forststraße. Jeder, der zum Grillen oberhalb des ehemaligen Berggasthauses Dürren Ast möchte, wird seinen Rucksack selbst hochtragen. Sollte man in Zukunft bis nach oben zum Zuntrboden gemütlich mit dem Auto fahren können, dann ist es mit der Ruhe endgültig vorbei. Und der hinterlassene Müll wird bestimmt nicht weniger. Auch wird es unbestritten sein, dass die Frühjahrs- und Herbstweide auf den Schweinböden nicht von einer neuen Zufahrtsstraße abhängig sind. Die Holznutzung kann auch nicht der Grund für den Straßenbau sein, denn ein großer Holzschlag liegt erst wenige Jahre zurück. Und damals reichte der bestehende Weg völlig aus. Und in Zukunft könn-

te man mit einem Bruchteil der Kosten das wenige zu erwartende Holz abtransportieren. Letztendlich bleibt einiges offen und vorerst unbeantwortet: Welche Interessen und welcher Sinn stecken wirklich hinter dem Vorhaben, wenn doch ein Weg schon seit langem besteht? Welche Interessen bestehen, dass es eine sehr gute Zufahrt von unten her geben soll? Haben die Platzwiesen auf der Hinterseite der Schweinböden nicht alle eine gut genutzte Zufahrt von der Bergerseite her, also über die Seite von Wittenberg bzw. vom Dürren Ast? Und wie stehen eigentlich Gemeinde, Forst und Nationalpark dem Ganzen gegenüber? Die Verfasser dieser Zeilen fordern, dass die Gemeinde, die Forstbehörde

LESERBRIEFE

Forststraße Schweinböden – wozu? Schon etwas eigenartig, dass kaum jemand in Prad über den geplanten Bau einer Forststraße auf den Schweinböden und einem Teilbereich des Lottersteiges etwas gehört hat. Es wäre wichtig, dass auch die Prader Bevölkerung als eigentlicher Eigentümer ihre Meinung zu diesem Projekt äußern kann. Oder will man da etwas hinter dem Rücken der Bevölkerung durchdrücken? Der Erhalt der Schweinböden bedeutet gleichzeitig eine alte Natur- und Kulturlandschaft zu bewahren. Die zwei idyllisch gelegenen Grillplätze auf den unteren und oberen Schweinböden bedürfen sicherlich keiner neuen

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und vor allem der Nationalpark ihre Verantwortung wahrnehmen und sich für den Erhalt dieser einmaligen Landschaft einsetzen! Der bereits bestehende, viel kürzere Weg, der auf eine viel schonendere Weise angelegt wurde, könnte mit weniger Geld für alle Erfordernisse hergerichtet und befestigt werden. Und so könnte auch das Krafthaus des Tschrinbachwerkes problemlos erreicht werden. Die Theinen-Wiesen wurden bereits durch Intensivobstkulturen verschandelt. Vor einem ähnlichen Schicksal können die Schweinböden bewahrt werden, denn diese befinden sich im öffentlichen Eigentum. 5 PERSONEN (NAMEN DER REDAKTION BEKANNT), OKTOBER 2018