Oberschule in Mals feiert Jubiläum

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

500 Jahre älter als Ötzi Jungsteinzeitlicher Schneereif und weitere Funde sind im archeoParc zu sehen. UNSER FRAU - Schon seit einigen Jahren werden auf mehreren Jöchern am Alpenhauptkamm im Schnalstal Fundstücke für gletscherarchäolo­ gische Forschungen und Untersu­ chungen geborgen. Über die bis­ herigen, teils sensationellen Funde und den derzeitigen Stand der For­ schungsarbeiten informierte Hubert Steiner vom Amt für Bodendenkmä­ ler am 12. Oktober im archeoParc in Unser Frau. Er ging im Besonderen auf die Funde am Gurgler Eisjoch (3.134 Meter) im Pfossental sowie am Langgrubenjoch (3.017 Meter) ein. Seinen Anfang genommen hat die Gletscherarchäologie in Südtirol mit dem Fund des Ötzi im Jahr 1991. Um rund 500 Jahre älter als Ötzi ist der Schneereif (Schneeschuh), den der Kartograph Simone Bartolini am Gurgler Eisjoch gefunden hat. Er führte 2003 im Auftrag der itali­ enischen Militärbehörde Grenzver­ messungen durch. Der Schneereif aus Birkenholz lag 12 Jahre lang im Büro von Bartolini. 2015 wurde der sensationelle Fund, der aus der Zeit zwischen 3.800 und 3.700 vor Christus stammt, dem Südtiroler Archäologiemuseum übergeben. „Es ist dies der älteste, bisher bekannte Schneeschuh“, sagte Steiner. Der Schneereif und weitere Funde vom Gurgler Eisjoch beweisen, dass sich bereits in der Jungsteinzeit Men­ schen im Bereich des Alpenhaupt­ kammes aufhielten. Im Umkreis des

Holzteile fand, und wo das Amt für Bodendenkmäler in den Folge­ jahren auf Dachschindeln aus dem 13. Jahrhundert vor Christus stieß, auf einen hölzernen Gürtelhaken aus der Kupferzeit, auf Leder- und Fellreste sowie auf weitere Funde aus der Kupfer-, Bronze- und Römer­ zeit, so ist Steiner überzeugt, dass der Fundplatz am Langgrubenjoch im Zusammenhang mit Ganglegg in Schluderns zu sehen ist. „Am Ganglegg befand sich während der Bronze- und Eisenzeit eine befestigte Höhensiedlung, von der aus man in Der am Gurgler Eisjoch gefundene Schneereif (Schneeschuh) stammt einem Tagesmarsch bis zum Lang­ aus der Zeit zwischen 3.800 und 3.700 vor Christus. grubenjoch gelangen konnte“, so Steiner. Es sei denkbar, dass sich am Fundortes wurden weitere Funde dem Mittelalter aus der Zeit um Joch eine Holzhütte befand, wo man gemacht, vor allem verarbeitete 1.450 nach Christus auf das Gurgler beim Übergang in Richtung Ötztal Holzteile, Schaf- und Ziegenkno­ Eisjoch gekommen ist. Was die Fun­ übernachtete. Die Hütte ist „die chen sowie Lederteile. Noch nicht de am Langgrubenjoch betrifft, wo höchst gelegene überhaupt, die wir beantwortet ist bislang auch die Christine Igelspacher aus Röhrmoos im Alpenraum kennen.“ Aufgrund Frage, wie ein Schneeschlitten aus in Oberbayern 2011 römerzeitliche des Gletscherrückganges seien so­ wohl am Gurgler Eisjoch als auch am Langgrubenjoch viele Funde sprich­ wörtlich ans Tageslicht gekommen. Der jungsteinzeitliche Schneereif, der Schlitten sowie weitere Funde können derzeit im Rahmen einer kleinen Ausstellung im archeoParc besichtigt werden, die noch bis Ende Oktober zugänglich bleibt. SEPP Auch dieser Schlitten, der aus der Zeit um 1.450 nach Christus stammt gibt den Archäologen und Wissenschaftlern Rätsel auf.

Die archeoParc-Leiterin Johanna Niederkofler und der Archäologe Hubert Steiner vom Amt für Bodendenkmäler.

PR-INFO

Die Freiwillige Feuerwehr Galsaun lädt am Samstag, 21. Oktober und Sonntag, 22. Oktober zum Törggelefest in die Keller und Gassen von Galsaun ein. Das Fest ist zu einem beliebten Treffpunkt für Genießer und Freunde des Törggelens geworden. Nur an diesem Wochenende öffnen die privaten, alten Keller der Bauernfamilien „Josmoar“ und „Moar“. Die Pflege des Brauchtums, der Der Galsauner „Soltner“ versorgt Sie mit gebratenen Kastanien. Tradition und Kultur wird in Gal-

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Foto: Michael Andres

Galsauner Törggelefest in uriger Atmosphäre saun groß geschrieben. Deshalb ist es der Freiwilligen Feuerwehr ein besonderes Anliegen, im Rahmen des Festes, die Bedeutung der Kastanie und der lokalen Weine hervorzuheben. Festbeginn am Samstag ist ab 17 Uhr bei musikalischer Umrahmung in den Kellern und dem Platz des Dorfes mit kulinarischen Köstlichkeiten. Am Sonntag spielt die Gruppe „Die 3 Verschärft‘n“ ab 11 Uhr auf.

Schauen Sie vorbei und freuen Sie sich auf ein geselliges Beisammensein mit traditionellen Gerichten wie Kürbiscremesuppe und Gerstsuppe, typischen Törggele-Tellern, süßen Krapfen, Kastanien, Wein, selbstgemachten Kuchen und weiteren Köstlichkeiten. Lust auf eine Törggelewanderung? Galsaun ist über den Latschanderwaalweg von Latsch in 45 Minuten oder vom Schnalstal über Schloss Juval in einer Stunde erreichbar.


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