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Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt

Hochbau- und Planungsamt Rittergasse 4, Postfach 4001 Basel Telefon 061 267 92 25 Telefax 061 267 67 43 http://www.bvd.bs.ch © Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Juni 2010

Te s t p l a n u n g e n Stadtrandentwicklungen Ost, Süd und Nordwest

Bau- und Verkehrsdepartement Kanton Basel-Stadt

Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt

Te s t p l a n u n g e n Stadtrandentwicklungen Ost, Süd und Nordwest


Inhalt

Grusswort

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Einleitung

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Stadtrandentwicklung OST

8–31

> Morger + Dettli Architekten > Herzog & de Meuron > Diener & Diener Architekten mit

August Künzel Landschaftsarchitekten Stadtrandentwicklung SÜD

32–55

> Luca Selva Architekten

mit pg Landschaften > Steinmann & Schmid Architekten mit

Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten > Fierz Architekten mit

August Künzel Landschaftsarchitekten Stadtrandentwicklung NORDWEST

56–79

> Kunz und Mösch Architekten mit

Dipol Landschaftsarchitekten > HHF architekten mit Milica Topalovic > Bachelard Wagner mit Topotek 1

Schlussfazit

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80

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Grusswort

Stadtrandentwicklungen

Liebe Leserin Lieber Leser Stadtwohnen ist attraktiv und ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Kurze Wege für Arbeit und Freizeit, Restaurants, Cafés und Läden in der Nähe sowie ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot ziehen die Menschen immer mehr ins Zentrum des Geschehens. Auch das gute Angebot des öffentlichen Verkehrs sowie eine flächendeckende Versorgung mit Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen sprechen für zeitgemässes urbanes Wohnen. Die Nachfrage nach Wohnraum in Basel-Stadt überstieg allerdings in den vergangenen Jahren das Angebot. Da immer weniger Menschen immer mehr Wohnfläche beanspruchen, kann trotz deutlich steigender Wohnungsanzahl nicht dem wachsenden Bedürfnis nach Wohnraum entsprochen werden. So entwickelte sich in den letzten 40 Jahren die Basler Bevölkerung stark rückläufig, obwohl die Anzahl der Wohnungen deutlich zunahm. Dieser Wohlstandstrend ist ungebrochen. Um den daraus resultierenden Einwohnerverlust zu stoppen, muss für verschiedenste Bedürfnisse attraktiver Wohnraum geschaffen werden. Dazu müssen Potenziale im Bestand genutzt, Arealentwicklungen vorangetrieben und Umzonungen innerhalb des Siedlungsgebiets sowie Siedlungsgebietserweiterungen vorgenommen werden. Mit den Stadtrandentwicklungen Ost, Süd und Nordwest bietet sich die Möglichkeit, Wohnungsbau für verschiedene Bevölkerungsgruppen innerhalb der Stadtgrenze zu verwirklichen. Im Rahmen von Testplanungen wurden die Gebiete auf ihre Möglichkeiten hin untersucht und Entwicklungsszenarien erarbeitet, die wir Ihnen gerne auf den folgenden Seiten vorstellen möchten.

Fritz Schumacher Kantonsbaumeister Basel-Stadt

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST Einleitung

MORGER + Dettli Architekten

Anlass der Testplanung Mit der Vision 2020 und dem im Januar 2009 beschlossenen neuen Richtplan hat der Regierungsrat

OST

SüD

Nordwest

die Stadtentwicklungsziele für die nächsten 20 Jahre definiert. Das Thema Wohnungsbau ist ein zentrales Anliegen. Aus ökologischen, sozialen und ökonomischen Gründen soll Basel als Kernstadt der trinationalen Agglomeration durch eine deutliche Ausweitung des Wohnraumangebots dazu beitragen, dass die Zersiedelung an den Rändern der Agglomeration nicht weiter fortschreitet. Ziel ist es, in den nächsten 20 Jahren kantonsweit ausreichend Wohnflächen zu schaffen, um den steigenden Wohnflächenbedarf pro Kopf zu kompensieren und die heutige Bevölkerungszahl zu halten. Die Mobilisierung von Nutzungsreserven im Bestand, Arealentwicklungen und Umzonungen bereits bebauter Gebiete reichen nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen. Der Richtplan sieht deshalb explizit auch einzelne gezielte Erweiterungen der Bauzonen an den Siedlungsrändern vor. Gleichrangige Ziele der Stadtrandentwicklungen sind aber auch der bessere Schutz der angrenzenden Landschaftsräume sowie Vorkehrungen zur Sicherung und Aufwertung der Grünverbindungen aus der Stadt in die offene Landschaft. Die Stadtränder können so von Rückseiten zu Schauseiten in die Landschaft mit neuen Angeboten für Wohnen und Naherholung werden.

MORGER + Dettli Architekten

Testplanung Einleitung OST

Stadtrandentwicklungen

Stadtrandentwicklung Nordwest

Die laufende Zonenplanrevision der Stadt Basel soll einen Beitrag zu den genannten Zielen leisten, indem anhand von Testplanungen überprüft wird, inwiefern sich Gebiete an den Stadträndern zur Einzonung eignen. Die Gebiete Stadtrandentwicklung Ost zwischen Basel und Riehen, Stadtrandentwicklung Süd am Rand des Bruderholzquartiers und Stadtrandentwicklung Nordwest zwischen Luzernerring und Landesgrenze sind aus regionaler Perspektive zentral gelegene Innenräume der grenzüberschreitenden «Stadtlandschaft» Basel. Mit der zunehmenden politischen und auch planerischen Überwindung der Grenzen rücken die Potenziale dieser Gebiete ins Blickfeld. Mit Wohnraumpotenzialen für ca. 4’000 Einwohnerinnen und Einwohner leisten die Stadtrandentwicklungsgebiete einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Wohnungsangebots im Agglomerationskern. Sie zählen zu den wenigen Möglichkeiten in der Stadt, auch für Familien attraktive Angebote in direkter Nachbarschaft zu öffentlichen Grünanlagen oder sogar mit eigenen privaten Freiräumen zu schaffen. Zur integralen Entwicklung der Stadtrandgebiete gehört auch die Anlage grosszügiger neuer öffentlicher Grünräume und ökologischer Ausgleichsflächen.

Stadtrandentwicklung Ost

Vorgehen Als eine Grundlage für die Ausweisung neuer Siedlungsgebiete im Rahmen der Zonenplanrevision hat

das Hochbau- und Planungsamt des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt Testplanungen für die Gebiete Stadtrandentwicklung Ost (in Zusammenarbeit mit der Ortsplanung Riehen), Stadtrandentwicklung Süd und Stadtrandentwicklung Nordwest durchgeführt. Es wurden mehrere Teams aus Architekten und Landschaftsplanern sowie Fachexperten aus Architektur, Städtebau und Landschaftsplanung eingeladen. Zweck war nicht eine Konkurrenz um die eine beste Lösung, sondern das Ausloten unterschiedlicher Entwicklungsoptionen im Dialog zwischen Teams, Experten und Verwaltung. In pro Gebiet drei Workshops konnten unterschiedliche Lösungsansätze geschärft, Ideen ausgetauscht und Planungsvorgaben konkretisiert werden. Aus den erfolgversprechendsten Ansätzen wurden Nutzungsplanentwürfe als Grundlage für die Zonenplanrevision abgeleitet.

Arealentwicklungen Wohnen Entwicklungsperimeter Freiraumentwicklungen

Testplanungsergebnisse Stadtrandentwicklungen Nach Beendigung der Workshopphase der Testplanungen haben die Architekten- und Landschafts-

planerteams ihre Vorschläge in Broschüren dargestellt und beschrieben. Eine Gesamtbeurteilung der verschiedenen Entwürfe erfolgte jeweils durch einen externen Experten für den Bereich Städtebau und einen Experten für den Bereich Natur, Landschaft und Freiraum. Im Folgenden werden die Testplanungsergebnisse anhand von Auszügen der Pläne, Visualisierungen und Referenzbilder der Architekten und Landschaftsplaner sowie der Expertenbeurteilungen vorgestellt. >

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Stadtrandentwicklung SÜD

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

Stadtrandentwicklung

Ost

Beteil igte TEAMS Morger + Dettli Architekten, Basel Herzog & de Meuron, Basel Diener & Diener Architekten, Basel Folgeauftrag mit August Künzel Landschaftsarchitekten, Basel

Externe Experten Prof. Marc Angélil (ETH Zürich) Rainer Klostermann (Feddersen & Klostermann) Prof. Urs Kohlbrenner (TU Berlin) Martin Schwarze (Hesse + Schwarze + Partner)

Vertreter Gemeinde Riehen Matthias Schmutz (Gemeinderat)

Te s t p l a n u n g

Stadtrandentwicklung

Ost

Georges Tomaschett (Abteilungsleiter Hochbau und Planung) Ivo Berweger (Ortsplanung)

VertreterIN der Immobilien Basel-Stadt Barbara Rentsch

Vertreterin der Stadtgärtnerei Susanne Brinkforth

Vertreter des Hochbau- und Planungsamtes Fritz Schumacher (Kantonsbaumeister) Jürg Degen (Leiter Abteilung Nutzungsplanung) Rainer Volman (Nutzungsplanung) Mirca Loh (Nutzungsplanung) Tanja Ulaga (Nutzungsplanung) Franz Schmidli (Struktur und Entwicklung)

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST Testplanung OST

Projektbeschrieb MORGER + Dettli Architekten

Testplanung OST Testplanung OST

MORGER Projektbeschrieb + Dettli Architekten

Stadtrandentwicklungen

Übersichtsplan Stadtabschluss Ost Umgebungsperimeter

laufende Planung

Naturschutzgebiet

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mittelfristig schwer disponible Nutzung

S-Bahn Haltestelle Anschlusspunkte der Grenzacherstrasse im Falle Verlegung Bodenkontaminationsfläche

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Im kommunalen Richtplan Riehen ist der gesamte südliche Siedlungsrand als strategische Entwicklungsreserve bezeichnet. Nördlich der geplanten Haltestelle Niederholz ist an der Rauracherstrasse eine Zentrumsbebauung vorgesehen, zudem ist die Gemeinde an der Prüfung von geeigneten Standorten für gewerbliche Nutzungen interessiert.

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In grossen Teilen des Planungsperimeters ist die Aufhebung oder räumliche Reorganisation von Nutzungen möglich. Aufgrund der rückläufigen Nachfrage an Familiengärten können diese zumindest teilweise einer anderen Nutzung zugeführt werden. Das Angebot an öffentlichen Sportanlagen im Osten der Stadt soll in der heutigen Menge erhalten bleiben, kann aber bei Bedarf räumlich reorganisiert werden. Die im Planungsperimeter gelegene Siedlung Im Rheinacker wurde vor kurzem saniert und soll mittelfristig erhalten, allenfalls behutsam ergänzt werden. Die Siedlungen Landauer und Zu den Drei Linden sollen ihren speziellen Charakter behalten.

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Generelle Aufgabenstellung Das Planungsgebiet grenzt an das attraktive Naherholungsgebiet des Landschaftspark Wiese und ist

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eines der letzten grossen Entwicklungspotenziale am Rhein. Im Gegensatz zu den Möglichkeiten für urbane Nutzungsmischungen auf den städtischen Transformationsgebieten bestehen im Planungsgebiet vor allem Standortvorteile für hochwertiges Wohnen, Freizeit und Naherholung.

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und Riehen gelegene Gebiet von den querenden Bahnlinien und einer Vielzahl inselhafter Nutzungen geprägt. Solche «Inselnutzungen» sind die Siedlungen Landauer, Rheinacker und Zu den drei Linden sowie das Sportzentrum Rankhof, das Schulzentrum Bäumlihof und zahlreiche Familiengärten. Aufgrund der wenig strukturierten Nutzung tritt das Gelände nicht mehr als zusammenhängender, offener Landschaftsraum in Erscheinung. Das Gebiet profitiert nur wenig von seiner Lage am Rhein und der Nähe wichtiger städtischer Naherholungsräume wie dem Landschaftspark Wiese, dem Ausserberg und der Schleuseninsel Birsfelden. Der Grossteil der Freiräume ist nicht öffentlich zugänglich und selbst das attraktive Steilufer des Rheins ist für die Bevölkerung kaum wahrnehmbar. Das Gebiet erscheint in erster Linie als Durchgangsraum zwischen Stadt und Umland ohne eigene Anziehungskraft. Unabhängig vom Erscheinungsbild ist das Gebiet funktionell bedeutsam für die regionale ökologische Vernetzung in Ost-West-Richtung über die Bahndämme sowie in Nord-Süd-Richtung als Teil des trinationalen Verbundkonzepts «Regiobogen».

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Planungsgebiet Im Gegensatz zur offenen Landschaft nördlich der Bäumlihofstrasse wird das zwischen Basel, Rhein

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Massnahmen im Planungsperimeter sollen neben der Inwertsetzung dieser Potenziale zu einer konsistenten grossräumigen Klärung der «Stadtlandschaft» im gesamten Korridor zwischen Basel und Riehen beitragen.

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Das Steilufer am Rhein ist ein Naturschutzgebiet und muss seine Funktion als Standort für Wärme liebende Vegetation auch künftig erfüllen können. Im Gebiet Bäumlihofstrasse/Zu den drei Linden erschweren erhebliche Bodenkontaminationen eine wohnbauliche Nutzung.

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Planungsperimeter

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Naturräumliche Vernetzung

laufende Planung

Landschaftspark Wiese

mittelfristig schwer disponible Nutzung

Gemeindegrenze

S-Bahn-Haltestelle

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Anschlusspunkt der Grenzacherstrasse im Falle einer Verlegung Bodenkontamination

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST Testplanung OST

MORGER + Dettli Architekten

MORGER + Dettli Architekten

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

«Acht Kammern» Morger + Dettli Architekten Der Vorschlag sieht eine Arrondierung der Siedlungsränder vor, welche zusammen mit den vorhandenen raumbildenden Elementen vom Landschaftspark Wiese im Norden bis zum Hardwald im Süden acht Freiraumkammern definiert. Den Kammern werden unterschiedliche Charaktere und Nutzungen zugewiesen wie z.B. vorherrschende Freiraumnutzung, Schule und Sport, Familiengärten, Wohnpark mit solitären Wohnhochhäusern mit Bezug zum Rhein oder Wohnen in einzelnen hochwertigen Villen im Park im Gebiet Bäumlihofareal. Ein wichtiges Element des Vorschlags ist ein durchgehender öffentlicher Weg, welcher alle Kammern miteinander verbindet.

B e u rte i l u ng Zur Grundidee Die urbane Struktur soll sich grossmassstäblich in einer Vernetzung der Grünräume auf der Nord-

Süd-Achse manifestieren. Bewusst wird damit über den Rhein hinaus gedacht, von der Wiese bis zum Hardwald. Physisch und pragmatisch wird die Raumachse mit einer Art Erlebnispfad quer durchs Entwicklungsgebiet nachgezeichnet. Das Thema der Bebauung bezieht sich konsequenterweise auf die Formulierungen in und von Randbereichen, ganz zurückhaltend auch auf Inseln im Grünraum. >

Verbindung der übergeordneten Grünräume anhand eines Wanderwegs

Gesamtplan: Zwischen Rhein und Bahndamm Streuung von Hochhäusern, um das Bäumlihof einzelne Villen, im Westen und Osten Arrondierung der Siedlungsränder

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Arrondierung der Siedlungsränder mit dadurch entstehenden acht «Kammern», die einen zusammenhängenden Grünraum von Norden nach Süden bilden

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

MORGER + Dettli Architekten

Das Konzept Das städtebauliche Konzept basiert auf der Überlegung, die Ränder einer übergeordneten vernet-

zenden Freiräumlichkeit zu formulieren, zu schärfen bzw. zu arrondieren, wie die Verfasser sagen. Der Entwicklungsprozess bezieht sich also gleichermassen auf vorhandene Identitäten wie auch auf lokale Verstärkungen und Klärungen des Kontextes. Strukturiert wird die Entwicklung in Kammern, die einerseits eine räumliche und zeitliche Unabhängigkeit gewähren und andrerseits typologische Spielräume und Ordnungen suchen. Fünf dieser acht Kammern befinden sich im Planungsperimeter. Die Thematik der Bebauungsergänzungen, «Arrondierungen» genannt, versteht sich als Strategie.

MORGER + Dettli Architekten

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

Vogelschau mit Blick aus Richtung Norden

Städtebauliches, architektonisches und landschaftsgestalterisches PotenZial Das Konzept wendet an sich handliche, durchaus umsetzbare Entwicklungsformen an, abgeleitet aus

Modellbild mit Blick aus Richtung Südwesten

Zur Umsetzung Die konzeptionelle Ausgangslage führt zu einer differenzierten Interpretation der einzelnen Kam-

mern. Die Bebauungsstrategie formuliert die Ränder mit Zeilen- und Blockrandtypen, drei-, vier- und fünfgeschossig. Bis auf den westlichen Teil an den Gleisen im Areal der DB sind Wohnnutzungen vorgeschlagen. In den Kammern der Grünraumachse kommen Sonderlösungen zum Zuge, am Rheinufer frei gestreute Hochhausbauten mit 20 Geschossen in einem offenen Park, im Bäumlihof-Areal sollen sehr zurückhaltend zweigeschossige Einzelbauten möglich sein. Die Schule und Sportanlage erhält Ergänzungsbauten, während die «Grünkammer» mit der Siedlung Landauer ganz konservativ erhalten bleiben soll, ergänzt mit weiteren Familiengärten.

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einem Pragmatismus, der sich auf langfristige Perspektiven und auf das kompromissreiche politische Vorgehen abstützt. Die Idee hat mit der Grünraumvernetzung durchaus eine sinnvolle Grossform als Zielsetzung. Wieweit diese sich aber als eine bewusst gesteuerte und auch erlebbare städtebauliche Qualität zeigen kann, wird allzu stark den Chancen der einzelnen Kammern überlassen. Hier weist der Vorschlag auf ein starkes Engagement mit entsprechenden architektonischen Qualitäten in den einzelnen Handlungsfeldern hin. Beim erwähnten Thema der «Arrondierung» kann das hingenommen werden. Bei der Artikulation der eher heikleren Themen, wie der Parkvillen und des Wohnparkes mit Hochhäusern wird die logische Argumentation mit der lokalen Einbindung in die grossräumige Idee gleichzeitig auch angreifbar. Das erscheint mutig aber passt wenig zum oben erwähnten Pragmatismus eines arrondierten Stadtentwicklungsprozesses. Die Stadtvillen im Bäumlihof-Areal provozieren eine Auseinandersetzung mit Fragen zur Ökologie, zu Einzelbauten mit elitärem Hintergrund und zur Abgrenzung von öffentlich und privat. Die Hochhäuser am Rheinufer werden u.a. auch aus Beobachtungen vom Südufer begründet. Ob dies genügt, muss nicht zuletzt auch aus der feldartig gestreuten Platzierung hinterfragt werden. Es mag grossräumig eine Betonung des Rheinufers bedeuten. Eine zwingende Aufwertung des Uferbereiches ist damit aber noch nicht gegeben. Das Erscheinungsbild ist sehr widersprüchlich, einerseits undifferenziert, andererseits fordert es eine spezifische Identität. In Frage zu stellen ist die bauliche Konsequenz im Bäumlihofbereich. Insbesondere im Schulhausbereich, erscheint doch die freiräumliche Idee stark eingeschränkt. >

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

MORGER + Dettli Architekten

MORGER + Dettli Architekten

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

Natur, Landschaft und Freiraum Für das Gebiet Stadtrandentwicklung Ost wird eine Entwicklungsstrategie unterschiedlicher Bebau-

ungsmuster vorgeschlagen, von denen sich die meisten aus den heutigen Strukturen entwickeln: Ergänzung beider Siedlungsränder mit Zeilen und Blockrändern, Parkvillen im Gebiet Bäumlihof, neun markanten Punkthochhäusern (ca. 20 Geschosse) südlich der Bahndämme gegen den Rhein. Ziel ist ein Regelwerk für die unterschiedlichen, als «Kammern» bezeichneten Teilräume. Für jede Kammer sind unterschiedliche Freiraumstrukturen angedacht. Mehr Landschaftspark um die Villen im Gebiet Bäumlihof, Ausbau der Familiengärten im Gebiet Landdauer, Wohnpark Rankhof mit Spiel- und Sportflächen sowie mit einem öffentlichen und halböffentlichen Grünraumverbund. Die verschiedenen Bebauungs- und Freiraummuster vertiefen die bestehende Inselbildung bzw. Kammerbildung. Mit der Bebauung der Kammern beidseits der Schulanlage Bäumlihof wird die noch bestehende visuelle Einheit der Grünzäsur zwischen Basel und Riehen zerstört. Die Grünzäsur teilt sich in Nord mit dem Bäumlihof und Süd mit dem Wohnpark Rankhof mit der Rheinhalde. Die ökologische Vernetzung Nord-Süd zwischen Rhein und Landschaftspark als Teil des Regiobogens wird dadurch stark beeinträchtigt. Neue Bauten im Gebiet Bäumlihof stehen im Widerspruch zur Grundwasserschutzzone. Zur Rheinhalde sind keine Aussagen gemacht. Eine zentrale Wanderwegachse bzw. ein Erlebnisweg führt vom Hardwald über den Rhein zum Landschaftspark Wiese, diese Achse geht durch die verschiedenen neuen Teilräume. Zudem wird ein dichtes Wegenetz entwickelt. Mit Ausnahme der näheren Umgebung um die Siedlung Landauer werden alle Familiengartenareale aufgehoben. Die Sportplätze im westlichen Rankhof und im Bäumlihof bleiben.

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FA ZIT Die Verfasser stellen sich die räumliche Konzeption als eine Klärung der heutigen Situation vor, deuten den anzustrebenden Entwicklungsprozess eher als Reparatur, als eine Ergänzung von bestehenden Trends und Identitäten. Das Angebot der baulichen Vereinnahmung des Raumes stützt sich konsequent auf die Interpretation der Kammern und die Grundidee des durchgehenden Grünraumes Hardwald – Wiese. Das Projekt wäre in autonomen Etappen flexibel realisierbar. Der Vorschlag mit seiner logischen Konsequenz versteht sich als Strategie. Eine weitere Vertiefung könnte aufzeigen, wie die Lage am Rhein für das Wohnen sowie als Aufenthaltsraum für die Öffentlichkeit noch mehr ausgenutzt und wie der hohen indirekten Flächenbeanspruchung durch die disperse Anordnung der Hochhäuser begegnet werden könnte. Der Beitrag verdeutlicht, dass Siedlungsergänzungen beidseits des Schulzentrums Bäumlihof eine Freiraumvernetzung zwischen Wieseebene und Rhein im Sinne des Regiobogens erschweren und dass in dem Bereich zwingend ein Korridor zur besseren freiräumlichen Durchlässigkeit offen gehalten werden muss.

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Perspektive mit Blick aus Richtung Südwesten

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

Herzog & de Meuron

Herzog & de Meuron

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

«Die Erweiterung der Stadt entlang des Rheins» Herzog & de Meuron

B e u rte i l u ng

Der Vorschlag sieht ein Weiterwachsen der Stadt entlang des Rheins vor. Der städtebauliche Entwurf zeigt zwei Typologien auf. Einerseits eine dichte, markante Bebauung des Ufers mit grossen einzeln stehenden Baukörpern, andererseits ausserhalb der direkten Sichtdistanz zum Rhein eine bodennahe Siedlungsform mit Zeilen- oder Einzelbauten geringerer Dichte. Dank der Verlegung der Grenzacherstrasse an den Bahndamm wird der bisherige Strassenverlauf als Uferpromenade ausgestaltet. Inmitten des neuen Quartiers verbindet ein Park das Bäumlihofschulhaus mit dem Rhein.

Das Projekt von Herzog & de Meuron steht unter dem Motto: «Die Erweiterung der Stadt entlang des Rheins». Die Vision beruht darauf, Basel als bedeutende Metropole im mitteleuropäischen Raum zu verstehen, als ein urbanes Zentrum, dessen Identifikation sich darin definiert, an einem wichtigen Fluss Europas zu liegen. Entsprechend situiert das Projektteam die zukünftige Entwicklung von Basel im Kontext der zentrumsnahen Erweiterungen von Hamburg und Amsterdam. Zitat aus dem Bericht der Verfasser: «Mit 92 ha bewegt sich die Gesamtfläche des Perimeters in der Nähe derjenigen von Borneo-Sporenburg in Amsterdam oder der Hamburger Hafencity.» Der Entwurfansatz stützt sich auf der von Herzog & de Meuron und Rémy Zaugg 1991 verfassten Studie «Basel eine Stadt im Werden?», in welcher schon damals in einem übergeordneten Sinn der These Ausdruck verliehen wurde, Basel als Stadt entlang des Rheins zu begreifen, wo dichte Bautypologien den Flussverlauf nachzeichnen und den Bewohnern nahe dem Flussraum weitläufige Aussichten anbieten. Für den Perimeter der vorliegenden Testplanung Ost wird dieser Ansatz weiterverfolgt, insoweit als die Verfasser von einem doppelten Knie des Flusslaufs sprechen, an welchem sich die künftige Erweiterung der Stadt zu orientieren habe. Dieser Stadtraum bilde, so die Verfasser, das Rückgrad der potenziellen urbanen Entwicklung. Entlang des Flussverlaufs soll ein stadträumliches und funktionales Zusammenwachsen der Bausubstanz des südwestlichen Rands von Riehen und jener des Quartiers Birsfelden ermöglicht werden.

Gesamtplan: Entlang des Rheins zehngeschossige «Rheinhäuser», nördlich anschliessend «Cité Jardin» mit gartenorientierten bodennahen Wohnformen

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Luftbild mit Blick aus Richtung Nordosten

Auf der Grundlage dieses übergeordneten Konzepts wird folgerichtig eine städtebauliche Struktur für das Testplanungsgebiet erarbeitet. Diese besteht aus verschiedenen Zonen unterschiedlichen Charakters, die sich parallel zum Flussverlauf entwickeln. Drei Zonen werden unterschieden: die «Uferpromenade», das Wohnquartier der «Rheinhäuser» und die «Cité Jardin». >

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

Herzog & de Meuron

Herzog & de Meuron

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

Historische Entwicklung des Basler Rheinufers

Uferpromenade Während das «gebaute» Ufer im Stadtzentrum eine unmittelbare räumliche Beziehung zwischen

Stadtraum und Rheinraum ermöglicht, schneidet die bestehende Rheinhalde mit ihrer schattigen Bepflanzung im südlichen Teil des Planungsperimeters das dahinterliegende Gebiet vom Rhein ab. Mit der vorsichtigen Eingliederung einer Wegverbindung durch das Naturschutzgebiet soll der Rhein öffentlich zugänglich gemacht werden, ohne jedoch die wertvolle Ufer-Ökologie zu kompromittieren. An bestimmten Stellen soll die dichte waldartige Bepflanzung gelichtet werden, um Ausblicke auf das Wasser zu gewährleisten. So heisst es im Bericht: «Soll ein Bezug zum Rhein entstehen, muss die ‹grüne Wand› gelichtet werden.» Rheinhäuser Das Wohnquartier entlang des Rheins und der Uferpromenade baut auf einem besonderen Bautypus

auf, der das eigentliche Gesicht des neuen Stadtteils bildet. Dieses Teilgebiet der Planung ist in grössere Baufelder – mit einer Ausnützungsziffer von 5 und einer Bauhöhe von max. 32 m (ca. 10 Geschosse) – unterteilt. Die Organisation der Bauten orientiert sich an der Typologie des Appartement-Gebäudes, wie man sie aus vielen Grossstädten kennt. Damit wird ein neuer Wohnbautypus in Basel eingeführt, der zur Identifikation des Quartiers beitragen soll. Die irreguläre polygonale Form der Baufelder führt zu einer Verlängerung der Fassadenabwicklung zum Rhein – eine geschickte Massnahme, die zu einem höheren Anteil an Wohnungen mit Aussicht führt und damit einen Mehrwert schafft.

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Typologie der «Rheinhäuser»

Die drei primären Zonen des städtebaulichen Entwurfsansatzes werden durch ein Wegnetz wie auch eine Reihe von Freiräumen zueinander in Relation gesetzt. Damit solle, so die Verfasser, eine Verbindung geschaffen werden zwischen Landschaftsraum Wiese und Rheinufer. Während das Gebiet um den Bäumlihof in seiner offenen landschaftlichen Struktur beibehalten wird, soll genau diese Offenheit bis zum Rhein weitergeführt werden und die neuen Quartiere durchdringen. Ob eine solche Überlagerung effektiv erzielt werden kann, ist jedoch zu hinterfragen. So vermag auch der Versuch, die Quartierstruktur im mittleren Bereich des südlichen Testplanungsgebietes mit einem Park zu belegen, nicht ganz zu überzeugen. Wertvoll sind hingegen jene Ideen, die im Sinne punktueller Massnahmen zur Förderung der öffentlichen Nutzungen innerhalb des Planungsgebiets beitragen sollen. So schlagen die Verfasser beispielsweise vor, die Schwarzwaldbrücke, welche in naher Zukunft mit Lärmschutzwänden ausgestattet wird, mit einem Park zu überdecken. Weiterhin weist das Projekt eine Reihe von Vorschlägen für öffentliche Bauten und Anlagen auf, die allesamt an den Grünverbindungen anschliessen, wie beispielsweise ein Stadion, ein kleines Flussbad, einen Ruderclub, Kindergärten und Sporteinrichtungen. Die Überlegungen zum öffentlichen und privaten Verkehr unterstützen das städtebauliche Konzept. Eine vertieftere Untersuchung der Verkehrsflüsse wäre erforderlich, sollte der Projektansatz weiterverfolgt werden.

Cité Jardin Ausserhalb der direkten Sichtdistanz zum Rhein werden gartenorientierte, bodennahe Wohnformen

Natur, Landschaft und Freiraum Das neue städtische Wohnquartier am Rhein wird geprägt durch eine dichte, städtebaulich markante

mit zwei bis drei Geschossen und einem grossen Anteil privaten Freiraums angeboten. Diese neue Bebauung knüpft an die bestehende historisch gewachsene Struktur des Hirzbrunnenquartiers an, die bereits heute zahlreiche in sich geschlossene Siedlungsmuster mit einer Bandbreite an Wohnbauten und kleingewerblichen Nutzungen aufweist. Die Kleinteiligkeit der Baustruktur bildet ein wichtiges identifikationsstiftendes Merkmal des neuen Quartiers und trägt zu einer sensiblen Gliederung des Gesamtareals bei, insofern als – im Gegensatz zu den Rheinhäusern – hier eine alternative Form von heterogener Urbanität geschaffen werden soll.

Bebauung des Rheinufers mit grossen Einzelhäusern (zehngeschossige Rheinhäuser) und dahinter weniger dichten Bebauungen mit Zeilenbauten und Einzelhäusern bis an die Bahndämme aber auch zwischen Landauer und Riehen. Zum Gebiet um den «Bäumlihof» fehlen Aussagen. Grüner Regiobogen und Grünzäsur werden südlich der Bahnanlagen zum Stadtquartier. Der Grünraum wird reduziert auf einen schmalen Grünzug vom Rhein über das Areal des Gymnasiums Bäumlihof bis zum Bäumlihof und zum Landschaftspark Wiese. Nur wenige, kaum überzeugende Aussagen sind zur Gestalt der neuen Freiräume erkennbar. >

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

Herzog & de Meuron

Herzog & de Meuron

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

Die ökologische Vernetzung Nord-Süd wird unterbunden durch die Baufelder und die neuen Sportanlagen beim Bäumlihofschulhaus (Ersatz für die Anlagen Rankhof). Mit der dichten rheinufernahen Bebauung und dem Ausbau der Uferpromenade und des Rheinbades werden (trotz formulierter Rücksichtnahme auf das bestehende Naturschutzgebiet) die Inhalte und der Charakter der heute naturnahen Uferhalde stark beeinträchtigt. Auch die vorgeschlagene grüne und breite Überdeckung der Schwarzwaldbrücke und deren Ausbau zu Sportanlagen und zur Rheinpromenade sind kein Ersatz. Mit den Bebauungen entsteht ein neues differenziertes Wegesystem begrünter Quartierstrassen und Fusswege. Mit der Verlegung der Grenzacherstrasse in die Baufelder besteht die Chance für eine Fortsetzung der Rheinuferpromenade bis zur Grenze. Ausser im engeren Gebiet um die Siedlung Landauer werden alle Familiengartenareale ersatzlos aufgehoben. Die Sportanlagen Rankhof werden in das Gebiet um das Schulhaus Bäumlihof verlagert.

> Modellbild mit «Rheinhäusern» und Gestaltung der Grünräume mit teilweiser Öffnung des Rheinufers nach Verlegung der Grenzacherstrasse

FA ZIT Das Projekt nutzt das Rheinpotenzial sowohl als Wohnort als auch als öffentlichen Aufenthaltsraum für die Gesamtbevölkerung. In Folge einer Verlegung des heutigen Durchgangsverkehrs an den Bahndamm wird die Aufenthaltsqualität auf der topografischen Höhe der heutigen Grenzacherstrasse und somit eine Inwertsetzung des Rheinufers ohne direkte Eingriffe in der Rheinhalde möglich. Mit dem städtebaulichen Entwurf entsteht eine Spannung zwischen einer Weiterentwicklung der bestehenden Baustrukturen der Nachbarquartiere («Cité Jardin») und der noch nicht vorhandenen Wohntypologien («Rheinhäuser») – beides hochwertige Wohnlagen mit grosser Nachfrage. Durch die dichte Bebauung wirkt das Projekt sehr bauintensiv, was auch dazu führt, dass die ökologische Vernetzung in der Nord-Süd-Achse («Regiobogen») im südlichen Testplanungsgebiet auf einen äusserst schmalen Korridor reduziert wird. Der Vorschlag zeigt auf, wie sich das Weiterwachsen der Stadt entlang des Rheins gestalten könnte. Mit den daraus zu gewinnenden Erkenntnissen ergeben sich Fragen dazu, ob der Massstab der neuen urbanen Kulisse mit ihren grossvolumigen Stadtschlössern entlang des Rheins der richtige und ob eine derart starke Verdichtung für Basel Ost verträglich ist.

Neue Fussgänger- und Fahrradverbindungen durchs Quartier nach einer Verlegung der Grenzacherstrasse

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

Diener & Diener Architekten

Diener & Diener Architekten

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

«Stadtpark mit Wohninseln» Diener & Diener Architekten mit August Künzel Landschaftsarchitekten in der Weiterbearbeitung

B e u rte i l u ng

Mit diesem Vorschlag soll der in weiten Teilen noch unbebaute und unzugängliche Raum im Osten von Basel als ein grosser Stadtpark gestaltet werden, womit Basel und Riehen in eine stadträumliche Beziehung gesetzt werden. Durch die Arrondierung der Siedlungsränder und die präzise Setzung mehrerer Hochhausgruppen wird das Gebiet zum urbanisierten Stadtpark, wobei dank einer geringen Beanspruchung von Grundflächen Raum für vielfältig nutzbare Freiflächen bleibt. Die Grundidee des Basel und Riehen verbindenden Stadtparks wurde während des Workshopverfahrens modifiziert und gelangte schliesslich in einem Folgeauftrag zum überzeugenden Endergebnis.

Vorbemerkung In der Stellungnahme wird neben dem vorgelegten Endergebnis auch auf das zur Diskussion gestellte Zwischenergebnis eingegangen. Grundidee und tragende Elemente Der konzeptionelle Ansatz der Verfasser ist es, den Raum ausgehend von der Qualifizierung der Land-

schaft zu urbanisieren. Dementsprechend ist die Grundidee des Konzeptes/Entwurfes die Entwicklung eines grossen «Stadtparks» zwischen Wiese und dem Nordufer des Rheins. Dabei sollen Basel und Riehen in eine präzise Beziehung gesetzt werden. Diese Ziele werden erreicht durch die Zonierung. - in Nord-Süd-Richtung durch drei landschaftlich/städtebaulich unterschiedlich geprägte Parks: Bäumlihof-, Landauer- und Grenzacherpark sowie der Einführung des Seebades im Rhein (im Zwischenergebnis wird das Gesamtfeld dieses grossen Parks durch drei Gruppen mit jeweils drei hohen Gebäuden markiert; dieses städtebaulich – auch strategisch bedeutsame Element – ist in der Endfassung nicht mehr enthalten), und - in West-Ost-Richtung durch eine differenzierte städtebauliche Neuformulierung der Stadt- bzw. Dorfgrenzen, mit situationsbezogen gestalteten Stadt- und Dorfein- bzw. übergängen zum Park.

Gesamtplan Testplanungs- Zwischenergebnis: Grundidee eines Basel und Riehen verbindenden Stadtparks mit Eckmarkierung durch drei höhere Gebäudegruppen, am Rhein regel- mässige Streuung baumhoher Ge- bäude, im Osten klare Begrenzung der Siedlungskante von Riehen

Drei Parks Der Bäumlihofpark mit Landgut und Schulanlage will aus seiner «unbestimmten Form als ein be-

schränkter landwirtschaftlich bewirtschafteter Raum» in einen Park im Sinne einer Allmend, die einen weiten Blick und weiterführende Anregungen bietet, umgewidmet werden. Der durch die Bahnlinien begrenzte Raumzwickel Landauerpark erhält seine zukünftige Qualität nicht durch Neubauten, sondern im Wesentlichen durch eine neue Form von Familiengärten, die wie Inseln im öffentlich zugänglichen Park liegen.

Referenzbild für Hochhausgruppen im Park

Der Grenzacherpark, d.h. der Raum zwischen Bahn und dem Rheinufer, wird als urbanisierter Stadtpark entwickelt. In der Endfassung werden mehrere Hochhausgruppen in Nachbarschaft zur Bahntrasse vorgeschlagen, im Zwischenergebnis wird der Park mit einzelnen, in der Fläche verteilten hohen Wohnhäusern gegliedert. Dies sind zwei ganz unterschiedliche Haltungen. Während im Zwischenergebnis eine Akzentuierung des Gesamtraumes erfolgt und der Grenzacherpark relativ stark >

Gesamtplan Testplanungs- Endergebnis: Gruppe von Hochhäusern entlang des Bahndamms, klare Begrenzung der Siedlungskante von Riehen innerhalb eines grossen baumreichen Landschaftsparks, der von Norden nach Süden gegliedert ist in Bäumlihof-, Landauer- und Grenzacherpark

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

Diener & Diener Architekten

Diener & Diener Architekten

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

Familiengärten im Park, Freilichtbühne mit Unterführung zum Rhein, Seebad

Unterführung von der Freilichtbühne zum Rhein

Vogelschau mit Blick aus Richtung Nordwesten

Ansicht mit Blick aus Richtung Südosten

von Gebäuden geprägt wird und durch die in Tunnellage geführte Grenzacherstrasse und das Seebad eine Steigerung der öffentlichen Wahrnehmung und Nutzbarkeit erfährt, ist in der Endfassung zwar die Öffentlichkeitstauglichkeit des Grenzacherparkes sehr viel grösser, aber der Gesamtraum in der Stadt städtebaulich nicht mehr hervorgehoben, die Grenzacherstrasse zur Stadtstrasse rückgebaut und das Seebad über eine mit Freilichtbühne kombinierte Unterquerung, d.h. punktuell erreichbar. Neben den drei Parks ist als Wesentliches – und als Attraktion für die Region – der Vorschlag des Seebades zu sehen. Es bildet den Auftakt von Süden und wichtigen Höhepunkt der Parklandschaft, weil dadurch der Rhein in einer ganz neuen Form räumlich und funktional erlebbar wird. Stadt- und Dorfränder Die drei Parkabschnitte erfahren im Wesentlichen auf der Basler Seite, im Nord-Osten zur Riehe-

ner Seite jeweils eine klare Begrenzung, die auch durch eine unterschiedliche freiraumplanerische Gestaltung die drei Räume lesbar macht. Insbesondere auf der Riehener Seite entstehen neue Baufelder, die vielfältige und neue – vorstädtische – Wohnformen zulassen. Die neue S-Bahn-Haltestel-

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le mit ergänzender Bebauung im Umfeld wird so Mitte eines neuen Quartiers. Die vorgeschlagene Freiraumverbindung zwischen Hörnli- und Landauerpark ist besonders hervorzuheben – wenngleich hierfür der Abriss eines Teils der Randbebauung gegenüber dem Eingang zum Friedhof vorgeschlagen wird. Der «Stadteingang» nach Basel wird durch den Grenzacherplatz hervorgehoben. Qualität neuer Wohnungsangebote Von allen vorgelegten Konzepten wird mit 6’500 Einwohnern, davon 4’200 in Basel, die höchste Anzahl

vorgeschlagen. Damit ist die Kapazität des Kantons für 10 Jahre in diesem Raum verortet. Eine quantitative Reduktion ist demnach nahe liegend. Standortwahl und Bebauungstypologien bieten für ein oberes und z.T. mittleres Segment unterschiedliche Wohnformen – auch für neue Angebote. Auf der zu betrachtenden Planungsebene sind keine strukturellen Probleme weder beim Zwischenergebnis noch in der Endfassung erkennbar. Allerdings ist bei den Häusern im Park die Klärung zwischen öffentlich und privat noch zu leisten. Bei der in der Endvariante vorgestellten Hochhausbebauung ist mit Beeinträchtigungen durch Lärm zu rechnen, die durch Grundrissanordnung und technische Mass> nahmen zu lösen wären.

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

Diener & Diener Architekten

Diener & Diener Architekten mit August Künzel Landschaftsarchitekten

Testplanung OST

Stadtrandentwicklungen

Öffentlicher Nutzen Insgesamt wird durch die Konzeption ein hoher öffentlicher Nutzen sowohl auf kantonaler als auch

für die angrenzenden Quartiere Basels und Riehens erreicht. In der konkreten verkehrlichen, freiraumplanerischen und städtebaulichen Umsetzung sind jedoch zahlreiche Fragen zu klären. Landschaft und (Stadt-) Bebauung in neuen Modellen umzusetzen, ist ein Versuch, dessen Gelingen im Wesentlichen von der konkreten Ausformulierung abhängt, wie zahlreiche oft gescheiterte oder wenig nachhaltige Beispiele zeigen. Umsetzung Ziel der Verfasser ist es, einen Transformationsprozess zu gewährleisten, der eine Kontinuität der den

W e i terbe a rbe i t u ng i m F o l ge a u ftr a g

Natur, Landschaft und Freiraum Der regionale grossräumige Lebens- und Landschaftsraum (Regiobogen) bzw. die heutige durch Land-

Aufgrund der hohen Komplexität des Gebiets der Stadtrandentwicklung Ost war nach Beendigung der offiziellen Testplanung eine Weiterbearbeitung notwendig. Der für die Weiterbearbeitung empfohlene Entwurf von Diener & Diener Architekten musste ausgehend von der stabilen Grundidee eines zentralen Parks mit klarem Siedlungsrand Riehen noch der Auslotung der optimalen Anzahl, Positionierung und Dimensionierung punktueller Wohnbauten am und im Park unterzogen werden. Zudem war die noch sorgfältigere Untersuchung der Auswirkungen auf die Wahrnehmbarkeit des Parks als Element der Stadtlandschaft und auf die Integration von Sport- und Familiengartenanlagen notwendig. Die Weiterbearbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit August Künzel Landschaftsarchitekten.

wirtschaftsflächen, Familiengärten, Sportanlagen und Siedlungsinseln usw. bestimmte Grünzäsur zwischen Basel und Riehen wird zu einem grossen baumreichen Landschaftspark umgestaltet, in dem im mittleren Feld südlich der Bahnlinie eine Kette mit ca. 15 neuen dominierenden Hochhäusern (20 und mehr Geschosse) bezeichnet ist. Die Siedlungskante Riehens wird verstärkt durch neue Baufelder aus Reihenhäusern mit Hausgärten, die an die lokale Bautradition anknüpfen. Ganz im Westen wird an der Grenzacherstrasse ein dicht überbauter Stadtabschluss mit einer neuen Platzanlage ausgebildet.

Im Endergebnis wird die freiräumliche Durchlässigkeit erhöht, indem die mittlere der drei Hochhausgruppen um ein Gebäude reduziert wird. Zudem hält das Abrücken der Hochhäuser vom Bahndamm die längerfristige Option einer Verlegung der Grenzacherstrasse offen und entschärft gleichzeitig die Lärmproblematik im Zusammenhang mit der Bahn. Mit dem optimierten Vorschlag können alle öffentlichen und genossenschaftlichen Sportfelder im Planungsgebiet untergebracht werden.

Raum prägenden landschaftlichen Elemente gewährleisten soll. Dieser Prozess ist in der Umsetzung im Bereich des Grenzacherparkes am schwierigsten. Neben den Familiengärten sind vor allem die Sportanlagen (3 Felder) davon betroffen. Vor diesem Hintergrund ist die Konzentration der Neubebauung entlang der Bahn nachvollziehbar. Weitergehende Aussagen zur Etappierung werden nicht gemacht.

Dieser Landschaftspark gliedert sich in drei unterschiedliche Parkanlagen: Bäumlihof-, Landauerund Grenzacherpark. Das bestehende Muster an Baumreihen und -alleen wird durch weitere Alleen, dichte Baumgärten und lockere Baumgruppen ergänzt. Allmendartige Wiesen, neue Formen von Freizeitgärten und urbane Parkanlagen ersetzen die heutigen Familiengartenareale. Eine naturräumliche und ökologische Vernetzung Nord-Süd ist in diesen Landschaftspark integrierbar. Der Landschaftspark Bäumlihof sichert die dort bestehende Grundwasserschutzzone. Der Versiegelungsgrad liegt tief. Die Bahndämme bleiben im Charakter bestehen, werden jedoch durch die nahe Hochhauskette in ihrer Bedeutung als Vernetzungsstrukturen (Schattenwurf, Unruhe usw.) beeinträchtigt. Die Rheinfront ist ein Bestandteil des Grenzacherparks; das Naturschutzgebiet entlang der Rheinhalde wird zwar im Charakter weitgehend erhalten, verliert aber durch einen breiten Zugang mit Freilichtbühne und durch das vorgelagerte Seebad im Rhein seine Bedeutung als naturbestimmter ruhiger aquatischer Lebensraum. Fast alle Familiengartenareale werden zu öffentlichen Parkanlagen oder Baufeldern; im Landauerpark werden neue Freizeitgärten integriert. Den Reihenhäusern sind Hausgärten zugeordnet. Es entsteht ein reiches Angebot an öffentlichen Freiflächen, Fusswegen und Parkzugängen. Die Sportfelder werden reduziert. Die vorgeschlagene Freilichtbühne steht im Widerspruch zur stark befahrenen Grenzacherstrasse.

>

FA ZIT Der vorgeschlagene Ansatz, die Entwicklung von der landschaftsräumlichen Qualifizierung und dem Gewinn an öffentlichen Räumen zu denken, ist überzeugend. Basel und Riehen durch Freiraumqualitäten und ergänzende Bebauung mit besonderen Typologien in diesem Raum zu entwickeln und die bauliche Ergänzung der Stadt- und Dorfränder ist eine tragfähige und vermittelbare Strategie. Positiv wirkt sich der geringe Gebäudefussabdruck der Hochhäuser aus, welcher weiterhin eine naturräumliche ökologische Vernetzung von Nord nach Süd sowie ein reiches Angebot an öffentlichen Freiflächen, Fusswegen und Parkzugängen ermöglicht. Im Zuge einer weiteren Vertiefung sind zahlreiche umsetzungsbezogene Fragen zu klären und zu überlegen, wie das Rheinufer im Einklang mit Naturschutzinteressen als attraktiver südlicher Endpunkt des neuen Parks gestaltet werden kann. Zudem müsste in einer Weiterbearbeitung die Erhaltung einer möglichst grossen Anzahl von Familiengärten zum Ziel gesetzt und die Reduktion von Sportfeldern vermieden werden.

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Gesamtplan nach der Weiterbearbeitung: Reduktion der Hochhäuser, Abrücken der Hochhäuser vom Bahndamm

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung OST

Schlussfolgerung

> Schlussfolgerungen für die weitere Planung Die Expertenbeurteilungen sowie Diskussionen zwischen den Experten, Vertretern des Hochbau- und Planungsamtes, der Gemeinde Riehen, der Immobilien Basel-Stadt sowie der Stadtgärtnerei haben ergeben, dass für eine Weiterentwicklung im Testplanungsgebiet Stadtrandentwicklung Ost der folgende Ansatz am besten geeignet ist.

Testplanung OST

Schlussfolgerung

Stadtrandentwicklungen

Schemaskizze Planungsansatz

Landschaftspark Wiese

Planungsansatz «Stadtpark MIT WOHNINSELN» in Anlehnung an den Entwurf von Diener & Diener Architekten mit August Künzel Landschaftsarchitekten

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Als neue Typologie im Park sind im Bogen zwischen Rhein und Hochrheinbahn einzelne Wohnhochhäuser möglich, die sorgfältig in die Parklandschaft zu integrieren sind und grosszügige Zwischenräume lassen, um die Freiraumvernetzung im Park zu ermöglichen. Die neuen Wohnungen bieten ein umfangreiches Naherholungsangebot vor der Haustür und einen Ausblick auf die Parklandschaft und den Rhein. Auf Riehener Seite kann der Park langfristig durch neue klare Siedlungsränder begrenzt werden. Entsprechende Potenziale zur Siedlungsentwicklung sind im kommunalen Richtplan der Gemeinde Riehen verankert.

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mit Sport und Familiengärten

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Mit der Weiterbearbeitung konnten gemeinsam mit der Ortsplanung Riehen die folgenden Ziele für die langfristige Entwicklung des Gebiets definiert werden: Ein neuer grosser Park zwischen Basel und Riehen verwandelt das heute in weiten Teilen öffentlich nicht zugängliche Randgebiet in einen eigenständigen, attraktiven Baustein der Stadt- und Naturlandschaft. Der Siedlungstrenngürtel wird zum verbindenden grünen Element zwischen Basel und Riehen. Die bestehenden Siedlungen Landauer, Drei Linden und Rheinacker sowie das Schulzentrum und das Landwirtschaftsgut Bäumlihof werden als Inseln mit jeweils eigenem Charakter in die umfliessende Parklandschaft integriert. Das Konzept spezieller Nutzungsinseln im Park lässt Spielräume für die Einbindung von Sondernutzungen wie Familiengärten oder Sportangeboten. Das heutige Angebot an öffentlichen und genossenschaftlichen Sportflächen wird erhalten, wobei einzelne räumliche Verschiebungen im Planungsgebiet denkbar sind.

Sportpark Rankhof

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Te s t p l a n u n g

Stadtrandentwicklung

SüD

Testplanung SÜD

Stadtrandentwicklungen

Stadtrandentwicklung

SÜD

Beteiligte TEAMS Luca Selva Architekten, Basel mit pg Landschaften, Sissach Steinmann & Schmid Architekten, Basel mit Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten, Zürich Fierz Architekten, Basel mit August Künzel Landschaftsarchitekten, Basel

Externe Experten Prof. Marc Angélil (ETH Zürich) Rainer Klostermann (Feddersen & Klostermann) Prof. Urs Kohlbrenner (TU Berlin) Martin Schwarze (Hesse + Schwarze + Partner)

Vertreter DER Christoph Merian Stiftung Felix Leuppi (Leiter Abteilung Immobilien) Yves Racine (Abteilung Immobilien, Planen und Bauen)

VertreterIN der Immobilien Basel-Stadt Barbara Rentsch

Vertreterin der Stadtgärtnerei Susanne Brinkforth

Vertreter des Hochbau- und Planungsamtes Fritz Schumacher (Kantonsbaumeister) Jürg Degen (Leiter Abteilung Nutzungsplanung) Rainer Volman (Nutzungsplanung) Mirca Loh (Nutzungsplanung) Tanja Ulaga (Nutzungsplanung) Martin Sandtner (Leiter Abteilung Struktur und Entwicklung) Franz Schmidli (Struktur und Entwicklung)

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Projektbeschrieb

Übersichtsplan Stadtabschluss Süd

eine Höhenlinie entspricht 1m

Projektbeschrieb

unmassstäblich

Hintere Wanne

Testplanung SÜD

Flurnamen

FG

Stadtrandentwicklungen

Bushaltestelle

Familiengärten

Umgebungsperimeter

Suchräume Wohnungsbau

Planungsperimeter

Grüne Wege aus der Stadt

Entwicklungsgebiet Dreispitz

Wertvolle Biotope

Gebietsbeschreibung Das Bruderholz ist eine der bevorzugten Wohnlagen in Basel. Bei einer niedrigen Baudichte verfügt

das Gebiet über kleinräumige, unterschiedlich geprägte Teilräume mit freistehenden Einzelhäusern, einheitlich gestalteten Hausgruppen und Reihenhaussiedlungen. Eine räumliche Strukturierung des Siedlungsgebietes erfolgt auch durch zahlreiche öffentliche, an der Topografie orientierte Grünräume. Die erhöhte Lage des Gebietes ermöglicht immer wieder weite Ausblicke über die Landschaft. Der Stadtrand mit seiner weiten Aussicht in den Jura stellt ein hervorragendes Potenzial für das in Basel knappe Angebot an Möglichkeiten für den Einfamilienhausbau im Grünen dar. Die auf dem Bruderholzplateau gelegenen Freiräume sind aber auch ertragreiche Landwirtschaftsböden und vor allem ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bevölkerung. Siedlungs- und Landschaftsentwicklung sind deshalb besonders sorgfältig aufeinander abzustimmen. Heute dominierende Nutzungen im Planungsgebiet sind die Landwirtschaft, Familiengärten und der kleine Wald am Höllweglein.

Dreispitz

Generelle Aufgabenstellung Das Gebiet in attraktivster Lage soll durch neue Wohnraumangebote, Naherholungsmöglichkeiten

und Landschaftspflege für die Basler Bevölkerung besser nutzbar werden. Die Verortung und Dimensionierung neuer Baugebiete in Abwägung mit den Interessen von Landschaftsschutz und Erholung sind dabei ein Kernpunkt der Aufgabe. Die Testplanung beinhaltet deshalb gleichrangig Siedlungssowie Freiraumplanung.

FG 3 Häuser Auf dem Hundsbuckel

FG Auf der Alp

In der Hö

lle

Klosterfiechtenhof

Hinterer uckel Hundsb

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Hinter der Stra

FG Klosterfiechten Hintere Wanne

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Planungsperimeter

Entwicklungsgebiet Dreispitz

Umgebungsperimeter

Wertvolle Biotope

Suchräume Wohnungsbau

Grüne Wege aus der Stadt

Bushaltestelle FG Hintere Wanne

Familiengärten Flurnamen

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Luca Selva Architekten mit pg Landschaften

«Kompaktes Baufeld IN freier Landschaft»

Luca Selva Architekten mit pg Landschaften

Testplanung SÜD

Stadtrandentwicklungen

B e u rte i l u ng

Luca Selva Architekten mit pg Landschaften

Das von Luca Selva und Pascal Gysin entwickelte Projekt für die Stadtrandentwicklung Süd geht von einer grossräumlichen Betrachtung des stadtlandschaftlichen Territoriums der Stadt Basel aus. Im Vordergrund der Betrachtung stehen übergeordnete Grünraumverknüpfungen, die in ihrem kollektiven Wert erkannt werden und deren Eigenschaften erhalten wie auch verstärkt werden sollen. Das bestehende Freiraumnetz greift von den Rändern der Stadt – gleichermassen amöbenähnlich – in die urbanen Gebiete ein. Es gälte, so die Verfasser, dieses Prinzip weiter zu denken. Konsequenterweise zeichnet sich das Projekt primär darin aus, die Qualitäten des Landschaftsnetzes hervorzuheben und

Bei diesem Beitrag kann dank der Konzentration auf ein einziges kompaktes Baufeld der Grossteil der Landschaft frei gehalten werden. Die vorgeschlagene neuartige Bebauungsstruktur, die aus einer Kombination zwischen Blockrand und Teppichbebauung besteht, wird so geschickt in die Topografie gelegt, dass von jeder Wohnung aus ein freier Ausblick in die Landschaft möglich wird. Analyse landschaftlicher Elemente im Planungsgebiet

HÖfe

Obstgärten

Familiengärten

Hecken

Wälder

Aussichtslagen

Gesamtplan: Ein grosses Baufeld bestehend aus einer Kombination zwischen Blockrand und Teppichbebauung

die baulichen Eingriffe präzise am Rande der vorhandenen Baustruktur anzusiedeln. Das Projekt gibt eine klare und überzeugende Antwort auf die Frage, wie Landschaft und Bausubstanz in Zukunft zueinander in Beziehung stehen sollten. >

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Luca Selva Architekten mit pg Landschaften

Blumenwiesen

Schnitte durch neue Bebauung

Luca Selva Architekten mit pg Landschaften

Testplanung SÜD

Stadtrandentwicklungen

Szenarien für die Landschaft

Obst und Gemüse

Volumenmodell von Nordosten

Land bewirtschaften

Natur geniessen

Bausubstanz Der Umgang mit der potenziellen zukünftigen Entwicklung der Bausubstanz im Bereich des PlanungsLandschaft Aufgrund einer Analyse der örtlichen Landschaftsmerkmale entwickeln die Verfasser in einem ersten

Schritt einen Katalog von morphologischen Elementen, die derzeit zur Qualität des Ortes beitragen: der Wald, der Obstgarten, die Hecke, der Hügelkamm, die Senke, etc. In einem zweiten Schritt wird – im Sinne einer syntaktischen Untersuchung – die Beziehung der Elemente zueinander ermittelt: Wegverbindungen, Sichtrelationen, topografische Modulationen, etc. Diese Analyse bildet die Grundlage des landschaftlichen Konzeptes, das sich darin definiert, die Landschaft – stets aus der Sicht des Betrachters – in Szene zu setzen. Fragen der Bewegungsführung oder der Choreographie der Wahrnehmung werden hierin angesprochen, wie auch Fragen der potenziellen Nutzung des Landschaftsraums für Spaziergänger, Fahrradfahrer, etc. Die vorgeschlagenen Massnahmen, die allesamt sich dem nachhaltigen Prinzip «einer Ökonomie der Mittel» verpflichten, bauen auf das Bestehende auf. Vorhandene Wege werden beispielsweise ergänzt, neue Bäume nur dort angepflanzt, wo vorhandene schon existieren. Die Verfasser sprechen in diesem Zusammenhang von einer vorsichtigen und graduellen Transformation der Landschaft, die schrittweise vollzogen werden kann – eine realistische Annahme und lobenswerte ökologische Haltung.

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perimeters zeichnet sich darin aus, nur an einem Ort zu bauen. Unter dem Stichwort «Anbauen an die Stadt» werden am Rande der bestehenden Siedlungsstruktur neue Wohnbauten vorgeschlagen, die im Sinne eines Stadtabschlusses eine präzise Grenze zum Grünraum bilden, ohne jedoch die Qualitäten der Landschaft zu kompromittieren. Während die zwei- bis dreigeschossigen Bauten sich behutsam im Landschaftsbild einfügen, tragen diese zu einer deutlichen Differenzierung örtlicher Qualitäten bei. In Zukunft müsse, so die Verfasser, die Gegenüberstellung zwischen der Struktur des Stadtkörpers und dem offenen Freiraum der Landschaft stärker akzentuiert werden. Von Interesse in diesem Zusammenhang sind zudem die Versuche der Projektautoren, neue sozialdurchmischte Siedlungstypologien zu entwickeln – beruhend auf einer Art Kombination zwischen Blockrand und Teppichbebauung. Eine Alternative zur kleinteiligen, monofunktionalen Struktur der Einfamilienhaus-Gebiete wird vorgelegt. Das Konzept, das auf die Bedürfnisse der Grundstückseigentümerin eingeht, erfordert keiner zusätzlichen Infrastrukturen für den Verkehr. Auch hier erweist sich der Ansatz als ein Versuch mit den vorhandenen Ressourcen haushälterisch umzugehen. Das Projekt, das auf überzeugende Weise ökonomische, soziale und ökologische Rahmenbedingungen berücksichtigt, sowohl hinsichtlich des landschaftlichen Konzeptes als auch der Strategie der Bebauung, leistet einen wertvollen und realistischen Beitrag zur Testplanung Stadtrandentwicklung Süd. >

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Luca Selva Architekten mit pg Landschaften

Luca Selva Architekten mit pg Landschaften

Testplanung SÜD

Stadtrandentwicklungen

Natur, Landschaft und Freiraum Durch die Konzentration der baulichen Entwicklung auf die Nordflanke des Hundsbuckels bleibt der

Landschafts- und Erlebnisraum des Bruderholzes frei von einer baulichen Entwicklung. Diesen Überlegungen geht eine detaillierte Analyse und Typologie des Siedlungs- und des Landschaftsraums Bruderholz voraus. Für die offene Kulturlandschaft werden aus der Topografie und den Vegetationsstrukturen neue Elemente der Aufwertung entwickelt; ein neues geschwungenes Wegesystem (für langsame und schnelle Bewegungsformen), Komplexe von Magerwiesen und Obstbaumgärten, sowie neue Freizeitgärten werden aufgezeigt. Es sollen neue Nutzungen in Szene gesetzt werden, Landschaftsnutzungen zum Mittun unter Einbezug der bestehenden Landwirtschaftsbetriebe. Für das Klosterfiechtenareal werden zentrale öffentliche Nutzungen angeregt. Die Umgebung Klosterfiechten wird zu einem Obstbaumgartenpark aufgewertet.

Lagern vor den Toren

Die heutige Struktur des Siedlungsgebiets mit der Vernetzung mit Frei- und Grünräumen wird in die Betrachtung einbezogen. Am Jakobsberg werden als Ergänzung zu den drei bestehenden punktuell mehrere neue Hochhausbauten aufgereiht. Den Schwerpunkt der Besiedlung bildet das neue grossflächige, lang gezogene vielgliedrige Vieleck (2 bis 3 geschossig) auf der Nordflanke des Hundsbuckels südlich der Giornicostrasse. Die dominante Grosssform wird als Siedlungskörper aus einem Guss den eher kleingliedrigen Siedlungsstrukturen des Bruderholzquartiers gegenüber gestellt und von der Giornicostrasse her erschlossen. Die Grossform passt sich der ansteigenden Hanglage an, gliedert sich in zahlreiche miteinander verbundene und öffentlich begehbare Höfe bzw. interne Grünflächen. Sie bildet entlang der Giornicostrasse sowie unterhalb der Krete des Hundsbuckels durchgehende, geschwungene (geknickte) Siedlungsränder. Die Kuppenlage wird freigehalten und mit einem Höhenweg erschlossen.

Essbare Landschaften

Blühende Landschaften Wege, Verbindungen, Baufeld und bestehende Stadtstrukturen

Begehbare Landschaften

>

FA ZIT Ein wirtschaftliches, interessantes und an optimaler Stelle positioniertes Projekt, das jedoch aufgrund seiner Grösse und Dichte nur sehr schwer zu vermitteln ist. Das Projekt geht sehr effizient mit den vorhandenen Ressourcen um: durch die Konzentration auf einen Standort bleibt nicht nur Landschaftsraum in grossen Teilen erhalten, auch die Infrastruktur wird optimal genutzt. Trotz der Grossform sind dank der geschickten Anordnung des Baukörpers viele Wohnungen mit guter Aussichtslage möglich. Eine erfolgreiche politische Durchsetzbarkeit dieses neuen Bautyps als Gegenüber der übrigen kleinteiligen Siedlungsstruktur auf dem Bruderholz ist fragwürdig. Die Grossform kann als Widerspruch zur ökologischen Vernetzung und Durchlässigkeit in der Landschaft gesehen werden.

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Steinmann & Schmid Architekten mit Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

Steinmann & Schmid Architekten MIT Testplanung SÜD Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

Stadtrandentwicklungen

«Siedlungsinseln in der Landschaft» Steinmann & Schmid Architekten mit Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

B e u rte i l u ng

Bei diesem Vorschlag bleibt die bewegte Hochebene des Bruderholzes frei, neue Siedlungselemente entstehen an den Rändern respektive werden in Muldenlagen eingebettet. Die Bildung neuer Siedlungsinseln wird über die Kantonsgrenzen hinweg angedacht. Eine bewusste Setzung der neuen Baufelder erlaubt die Erhaltung der Sichtbezüge zur weiteren Umgebung. Einzelne Identifikationspunkte im grosszügigen Freiraum sollen neu interpretiert werden und lokal gewisse Zentrumsfunktionen (z.B. Quartierladen, Beiz, Kinderbetreuung) übernehmen. Hierfür würde sich der Weiler Klosterfiechten eignen.

Grundidee und tragende Elemente Die Verfasser leiten ihr Konzept aus der These ab, dass Stadt und Agglomeration weiter wachsen werden

und von daher die Definition eines Siedlungsrandes für die Stadt keinen nachhaltigen Lösungsansatz darstellt. Vielmehr geht es darum eine Strategie zu entwickeln, in der gemeinde- bzw. kantonsübergreifend entsprechend zukünftigen Anforderungen die Siedlungsentwicklung erfolgen kann und gleichzeitig die landschaftlichen Qualitäten des Raumes gesichert und qualifiziert werden können.

Grünraum, Fliessraum, Freiraum

Gebauter IST-Zustand Grünraum Bebauungsfeld

GroSSräumiger städtebaulicher Kontext Abgeleitet aus dieser These bleiben die vorhandenen Stadtränder des Bruderholzes bestehen, Gesamtplan: Neue Siedlungsinseln mit unterschiedlichen Bautypologien

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- werden Familiengärten als Vorhut vor den Siedlungsrändern verstanden, die im Prozess zu Wohnschollen entwickelt werden können, - werden im offenen Grünraum Bereiche definiert, in denen klar abgegrenzte Bebauungsfelder als Schollen bzw. Inseln bezeichnet werden, die neben der Landschaftsverträglichkeit auch das Kriterium der Nutzung vorhandener Infrastrukturen erfüllen müssen und - durch eine jeweils dem Ort angepasste Bebauungstypologie einen eigenen Charakter auch in Bezug zur Landschaft entwickelt wird. >

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Steinmann & Schmid Architekten mit Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

Bebauung Zwischenraum Die einzelnen, schollenartigen Bau- felder werden situationsbezogen mit unterschiedlichen Typologien konzipiert. Die Gebäude definieren ein klar begrenztes Feld zum umgebenden Landschaftsraum. Innerhalb der Baufelder wiederum können unterschiedliche Architekturen für einzelne Bauaufgaben etabliert werden. Zwischen den Bauten aufgespannt ist das intensiv gestaltete, private und halbprivate Wohnumfeld mit Gärten, Spielplätzen, Wegen, Plätzen, Kleintrukturen etc. Deren gestaltete Dichte setzt sich ab vom extensiven Landschaftsgrün, das möglichst unmittelbar die Schollen umspült.

Steinmann & Schmid Architekten MIT Testplanung SÜD Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

Stadtrandentwicklungen

Zentrumsbildung: Identifikationspunkte auf dem Bruderholz. Einer davon Weiler Klosterfiechten, der neu inter- pretiert und zukünftig als peri- feres Zentrum Funktionen und Nutzungen insbesondere für die Wohninseln aufnehmen soll.

Gebauter IST-Zustand Grünraum Bebauungsfeld

Qualität neuer Wohnungsangebote In den in der ersten Stufe vorgeschlagenen zwei Inseln werden Wohnungen für ca. 1’500 Einwohner

Umsetzung Die Etappierbarkeit ist aufgrund des vorgeschlagenen Inselkonzeptes gegeben, allerdings sollten die-

angeboten. Im Baufeld südlich Klosterfiechten werden viergeschossige mäandrierende Baukörper, im zweiten Baufeld Baukörper, die abhängig von der Topografie vier- bis dreigeschossig sind, vorgeschlagen. Die Verfasser differenzieren die Typologie nicht weiter, es sind aufgrund der städtebaulichen Struktur jedoch unterschiedliche Typologien mit qualitätvollem Freiraumbezug vorstellbar. Beide Baufelder werden über die Bruderholzstrasse erschlossen. Kleinteilige soziale Infrastruktur soll z.T. im transformierten umgebenden Landschaftsraum angeordnet werden. Als zentraler Bezugspunkt «zwischen den Welten» soll Klosterfiechten entwickelt werden.

se selbst jeweils nicht kleinteilig etappiert werden, da sonst die städtebauliche Prägnanz und damit auch die Adressbildung nicht gegeben sind. Inwieweit es gelingt den Prozess der Familiengärten als Vorhut der Bebauung zu etablieren, ist schwer zu prognostizieren. Die notwendige Flexibilität an zukünftige Anforderungen ist aufgrund des Konzeptes gegeben, setzt allerdings eine an Verwaltungsgrenzen übergreifende Abstimmung für die Phasen nach 2012 voraus.

Öffentlicher Nutzen Die Hochebene wird als Freiraumzone erhalten und akzentuiert, der Landschaftsraum ins Entwick-

samten Bruderholzplateau zugrunde, auch wenn diese Idee im Widerspruch zu den festgesetzten Absichten beider Kantone steht. Dieser neue Siedlungsraum besteht aus zahlreichen Siedlungsfeldern eingebettet in die Landschaft. Für das Stadtgebiet werden vier neue Siedlungsinseln vorgeschlagen, die sich ringartig um das Areal Klosterfiechten gruppieren. Die offene Landschaft zwischen den Inseln bleibt und bildet ausgehend vom Klosterfiechtenareal ein zusammenhängendes Geflecht, das die Höhen- und Aussichtslagen freihält und sich mit den bestehenden Grünräumen über den Hundsbuckel und über die Achse Predigerhofstrasse vernetzt. Die offene Landschaft wird aufgewertet mit Gehölzreihen, Obstbaumgärten usw. Der Plateaurand soll durch Gehölzpflanzungen und durch die neuen > Bebauungen gefasst und dadurch aufgewertet werden.

lungsgebiet Dreispitz weitergeführt, die Vernetzung mit den vorhandenen angrenzenden Grünräumen bleibt erhalten. Durch die Zentrumsbildung in Klosterfiechten wird ein auch gesamtstädtisch attraktiver Bezugspunkt geschaffen. In den Wohninseln werden die öffentlichen Räume – soweit in den Darstellungen erkennbar – eine private Anmutung erhalten. Für die Öffentlichkeit von Interesse wird die Ausbildung der Ränder bzw. Übergangszonen sein, in denen die Abstufung zwischen möglichst grosser gesamtstädtischer, siedlungsnaher und siedlungsbezogener Öffentlichkeit geleistet werden muss und gleichzeitig eine klare Siedlungsgrenze zu definieren ist.

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Natur, Landschaft und Freiraum Dem Konzept liegt die Langzeit-Idee einer grenzüberschreitenden Agglomerationsstadt auf dem ge-

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Steinmann & Schmid Architekten mit Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

Steinmann & Schmid Architekten MIT Testplanung SÜD Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten

Stadtrandentwicklungen

Aussicht 1 Richtung Dreispitz

Die Siedlungsinseln werden als unterschiedliche Wohnformen angedacht. Jede Scholle erhält ihre eigene Struktur der Bauten und Freiräume (ein- bis zweigeschossige Bauten, zwei- bis dreigeschossige Zeilenbauten, drei- bis fünfgeschossige Zeilen- und Punktbauten). Die Verkehrserschliessung der Siedlungsschollen erfolgt über die Bruderholzstrasse und über die Giornicostrasse bzw. Predigerhofstrasse, d.h. über das bestehende Netz. Der Kernraum bleibt autofrei. Das Klosterfiechtenareal erhält zentrale, öffentlich nutzbare Aufgaben (Hort / Kindergarten, Hofladen usw.). Das Wegenetz für den Langsamverkehr wird ergänzt; besonders die Zugänge zum zentralen Raum Klosterfiechten werden verdichtet. Die Familiengärten werden verlegt.

PANORAMA IST-Zustand Ungehinderter Blick auf das Dreispitzareal

PANORAMA 2020 Eine Aufforstung fasst den Landschaftsraum und akzentuiert den Fernblick. Der Landschaftsraum wird aufgewertet.

Aussicht 2 Richtung Siedlungsgebiet Münchenstein

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FA ZIT Die Verfasser gehen mit ihrem Vorschlag konsequent einen Weg, der zu einer zunächst überraschenden, jedoch nachvollziehbaren räumlichen Strategie führt. Kernfragen, die zu klären sind, sind zum einen, inwieweit ein ressourcenschonenderer Umgang gegenüber anderen Konzepten erreicht werden kann, zum anderen, ob mit der Konzeption nicht einem latenten Trend nach gated communities Vorschub geleistet wird. Ob der Weg gangbar ist, ist vor allem eine politisch-administrative Frage. Dabei sind die sozialgesellschaftlichen Vorstellungen von Stadt und Landschaft und die Notwendigkeit der gemeinde-/kantonsübergreifenden Kooperation und Abstimmung zu klären. Dies dürfte vor dem Hintergrund der bereits abgestimmten planerischen Ziele nicht einfach sein. Gerade wegen der grundsätzlichen Fragen, die der Beitrag aufwirft, ist er für die Diskussion von besonderer Bedeutung.

PANORAMA IST-Zustand Landschaftsraum Hundsrücken im Vordergrund. Ausblick auf Bebauung Dreispitz und Münchenstein, Bewaldung und Hügelkette im Hintergrund.

PANORAMA 2015 Landschaftsraum Hundsrücken im Vordergrund. Die Bebauung passt sich in die natürlich Senke ein und gibt den Ausblick auf die Hügelkette im Hintergrund frei.

Aussicht 3 Richtung Münchenstein

PANORAMA IST-Zustand Ausblick auf Familiengärten. Bewaldung und Hügelkette im Hintergrund, die Familiengärten wirken als Vorposten, Pioniere für eine spätere Bebauung.

PANORAMA 2015 Topografisch angepasste Bebauung. Bewaldung und Hügelkette im Hintergrund. Die Aussicht ist gefasst durch die Bebauung.

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Fierz Architekten mit August Künzel Landschaftsarchitekten

Fierz Architekten MIT August Künzel Landschaftsarchitekten

Testplanung SÜD

Stadtrandentwicklungen

«Kleinteilige Ergänzungen» Fierz Architekten mit August Künzel Landschaftsarchitekten

B e u rte i l u ng

Der Vorschlag sieht eine moderate Erweiterung des Stadtkörpers unmittelbar im Anschluss an die bestehende Bebauung und eine sorgfältige Einfügung in die Topografie vor. Die verschiedenen Baufelder sind für unterschiedliche Zielgruppen ausgelegt und reichen von Individualisten oder Zweipersonenhaushalten bis hin zu Familien und Wohngemeinschaften und explizit auch den finanziell überdurchschnittlich situierten Haushalten. Ein Baufeld ist für ein Infrastrukturgebäude vorgesehen, welches für familienfreundliche Freizeitnutzungen, wie beispielsweise einen gut ausgestatteten Pick-Nick-Platz vorgesehen ist. Als Ergänzung der bestehenden Grünräume wird die Übergangszone als Grüngürtel ausgestaltet, welcher die Verwebung zwischen Siedlungsraum und Landschaft verstärkt und die Bildung von Raumkammern unterstützt.

Der Vorschlag setzt sich explizit mit dem Dialog Landschaft und Bebauung auseinander und erklärt die räumlichen Kräfte und Besetzungen zu gleichwertigen Partnern. Es werden Bebauungskammern vorgesehen, die den Stadtrand als bestehende Begrenzung ergänzen. Dies wird überall dort vorgesehen, wo es aus struktureller, funktionaler Sicht günstig und machbar erscheint, ohne bestehende Situationen innerhalb des Quartiers zu beeinträchtigen. In den einzelnen Kammern werden individuelle, spezifische Qualitäten geortet, die sich mittels entsprechenden Bautypologien ausdrücken. Diese werden durch die vorgeschlagenen Eigentumsverhältnisse, einem vorgeschlagenen Wohnraumangebot und aus supponierten sozialen Strukturen hergeleitet. Während Typologien: Baufeld 1: Schlankes, längliches Scheibenhaus, konisch zum Hang hin zulaufend, kaskadenartige Treppe mit «Lofts» bzw. Etagenwohnungen oder Laubengang mit Maisonettes, drei Geschosse.

Baufeld 1

Baufeld 3

Baufeld 2

Baufeld 2: Doppelhäuser; zweigeschossig mit Flach- / Pult- oder Satteldächern. Baufeld 3: Einfamilienhäuser; allenfalls mit Einliegerwohnung, thematisch anknüpfend an bestehende Bebauung; zweigeschossiger Quader, Flachdach evtl. mit Attikageschoss.

Referenzbild für Baufeld 1

Referenzbild für Baufeld 2

Referenzbild für Baufeld 3

Referenzbild für Baufeld 4

Baufeld 4: Cluster; verdichteter Flachbau, eingeschossige Bauweise, zweigeschossig lediglich im Knie der Winkel; atriumsähnliche, introvertierte Wohnform.

Baufeld 5

Baufeld 6

Baufeld 4

Baufeld 5: Infrastruktur-Gebäude; Einrichtung mit Stuhl- und Tisch- lager, Geräteraum, Toiletten, Vorratsraum, Verkaufstisch; eingeschossiger Bau. Baufeld 6: Ursprüngliche Hofanlage; wird rückgebaut und saniert sowie erweitert durch zwei längliche, rechteckige Bauten für Werken, Lernen und/oder Wohnen; zwei- bis dreigeschossige neue Bauten im Dialog mit den bestehenden.

Gesamtplan mit den verschiedenen Baufeldern

Referenzbild für Baufeld 5

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Referenzbild für Baufeld 6

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Fierz Architekten mit August Künzel Landschaftsarchitekten

Fierz Architekten MIT August Künzel Landschaftsarchitekten

Testplanung SÜD

Stadtrandentwicklungen

Modell mit neuer Bebauung

Profile mit neuen Baufeldern

die Baufelder 2, 3 und 4 eher klassische Kammern darstellen, benötigen die Baufelder 1, 5 und 6 besonderer Instrumente der Umsetzung. Ihre definierten Qualitätsvorstellungen sind unmittelbar davon abhängig. Im Unterschied zu den anderen Baufeldern sind sie noch direkter Teil einer Stadtrandbegrenzung mit einer langfristigen Strategie. > Haupterkenntnis ist die moderate Erweiterung im Ganzen und die Zuordnung der einzelnen Baufelder zur bestehenden Erschliessungsstruktur aus dem Bruderholz. Aus der Erschliessung wird demnach auch das Thema der Identifikation und der Zugehörigkeit abgeleitet. Ein Hauptgewicht der Studie liegt in der Formulierung eines Landschaftsgürtels im Kontext der Bebauung. Hier wird gewissermassen eine neue Interpretation des Stadtrandes vorgelegt, die sich auf historische Beispiele bezieht, aber durchaus pragmatisch angewendet wird. Aufgrund lokaler, topografischer und struktureller Erkenntnisse definieren sich verschiedene Ausprägungen dieses Landschaftselementes. Ausgangspunkt der gestalterischen Idee ist das bestehende Eichenwäldchen. Die Landschaftselemente werden verstärkend weiterentwickelt und zwischen die Bebauungskammern eingefügt. Die oben erwähnten Baufelder mit besonderen Vorgaben liegen ausserhalb, während die anderen innerhalb des neuen Landschaftsraumes liegen. Damit entsteht eine Dialektik zum Thema Rand, ausgedrückt durch Bebauungsstrukturen und Pflanzungsräume gleichermassen und in einem ausgewogenen Gleichgewicht, das sowohl zur Massstäblichkeit als auch zum machbaren Ausmass der Siedlungserweiterung Stellung bezieht. Die Orientierung und die Frage des «innerhalb» und «ausserhalb» wird Teil der Komposition.

Stadtkörper und Umland

Resultat der Studie ist die Freilegung von weiteren Bebauungspotenzialen, die ohne neuen umstrukturierenden Aufwand im Bestehenden wahrgenommen werden können, da sie bereits eingegliedert sind und im Ausmass langfristig erträglich erscheinen. Der Landschaftsentwurf strukturiert eine zukünftige Bebauung vor, schafft Atmosphären von privaten und öffentlichen Bereichen. Er bietet sich der Erholung suchenden Stadtbevölkerung sowie den zurückgezogenen Wohnlagen gleichermassen an. >

Perimeter Stadtkörper Wald Landwirtschaft

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Fierz Architekten mit August Künzel Landschaftsarchitekten

Fierz Architekten MIT August Künzel Landschaftsarchitekten

Testplanung SÜD

Stadtrandentwicklungen

Natur, Landschaft und Freiraum Aus Respekt vor dem wertvollen, «pastoralen» Landschafts- und Erlebnisraum des Bruderholzes

werden neue Baufelder nur direkt im Anschluss an die bestehenden Bauzonen angeordnet. Empfindlichkeit und Qualitäten der Landschaft sowie Siedlungstypologie begründen die Auswahl der Standorte und die vorgeschlagenen Nutzungen der Baufelder. Um einzelne der neuen Baufelder werden gegenüber der angrenzenden offenen Landschaft grüne, parkartig nutzbare Säume (ca. 50 m breit) angelegt. Der Stadtabschluss wird auf diese Weise durch Gehölzgürtel und nicht durch Bauten bestimmt. Diese schmalen Parkstreifen («Grünfinger») setzen die bestehenden Grünachsen fort (von der Batterie- über die Predigerhofstrasse und über die Giornico-Promenade gegen den Klosterfiechtenwald). Südlich der Giornicostrasse werden am Hangfuss fünf Zeilenbauten angeordnet. Die markante offene Hügelform bleibt weiterhin optischer Stadtabschluss und Hintergrund. Neben den neuen Säumen wird die offene Kulturlandschaft in ihrer Art durch ergänzende Bepflanzungen, neue Streuobstwiesen und Magerwiesen vermehrt strukturiert und vernetzt. Für die neuen Baufelder werden verschiedenartige Haus- und Gartentypologien gehobenen Wohnens (1 bis 2 geschossig) für unterschiedliche Nutzergruppen vorgeschlagen. Die Erschliessung für den Privatverkehr erfolgt weitgehend über das bestehende Netz.

Referenzbild für Grüngürtel (Stadtansicht: Altstadt Dresden)

Das Klosterfiechtenareal bleibt wie bisher Insel in der Kulturlandschaft. Für die Bauten und ihre Ergänzungen werden Sondernutzungen mit Bezug zur Landschaft empfohlen (z.B. Rehabilitation/Arbeiten im Kulturland). Die landschaftlichen Freizeit- und Erholungsangebote des Klosterfiechtenwald und seines Umfeldes werden um einen öffentlich zugänglichen Freizeitplatz mit Pavillon ergänzt. Wald und angrenzende Freiflächen erhalten einen parkartigen Charakter. Das bestehende Wegenetz wird geringfügig erweitert.

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Erschliessungskonzept

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Hauptstrassen

Wanderwege

Erschliessungsstrassen

Grüne Wege aus der Stadt

Zufahrten/Wohnstrassen

Tramlinien

Fusswege/Velowege

Buslinien

FA ZIT Der Entwurf sieht eine moderate Erweiterung des Stadtkörpers vor, was eine Akzeptanz in der Bevölkerung denkbar macht. Die vielen verschiedenen Bautypologien sind für unterschiedliche Zielgruppen interessant und machen auch eine phasenweise Realisierung in autonomen Etappen möglich. Die vorgeschlagene Lösung ist insofern landschaftsverträglich, als dass die wichtigen Freiraumverbindungen in die offene Landschaft von der bestehenden Bruderholzsiedlung her bewusst bestehen bleiben. Zu hinterfragen bleibt, dass bei diesem Entwurf viele verschiedene Flächen angetastet werden. Insgesamt handelt es sich um einen pragmatischen Vorschlag, der etappenweise umsetzbar ist und auf eine sanfte Art und Weise neuen Wohnraum schafft.

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung SÜD

Schlussfolgerung

> Schlussfolgerungen für die weitere Planung

Testplanung SÜD

Schlussfolgerung

Stadtrandentwicklungen

Schemaskizze Planungsansatz mit «Grünen Wegen in die Landschaft»

Die Expertenbeurteilungen sowie Diskussionen zwischen Experten, Vertretern des Hochbau- und Planungsamtes, der Immobilien Basel-Stadt, der Stadtgärtnerei und der Christoph Merian-Stiftung haben ergeben, dass für eine Weiterentwicklung im Testplanungsgebiet Stadtrandentwicklung Süd der folgende Ansatz am besten geeignet ist:

Dreispitz

Planungsziel «kleinteilige Ergänzungen» in Anlehnung an den Entwurf von Fierz Architekten mit August Künzel Landschaftsarchitekten

Landwirtschaft & Landschaftsschutz

Predigerho fst

r

s der Stadt

Giornicostr.

grüne Wege au

Die äusseren Siedlungsränder werden als naturnahe Naherholungs- und Grünräume gestaltet und schaffen einen sanften Übergang in die offene Landschaft. Dort soll der Landschaftsschutz und eine auf Ökologie, Naherholung und Naturerlebnis ausgerichtete Landwirtschaft Vorrang vor der Ertragslandwirtschaft haben.

Bottmingen Auf der Alp

Die charakteristische, stark durchgrünte Siedlungslandschaft des Bruderholzes wird durch in die Topografie eingepasste Ergänzungen am Siedlungsrand fortgeschrieben. Die neuen Baufelder bieten Raum für unterschiedliche Typologien freiraumbezogenen Einfamilienwohnungsbaus. Zwischen den Baufeldern verbleiben grosszügige, weitgehend öffentliche Freiräume, so dass die Grünraumverbindungen aus der Stadt in die Landschaft fortgesetzt werden können. Wichtige Aussichtspunkte bleiben oder werden neu öffentlich zugänglich.

Batterie

Baufelder

Klosterfiechten

Münchenstein

Fam.Gärten

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

Stadtrandentwicklung

NORDWEST

Beteiligte TEAMS Kunz und Mösch Architekten, Basel mit Dipol Landschaftsarchitekten, Basel HHF architekten, Basel mit Milica Topalovic, Basel Bachelard Wagner Architekten, Basel mit Topotek 1, Berlin

Externe Experten Prof. Marc Angélil (ETH Zürich) Rainer Klostermann (Feddersen Klostermann) Prof. Urs Kohlbrenner (TU Berlin) Martin Schwarze (Hesse + Schwarze + Partner)

VertreterIN der Immobilien Basel-Stadt Barbara Rentsch

Te s t p l a n u n g

Stadtrandentwicklung

NORDWEST

Vertreterin der Stadtgärtnerei Susanne Brinkforth

Vertreter des Hochbau- und Planungsamtes Fritz Schumacher (Kantonsbaumeister) Jürg Degen (Leiter Abteilung Nutzungsplanung) Rainer Volman (Nutzungsplanung) Mirca Loh (Nutzungsplanung) Tanja Ulaga (Nutzungsplanung)

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

Projektbeschrieb

Testplanung NORDWEST

Projektbeschrieb

Übersichtsplan Stadtabschluss Nordwest

Stadtrandentwicklungen

unmassstäblich

Planungsperimeter ca. 15 ha ca. 13.6 ha Einwohnergemeinde ca. 1.4 ha Bürgerspital

Planungsperimeter

Hinweise Freiraum

Umgebungsperimeter

Landesgrenze

weitere Stadtentwicklungsgebiete

Hinweise Verkehr

Laufende Bauprojekte

FG

Familiengärten

Planungsgebiet Das am nordwestlichen Stadtrand zu Frankreich gelegene Planungsgebiet befindet sich komplett im

Landeigentum der Einwohnergemeinde Basel. Die stadträumlichen Potenziale des nur zehn Tramminuten von der Innenstadt gelegenen Gebietes sind mit den weitgehend öffentlich unzugänglichen Familiengärten und den von der übrigen Stadt getrennten Siedlungsfragmenten um den Burgfelderhof nicht angemessen genutzt. Die zunehmende Öffnung der Landesgrenze nach Frankreich und die Planungen des Trinationalen Eurodistrict Basel (TEB) zum «Agglomerationsquartier Nordwest» mit Siedlungsentwicklung und grossem «Metropolitanpark» jenseits der Grenze schaffen gute Voraussetzungen für eine Aufwertung des Gebietes. Der geplante Zubringer Allschwil vom Autobahnanschluss Flughafenstrasse zum Ortsrand Allschwil kreuzt das Planungsgebiet auf Basler Gebiet unterirdisch. Der entsprechende Korridor kann überbaut werden. Voraussichtlich wird kein Anschluss an die Burgfelderstrasse erfolgen.

Tramverlängerung nach St. Louis

SPORTANGEBOT

Von Nordwest nach Südost durchzieht eine alte Terrassenkante der Rheinaue das Planungsgebiet entlang der Burgfelderstrasse mit einem Ausgriff in die Familiengärten im Süden. Entlang der Kante haben sich zum Teil schützenswerte Trockenbiotope herausgebildet.

Erweiterung WWB

BURGFELDERHOF

FG

FG

Generelle Aufgabenstellung Ziel ist es, das bisher randständige Gebiet von seinem «Rückseitencharakter» zu befreien und eine

te an nk

Es soll ein neuer attraktiver Wohnstandort geschaffen werden, der die spezifischen Vorteile der Nähe zu grosszügigen und künftig aufgewerteten Freiräumen ausnutzt und inszeniert. Im Gegensatz zu eher urbanen Potenzialen in den Transformationsgebieten der Stadt bestehen hier auch gute Voraussetzungen für familienfreundliche, freiraumbezogene Wohnangebote. An geeigneten Standorten sind zudem Einrichtungen der lokalen Nahversorgung und quartierbezogene, nicht störende Dienstleistungsnutzungen möglich.

se

Zudem sollte eine Ordnung des bisher diffusen Raumgefüges zwischen dem geschlossenen Stadtkörper, den Hochhäusern im Burgfelderhof, den suburbanen Siedlungen in Frankreich, den von isolierten Grossformen geprägten Standorten der Gesundheitsversorgung und der offenen Landschaft erfolgen.

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FG

bessere Einbindung in die Stadt sowie eine Aufwertung durch den Anschluss an den geplanten TEBLandschaftspark Nordwest zu erreichen.

Geplanter Landschaftspark Nordwest

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FG

KANNENFELDPARK

Geplante Umfahrung Allschwil

Planungsperimeter

Hinweise Freiraum

Umgebungsperimeter

Hinweis Verkehr

laufende Bauprojekte weitere Stadtentwicklungsgebiete

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Gärtnerei WWB

FG

Felix Platter Spital

Landesgrenze FG

Familiengärten

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

Kunz und Mösch Architekten mit Dipol Landschaftsarchitekten

Kunz und Mösch Architekten MIT Dipol Landschaftsarchitekten

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

«Schreberhof» Kunz und Mösch Architekten mit Dipol Landschaftsarchitekten

B e u rte i l u ng

Mit dem vorgeschlagenen Lösungsansatz wird eine Koexistenz von Wohnen und Familiengärten angestrebt. Der Kern des Vorschlags, die Randbebauung im Stil der in Basel weit verbreiteten Baumgartnerhäuser, wird um das gesamte Areal gelegt. Die unbebaute Mitte des Planungsgebiets wird zum grossen Hof, der als lebendig genutzter Raum mit Treffpunkten, Spielplätzen und Familiengärten für die dortigen Bewohner und für auswärtige Pächter genutzt wird. Die an den Ecken aufgebrochene Randbebauung wird an das bestehende Wegsystem angeschlossen und weiter vernetzt. Im südöstlichen Teil des Planungsgebiets, ausserhalb der Grossform, ist ein Sportpark vorgesehen. Im nordwestlichen Teil, parallel zur Burgfelderstrasse bildet ein Quartierpark einen Übergangsraum zum auf der anderen Strassenseite liegenden Landschaftspark. Westlich der Burgfelderstrasse befindet sich ein weiteres kleineres Baufeld für zweigeschossige Reihenhäuser.

Grundidee Die Grundidee des Konzeptes besteht darin, einen kräftigen städtebaulichen Akzent zu setzen. Da-

durch werden die unterschiedlichen Teilbereiche an den Rändern des Planungsgebietes in einen neuen Zusammenhang gestellt. Die gewählte Doppelhofform erlaubt eine neue Symbiose zwischen privatem Freiraum, Familiengärten und öffentlicher Durchwegung im Innern und durch ein ergänzendes System von Wegeverbindungen mit vorhandenen und neu geschaffenen Parks nach aussen einen stadträumlichen und funktionalen Zusammenhalt. GroSSräumiger städtebaulicher Kontext Grossräumig kann die vorgeschlagene Bebauung als markantes städtebauliches Element in der Se-

quenz der Burgfelderstrasse integriert werden, das gleichzeitig eine Vernetzung der unterschiedli«Schreberhof» Richtung Nordosten

Burgfelderstrasse: Die historische Gebäudetypologie der Baumgartnerhäuser dient als Referenz für die Randbebauung.

chen Freiraumfunktionen beidseits der Burgfelderstrasse ermöglicht. Die Grossformen bilden in dem diffusen Abschnitt eine neue Adresse und steigern somit auch die Attraktivität des Umfeldes. Gesamtplan mit der Hauptidee eines grossen Rings bestehend aus fünfgeschossigen Bauten, welche den neu entstehenden «Schreberhof» umfassen.

Qualität neuer Wohnungsangebote Es werden zwei Bebauungstypologien angeboten. Zum einen eine modernisierte Form der «Baum-

gartnerhäuser», d.h. Mietwohnungen mit 4-5 Zimmern im mittleren Preissegment und Reihenhäuser westlich der Burgfelderstrasse. Während letztere ein traditionelles Angebot darstellen, stellt die Hofbebauung aufgrund der Nutzung der Hofräume eine interessante neue Form städtischen >

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

Kunz und Mösch Architekten mit Dipol Landschaftsarchitekten

Kunz und Mösch Architekten MIT Dipol Landschaftsarchitekten

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

Wohnens mit Freiraumbezug dar, für die sicher eine Nachfrage besteht – ob sie allerdings im vorgesehenen Umfang erreicht werden kann, müsste untersucht werden. Die Alltagstauglichkeit bezogen auf die üblichen Kriterien ist gegeben. Öffentlicher Nutzen Die Entwicklung der Burgfelderstrasse zu einem Boulevard und die Vernetzung der unterschiedlichen

Parks (Sportpark, Quartierspark, Landschaftspark) durch ein hierarchisch abgestuftes System von Wegeverbindungen unter Einbeziehung einer Durchwegung der Höfe ist gut vorstellbar und schafft ein differenziertes System von Vernetzungen, die den Gesamtraum auch zum Erlebnis machen, ohne die funktionalen Anforderungen der Teilräume zu beeinträchtigen. Die verbindenden gestalterischen Elemente wären in einem weiteren Schritt zu klären. Umsetzung Der Beginn mit der Qualifizierung der Burgfelderstrasse zu einem Boulevard ist sinnvoll. Die Etap-

pierbarkeit der Bebauung ist gegeben. Allerdings sollte die erste Etappe der Neubebauung sich nicht nur auf eine Zeile an der Burgfelderstrasse beschränken, sondern es sollte eine «vollständige Systemeinheit» der neuen Hofbildung errichtet werden. Natur, Landschaft und Freiraum Das neue Wohngebiet ist mit den bestehenden Freiflächen und Wegen des Quartiers und dem geplan-

Blick nach Osten

ten Landschaftspark Bourgfelden (Lache) gut verbunden. Es bildet eine einprägsame Grossform. Verbindung und Abgrenzung zu den Flächen der UPK sind gelöst. Die markante fünfgeschossige Blockrandbebauung umfasst einen grossen Innenraum. In diesem Hof bleibt ein Teil der Familiengärten erhalten. Der Ansatz ist ein überzeugender Versuch einer Symbiose zwischen Wohnen, Mieter- und Schrebergärten. Die Topografie wird in die Freiraumgestaltung des Schreberparks einbezogen. Die Burgfelderstrasse wird zum baumbestandenen Boulevard ausgebildet. Der angrenzende Quartierpark ergänzt die grüne Achse nach Bourgfelden, auch hier bleibt die markante Hangkante erlebbar. Eine gute visuelle und landschaftliche Vernetzung mit der Umgebung ist gegeben. Der Versiegelungsgrad des «Schreberparks» und der übrigen Parkanlagen können tief sein, da das Projektgebiet ausser im Bereich der Bauten und ihrer Randerschliessung weitgehend autofrei bleibt. Das Freiflächenangebot ist reich: hausnahe Wohngartenbereiche, Schreberpark mit Familien- bzw. Freizeitgärten, naher öffentlicher Sportpark und öffentlicher Quartierpark, Boulevard und Zugang zum künftigen Landschaftspark, variable Lösungsmöglichkeiten der kleinen platzartigen Freiflächen > im Schreberpark, reiches Fusswegenetz. Blick nach Süden

Erschliessung der neuen Wohnanlage mit umliegenden Parks und Grünräumen

Blick nach Norden

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

Neue Grossform als städtebaulicher Akzent. Definition eines Regelwerks, das im Sinne des Vokabulars der Baumgartnerhäuser eine einheitliche Identität stiftet, aber auch der Gefahr der Monotonie bei Fassadenlängen bis zu 250 m Rechnung trägt.

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Kunz und Mösch Architekten mit Dipol Landschaftsarchitekten

Kunz und Mösch Architekten MIT Dipol Landschaftsarchitekten

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

Traufhöhe konstant bei 16.5m Balkone zum Hof über Gebäudebreite Erker und Loggien gegen aussen Mietergarten zwischen Wohnen und Familiengarten

Bebauung bei der REHAB

FA ZIT Der Entwurf setzt einen starken städtebaulichen Akzent und stellt somit die unterschiedlichen Teilbereiche an den Rändern des Planungsgebietes in einen neuen Zusammenhang. Es wird eine klare Adresse am Stadtrand geschaffen. Durch die weiträumige Struktur können die Wohnungen vom weiten Ausblick und einer grosszügigen Wirkung der Umgebung profitieren. Die gute Grünzonenbilanz mit vielfältigem Freiflächenangebot ermöglicht auch die Erhaltung der Hälfte der Familiengärten. Der natürliche Verlauf der Topografie mit der Terrassenkante wird in den Innenraum der Bebauung einbezogen. Im Vorschlag wird ein denkbarer und machbarer Ansatz gesehen. Risiken bestehen in der Dimension des vorgeschlagenen, wenig differenzierten Wohnungsangebots und der ungeklärten potenziellen Nachfrage nach Wohnungen in enger Nachbarschaft zu Familiengärten. Der «Nebenstandort» der Reihenhäuser westlich der Burgfelderstrasse erscheint bezüglich der potenziellen Standortchancen noch nicht ausgereift.

«Schreberhof» Richtung Osten

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Testplanung NORDWEST

HHF Architekten MIT Milica Topalovic

HHF Architekten MIT Milica Topalovic

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

«Verdichtete Reihenhaussiedlung» HHF architekten mit Milica Topalovic B e u rte i l u ng Auf dem zentralen und grössten Areal des Planungsgebiets werden maximal verdichtete drei- bzw. viergeschossige Reiheneinfamilienhäuser vorgeschlagen. Die viergeschossigen Häuser entlang der Burgfelderstrasse haben im Erdgeschoss Platz für öffentliche Nutzungen. Ein überbreites Trottoir und die ruhige Erschliessungsstrasse parallel zur Burgfelderstrasse ermöglichen eine quartier- und familienfreundliche Nutzung. Für die Realisierung des Vorschlags ist die Einebnung der Topografie vorgesehen. In weiteren Baufeldern werden im nördlichen Bereich des Planungsgebiets in einem halböffentlichen Park Wohnhochhäuser, auf der anderen Seite der Burgfelderstrasse eine Zeile mit Appartementhäusern vorgeschlagen. Sowohl im Norden als auch im Süden wird die Landschaft an den neuen Stadtteil heran geführt und anhand einer Freiraumdiagonalen durch die Siedlung miteinander verbunden.

Städtebau Das von HHF architekten und Milica Topalovic erarbeitete Projekt für das derzeit mit Schrebergärten

belegte Gebiet «Milchsuppe» geht von der Annahme aus, die Diversität der Wohnformen innerhalb der Stadt Basel mit einem marktgerechten Angebot an neuen Wohntypologien zu bereichern. Es soll ein neues Wohnquartier geschaffen werden für 1’500 Einwohner mittlerer Einkommensstufe. Entsprechend werden für die drei Teilbereiche des Planungsgebiets unterschiedliche Arten des Wohnens vorgeschlagen: Reihenhäuser auf dem Areal A, Wohnhochhäuser mit 6 bis 14 Geschossen auf dem Areal B und ein Appartement-Haus mit ca. 9 Geschossen auf dem Areal C. Wichtig in diesem Zusammenhang ist einerseits das Zusammenspiel zwischen Wohntypus und den örtlichen Gegebenheiten und andererseits das Aufgreifen ökonomischer Kriterien, die Angebot und Nachfrage im Wohnbausektor der Stadt Basel berücksichtigen. Neue Grünräume

B C A

Gesamtplan mit drei Wohntypologien: Areal A: verdichtete Reihen-Einfamilienhäuser Areal B: Wohnen im Hochhaus Areal C: Wohnen im Landschaftspark

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Die drei Areale sind in einem Netzwerk von Grünräumen eingebunden. Dieses wird nicht durch neue Setzungen von Freiraumflächen gebildet, sondern durch den Versuch auf angemessene Weise bestehende Landschaftsräume zu erweitern. Diese Massnahme ist insofern geschickt in ihrem Ansatz, als dass die Kontinuität des Landschaftsraums gewährleistet und gleichzeitig ein Pendant zu jenen Flächen, die dem Immobilienmarkt freigegeben werden, geschaffen wird. Die offenen Grünräume, die als Spiel- und Erholungsflächen dienen, ergänzen die dichten Baustrukturen der drei Areale sowohl >

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

HHF Architekten MIT Milica Topalovic

HHF Architekten MIT Milica Topalovic

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

Perspektivische Darstellung eines Strassenraums im Areal A, Blick Richtung Burgfelderstrasse

Verschiedene Nutzungen

in räumlicher als auch funktioneller Hinsicht und tragen zur Integration des neuen Quartiers im übergeordneten landschaftlichen Kontext der Region Basel bei. Das Kernstück des Projektes ist das flächenmässig grösste Areal A, das entlang der Burgfelderstrasse unmittelbar an die bestehende Bebauungsstruktur der umliegenden Quartiere anschliesst. Hier soll an der Stadt weitergebaut und der Stadtkörper am richtigen Ort erweitert werden. Die Verfasser schlagen eine maximal verdichtete Reihenhaussiedlung sowie eine Art Teppichsiedlung, deren Grundstruktur auf einer Interpretation der regelmässigen Geometrie der Schrebergartenparzellen beruht, vor. Dieses Muster baut auf dem einfachen Prinzip auf, Gassen und Reihenhäuser seriell aneinanderzureihen. Damit wird auf einfache Weise ein effizientes System entwickelt, das eine marktfähige Etappierung des Areals ermöglicht. Jedes Einfamilienhaus weist einen Innenhof auf, der die Belichtung der tiefen Parzellen gewährleistet. Die Häuser sind dreigeschossig und haben je nach Variante einen Autoabstellplatz vor dem Haus, eine integrierte Garage oder einen Atelierraum im Erdgeschoss. Während das Regelwerk der Siedlung präzise festgelegt wird, weist das System einen hohen gestalterischen Freiheitsgrad auf – unterschiedliche Architekturen sind willkommen, denn diese ermöglichen ein vielfältiges und damit identifikationsreiches Erscheinungsbild des Quartiers. Umsetzung Um das Projekt in dieser Form jedoch umsetzen zu können, erfordert der Entwurf eine Anpassung

des natürlichen Geländeverlaufs, insoweit als die bestehende Kante der Niederterrasse auf der NordOst-Seite der Burgfelderstrasse eine rechtwinklige Anbindung der neuen Gassen verunmöglicht. Hier wird die Topografie teilweise ausgeglättet – eine drastische Massnahme, die aus landschaftlicher Sicht nicht ganz zu überzeugen vermag. Eine für den Ort wichtige Geländekante wird zugunsten der neuen Siedlungsstruktur aufgehoben.

Perspektivische Darstellung des zentralen Frei- und Grünraumes im Areal A, Blick Richtung Nord-Ost

Auch entlang der Burgfelderstrasse werden Reihenhäuser vorgeschlagen, jedoch nun mit vier Geschossen, um auf Strassenniveau öffentliche und halböffentliche Nutzungen anbieten zu können. Ein überbreiter Gehsteig wie auch eine Erschliessungsstrasse für den Langsamverkehr parallel zur Burgfelderstrasse tragen zu einer quartierfreundlichen Atmosphäre dieses Teilbereiches des Projektes bei. >

Übersichtsbild aus Sicht von Frankreich

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

HHF Architekten MIT Milica Topalovic

HHF Architekten MIT Milica Topalovic

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

Freiraum Von grosser Qualität ist der innerhalb des Areals integrierte Freiraum, der als Fussgänger- und Fahr-

radverbindung das neue Quartier von Nord-Ost in Richtung Süd-West durchschneidet und an die angrenzenden Landschaftsräume anschliesst. Mit dieser städtebaulichen Massnahme wird einerseits das Quartier im übergeordneten Netzwerk der Grünräume integriert und andererseits ein wichtiger Aufenthaltsort innerhalb der Siedlung geschaffen. Das Erschliessungskonzept für den Fahrverkehr ist überzeugend gelöst, bedarf jedoch der genaueren Überprüfung, sollte dieser städtebauliche Ansatz weiterverfolgt werden. Natur, Landschaft und Freiraum Das neue Wohngebiet mit drei unterschiedlichen Wohnformen (Reihenhaussiedlung, Gruppe Wohn-

hochhäuser, Appartementhaus) wird gegliedert durch Grünräume und öffentliche Freiräume, welche sinnvoller Weise weitgehend an bestehende benachbarte Anlagen anknüpfen. Die sehr dichte, streng geometrische dreigeschossige Reihenhauswohnsiedlung zeigt enge Gassen, kleine private Wohnhöfe und eine diagonale öffentliche Begegnungs- und Bewegungsachse mit Platzausweitungen. Das Gassensystem dient der Erschliessung für den Privatverkehr (Parken in jedem Haus). Die Freiraumqualität innerhalb der Siedlung ist hier nur begrenzt vorhanden. Angrenzend an den grösseren Grünzug im Nordwesten, der sich zum geplanten Landschaftspark öffnet, stehen die drei Hochhäuser und das Appartementhaus. Die siedlungsinterne Achse endet jeweils in einem öffentlichen Grünzug. Ein kleiner neuer Grünzug wird als Verlängerung der bereits bestehenden öffentlich zugänglichen Freiflächen des UPK- Areals an der Bungestrasse vorgeschlagen (Reservefläche für Kindergarten oder Schule). Der andere grössere Grünzug führt vom geplanten Landschaftspark im Norden zur Friedrich Miescher-Strasse. Die Burgfelderstrasse wird mit einer Allee aufgewertet. Der Versiegelungsgrad in der Reihenhaussiedlung ist hoch. Die beiden Grünzüge lassen eine lokale Vernetzung zu. Das Freiflächenangebot ist reich: Gassen, Höfe, Terrassen, diagonale Bewegungsachse mit Spielangeboten, zwei grössere öffentliche Parkanlagen. Besondere Qualität liegt in der guten Anbindung an die angrenzenden Parkflächen (UPK- Areal und Landschaftspark).

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FA ZIT Mit dem Vorschlag wird ein Beitrag zur Beantwortung der Frage geleistet, wie sich in der Stadt preiswertes Wohnen auf der eigenen Parzelle gestalten könnte. Im Vordergrund der Bearbeitung steht die effiziente Nutzung des Areals. Damit bedient die Idee mit einem Grundraster, in dem sich die Eigentümer ihre eigenen Wohnvorstellungen verwirklichen können, eine Marktlücke in Basel. Heikel ist die Planierung des für diesen Ort bedeutenden Geländeverlaufs und es stellt sich die Frage, ob die Teppichsiedlung auch ohne Nivellierung der Topografie funktionieren würde.

Neue Verkehrsführung

Autoverkehr Öffentlicher Verkehr Radwege Fussgänger

Positiv zu bewerten ist, dass die Bebauung der entstehenden drei Areale gut in einem Netzwerk von Grünräumen eingebunden ist und somit die bestehenden Landschaftsräume angemessen erweitert und verbunden werden. Nachteilig wirkt sich aus, dass die dichte Teppichsiedlung nur wenig Raum für den siedlungsinternen Aufenthalt bietet und der Versiegelungsgrad hoch ist.

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

Bachelard Wagner Architekten mit Topotek 1

Bachelard Wagner Architekten mit Topotek 1

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

«Kompaktes Wohnen mit eigenem Garten» Bachelard Wagner Architekten mit Topotek 1

B e u rte i l u ng

Der zentrale Baustein des Vorschlags besteht aus einer durch die Burgfelderstrasse und die Niederterrassenkante begrenzten, zweigeschossigen dicht bebauten Wohn-Teppichsiedlung. Als Besonderheit und Referenz an die heutige Gartennutzung werden die Dächer als gut nutzbare, offene begrünte Dächer ausgestaltet. Die Kante der Niederterrasse wird durch eine differenzierte Staffelung der Wege, Beete und Wiesenbereiche zum quartiersprägenden öffentlichen Grün- und Freiraum, der eine Verbindung in den geplanten Landschaftspark schafft. Auf beiden Seiten der Burgfelderstrasse sind zwei strassenbegleitende Geschossbauten vorgesehen, womit die heutige Ausfallstrasse zur Quartierstrasse mit Nahversorgung ausgestaltet werden kann. Östlich der Teppichsiedlung werden mehrere markante Wohnhochhäuser platziert. In diesem Bereich können auch öffentliche Nutzungen, z.B. ein Sportplatz, untergebracht werden.

B

Grundidee Der Vorschlag geht sehr differenziert auf die Strukturen des Stadtraumes, der Topografie und der

Familiengärten ein. In der grossmassstäblichen Stadtstruktur werden feste architektonische und aussenräumliche Akzente gesetzt, in den Feldern der Familiengärten hingegen suchen die Verfasser nach Spielräumen und Varianten von Bebauungstypen. Diese basieren auf der räumlichen Struktur der Familiengärten, auf einer möglichen Etappierbarkeit und auf der Funktionalität. Konzept Das städtebauliche Konzept leitet aus der Topografie eine differenzierte Neubebauung im Familien-

gartenbereich ab. Die Bordkante im westlichen Teil des Areals wird zu einem öffentlichen Gartenraum. Die obere Ebene an der Burgfelderstrasse ordnet sich neu dieser Stadtebene zu und ist > Strassenbegleitend, wie auf der Burgfelderstrasse stadteinwärts, wird die Baumallee fortgesetzt und im Bereich des ersten Baukörpers aufgedoppelt. Auf dem Plateau des zurückspringenden Gebäudes werden die Privatgärten als Aussichtsterrassen in Richtung PK-Park ausgebildet. Die topografischen Kante wird durch eine differenzierte Staffelung in Wege, Beete und Wiesenbereiche zum quartiersprägenden öffent- lichen Grün- und Freiraum. Der Charakter von kultivierten Gärten wird mit der Pflanzung von Apfel- und Kirschbäumen aufgenommen.

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Die Privatgärten des zweiten Baukörpers orientieren sich Richtung Kulturlandschaft. Spazier- und Fahrradwege im Böschungsbereich verbinden das Areal mit Bourgfelden.

Gesamtplan Typologien A und B: strassenbegleitende Baukörper Typologie C: Teppichhäuser Typologie D: Wohnhochhäuser Typologie E: Freizeitmagnet (z.B. Schwimmbad)

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Stadtrandentwicklungen

Erneuerung und Ergänzung der Burgfelderstrasse mit der verlängerten Tramlinie und den zwei strassenbegleitenden Baukörpern

Testplanung NORDWEST

Bachelard Wagner Architekten mit Topotek 1

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

Bachelard Wagner Architekten mit Topotek 1

Modellbild, Blick von Südwesten

entsprechend mit einem mehrgeschossigen Zeilenbau besetzt. Die Artikulation im Bebauungsbereich mit den entsprechenden Vorräumen und Zonen unterstreicht die stadträumliche Absicht strassenseitig und führt sie im Norden mit den perspektivisch wohl gesetzten Volumen westlich des Strassenzuges fort. Damit kann die Ausfallachse der Burgfelderstrasse als interessanter eigenständiger Stadtraum gelesen werden, während gleichzeitig eine spannende Beziehung der Aussenräume östlich der Burgfelderstrasse mit der Struktur der Familiengärten westlich entsteht. Für das Areal der Familiengärten begründen die Verfasser eine etappierte Umwandlung in Wohnungsbauten. Diese geht von einer Koexistenz aus. Die Entwicklung unterscheidet einerseits zwischen einem westlichen und einem östlichen Teil, andrerseits kann der westliche Teil wiederum etappenweise in einzelne Umnutzungs- bzw. Baufelder unterteilt werden. Während der westliche Teil einer aus den Familiengärten abgeleiteten zweigeschossigen «Teppichsiedlung» vorbehalten bleibt, löst sich das östliche Areal mit groben zwei- bis zehngeschossigen Volumen von der kleinzelligen Struktur der Familiengärten. Diese Baufelder gelten zudem als Pufferzone für eine noch ungewisse Abgrenzung zur UPK und deren Parkanlage. Im Norden bleiben die Verfasser trotz Fragezeichen beim Vorschlag für eine übergeordnete Freizeitnutzung wie Hallenbad oder Einkauf mit Restauration. Zumindest bleibt damit der Hinweis auf eine klare Abgrenzung zur Wohnnutzung und hält an einer eigenen Nutzungswidmung zu Gunsten einer klaren städtebaulichen Orientierung fest. Umsetzung Die Überprüfung der Varianten im westlichen Familiengartenareal ergibt eine spannende Vielfalt von

Lösungen. Diese sind nicht alle gleich glaubwürdig aber haben eine hohe Qualität und Eigenwilligkeit. Die Übernahme einer begrünten Dachlandschaft, quasi der Ersatz der Gärten auf dem Dach erscheint dabei ebenso wenig zwingend wie auch die vorgeschlagenen Etappen. Wichtig ist die konsequente Einbindung in die Massstäblichkeit der Familiengartenstruktur, was in den Varianten nachgewiesen wird. Die grossen Volumen im Osten dagegen sind nicht über jeden Zweifel erhaben. Weder die formal durchaus begründbaren Volumen noch die aussenräumlichen Kontraste erscheinen zwingend nach> vollziehbar.

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Testplanung NORDWEST

Bachelard Wagner Architekten mit Topotek 1

Testplanung NORDWEST

Stadtrandentwicklungen

Bachelard WagneR Architekten mit Topotek 1

Mit den Schreberdächern haben die Gärten einen neuen Platz gefunden. Minimal gestaltete Treppenaufgänge ersetzen die «Hütten», Fahnen sind erlaubt.

le des Schrebergartenareals werden zu einer dichten Teppichhaussiedlung mit «Schreberdächern» (Dachgärten), kleinen Wohnhöfen und engen Erschliessungsgassen. Entlang des Randes zum UPKAreal werden sechs abgestufte Wohnhochhäuser mit grosszügig bemessenen Freiräumen (Wohnpark) vorgeschlagen, die mit den Parkanlagen des UPK- Areals einen durchgrünten, mit Bäumen strukturierten Stadtraum bilden. Im Nordwesten wird ein Bereich für öffentliche Bauten/Anlagen bezeichnet.

Idee von Schreberdächern auf den Teppichhäusern

Das Wegenetz nimmt die angrenzenden Beziehungen auf. Bemerkenswert ist der Umgang mit der Geländekante; hier entsteht ein langgezogener, das Quartier prägender, öffentlicher Grün- und Freiraum. Mehrere weitere Wege führen durch das Quartier zum neuen Landschaftspark. Das Freiflächenangebot ist vielfältig. Ausser dem genannten öffentlichen Quartierpark entlang der Hangkante profitiert das Quartier vom angrenzenden Angebot: dem geplanten Landschaftspark sowie dem bestehenden Sportplatz an der Friedrich Miescher-Strasse. Die dichte Teppichhaussiedlung lässt nur wenig Raum für den siedlungsinternen Aufenthalt (Begegnungsflächen, Spielräume usw.).

> Natur, Landschaft und Freiraum Das neue Wohngebiet am Stadtrand setzt sich aus unterschiedlichen Wohn- und Gebäudeformen und

FA ZIT Der Vorschlag geht sehr differenziert auf die Strukturen des Stadtraums, der Topografie und der Familiengärten ein. Der Entwurf bietet eine flexible Vielfalt und Etappierbarkeit des Wohnungsangebots sowie des temporären Erhalts von Familiengärten. Die Geländekante im westlichen Teil des Areals, deren Erhaltung aus Sicht des Landschaftsschutzes ein wichtiger Aspekt ist, wird zu einem öffentlichen Gartenraum. Zu hinterfragen sind die grossen Volumen im Osten des Areals, der vorgeschlagene Publikumsmagnet südlich des Paraplegikerzentrums sowie die Dimensionierung der Zeilen entlang der Burgfelderstrasse. Insgesamt bietet der Entwurf jedoch eine intelligente und prüfenswerte Auswahl an Handlungsspielräumen innerhalb des Familiengartenareals.

Freiräumen zusammen, welche aus den angrenzenden Räumen und aus der Topografie entwickelt werden. Markante lang gezogene mehrgeschossige Bauten begleiten die baumbestandene Burgfelderstrasse und führen zum Eingang des neuen Landschaftsparks und nach Bourgfelden. Grosse Tei-

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Stadtrandentwicklungen

Testplanung NORDWEST

Schlussfolgerung

> Schlussfolgerungen für die weitere Planung Die Expertenbeurteilungen sowie Diskussionen zwischen den Experten, Vertretern des Hochbau- und Planungsamtes, der Immobilien Basel-Stadt sowie der Stadtgärtnerei haben ergeben, dass für eine Weiterentwicklung im Testplanungsgebiet Stadtrandentwicklung Nordwest der folgende Ansatz am besten geeignet ist:

Schemaskizze Planungsansatz

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Burgfelden

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Planungsziel «Kompaktes Wohnen mit eigenem Garten» in Anlehnung an den Entwurf von Bachelard Wagner Architekten mit Topotek 1

Burgfelderhof Im

Zentrales Element der baulichen Entwicklung ist das langgestreckte Feld unterhalb des Geländesprungs der Niederterrasse. Dort werden Voraussetzungen für verdichteten, kostengünstigen und ökologischen Einfamilienhausbau geschaffen.

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Auf der Ebene oberhalb der Terrassenkante bekommt die heute nur einseitig angebaute Burgfelderstrasse beidseitig eine bauliche Begleitung und wird zur städtischen Allee, die auch Quartier- und Nahversorgungsfunktionen aufnehmen kann.

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Die Terrassenböschung selbst bleibt von Bebauung frei und bildet einen Grünkorridor in den geplanten TEB-Metropolitanpark in Frankreich.

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Mit der vorliegenden Planung soll das heute kaum wahrgenommene Gebiet zu einem eigenständigen Baustein der Stadtlandschaft werden. Die natürliche Topografie mit der Kante einer Niederterrasse des Rheins bildet die Grundlage für die räumliche Verteilung von Nutzungen und baulichen Typologien.

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TEB-Projekt Metropolitanpark Nordwest

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Stadtrandentwicklungen

> Schlussfazit

Schlussfazit

Die Testplanungen in den Gebieten Stadtrandentwicklung Ost, Süd und Nordwest haben Anhaltspunkte dazu geliefert, wie die besonderen Vorzüge der Stadtränder hervorgehoben werden und die Gebiete sich zu Schauseiten in der Landschaft entwickeln können. Die ausgewählten Planungsansätze bieten die Chance zur Verwirklichung von Wohnraum für ca. 4'000 Einwohnerinnen und Einwohner und decken mit ihrem unterschiedlichen Wohnungsangebot die Nachfrage von verschiedenen Zielgruppen. Es hat sich herausgestellt, dass sich das Testplanungsgebiet im Osten besonders für Wohnen in Hochhäusern mit attraktiver Aussicht eignet, da so ein Grossteil des Areals frei bleibt und als neue Freizeitlandschaft, in welcher weiterhin Familiengärten und Sportanlagen ihren Platz finden, ausgestaltet werden kann. Das Testplanungsgebiet im Süden richtet sich mit seinen sorgfältig in die Topografie eingepassten Wohngebieten am beliebten Naherholungsgebiet des Bruderholzes an höhere Einkommensgruppen. Für die zukünftige Entwicklung im Nordwesten soll dem Bedürfnis nach preiswertem familienfreundlichen Wohnen in verdichtetem Reiheneinfamilienhausbau nachgekommen werden. Komplementär zum Thema Wohnungsbau wurde mit den Testplanungen auch die zukünftige Ausgestaltung der Landschaftsräume in den Testplanungsgebieten behandelt. Mit den für die Zonenplanrevision als Grundlage ausgewählten Planungsansätzen wird die Gelegenheit genutzt, die dortigen Freiraumverbindungen in die benachbarten Landschaftsräume zu verbessern. Ausserdem ist es integraler Bestandteil der Planungen, den Erholungswert der Siedlungsränder zu stärken. Damit wird nicht nur ein attraktives Wohnumfeld für die neuen Wohngebiete geschaffen, sondern auch das Naherholungsgebiet für die Stadtbevölkerung insgesamt erweitert.

Impressum Herausgeber: Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt, Hochbau- und Planungsamt, 4001 Basel Gestaltung und Realisation: Susanne Krieg Grafik-Design, Basel Druck: Druckerei Dietrich, Basel Auflage: 1000 Exemplare Bildnachweise: Grundlagenplan Umschlag und S. 7, 8, 11, 31, 32, 35, 56, 59, 79, 80 © Grundbuch- und Vermessungsamt Basel-Stadt, 02.02.2010 | Stadtansicht: Altstadt Dresden, S. 52 © West-Östlicher Architektenworkshop, Dresden 1990 | Die Rechte aller anderen Abbildungen liegen bei den jeweiligen Architekturbüros. Schutzgebühr CHF 10,–

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Stadtrandentwicklung - Ost, Süd und Nordwest  

Broschüre des Bau und Verkehrsdepartementes Basel-Stadt

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