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Das Magazin der Zweigbibliothek Medizin U niversit채ts - und L andesbib liothek M 체nster

In dubio contra autor Plagiathype fordert Opfer


Die Bibliothek freut sich auf Ihren Besuch!


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Editorial

© Kim Nick - cartoonstock

Inhalt

4 Titel Plagiathype fordert Opfer

Immer mehr Manuskripte werden automatisch abgelehnt

6 PeerJ - all you can publish

Liebe Mediziner,

8 Zeitschriftenabbestellungen

waren wissenschaftliche Publikationen bisher schon ein Hürdenlauf sondergleichen, so hat die aktuelle Plagiat­ hype zu neuen Verwerfungen geführt.

Neuartige Open Access Journale sind im Kommen, die Unibibliothek hilft bei der Journalgründung

Einsparungen an der Journalfront: Bibliothek und Kommission nahmen Arbeit auf

9 Taskforce: Lisa Bombeck

Interview mit der Vertreterin der Fachschaft Zahnmedizin

10 Abmahnfalle Fotos

Vorsicht beim Upload von Bildern: Der Abmahnanwalt steht Gewehr bei Fuß

12 1. iPad-Tag der WWU

Die Medizin rief und alle kamen: Große Beteiligung bei Tabletkonferenz im Foyer des Schlosses

14 QR-Codes führen zum E-Book

QR-Codes erlauben die Verbindung von gedruckten und elektronischen Büchern am Regal vor Ort

15 Die Bibliothek ist mein Google

Dr. Oliver Obst

Vor der Submission steht der Impact Faktor, nach der Submission der Sim-Faktor.

An einem Tag im Juli: Die Mitarbeiter der ZB Medizin machten sich „fit for future“

Vor der Submission steht die Wahl der Zeitschrift. Da gilt es das richtige Fachgebiet zu finden, geneigte Peer Reviewer und einen hohen Impact. Nach der Submission entscheiden Edito­ r und Reviewer über Rejection oder Acceptance. So war es jahrelang und manchen mag es deshalb über­ raschen, dass heute vielerorts Maschinen über die Aufnahme eines Manuskripts entscheiden. Die wissenschaftlichen Zeitschriften haben sich nun eine neue Hürde für den Autor ausgedacht: Plagiatcheck. Alle eingereichten Artikel werden automatisch auf Plagiate gecheckt. Wessen Similiarity Score zu hoch ist, dessen Manuskript wird abgelehnt - automatisch, ohne Interaktion mit einem Editor. Ein hoher Sim-Faktor bedeutet (im Gegensatz zum Impact Faktor) nichts Gutes sondern: „Zurück auf Los: Du darfst nicht zum Peer Review vorrücken!“ Zu verdanken haben wir dieses neue schwarze Loch des Reviewprozesses einer im Prinzip vernünftigen Idee: Ende der 90er Jahre taten sich britische Editoren zum Committee on Publication Ethics (COPE) zusammen. COPE möchte, dass man der Wissenschaft

wieder vertrauen kann. Dazu wurde dem wissenschaftlichen Betrug der Kampf angesagt. Recht so! Nur ist wissenschaftlicher Betrug gar nicht so einfach zu erkennen. Deshalb hat man sich erst einmal auf die Plagiate eingeschossen, denn zum Aufspüren von doppelt benutzten Formulierungen und Sätzen gibt es bereits Automatismen (und Firmen, die dies als Service anbieten). Wie es um die Qualität des Plagiatchecks steht, erfährt man in der Regel nicht, denn für Autoren und Heraus­ geber ist das ein gleichermassen heikles Thema. Uns hat aber ein Münsteraner Wissenschaftler einmal in seinen Similiarity-Prüfbericht hineinschauen lassen. Welche Abgründe sich dort auftun, erfahren Sie auf Seite 4. Das eigentliche Ziel von COPE, die Verhinderung von wissenschaftlichem Betrug (oder wenigstens die Verhinderung seiner Veröffentlichung) gerät dabei vollkommen aus den Augen, denn dazu müsste viel mehr investiert werden. Dafür bräuchte man Experten für Bildmanipulation, Statistiker, investigative Editoren. Die Geldmengen, die dazu nötig wären, sind zwar im System vorhanden, werden aber alljährlich von den Verlagskonzernen abgeschöpft und stolz auf Aktionärsversammlungen ausgeschüttet. Und so werden im Publikationswesen weiterhin schlecht (wenn überhaupt) bezahlte Editorial Boards für Konzerne a­rbeiten, die Milliarden Profit machen, - alles im Dienste der Wissenschaft versteht sich. Was mich am Meisten freut: Die behäbigen Dinosaurier beider Seiten werden zur Zeit von flinken, modernen Open Access-Journalen aufgemischt (Seite 6). Wer am Ende das Rennen macht, ist dabei noch vollkommen offe­n...

16 Neue Bücher Das Magazin der Zweigbibliothek Medizin

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Publikationswesen 4

Foto: Duden-Definition „Plagiat“

In dubio contra autor: Plagiathype fordert Opfer Betrug in der Wissenschaft ist in aller Munde. Fachzeitschriften fürchten um ihren guten Ruf und prüfen alle eingereichten Manuskripte auf Plagiate. Was unter dem Namen COPE* einen höchst sinnvoller Kampf gegen wissenschaftlichen Betrug darstellt, hat sich in der Praxis zu zigtausenden Vorverurteilungen ohne jede wissenschaftliche Grundlage entwickelt. Dr. Steven Gardner1, ein renommierter Forscher der Universität Glasgow, ist stocksauer: Sein Manuskript mit den bahnbrechenden Forschungsergebnissen zu Lungenviren bei Vögeln, die er eben erst auf der Konferenz der Internationalen Gesellschaft für Aviation Medicine vorgestellt hatte, wurde vom Journal of Airway Obstruction mit der Begründung abgewiesen, es stünde mit einem „Similarity-Score“ von 35% unter Plagiatsverdacht.

Plagiate erleben Renaissance Plagiate erleben zur Zeit eine Renaissance. Sie sind en vogue. Selbst ernannte (meist anonyme) Plagiatswächter machen Jagd auf prominente Opfer - das interessiert die Medien besonders. Auch in der Wissenschaft sind Plagiate ein Thema, wie T. Steinert2 kürzlich berichtete. Insbesondere eine Publikation in Science3 erregte weltweit Aufsehen: Die Autoren hatten 212 Artikel mit Plagiatsverdacht entdeckt - von insgesamt 9.120 Artikeln, bei denen die Plagiat­ erkennungssoftware anschlug.

Angst essen Journale auf 1  Auf Bitten des Autors wurden alle Namen geändert, damit er nicht identifizierbar ist. Nichts weist deutlicher auf die ungleiche Machtverteilung im Publikationswesen hin. 2  Psychiatrische Praxis 2012; 39(02): 95-97 3  Science 6 Mar 2009: Vol. 323 no. 5919 1293-1294. http://www.sciencemag.org/content/323/5919/1293.full

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Fachzeitschriften sind wie gelähmt durch die Angst vor Wissenschaftsbetrügern und Plagiatoren. Aus Sorge um ihren guten Ruf haben sie das „Committee on Publication Ethics“ gegründet. COPE hat 7.000 Mitglieder weltweit und berät Verleger bei Fällen von wissenschaftlichem Fehlverhalten. Für diesen Zweck hat COPE den Code of Conduct and Best Practice Guidelines for Journal Editors4 veröffentlicht und empfiehlt “having systems in place to detect plagiarized text either for routine use or when suspicions are raised”. Die Folge: Mehr und mehr Zeitschriften prüfen alle eingereichten Manuskripte auf Plagiate. Bei einem zu hohen „Similiarity Score“ wird eine automatische Ablehnung ausgesprochen.

Detektivbüro für Plagiate Mittlerweile existieren zahlreiche Dienstleister für Plagiaterkennung, die behaupten, mit ihren Programmen Zeitschriften vor Schaden bewahren zu können. Diese Software checkt Manuskripte gegen große Datensammlungen von Zeitschriftenartikeln, Büchern und Webseiten. Zahlreiche Fachzeitschriften, ja ganze Verlagsgruppen bedienen sich mittlerweile solcher Dienste, darunter Elsevier, Nature, Oxford University Press oder Wiley.

4 http://publicationethics.org/files/Code_of_conduct_for_journal_editors_Mar11.pdf

Irgendwas findet man immer Dass dies nicht immer reibungslos vonstatten geht, musste jetzt Steven Gardner leidvoll erfahren. Das vom Journal of Airway Obstruction verwendete Tool iThenticate5 setzt auf einer Literaturdatenbank mit mehreren zig Millionen Einträgen auf. Schaut man sich diese einmal genauer an, stellt man fest, dass hier auch Kongressabstracts enthalten sind. Genau dies wurde Gardner zum Verhängnis, denn iThenticate entdeckte gleichlautende Formulierungen zu einem bestimmten Kongressabstract - kein Wunder, hatte Gardner doch seine Ergebnisse auf eben jener Konferenz vorgetragen. Dieser Abstract brachte ihm alleine 9% Similiarity Score ein.

Mehrfaches Versagen Doch dieser Anbieter schoss auch sonst über das Ziel hinaus: 1. iThenticate hat das eingereichte P­aper als Plagiat eines Konferenzabstracts angesehen. Dabei konnte es sich schon alleine deswegen nicht um ein Plagiat handeln, weil die Autoren dieselben wie im Manuskript waren. Es könnte sich also allen­falls - wenn überhaupt - um eine Doppelpublikation handeln. Doch in iThenticate‘s Datenbank fehlten die Autoren. Ein Indexierungsversagen, das zu Lasten von Steven Gardner ging. 5 www.ithenticate.com

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Publikationswesen

Foto: (c) Sandra-Denise Boruszewski

2. Dieses Abstract findet sich auf mehreren Konferenzwebseiten, die von iThenticate gescannt wurden, und wurde so doppelt und dreifach auf den Sim-Score angerechnet. 3. Des Weiteren wurden Füllwörter und Standardformulierungen als Plagiate angesehen wie z.B. P<0.01, high-dose, ml/kg, end-stage disease, patients were excluded usw.. Selbst Hinweise auf Studien wie ...data from the Avian Virus Outbreak Study (AVOS) show... oder Herstellernamen wie Fresenius Deutschland GmbH, Bad Homburg, Germany wurden als Plagiate gewertet. Das fundamentalste Versagen hat sich meines Erachtens aber beim Journal selber abgespielt.

Der Autor steht im Regen Nun wäre das alles kein Problem, würde sich ein Mensch - etwa der geschäftsführende Editor - diese automatisierten Plagiatberichte anschauen. Ein kurzer Check hätte diese Fehler schnell aufgedeckt. Doch ebendies ist (sträflich) unterlassen worden: das Journal hat sich blind auf iThenticate verlassen, hat das „Prüfergebnis“ dieser inkonsistenten Plagiatdatenbank blind durchgewunken und hat keinerlei Überprüfung der verdächtigen Übereinstimmungen vorgenommen - dies alles, obwohl hinreichend bekannt ist, dass die Ergebnisse von Plagiaterken-

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nungsprogrammen zu 98% falsch-positiv sind. Hinzukommt, dass der Autor mit diesem Score im Regen stehen gelassen wird. Was soll er denn jetzt nun machen? Soll er sein Manuskript umformulieren? Gängige Formulierungen streichen? Gebräuchliche Wörter durch ungebräuchliche ersetzen? Und wirkliche Plagiatoren? Stellen die iThenticate-Rückmeldungen nicht vielmehr eine genaue Anleitung dar, wie Plagiate geschickt unkenntlich zu machen sind?

The System is broken Der Kampf der Wissenschaftler gegen Betrug in den eigenen Reihen bedient sich nicht ohne Grund der Plagiaterkennungssysteme. Sie muten darin an wie der Mann, der unter einer Laterne nach seinem Schlüssel sucht, weil es nur dort hell genug zum Suchen ist. Wirklichen wissenschaftlichen Betrug aufzuspüren ist ungleich schwerer und kann deshalb nicht automatisiert betrieben werden. Die Zeitschriften vertrauen zur Zeit einzig und alleine der unsicheren Expertise der Reviewer. Aber wer schaltet schon standardmässig einen Statistiker oder einen Fachmann für Bildmanipulationen ein?

Forscher als Dukatenesel

Der gegenwärtige Zustand des Publikationswesens gibt Anlass zur Sorge: Erstens sind die gemeinsamen Ziele von Forschern und Verlegern auf dem Altar des Profits geopfert worden. Zweitens sehen die großen Verlagskonzerne im Forscher nur noch den Dukatenesel, und drittens behandeln sie ihn oft wie einen lästigen Bittsteller. Forscher sind genervt von dieser schlechten Behandlung und suchen intensiv nach Auswegen aus dieser Abhängigkeit. Nicht umsonst erleben zur Zeit die fachübergreifenden Open Access-Journale á la PloS One, PeerJ oder eLife einen großen Zulauf. Das hat weniger etwas mit dem Impact Faktor zu tun, sondern viel mit Vertrauen und Freiheit der Wissenschaft.

Und was nun? Um sich vor einem ungerechtfertigten Plagiatsverdacht zu schützen, kann man seinen Artikel vor der Einreichung selber mit frei verfügbaren Tools wie eTBLAST (http://etblast.org) auf Wortgleichheit testen. Der eigenhängige Similaritätstest hilft aber nicht immer, da die zugrundeliegenden Datenbanken unterschiedlich sind. Es bleibt also nur 1. das Paper woanders einzureichen, oder 2. die beanstandeten Formulierungen wegzulassen. Genau dies hat nun auch Steven Gardner gemacht. Er hatte Glück: Nach einer kreativen Wortsäuberungsaktion wurde sein Manuskript im zweiten Durchlauf anstandslos durchgewunken. yx

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Publikationswesen 6

PeerJ - All you can publish Der Trend zu Open Access hat zur Gründung neuer Zeitschriften und Verlage geführt. Die bekanntesten in den Biomedical & Life Sciences sind BioMed Central und PLoS. Im Folgenden wird das neue Journale PeerJ beschrieben sowie die Möglichkeit, ein Open Access Journal bei der Universitätsbibliothek zu publizieren. Während BioMed Central noch ziemlich traditionell eine Suite von zahllosen Einzeltiteln ins Leben rief, gelang PLoS mit PLoS ONE ein wirklicher Quantensprung. PLoS ONE war das erste einer neuen Art von Zeitschriften, die vielfach auch Megajournals genannt werden. Megajournals zeichnen sich durch folgende Kriterien aus: fachübergreifend, keine editorielle Einschränkung, Auffangbecken für abgelehnte Artikel aus (höherrangigen) Zeitschriften des Verlags, schneller Durchlauf, Article Level Metrics.

Megajournals

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Open Access & Peer review

Die vorletzte Neugründung war eLife, ein Gemeinschaftsprodukt von MPG, Wellcome Trust und Howard Hughes Medical Institute (zunächst ohne Article Publication Charge); die letzte Neugründung ist PeerJ, das seit dem 3. Dezember Submissions entgegennimmt.

PeerJ legt (natürlich) höchsten Wert auf die Feststellung, dass es sich nicht um eine Eintagsfliege ohne Peer Review handelt, sondern wirbt ausdrücklich mit “Open Access & Peer review”, dazu gibt es 5 Nobelpreisträger im (distinguished) Editorial Board und einen ebenso distingierten Vorstand: Peter Binfield (ehemals PLoS ONE), Jason Hoyt (ehemals Mendeley) und mit Tim O’Reilly nicht nur den Chef von O’Reilly Media Inc, sondern auch einen der weltweit profiliertesten Open Access-Verfechter.

PeerJ PeerJ ist deswegen so interessant, weil es sich im Vergleich zu allen obigen Megajournals um ein neues Geschäftsmodell handelt, das laut Nature einen disruptiven Charakter hat: Statt eine Article Publication Charge für jede Veröffentlichung zu nehmen (die Rejections sind ja meist umsonst), kann man bei PeerJ nach der Bezahlung einer One-Time-Fee lebenslang umsonst publizieren. Der Slogan von PeerJ lautet denn auch “Pay once, publish for life”, von Nature schnell umgedichtet zu: “All you can publish”. Neben der PeerJ-Zeitschrift bietet PeerJ unter dem Namen PeerJ PrePrints auch noch eine pre-print Zeitschrift bzw. einen pre-print Server an. Beide richten sich an die “biologischen und medizinischen Wissenschaften”.

Kostenplan von PeerJ Das Einzigartige bei PeerJ ist der Kostenplan (siehe oben): Für eine einmalige Zahlung von $99 kann man ein Paper im Jahr bei PeerJ veröffentlichen – lebenslang. Wenn man erst nach der Annahme

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Alle Foto: auf dieser Seite (c) PeerJ

PLoS ONE war mit dieser Politik sehr erfolgreich und wurde in wenigen Jahren mit 20.000 publizierten Artikeln im Jahr zur größten Zeitschrift der Welt. So ganz nebenher bewies PLoS ONE, dass das Geschäftsmodell des artikelbezahlten Open Access sehr erfolgreich sein kann. Diese Erkenntnis hat zu zahlreichen Neugründungen etablierter Verlage geführt, die PloS One das Feld natürlich ungerne alleine überlassen wollten: - Biology Open (Comp. of Biologists) - BMJ Open - Cell Reports (Cell Press) - FEBS Open Bio - mBIO (Am. Society of Microbiology) - Open Biology (Royal Society)

- Sage Open - Scientific Reports (Nature)


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Publikationswesen

eines Papers bezahlen möchte, um nicht umsonst bezahlt zu haben, dann kostet es mit $129 nur $30 mehr. Neben dem lebenslangen und (bis auf die Einmalzahlung) kostenfreien Publizieren sind die sensationell niedrigen Gebühren der größte Eyecatcher bei PeerJ, der auch für die größte Verwunderung sorgt: Wie kann sich so ein Geschäftsmodell nur tragen? Dafür gibt es mehrere Gründe, so findet man z.B. im Kleingedruckten folgenden offenherzigen Hinweis: “However, do be aware that every author has to be a paying member before we will start the production process on your paper. In addition, don’t forget that we ask every member to contribute one review to our community every 12 months, or risk their membership lapsing.“ Bei einer durchschnittlichen Autorzahl von 7 (z.B. in PNAS) würde dies bedeuten, dass PeerJ für den ersten Artikel 7*129 = $903 einnehmen würde. Zum Vergleich: BiomedCentral startete 2004 mit $500. Die betrifft zwar nur die Einnahmen des ersten Jahres, aber wenn sich die Zahl der PeerJ-Autoren jedes Jahr auch nur verdoppelt, dann sinkt der Verlust für Publikationen von Altautoren jedes Jahr um 50%. Fragen Sie bitte einen Betriebswirtschaftler nach den Details,

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aber für mich klingt das plausibel. Und der zweite Hinweis: Ebenso wie bei BMC ist es auch bei PeerJ zu erwarten, dass nach einer anfänglichen Phase des kreativen Kundenfangs die Preise ansteigen werden. BMC hat bei einigen Titeln bereits die Marke von $2.500 überschritten und auch bei PeerJ sind zukünftige Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen. An der Universität Münster gibt es ebenfalls die Möglichkeit, Open Access zu publizieren. Die Besonderheit: Die Universitätsbibliothek hilft sogar dabei, ein eigenes E-Journal zu publizieren.

Eigenes Open Access Journal In der Universität gibt es einige Wissenschaftler, die editor-in-chief hochrangiger Fachzeitschriften sind. Ihnen geht es nicht ums Geld oder die Karriere, sondern sie wollen die Forschung auf ihrem Fachgebiet voranbringen. Mit ihren Verbesserungswünschen stehen sie bei den Verlagen, die ihre Titel herausbringen, allerdings oft vor verschlossenen Türen. Dort herrschen vielfach die 3 Us: Unverständnis, Unfähigkeit und Unwillen. Am liebsten würde man die Zeitschrift selber publizieren, doch der Verlag rückt die Rechte an dem Titel (und damit ist der

Impakt Faktor verbunden!) nicht heraus oder wenn, dann zu aberwitzigen, nicht selten siebenstelligen Summen. Wenn wundert’s? Das wissenschaftliche Publikationswesen ist die Lizenz zum Geld drucken, und wer würde schon seinen Dukatenesel ziehen lassen?

Ein Angebot der ULB Die logische Schlußfolgerung ist, selber eine Zeitschrift zu gründen. Möglichst als Open Access, mit möglichst schnellen Publikationszeiten, Aufnahme in Pub­Med und einem Impact Faktor – aber möglichst ohne Verlag. Um Ihnen dabei zu helfen betreibt die Unibibliothek mit Open Journal Systems eine Plattform für die Publikation von E-Journals. Open Journal Systems ist eine weltweit verbreitete Open Source Software, die die effiziente Verwaltung und Organisation einer Online-Zeitschrift ermöglicht. Das Layout der Zeitschrift ebenso wie der Redaktionsprozess können individuell angepasst werden. Die ULB richtet für Sie einen Zugang zum Open Journal Systems ein und hilft Ihnen bei der Anpassung und Einarbeitung in das System. Auch während des Betriebs stehen wir Ihnen unterstützend zur Seite. Kontakt: Dr. Stephanie Klötgen, Tel.: 0251-8325528 und Dr. Viola Voß, Tel.: 0251-8325556, openaccess@uni-muenste­r.de. yx

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Die Bibliothek 8

Zeitschriftenabbestellungen Die Preise von medizinischen Fachzeitschriften steigen jedes Jahr um 8-12%. Der Wissenschaftler merkt nichts davon: Zum einen werden die Bibliotheksabonnements nicht aus seinem Etat oder dem seiner Einrichtung finanziert, zum anderen werden seine Privat­ zeitschriften durch die - bis zu 20-fach teureren - Bibliotheksabonnements gegenfinanziert. Die Preise von medizinischen Fachzeitschriften sind seit 1998 um 314% gestiegen, d.h. heute kostet ein Journal das Dreifache wie vor 15 Jahren (Abb. oben). Im selben Zeitraum ist der Etat der ZweigbibliothekMedizin um 17% gestiegen und damit real stark geschrumpft (selbst ein Ausgleich der Inflationsrate in diesem Zeitraum von 27% wurde verfehlt). Die Folge dieser Unterfinanzierung: Zeitschriftendesiderate können nicht abonniert werden, Forscher und Ärzte müssen auf wichtige Zeitschriften verzichten oder diese aus eigenen Mitteln kaufen.

Bibliothekskommission Der Fachbereichsrat der Medizinfakultät hat auf seiner Sitzung am 31. Januar 2012 auf Vorschlag des Dekanats eine Bibliothekskommission unter Leitung von Univ.-Prof. S.M. Brand eingesetzt. Ihre Aufgabe ist die Erarbeitung eines Lösungsvorschlags für die Problematik von immensen Kostensteigerungen bei den Zeitschriften angesichts eines limitierten Bibliotheketats. Nach dezidierten Vorarbeiten wurden im Mai alle Institute

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und Kliniken gebeten, ihren Zeitschriftenbedarf anzugeben und verzichtbare Titel zu streichen. Grundlage der Umfrage waren die regelmäßig aktualisierten Zeitschriftenlisten des so genannten „Virtuellen Bibliotheksetats“, die den genauen Zeitschriftenbedarf für jede med­ izinische Einrichtung angeben.1

• Die Zeitschrift ist Teil eines stark rabattierten Pakets von 30 Zeitschriften des Verlags BC. Eine Abbestellung ist möglich, würde aber die Preise der übrigen 29 Zeitschriften so stark verteuern, dass keine Einsparung zu erzielen wäre.

Der Rücklauf war sowohl hoch als auch ausgesprochend produktiv. Die allermeisten Direktoren nannten Titel zur Abbestellung. Der Einspareffekt war jedoch nicht immer so groß wie gedacht, da nicht alle verzichtbaren Zeitschriften auch abbestellt werden können. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur: • Institut X möchte eine Zeitschrift abbestellen, aber Institut Y möchte den Titel weiter behalten. • Es wurde eine Zeitschrift zur Abbestellung genannt, die gar nicht abonniert war. • Die Zeitschrift kann aus vertraglichen Gründen nicht sofort abbestellt werden. • Die Zeitschrift ist Teil eines deutschlandweiten Konsortiums.

Verzichtbare Titel

1 http://medbib.klinikum.uni-muenster.de/wiki/VirtuellerBibliotheksetat

Im Weiteren wurde eine zweite Umfrage unter den geschäftsführenden Direktoren gemacht, diesmal mit der Fragestellung, welche Zeitschriften zum absolut notwendigen Kernbestand der Bibliothek gehören sollten. Nach der Auswertung der beiden Umfragen wurde im September eine Liste der verzichtbaren Zeitschriftentitel erstellt. In enger Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek und diversen Verlagen wurde abgeklärt, ob diese Titel überhaupt abbestellbar waren (s.o.). Schluß­endlich wurden ca. 100 Zeitschriften abbestellt. Ende November infomierte die Zweigbibliothek Medizin die Bibliothekskommission über die erfolgten Einsparmassnahmen und weitere Ideen zur Konsolidierung des Biblio­ theksetats. yx

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Studierende

Taskforce Bibliothek+Fachschaft

Die Taskforce trifft sich mindestens einmal im Semester. Dazwischen wird per Email kommuniziert oder man sieht sich in der Bibliothek. Dieser „kurze Draht“ zwischen Fachschaft und Bibliothek hat sich gut bewährt, gewünschte Lehr­bücher, Zeitschriften oder gar Skelette werden schnell und unbürokratisch angeschafft. Die bisherigen Anregungen und Umsetzungen finden Sie im Wissens-Wiki der Bibliothek. In einer Interview-Serie stellt med die Mitglieder und ihre Ideen vor. Nachdem in der letzten Ausgabe Kathrin Stüven zu Wort kam­en, wird die Serie heute mit cand. med. Lisa Bombeck fortgesetzt, der Vertreterin der Fachschaft Zahnmedizin. 1. Wo sind Sie geboren und aufgewachsen, warum studieren Sie Zahnmedizin und in welchem Semester sind Sie? Was wollen Sie mal werden? Ich bin in Schwäbisch Gmünd in BadenWürttemberg geboren und aufgewachsen. Das Fach Zahnmedizin hat mich wegen der zahntechnisch-handwerklichen und medizinischen Anteile schon früh interessiert. Nach einem Praktikum in einer zahnärztlichen Praxis und einem Zahnlabor sah ich mich in meinem Wunsch Zahnmedizin zu studieren bestätigt. Mittlerweile bin ich in meinem fünften Fachsemester und das Studium macht mir wirklich Spaß. Natürlich möchte ich irgendwann Zahnärztin werden, in welche Richtung ich mich dann spezialisieren möchte kann ich jetzt noch nicht sagen. Doch dafür bietet unser Studium die Grundlagen, indem jeder Bereich des Fachs ausgeleuchtet wird.

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Foto: (c) privat

TaskforceMitglied Lisa Bombeck

Biblio­thek und Fachschaft haben 2009 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um die Biblio­thek weiter zu verbessern. Die Bibliothekszeitung med interviewte nun das neue Taskforce-Mitglied Lisa Bombeck von der Fachschaft Zahnmedizin. 2. Wieso arbeiten Sie in der Fachschaft Zahnmedizin und was betreuen Sie dort für Aufgaben? Es hat mir schon immer viel Freude gemacht Dinge für die Gemeinschaft zu organisieren. In der Fachschaft sehe ich mich als Vertreterin der Zahnmedizinstudenten in der Lage als Verbindung zwischen Student und Lehrendem die Interessen der Gemeinschaft zu formulieren und weiter zutragen. Innerhalb der Fachschaft habe ich vielfältige Aufgaben. Ich betreue die Erstis und plane die Erstieinführung, bin Mitglied im Fachbereichsrat und organisiere das Sommerfest der Zahnmediziner und habe dieses Jahr erstmalig die Teilnahme der Zahnis am Teddybärkrankenhaus geplant. 3. Wie finden Sie die Idee einer TaskForce zwischen Bibliothek und Fachschaft? Ich finde die Idee der Taskforce sehr gut, die Kommunikation zwischen der Biblio­ thek und den Studenten ist vor allem wichtig, um für uns Studenten das Ausleihen der richtigen Lehrbücher und somit das Lernen optimal zu gestalten. Außerdem können wir so die Anschaffung weiterer Lernmittel, wie beispielsweise der iPads, direkt beinflussen. 4. Warum haben Sie sich für die Taskforce zur Verfügung gestellt? Ich selbst profitiere von dem breiten Angebot der Bibliothek und weiß aber von Kommilitonen, dass das Angebot der Bibliothek für Zahnmedizinstudenten im klinischen Studienabschnitt nicht attraktiv genug ist. Daher war mein Vorsatz dies durch meine Teilnahme an der Task-

force zu verbessern! 5. Wie ist die Stimmung in der Studierendenschaft bzgl. der Bibliothek? Wis­ sen die Studenten, dass sie über die Taskforce die Bibliothek verbessern können und die ZB Med auch für Zahnmediziner da ist? Im Allgemeinen haben die Studenten eine recht gute Meinung von der ZB Med, jedoch wissen zu wenige von der Taskforce und dass sie über uns direkte Anregungen und Vorschläge einbringen können. Daher sollte unser Ziel sein, die Taskforce bekannter zu machen und so eventuell das Angebot der ZB Med weiter zu verbessern! Viele Zahnmedizinstudenten nutzen die Angebote der ZB Med, was unter anderem auch daran liegt, dass die Fachschaft bei ihrer Erstieinführung immer gezielt darauf hinweist. 6. Was für Themen könnte die Taskforce noch anpacken? Welche Aufgabe könnte sie in Zukunft noch spielen? Welche Aufgabe hat die Bibliothek aus Ihrer Sicht in der Zukunft? Stichwort E-Books. Zuerst muss die Taskforce in der Studierendenschaft bekannter werden, um dann weitere Aufgaben zu übernehmen, wie beispielsweise einen „Kummerkasten“ in der Bibliothek. Meiner Meinung nach ist die Anschaffung von E-Books und iPads ein wichtiger und zukunftsweisender Schritt, der jedoch - auch unter finanziellen Aspekten- gut geplant sein will. Diese Planung ist und sollte auch weiterhin Aufgabe der Taskforce sein. yx http://medbib.klinikum.unimuenster.de/wiki/TaskForce

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Urheberrecht 10

Justitia von Heemsbrock Foto: gemeinfrei (public domain) laut Wikimedia Commons

Abmahnfalle Fotos: 8 Regeln zur Veröffentlichung von Bildern im Internet Gleich ob es sich um selbst gemachte oder im Internet gefundene Fotos handelt: Vor einer Veröffentlichung steht die genaue Prüfung des jeweiligen Sachverhaltes, sonst drohen schnell Abmahngebühren in vierstelliger Höhe. Holger Bleich und Joerg Heidrich, die bekannten Rechtsspezialisten des c’t Magazins, haben unter dem Titel „Fotofallen: Juristische Klippen bei der Veröffentlichung von Bildern im Web“ eine äußerst lesenswerte Anleitung zur Veröffentlichung von Bildern im Internet geschrieben. In der Hauptsache geht es darum, die (manchmal engen und oft unbekannten) Grenzen des Urheberrechts zu beachten und damit kostspielige Abmahnverfahren zu vermeiden. Das Risiko eines Abmahnverfahrens mit u.U. vierstelligen Schadenssummen betrifft beileibe nicht nur professionelle oder Hobby-Webmaster, sondern jederman. Auf seiner persönlichen Seite bei Facebook, Flickr, Picasa, Twitter oder Wordpress sind schnell Bilder eingestellt und damit öffentlich – d.h. einem größeren Personenkreis – zugänglich. Das kann auch ein umfangreicher Freundeskreis sein. Die folgenden acht Regeln sollen Ihnen helfen, die wichtigsten Klippen bei der Veröffentlichung von Fotos im Internet zu umschiffen:

1. Prüfung med

Gleich ob es sich um selbst gemachte oder im Internet gefundene Fotos handelt: Jede Veröffentlichung erfordert eine genaue Prüfung des jeweiligen (Rechts) Sachverhaltes.

2. Urheberrecht

als Creative Commons Lizenz wie z.B. in Wikimedia Commons). Dann können Sie das Bild unbedenklich kopieren und auf Ihre Seite hochladen. Bitte achten Sie darauf, dass Sie den Urheber und die Lizenz nennen. Als Beispiel dient das Kardiotokograf-Bild rechts.

Jedes, aber auch wirklich jedes Bild (und sei es – laut c’t – “ein verwackelter Urlaubsschnappschuss”) ist automatisch rechtlich geschützt, d.h. der Fotograf hat als Urheber das volle Recht an seinem Schnappschuß und entscheidet ganz alleine darüber, wo und wie es veröffentlicht wird. Jeder, der dieses Foto nutzt, muß sich dem diesbzgl. Willen des Foto­ grafen unterwerfen. Nutzt er das Foto entgegen oder in Unkenntnis dieses Willens, muß er sich nicht wundern, wenn ihn die volle Härte des Gesetzes (bzw. des Abmahnwesens) trifft.

4. Lizenzerwerb

3. Namensnennung

Was kaum einer weiß: Auch für selbst gemachte Fotos gelten diverse Einschränkungen: So können selbst öffentliche Gebäude (wie z.B. der Eiffelturm bei Nacht oder das Atomium in Brüssel)

Der Idealfall ist, wenn ein Fotograf seine Bilder ins Internet stellt mit den Zusatz, dass es frei genutzt werden kann (meist

Wenn der Zusatz fehlt, dass ein Bild frei genutzt werden kann, muss der Urheber ausfindig gemacht und das Recht zur Veröffentlichung erbeten oder erkauft werden. Die pure Tatsache, dass jemand ein Bild von sich selbst oder eins, das er aufgenommen hat, ins Internet gestellt hat, stellt keine Erlaubnis dar, dieses Bild in irgendeiner Form zu benutzen oder weiter zu verbreiten.

5. Öffentliche Gebäude

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Urheberrecht

unter einem Urheberrechtsschutz stehen, das ein Fotografieren zwar erlaubt, nicht aber die Weiterverbreitung. Das Foto “trägt” dann das Urheberrecht der Eiffelturm-Vermarktungsgesellschaft und muss wie unter (4) behandelt werden.

6. Das Recht am eigenen Bild Selbstverständlich sollte es immer sein, dass jede Person, die auf einem Bild zu erkennen ist, der Veröffentlichung (im Internet) zugestimmt hat. Da die Beweislast beim Fotografen (dem Veröffentlicher) liegt, empfiehlt c’t eine schriftliche Erklärung aller fotografierten Personen einzuholen. Ausnahmen: Personen der Zeitgeschichte, Gruppenaufnahmen bei öffentlichen Versammlungen oder wenn jemand bei einer Aufnahme des Prinzipalmarktes “im Bild rumsteht”. Die Personen dürfen jedoch nicht klar zu erkennen sein oder sich im Zentrum des Bildes befinden.

7. Panoramafreiheit In Deutschland dürfen öffentliche Gebäu-

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de unter bestimmten Bedingungen auch ohne Zustimmung des Rechte­ inhabers fotografiert werden. Diese Freiheit endet allerdings sobald man sich nicht mehr im öffentlichen Raum befindet, sondern auf Privatbesitz. So können z.B. die in einem Zoo gemachten Bilder nicht ohne weiteres veröffentlicht werden, sondern benötigten u.U. die Erlaubnis der Zoo­ direktion.

Kardiotokograf. Foto: CC-BY-SA Martin Hawlisch / Wikimedia Commons

8. Lizenzgebühren Für privat verwendete Fotos gelten im Prinzip die gleichen Gesetze wie für kommerziell verwendete, nur dass man eventuell vom Rechteinhaber nicht so

stark oder gar nicht zur Kasse gebeten wird. Die Autoren des c‘t-Artikels raten zusammenfassend: „Meiden Sie Bildmaterial aus unbekannter Quelle. Beziehen Sie fremde Bilder wann immer möglich aus seriösen Quellen, also etwa von den genannten etablieren Stock-Photo-Agenturen. Um dubiose Angebote, die ihre Fotos oder Grafiken als „royalty free“ und kostenlos anpreisen, sollten Sie einen großen Bogen machen. Dahinter verbergen sich oft Abzocker, die Sie im Nachhinein zur Kasse bitten wollen. Gewöhnen Sie sich an, unter jede verwendete Abbildung einen Copyright- oder Quellenhinweis zu platzieren.“ Wenn Sie diese Punkte beachten, sollten Sie nicht Opfer einer Abmahnung werden. Wenn doch, finden Sie im zitierten c’t Artikel und bei Wikipedia Informationen, wie Sie auf einen Abmahnbrief reagieren sollten. yx

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iPads 12

Foto: (c) Institut für Med. Informatik

1. iPad-Tag der Universität: Das Tablet in Forschung und Lehre Am 6. September 2012 fand im Foyer des Schlosses ein Informationstag der besonderen Art statt: Zum ersten Mal stand „das iPad in Forschung und Lehre“ im Zentrum einer uniinternen Konferenz. Der Tag konnte unter dem hashtag #iPadWWU auf Twitter verfolgt werden. Der so genannte „Info-Tag zu Chancen, Risiken und Nebenwirkungen des iPads“ wurde vom Institut für Medizinische Informatik, dem Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie der Zweigbibliothek Medizin gemeinsam ausgerichtet.

Fragebögen zur Erfassung von Lebensqualität und Behandlungsfortschritt aus Sicht und durch den Patienten auf dem iPad bieten neue Möglichkeiten in der Forschung und klinischen Behandlung. (Institut für Medizinische Informatik)

Im Foyer des Schlosses und in einem Seminarraum wurden in 43 Veranstaltungen den ganzen Tag über zahlreiche iPad-Projekte präsentiert und Workshops veranstaltet. Mittels einer Twitter Wall wurden die Teilnehmer auf dem Laufenden gehalten und die Ereignisse in die Sozialen Netzwerke hineingezwitschert.

KIS auf dem iPad Die mobile digitale Patientenakte für das iPad bringt das Krankenhausinformationssystem in das Patientenzimmer und bietet Ärzten und Pflegekräften einen schnellen, ortsungebundenen und mobilen Zugang zu den Daten ihrer Patienten. (Xenion GmbH)

Die Medizinfakultät war mit neun Projekten der iPad-aktivste Fachbereich der WWU:

Zahnmedizinische Lehre

Mobile Patientenfragebögen

Insgesamt rund 100 iPads können von den Zahnmedizinstudenten des achten

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und neunten Semesters uneingeschränkt genutzt werden. Das ist mehr als nur „papierloses“ arbeiten, die Tablet-PCs verbessern die universitäre Lehre. (Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde)

iStudiezPro Das Leben eines Studenten ist oft eine schwindelerregende Fülle von Aktivitäten und dadurch ein reines Chaos. Übernimm die Kontrolle über deine Semesterplanung mit Hilfe von iStudiez Pro! Studierende der Zahnmedizin stellten diese hilfreiche App einmal im Detail vor. (Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde)

Dissertation auf dem iPad Ist es möglich eine Dissertation auf dem

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iPads

Foto: (c) ZB Medizin

Dr. Breil (Institut für Medizinische Informatik) präsentiert den interaktiven Patientenfrageboge­n. Im Hintergrund die Twitterwall.

Dr. Stamm erläutert Konferenz­besuchern aus Freiburg das iPad-Projekt der Kieferorthopädie.

Am Stand der ZB Med demonstriert Diplo­ m-Bibliothekarin Karin Schulenborg eine App zur Anatomie des menschlichen Herzens.

iPad zu verfassen? Falls ja, ist mit Problemen zu rechnen und wie können diese genau aussehen? In dieser Präsentation wurden ein paar Antworten zu diesen und vielen weiteren Fragen geboten. (Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde)

Virtuelle Desktops und Anwendungen – an jedem Ort und auf jedem Endgerät. Hier natürlich auf dem iPad. (Klinik für Kinderheilkunde - Kardiologie)

Neben diesen medizinisch-orientierten Projekten fanden sich zehn aus den übrigen Fachbereichen der Universität und hier insbesondere der Geo- und Wirtschaftsinformatik. Als ein Beispiel für die Vielfalt mag die E-Book-Lösung der DBIS Group Wirtschaftsinformatik gelten, die speziell für das iPad entwickelt und als Web-App unter Verwendung offener Standards, wie bspw. HTML 5 implemetiert wurde.

iPad Ausleihe der ZB Med Seit zwei Jahren verleiht die Bibliothek mit großem Erfolg 10 iPads an Studierende. iPads erlauben die Nutzung von Lehrbüchern, Tools zum Kreuzen, Vorlesungsskripten und -Videos. Als mobildigitale Lernplattform stellen sie einen Schritt zu Blended Learning dar. (Zweigbibliothek Medizin)

Citrix auf dem iPad

Das Magazin der Zweigbibliothek Medizin

Osirix Präsentation Osirix als Software zur Darstellung und Verarbeitung radiologischer DICOMBilddaten auf dem iPad inkl. passenden Workshops. (Klinik für Kinderheilkunde - Kardiologie)

Vorlesungsskript / iBooksAu­tho­­r Sie wollen Multi-Touch Books für das iPad kreieren und veröffentlichen? In einem Workshop werden hierzu grundlegende Elemente erklärt und einige Stolperfallen aufgezeigt. (Klinik für Kinderheilkunde - Kardiologie).

Insgesamt konstatierten alle beteiligten Projektträger, die Teilnehmer und Besucher, dass der iPad-Tag ein voller Erfolg gewesen ist. Obwohl er mitten in den Semesterferien lag, zog er zahlreiche Interessierte an. Um mehr Studierenden die Gelegenheit für eine Teilnahme zu geben, soll der iPad-Tag der Universität Münster im nächsten Jahr wiederholt werden, dann allerdings mitten im Semester. yx

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E-Books

News

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Foto: (c) ZB Med

Alle Lehrbücher ausgeliehen? QR-Codes führen zum E-Book Die ZB Med Münster beschafft seit 2004 Online-Lehrbücher für die Fakultät. Zur Zeit stehen gut 200 auf allen Fachgebieten zur Verfügung. Die Bibliothek hat jetzt an den Regalen der Lehrbuchsammlung durch QR-Codes kenntlich gemacht, wenn ein Buch parallel als E-Book vorhanden ist. E-Books werden immer wichtiger. So unterstützten in einer kürzlichen Umfrage 70% aller Studierenden den Kauf von Online-Lehrbüchern aus Studiengebühren bzw. Mittel für Qualitätsverbesserungsmassnahmen. Gleichzeitig wissen viele noch nicht, dass es E-Books an der Fakultät gibt. Hier setzen die seltsamen Beschriftungen ein, die in den letzten Monaten an den Regalen unserer Lehrbuchsammlung angebracht wurden: Schritt für Schritt hat die Bibliothek alle gedruckten Lehrbücher, die auch als EBook vorhanden waren, mit einem so genannten QR-Code versehen.

QR-Code? Der QR-Code (Quick Response) ist ein zweidimensionaler Code, der dazu benutzt werden kann, Informationen wie z.B. eine Webadresse zu speichern. Diese Adresse kann dann mit einem Smartphone o.ä. ausgelesen werden – ohne sie

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mühsam eintippen zu müssen. Mittlerweile kann man den QR-Code auf vielen Plakatwänden, Produktverpackungen und in Zeitungen sehen. Die ULB Münster benutzt QR-Codes für ihre AudioTour und im Buchkatalog, die Bundesbahn benutzt einen ähnlichen Code (Aztec) für ihre Online-Fahrscheine.

Was macht man mit einem QRCode? Der QR-Code weist Sie daraufhin, dass zu dem gedruckten Lehrbuch eine Online-Kopie existiert, das von allen Universitätsangehörigen im Hochschulnetz benutzt werden kann. Wenn z.B. ein gedrucktes Lehrbuch vergriffen ist, können Sie mit dem QR-Code schnell das entsprechende Online-Lehrbuch in Ihrem Smartphone oder Tablet aufrufen. Dazu „fotografieren“ Sie einfach den QR-Code mit einer der zahlreichen Apps ab, die QR-Codes lesen können.

Die Bibliothek empfiehlt folgende kostenfreie QR-Code-Apps: QR Code Scanner, Scan, ScanLife Barcode Reader, QR Reader for iPhone, i-nigma, Qrafter, Norton Snap, Barcodes Scanner (ZXing), NeoReader und für AndroidGeräte noch zusätzlich QR Droid und QuickMark. Diese Programme sind sowohl im Apple Store als auch in Android Stores zu finden.

QR-Code-Pishing Sie sollten bei den Apps unbedingt darauf achten, dass nicht automatisch zur codierten Webseite weitergeleitet wird, sondern dass Sie die Adresse vorher zur Kontrolle checken können. Der Hintergrund ist, dass Kriminelle QR-Codes benutzen, um Smartphone-Nutzer auf schädliche Webseiten zu locken. Der Manipulation Ihres Smartphone sollten Sie einen Riegel vorschieben, indem Sie bei den Apps den Adressencheck fest voreinstellen. yx

Das Magazin der Zweigbibliothek Medizin


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Die Bibliothek

Foto: (c) ZB Med

Die Bibliothek ist mein Google! ZB Med macht sich ‚fit for the future‘ Die Mitarbeiter der Zweigbibliothek Medizin nahmen sich einen ganzen Tag Zeit, um sich und die Bibliothek „fit for the future“ zu machen. Als Referentin konnte die ehemalige Projektmanagerin der Europeana, Vanessa Proudman, gewonnen werden. Die I­nvestition in diese Team Building-Massnahme hat bereits zu verbesserten Dienstleistungen geführt. Im Sommer opferten die Mitarbeiter der Zweigbibliothek Medizin einen ganzen Tag, um ihre Dienst­ leistungen für Forscher auf den Prüfstand zu stellen. Unter dem Motto “Fit for the Future” wurde intensiv an Mittel und Wegen gearbeitet, den Service weiter zu verbessern und die Informationsbedürfnisse der Ärzte und Forscher der Fakultät noch gezielter zu erfüllen. Als Referentin konnte Vanessa Proudman von Proud2Know gewonnen werden, eine erfahrene Wissens- und Projektmanagerin bei führenden europäischen Biblio­theken und der Europeana. Anhand des Arbeitsalltag ausgewählter Mediziner der Fakultät wurde exemplarisch herausgearbeitet, an welchen Stellen im Tagesablauf Dienstleistungen der Bibliothek benutzt werden, und wann es Sinn macht, zusätzliche Services anzubieten.

Stärken und Schwächen Die Mitarbeiter der Bibliothek trugen dann das komplette Service-Angebot zusammen und stellten es in einem Diagramm dar, das die Stärken und Schwächen der Bibliothek verdeutlichte. Das Team nutzte dies später am Tag als Grundlage für die weiteren Entwicklungspläne.

Der Standpunkt des Forschers Eine Rollenspielübung schloss die Sitzung über den aktuellen Stand der Bibliotheksdienste ab. Dabei stellten sich die Mitarbeiter buchstäblich in die Fußstapfen der Forscher, um nachvollziehen zu können, wie diese die aktuellen Bibliotheksdienste wahrnehmen und mit der Bibliothek kommunizieren und interagieren. Die Ergebnisse dieser Sitzung wurden mit anderen Resultaten des Ta-

ges als Grundlage für künftige Pläne zur Verbesserung der Bibliothek zusammengefasst.

“Die Bibliothek ist mein Google” Schlußendlich wurden die Mitarbeiter aufgefordert, einen so genannten “Claim” zu entwickeln – einen Slogan, unter dem die Bibliothek gerne bei ihren Nutzern bekannt wäre. Die genannten Claims reichten von den naheliegenden Statements “Die ZB Med ist immer für mich da” und “Die Bibliothek ist mein persönlicher (Literatur)Betreuer” bis hin zu anspruchsvollen Aussagen wie “Die Bibliothek ist mein Google” und “Die Bibliothek ist unverzichtbar für mich”.

Die nächste Stufe Am Schluß teilten die Mitarbeiter der Biblio­ thek ihre Eindrücke des Tages Fortsetzung auf S.16

Das Magazin der Zweigbibliothek Medizin

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Leiter: Dr. Oliver Obst (Bibliotheksdirektor)

Telefon

(Vorwahl: 0251/83-) Leitung: 58550/58558 Auskunft: 58560 Leihstelle: 58561 Fax: 58565

Zweigbibliothek Medizin Adresse Albert-Schweitzer-Campus 1, Universitäts- und Gebäude A11 48149 Münster Landesbibliothek Münster Postfach: 48129 Münster

Internet

info@zbmed.ms http://zbmed.ms http://zbmed.ms/m (mobil) http://twitter.com/zbmed http://facebook.com/zbmed

Leitung

Haus­besuche. Dokto­ran­den­ sprechstunde. iPad-Ausleihe.

Leihstelle

Benutzerausweis, Dissertationen, Ausleihe, Fern­­leihe, Zeitschriften.

Auskunft

Allgemeine Fragen. Benutzung von PCs u. Datenbanken. Beratung für Institutsbiblio­ theken. Suche von Fach­literatur.

Öffnungszeiten

Mo-Fr 8-24, Sa+So 10-24 Uhr Ausleihe / Rückgabe: bis 21:45

Impressum

med. ISSN 1613-3188, Hrsg. u. Bildnachweis: ZB Med/Dr. Obst (v.i.S.d.P.), Druck: Burlage

Neue Bücher in der ZB Med Akzeptanz in der Psychoonkologie Schattauer 2012, QZ 202 12/1

Fortsetzung von S.15, Die Bibliothek ist mein Google:

untereinander, insbesondere die große Menge an Wissen, die sie zusammen besitzen und wieviel sie an diesem Tag über den Blickwinkel der Forscher gelernt hatten. Sie waren nicht nur gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen sondern auch daran interessiert, diese aktiv weiter voran zu treiben und mitzugestalten.

Arbeitsgruppe 1: Homepage Aufgabe war die Verbesserung der Verlinkung der ZB Med auf den Seiten des UKM und des Dekanats. Servive-Leistungen wie RAPIDOC oder die iPadAusleihe sollen an prominenterer bzw. schneller aufzufindender Stelle präsentiert werden.

Arbeitsgruppe 2: Leitsystem Aufgabe war die Beseitigung des Schilderwildwuchses durch die Entwicklung eines Leitsystems innerhalb der ZB Med. Bisher wurden alle Schilder in der Bibliothek entfernt, Schilder für die verschiedenen Bereiche entworfen und an

Arzneimittelverabreichung bei alten Menschen den passenden Stellen angebracht. Ein Übersichtsplan über die Regelungen in der Bibliothek wurde erstellt und an der Leihstelle und der Auskunft ausgehängt.

Arbeitsgruppe 3: Flyer Aufgabe war die Entwicklung eines Flyers für Erstsemester und neue Mitarbeiter an der Fakultät bzw. am UKM. Bisherige Aktionen: Aus dem vorhandnen ErstiInfo wurde das DIN-A4-Faltblatt „ErstiFlyer“ erstellt und bei der Ersti-Einführung im WS 2012 mit Erfolg verteilt. Der Flyer ist nun auch bei der Auskunft erhältlich. Ferner kann er als PDF heruntergeladen werden. Innerhalb der Medizinischen Einrichtungen wird gerade an zwei neuen Mitarbeiterbroschüren gearbeitet. Die ZB Med hat sich in die Herstellungsprozesse eingeklinkt, um in beiden Broschüren mit aktuellen, korrekten Informationen präsent zu sein. Sowohl bei der Pressestelle des UKM als auch beim Dekanat stieß dieser Wunsch auf viel Zustimmung. yx

Urban&Fischer 2013, WT 166 13/1

Computerspiel- und Internetsucht Kohlhammer 2013, WM 190 13/1

Das Gesundheitswesen in Deutschland

Dtsch. Ärzte-Verlag 2013, WA 540. GG4 13/1

Gastrointestinale Endoskopie Karger 2012, WI 141 12/1

Das Handwerk ärztlicher Begutachtung Kohlhammer 2012, W 725 12/1

Irre verständlich

Psychiatrie-Verlag 2012, WM 100 12/5

Klinikhandbuch labordiagnostische Pfade De Gruyter 2012, QZ 22.GGZ 12/1

Pathologie des Bewegungs­ apparates De Gruyter 2012, WE 140 12/2

Präklinische Traumatologie bei Kindern Pearson 2012, WS 205 12/1

med - Das Magazin der Zweigbibliothek Medizin  

Das Magazin der ZB Med

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