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Trauerratgeber

Fotos: Fotolia

VERLAGSBEILAGE / SAMSTAG, 22. MÄRZ 2014

Riten rund um die Bestattung Frühling auf dem Friedhof

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Erinnerungen in Stein gefasst

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SAMSTAG, 22. MÄRZ 2014

Trauerratgeber

Inhaltsverzeichnis:

GEDANKEN ZUM GELEIT

Viele Pflichten im Todesfall: Funktionieren unter Schock – Die ersten drei Tage im Trauerfall S. 3 Checkliste: Was im Todesfall getan werden muss S. 3 Anzeige schalten und Feier planen: Im Trauerfall gibt es viel für die Hinterbliebenen zu tun S. 4 Totenschein sollte nicht über 100 Euro kosten S. 4 Riten rund um die Bestattung: Die Trauerkultur hat sich mittlerweile stark individualisiert S. 5 Beistand in schweren Tagen: Bestatter der Region sind erste Ansprechpartner für Angehörige S. 6 Teil des Lebens – auch im Tod: Das Kolumbarium der katholischen Gemeinde „Heilige Familie“ S. 7 Was möchte ich – und was nicht? Hinweise zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Co. S. 8 Auch an digitale Vorsorgevollmacht denken S. 8 Ohne Liebe keine Trauer: Heinz Stall aus FürstenauSettrup ist Steinmetz und Bildhauer in Sachen Tod S. 9 Heute gibt es keine Tabus mehr: Trauerfloristik ist geprägt durch individuelle Wünsche und persönlichen Geschmack S. 10 Trauernden Zeit lassen S. 10 Frühling auf dem Friedhof: Friedhofsgärtner geben Tipps und helfen bei Grabgestaltung und -pflege S. 11 Leitfaden für eine schwere Zeit: Klärung der letzten Fragen entlastet bei der Trauerarbeit S. 12 Friedhofskalender: Veranstaltungen in Osnabrück durch das Jahr 2014 S. 13 Den Partner mit in die Trauer einbeziehen:

Besser offen über den Verlust sprechen

S. 13

Treffen als Hilfe und Bereicherung:

Selbsthilfegruppe Verwaister Eltern Osnabrück trifft sich im Gemeindehaus von St. Katharinen

S. 14

Tod eines Kindes ist für Geschwister eine große Belastung S. 14 Erinnerungen in Stein gefasst: Steinmetzbetriebe

geben dem Gedenken einen individuellen Rahmen S. 16 Sonderurlaub für Angehörige S. 16 Digitales Trauern: Im Internet finden sich zahlreiche Gedenkseiten, Kondolenzlisten und virtuelle Grabsteine S. 17 Kindern hilft Gespräch mit anderen S. 17 Die Erbfolge klären: Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt alle Testamentsfragen S. 18 Frank ist tot – Gefällt mir? Trauerkultur auf Facebook und Co. S. 19 Erblasser können im Testament Auflagen machen S. 19

Trauerratgeber Verlagsbeilage vom 22. März 2014 Herausgeber: Verlag Neue Osnabrücker Zeitung, Breiter Gang 10–16, 49074 Osnabrück, Telefon 0541/310-0 Redaktion: Jürgen Wallenhorst (verantwortlich) Redaktionelle Mitarbeit: Ursula Holtgrewe, Johanna Kollorz, Steffen Meyer, Anja Polaszewski, Petra Ropers, Robert Schäfer

ANZEIGEN-/WERBEVERKAUF: MSO Medien-Service GmbH & Co. KG Große Straße 17–19, 49074 Osnabrück Postfach 2980, 49019 Osnabrück Geschäftsführer: Sven Balzer, Sebastian Kmoch (V.i.S.d.P.) Anzeigen-/Werbeverkauf: Sven Balzer, Wilfried Tillmanns E-Mail: anzeigen@mso-medien.de

Von Olaf Schlingmann*

Bestattungsvorsorge – eine Sorge weniger Jeden Tag unseres Lebens organisieren, planen und gestalten wir. Wir überlassen nichts dem Zufall, nehmen alles selber in die Hand. Wir wollen nicht, dass jemand anderes das für uns übernimmt. Wenn wir geboren werden, ist das Einzige, was wir sicher wissen, dass wir eines Tages sterben werden. Warum verdrängen wir dieses Thema so sehr aus unserem Leben? Wir haben Angst davor, wir versuchen, nicht daran zu denken. Wir möchten uns nicht mit diesem traurigen Thema beschäftigen. Aber das ist genau der Fehler. Jeder von uns hat schon einmal bei einer Beerdigung gedacht, dass die eigene Bestattung ganz anders sein soll. Aber wie soll meine eigene Beerdigung sein? Wer weiß davon, mit wem habe ich darüber schon einmal gesprochen und meine Vorstellungen geäußert? Überlassen Sie nichts dem Zufall. Bestimmen Sie selbst, welche Lieder in der Trauerfeier gespielt werden sollen, welche Blumen die Kirche schmücken sollen, oder vielleicht auch, dass Ihre Asche dem Meer übergeben werden soll. Haben Sie keine Scheu, Ihre Wünsche und Vorstellungen zur Gestaltung Ihrer eigenen Bestattung zu äußern. Wir, die Bestatter, unterstützen Sie bei all Ihren Vorstellungen, zeigen Ihnen die verschiedensten Möglichkeiten in allen Belangen der Bestattung auf und übernehmen selbstverständlich die komplette Organisation und die Durchführung. Also warum nicht schon heute den eigenen Sarg entwerfen? Ein Bestattungsvorsorgevertrag mit einem qualifizierten Bestatter gibt Ihnen die Sicherheit, dass Ihre eigene Begäbnis einmal so ausgeführt wird, wie Sie es sich vorstellen. Bestatter bieten dazu kostenlose Beratungsgespräche an. Es gibt Ihren Kindern, Ihrer Familie und Ihren Freunden die Sicherheit, dass Ihre Beisetzung in Ihrem Sinne und nach Ihren Vorstellungen durchgeführt wird. Sie können beruhigt sein, dass in Ihrem Sinne gehandelt wird. Kein Betreuer, kein Amt oder eine andere Person übernimmt die Planung, sondern es wurde alles durch Sie persönlich schon zu Lebzeiten festgelegt. Nicht zuletzt gehört auch eine finanzielle Absicherung eines Bestattungsvorsorgevertrages dazu. Wir zeigen Ihnen verschiedene Möglichkeiten auf, damit auch diese Seite vor Zugriffen Dritter geschützt ist. Deshalb zum Schluss die Bitte an Sie, überlassen Sie Ihre Bestattung nicht dem Zufall, sondern lassen Sie uns darüber reden und diese wichtigen Dinge zu Lebzeiten regeln. (* Der Autor dieses Beitrages ist Inhaber von Bestattungsinstituten in Bad Laer und Bad Rothenfelde.)

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Viele Pflichten im Todesfall Funktionieren unter Schock: die ersten drei Tage im Trauerfall Von Angelika Röpcke

OSNABRÜCK. Der Tod eines geliebten Familienmitglieds kommt oft völlig überraschend. Auch wenn Entsetzen und Fassungslosigkeit groß sind, muss sich einer in der Familie um den lästigen Papierkram kümmern. Dafür bleibt in der Regel nicht wochenlang Zeit. Gewisse Formalitäten müssen innerhalb der ersten drei Tage nach dem Tod eines Menschen erledigt werden – und dabei geht es nicht nur um Bestattungsfragen. Tag 1: Zunächst gilt es, den Totenschein und die Sterbeurkunde zu besorgen. „Die meisten Menschen sterben im Krankenhaus“, sagt Falk Murko von der Stiftung Warentest. Den Totenschein erhalten Angehörige dann automatisch von der Klinik. Stirbt jemand zu Hause, stellt ein Arzt den Totenschein nach der Leichenschau aus. Der Mediziner klärt auch, ob der Tod auf natürliche Weise eingetreten ist – wenn nicht, muss die Polizei alarmiert werden. Tag 2: „Innerhalb von 24 bis 36 Stunden muss der Tote

dann in eine Leichenhalle überführt werden“, erläutert Murko. Zu Hause könne der Angehörige ein bis zwei Tage aufgebahrt werden, sofern er keine meldepflichtige Krankheit hatte. Mit dem Totenschein muss ein Hinterbliebener spätestens am dritten Werktag nach dem Tod zum Standesamt gehen, um sich eine Sterbeurkunde zu besorgen. Mitzubringen sind auch die Geburtsurkunde und der Personalausweis des Toten, bei Verheirateten zusätzlich die Eheurkunde, bei Geschiedenen das Scheidungsurteil. „Für die Beurkundung eines Sterbefalls ist der Standesbeamte verantwortlich, in dessen Zuständigkeitsbereich sich der Sterbefall ereignete“, erklärt Margrit Schmidt, Fachdienstleiterin Einwohnerwesen bei einem Standesamt. Der Sterbefall muss angezeigt werden. Das sollten diejenigen tun, die mit dem Verstorbenen unter einem Dach gelebt haben oder in deren Wohnung er gestorben ist. Aber auch Menschen, die beim Tod eines anderen anwesend waren, können den Sterbefall melden. Der Standesbeamte fertigt laut Schmidt auf Grund-

Einige Formalitäten müssen innerhalb der ersten drei Tage nach dem Tod eines Menschen erledigt werden – und dabei geht es nicht nur um Bestattungsfragen. Foto: Colourbox.de

lage des Totenscheins die Sterbeurkunde – möglichst zehn Exemplare. Dieses Dokument wird beispielsweise für die Abmeldung von Renten, Kontoauflösungen oder Kündigungen von Versicherungen gebraucht.

„Die Angehörigen sollten den Versicherer des Verstorbenen so schnell wie möglich informieren“, empfiehlt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Hier gelte: „Die Beiträge werden genau

ab dem Zeitpunkt erstattet, an dem der Versicherer über den Todesfall informiert wurde.“ In der Regel genüge dafür ein Telefonat. „Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, sollte den Versicherer via Fax oder Brief mit Rückschein anschreiben“, rät die Expertin. Parallel zu diesen Formalitäten gilt es, die Bestattung zu organisieren. „Innerhalb von 36 Stunden muss man den Bestatter auswählen“, sagt Murko. Der Bestatter holt dann den Leichnam aus dem Krankenhaus oder der Wohnung ab. Den Termin für die Beisetzung sollten die Angehörigen in den ersten zwei Tagen festlegen. Tag 3: Am dritten Tag nach dem Todesfall stehen weitere organisatorische Fragen an. Möglicherweise müssen Absprachen mit dem Gemeindepfarrer getroffen und mit einer Gärtnerei die Dekoration der Beisetzung mit Kränzen und Blumen besprochen werden. Murko rät, sich auch über Trauerkarten Gedanken zu machen und in einem Restaurant Tische sowie eventuell ein Menü für das Essen nach der Beerdigung zu bestellen. „Das ist superviel Stress, viele wissen das gar nicht.“

Checkliste: Was im Todesfall getan werden muss In den ersten Stunden nach Eintritt des Todes:

lenserklärung zur Feuerbestattung). • Wichtige Un• Arzt rufen, terlagen zuder den Toten- sammenstelschein auslen wie Persostellt (wenn nalausweis, der Tod zuhau- Geburtsurkunse eingetreten de oder Heiist). ratsurkunde. • Verträge und • BenachrichtiVerfügungen gung der engssuchen und da- ten Angehörinach handeln gen. Innerhalb von (Bestattungsvorsorge, Wil- 36 Stunden

nach dem Todesfall:

• Sterbeurkunde ausstellen • Bestatter aus- lassen. wählen. Ver• Erbschein trag absprebeim Gericht chen. Klären“ beantragen. welche Aufga- • Krankenkasben Sie selbst se informieübernehmen ren. wollen. • Lebens- und • Den Sarg und Unfallversidie Totenbecherung inforkleidung ausmieren, wenn wählen. vorhanden. • Überführung • Wohnung in die Leichen- versorgen (ggf. halle. Strom, Gas,

Wasser abstellen) • Arbeitgeber des Verstorbenen verständigen

ger Termin für die Bestattung festlegen. • Bei Feuerbestattung Genehmigung Bis zur Trauer- des Krematorifeier und Beer- ums einholen. digung: • Mit dem Pfar• Bestattungs- rer oder dem art und Fried- Trauerredner hof wählen. Termine ab• Grabnutsprechen. zungsrechte • Trauerkarten erwerben. und -anzeigen • Mit dem erstellen und Friedhofsträversenden.

• Gärtnerei mit der Dekoration von Trauerhalle und Grab beauftragen. • Vorbereitung der Trauerfeier (mit Geistlichem oder Trauerredner Inhalte und Gestaltung festlegen). • Eine Gaststätte für die Kaffeetafel reservieren.

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von Verträgen, Mitgliedschaften und Abos. • Wohnsituation klären (Mietvertrag, Strom, Wasser kündigen). Quelle: Stadt Osnabrück, Fachbereich Stadtentwicklung und Integration, Seniorenservicebüro / Bürgerberatung, Bierstraße 32a, 49074 Osnabrück

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Trauerratgeber

Anzeige schalten und Feier planen Im Trauerfall gibt es viel für die Hinterbliebenen zu tun „Das hängt davon ab, wie viel er sich zutraut.“ In großen Städten stehen die Trauerhallen meist nur für eine halbe Stunde zur Verfügung. „In kleinen Orten kann sich die Trauerfeier aber auch mal drei Stunden hinziehen“, so Böhme-Küppenbender. Der Hinterbliebene sollte das bei der Planung des Traueressens einplanen. Ob ein Restaurant nach der Feier ein Traueressen anbietet, klärt der Angehörige am besten direkt mit der Gaststätte.

Von Philipp Laage

OSNABRÜCK. Die Trauer um den Verlust eines nahestehenden Menschen sorgt bei vielen Angehörigen für Ohnmacht. Oft fehlt nach dem Todesfall die Kraft, sich anstehenden Aufgaben zu widmen und den Blick auf die Zukunft zu richten. Dabei gibt es viel zu tun. Die Verwandten wollen informiert und der Ablauf der Trauerfeier muss organisiert werden. Unterstützung durch Freunde und Bekannte hilft dem Trauernden, den Überblick zu behalten.

Das Traueressen vorbereiten: Nach dem Begräbnis ent-

„Manchen nimmt die Organisation der Trauerfeier die Hilflosigkeit“, sagt der Theologe und Ratgeber-Autor Reiner Weber-Nobis. Das hänge aber von der psychischen Verfas- Auch wenn man meint, dass einem nach einem Todesfall die Kraft fehlt, sich anstehenden sung des Hinterbliebenen ab. Aufgaben zu widmen, so sollte man doch den Blick auf die Zukunft zu richten Foto: Colourbox.de Den Todesfall publik machen: Unmittelbar nach dem statter. So kann es passieren,

Todesfall steht der Trauernde zunächst vor der Frage: Wie informiere ich die Verwandten und Bekannten? „Das hängt von der Lebenssituation ab“, erklärt Weber-Nobis. Schwierig sei es, wenn der Angehörige nicht mehr in der Heimat wohnt. Am besten schaltet er dann eine Familienanzeige in der Zeitung, die in der Region am meisten gelesen wird. „Alle anderen Bekannten lassen sich per Telefon erreichen.“ Oft belaste es aber den Angehörigen, die Geschichte des Todesfalls am Telefon immer wieder zu erzählen, sagt Weber-Nobis. Um die Verwandtschaft und Bekannte zu informieren, eigneten sich deshalb auch Trauerkarten. Die Trauerfeier organisieren: Der Bestatter kann bei

der Organisation der Trauerfeier Arbeit abnehmen. „In der Trauersituation sind aber viele überfordert“, erklärt Heike Böhme-Küppenbender vom Bundesverband der Be-

dass Angehörige den Überblick über die Kosten verlieren, sagt Reiner Weber-Nobis. Deshalb sei es sinnvoll, sich bei Freunden Unterstützung zu holen. Das Gespräch mit vertrauten Menschen helfe, ein angemessenes Maß zu bewahren. Der Hinterbliebene sollte mit dem Bestatter über jeden Punkt reden können – und klarmachen, was ihm wichtig ist.

Wünschte sich der Verstorbene eine kirchliche Trauerfeier, sind die Möglichkeiten zur Gestaltung wegen der kirchlichen Rituale begrenzt. „Oft werden bestimmte Lieder gewünscht oder Fotos aufgehängt“, sagt Martin Lautenschlager vom Evangelischen Kirchenrat. Die Gestaltung ergebe sich im Gespräch zwischen Pfarrer und Hinterbliebenem. Der Bestatter sucht auf

Wunsch auch nach einem freien Trauerredner. „Ein freier Redner ist flexibler und kann auf individuelle Wünsche eingehen“, erklärt Heike Böhme-Küppenbender. „Im Fall eines verstorbenen Kochs haben wir auf dem Friedhof noch einmal gemeinsam ein Essen zubereitet“, sagt Reiner Weber-Nobis. Der Hinterbliebene könne die Organisation auch komplett selbst übernehmen.

Totenschein sollte nicht über 100 Euro kosten Hinterbliebene sollten für einen Totenschein nicht mehr als 100 Euro zahlen. Darauf weist die Verbraucherinitiative Aeternitas hin. Ärzte müssen sich bei der Rechnung für Leichen-

schau und Todesbescheinigung an die Tarife der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) halten. Danach dürften Mediziner höchstens knapp 77 Euro berechnen, rechnet die Initi-

ative vor. Diese Gebühr enthält demnach bereits alle Zuschläge wegen besonderer Umstände, nächtlicher Einsatzzeiten oder weiter Wege. Die entsprechende Ziffer 100 der

GOÄ sieht eine Grundgebühr von 14,57 Euro vor. Diese wird mit einem Faktor zwischen 1 und 3,5 multipliziert und durch das Wegegeld ergänzt. Das Wegegeld beträgt je nach

Entfernung und Uhrzeit zwischen 3,58 und 25,56 Euro. Diese Gebühren gelten für den üblichen Fall, wenn der Verstorbene bei Eintreffen des Arztes schon tot war. tmn

scheidet der Angehörige, in welchem Rahmen er das Traueressen gestaltet. Die Tendenzen gingen zu einem eher schlichten Essen, sagt Kirchenrat Markus Lautenschlager. „Häufig werden nur belegte Brötchen gewünscht.“ In manchen Regionen sei dagegen ein Trauerkuchen das traditionelle Essen. Vor allem in ländlichen Gebieten erscheint oft das ganze Dorf zur Beerdigung. Doch der Angehörige ist keinesfalls verpflichtet, alle Besucher zum Traueressen einzuladen. „Der Hinterbliebene hat die Möglichkeit, der Trauerkarte für nahe Verwandte eine Kaffeekarte beizulegen“, erklärt Heike Böhme-Küppenbender. Oder er lädt nahe Verwandte vorher persönlich zum Essen ein. In jedem Fall sei es besser, vorher eine Auswahl zu treffen. Ansonsten würden bei den Anwesenden der Trauerfeier vielleicht falsche Erwartungen geweckt. „Wer sich unsicher ist, kann den Verweis auf das Traueressen auch dem Traueredner überlassen“, erklärt Weber-Nobis. Dieser hat dann die Möglichkeit, nur die näheren Angehörigen einzuladen. Mehr Infos: Reiner WeberNobis: Als Alfred starb...: Ein unabhängiger Ratgeber zum Thema Tod und Beerdigung, Verlag Velten

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Riten rund um die Bestattung Die Trauerkultur hat sich mittlerweile stark individualisiert Von Johanna Kollorz

OSNABRÜCK. Im Trauerfall werden Angehörige mit einer Vielzahl von Entscheidungen konfrontiert: Soll die Trauerfeier eine geistliche oder eine weltliche Zeremonie werden? Welche Bestattungsart (Erd- oder Feuerbestattung) kommt infrage? Und sollen Trauerfeier und Beerdigung an einem Tag stattfinden? Neben den Bestattungsunternehmen, die heute als wichtigste Ansprechpartner alle anfallenden Formalitäten erledigen, spielen auch die Kirchengemeinden im Todesfall eine recht konstante Rolle.

Das Organisieren der Trauerfeier zählt neben der Bestattung und den zu erledigenden Formalitäten zu den wichtigsten Aufgaben, die bei einem Sterbefall auf die nächsten Angehörigen zukommen. Sie sollte stets einen angemessenen Rahmen für das letzte Geleit bilden, das dem Verstorbenen zuteil wird. Zwar ist ein gewisser Rahmen, vor allem bei einer kirchlichen Beerdigung, vorgegeben, dennoch können auch hier immer häufiger persönliche Wünsche der Hinterbliebenen einfließen. Um sich individuell auf die jeweilige Trauersituation einstellen zu können, findet mit dem Vertreter der jeweiligen Glaubensgemeinschaft stets ein seelsorgerisches Vorgespräch statt. In ihm werden der Umfang (große Trauerfeier oder Beisetzung im engsten Familienkreis), der zeitliche Ablauf der Zeremonie und weitere Einzelheiten besprochen. „Wenn sich Angehörige etwa das Lied `Auf der Reeperbahn nachts um halb eins´ wünschen, passt dies sicher nicht in die Liturgie eines

Gottesdienstes. Vor oder nach der Trauerfeier ist eine Umsetzung aber durchaus denkbar“, nennt Dechant Dr. Hermann Wieh ein Beispiel dafür, dass sich die Kirche auch ungewöhnlichen Wünschen öffnet. In den katholischen Gemeinden der Stadt Osnabrück präsentieren sich die Zahlen mit knapp 600 kirchlichen Beerdigungen im Jahr recht konstant. Ähnlich stabil sieht die Situation in den Gemeinden des evangelischlutherischen Kirchenkreises Osnabrück Stadt und Land aus. Nichtsdestotrotz hat sich die Bestattungskultur im Verlauf der Zeit stark individualisiert. „Es gibt heute eine ganz große Variabilität. Das 2012 im Auftrag der deutschsprachigen Bischofskonferenzen herausgegebene Handbuch ‚Manuale‘ hat diesem Wandel

Den „letzten Weg“ stellt sich jeder Mensch anders vor. Die Möglichkeiten reichen vom festen Ort des Gedenkens bis hin zur anonyFotos: Johanna Kollorz men Bestattung.

Rechnung getragen“, so der Pfarrdechant. So finden sich hier neben Kapiteln zum Thema „Totenwache und Gebet im Trauerhaus“ und zur „Feier des Begräbnisses in seiner Grundform“ (Eröffnung, Messfeier/Wort-Gottes-Feier, Wortgottesdienst, Verabschiedung und Beisetzung) viele weitere Varianten des kirchlichen Geleits (Begräbnis eines Kindes, Feier der Verab-

schiedung ohne Beisetzung, Feier der Verabschiedung vor dem Krematorium, Feier der Urnenbeisetzung sowie Feier der Verabschiedung und der Urnenbeisetzung). Gehört der Verstorbene keiner Konfession an, kann auch ein freier Redner die

Trauerrede halten. Ergänzend können auch Freunde, Kollegen oder Vereinskameraden kurze Grußworte an die Trauergemeinde richten. Auch hier bieten erfahrene Bestattungsunternehmen oder freikirchliche Gemeinschaften Hinterbliebenen ihre Hilfestellung an. Neben der traditionsreichen Beisetzung des Verstorbenen im Sarg wird heute

ebenso häufig eine Feuerbestattung gewählt. Nicht selten tragen Kostengründe und der entfallende Aufwand der Grabpflege zu diesem Entschluss bei. Auch spielen religiöse Bedenken gegen das Verbrennen immer weniger eine Rolle. Im Idealfall jedoch hat sich der Verstorbene bereits zu Lebzeiten mit den Themen Tod und Bestattung auseinandergesetzt und seine Vorstellungen den nächstgelegenen Verwandten mitgeteilt. Bei der Entscheidung, ob ein Toter im Sarg beigesetzt oder eingeäschert wird, spielt auch eine Rolle, in welcher Situation er verstorben ist. Je nachdem, ob ein Kind, ein Jugendlicher, ein Elternteil, ein Ehepartner, ein nach langer Krankheit, plötzlich, gewaltsam oder beim Einsatz für andere verstorbener Mensch, bestattet wird, erfordern Trauer und Bestattung individuelles Handeln. Weil familiäre Bindungen fehlen und die Hinterbliebenen heutzutage häufig weit weg wohnen, können sich heute rund zehn Prozent der Deutschen auch eine anonyme Bestattung vorstellen. So ist es mittlerweile auf fast jedem Friedhof möglich, ohne Namensnennung und Grabkennzeichnung die letzte Ruhe zu finden. Doch egal, ob nach der Beisetzung eines Verstorbenen ein fester Ort des Gedenkens und der Trauer bleibt. Ist ein kirchliches Geleit des letzten Weges gewünscht, ist dieses auch an ausgefallenen Ruhestätten, wie einer Urnenbestattung auf See oder in einem Friedwald möglich.

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Beistand in schweren Tagen Bestatter der Region sind erste Ansprechpartner für Angehörige Von Steffen Meyer

BAD ESSEN. Mit dem Tod eines Menschen beginnt eine schwere Zeit. Ganz gleich, ob jemand plötzlich und unerwartet oder nach langer Krankheit verstirbt: Die Angehörigen müssen nicht nur Verlustschmerz und Trauer bewältigen, auf sie kommen auch viele und häufig rein formale Aufgaben zu. Über allem aber der Wunsch nach einem würdevollen Abschied.

Umso wichtiger ist es für die Hinterbliebenen, dass sie sich vertrauensvoll an jemanden wenden können, der ihnen in den schweren Stunden zur Seite steht und sich um all jene Aufgaben und Pflichten kümmert, die mit einem Todesfall verbunden sind. Ansprechpartner hierfür sind die Bestatter in der Region. Einer von ihnen ist Jens Nordsieck aus der Gemeinde Bad Essen. „Wir verstehen uns als Begleiter und Gesprächspartner für all jene, die einen Angehörigen oder Freund verloren haben“, beschreibt Claudia Nordsieck die Philosophie des Unternehmens im Kurort des Altkreises Wittlage. Ursprünglich im 19. Jahrhundert von Wilhelm Nordsieck als Bau- und Möbeltischlerei gegründet, ist der Betrieb an der Lindenstraße 54 seit den Anfängen auch als Bestatter tätig. Nachdem ein Arzt den Tod eines Menschen festgestellt hat, beginnt für Jens Nordsieck und seine Mitarbeiter die Arbeit. „Eine sofortige Betreuung der Hinterbliebenen wird von uns garantiert“, ergänzt der Inhaber des Unternehmens in der siebten Generation. Beim Umgang mit

dem Tod steht der Bestatter den Angehörigen einfühlsam und mit seiner jahrelangen Erfahrung kompetent zur Seite. Seine Arbeit beginnt mit der Überführung des Leichnams aus dem In- beziehungsweise Ausland und erstreckt sich bis hin zur würdevollen Ausgestaltung der Trauerfeier. „Der Mensch steht bei all dem für uns immer im Mittelpunkt“, fügt die Ehefrau des Bestatters hinzu. Dies gilt sowohl für den Menschen, dessen Leben zu Ende gegangen ist, als auch für all jene, die er zurückgelassen hat. Sie werden von der Familie Nordsieck bei der Wahl einer geeigneten Bestattungsart sowie bei der Suche nach einer Grabstelle beraten. Des Weiteren werden auf Wunsch sämtliche, für eine Beerdigung notwendigen Formalitäten, Terminabsprachen und Behördengänge erledigt. Gleiches gilt für alle Dinge, die mit der Organisation einer Trauerfeier und Bestattung einhergehen. Dazu gehören auch Dinge wie das Anfertigen von Trauerdrucksachen, die Gestaltung von Todesanzeigen sowie ihre Übermittlung an regionale beziehungsweise überregionale Zeitungsverlage. Außerdem werden von der Firma Nordsieck der

Würdevolle Gedenkstätte: Beispiel einer modernen Grabanlage mit Frühlingsbepflanzung (oben). Bei der Auswahl des Arrangements für eine Trauerfeier (links) stehen Bestatter wie die Firma Nordsieck in Bad Essen den Angehörigen jederzeit mit Würde und Respekt zur Seite . Fotos: Steffen Meyer, BdF

Sarg, die Sterbewäsche oder eine Urne geliefert. Der Bestatter kümmert sich um die feierliche Aufbahrung in einer Friedhofskapelle, vermittelt Trauerredner und sorgt für die musikalische Gestaltung der Trauerfeier. „Ziel ist es, dass die Angehörigen so Abschied von dem Verstorbenen nehmen können, wie sie es sich vorstellen, denn schließlich ist es für sie nicht nur ein einschneidendes, sondern vor allem auch einzigartiges und unwiederholbares Erlebnis, dass so in-

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dividuell und persönlich wie möglich gestaltet werden sollte“, so Claudia Nordsieck weiter. Mit viel Würde und Respekt werden die Betroffenen dabei vom Bestattungsunternehmen begleitet. Dies gilt umso mehr, da sich die Bestattungskultur in der heutigen Zeit deutlich gewandelt hat. Bewegten sich Bestatter früher in relativ eng begrenzten Rahmen, da es klare, gesellschaftliche Vorstellungen gab, wie eine Beerdigung auszusehen hat, sind Trauerfeiern mittlerweile deutlich individueller geprägt. Dies gilt sowohl für den städtischen als auch den ländlichen Raum wie zum Beispiel die Gemeinde Bad Essen. Statt einer klassischen Erdbestattung wird bei Angehörigen immer häufiger auch der Wunsch nach einer Feuer-, See-, Natur- oder

Baumbestattung in einem Friedwald laut. Gehört jemand einer anderen Kultur an, ist ein ganz besonderes Zeremoniell notwendig. Schließlich nimmt auch die Vorsorge einen immer größeren Stellenwert für den Berufsstand ein. Gerade in Fällen, in denen eine schwere Krankheit dem Tod vorausgeht, wenden sich Betroffene gemeinsam mit ihren Angehörigen an ein Bestattungsunternehmen wie Nordsieck, um alle notwendigen Dinge schon im Vorfeld zu regeln und dafür zu sorgen, dass Trauerfeier und Beerdigung ihrer Persönlichkeit gerecht werden. Längst ist der Tod kein absolutes Tabuthema mehr, sondern rückt stärker ins Bewusstsein des Einzelnen. Verbunden damit kommt auch dem Beruf des Bestatters eine immer größere Bedeutung zu.

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Teil des Lebens – auch im Tod Das Kolumbarium der katholischen Gemeinde „Heilige Familie“ Von Johanna Kollorz

OSNABRÜCK. „Und wie wir das Abbild des Erdhaften trugen, werden wir auch das Abbild des Himmlischen tragen“ (1 Kor 15,49). Dieses biblische Wort setzte das ausführende Architekturbüro Klodwig & Partner über seinen Entwurf zum 2010 erfolgten Umbau der katholischen Kirchengemeinde „Heilige Familie“ zur Kolumbariumskirche.

Jeder Augenblick unseres Leben ist unweigerlich ein Schritt zum Tode hin. Bei der Umgestaltung der 1960/61 erbauten Rundkirche „Heilige Familie“ waren die Entscheidungsträger deshalb darauf bedacht, den Feierraum mit der neu entstehenden Begräbnisstätte für Urnen zu verknüpfen. Das Wort Kolumbarium stammt aus dem Lateinischen (columbarium) und bezeichnet ursprünglich einen Taubenschlag. Als Name für Grabkammern taucht der Begriff erstmals etwa 50 vor Christus in römischen Quellen auf. Mit der Bezeichnung spielten die Menschen auf das damalige Aussehen der Kammern an, in denen in mehrere Reihen übereinander Nischen für die Urnen eingerichtet waren. Heutige Kolumbarien haben ihre Ähnlichkeit mit einem Taubenschlag verloren. Häufig sind die Aufbewahrungsstätten für Urnen an Friedhöfe oder Kirchen angegliedert und fügen sich in die bestehende Architektur und Funktion der Gebäude ein. So auch im Falle der Kolumbariumskirche „Heilige Familie“. Seit der Umsetzung dieses, für das Bistum Osnabrück bis-

lang noch einzigartigen, Bauvorhabens sind das Irdische und das Himmlische fest miteinander verwoben. Nahe der Eingangstüren aus Glas (Alpha und Omega stehen hier als christliche Symbole für den Anfang und das Ende), steht das Taufbecken, das den Eintritt in die Kirche markiert. Als Ausgangspunkt des Fest- und Trauerraums vereint es die Pole Taufe und Tod und lässt dazwischen viel Raum, das Leben im Glauben zu feiern.

Die Kolumbariumskirche „Heilige Familie“ heute (oben). Seit 2010 wird der Festraum der katholischen Rundkirche von einem zum Eingang hin offenen Halbkreis aus Urnengängen umgeben. Die Pieta der katholischen Gemeinde am Schölerberg (links): Die Schmerzensmutter, die ihren toten Sohn im Schoße hält, ist für Christen der tiefste Ausdruck der Trauer und des Trostes. Blick in die Kolumbariumsgänge (unten): In der Mitte laden Hocker aus hellem Eschenholz die Besucher zum Verweilen und Gedenken ein. Fotos: Johanna Kollorz

Im Festraum wurde durch neue Kirchenbänke sowie ein Pult und einen Altar aus hellem Eschenholz ein einheitliches, freundlich-helles Erscheinungsbild erschaffen. Zwischen dem Taufbecken und der Pieta der Kolumbariumskirche zeugt auch ein TouchScreen zur Personensuche vom aktuellen Zeitgeist der Gemeinde. Durch regelmäßig durchgeführte Gottesdienste (donnerstags um 8.30 Uhr, freitags um 18 Uhr und sonntags um 10 Uhr) ist in der Kolumbariumskirche „Heilige Familie“ ein einmaliges Miteinander des regulären Gemeindelebens und der besonderen Trauersituation entstanden. Seit dem Wiedereinzug und der feierlichen Segnung durch Bischof Dr. Franz Josef Bode im

August 2010 steht die Rundkirche am Schölerberg für eine zeitgemäße Bestattungskultur, deren Beispiel in Kürze eine weitere katholische Kirche („Heilig Geist“, Oesede) im Landkreis Osnabrück folgen wird. „Ein entscheidender Grund, der zum Umbau unserer Kirchengemeinde geführt hat, ist die veränderte Bestattungskultur“, berichtet Harald Niermann. „Größere Mobilität sorgt heute immer häufiger dafür, dass Angehörige nicht mehr in der Nähe wohnen. Ältere wünschen sich deshalb, nach dem Tod niemandem zur Last zu fallen“, schildert der seit 2001

hauptberuflich in der Pfarrereiengemeinschaft OsnabrückSüd (St. Joseph, St. Ansgar und „Heilige Familie“) tätige Kirchenmann, die Situation. Nach dem Vorbild ursprünglicher Kolumbarien werden die Urnen in der „Heiligen Familie“ in Wänden verwahrt. Halbrunde Nischenwände aus Natur-LehmStreichputz und der Boden bilden die Basis für die Urnenplätze, die durch hell schimmernde Messingplatten verschlossen werden. Die Verschlussplatten nennen in würdevoller einheitlicher Beschriftung sowohl den Namen als auch das Geburts- und Sterbedaten der beigesetzten Person(en). Zurzeit vereint das Kolumbarium in der „Heiligen Familie“ 850 Urnenplätze. Bis heute sind circa zwei Drittel davon verkauft. Eine Aufstockung

auf insgesamt 1200 Plätze ist möglich. Die Belegung kann als Einzel-, Doppel- oder Mehrfachplatzierung nebeneinander vorgenommen werden, erfolgt für 20 Jahre und kann anschließend jährlich verlängert werden. Doch auch nach solch einer Verlängerung verbleiben die Verstorbenen unter dem Dach der Kirche: In einem hinter dem Altar gelegenen Bodenraum, vor dem ein Totengedenkbuch ihrer dauerhaft erinnert. „Die Bestattung in der Kolumbariumskirche ist keineswegs an eine Mitgliedschaft in unserer Gemeinde gebunden. All jene, die sich bewusst mit den Themen Tod und Trauer auseinandersetzen möchten, bieten wir hier die Möglichkeit“, betont Niermann, der diesbezüglich auch auf die Lange Nacht der Kirchen am 23. Mai 2014 verweist.

Bestattungen und Grabpflege

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SAMSTAG, 22. MÄRZ 2014

Trauerratgeber

Was möchte ich – und was nicht? Hinweise zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Co. Von Robert Schäfer

OSNABRÜCK. Vorsorge ist wichtig. Immer wieder stellt man sich die Frage „Was geschieht mit mir, wenn mir etwas zustößt?“ – meist jedoch ohne darauf direkt eine Antwort zu finden. Aber wenn es zu spät ist, lassen sich wichtige Dinge nicht mehr selbst regeln, sie werden dann von anderen geregelt.

Damit diese Situation so korrekt wie möglich ablaufen kann, gibt es einige Hilfsmittel, mit denen jeder über seine persönlichen Wünsche und Verhältnisse im Fall von Pflege, Betreuung oder Tod im Vorfeld verfügen kann. In einer Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht oder Patientenverfügung beispielsweise werden Behandlungswünsche und Vertretungsbefugnisse verbindlich geregelt. Dass eine solche Regelung durchaus wichtig sein kann, wissen viele Menschen nicht. Oft geht man davon aus, dass nahe Angehörige automatisch die Vertretung übernehmen können, wenn nach einem Unfall oder Schlaganfall die Person nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst einzustehen. Das stimmt allerdings nicht. Verfügungsgewalt kann nur derjenige ausüben, der im Vorfeld durch eine Vollmacht oder Verfügung autorisiert ist. Das trifft auch für demente Menschen oder Alzheimer-Patienten zu. Daher ist es ratsam, solche Fragen zu klären, bevor der Ernstfall eintritt. Die umfassendste Möglichkeit ist die Vorsorgevollmacht. Mit ihr wird für den Fall der eigenen Entscheidungsunfähigkeit vorgesorgt. Mit der Vorsorgevollmacht kann man gänzlich oder auch eingeschränkt Regelungen für die finanziellen Dinge, die Gesundheitsvorsorge, die Aufenthaltsortsbestimmung und medizinische Behandlungen, wie beispielsweise

Einfach ist die Beschäftigung mit der persönlichen Vorsorge nicht. Ratgeber helfen dabei, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Foto: R. Schäfer

Operationen, treffen. Aufgrund der vollständigen Art der Vollmacht sollte sie nur für Menschen gelten, denen man absolutes Vertrauen entgegen bringt. Wird in der Vollmacht über Immobilienvermögen verfügt muss die Vollmacht notariell beglaubigt werden. Die Vor-

sorgevollmacht gilt nur für den in ihr festgelegten Moment der Entscheidungsunfähigkeit. Seit 2005 können die Bürger ihre Vorsorgevollmacht in das Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer eintragen lassen. Die Betreuungsverfügung tritt im Fall der Geschäftsunfä-

higkeit in Kraft. Liegt sie nicht vor, wird in diesem Fall ein behördlich bestellter Betreuer eingesetzt, der sich um finanzielle Belange, den Umgang mit den Behörden und auch gesundheitliche Themen kümmert. Mit der Betreuungsverfügung kann dem zuständigen

Auch an digitale Vorsorgevollmacht denken Weil das Internet längst zum Alltag gehört, sollten Verbraucher auch an eine digitale Vorsorgevollmacht denken. Beispielsweise kann zu Lebzeiten ein Bevollmächtigter bestimmt werden, der sich um den digitalen Nachlass kümmert, erklärt die Verbraucher-

zentrale Sachsen. Dieser kann über bestehende Konten und Accounts und hinterlegte Zugangsdaten regelmäßig informiert und instruiert werden und darüber, wie mit dem eigenen Andenken in sozialen Netzwerken verfahren werden soll oder wer etwa E-

Mails lesen darf. Alternativ kann ein Erbe im Testament eigens mit der Abwicklung des digitalen Nachlasses betraut werden. Diese Variante bezeichnen die Verbraucherschützer aber als eine „nicht zu unterschätzende Herausforderung“. Denn viele Internet-

Dienstleister geben Zugangsdaten Verstorbener entweder gar nicht oder nur nach Vorlage einer Sterbeurkunde oder eines Erbscheins heraus. Außerdem muss man damit rechnen, dass ein Erbe die Online-Aktivitäten des Verstorbenen nicht ohne Weiteres voll-

ständig nachverfolgen kann. Wer keine Vorsorge für sein digitales Vermächtnis trifft, müsse sich darüber im Klaren sein, dass seine Accounts quasi unbegrenzt fortbestehen, warnen die Experten. Eine automatische Löschung gebe es in aller Regel nicht. tmn

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Betreuungsgericht schon im Vorfeld eine vertraute Person benannt werden. Je detaillierter und umfassender die Regelungen in der Verfügung sind desto einfacher wird im Fall die Regelung der Betreuung. Sowohl der Betreuer als auch das Gericht sind an diese Wünsche gebunden. Im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht kann die Betreuungsverfügung recht frei gestaltet werden und muss nicht notariell beglaubigt werden. Die Patientenverfügung ist eine sehr einfache Methode, zumindest für den medizinischen Bereich vorzusorgen. In ihr kann jeder Volljährige niederschreiben, welche Behandlungen im Fall der Fälle gewünscht oder explizit ausgeschlossen werden. Da diese Verfügungen seit 2009 rechtlich bindend sind, empfiehlt es sich, vor der Niederschrift eventuell eine Beratung beim Arzt zu suchen. Geklärt werden können unter anderem Themen wie künstliche Ernährung, künstliche Beatmung, Dialyse oder auch die Verabreichung von Medikamenten. Schwierige Themen, wie indirekte oder passive Sterbehilfe durch Gabe von schmerzstillenden, aber lebensverkürzenden Medikamenten oder dem Abbruch von lebensverlängernden Maßnahmen, gehören auch in die Patientenverfügung. Egal, für welche der Möglichkeiten man sich entscheidet, wichtig ist vor allem, dass die Verfügung im Zweifelsfall gefunden werden kann oder schon bei einem engen Verwandten oder Freund vorliegt. Bei einfachen Regelungen, die allerdings sehr aktuell umgesetzt werden müssen, wie etwa der Patientenverfügung lohnt es sich, im Portemonnaie eine Hinweiskarte zu haben. Bei den anderen Verfügungen sollte ein enger Vertrauter über das Vorhandensein und den Aufbewahrungsort informiert werden. Eventuell kann ihm auch eine Kopie übergeben werden. Infos: Unterstützung bei der Formulierung der verschiedenen Vollmachten und Verfügungen geben Ärzte oder Rechtsanwälte. Einen guten Überblick mit vielen Vordrucken und Formulierungshilfen gibt der NOZ-Ratgeber „... alles geregelt?“ In ihm können auch einfach alle relevanten persönlichen Daten hinterlegt werden.


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Trauerratgeber

Ohne Liebe keine Trauer Heinz Stall aus Fürstenau-Settrup ist Steinmetz und Bildhauer in Sachen Tod Von Anja Polaszewski

FÜRSTENAU. „Trauer ist Liebe“, sagt Heinz Stall mit erhobenem Zeigefinger. Dabei schaut er eindringlich. „Ohne Liebe kann der Mensch nicht trauern, das ist nicht möglich.“

Es ist ein sonniger Tag im März; der 56-Jährige führt mich über das Gelände seines Steinmetzbetriebs. „Als Junge wollte ich eigentlich Goldschmied werden“, sagt er. „Meine Mutter fand Maurer besser. Also wurde ich zunächst einmal Maurer.“ Der Vater dreier Söhne grinst. Mit dem Beruf des Steinmetzes habe er jedoch immer geliebäugelt. 1990, mit Anfang dreißig, realisierte er sich dann seinen Traum vom eigenen Unternehmen, startete als Einmannbetrieb in seiner Garage als Steinmetz und Bildhauer. „Es war gewagt, mit drei kleinen Kindern noch einmal komplett neu zu beginnen, aber es war eben ein Herzenswunsch“. Und Herzenswünsche werden seiner Meinung nach früher oder später wahr – mit der nötigen Portion Gottvertrauen und Gelassenheit. „Viele Menschen streben gewaltsam und unter Druck nach den Dingen. Das kann gar nicht funktionieren. Man muss es zum Teil einfach auf sich zukommen, allerdings die Dinge auch in greifbare Nähe kommen lassen.“ Inzwischen ist sein erfolgreicher Steinmetzbetrieb in der über zweihundert Jahre alten ehemaligen Kornbrennerei Tebbenhoff in Fürstenau-Settrup untergebracht. Auf dem weitläufigen Gelände kann man eine Vielzahl von Grab- und Gedenksteine bestaunen; im Ausstellungsraum stellen Heinz Stall und seine sieben Mitarbeiter Einzelstücke und Sonderanfertigungen meist sakraler Kunst-

Individuelle Steinmetzarbeiten: „Eigentlich ist die unbezahlbar“ – Heinz Stall liebt diese Madonnen-Statue (oben). Auf dem Betriebsgelände sind eine Vielzahl von Grab- und Gedenksteine bestaunen (links). Die „Seele des Verstorbenen“ Fotos: Anja Polaszewski soll sich im Stein widerspiegeln (unten).

Und woher bekommt der Steinmetz seine Ideen für einen Grabstein? „Ich gehe eigentlich auf keine bestimmte Art vor. Ich setze mich mit den Hinterbliebenen zusammen, höre einfach zu, lasse sie reden – schon dabei kommt mir dann ein Bild in den Kopf. Das Allerwichtigste ist, dass sich die Seele des Verstorbenen jeweils in dem Stein widerspiegelt. Dass

werke aus. In der Galerie stehen Einzelstücke aus Porzellan, Ton und Naturstein – alle handgefertigt. Das Motto des Unternehmens: „Wir geben Steinen eine Seele“. Welche Menschen kommen eigentlich zu Heinz Stall, um einen Grabstein zu bestellen? „Alle, die betroffen sind: Wohlhabende, nicht so Wohlhabende, Vertreter aller Glaubensrichtungen. Und alle Trauernden haben eines im Sinn: Gutes tun – mit mehr oder eben weniger Geld. Es hat aber immer etwas mit Liebe zu tun.“ Liebe und Trauer in Form von Kunst also.

man erkennt, wie er gelebt hat.“ Nicht gerade einfach. Gab es in den Jahren seiner Tätigkeit Schicksale, die ihn besonders bewegt haben? „Oh, da gibt es so viele, zu viele, um sie alle aufzuzählen.“ Er denkt nach. „Ich glaube, das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, ist, wenn das eigene Kind stirbt. Diese Erfahrung musste ich Gott sei Dank nicht machen, schon allein deshalb bin ich ein sehr

glücklicher Mensch.“ Heinz Stall macht eine kurze Erzählpause, schaut betroffen. „Einmal kam eine Familie, deren zweijähriges Kind verstorben war. Sie wollten natürlich einen besonderen Grabstein.“ Der gläubige Mann deutet auf ein paar kleinere und größere Tonfiguren in Form von Kindern. Eine – ein Junge – liegt auf dem Bauch und schaut zum Himmel. Er lacht, hat den Kopf verspielt in die Hand gestützt und die Beine angewinkelt. „Ich nenne diese Figuren ‚Kinder dieser Welt‘ .“ Und dann erzählt er die Geschichte einer jungen Frau, die schwanger war. Sie musste sich aufgrund von Komplikationen für ihr eigenes oder das Leben ihres ungeborenen Babys entscheiden. Das Kind ist heute fünf Jahre alt. Geschichten wie diese kann Heinz Stall Hunderte erzählen, glücklicherweise nicht immer so tragisch. Er kann nicht schätzen, wie viele Werke er bisher geschaffen hat, aber die Geschichten dahinter vergisst er nie, nicht eine. „Ich sehe einen Stein und erinnere mich sofort.“ Allein das zeigt, dass er sich für den richtigen Beruf entschieden hat, damals vor über zwanzig Jahren. Am Ende hat er noch eine Bitte: „Schreib‘ was über die Menschen.“ Getan.

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Trauerratgeber

Heute gibt es keine Tabus mehr Trauerfloristik ist geprägt durch individuelle Wünsche und persönlichen Geschmack Von Steffen Meyer

OSNABRÜCK. Die Zeiten, in denen Trauerfloristik und Grabgestaltung strengen Regeln unterworfen waren, sind vorbei. Gab es früher klare Vorstellungen, welche Blumen und Farben die letzte Ruhestätte eines Menschen zieren dürfen, wie Gestecke gestaltet werden müssen und was überhaupt nicht auf ein Grab gehört, entscheidet nun der persönliche Geschmack des Verstorbenen sowie der Angehörigen.

„Es gibt keine Tabus mehr. Früher waren bestimmte Blumen auf einem Grab einfach verpönt. Heute hat sich das total gewandelt und es ist alles erlaubt“, berichtet beispielsweise Petra Jeda. Die Inhaberin von „Blumen Jeda“ an der Iburger Straße 78 in Osnabrück blickt auf eine 30-jährige Berufserfahrung zurück und hat sich mit ihrem Fachbetrieb auf Trauerfloristik sowie Grabgestaltung und -pflege spezialisiert. „Über Trends hierbei lässt sich nur schwer etwas sagen. Wenn überhaupt, dann, dass sie sehr persönlich und individuell geprägt sind“, so Jeda weiter. Gerne werden von den Angehörigen jene Blumen genommen, die der Verstorbene zu Lebzeiten besonders geliebt hat. Rosen sind im Trauerfall immer ein zentrales Thema. Des Weiteren wird bei der Auswahl auch das saisonale Angebot mit einbezogen. „Früher waren Rot und Weiß die klassischen Farben auf ei-

nem Grab. Heute gestalten wir auf Wunsch auch Sträuße und Kränze beispielsweise mit Tulpen“, ergänzt die Blumenexpertin. Gebunden wird modern und nach ganz persönlichen Vorstellungen. Wenn es in den Augen von Jeda einen Trend gibt, dann der, dass heutzutage alles etwas kleiner, dafür aber auch exklusiver und feiner gestaltet wird. „Ein Grund mit ist, dass zumindest im städtischen Bereich der Trend zur Feuerbestattung zugenommen hat“, erklärt Jeda. Auf dem Land sei dies zwar noch nicht so ausgeprägt. In

Kleiner, feiner und exklusiver werden die Blumenarrangements anlässlich einer Trauerfeier, denn im Stadtgebiet nehmen Feuerbestattungen zu (oben). Individuell gestalten Petra Jeda (Foto links) und ihr Team die Sträuße, Kränze und Gebinde für die Grabgestaltung. Immer stehen die individuellen Wünsche der Kunden im Fokus. Fotos: Steffen Meyer

Osnabrück selbst allerdings ist die Entwicklung deutlich zu spüren und verbunden damit haben sich auch die Vorstellungen gewandelt, welcher Blumenschmuck für eine Trauerfeier in kleinerem Rahmen geeignet ist. Auf einer Grabstelle halten sich Kränze im Normalfall etwa vier bis sechs Wochen. „Alles hängt natürlich von der Jahreszeit ab“, fügt Jeda hinzu. In kalten Wintern verkraften Blumen

und Pflanzen dauerhafte Minustemperaturen selbstverständlich nicht so lange und sind mitunter bereits nach wenigen Tagen verfroren. Ähnliches gilt in heißen Sommern für Blumen und Kränze, wenn sie nicht regelmäßig gegossen werden. „Ein weiterer Grund, weshalb wir einen Komplettservice von der individuellen Beratung bis hin zur abschließend Grabgestaltung anbieten“, so die Inhaberin des Blumenfachgeschäftes. Auch hierbei sind die

Wünsche der Angehörigen sehr unterschiedlich. Manch‘ eine Familie möchte, dass die letzte Ruhestätte des Verstorbenen stets aufs Neue mit frischen Blumen der Saison bepflanzt wird. Andere wiederum wählen hauptsächlich Bodendecker für die Ausgestaltung der Grabstelle. Dann sind nicht so mehrere Pflegegänge im Jahr notwendig, wie bei einer Ruhestätte, die der ständigen Betreuung bedarf. Für einen Fachbetrieb kommen in solch einem Fall dann jährlich schnell zwischen 18 und 20 Einsätze zusammen,

um eine Grabstelle stets sorgfältig zu versorgen. Viele vertrauen sich diesbezüglich einem Fachbetrieb wie „Blumen Jeda“ an. „Für unsere Kunden möchten wir ein kompetenter und vertrauensvoller Ansprechpartner vor Ort sein“, erläutert die Inhaberin. Immer arbeiten sie und ihr Team seit mehr als 25 Jahren eng vor allem mit dem Bestattungshaus Pietsch zusammen. Der Service erstreckt sich vom Schmücken ihrer bestattereigenen Kapelle über Blumen und Kränze für die eigentliche Trauerfeier auf dem Friedhof bis hin zu allen Fragen rund um die Grabgestaltung. „Vielfach gelobt wird von unseren Kunden darüber hinaus das Angebot eines kostenlosen Lieferservices“, so die Inhaberin von „Blumen Jeda“ abschließend. Alle Kränze, Gestecke und Sträuße werden von den Mitarbeitern des Fachbetriebes selbst mit viel Liebe, Fantasie und Fachkenntnis gebunden. Schnell und zuverlässig werden sie anschließend ohne weiteren Aufpreis ausgeliefert. Das Beispiel von „Blumen Jeda“ verdeutlicht, wie vielfältig die Aufgaben im Bereich der Trauerfloristik und Grabgestaltung geworden sind. Wo einst feste Standards und klare Regeln galten, sind heute deutlich mehr Erfahrung, Kompetenz sowie das einfühlsame Gespür für die persönlichen Vorstellungen und Wünsche der Trauernden gefragt. Immer aufs Neue müssen sich die Fachgeschäfte dem Wandel der Zeit anpassen.

Trauernden Zeit lassen Trauer braucht Zeit – und die sollten Bekannte und Freunde einem Trauernden auch lassen. „Früher gab es das Trauerjahr, das war eine gute Sache“, sagt Stilexpertin Elisabeth Bonneau. Die Angehörigen trugen schwarz und befanden sich in einer Art Schutzzone. Ihr Umfeld ging entsprechend rücksichtsvoll mit ihnen um. „Heute

ist das anders, die Leute tragen nicht mehr Trauer.“ Trotzdem haben sie Verständnis verdient. Tatsächlich erwarte das Umfeld aber oft, dass sie schnell wieder normal funktionieren, sagt Georg Schwikart, ein Ratgeber-Autor aus Sankt Augustin (NordrheinWestfalen). „Aber Trauer verläuft in Schüben und kann

dauern. Das sollte das Umfeld tolerieren“, sagt er. Gut ist, wenn Freunde und Bekannte immer wieder offene Angebote machen, etwa bei einem Ausflug mitzufahren. „Sie dürfen dann aber nicht beleidigt sein, wenn der Trauernde erst mal ablehnt. Er hat das Recht zu bestimmen, wie viel Nähe und Distanz betmn steht.“


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Trauerratgeber

Frühling auf dem Friedhof Friedhofsgärtner geben Tipps und helfen bei der Grabgestaltung und -pflege pm BONN. „Der schönste Monat für das Herz ist und bleibt der März“, sagt der Volksmund. Denn jetzt erwacht die Natur zu neuem Leben – und das nicht nur in den Gärten und Parks: Auch ein Spaziergang über den Friedhof lohnt sich, denn dort wird es auf den Gräbern wieder bunt.

erklärt Friedhofsgärtner Nicolas Rehner, aktiv im Bund deutscher Friedhofsgärtner. Doch nicht nur die Ästhetik spielt eine wichtige Rolle in der Arbeit des Friedhofsgärtners. Es geht auch immer um praktische Fragen: Wie lange blüht diese Pflanze, gedeiht sie besser an einem schattigen oder an einem sonnigen Standort? Gerade für diese Feinabstimmung der Bepflanzung stehen die fachlich geschulten Mitarbeiter der Friedhofsgärtnereien ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite – auf Wunsch auch im Rahmen einer Jahres- oder Dauergrabpflege. Dabei geht ihr Fachwissen über die reine Botanik hinaus: Denn jede Pflanze hat auch ihre spezielle Bedeutung und Symbolik, wie Nicolas Rehner weiß: „So ist etwa der Krokus in unseren

Frühblüher wie Krokusse und Primeln lassen den Winter schnell vergessen. Mit den Frühlingsboten in kräftigen Farben gestalten die Friedhofsgärtner kunstvoll die Grabstätten und machen so den Friedhof zu einer blühenden Oase. Wie zu keiner anderen Zeit im Jahr steht für die Grabgestaltung eine reiche Vielfalt an Pflanzen zur Verfügung. Dabei geht es nicht nur um den jahreszeitlichen Wechselflor mit früh blühenden Pflanzen: Die Friedhofsgärtner nutzen das Frühjahr auch, um Bodendecker oder die Rahmenbepflanzung zu erneuern. Und wie im Gartenbau allgemein, kommen auch auf dem Friedhof zu den Klassikern jedes Jahr neue Grabpflege als Daueraufgabe: die vielfältigen Leistungen der FriedhofsgärtPflanzen und Trends hinzu. „Wir schöpfen dann aus dem ner während des Kalenderjahres im Überblick (oben). Im Frühjahr gestalten Vollen, wissen aber zugleich Friedhofsgärtner die Gräber mit frischen Blumen und Staudengewächsen. So Fotos: BdF um die Kombinierbarkeit der wird der Friedhof zur blühenden Oase (links). Pflanzen und Farben. Denn Mehr Informationen über Grabgestaltung und -pflege eine Grabstätte muss immer Breitengraden nicht nur das gilt auch als Symbol für Zueinen harmonischen Ge- allererste blühende Lebens- versicht und glückliche Er- den Bund deutscher Fried- finden Interessierte auch hofsgärtner sowie zur unter www.grabpflege.de. samteindruck vermitteln“, zeichen der Natur, sondern wartung.“

Grabpflege im Wechsel der Jahreszeiten Säubern, schneiden, pflanzen, düngen, gießen: Jahr für Jahr verwandeln sich Friedhöfe unter den emsigen Händen der Friedhofsgärtner in blühende Oasen. Jetzt im März schneiden sie Gehölze und bepflanzen die Gräber mit frischen Frühlingsboten wie Tulpen und Tausendschön, Hornveilchen und Hyazinthen. Die jahreszeitliche Wechselbepflanzung der

Gräber ist aber nur eine von vielen Aufgaben der Friedhofsgärtner. Denn der sogenannte Wechselflor macht neben Bodendeckern und Rahmenbepflanzung nur einen Teil der Grabfläche aus. Die allerdings will das ganze Jahr über gepflegt sein. Das Grabbeet wird von Laub, losen Ästen und Unkraut befreit, die Pflanzen werden nach fachmännischen Gesichts-

punkten geschnitten und gedüngt. Auch das regelmäßige Gießen der Pflanzen gehört zu den Aufgaben der Friedhofsgärtner, wobei der Aspekt des Wasserbedarfs einzelner Grabpflanzen besonders wichtig ist. Er spielt eine wichtige Rolle bei der nächsten Wechselbepflanzung, wenn die Frühlingsblumen abgeräumt und durch Sommerblumen ersetzt werden. „Hier-

bei gilt es den Standort des Grabes zu berücksichtigen, denn manche Pflanzen eignen sich besser für sonnige, manche nur für schattige Standorte“, so ein Friedhofsgärtner. Während sich Rosettenpflanzen wie die Echeverie in der Sonne wohlfühlen, bevorzugt z. B. das Fleißige Lieschen einen schattigen Standort. Dort blüht es ausdauernd von Juni bis Okto-

Frühling, Sommer und Herbst: Die Flora der Friedhöfe verändert sich im Rhythmus der Jahreszeiten. Foto: BdF

ber. Dann steht auch schon die herbstliche Bepflanzung auf dem Arbeitsplan des Friedhofgärtners. Hier spielt er die ganze Bandbreite seiner Kreativität aus. Denn für ihn ist der November mit den Toten-

gedenktagen die Hauptsaison: „In dieser Zeit werden die Gräber nicht nur herbstlich bepflanzt und geschmückt, sondern auch winterfest gemacht“, so ein Verantwortlicher beim Bund deutscher

Friedhofsgärtner (BdF), das Aufgabenfeld. Zum herbstlichen und winterlichen Grabschmuck gehören Grabschalen und Gestecke ebenso wie natürliche Materialien wie Steine, Holz oder Tannen-

zapfen, mit denen man auf verschiedene Weise Trauer und Erinnerung zum Ausdruck bringen kann. Im Februar schließlich entfernen die Friedhofsgärtner die Winterabdeckungen und den winter-

lichen Grabschmuck von den Gräbern und füllen frische Erde auf. Nun ist das Grab wieder bereit für die Frühjahrsbepflanzung – und damit schließt sich der Kreis der Jahreszeiten.


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Trauerratgeber

Leitfaden für eine schwere Zeit Klärung der letzten Fragen entlastet bei der Trauerarbeit Von Eva Güse*

OSNABRÜCK. Der Tod eines Menschen lässt die Angehörigen oft in Trauer und Verzweiflung zurück. Zugleich müssen sie in wenigen Tagen wichtige Entscheidungen über die Bestattung treffen. Häufig wird es als große Entlastung im Trauerfall empfunden, wenn zuvor im Familienkreis über die letzten Fragen gesprochen wurde.

Dies dient als wertvoller Leitfaden in dieser schweren und emotionalen Zeit. Wissen die Angehörigen dann, ob der/die Verstorbene sich eine Feuer- oder Erdbestattung gewünscht hat und wie die Trauerfeier gestaltet werden soll, bleibt mehr Raum für die eigentliche Abschiednahme. Bei Entscheidungen über Trauerfeier und Grabart sind neben den Wünschen des Verstorbenen auch die Bedürfnisse der trauernden Familie wichtig. Es sollte zudem bedacht werden, dass auch Freunde und Bekannte um den/die Verstorbenen trauern. Auswahl der passenden Grabart: Bei der Entscheidung

für eine Bestattungsform helfen folgende Fragen: • Was war der Wille des/der Verstorbenen? • Gibt es eine Wahlgrabstätte der Familie, in der beigesetzt werden kann? • Soll eine Wahlgrabstätte neu erworben werden, sodass in Zukunft weitere Familienmitglieder dort gemeinsam ruhen können? • Soll es eine individuelle Trauerfeier, eine Namensnennung geben? • Soll die Möglichkeit bestehen, Blumen, Grablichter und Gedenkzeichen abzulegen? • Soll es die Möglichkeit geben, das Grab zu verlängern? Die Wahlgrabstätte – wichtige Unterstützung der Trauerarbeit: Für viele Familien

und die Angehörigen ist es wichtig, ein Grab als Anlaufpunkt zu haben, das regelmäßig besucht und individuell gestaltet werden kann. Für viele wird es auch ein Ort, bei dem mit der Grabpflege Trauerar-

Imposanter Einblick: Vor der großen Kapelle des Heger Friedhofs (Foto oben) in Osnabrück starten die regelmäßigen Führungen, in denen über die verschiedenen Grabarten informiert wird. Grab- und Trauerstätte für fehlgeborene Kinder auf dem Friedhof Nahne (links). Fotos: OsnabrückerServiceBetrieb

beit im wörtlichen Sinne erfolgt und dadurch bei der Verarbeitung des Todes eines Menschen hilft. Die Wahlgrabstätte, das traditionelle Familiengrab, bietet die Möglichkeit, Verstorbene nach einer Erdbestattung und einer Feuerbestattung gemeinsam ruhen zu lassen. Diese Grabart kann für Familienmitglieder immer wieder verlängert werden. Die Gräber können zum Beispiel mit Grablichtern, Gestecken und Blumen geschmückt werden. Gartenbaubetriebe unterstützen, falls die Grabpflege nicht mehr selbst übernommen werden möchte. Bei Bedarf gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Grab pflegeleicht zu gestalten, zum Beispiel mit Teilabdeckungen, Bodendeckern oder einer Kiesabdeckung. Auf dem Heger Friedhof befinden sich Wahlgrabstätten, die traditionell zur Hälfte aus Rasen bestehen. Was hat sich geändert bei den Grabarten der Stadt Osnabrück? Um für die unter-

schiedlichen Bedürfnisse vielfältige Möglichkeiten der Bestattung und Trauerarbeit anzubieten, wurde in den letzten

Jahren die Friedhofssatzung der Stadt Osnabrück immer wieder angepasst. So gibt es Grabarten ohne Verpflichtung zur Grabpflege, die jedoch nicht mit Schmuck versehen werden können und zum Beispiel in einer Rasenfläche oder als Baumgrab im Wald liegen. In diesem Jahr wird das pflegefreie Erdwahlgrab eingerichtet, das ab Mai zunächst auf dem Heger Friedhof fertiggestellt wird. Hier können zum Beispiel Paare gemeinsam bestattet werden und das Grab kann verlängert werden. Die Stadt Osnabrück betreut das Grab und den Grabstein über die gesamte Zeit. Neu eingeführt wurde die Möglichkeit, auf allen Friedhöfen einstellige Erdwahlgräber zu erwerben. Dies sind Gräber zur Verlängerung für nur eine Person, die als Erdbestattung beigesetzt werden möchte. Auch Kindergräber können seit 2014 verlängert werden. Auf den drei Hauptfriedhöfen Heger Friedhof, Waldfriedhof Dodeshaus und Friedhof Schinkel wurden 2014 größere Bereiche eingerichtet, in denen nur allgemeine Gestaltungsvorschriften für die Gestaltung der Gräber gelten, sodass bei der Materialwahl des

Grabsteines oder der Einfassung mehr Auswahlmöglichkeiten bestehen. Gräber können auf allen Friedhöfen nun in Gänze mit Kies bedeckt werden. Kunststoff als Gestaltungsmaterial ist unter Umweltgesichtspunkten weiterhin nicht erlaubt. Für Trauerfeiern und Abschiednahmen am offenen Sarg stehen die Trauerhallen und die Abschiedsräume der Stadt zur Verfügung. Mitte 2014 wird zudem am Heger Friedhof für Angehörige die Möglichkeit geschaffen, ihren Verstorbenen rund um die Uhr unabhängig von Bestattern und Öffnungszeiten im Aufbahrungsraum zu besuchen.

me am offenen Sarg, Gestaltung eines persönlichen Gedenkorts und Entlastung von Grabpflege sowie über ökologische Aspekte einer Beisetzung. Dort können auch Gruppenführungstermine vereinbart werden. (Servicezeiten: mo - fr 8.30-12 Uhr, di 14-16 Uhr, do 14 17.30 Uhr; Telefon: 0541/3232428 oder -2360). Aktuelle Informationen der Friedhofsverwaltung findet man auch im Internet unter www.osnabrueck.de/gruenum welt/26210.asp.

* Die Autorin ist Abteilungsleiterin der Abteilung Friedhöfe und Bestattungswesen des OsnabrückerServiceBetriebs Serviceangebote der Stadt der Stadt Osnabrück. Osnabrück: Die Stadt Osna-

brück bietet regelmäßig Führungen an, in denen über die verschiedenen Grabarten informiert wird. Der nächste Termin findet auf dem Heger Friedhof am 13.7. um 11.30 Uhr, Treffpunkt vor der großen Kapelle des Heger Friedhofs, Rheiner Landstraße 168 statt. Gerne können sich Interessierte bei der allgemeinen Friedhofsverwaltung (Stadthaus 2, Natruper-Tor-Wall 2) weiter informieren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung beraten über die Möglichkeiten der Vorsorge, verschiedene Grabarten, Trauerfeiern, Grabartenkauf im Voraus, Abschiednah-

Führung durchs Krematorium Das Krematorium der Stadt Osnabrück bietet jeden zweiten Donnerstag des Monats um 13.30 Uhr eine Führung an. Treffpunkt: Verwaltungseingang links neben der großen Trauerhalle des Heger Friedhofs. Darüber hinaus können unter der Telefonnummer 0541/3232435 weitere Termine für Gruppenführungen vereinbart werden.


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Friedhofskalender Veranstaltungen durch das Jahr 2014 pm OSNABRÜCK. Nachfolgend finden Interessierte die Termine der Kulturveranstaltungen der historischen Friedhöfe und die Termine der aktiven Friedhöfe in Osnabrück.

Spiel, Spaß und Wissen für Kinder von 7-10 Jahren, Treffpunkt an der Kapelle des Hasefriedhofs, Umweltpädagogik Sonnentropfen Regenschein (weitere Infos unter 24.5.). • 14.6., 21.30 Uhr Einlass, 22 Uhr Beginn: „Orpheus“ – Filmvorstellung des Klassikers von 1950 (Frankreich), Kapelle Hasefriedhof, Veranstalter: Unabhängiges FilmFest Osnabrück, Eintritt: 10 Euro (inklusive Spende für den Erhalt des Friedhofs). • 18.6., 18.30 Uhr: Johannisfriedhof: Eine Grabstelle erinnert an einen fast vergessenen Konflikt – Otto Hasenclever: Kapp-Putsch, Generalstreik,

Verwaltungseingang Heger Friedhof, Rheiner Landstr. 168. • 18.7., 19-22 Uhr: Märchenerzählungen von Ute Link (mit musikalischer Begleitung), Kapelle Hasefriedhof. • 19.7., 22 Uhr: In Treue fest! – Stricken und Sterben im 1. Weltkrieg: Laterna magica Live Regelmäßige Termine: • Jeden 2. Donnerstag im MoPerformance (Illuminago nat findet um 13.30 Uhr eine Lichtspieltheater), Kapelle HaKrematoriumsführung statt, sefriedhof. Treffpunkt am Verwaltungs• 26.7., 16-18 Uhr: Naturerlebeingang des Heger Friedhofs, nis-Aktion für Erwachsene: InRheiner Landstraße 168. sekten – mehr als nur lästiges • Jeden 2. Mittwoch im Monat Ungeziefer, was sie uns nützen findet die Trauerfeier für Menund wie man sie anlockt; Treffschen ohne Angehörige statt, punkt an der Kapelle des Hasef10 Uhr, große Kapelle des Heriedhofs, Umweltpädagogik ger Friedhofs, Rheiner LandSonnentropfen Regenschein straße 168. (weitere Infos • Im Novemunter 24.5.). • 30.7., 17.30 ber: verschieUhr: Johandene Gedenkveranstaltunnisfriedhof: gen und GräTreffpunkt bersegnunFriedhofskagen auf allen pelle, Frau BirFriedhöfen git Schwartz von Kirchen (Stadtführerund Vereinen. gilde), kulturhistorische Weitere TerFührung über mine: den Johannis• 29.3., 10-16 friedhof und Uhr: Aktionsden Jüdischen tag auf dem Friedhof Publikumsmagneten: die Veranstaltungen auf Osnabrücker (KopfbedeJohannisFoto: OsnabrückerServiceBetrieb ckung!), (Einfriedhof zum Friedhöfen. Bau des Jotritt frei, Spenhannislabyrinths. Bitte Spaten, Freikorps und die Rote-Ruhr- de für die historischen FriedhöSicherheitsschuhe und Hand- Armee, Treffpunkt an der Ka- fe erbeten). schuhe mitbringen, wenn vor- pelle des Johannisfriedhofs • 6.8., 18.30 Uhr: Johannishanden. Anmeldung unter (Führung Ernst Kosche Eintritt friedhof, Führung „Der Johannisfriedhof im Zeitalter der Intrauer@osnabrücker-hofrei, Spende erbeten). spiz.de oder unter 0541/ 350 55 • 19.6., 18.30 Uhr: Krematori- dustrialisierung – Prachtentfal40. Weitere Termine am 5.4. umsführung, Treffpunkt am tung und standardisierte MasVerwaltungseingang des Heger senware“, Matthias Rinn, Treffund 12.4., jeweils 10-16 Uhr. • 4.5., 17.30 Uhr: Totengeden- Friedhofs, Rheiner Landstraße punkt Friedhofskapelle Johanken am niederländischen Eh- 168. nisfriedhof renfeld, Treffpunkt am Haupt- • 20.6., 19 Uhr: Lesung Christi- • 3.9., 17.30 Uhr: Hase-friedhof: eingang des Heger Friedhofs. an Pradel: Todsicher mit Hu- Treffpunkt Bramscherstraße / • 21.5., 20 Uhr: vogelkundliche mor – Ein literarischer Streif- Ecke Friedhofsstraße, Birgit Führung durch Prof. Dr. Her- zug über ein endgültiges The- Schwartz (Stadtführergilde), Streifzug bert Zucchi (Hochschule Has- ma, Kapelle Hasefriedhof (Ein- kulturhistorischer über den Hasefriedhof (Eintritt te), Treffpunkt an der Kapelle tritt frei, Spenden erbeten). des Johannisfriedhofs, Iburger • 12.7., ganztägig: Kunstaktion frei, Spende für die historischen Straße 54 (Eintritt frei, Spende der Christengemeinschaft, Friedhöfe erbeten). erbeten). rund um die Kapelle des Johan- • 5.9., 15-17 Uhr: Naturerleb• 24.5., 16-18 Uhr: Naturerleb- nisfriedhofs. nis-Aktion für Kinder: Tierinis-Aktion für Erwachsene: In- • 13.7., 11.30 Uhr: Führung über sche Friedhofsbewohner – sekten – mehr als nur lästiges die Grabarten der Stadt Osna- Spiel, Spaß und Wissen für KinUngeziefer; was sie uns nützen brück, Treffpunkt vor der gro- der von 7-10 Jahren, Treffpunkt und wie man sie anlockt, Treff- ßen Kapelle des Heger Fried- an der Kapelle des Johannispunkt an der Kapelle des Hase hofs, Rheiner Landstraße 168. friedhofs, Umweltpädagogik friedhofs, Umweltpädagogik • 16.7., 18.30 Uhr, Hasefried- Sonnentropfen Regenschein Sonnentropfen Regenschein, hof: Industrielle, Chefärzte, Re- (weitere Infos unter 24.5.). Anmeldung erbeten unter in- gierungspräsidenten, Künstler • 18.10.: Legno con passione, Kapelle fo@sonnentropfen-regen– Die bürgerliche Gesellschaft Blockflötenkonzert, schein.de oder 0172-9615110, Osnabrücks im frühen 20. Jahr- Hasefriedhof. Eintritt 7 Euro (davon 1 Euro hundert; Treffpunkt an der Ka- • 22.11., 10-12 Uhr: BlumenSpende für den Erhalt des pelle des Hasefriedhofs (Füh- zwiebeln setzen am JohannisFriedhofs). rung Ernst Kosche, Eintritt frei, labyrinth, Treffpunkt am Labyrinth in der 5. Abteilung des Jo• 14.6., 15-17 Uhr: Naturerleb- Spende erbeten). nis-Aktion für Kinder: Tieri- • 17.7., 18.30 Uhr: Krematori- hannisfriedhofs. sche Friedhofsbewohner – umsführung, Treffpunkt am (Änderungen vorbehalten!)

Paare sollten nach einem Verlust über ihre Trauer miteinander zu sprechen. Dies kann Missverständnissen und Konflikten vorbeugen. Foto: Aeternitas

Den Partner mit in die Trauer einbeziehen Besser offen über den Verlust sprechen pm KÖNIGSWINTER. Trauernde neigen häufig dazu, ihre Gefühle vor den eigenen Partnern zu verbergen. Fachleute haben jedoch herausgefunden, dass sich Trauer bei beiden Beteiligten so eher verstärkt. Sie raten, mit dem Partner offen über den Verlust zu sprechen. Viele Trauernde wollen ihr Umfeld nicht mit Trauer belasten. In bestimmten Zusammenhängen wie am Arbeitsplatz oder unter Freunden ist dies unter Umständen sinnvoll. Probleme entstehen in Partnerschaften, wenn jemand nicht über den Verlust spricht und in Anwesenheit seines Partners Stärke zeigt, um diesen nicht zu belasten. Dann nimmt die eigene Trauer zu, während sich gleichzeitig auch beim Partner die Trauer verstärkt. Das ergab eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Utrecht in den Niederlanden, bei der 219 Paare befragt wurden. „Als Ergebnis sehen wir hier, dass Partner versuchen, sich gegenseitig zu schützen, und dass dieses Bemühen zum Gegenteil des gewünschten Ergebnisses führt“, erklärt die Trauerberaterin Heidi Müller vom Beirat des Trauerportals www.gute-trauer.de, das von der Verbraucherinitiative Aeternitas ins Leben gerufen wurde.

Müller empfiehlt Paaren, nach einem Verlust über ihre Trauer miteinander zu sprechen. Dies könne Missverständnissen und Konflikten vorbeugen. Offenheit dem Partner gegenüber sei dabei entscheidend. Dann habe der andere alle Möglichkeiten zu sagen, „ja, das geht mir auch so“ oder „nein, das empfinde ich anders“. Oft stehe gerade das Thema Verlust unausgesprochen zwischen beiden. Falsch sei es auch zu erwarten, dass der Partner alles genauso empfinde. Die Trauerforschung hat bisher den Schwerpunkt auf die Frage gelegt, wie einzelne einen Verlust verarbeiten. Trauer hat jedoch auch einen sozialen Bezug, was unter anderem die Ergebnisse der erwähnten Studie zeigen. Wie Lebenspartner den Trauerprozess des jeweils anderen beeinflussen können, ist eines der Themen einer Ausgabe des Newsletters „Trauerforschung im Fokus“. Darin stellen die Redakteurinnen des Projekts wieder aktuelle Themen aus der internationalen Trauerforschung vor. Den Newsletter können interessierte Laien und Fachleute unter www.trauerforschung .de kostenfrei beziehen. In einem Archiv kann jeder die Newsletter der letzten vier Jahre nachlesen.


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Trauerratgeber

Treffen als Hilfe und Bereicherung Selbsthilfegruppe Verwaiste Eltern Osnabrück trifft sich im Gemeindehaus von St. Katharinen Von Ursula Holtgrewe

OSNABRÜCK.Wenn ein Kind stirbt, fühlt sich das für Eltern an, als würde ein Stück ihrer Herzen herausgerissen. „Die Trauer bleibt in uns“, weiß die Wallenhorsterin Annette Hanschen. Sie und ihr Mann trauern seit neun Jahren um ihre Tochter.

Seit einigen Jahren leitet die Lehrerin die Osnabrücker Selbsthilfegruppe Verwaiste Eltern zusammen mit Pastor Otto Weymann. Die Gruppe ist übergemeindlich und dem Bundesverband angeschlossen. (Mehr im Internet unter www.veid.de.) Der Tisch im „Steinwerk“, dem Gemeindehaus von St. Katharinen, ist nett dekoriert. Für jedes Kind wird eine Kerze angezündet. „So strahlen die Kinder noch einmal. Eltern stellen ein Foto ihres Kindes auf – ein Ritual, das uns gut tut“, beschreibt Annette Hanschen den Beginn jeder Zusammenkunft. Aus der Gesprächsrunde ergeben sich die Themen des Abends. „ Die Treffen empfinden die Mitglieder als Hilfe und Bereicherung auf dem Weg der Trauer. Jeder nimmt so oft teil, wie er es für richtig empfindet“, betont Otto Weymann. „Ich bin neun Jahre dabei. Manche sind nur an einem Abend da, um vom trauernden Alltag zu erzählen. Weil es für sie zu früh ist, kommen sie später erneut dazu. Ich war erst

nach einem halben Jahr so weit, reden zu können“, berichtet Annette Hanschen. Sie kennt beide Seiten. Mit notfallseelsorgerischer Zusatzqualifikation hat sie Eltern mit aller gebotenen Sensibilität mitgeteilt, dass deren Kinder beispielsweise bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen. „Erst als ich selbst derart informiert wurde, wusste ich, wie völlig zerstört man sich fühlt“, blickt sie zurück. Als ausgebildete Trauerbegleiterin fühlte sie sich nach einiger Zeit stark genug, die Leitung der Selbsthilfegruppe mit zu übernehmen. „Ich nenne es nahe Distanz, weil ich zu meiner Geschichte eine gewisse Distanz einneh-

Die Osnabrücker Selbsthilfegruppe Verwaiste Eltern leiten Annette Hanschen und Pastor Otto Weymann im „Steinwerk“ (oben). Liebevoll dekorieren Eltern die Gräber ihrer Kinder und freuen sich, wenn Freunde etwas dazu stellen (links). Fotos: Ursula Holtgrewe

men kann“, sagt Annette Hanschen. Gleichwohl sei Trauer immer individuell. Der Weg, sich in der neuen Lebenssituation zu orientieren und diese anzunehmen, verlaufe bei jedem unterschiedlich. „Männer trauern anders als Frauen. Trauer ist ein Prozess, und es ist wichtig, den Partner daran teilhaben zu lassen“, weiß Annette Hanschen. Ihr und ihrem Mann haben Seminare geholfen und geschlossene Freundschaften zu verwaisten Eltern.

„Annette Hanschen hat das besondere Talent als betroffene Mutter auch Leiterin sein zu können. Hier gibt es keine Floskeln. Tränen, die hier geweint werden, haben viele Gesichter. Und es hilft, sich trotz des Ohnmachtsgefühls seiner Situation klar zu werden. Dazu gehört auch die Frage: Wie kann Gott das zulassen?,“ betont Pastor Otto Weymann, der auch in der Funktion als systemischer Familienberater die Gruppe begleitet. Wiederholt diskutiertes Thema ist der Umgang mit Floskeln wie: „Ihr habt ja noch zwei Kinder“ oder: „Habt ihr das

noch nicht überwunden?“ „Überwinden geht nicht, nur mit der neuen Lebenssituation leben zu lernen“, sagt der Pastor. „Ja, manchmal ist die Gedankenlosigkeit unbedacht gewählter Worte schlimm und die Situation für Umfeld und Betroffenen eine Gratwanderung. Wir erleben, dass es Nichtbetroffenen zunehmend schwerfällt, mit uns über den Verlust unseres Kindes zu reden und manchmal haben wir es auch aufgegeben, mit ihnen darüber zu sprechen. Stützend sind indes Gespräche mit Gruppenmitgliedern und auch gemeinsame Unternehmungen“, berichtet Annette Hanschen. Wer ein Kind hat gehen lassen müssen, kennt die Angst, es könnte vergessen werden. „Es gehört zur Trauerarbeit, dass in

der Wohnung Bilder dokumentieren: Das Kind gehört zur Familie; oder sich mit Alltagsdingen des Kindes zu umgeben, um es ins Geschehen zu integrieren. Ich musste lernen, mir etwas Schönes zu gönnen und kein schlechtes Gewissen zu haben. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder ich verkümmere oder ich lebe bewusster“, betont Annette Hanschen. Sie hat die zweite Variante gewählt. Infos: Die Selbsthilfegruppe Verwaiste Eltern Osnabrück trifft sich jeden vierten Montag im Monat, 19.30 Uhr, im „Steinwerk“. Ansprechpartner sind Annette Hanschen, 05407/7147, A.Hanschen@ web.de, und Pastor Otto Weymann, 0541/6002840, Otto.Weymann@katharinen. net.

Tod eines Kindes ist für Geschwister eine große Belastung Beim Tod eines Kindes wird oft unterschätzt, wie groß die Belastung für Geschwister ist. „Das ist häufig schlimmer, als es von uns wahrgenommen wird“, erklärt Psychologin und Psychotherapeutin Ul-

la Steger. Gerade für kleinere Kinder sei so eine Erfahrung ein deutlicher Einschnitt: Es präge das ganze Leben, wenn man ein Geschwisterkind verloren hat. „Mit einem Mal ist die Sicherheit weg: Uns

passiert schon nichts, die Vorstellung, man stirbt mit 88. Das ist für immer vorbei.“ Hinzu kommt, dass gerade Geschwister die Menschen sind, mit denen man so viele gemeinsame Erfahrungen teilt.

Mit dieser Verlusterfahrung klarzukommen, sei häufig auch deshalb schwierig, weil im Verhältnis von Geschwistern so viele Ambivalenzen seien, sagt Steger. Neben Nähe und Zuneigung gebe es

zum Beispiel auch Konkurrenz und Neid. „Gerade wenn es nicht so harmonisch war und ein Kind das Gefühl hat, es sei gemein zu dem andern gewesen, kann es ganz schwer werden, Geschwistertrau-

er zu verarbeiten.“ Denn in so einem Fall müssten zunächst die Schuldgefühle bewältigt werden, bevor es mit der Trauer klappen kann. Gut sei es dann, wenn es dem Kind gelingt, mit Eltern und

Freunden darüber zu reden. Vielen Kindern falle das allerdings unheimlich schwer. Eltern können versuchen, so ein Gespräch anzustoßen. „Das gelingt am ehesten durch offene Fragen.“ Ein guter Zeit-

punkt dafür sei abends vor dem Einschlafen, weil das oft ein Moment großer Nähe sei, erklärt die Psychologin – auch wenn sich das Einschlafen dadurch unter Umständen etwas hinauszögert. „Oder bei

einem Spaziergang, vielleicht auch bei einer Fahrt im Auto.“ Das sei zum Beispiel eine Möglichkeit, mit etwas älteren Kindern, die schon in der Pubertät sind, ins Gespräch zu komtmn men.


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Trauerratgeber

Erinnerung in Stein gefasst Steinmetzbetriebe geben dem Gedenken einen individuellen Rahmen Von Petra Ropers

Hilter. „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen seiner Mitmenschen“, sagte Albert Schweitzer. Es sichtbar zu machen und in Stein zu fassen – dieser anspruchsvollen Aufgabe widmen sich die Steinmetzbetriebe im Osnabrücker Land. Denn Grabmale sind mehr als eine bloße Kennzeichnung der letzten Ruhestätte. Sie sind Orte der Erinnerung und Ausdruck der Individualität eines geliebten Menschen.

Ihre Gestaltung erfordert deshalb nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch ein hohes Maß an Sensibilität. „Manchmal ist jedes Wort zu viel“, weiß Frank Brückner, Steinmetzmeister aus Hilter. Er begleitet Angehörige oft über einen längeren Zeitraum und lässt sie auf Wunsch auch Anteil nehmen am langsamen Werden des Grabmals, das die Erinnerung an den Verstorbenen in Stein fasst. „Das ist ein Stück Trauerbewältigung“, erlebt der Hilteraner immer wieder. Vor 20 Jahren gründete er zunächst auf einem kleinen Kotten – gemeinsam mit seinem Bruder, dem Tischler und Holzbildhauer Torsten Brückner, den Familienbetrieb. Im Jahre 1997 erfolgte der Umzug in das Hilteraner Gewerbegebiet. Im Steingarten nimmt sich das Team des Unternehmens, zu dem auch Tischlermeisterin Stephanie Brückner zählt, viel Zeit für das vertrauensvolle Gespräch. Denn der Beratungsbedarf ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. „Früher richtete man das Grab mit einem klassischen Stein her, ging regelmäßig zum Friedhof und pflegte die Grabstelle über die gesamte Laufzeit“, erinnert Frank Brückner.

Doch die gesellschaftliche Entwicklung macht vor den Friedhofstoren nicht Halt: „Die Familien werden kleiner. Und die Kinder ziehen dorthin, wo Arbeit ist.“ Dieser Wandel verändert auch das Bild auf den Friedhöfen. Denn bei der Wahl und Ausgestaltung der Grabstellen spielt die spätere Grabpflege eine zunehmende Rolle. Frank Brückner empfiehlt, diese Frage in der Familie frühzeitig zu thematisieren – auch wenn der Tod noch immer ein gesellschaftliches Tabu ist. „Eltern und Großeltern wollen ihre Kinder und Enkelkinder nicht mit der Grabpflege belasten. Manche denken deshalb sogar über Kreatives Einfühlungsvermögen verbindet sich mit handwerklichem Können: Steinmetze wie Frank Brückner schaffen in Stein gefasste Erinnerungen (oben). Ein würdiges Gedenken muss keinen großen Pflegeaufwand bedeuten: Auf ihren Ausstellungsgelände in Hilter informieren die Gebrüder Brückner unter anderem über pflegeleichte Kombinationen mit Teilabdeckungen Fotos: Petra Ropers und Zierkies (links).

eine anonyme oder teilanonyme Bestattung nach.“ Der Steinmetzmeister rät von dieser Entscheidung allerdings ab: „Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem die Angehörigen einen Platz zum Trauern brauchen. Doch eine anonyme Bestattung lässt sich nicht rückgängig machen.“

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Und das Leistungsspektrum der Steinmetzbetriebe bietet durchaus Gestaltungsmöglichkeiten für Grabstelle und Grabstein, die dem Erinnern auch ohne großen Pflegeaufwand einen ansprechenden Rahmen geben. Dabei gewinnen vor allem kleinere Urnengräber und Urnen-Gemeinschaftsgrabanlagen immer mehr an Bedeutung. Doch auch Grabstellen zur Erdbestattung ermöglichen eine pflegeleichte Gestaltung – etwa in der Kombination von dekorativen Teilabdeckungen, Zierkies und einer reduzierten Bepflanzung.

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die Aufgabe, diese Fragen für die Angehörigen abzuklären und ihre Vorstellungen mit den Vorschriften in Einklang zu bringen. Sein Leistungsspektrum endet unterdessen nicht beim letzten Feinschliff am Stein. Denn ebenso wichtig wie die harmonische Gestaltung ist das, was sich dem Auge entzieht: Fachkundig gesetzte und an die Beschaffenheit des Bodens angepasste Fundamente gewährleisten deshalb die dauerhafte Standfestigkeit. „Das Denkmal ist der letzte Schritt, das Letzte, das Angehörige für ihre Lieben tun können“, betont Frank Brückner. Bei der Wahl des Steinmetzbetriebes sollten sich die Hinterbliebenen deshalb ruhig Zeit lassen. Denn Vertrauen ist die wichtigste Voraussetzung, um dem Gedenken an die Lieben einen würdigen und persönlichen Rahmen zu geben.

Sonderurlaub für Angehörige Mitarbeiter haben einen Anspruch auf Sonderurlaub, wenn ein naher Angehöriger stirbt. So die Verbraucherinitiative Aeternitas. Wie viele Tage es sind, können Trauern-

de mit einem Blick in ihren Arbeitsoder Tarifvertrag feststellen. Häufig gibt es dort zu dem Thema Regelungen. Fehlen sie, kann man sich an folgender Faustregeln orientieren:

Beim Tod von Ehegatten oder Kindern dürfen sie in der Regel zwei Tage Sonderurlaub nehmen – beim Tod eines Elternteils ist es üblicherweise nur eitmn ner.


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Trauerratgeber

Digitales Trauern Im Internet finden sich zahlreiche Gedenkseiten, Kondolenzlisten und virtuelle Grabsteine Von Robert Schäfer

OSNABRÜCK. Das Internet nimmt immer mehr Raum im Alltag der Menschen ein. Fast jeder hat schon mal in ein Gästebuch gepostet oder sich an einer Diskussionsrunde in einem Forum beteiligt. Und, da zum Leben unausweichlich auch der Tod gehört, finden sich im Internet viele Menschen zusammen, um gemeinsam um einen Freund oder Verwandten zu trauern.

Noch vor einigen Jahren erschienen solche Angebote als pietätslos oder lösten Unbehagen aus. Das hat sich grundsätzlich geändert. Virtuelle Friedhöhe und Gedenkseiten haben Konjunktur. Freundeskreise sind heute oft weit über die Welt verteilt und über das Internet vernetzt. So freuen sich viele, auch aus der Ferne mit den Freunden verbunden zu sein und zu trauern. Es wird in virtuelle Kondolenzbücher geschrieben, Kerzen angezündet, den Hinterbliebenen Trost zugesprochen. Entsprechend vielseitig sind auch die Angebote rund um die virtuelle Trauer. Den meisten Trauernden ist es zu viel, eine vollständige Website oder ein Blog zu Ehren des Verstorbe-

Auch im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um seine Trauer über den Verlust eines lieben Menschen zu bekunden und sein Mitgefühl auszudrücken. Foto: Robert Schäfer

nen aufzusetzen. Sie nutzen die Angebote verschiedener Trauerseiten im Netz, die sowohl vollständig kostenlos aber auch gegen Gebühr verschiedene Modelle der Verlustbewältigung gibt. Letztlich gibt es dort nahezu alles, was zu einer ordentlichen Trauerfeier gehört auch im Internet. Von der digitalen Grabstelle über die Trauerstelle bis hin zum Kondolenzbuch und Chat für die Hinterbliebenen gibt es in den Portalen alles, was gemein-

Kindern hilft Gespräch mit anderen Droht ein Elternteil an einer schweren Krankheit zu sterben, ist das für Kinder ein großer Druck. Es sollte dann kein Tabu für sie sein, auch mit anderen darüber zu sprechen, nicht nur innerhalb der Familie. „Eltern sollten ihnen sagen, dass sie mit ihren Freunden darüber sprechen dürfen“, sagt Psychologin und Psychotherapeutin Ulla Steger. „Wenn sie nicht ausdrück-

lich dazu aufgefordert werden, sind Kinder sonst meistens sehr diskret mit solchen Themen.“ Hinzu komme, dass Kinder und Jugendliche keine Außenseiter sein wollen und deshalb häufig alles vermeiden, was sie in eine Sonderrolle bringt – das kann auch ein Elternteil sein, der zu sterben droht. Kinder wollten dann kein Mitleid. „Das ist für sie etwas un-

heimlich Intimes, das manche auch als beschämend empfinden.“ Das legt die Hürde, sich mit anderen darüber auszutauschen, noch einmal höher. Auch Lehrer und Erzieher beispielsweise sollten aber besser Bescheid wissen, wenn ein Elternteil so krank ist, dass er bald sterben könnte. So könnten sie dem Kind entsprechend verständnisvoll begegnen. tmn

schaftliche Trauer und Erinnerung ausmacht. Unsicheren Trauergästen helfen die Anbieter mit passenden Kondolenzsprüchen, Tipps und Ideen bei der Verarbeitung. Auch „NOZ Medien“ bietet einen Ort des Gedenkens. Unter www.noz.de/trauer gibt es zwei Möglichkeiten, der Trauer Ausdruck zu verleihen. Bei der kostenlosen Standard-Gedenkseite wird das gewählte Anzeigen-Motiv aus der Zeitung veröffentlicht. Die Traueranzeigen des

Tages werden in der Regel nachmittags auf dem Trauerportal veröffentlicht. Angehörige können dort virtuelle Kerzen für den Verstorbenen anzünden, Seitenbesucher im Kondolenzbereich ihr Beileid bekunden. Es kann zudem ein Bild vom Verstorbenen hochgeladen werden. Die kostenpflichtig, persönliche Gedenkseite gibt es für monatlich nur fünf Euro. Auf diesen Seiten können Trauernde ihre Erinnerungen an den Verstorbenen in einem

Jedes Leben ist einmalig. Jeder Abschied ist es auch …

individuellen, passenden Rahmen gestalten. In wenigen Schritten können beispielsweise Schriften und eigene Texte integriert werden. So werden vielleicht mit Anekdoten, Fotos und Videos die schönen und guten Momente des Verstorbenen „lebendig“ gehalten. Sie können jederzeit mit anderen Menschen geteilt, vor dem Vergessen bewahrt und für spätere Generationen in der Familie dokumentiert werden. Genauso wie in großen, bundesweit arbeitenden Portalen wie www.trauer.de gibt es eine umfassende Suche, die die vielen Erinnerungsseiten übersichtlicher gestaltet. Dazu gibt es bei vielen Angeboten direkte Tipps und Hilfen für die Hinterbliebenen. Für Psychologen und professionelle Trauerberater sind die Trauerportale im Internet eine gute Erweiterung der Trauerarbeit. Da sich das Internet zu einem wichtigen Bestandteil des Lebens entwickelt hat, sollte Trauerarbeit auch hier erfolgen. Der Tod gehört zum Leben und damit auch ins Internet. Zudem ist das Internet immer vorhanden und manchmal erscheint der Gedanke, dass „das Netz nichts vergisst“ durchaus tröstlich.

… wir begleiten Sie dabei. Für einen würdigen Abschied schaffen unsere Sprecherinnen und Sprecher den geeigneten Rahmen. Sie gestalten die Trauerfeier individuell in weltlicher Form und in persönlicher Absprache mit Ihnen. Trauersprecherinnen in Tradition Heide Lewandowsky Helga Lewandowsky Anne Hilligsberg Tel. 05461 88 66 44 Mobil 0175 75 65 55 9 www.trauerredner-osnabrück.de

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Trauerratgeber

Die Erbfolge klären Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt alle Testamentsfragen nommen werden kann, auch wenn andere Familienmitglieder eigentlich Vorrang hätten. Für Eheleute gibt es noch eine spezielle Möglichkeit der Nachlassregelung: Das

Von Robert Schäfer

OSNABRÜCK. Jeder Mensch, der stirbt, hat Erben, selbst der, der keine Familienangehörigen hat. Bei ihm erbt der Staat. Wer Erbe wird, ergibt sich aus dem Gesetz. Will man sich von den gesetzlichen Vorgaben entfernen oder einfach etwas genauer regeln, wer was bekommt, tut man dies meist mit einem Testament oder Erbvertrag.

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt alle Testamentsfragen. Unter 16 Jahren ist niemand „testierfähig“, Menschen mit geistigen Erkrankungen oder Bewusstseinsstörungen sind ebenfalls ausgenommen. Allen anderen bieten sich drei Methoden. Notariell beurkundet werden Erbverträge und notarielle Testamente. Ebenso gültig ist aber auch das handgeschriebene Testament. Besteht kein gültiges Testament, geht es nach dem Tod ausschließlich nach dem Gesetz, eventuell geäußerte Wünsche des Erblassers haben dann keinerlei rechtliche Bindung. Gesetzliche Erben 1. Ordnung sind Kinder und Enkelkinder, in 2. Ordnung finden sich die Eltern und deren Kinder an dritter Stelle stehen Großeltern, Onkel und Tanten. Ehegatten erben ne-

gemeinschaftliche Testament. Wird es nicht notariell

Es bieten sich drei Methoden, sein Erbe zu bestimmen:. Notariell beurkundet werden Erbverträge und notarielle Testamente. Ebenso gültig ist aber auch das handgeschriebene Testament. Foto: Robert Schäfer

ben ihrem normalen Anteil zusätzlich. Wie viel hängt davon ab, ob ein Ehevertrag bestand oder die Eheleute in Zugewinngemeinschaft gelebt haben. Die üblichste Form der Nachlassregelung ist das handschriftliche private Testament. Dabei ist ganz wich-

tig, dass der Erblasser den gesamten Text selbst und mit der Hand geschrieben hat. PC oder Schreibmaschine machen das Testament ebenso ungültig wie Passagen, die andere Menschen geschrieben haben. Zum Ende muss das Testament mit Datum und Ort unterschrieben sein. Vorteil des handschriftlichen Testaments ist, dass es problemlos geändert oder neu aufgesetzt werden kann. Bei einem solchen Schriftstück sollte aber man unbedingt darauf achten, den eigenen Willen so klar wie möglich zum Ausdruck zu bringen. Wer komplexere Regelungen braucht, sollte sich juristisch beraten lassen. Bei einem notariellen Testament wird das Testament in Zusammenarbeit mit einem Notar erstellt und entsprechend beurkundet. Es ist damit so-

fort in der juristisch korrekten Form und hält auch vor Gericht Stand. So können Erben mit einem solchen Testament direkt den Erbschein beantragen und auch Grundbucheintragungen sind kein Problem. Das notarielle Testament wird beim örtlichen Amtsgericht hinterlegt. Es gibt aber auch Fälle, in denen ein Erbvertrag von Vorteil ist. Bei dieser Form gehen Erblasser und Erbe eine verbindliche Verpflichtung ein, die auch vom Erblasser nicht ohne Weiteres gelöst werden kann. Diese Lösung eignet sich vor allem im geschäftlichen Umfeld. So kann ein entferntes Familienmitglied schon frühzeitig in ein Unternehmen eingebunden werden und als Nachfolger aufgebaut werden. Es ist dann sicher, dass die Firma auch im Erbe über-

erstellt, muss es von einem Ehepartner handschriftliche erstellt werden. Unterschreiben müssen dann beide Partner jeweils mit Ort und Datum. Beim „Berliner Testament“ wird der jeweils überlebende Partner automatisch zum Vollerben. Allerdings sind die Testamente nach dem Tod des ersten Partners nur schwer änder- oder anfechtbar. Die einmal festgelegte Erbfolge lässt sich kaum noch ändern. Zudem bleiben die Kinder zunächst ohne Erbteil, wenn sie nicht einen Pflichtteil verlangen. Dies führt oft zu familiären aber auch finanziellen Problemen und lässt sich mit der sogenannten Jastrowschen Klausel verhindern. Sie macht den Pflichtteil der Kinder unmöglich. Ein gemeinsames Testament ist in Deutschland bislang nur für Eheleute möglich. Wenn nicht eheliche Partner die Erbfolge regeln will sollte dies entweder in zwei einzelnen Testamenten gemacht werden oder über einen Erbvertrag abgesichert werden. Wichtig: Auch das beste handschriftliche Testament nützt nichts, wenn es nicht gefunden wird. Es sollte an einem sicheren Ort verwahrt werden und einer Vertrauensperson bekannt sein. Eine sichere Verwahrung ist auch beim Amtsgericht gegen eine geringe Gebühr möglich. Seit 2012 werden notarielle Testamente oder solche, die im Amtsgericht gelagert werden, im Zentralen Testamentsregister verzeichnet.

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SAMSTAG, 22. MÄRZ 2014

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Trauerratgeber

Frank ist tot – Gefällt mir? Trauerkultur auf Facebook und Co. Von Robert Schäfer

OSNABRÜCK. Trauer ist unterschiedlich, jeder Mensch trauert individuell anders. Dennoch gibt es Rituale und Gebräuche, die fast allen Menschen gemein sind. Man trauert gern zusammen, tauscht sich mit anderen Trauernden aus, spricht über den Verstorbenen, erinnert sich.

Der klassische Kaffee nach der Beerdigung funktioniert in einer globalisierten Welt jedoch nicht mehr immer. Viele junge Menschen sind heute in sozialen Netzwerken organisiert. Kommunikation, Freundschaft und Zusammenhalt werden online organisiert und über Landesoder sogar Kontinentgrenzen hinweg gepflegt. Da ist es nur normal, dass sich auch auf Facebook und Co. eine Trauerkultur entwickelt. Todesmeldungen machen nicht nur bei prominenten Menschen schnell die Runde in den Netzwerken. Das ist zweifelsohne sehr direkt. Statusmeldungen, die Familie und Freunde auf dem Profil des Toten veröffentlichen, werden von seinen virtuellen Freunden unmittelbar gesehen. Dabei ergeben sich aus der Natur der Facebook-Kommunikation automatisch skurrile Momente. Auf den Status „Frank ist tot“ muss man, um seine Anteilnahme auszudrücken auf „Gefällt mir“ klicken. Vermutlich gefällt es keinem Freund von Frank wirklich, dass er tot ist, es gehört halt zu den Mechanismen des Systems und wird von den Nutzern akzeptiert. Erst danach wird der Status kommentiert und natürlich gefällt es dann niemandem, dass Frank tot ist. Aber ist es nicht unpassend, zwischen Gagvideos und Urlaubsfotos zu trauern?

Neue Verhaltensregeln in der globalisierten Welt: Es ist wichtig, auch im Internet für den Fall der Fälle vorzusorgen. Foto: Robert Schäfer

Für Stars und Sternchen ist das mittlerweile normal. Fans erfahren die Nachricht über den Tod eines Prominenten über die sozialen Netzwerke, trauern online und erinnern sich an die besten Momente ihres Lieblings. Aber im privaten Umfeld? Gerade ältere Menschen empfinden es als pietätslos, wenn solch endgültige und persönliche Nachrichten im sozialen Netzwerk landen. Bei Menschen, die wenig oder gar nicht in den virtuellen sozialen Netzwerken unterwegs sind, ist dieser Weg nicht der richtige, enge Freunde zu benachrichtigen. Nachdem allerdings der Freundeskreis per Telefon oder vielleicht auch Mail informiert ist, kann man sicher dem erweiterten Kreis die traurige Nachricht auch über soziale Netze überbringen. Nichtsdestotrotz hat die Trauer auf Facebook viele Vorteile für die Hinterbliebenen. Gemeinsam kann man seiner Betroffenheit Aus-

druck verleihen, sich mit Gleichgesinnten austauschen und auch so Trost finden. Ein reales Treffen ist dabei nicht nötig – oft sogar nicht möglich. Hier schließen soziale Netze im Internet eine Lücke, die sich aus der globalisierten Welt ergibt. Das Profil des Verstorbenen wird gern zu einer sehr persönlichen Trauer genutzt. Als Teil des sozialen Netzwerks bleibt der Freund noch lange als Teil des Freundeskreises präsent. Entsprechend werden Erinnerungsseiten und -gruppen eröffnet und führen trauernde Freunde für die Zeit der Trauer zusammen. Denn manch einer postet halt lieber ein kitschig erscheinendes Trauerbild auf einer Facebook-Seite, als dass er eine Rose auf den Grabstein legt. Es kann jedoch auch einiges schief gehen, wenn man sich zu sehr auf die sozialen Netzwerke verlässt. Fehlerhafte Todesmeldungen las-

Erblasser können im Testament Auflagen machen Erblasser haben mitunter bestimmte Wünsche über ihren Tod hinaus. Damit diese Wünsche auch erfüllt werden, kön-

nen Erblasser ihren Erben in ihrem Testament oder Vermächtnis Auflagen machen, erklärt dazu das Deutsche Forum für Er-

brecht. Ein typisches Beispiel ist etwa die Pflicht des Erben, das Grab zu pflegen. Weitere häufige Auflagen sind das

Verbot, eine Nachlassimmobilie zu veräußern oder die Pflicht, einer gemeinnützigen Organisation eine Spende zukommen zu

lassen. Ihre Grenze findet die Auflage in Anordnungen des Erblassers, die unmöglich, sittenwidrig oder verboten sind. tmn

sen sich zwar meist schnell mit dem Mark Twain-Zitat „Der Bericht über meinen Tod war eine Übertreibung“ aus der Welt räumen, doch was passiert mit dem Facebook-Account nach dem Tod? Der aktuelle Fall der Mick Jagger-Freundin L’ Wren Scott zeigt, was schief gehen kann. Noch Stunden nachdem ihre Selbsttötung bekannt wurde

posteten ihre sozialen Accounts vorbereitete Neuigkeiten mit fröhlichen Fotos des ehemaligen Models. Es ist also wichtig, auch im Internet für den Fall der Fälle vorzusorgen. Facebook selber gibt den Verwandten zwei Möglichkeiten. Entweder das Profil wird gelöscht oder es wird in einen Gedenkstatus versetzt. In letzterem Fall bleibt das Profil erhalten, wird aber geschlossen. Nur Freunde, die bis zur Umstellung verbunden waren, können danach noch etwas posten, neue Freunde sind nicht mehr möglich. Am einfachsten ist es jedoch, wenn ein Vertrauter die wichtigsten Passwörter hat und sich so im Namen des Nutzers einloggen kann. Die wichtigsten sozialen Netzwerke, der Haupt-Email-Account und eventuelle Zugänge zu eigenen Websites sollten ausreichen – und natürlich auch das Passwort für den heimischen Rechner. Für Leute, die ihre Passwörter sehr oft ändern, ist ein Passwortsafe eine gute Idee. In ihm werden die verschiedenen Daten verschlüsselt gespeichert, sodass der digitale Nachlassverwalter nur ein Master-Passwort braucht, um Konten aufzulösen oder anzupassen.

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